Bärbel Bas
Bärbel Bas beim Arbeitgebertag / picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Arbeitsministerin beim Deutschen Arbeitgebertag - Peinlich, Frau Bas!

Beim Deutschen Arbeitgebertag behauptet Bärbel Bas, das Rentenpaket belaste die Beitragszahler nicht. Dafür wird die Bundesarbeitsministerin zu Recht ausgelacht. Ihr Auftritt zeigt, wie weit sich die Politik von der ökonomischen Realität entkoppelt hat.

Autoreninfo

Alexander Steffen war von 2020 bis 2025 Vorsitzender der Jungen Liberalen in Nordrhein-Westfalen.

So erreichen Sie Alexander Steffen:

Es gibt politische Momente, in denen ein einziger Satz mehr über den Zustand einer Regierung verrät als jedes Koalitionspapier oder Interview. Der Auftritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas beim Deutschen Arbeitgebertag war ein solcher Moment. Eine Ministerin erklärt mit ernster Miene, das Rentenpaket belaste die Beitragszahler nicht, weil es aus Steuermitteln finanziert wird. Im Saal entsteht erst ungläubiges Murmeln, dann Gelächter. Und die Ministerin schaltet auf Empörung und erklärt, dies sei „überhaupt nicht lustig“. 

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

IngoFrank | Mi., 26. November 2025 - 13:09

„ökonomisch“ entkoppelt sondern als Ganzes !
Ich frage mich, wann einer der deutschen politischen Entscheidungsträger mal den „Gedankenaustausch“ der „Einkaufenden“ in einem Supermarkt, dem Nutzer im Nahverkehr, oder einfach den Menschen auf der Straße gelauscht hat ?
Entkoppelt, genau wie die SED Bonzen ab Leitungsebene Kreis (heute Lankreis) die hatten ihre Einkaufsmöglichkeit in der SED Kreisleitung und die benötigten Frischwaren per Bestellung durch ihre Lakeien …… wo bitte ist der Unterschied ?
MfG a d Erfurter Republik

Achim Koester | Mi., 26. November 2025 - 13:27

Inkompetenz und Ignoranz. Seit der Ampel haben sämtliche Minister permanent ihre Unfähigkeit bewiesen, von Habeck über Lambrecht, Faeser, Paus, Geywitz, Baerbock, bis hin zu Lang, Dröge, Haßelmann und fast allen Anderen. Bei der CDU sieht es nicht besser aus als bei der SPD, aber da ist Frau Reiche wenigstens ein Lichtblick. Leider sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Das ist nun mal der Nachteil der Demokratie: zwei Dumme können einen Klugen überstimmen.

Bernhard Marquardt | Mi., 26. November 2025 - 13:30

Geniale Finanzideen der SPD:
Wie stabilisiert man die eigene Rente?
Wenn man sie durch höhere Steuern selbst finanziert.
Wie kommt man auch unter einer SPD-gesteuerten Regierung garantiert zu einem kleinen Vermögen?
Wenn man vorher ein größeres gehabt hat.

Rainer Mrochen | Mi., 26. November 2025 - 13:41

"Die vollständige Steuerfreiheit der privaten Altersvorsorge..." und darüber hinaus die steuerliche Befreiung aller Altersbezüge, Incl. des Steuerfreibetrages (es darf keine Obergrenzen geben) auf Kapitalerträge hat komplett zu unterbleiben. Alles was schon einmal besteuert worden ist, ist mithin komplett frei zu stellen. Alles andere hat das Anrüchige von Diebstahl. Nun zu Bas: Die scheint zu glauben, "daß es sich bei Beitrags- und Steuerzahlern letztlich um zweierlei Arten Mensch handelt." Mit wieviel Unwissen oder Ignoranz muß man ausgestattet sein? Kein Mensch braucht sich mehr die Augen zu reiben. Die SPD ist eine Partei die den Ernst der Lage Deutschlands nicht erkennt oder nicht erkennen will. Intellektueller Mangel und/oder Vorsatz sind gleichermaßen verwerflich. Hier darf man allerdings in alle, politischen, Richtungen blicken. Einmal mehr zeigt sich wie falsch diese kleine GroKo angelegt ist. Der Rest ist leider nicht Geschichte, denn die ist noch nicht auserzählt.

Hans Jürgen Wienroth | Mi., 26. November 2025 - 13:42

„Verlass Dich nicht auf den Staat“ ist ein schöner Spruch und er ist als Aufforderung geeignet, selbst für das Alter nach dem Arbeitsleben vorzusorgen. Nur was macht der Staat mit dieser Vorsorge?

