- Die Intervention war notwendig und verhältnismäßig
Der Einsatz der USA in Venezuela und die Festnahme des Diktators Maduro mag völkerrechtswidrig sein. Richtig war die Aktion trotzdem. Denn die Legitimität der US-Militärintervention gegen das venezolanische Regime bemisst sich nicht am Völkerrecht.
Man stelle sich folgendes Szenario vor: Hitler verzichtet auf das Führen eines Angriffskrieges gegen andere Staaten, hält aber am Plan der Ausrottung der Juden fest und beginnt ihn in diversen Konzentrationslagern umzusetzen. Daraufhin greift der amerikanische Präsident Roosevelt Deutschland an, lässt Hitler von Spezialkräften verhaften und beendet das Naziunterdrückungsregime. Dieses Eingreifen wäre völkerrechtswidrig gewesen, nicht nur, aber auch, weil es damals keine rechtlich bindende Konvention gegen Völkermord gab. Sollte man davon die moralische Bewertung des Eingreifens abhängig machen? Wohl kaum.
Im Prinzip sollten das auch deutsche Grüne und Linke wissen. Die Entführung des Nazischergen Adolf Eichmann aus Argentinien war ein Völkerrechtsbruch, aber die überwältigende Mehrheit der damaligen Linken war keineswegs bereit, sie deswegen zu verurteilen. Der Natoeinsatz im Kosovokrieg war ebenfalls völkerrechtswidrig, wurde aber von Grünen mitgetragen. Die Unabhängige Internationale Kosovo-Kommission kam übrigens zum Schluss, der Einsatz sei „illegal, aber legitim“ gewesen.
Links-grüne Heuchelei
Überhaupt stehen Linksgrüne Rechtsbrüchen aufgeschlossen gegenüber, wenn es um die richtige, natürlich linke Sache geht. Rechtswidrige Angriffe auf die Bewegungsfreiheit von Bürgern durch Klimakleber etwa fanden so manchen prominenten linksgrünen Fürsprecher. Ebenso die massenweise illegale Einreise von Migranten. Vom im linksgrünen Milieu weitverbreiteten Verständnis für linke Attentate gegen vermeintliche oder echte Rechtsextreme ganz zu schweigen.
Wenn jedoch ein rechter Freiheitskämpfer einen linken Diktator absetzt, entdecken Linksgrüne, wie an diversen Kommentaren der letzten Stunden zum Eingreifen der USA in Venezuela zu erkennen, plötzlich die absolut bindende Kraft des Rechts. Schon allein die Rede von einem rechten Freiheitskämpfer dürfte Linken gegen den Strich gehen, meinen sie doch, den Freiheitskampf für sich gepachtet zu haben. Es ist aber wohl eher das Gegenteil der Fall. Linke Politik führt überall zur Einschränkung von Freiheit. Wie in Deutschland, so auch in Venezuela.
Wie dem auch sei, die Theorie des gerechten Krieges setzt Moralität und Legalität keineswegs gleich (was übrigens nicht heißt, dass sie völlig unabhängig voneinander sind). Und wer meint, im oben beschriebenen Szenario wäre der Eingriff des Präsidenten schon allein wegen der Völkerrechtswidrigkeit moralisch illegitim, versteht nicht, was „moralisch legitim“ meint. Ebenso gut könnte man einem davonlaufenden Sklaven moralisch vorhalten, Davonlaufen sei gesetzlich verboten.
Resultate zählen, nicht die Reinheit des Herzens
Es hilft auch nichts zu erklären, Trump sei es nur um das venezolanische Öl gegangen. Erstens ist seinem eigenen Volk billiges Öl zuzuschanzen sicherlich ein staatsmännischerer Akt, als ihm die Atomkraftwerke abzuschalten. Zweitens hat die Theorie des gerechten Krieges zwar in der Tat einst die „richtige Intention“ für ein unverzichtbares Element der Rechtfertigung eines Krieges gesehen, doch gegenwärtige Kriegsethiker sind aus guten Gründen davon abgerückt.
