Studenten sitzen in einem Hörsaal (Symbolbild)
Studenten sitzen in einem Hörsaal (Symbolbild) / picture alliance/dpa | Jan Woitas

Systematische Professorenentlassungen - „Wer stört, muss weg!“

Als Heike Egner, Professorin für Humangeographie in Klagenfurt, 2018 entlassen wird, beginnt sie zu recherchieren – und stößt auf ein wachsendes Muster. Ihr Buch zeichnet das Bild eines Wandels im Wissenschaftssystem, in dem Leistungsmaßstäbe und Freiheit unter Druck geraten.

Autoreninfo

Mia Kilian hat Umweltsystem- wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei Cicero.

So erreichen Sie Mia Kilian:

Heike Egner ist Geografin und ehemalige Professorin für Humangeographie an der Universität Klagenfurt. Sie beschäftigt sich mit Fragen an der Schnittstelle von Umwelt, Gesellschaft und Risiko sowie mit strukturellen Entwicklungen im Wissenschaftssystem, insbesondere im Hinblick auf Wissenschaftsfreiheit und institutionelle Verfahren.

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Walter Buehler | So., 12. April 2026 - 17:36

... welche berufliche Betätigung des Menschen hat denn jemals nur unter idealen Bedingungen stattgefunden?
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Leben heißt Probleme lösen, darunter viele, die man nicht selbst verschuldet hat.

Es gibt keinen idealen Beruf, der nur Befriedigung mit sich bringt, und Wissenschaftler verhalten sich als Kollegen bei der Arbeit auch nicht anders als andere Menschen, auch wenn sie in den selbstverwalteten Akademien tätig sind.
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Herrschen aber in einer Gesellschaft insgesamt Leistungsfeindschaft, Wissenschaftsfremdheit und Technikfeindschaft, dann wird es überall schlimmer, nicht nur für Wissenschaftler.

IngoFrank | So., 12. April 2026 - 17:42

Rändern, also dort, wo man unabhängig und entgegen dem Mainsream denken kann.“
Und das, ist nicht nur auf dem Felde der Wissenschaft so.
Gerade in der Politik der jüngsten Vergangenheit & Gegenwart, sollte man genau darüber nachdenken……
Für mich heißt es aber auch ein Versagen der „neuen demokratischen Mitte“ in Wissenschaft & Politik die sich hinter der Brandmauer versteckt.
Was allerdings die „Erfinder“ der Brandmauer aus ingenierstechnischer Sicht nicht wissen, es gibt nur drei Arten mit drei unterschiedlichen Wiederstandsgraden: F 30, F 60 und F 120 was den Feuerwiederstand in Minuten angibt.
Was aber alle drei Klassen eint, ist deren Vergänglichkeit, da sie nur einer begrenzten Zeitspanne widerstehen können !
MfG a d Erfurter Republik

Michael Kühnapfel | So., 12. April 2026 - 19:25

So richtig verstehe ich die Frau Egner nicht. Was sie beschreibt - diese konfuse, unklare Verständnis von Gleichstellung - ist doch genau das, was der "Feminismus" hierzulade durchsetzen will, das, was tausende Gleichstellungsbeauftragte in Struktur übersetzen und was in Gleichtstellungsgesetzten zum allgemeine Recht geworden ist. Wenn man Menschen gleichstellt, dann muss das immer nach "unten" passieren, denn man kann Fähigkeiten nicht aufzwingen, wohl aber erzwingen, dass Fähigkeiten nicht ausgeführt werden oder zum Vorteil gereichen. Das ist eben die Abkehr von Leistungsgedanken, dass ist die Abkehr von Individualität, das ist das orientieren am Schlechtesten und Schwächsten. Genau das wollen wir als Gesellschaft doch. Darum ist ja Gleichstellung das Gegenteil von Gleichberechtigung und wird uns, mit dem Taschenspielertrick der falschen Synonymisierung, untergejubelt. Nur weil es einen selbst trifft, ist es auf einmal schlecht? Gleichstellung ist immer noch das große Ideal.

Nach meiner Erfahrung kommt auch noch ein weiterer Aspekt dazu.

In den letzten 30 Jahren haben es sich die „Falschen“ an den Hochschulen bequem gemacht. Menschen, die mangels Visionen nicht in der Lage sind, wissenschaftlich zu arbeiten haben sich wegen der sicheren und gutbezahlten Jobs eingenistet.

Sie scheuen jedes Risiko, sie fliegen unter dem Radar, sie können und wollen nicht über den Tellerrand sehen, sie haben keine eigenen Ideen, sondern schwimmen mit, sie sind wie tote Fische in einem Strom!

Solche Menschen fürchten nichts mehr als den fähigen Kollegen der eigene Ideen hat und die auch versucht am „Mainstream“ vorbei umzusetzen.

