Uranpellet
Mit drei bis vier Uranpellets dieser Größe kann man eine vierköpfige Familie ein Jahr lang mit Strom versorgen / picture-alliance/ dpa | Holger Hollemann

Debatte um Atomkraft - Wie lange lassen wir uns noch die Zukunft verbieten, und von wem?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert den Bau von Small Modular Reactors, und damit eine Rückkehr zur Atomkraft. Prompt kritisierte ihn dafür in den Öffentlich-Rechtlichen die bisher unbekannte energiepolitische Sprecherin der SPD. Ihre Aussagen strotzen vor Unwahrheiten.

Autoreninfo

Ulrich Gräber hat als Maschinenbauingenieur und Betriebswirt seit 1974 in der Kernkraftbranche gearbeitet. Er war unteren anderem Technikvorstand der EnBW Kraftwerke AG und Deutschlandchef des französischen Nukleartechnikkonzerns Areva. Demnächst erscheint sein Buch „Kniefall vor der Unvernunft. Der lange Schatten des Atomausstiegs“.

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Musiklehrerin mit dem Hauptfach Violine lehnt die Rückkehr zur Atomkraft kategorisch ab. Das wäre an sich keine bemerkenswerte Meldung, wäre diese Musiklehrerin nicht Nina Scheer und, man höre und staune, „energiepolitische Sprecherin der SPD“. Man fragt sich zunehmend, nach welchen fachlichen Kriterien diese Partei ihr Personal auswählt. Zur Qualifikation von Carsten Schneider als Umweltminister habe ich schon des Öfteren meine Meinung geäußert. Von Frau Scheer hatte ich bisher noch nichts gehört. Aber nun überraschte sie nicht nur mich, sondern sicher auch die 14 europäischen Länder und deren 360 Mitglieder der Europäischen Industrieallianz für kleine modulare Reaktoren (SMRs), die sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung, Demonstration und den Einsatz von SMRs in Europa bis Anfang der 2030er Jahre zu erleichtern und zu beschleunigen.

Aber wie kam es zu dieser Äußerung von Frau Scheer? CSU-Chef Markus Söder forderte am vergangenen Wochenende in einem Interview einen umfassenden Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik – bis hin zum Bau von neuen Atomkraftwerken. „Es geht nicht darum, dass wie früher große Meiler hochgezogen werden. Ich spreche von kleineren, smarten Reaktoren, wie es sie in Kanada bereits gibt“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Welt am Sonntag. Er bezog sich in seiner Aussage auf das Projekt der Ontario Power Generation, die am 8. April dieses Jahres die Bewilligung für den Bau des ersten von geplanten vier kleinen modularen Reaktoren vom Typ BWRX-300 auf dem Gelände des bestehenden Kernkraftwerkes Darlington in der Provinz Ontario erhalten hat.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer legte nach. Er fordert niedrigere Strompreise und spricht sich daher für die Rückkehr der Atomkraft in Deutschland aus. „Wir haben die Chance verspielt, einen messbaren Teil der deutschen Energieversorgung CO2-frei zu günstigen Preisen zu bestreiten“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir entscheiden müssen, ob wir ein neues Atomkraftwerk bauen“, sagte Sachsens Ministerpräsident. „Klar ist aber, dass Strom kein knappes, teures Gut sein darf.“ Kretschmer verweist auf das Nachbarland Polen, das in die Atomkraft einsteigt. Polen will 2028 mit dem Bau seines ersten Atomkraftwerks beginnen. Der erste Reaktorblock des in Slajszewo nordwestlich von Danzig geplanten Kernkraftwerks soll 2036 ans Netz gehen. Das neue Atomkraftwerk wird rund 250 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt entstehen. Im Jahr 2038 will die polnische Regierung das gesamte Bauvorhaben nahe der Ostsee abschließen.

Deutschland profitiert von den niedrigen Strompreisen seiner Nachbarn durch den Import von Atomstrom

Beide Äußerungen, von Söder und Kretschmer, sollten für Deutschland eigentlich ein energiewirtschaftlicher Lichtblick in diesen durch hohe Energiepreise und wirtschaftliche Stagnation geprägten Zeiten sein. Offensichtlich aber nicht für das für Energie zuständige Personal der SPD.