Dies lässt sich auch am Notwehrparagraphen des deutschen Strafrechts illustrieren. Wenn ein Prominenter einen Leibwächter engagiert und ihm für jedes vereitelte Attentat ein Fass Rohöl verspricht, dann wäre die notwendige und proportionale Tötung eines Attentäters auch dann legal (und moralisch zulässig), wenn dem Leibwächter zwar der Prominente egal, aber das versprochene Öl wichtig ist. Der entscheidende Faktor ist allein, dass ein rechtswidriger Angriff vorliegt, tödliche Gegenwehr notwendig und proportional ist und der Bodyguard dies weiß. Seine weiteren Motivationen für sein Einschreiten sind irrelevant. Wenn also im obigen Beispiel Roosevelt den Holocaust nur verhinderte, weil er auf Ölbohrmöglichkeiten in der Nordsee hoffte, täte dies der Legitimität der Holocaustverhinderung keinen Abbruch. Der Charakter eines Täters ist von der Rechtfertigung seiner Tat zu unterscheiden.
Die Intervention war notwendig und verhältnismäßig
Nichtmilitärische Mittel, das Maduro-Regime zu stürzen, haben sich längst als ineffektiv erwiesen. Insofern war das Kriterium des „letzten Mittels“, ein Teil der Proportionalitätskalkulation, erfüllt. Der Eingriff wurde zudem mit bemerkenswerter chirurgischer Präzision durchgeführt, von daher ist davon auszugehen, dass die von dem Krieg verursachten Schäden durch seine positiven Folgen – nicht nur für Venezuela selbst, sondern auch für Nachbarländer und die USA – bei Weitem überwogen werden, was mithin seine Proportionalität verbürgt. Natürlich steht Venezuela vor schwerwiegenden Herausforderungen, aber durch die Beseitigung des Diktators und die glaubwürdige Drohung, mit ähnlich veranlagten Möchtegernnachfolgern in gleicher Weise zu verfahren, ist der Weg zu deren Bewältigung freigemacht.
Dies kann gewiss Jahre dauern, aber das Venezuela in verschiedenen Hinsichten ähnliche Nachbarland Kolumbien hat bewiesen, dass eine lateinamerikanische Demokratie durchaus in der Lage ist, Paramilitärs, Guerrillas und Drogenkartelle – die oft alle drei miteinander und mit diversen politischen Armen verwoben sind – immerhin so weit zurückdrängen kann, dass weitgehender Friede, zunehmende Sicherheit, Freiheit und steigender Wohlstand möglich sind. Das Letzte, was dem entgegenstehen sollte, ist das Völkerrecht.
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"Die Entführung des Nazischergen Adolf Eichmann aus Argentinien war ein Völkerrechtsbruch..." - Von einem Professor erwarte ich mehr Intelligenz. Waren die entführten und nach Gaza verschleppten, israelischen Geiseln der Hamas Völkerrechtsbruch? Niemand ist seit über zwei Jahren auf solch abstruse Idee gekommen bzw. hat dementsprechend argumentiert. - "Der Eingriff wurde zudem mit bemerkenswerter chirurgischer Präzision durchgeführt..." - Ich kann mich noch an das Märchen vom "sauberen Krieg" erinnern (Bush-Administration). Kein Mensch glaubte damals solch Palaver. Nun kommt die Kriegsgläubigkeit wieder zurück. Der verkannte Friedensnobelpreisträger Donald Trump und seine Einflüsterer haben außer "chirurgischen Eingriffen" keine Mittel, die geopolitische Situation zu eigenen Gunsten zu lenken. Und das ist erbärmlich, schwach und einfallslos.
wie sich besonders am ersten und letzten Abs. zeigt:
Abs. 1.: wenn einem zur Begründung sonst nichts einfällt – Hitlervergleiche gehen immer. Als Ausweis intellektuellen Überfliegertums gilt die Reductio ad Hitlerum allerdings seit jeher nicht.
Letzter Abs.: Ausgerechnet Kolumbien als Gegenbeispiel zu bringen: das ist dasjenige Land, dem bzw. dessen Präsidenten der angebliche "Freiheitskämpfer" Trump im Zuge der Gefangennahme Maduros gleich auch noch gedroht hat.
Und mehr muss man über die intellektuelle Qualität dieses Artikels dann auch nicht sagen.
... manchmal finde ich, dass - bei allem Respekt für die Meinungsfreiheit - in Artikeln Standpunkte vertreten werden, die für mich ziemlich gruselig sind.