Ganz einfach, er bedient sich nach Kräften daran. Sei es, indem er die Mietshäuser „vergesellschaftet“, die Aktieneinkünfte so besteuert, dass vom Gewinn kaum etwas übrig bleibt (die Verluste werden selbstverständlich nicht angerechnet) oder er überträgt dieses angesparte Geld in einen „staatlichen Investmentfond“ für seine Projekte. In jedem dieser Fälle hat der Sparer kräftig den ausufernden Staat unterstützt, ohne zu wissen, was ihm am Ende der Inflation noch übrig bleibt.

So oder so sind wir vom Staat abhängig, wenn wir nicht auswandern und unsere Staatsbürgerschaft aufgeben. Aber auch dann mindert der Staat mit der Auswanderungssteuer das bereits Angesparte.

Wir sind gefangen in der „sozialistischen Politik“ der Regierenden.

Bernd Windisch | Mi., 26. November 2025 - 14:10

"Der Auftritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas beim Deutschen Arbeitgebertag war ein solcher Moment. Eine Ministerin erklärt mit ernster Miene, das Rentenpaket belaste die Beitragszahler nicht, weil es aus Steuermitteln finanziert wird."

Das unterkomplexe Geraune von Alexander Steffen belegt eindrucksvoll weshalb die FDP vom Wähler vom Hof gejagt wurde und keinerlei Revitalisierungsanzeichen zeigt.

Selbstverständlich belastet das Rentenpaket die Sozialpartner und in Personalunion Beitragszahler nicht! Die Lohnnebenkosten bleiben stabil.

Die Mütterrente wird als eine gesamtstaatliche Aufgabe durch Steuern finanziert.

Wer diesen Sachverhalt nicht realisieren kann sollte nicht lachen und aus der Politik heraushalten.

Alexander Steffen beschreibt sich selbst als „Kapitalismus-Aktivist einer jungen Generation“. Das reicht aktuell for 2 %. Karriereknick inbegriffen.

Gott sei es gelobt und gepfiffen.

Bernd Windisch | Mi., 26. November 2025 - 14:22

Aus eigener Erfahrung weiß jeder Arbeitnehmer, dass auf dem Lohnzettel keine zwei Welten existieren. Niemand unterscheidet dort zwischen Einkommensteuer, Rentenbeitrag, Krankenversicherung oder Pflegekasse. Am Ende zählt nur eines: Was bleibt vom Bruttolohn übrig? Ob der Staat sich bedient, indem er Steuern einzieht oder Beiträge verlangt, macht für den Arbeitnehmer keinen Unterschied. Das Ergebnis ist dasselbe: weniger Netto.

Wer hat jemals einen solchen Unsinn gelesen?

Alexander Steffen sollte einmal den "Rentenexperten" und Kollegen Brodkorb fragen ob dieser jemals auf seiner Abrechnung den Posten Renten- bzw. Sozialversicherungsbeitrag gelesen hat.

"Bis dahin bleibt eine einfache Wahrheit: Wer sich auf den Staat verlässt, verlässt sich auf wankenden Boden."

Das erklärt auch weshalb der Autor ganz dringend in welches Parlament auch immer will. Er möchte sich gern der schwankenden Versorgung durch Abgeordnetendiäten unterwerfen.

Arbeiten sollen andere.

C. Schnörr | Mi., 26. November 2025 - 14:25

Bullshit, sie beim Wort nehmend.

Markus Michaelis | Mi., 26. November 2025 - 15:24

Die Aussage von Frau Bas ist natürlich peinlich. Aber es schien mir so, dass auch die Arbeitgeber/Wirtschaft jahrelang zufrieden damit waren in Richtungen zu gehen (zB Energie), bei denen die EU Subventionen versprochen hat. Auch dieses Geld mussten sie ja am Ende selber erwirtschaften. Eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit war da auch nicht immer erkennbar.

Auch wer eine Aktien-/Kapital-basierte Rente favorisiert, sollte sagen, wer am Ende dafür arbeiten muss. Wenn ich mein Geld in einen Wohnungskonzern stecke, zahlen es die Leute über die Miete, wenn ich im Ausland investiere, fördere ich die Wirtschaft dort, nicht in D.

All das kann man machen, irgendwas muss man machen. Nüchtern Vor- und Nachteile abwägen tut kaum einer. Jeder versucht seinen Favoriten als rundum positiv darzustellen.