Sie fördern nur ihresgleichen, alle anderen werden blockiert, so werden die Professoren mit jeder Generation schlechter, denn keiner duldet jemanden, der mehr kann als er selbst!

Wer selbst nichts kann, begrüßt es, in ein Schema gepreßt zu werden, sich ein ideologisches Korsett überstülpen zu lassen, so fällt die eigene Unfähigkeit nicht auf!

Theodor Lanck | So., 12. April 2026 - 20:16

Wissenschaft, wie sie beschrieben wird, ist organisiert wie ein industrieller Produktionsbetrieb, mit Aufträgen (v.a. vom Staat, d.h. der herrschenden Politik), Controlling, Leistungsbudget, Produktivitätserwartung (sowohl für Lehre als Studienerfolg und Forschung als Transferimpact) und natürlich einer Firmenkultur, die von Oben vorgegeben wird.

Die Indienstnahme durch die Politik erfolgt nämlich nicht nur über die "Aufträge" (d.h. Drittmittel), sondern stark über die Kultur: "Diversität", "Gleichstellung", "Equity" und all diese Modewörter, die von Erkenntnis ablenken und die Wissenschaft in eine Umerziehungsanstalt verwandeln.

Und da die Personen in der Wissenschaft soziologisch der gleichen Schicht angehören wie die politische Elite, ist man zur Selbstkritik über diese Indienstnahme gar nicht mehr fähig.

"die Personen in der Wissenschaft soziologisch der gleichen Schicht angehören wie die politische Elite"

Das ist der Kernpunkt, mMn. Die aktuelle Generation an Wissenschafts-Personal, wozu auch die Leitungen der Universitäten und Forschungseinrichtungen zählen..., ist bereits durch Linksgrünwoke sozialisiert worden..., und setzt diese Narrative von Gleichheit, Leistungslosigkeit und links-Grüner Staatshörigkeit jetzt in die Praxis um... ..., um letztendlich genau so eine neue linksgrünwoke Generation geistiger Eliten damit heranzuziehen... - der 'Marsch durch die Institutionen' ist erfolgreich gewesen. 🤔

PS: Es ist m.E. erschreckend in wie vielen Bereichen der Gesellschaft Linksgrünwoke bereits 'das ideologisch Sagen' hat... >> von der Kfz.-Nummernschildvergabe bis in die Universitäten..., und in den Schulen sowieso.
Die aktuell junge Generation kennt zu großen Teilen garnichts anderes mehr als 'Linksgrünwoke'...

Das schlimme ist, die Eltern merken es nicht mehr, wie ideologisiert ihre Kinder in der Schule erzogen werden.
Das war zwar in Teilen in der DDR genau so, bloß mit dem Unterschied das die Eltern sich im Familienumfeld in großen Teilen ganz anders über die Segnungen des Sozialismus austauschten und die Kinder begannen das was ihnen zumindest Ideologisch in der Schule verabreicht wurde, zu hinterfragen. Aber heute?
Meine zwei Enkel Zwillinge 3. Klasse erzählten mir die Vorteile der EU …..
Ich habe mir alles angehört und am Ende gefragt, hat man euch auch über nie Nachteile der EU aufgeklärt ? Da gabs ganz ganz große Augen und Ohren als Oma & Opa einige Nachteile der EU erklärten …..
Blos wer hinterfragt das heute noch bei seinen Kindern ? Die wenigsten der heutigen Elterngeneration…….Wer kann noch so weit selbstständig denken ? Außerhalb grün linker Scheuklappen ? Die wenigsten !
MfG a d Erfurter Republik

Alles was seit ca. 2000 in der Schule war und dann ab 2010-2015 ins Berufsleben ist - oder noch studiert hat... - ist die heutige Elterngeneration..., und somit schon selbst betroffen von den linkslastigen Merkeljahren... - was seinerzeit noch viele für 'konsetvativ' hielten, weil ja 'Christlich' davor stand... ...!? 😉

>> Ist schon grotesk, mit etwas Abstand betrachtet - oder? [PS: deshalb heißt es ja auch: "der alte weise Mann" 😉]

Micha W. | Mo., 13. April 2026 - 00:29

Ich bekomme wirklich Angst um unser Land. In so vielen Bereichen scheint mir, dass das Deutschland, das es vielelicht noch vor 15 Jahren gab, nicht mehr so zu geben scheint.
Meinungsfreiheit ist bereits eingeschränkt. Jede Woche höre ich von neuen Grenzverschiebungen. Mittlerweile bekommen Menschen Strafverfahren an den Hals, wenn sie Beiträge "liken". Nun hört man von Professorinnen und Professoren, die einfach entlassen werden. Wer steuert denn diesen ganzen Umbauprozess unserer Demokratie? Das haben sich Menschen zum Ziel gesetzt? Es wirkt gespenstisch wie in so vielen Bereichen ein bestimmter linker politischer "Konsenz" durchgesetzt wird und alles anderer konsequent bekämpft. Es müsste demonstriert werden und zwar öffentlich auf der Straße, es kann nicht sein, dass unserer Demokratie sang und klanglos ihre Substanz verliert...