Da wird ein mE dümmlicher, unguter Machtmensch in Venezuela mit einem "nur" großgenozidalen Adolf H. verglichen - geht´s eigentlich noch? Was einmal mehr ein Beweis dafür ist, dass Bildung per se und alleine überhaupt nichts über die Möglichkeit auch noch der wirrsten Gedanken aussagt. Die oft hochgebildeten Strippenzieher und Handlanger in ALLEN Diktaturen und Gewaltregimen wären sonst ja per definitionem gar nicht möglich.
Dass Maduro für das meiste an Missständen in Venezuela verantwortlich ist, ist gar keine Frage. NICHT verantwortlich ist er mE für die Überschwemmung der USA mit mexikanischem Fentanyl, genausowenig, wie er chinesische oder russische Raketenbasen gegen die USA installiert haben wollte (was "der Westen" mit der Ukraine in der Nato nur zu gern gegen Russland gehabt hätte).
Ihr letzter Satz trifft´s gut, Herr Homa!
Zitat:
"Resultate zählen, nicht die Reinheit des Herzens"
Mal schauen, ob sie das auch noch sagen, wenn Trump sich Grönland abgreift.
Ferner ist ja lediglich Maduro in Venezuela Geschichte, das Regime ist ja noch weiterhin dort vor Ort. 😉
Ich hätte weit mehr Probleme damit, sollte China oder Russland sich anschicken, siene Einflusssphäre dahin auszudehnen. Europa hat und will keinen "Hinterhof". Das kann man löblich finden. Aber es ist so naiv, wie der links-grüne oder christliche Glaube an das "Gute im Menschen". Tatsächlich waren die Einflusszonen IMMER präsent, auch in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, auch nach dem Untergang des Sowjetsozialismus. Ob es Ihnen passt oder nicht, die USA, China und Russland werden die Welt in solche Einflussgebiete aufteilen und die Europäer dürfen getrost, wie Sie, von einer regelbasierten Ordnung schwadronieren. "Wenn man so lange träumt, wacht man nicht gerne auf....." Einen Wimpernschlag lang habe auch ich geträumt: Von einem ökonomischen Riesen Europa, der aber auch kein militärischer Zwerg bleiben durfte. Schauen Sie sich doch bitte die traurige Realität an. The dream is over.
..und Linken sei an zwei Personen dieser Parteien und deren Einstellung zu Recht und Unrecht hier beschrieben.
Benedikt Lux, Grünen Abgeordneter in Berlin freute sich 2020 öffentlich überall darüber, dass die Grünen ganz schnell nach Regierungsübernahme in den diversen Sicherheitsbehörden Behörden des Landes dafür gesorgt haben, dass dort jetzt Personen sitzen, die Augen zwinkernd mit den Straftaten der grünen Umwelt NGOs umgehen und immer betonten, sie täten es für eine gute Sache. Das soll man dann nicht bestrafen. Also Herr Lux plädierte für Straffreiheit für Straftäter, so war er zu verstehen.
und bei Die Linke, der Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Herr v. Aken sagt wörtlich: Linke Straftaten dienen dem Gemeinwohl!!! Ja so wörtlich. Was für ein grünes und linkes Pack sitzt eigentlich in unseren Parlamenten?
für die Sezierung der linken Doppelmoral.
Hitler, Linke, Grüne, Bodyguards, Ölfässer - was will der Autor uns eigentlich sagen?
Wenn ich den Artikel richtig lese, sind Angriffe auf Länder dann erlaubt, wenn die Richtigen, also die Guten angreifen. Wir legitimieren also nach Moral und wer angreift.
Sehr geehrter Herr Steinhoff, es erschreckt mich immer wieder wie leichtfertig und angepasst Leute wie sie Gewalt rechtfertigen und wie abstrus man vieles ins Gegenteil verkehren kann.
… Trump hat keinen Krieg gegen das venezolanische Volk angezettelt, sondern dessen korrupten Diktator, der das Land seit 25 Jahren ausbeutet und wirtschaftlich ruiniert, aus dem Verkehr gezogen! Würde mir wünschen, dass jeder "Krieg“ so läuft und im Übrigen vertritt Trump durchaus berechtigte Interessen in seinem "backyard“, in dem eben kein Platz für einen kommunistischen Diktator ist …
... die einen machen das, was "Kaufleute" (ob ehrbar oder nicht, sei mal wie immer dahingestellt) und Länder/Staaten weltweit mindestens seit hunderten von Jahren machen, mit Verhandlungen, Verträgen etc. pp.. Und die anderen haben´s verpennt, sich überworfen/isoliert oder sonstwas und gehen dann militärisch den direkten Weg, jeder, wie er meint?! Das ist jetzt aber NICHT Ihr Ernst, oder?