In der ARD bekam Frau Scheer dann an prominenter Stelle in der „Tagesschau“ umgehend Sendezeit eingeräumt, um den Äußerungen von Söder mit ihrer „fachlichen Expertise“ entschieden entgegenzutreten. So behauptete Scheer unter anderem, dass Atomenergie die teuerste Form der Energiegewinnung sei. Da fragt man sich natürlich, warum Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn, die Atomkraftwerke betreiben, die höchsten Strompreise in Europa hat. Deutschland profitiert aber gerne von den niedrigen Strompreisen seiner Nachbarn durch den erheblichen Import von Atomstrom. Im Jahr 2024 stand der Atomstrom mit 18.313 Gigawattstunden an der Spitze der aller Stromimporte in Deutschland. Frankreich produziert den Atomstrom übrigens mit 6 Cent pro Kilowattstunde und die Schweiz mit 4 bis 7 Rappen. Frau Scheer favorisiert dagegen regenerative Energien und Stromspeicher. Das Preisszenario für Gewerbespeicher liegt derzeit bei 450 bis 800 Euro pro Kilowattstunde. Der Tagesstromverbrauch in Deutschland liegt bei 1250 Gigawattstunden, das sind 1.250.000.000 Kilowattstunden. Der derzeit größte Batteriespeicher Deutschlands in Bollingstedt (Schleswig-Holstein) hat eine Kapazität von etwa 239.000 Kilowattstunden. Damit könnte Deutschland bei Dunkelflaute also gerade mal 16 Sekunden lang mit Strom versorgt werden.

Und hier noch eine kleine (kostenlose) Nachhilfe in Sachen Kernenergie für Frau Scherer: Uran, der „Brennstoff“ der Kernkraftwerke, hat die höchste Energiedichte aller Energieträger. Ein Kilogramm Natururan liefert so viel Strom wie 16.000 Kilogramm Steinkohle oder 10.000 Kilogramm Gas. Was in einem Kohlekraftwerk volumenmäßig in einer Stunde verfeuert wird, würde in Form von Uran reichen, um drei Kernkraftwerke ein ganzes Jahr lang zu betreiben! Drei bis vier Uranpellets reichen aus, um eine vierköpfige Familie ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Die SMR-Reaktoren sind inhärent sicher

Dementsprechend gering ist auch die Abfallmenge. Bei der Stromerzeugung in einem typischen 1000-Megawatt-Kernkraftwerk, das den Bedarf von über einer Million Menschen decken kann, entstehen jährlich lediglich drei Kubikmeter verglaster hochradioaktiver Abfälle, sofern der verbrauchte Brennstoff recycelt wird. Zum Vergleich: Ein 1000-Megawatt-Kohlekraftwerk produziert jährlich rund 300.000 Tonnen Asche und mehr als sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid. Der CO2-Fußabdruck eines Kernkraftwerkes beträgt über die gesamte Lebenszeit, d.h. Bau und Betrieb, fünf Gramm CO2 pro Kilowattstunde, der eines Steinkohlekraftwerks 1080 Gramm pro Kilowattstunde. Der CO₂-Fußabdruck einer Photovoltaikanlage liegt beim Siebenfachen und jener einer Windkraftanlage beim Dreifachen des Wertes eines Kernkraftwerks.

Aber auch sonst kommt von Frau Scheer nichts Neues, das wir nicht schon kannten. Am Ende ist es immer das gleiche Mantra der seit Gorleben ideologisch geprägten Anti-Atom-Bewegung: zu unsicher, zu viel Atommüll.

Die international anerkannten Fakten zu den modernen SMR der Generation 4 sagen etwas anderes:  
•    Die SMR-Reaktoren sind inhärent sicher, d.h. die Reaktoren sind aufgrund ihrer Physik und Geometrie in der Lage, sich komplett autark herunterzufahren und die Nachwärme ohne aktive Kühlung und Stromversorgung von außen abzuführen. 
•    In den Dual-Fluid- und Molten-Salt-SMR kann aufbereiteter Atommüll eingesetzt werden, z.B. aus den in den Castoren eingelagerten Brennelementen, die noch 96 Prozent Uran enthalten. Die Menge des hochradioaktiven Abfalls, der endzulagern wäre, könnte damit drastisch reduziert werden.

