Markus Söder
CSU-Chef Markus Söder / picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Mit nur 84 Prozent als CSU-Vorsitzender wiedergewählt - Markus Söder bekommt die Quittung für seine „One-Man-Show“

Mit nur knapp 84 Prozent hat die CSU ihrem Vorsitzenden bei seiner Wiederwahl einen Denkzettel verpasst. Damit bekommt Markus Söder auch die Quittung für seine „One-Man-Show“. Friedrich Merz dürfte dieses Ergebnis das Leben schwerer machen.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Markus Söder Superstar – das war einmal. Im Bund wird er laut „Politbarometer“ unter den Unionspolitikern aktuell schlechter bewertet als Außenminister Johannes Wadephul (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Der CSU-Vorsitzende kann sich immerhin damit trösten, im Politikerranking etwas besser abzuschneiden als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

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Karl-Heinz Weiß | Mo., 15. Dezember 2025 - 15:27

Eine "One-Man-Show" ist auch der FDP mit dem bekannten Ergebnis nicht gut bekommen. "Schmutzeleien" (zB bei geheimen Wahlen) gehören zur CSU-DNA, das ist nicht erst seit Söder so.
Aber selbst unter Franz-Josef Strauß gab es profilierte CSU-Politiker in der vorderen Reihe. Dass dies ein Zeichen der Stärke ist, kommt offenbar Markus Söder nicht in den Sinn. Und ständiges Umfallen (früher Anti-Atomkraft, Baumumarmer, hartes Corona-Regime) kommt beim Wähler immer weniger an.

S. Kaiser | Mo., 15. Dezember 2025 - 15:51

„… es schien Söder stets wichtiger, gegen die Grünen zu Felde zu ziehen. Gegenüber der Konkurrenz von rechts und rechtsaußen wirken er und die CSU dagegen hilflos. Das sehen sicher auch viele Delegierte so.“
Ach, tun sie das wirklich? Tatsächlich erscheint mir Söders Strategie logisch. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ein traditioneller CSU-Wähler Bock auf eine Koalition mit den Grünen hätte. Was wäre denn passiert, wenn Söder mit den Grünen geliebäugelt hätte – vor allem nach dem Ampel-Desaster? Wo hat sich denn der Protest gg das Habecksche GEG am lautesten artikuliert – doch wohl in Bayern. Nein, hätte Söder nicht klare Kante gg Grün gezeigt, wären wahrscheinlich noch deutlich mehr zur AfD abgewandert, die mit 19% trotz einer starken CSU ohnehin nicht schlecht da stand. Und die FW sind wie die FDP an der 5% Hürde gescheitert, also nicht wirklich Konkurrenz auf Bundesebene. Das passte schon alles.
Vllt sind die 85% auch einfach nur die Rache für kleine "Schmutzeleien".

IngoFrank | Mo., 15. Dezember 2025 - 16:09

wird ihm Merz die Füße küssen müssen da bei jeder, wirklich jeder, Wahlumfrage nach Merzens
Inthronisierung zum BK bei CSU bereinigten Umfragewerten, die CDU als Einzelpartei (teilweise recht) weit hinter der AfD liegt ……
Und das, wissen Merz & Söder ganz genau !
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Achim Koester | Mo., 15. Dezember 2025 - 17:43

aber ich frage mich, woher bei Ihrem Autor, wie auch bei vielen Kommentatoren, auch in diesem Forum, der blanke Hass auf Söder kommt. Der Mann macht hervorragende Arbeit, Bayern steht in allen Belangen, nicht nur wirtschaftlich und finanziell, einsam an der Spitze aller Bundesländer. Ist das wirklich nur der Neid?

Bäumchen - Wechsel - Dich- Kurs
Selbst FJ Srauss, der kein gutes Haar an den „Kommunisten in der Ostzone“ lies, aber dennoch denen eine Bürgschaft/ Kredit ermöglichte & damit den Staats- Bankrott der DDR verhinderte. Anders gesagt, das weiterwursteln der Honneckers & Mielkes bis 1989 ermöglichte……
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Ist mir auch immer wieder ein Rätsel. Und sollte er wirklich mit den Grünen zusammenarbeiten, egal ob als Koalition oder stillschweigendes Dulden oder Unterstützen, dann sind CSU und Söder erledigt, für immer.

Was hat Kritik mit Hass zu tun. Ich kann Hass weder im Artikel, noch in den Kommentaren erkennen.
Und bei mir ist es umgekehrt, ich kann nicht verstehen, wie man eine Person wie Söder wählen oder gar hofieren kann. Von hervorragender Politik kann überhaupt keine Rede sein. Wenn überhaupt, profitiert er, wie viele vor ihm, von der unglaublichen Schwäche der Oppositionsparteien in Bayern und in der CSU selbst wird jede Opposition unterbunden.
Ich könnte hier etliche charakterliche Mängel aufführen, positive fallen mir zu ihm nicht ein. Er ist einer dieser, gewissenlosen und unehrlichen Berufspolitiker, vor denen von Weizäcker schon in den 1980er-Jahren gewarnt hat. Bildhaft ausgedrückt ein Merz im Schafspelz!

Peter William | Mo., 15. Dezember 2025 - 20:44

ist die Kernkraftpolitik. Ein fette Delle im frisch lackierten 3er BMW. Naja, viel Spaß dabei eure Energiepolitik-Linie in Berlin beizubehalten. Macht mal, eine recht sichere Abwahl zur nächsten Bundestagswahl wird die Folge sein. Ziemlich sicher!

Achim Koester | Di., 16. Dezember 2025 - 13:22

Antwort auf von Peter William

Der Kernkraft-Ausstieg mag Söders Problem sein, aber gegen die geschlossene Front aus Merz, Klingbeil und Grünen kommt er nicht an. Das ginge nur, wenn Bayern aus dem Verbund von rot/grün regierten Bundesländern aussteigt und möglicherweise mit Österreich, der Schweiz und evtl. Südtirol eine "Alpenrepublik" gründet. Das werden die Länder mit aller Macht zu verhindern wissen, die ihre opulenten Sozialpakete durch den Länderfinanzausgleich finanzieren, in den Bayern jährlich über 10 Mrd. einbezahlen muss, Geld, das man im eigenen Land sinnvoller verwenden könnte.

Urban Will | Mo., 15. Dezember 2025 - 22:36

ein leibhaftiges Rindvieh wählen würden, wenn es für die CSU kandidierte. Das ist Söders großes Glück, denn er unterstützt in Berlin die sozialistische Politik Merz'. Er trägt eine große Mitschuld am Niedergang des Landes und dies wird hoffentlich auch irgendwann im letzten Eck Bayerns ankommen. Vielleicht noch vor 2028 und es wäre schon ein Segen, wenn es nicht für CSU und den zum Söder-Stiefellecker verkommenen Hubsi reichen würde. Dann hätte der Söder ein Problem. Denn mit den Sozen oder Grünen würde auch er politischen Selbstmord begehen.
Ach, wenn die Bayern nur kapieren würden, wie leicht es wäre, dieses Narrenschiff endlich wieder auf Kurs zu bringen. Söder wäre der erste, dem sein Geschwätz von gestern egal wäre und der bei den Blauen anklopfen würde. Und dann wäre sie weg, die dämliche, demokratiefeindliche Brandmauer.
Und dann wäre auch im Bund der Weg frei. Für die überfällige politische Wende.
Der eine rundum geistig-kulturelle folgen würde.
Weg mit Linksgrünwoke!!