Und dass Russland mit allen Mitteln einen faktenbasiert existiert habenden Ausweitungsversuch der Nato an seine längste Aussengrenze verhindern will, mit dem Interesse Trumps am Öl Venezuelas gleichzusetzen, hat für mich ein ähnliches Niveau wie die von Herrn Krischke mMn bubenhafte Freude über die US-Aktion gegen Maduro, auch, wenn mir dieser Riesenunsympath seit seinem "Amtsantritt" total gegen den Strich geht!
Aber auf DIESER Ebene hätte ich dann noch ein paar mehr Wünsche offen (und andere ihrerseits!) - das wäre dann weltweite Anarchie mit letztlich dem Allerstärksten als Sieger. Prost Mahlzeit!
Kein Wunder das die Welt in solch einem Zustand ist.
Bei solch Intellektuellem Stuß kann das gar nicht anders sein.
Ich frag mich wie Cicero solchem Geistigen Leichtfuß auf die Spur gekommen ist ?
Sehen wir nicht seit Jahrzehnten machtlos und resignierend zu, dass die Durchsetzung (!!) von Völkerrecht (nicht sein Anspruch) in eine gefährliche Asymmetrie geraten ist: Diktatoren achten es nie, missbrauchen es aber ungeniert, indem sie rufen „keine Einmischung“ und machen es sich so für ihre eigene Unterdrückungsmaschinerie zunutze, drangsalieren ihre Völker - „geschützt“ vom Völkerrecht!
Welchen Wert hat Völkerrecht, wenn es in der Realität zu Lasten von demokratisch-liberalen Gesellschaften und zugunsten von Diktatoren und Terrororregimen. Wieviel Asymmetrie zwischen Anspruch und tatsächlicher Wirkung zu Lasten des eigenen Anspruchs „verträgt“ ein Völkerrecht, bis es selbst zur Farce wird?
Darf die Antwort des Westens erstarrt bleiben und Protestnoten? Angesichts des dysfunktionalen Völkerrechts ist es m.E. zwingend geboten, verbrecherischen Unterdrückungssystemen mit Macht das Aus zu bescheren. Freiheit und Rechtsstaatlichkeit im Innern muss das Ziel dabei sein.
Wenn doch die Mächtigen selbst verbrecherische Regime sind.
Bei allem was Trump bislang auch richtig gemacht hat. Das war nicht richtig. Nicht nur völkerrechtlich, sondern auch politisch verkehrt. Putin wirft man zu Recht vor Völkerrecht gebrochen zu haben mit seinem Einmarsch in die Ukraine, aber Trump darf nach Venezuela, weil der Diktator ein Verbrecher sein soll, wahrscheinlich auch ist? Nur weil er sicher in einer vorbildlichen Weise, mit nur einem Toten und wenig Schäden in ein anderes Land eingedrungen ist und quasi mit der Pinzette den Präsidenten dieses Landes entführte, ist dies und bleibt dies ein kriegerischer Akt. Man stelle sich nur vor, andere hätten das versucht mit Trump oder anderen westlichen Präsidenten. Auch wenn praktisch das ungleich schwieriges sein dürfte. Nein, nein, nein Herr Steinhoff. Einzig die Venezolaner haben das Recht, diesen Mann vor ein Gericht zu stellen und in Haft zu setzen. Die USA haben da nichts zu suchen gehabt. Ich betone immer wieder. Vieles was Trump macht ist für mich okay, das aber nicht.
Völkerrechtsbruch, Angriff eines souveränen Staates, Töten von 200 Menschen. Piraterie in int. Gewässern und Entführunge eines Staatsoberhauptes werden jetzt schon öffentlich legitimiert und verteidigt ? Int. Recht, Völkerrecht, Menschenrechte ... gelten nur noch wenn es uns passt ? Deutschland, wie tief wie Du sinken ...
