- „Das Regime wirkt nervös, unsicher – und erstaunlich ratlos“
Vom Basar in Teheran bis ins iranische Kurdistan: Die aktuellen Proteste richten sich offen gegen die Islamische Republik. Der Nahost-Experte Guido Steinberg über die Wut der Bevölkerung, die Stabilität des iranischen Systems – und Trumps Drohungen aus Washington.
Guido Steinberg ist Historiker, Islamkundler und Politologe. Als Fachreferent war er von 2002 bis 2005 für Terrorismusbekämpfung im Bundeskanzleramt tätig, bis er anschließend zur Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) wechselte. Momentan ist er in der Forschungsgruppe „Afrika und Mittlerer Osten“ des SWP tätig.
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So sehr ich den Menschen im Iran wünsche, dass dieses Mullah Regime endlich verschwindet, stellt sich immer die Frage, was käme dann? Man darf ja nie vergessen, dass die staatlichen Stellen, das Militär und ein Teil der Bevölkerung recht gut in diesem Mullah System gelebt hat. Man darf auch nicht unterschätzen, wie stark die religiösen Einflüsse auch über einen Mullah Sturz hinaus wirken werden. Und ob die *befreiten* Menschen tatsächlich eine Demokratie wollen, wie wir sie im Westen verstehen ist auch fraglich. An was sollte sich der Iran künftig orientieren? An korrupten und zunehmend autoritären Europa? Eine geopolitisch langsam unkontrollierten USA unter Trump, der vieles gute in Gang gesetzt hat, aber jetzt nach meiner Meinung in alte Fahrwasser seiner Vorgänger gerät, auch wenn er noch keinen Krieg entfacht hat, aber die Sache mit Venezuela nicht für demokratisches Handeln steht, auch wenn Madura ein Verbrecher ist. Also, was würde beim Umsturz der Mullahs folgen?