Bernd Windisch | Mi., 26. November 2025 - 16:13

"Die geplante Verlängerung der Haltelinie über 2031 hinaus verursacht nach heutigen Schätzungen zusätzliche zweistellige Milliardenbeträge jährlich. Dieses Geld muss jemand tragen. Und dieser „jemand“ ist im Kern immer derselbe: die arbeitende Bevölkerung."

Geschieht dies nicht und das Rentenniveau sinkt werden noch mehr Rentner zum Sozialamt oder Flaschensammeln gehen. Wer zahlt denn die Grundsicherung?

Die durchschnittliche monatliche Rente in Deutschland lag im Juli 2023 bei 1.054 € für Altersrenten und 933 € für Erwerbsminderungsrenten. Da ist noch jede Menge Luft nach unten?!?

Die Renten in Deutschland sind aus verschieden Gründen zu gering. Zum einen hat die Rentenkasse gar keine Ahnung, welche Einnahmen Rentner sonst noch haben. Eine sehr geringe Rente kann mit einer sehr hohen, etwa aus einem berufsständischen Versorgungswerk oder Betriebsrente ergänzt werden. Schon stimmt die Statistik nicht

Außerdem ist der Prozentsatz von 48% so gering, weil seit Kohl die Rentenkasse regelmäßig für rentenfremde Ausgaben geplündert wurde, etwa für die Renten der Russlanddeutschen, die nicht oder sehr wenig eingezahlt haben. Die Mütterrente hat ebenfalls nichts in der Rentenkasse verloren, wird aber de facto durch den Steuerzuschuss finanziert. Motto : linke Tasche-rechte Tasche. Insgesamt ist die Rentenpolitik seit 40 Jahren ein unfassbar unsolides Gemurkse. Die Politik hat konsequent den in glasklaren Zahlen dokumentierten demographischen Wandel ignoriert. Realitätsverweigerung ist zum Prinzip deutscher Politik geworden.In allen Bereichen - siehe Energieversorgung.

Theo Lackner | Mi., 26. November 2025 - 16:52

Ich habe mich bei Bas' Aussage an Habecks Insolvenzspruch erinnert gefühlt. Danach war er eigentlich außerhalb der grünen Blase erledigt. Frau Bas ist es jetzt hoffentlich, gerade unter Arbeitnehmern, auch.

haben Sie weder die eine noch die andere Aussage verstanden.
Wenn ein Betrieb seine Produktion einstellt, bedeutet das nicht zwangsläufig sofortige Insolvenz. Tatsächlich aber also die Habeck Kritiker in dieser Frage die eigentlich Ahnungslosen.

Auch Frau Bas hat Recht: Die Haltelinie und die Mütterrente belasten die Beitragszahler nicht, da sie vollständig aus Steuermitteln finanziert werden. Dadurch erhöhen sich die Lohnnebenkosten nicht. Die Steuerfinanzierung verteilt die Lasten auf alle Steuerzahler. Das ist gerecht, da Beamte, Politiker, Selbständige und andere Beteiligte an der Finanzierung der gesamtstaatlichen Aufgabe beteiligt sind. Selbstverständlich zahlen auch die Sozialpartner der Rentenversicherung Steuern. Die Belastungen werden aus dem Gesamtsteueraufkommen (auch Verbrauchs und Gebrauchssteuern) bezahlt. Wer den Effekt daraus nicht versteht sollte nicht lachen sondern über die eigene Einfalt weinen.

Sabine Lehmann | Do., 27. November 2025 - 04:24

Die Bärbel. Hat halt den vollen Durchblick. Ein Blick auf die Fakten hingegen offenbart das Gegenteil, ein Schicksal, welches sie mit vielen ihrer Parteigenossinnen teilt. Ach was rede ich: ein personalpoltischer Flächenbrand besonderer Güte.
Apropos Güte: in der Güte liegt bekanntlich die Kraft, so verteilen die Genossen gerne Geld, das sie weder haben, jemals besitzen werden, noch jemals dafür arbeiten gehen müssen, von echter Leistung ganz zu schweigen. Und so sitzen sie in der Vorweihnachtszeit gemütlich zusammen, spielen Steuer-Monopoly & Bleigießen bis der Arzt oder die Staatspleite kommt. Letztere wird vielleicht nur noch von einem kleinen Bürgerkrieg überholt, wenn DER Teil der Bevölkerung die Faxen dicke hat, der noch des Lesens & Rechnens fähig ist u. Bücher liest, die vom Zaubereiministerium politischer Eitelkeiten längst auf dem Scheiterhaufen intellektueller Inkontinenzen abgefackelt wurden.
Marietta & Elmar, die Koryphäen des ZDF werden uns das schon transparent machen;)