Strategie der Grünen war es stets, die Endlagerung als unlösbares Problem darzustellen

Aber auch in Sachen Endlager noch eine kleine Nachhilfe für Frau Scheer: Das finnische Endlager in Olkiliuoto ist seit 2024 im Probebetrieb, das schwedische Endlager ist im Bau. Aber die Strategie der von Jürgen Trittin maßgeblich geprägten Anti-Atom-Politik der Grünen war es stets, die Endlagerung des Atommülls als schier unlösbares Problem darzustellen, denn es war eines ihrer wichtigsten Argumente gegen die Nutzung der Kernenergie.

Man fragt sich, wie lange es sich Deutschland noch leisten will und kann, sich durch anmaßende Halbwissende wie Nina Scheer die Zukunft verbieten zu lassen. Vielleicht wäre es angeraten, politische Ämter nicht nur nach der Parteizugehörigkeit, sondern auch nach der fachlichen Qualifikation für das Amt auszuwählen. Ich würde es mir auf jeden Fall nie erlauben, Frau Scheer über das Spiel der Violine zu belehren. Auch dem ÖRR wäre es angeraten, zukünftig bei der Auswahl seiner Experten:innen mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Mich erinnert das an die von Angerla Merkel nach Fukushima einberufene Ethikkommission zur Absicherung ihres „Atommoratoriums“. In der Kommission saßen neben Philosophen, Soziologen und Politologen auch ein katholischer und ein evangelischer Bischof. Ich dachte mir damals: Was hätten eigentlich die Herren Bischöfe gesagt, wenn ein Maschinenbau-Ingenieur wie ich in eine Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Kirche berufen worden wäre?

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Ernst-Günther Konrad | So., 23. November 2025 - 12:44

Ich sage Ihnen was Herr Gräber, dass dauert so lange, wie keiner offen und ehrlich diese Klimalüge inhaltlich zerpflückt und offen benennt, was es ist. Eine Gelddruckmaschine für eine Klimalobby, die jetzt laut aufschreit, weil ihnen der Geldhahn zugedreht wurde. Trump hat es uns Deutschen vorgemacht, wir bräuchten nur das tun, was Amerika getan hat. Raus aus der kriminellen Vereinigung Klimakonferenz und radikale Wende. Nur mit einem Kanzler Merz werden wir das nie erreichen und solange die ÖRR noch von uns finanziert werden, auch nicht. Auch wenn Söder zart versucht die Atomkraft wieder einführen zu wollen, es wird nicht gehen, solange dieser Merz sich weiter von den links-grünen Ökofaschisten lenken läßt. Und davon mal abgesehen, die CSU hat ja lange mitgemacht und auch ein Söder lag Neugebauer zu Füßen und umarmte Bäume. Das blau-weiße Chamäleon, dass muss man ihm lassen, hat ein Gespür dafür, wann er sein Fähnchen drehen muß und in den Wind hängen läßt. Ohne AFD wird das nichts.

Hans Jürgen Wienroth | So., 23. November 2025 - 12:59

Steht nicht die gesamte Ursachenforschung für den Klimawandel auf „tönernen Füssen“? Zu wie viel % ist das CO2 in der Atmosphäre für Temperaturveränderungen verantwortlich? Gibt es wirklich keine anderen Einflüsse?

Hinzu kommt die Tatsache, dass sich im Laufe der Zeit die Probleme mit den als „erneuerbare Energien“ bezeichneten Stromquellen herausstellen. Noch hält das Narrativ des „menschengemachten Klimawandels“ nur durch das CO2. Allerdings gibt es (noch vereinzelt) Veröffentlichungen, die sich kritisch mit Wind- und Solarkraftwerken auseinandersetzen. Das beginnt mit der Entsorgung des „Sondermülls“ nach nur 20 Jahren. Es gibt aber auch Hinweise auf klimatische Einflüsse, z. B. durch Wärmestrahlung der Solarpaneele oder durch Luftbremsung, bzw. -umlenkung bei Windrädern. Gerade habe ich gelesen, dass die Wasser-Verwirbelung durch Windräder die Ozeane erwärmt. Physikalisch für den „Naturwissenschaftler“ nachvollziehbar. Heizt die Energiewende evtl. das Klima an?