Urban Will | Mo., 13. April 2026 - 06:55

Freigeist fehlt. Er war wohl noch nie wirklich da, flammte aber doch hie und da auf. Dies ist vorbei.

Was hier beschrieben wird, ist eine Art „politische Wissenschaft“, also ein Wissenschaft, bzw. Forschung, die sich politischen Vorgaben unterordnen muss, ansonsten fliegt der Forschende raus. Oder halt der Professor, wenn er es denn wagt, das zu machen, wofür Professoren eigentlich da sind.
Das war vor 1945 so und jetzt ist es in gewisser Form wieder da, nur sind die politischen Vorgaben andere.
Es wird dazu führen, dass wir immer weiter abfallen in allen Bereichen, dass dieses Land immer mehr verblödet, zumal leistungswillige, intelligente Menschen immer mehr daran denken, es zu verlassen, was ich nur begrüßen kann.
Besser, unsere hochgebildeten Landsleute, die etwas leisten wollen, machen ihr Glück im Ausland anstatt in diesem shithole zu versauern, mit Steuern und Abgaben ausgesaugt zu werden.
Diesem Land ist nicht mehr zu helfen, außer es wacht auf und hilft sich selbst.

Hans v. Weissensand | Mo., 13. April 2026 - 07:32

haben den Neujakobinern viel zu lange zugeschaut und auf Wiederrede verzichtet, mit Bravour ist ihnen der der Gang durch die Institutionen gelungen! Die Korrektur wird langwierig und schmerzhaft. Mal sehen wann sich liberalkonservative Kräfte sammeln!

Thomas Veit | Mo., 13. April 2026 - 09:04

Antwort auf von Hans v. Weissensand

"Mal sehen wann sich liberalkonservative Kräfte sammeln!" - WAS Liberalkonservativ allerdings FEHLT ist eine funktionierende und effiziente 'Meinungsinfrastruktur', so wie sie Linksgrünwoke durch 'IHRE Zivielgesellschaft' (aka "unsere Demokratie") mit den ganzen staatsfinanzierten NGO's und 'Omas gegen das Böse!', durch 100%ige Meinungs-Dominanz☝ im staatlichen ÖRR + freiwillig staatstreuen Medien, ihre Präsenz in Verwaltung und Judikative und nicht zuletzt in Bildung und Wissenschaft (Artikel) mittlerweile hat.

>> DAS ALLES hat liberalkonservativ NICHTEINMAL ANSATZWEISE!! Ein sehr großes Manko in der politischen Auseinandersetzung, mMn.

Wie 'gut' das System linksgrünwoker Meinungsbildung funktioniert kann man exemplarisch am von CORRECTIV 'enthüllten' "Geheimplan gegen Deutschland" Anfang 2024 sehen - Millionen wurden in kürzester Zeit mobilisiert und viele davon wissen Dank ÖRR BIS HEUTE NICHT, welchen Lügen und Verdrehungen sie aufgesessen waren...
>> Soetwas bräuchten wir auch!!!

Martin | Mo., 13. April 2026 - 15:59

Zitat:...die Hälfte der Studierenden...
"Studierenden" Das sagt schon alles.
Schön brav gegendert und trotzdem entlassen? Na, da muß wohl viel mehr dahinterstehen.

Angelika Sehnert | Mo., 13. April 2026 - 17:28

Der sog. Bologna- Prozess war ein Sündenfall, der Anfang vom Ende. Die Universitäten überboten sich mit der Schaffung obskurer Bachelor- und Masterstudiengänge, die wenig praxistauglich und eigentlich nur Wissensbulämie sind.: Gelernt, geprüft, vergessen. Hinzu kam eine Ökonomisierung der Universitäten, die darin gipfelte, dass selbst kleinen geisteswissenschaftlichen Fächern vorgeschrieben wurde weit über den Bedarf Abschlüsse zu produzieren, ansonsten drohte Mittelentzug. Bei aktuellen Stellenausschreibungen ist das Wichtigste die Fähigkeit Drittmittel einzuwerben, egal ob als Philosoph oder Geologe. Und natürlich interdisziplinäre Forschung, ganz wichtig, so kann man eigene Unzulänglichkeit bestens kaschieren. Exzellente fachliche Qualifikation ist eher hinderlich, weist sie doch auf ein Zuviel an individuellem Ehrgeiz hin. So jemand macht nur Probleme, also lieber pflegeleichtes Mittelmaß, wie man es selbst repräsentiert, berufen. Der Substanzverlust ist in vollem Gang.