Achim Koester | So., 23. November 2025 - 13:02

Diese Frau hat nicht einmal ein Halbwissen über Kerntechnologie, aber ein zu 92% von Grünen und Roten dominierte "Tagesschau" (ich nenne sie übrigens Gehirnwäsche) gibt ihr eine Plattform, auf der sie ihre ideologisch verbohrte Dummheit präsentieren kann. Bessere Argumente für die Abschaffung dieser Propagandamaschine lassen sich kaum finden.

Christa Wallau | So., 23. November 2025 - 13:31

im heutigen Deutschland sind eben alle Maßstäbe für vernünftiges u. effizientes Handeln aufgegeben worden. Stattdessen entscheiden bei uns z. B. Blinde, welche Farbe sich am besten für ein öffentliches Gebäude eignet.
Im Bereich der Energiepolitik und besonders auch der Bildungspolitik sind seit mehr als 30 Jahren nicht mehr erfahrene "Fachleute" aus der Praxis die wichtigsten Personen bei schwerwiegenden Entscheidungen, sondern moralistische Besserwisser. Von der eigentlichen Materie haben diese kaum eine Ahnung, aber sie mischen sich lautstark - kraft der ideologischen Ausrichtung, die gerade im Schwange ist - in alle Entscheidungsprozesse ein.

Was dabei herauskommt, kann man immer klarer erkennen: Unsicherheit, Chaos und
Überteuerung.

Anstatt nun s o f o r t umzusteuern, wird das Elend täglich verlängert, weil n i e m a n d aus dem Kreise der Verantwortlichen bereit ist zuzugeben, daß er Riesenfehler gemacht bzw. sich nicht aktiv gegen falsches Handeln eingesetzt hat.

C. Schnörr | So., 23. November 2025 - 14:08

ist ein wirklicher Faktencheck, wohingegen die ÖRR Faktenchecker regelmäßig Ideologen eine Bühne bieten, deren naturwissenschaftlicher Sachverstand nicht über das Grundschulniveau hinaus reicht, damit ein Interview auf Augenhöhe durch Haltungsjournalisten möglich ist. Deshalb: Bevor der ÖRR nicht geschleift und neu auf die Füße gestellt wird, besteht keine Hoffnung auf Änderung der Geisterfahrt nicht nur die Energiepolitik, sondern mittlerweile in jedes Zukunftsthema betreffend.

Günter Johannsen | So., 23. November 2025 - 14:36

Naja, wen wunderts: gerade die Partei, welche schon mehrfach bewiesen hat, dass sie Wirtschaft und Haushalt nicht kann, weil bei ihr - wie in der SED der untergangen DDR - die Ideologie vor sinnvoller Wirtschaft und Wissenschaft geht!
Die energiepolitische Sprecherin der SPD sollte mal in die vergangenen Regierungszeiten der SPD schauen, dann würde sie etwas kleinlauter formulieren. Denn immer wenn die SPD regiert bzw. mit Grünen mitregiert hat, ging es mit Wirtschaft und Wohlstand streng bergab! Auch jetzt sind sie die Bremsklötze der Nation in der Energie und Wirtschafts- und Migrationspolitik. Also mehr Zurückhaltung zum Nutzen der eigenen Bevölkerung, Genossen!

Maria Arenz | So., 23. November 2025 - 14:59

liegt das ganze Elend offen. Irgendwann, in der Ära Rot-Grün- zu der die Merkel-Jahre ja nahtlos dazugehören- wurde entschieden, daß es für die Besetzung von Ämtern nur noch auf die richtige Haltung und das "Geschick" im Beklettern der richtigen Partei-Netzwerke ankommt, und man nicht einmal mehr so tun muß, als ob die "Gewinner" im Netzwerken auch nur die geringste Ahnung hätten vom Fach, das sie künftig an oberster Stelle zu vertreten haben. Der vorläufige Gipfel dieser Perversion ist ein Finanzminister mit Jodeldiplom in Politikwissenschaft, gegen den sich ein Umweltminister mit eben dieser "Qualifikation" geradezu harmlos ausnimmt. In Sachen Atomkraft kam hinzu, daß es den Regisseuren des Anti-Atom-EEG-Schurkenstücks (Trittin & Co) nie um Probleme der Endlagerung , Energie, Weltkilma ging sondern einzig und allein darum, das ganz große Fass ("Narrativ" genannt) aufzumachen, mit dem man wieder Planwirtschaft und Sozialimus betreiben kann, ohne Sachkritik zulassen zu müssen.

Hans-Hasso Stamer | So., 23. November 2025 - 15:01

Diesem Beitrag kann ich nur zu 100 % zustimmen. Ich war selbst einst Projektant für Kraftwerke.

1989, auf der großen Demo kurz vor dem Mauerfall auf dem Berliner Alex, hatte ich ein gemaltes Schild dabei: "Kompetenz statt Kaderchaos".

Was für eine Naivität! Den Schaden, dass durch fehlende Kompetenz ganze Volkswirtschaften ruiniert werden, diesen Schaden erleben wir jetzt gerade live. Wieder spielt Kompetenz keine Rolle, aber Parteilichkeit (hieß so in der DDR) heute die richtige Haltung und hier auch noch das bevorzugte Geschlecht, was analog in der DDR die Arbeiterherkunft war, bestimmen die Karriere.

Solche Luftpumpen sind inzwischen nicht mehr die Ausnahme, sondern sie haben die Macht. Sie haben sie, weil eine Parteikarriere die einzige ist, die Minderbefähigten oder Fehlbesetzungen maximalen eigenen Vorteil garantieren.

Es gibt zwei Typen: die Nerds und die Netzwerker.

Die Nerds werden Ingenieure und bauen das Land auf, die Netzwerker gehen in die Politik und werden mächtig.

Michael Bahr | So., 23. November 2025 - 15:09

Hätten wir unsere Atomkraftwerke nicht stillgelegt, könnten wir unsere Klimaziele locker erreichen. Energiepreise wären weiterhin günstiger, Arbeitsplätze blieben erhalten usw.
Es ist ein kompletter Irrsinn, der in Deutschland abläuft. Die Lebenslüge einer ganzen Generation von Grünen und politisch Anverwandten wird aufrechterhalten, damit diese Generation bis zu ihrem Ableben täglich in den Spiegel gucken kann mit dem satten Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Niemand auf dieser Welt folgt uns in unserem energiepolitischen Selbstmord. Aber die Deutschen wollen ihrem Gefühl wieder einmal bis in den Untergang hinein den Vorzug geben. Vom Irrweg abzulassen und umzukehren? Das passt dem Deutschen nicht in den Kram. Und trotzig sprengen wir - wie in Grundremmingen - die Kühltürme eben erst stillgelegter Meiler weg. Alle Brücken hinter sich abbrechend, sich jeden Rückweg verbauend. Das nenne ich Konsequenz um jeden Preis. Um jeden Preis! Aber die Geschichte wird die Rechnung präsentieren

Heidemarie Heim | So., 23. November 2025 - 15:17

Flüsterte im Lied von Reinhard Mey "Sei wachsam" der Minister dem Bischof zu. Wie auch der übrige Text was das Verhältnis zwischen Bürger, Politik und trotz Säkularisation die Kirche sowie den Staat betreffen wie die berühmte Faust auf`s Auge des Betrachters passt. Den zweiten Teil des Titelsatzes habe ich mir erlaubt etwas zu moderieren, denn noch ist der Akt seitens der politischen Dilettanten/innen, die man eigentlich als Wähler/in in die Versenkung schickte, zur Förderung der Verarmung der Untertanen noch im Werden bzw. noch nicht abgeschlossen. Außerdem kommt mein Strom, der angeblich nur Öko-grün laut Aussage und vor allem Preis! meines Energielieferanten sein soll aus der Steckdose;) Ob da nicht mal die ein oder andere kWh Atomstrom aus Fronkraich oder den Erfindern von Pommes frites, im Nebenjob Atomkraftwerksbetreibern stammt? Keine Ahnung werter Herr Gräber! Denn weder spiele ich Violine noch bin ich Ingenieur. Das Einzige was ich weiß, wir schalten uns so selbst ab/aus! MfG

Na, da bin ich doch sofort hellhörig geworden, liebe Frau Heim. Wer kann dazu schon nein sagen? Meine Leibspeise schon seit Kindertagen, auch nicht zu übersehen an all dem renitenten Hüftgold, gerne auch dort zu finden wo gar keine Hüfte ist;-)
Wie dem auch sei, Ihr Strom aus der heimischen Steckdose kommt zu Einhundert Prozent auch aus völlig emissionsfreien Kohlekraftwerken, liebe Frau Heim, denn ET oder irgendein anderer extraterrestrischer Erdenbewohner aus ergrünten Ministerialstuben hat so dermaßen viele Co2-Umweltzertifikate dafür erworben, dass sich der Giftrauch aus verbrannter Kohle aus lauter Respekt vor dem ganzen Klimaaktivismus und total einflussreicher Chefsekretärinnen aus der Upper East Side, in Wolken aus ätherischem Lavendelduft transferiert hat...... Isch schwör' ........;-),-)

Um Pommes mit Mayo und überhaupt allem was die Kartoffel hergibt konnte auch ich nie einen Bogen machen liebe Frau Lehmann! Ein meiner Pfälzer Abstammung gemäßes Grundnahrungsmittel, aus dem meine liebe Mutter Dinge zaubern konnte für die ich falls fündig werdend noch heute alles andere links liegen lasse. Meinem Gutesten ist es immer ein wenig peinlich wenn ich lieber ein, zwei Kartoffeln mehr verlange und dafür lieber ein kleineres Stück tierisches Protein;)Was der von Ihnen geschilderte Eau de Uralt-Lavendel-Duft angeht, den meine beiden Omas nach allen Seiten verströmten, so harmonierte dieser durchaus mit der in unseren damals verfeuerten Briketts und Eierkohle, die sackweise angeliefert und fein säuberlich im
Kellerfach unseres Mietshauses gestapelt wurden. Bei all den Emissionen denen wir als Kinder ausgesetzt waren, dürfte Herr Brodkorbs Idee eines sozialverträglichen Frühablebens zur Rettung der Rente..."Nur über meine Leiche!" Erst mal Lanzarote u. Papas arrugada😎 LG

In der neuen Religion gibt es wes Neues: Minister und Bischof sind ein und der selbe. Das macht das Ganze umso schlimmer.

Dirk Nowotsch | So., 23. November 2025 - 15:24

So lange die Menschen nicht anfangen nachzudenken, selbstständig zu denken und Nachzufragen! Solange die Menschen zu bequem sind, den Mumpitz zu überprüfen, der ihnen aufgetischt wird! Inzwischen hat das schon so eine Art Sektenkultur entwickeltet! Hauptsache untergehen!

Rainer Mrochen | So., 23. November 2025 - 15:36

"Man fragt sich zunehmend, nach welchen fachlichen Kriterien diese Partei ihr Personal auswählt." Diese Partei wählt, in völliger Absicht, unqualifizierte Personen in Positionen die in ihrem Trübsinn Verlautbarungen von sich geben, die grundsätzlich der Parteilinie entsprechen. Diese Linie folgt dem Muster einer kontraproduktiven Sichtweise auf die notwendigen Veränderungen in einem völlig neuen, gesellschaftlichen Umfeld. Linke brauchen Minderqualifizierte um abstruse Ideen zu verbreiten, weil Qualifizierte so etwas, schon aus Selbstachtung und Wissen um die Materie, niemals tun würden. Das zeigt aber auch die abgewrackte, linke, Einstellung, im politischen Überlebenskampf, einer sich beschleunigt drehenden Welt. Die Leute ahnen, daß sie ausgedient haben. Ihre letzten Zuckungen sind Ergebnis ihres selbstgeschaffenen Spannungsabfalls. Aber bitte, wie sieht es um das Personal anderer Formationen aus? Education scheint Abfall zu generieren. Nicht jeder Master ist zum Commander bestimmt.

Olaf Klepel | So., 23. November 2025 - 16:29

Bei aller Zustimmung zum Artikel sollte man nicht übersehen, dass die AKW unserer Nachbarländer in der Regel bereits abgeschrieben sind und daher so billig produzieren können. Ich fürchte, mit neuen Kraftwerken wird man nicht mehr in diesen Bereich kommen. Umso dümmer war die Abschaltung der alten...

Robert Hans Stein | So., 23. November 2025 - 17:40

Beratungsresistent, verbohrt, ideologisch getrieben von Dilletanten. Im Artikel und den Kommentaren ist eigentlich alles Wichtige und Richtige gesagt. Was mich verblüfft hat, war heute die Behauptung - weiß nicht mehr in welchem Medium - Merkel habe 2011 auf Druck der Öffentlichkeit gehandelt. Welcher Öffentlichkeit bitte. Ich habe der nicht angehört, und auch in meinem Bekanntenkreis waren diese Chaoten wenn überhaupt, dann nur sporadisch zu finden. Was hat man uns angelogen und verarscht wärend Deutschlands "Grünphase".

Sabine Lehmann | So., 23. November 2025 - 18:07

Wir haben unsere Zukunft auf dem Altar politischer Eitelkeiten geopfert. Nein, eigentlich noch schlimmer: unsere Identität samt Zukunft der Klientel aus den Morgenländern zur Abschlachtung u. in gebückter Haltung, wie sich das für Bücklinge ziemt, zu Füßen gelegt, natürlich halal, denn so viel Zeit zur rituellen Ausblutung muss sein; schließlich geht dem Deutschen nichts über die Einhaltung seiner eigens dafür geschaffenen Bürokratie.
So sei es denn: Gott schuf die Erde planmäßig in 7 Tagen, der Deutsche schafft sie wieder ab und benötigt dafür nicht mal schlappe 10 Jahre. Zumindest für sein eigenes Habitat, welches bis zur Machtübernahme durch den uckermarkschen Hosenanzug zu den führenden, leistungsstärksten, sichersten u. wohlhabendsten des gesamten Planeten gehörte. Die Energieversorgung wird geschrottet, Industrie demontiert, die Bevölkerung ausgetauscht(schließlich müssen Angebot und Ansprüche ja auch miteinander harmonieren) und der Vertrag zwischen Staat und Souverän gekündigt.

Wolfgang Borchardt | So., 23. November 2025 - 18:44

Deutschlands ändert am globalen Klima n i c h t s. Warum kann Vernunft nur gedacht, politisch aber nicht umgesetzt werden??

Detlef Spitzbart | So., 23. November 2025 - 18:54

Sie haben es hier mit Dummheit zu tun. Dummheit besteht aber keineswegs darin, dass man etwas nicht weiß (wir wissen vieles nicht), sondern, wie Dietrich Bonhoeffer notiert hat, dass man etwas zwar wissen könnte aber nicht und um keinen Preis wissen will! Erst davon (vom Nicht-wissen-Wollen) nährt sich die energische Resistenz und Aggressivität der Dummen. Im besagten Ethikrat, der der Merkel damals zuarbeitete, saß übrigens als evangelischer Landesbischof ein gewisser Ulrich Fischer (badische Landeskirche), inzwischen verstorben.

Jens Böhme | So., 23. November 2025 - 20:19

An sich ist es paradox, Angst vor Verstrahlung zu haben, wenn man bereits mental verstrahlt ist.

michael büchner | So., 23. November 2025 - 22:17

ich spiele als gelernter elektriker sicherlich nicht auf ihrem niveau, nichtmal in ihrer liga, habe aber einen abschluß in der elektrotechnik vorzuweisen.

ihr artikel ist sachlich überzeugend, fachlich überragend und bringt über das violinenspiel und das passende parteibuch auch das eigentliche problem zur sprache.
das ist wirklich ganz großes kino!

und wie sie in ihrem artikel die klaviatur der ironie und auch des sarkasmus bedienen ist wirklich schön zu lesen.

als fachmann hat man es in der energiepolitischen debatte in diesen zeiten wirklich schwer, wenn man nicht mal mehr die kenntnis des energieerhaltungssatzes bei seinem debattengegenüber voraussetzen darf. Ich wünsche ihnen auf jeden fall weiterhin viel kraft bei ihrem kampf gegen die windmühlen...

herzliche grüße!

Urban Will | Mo., 24. November 2025 - 00:20

möglich wäre und schreit am lautesten und mit den dämlichsten Vorurteilen gegen die AfD.
Und beweist nur das, was er ist: ein Sprücheklopfer, der mit dummdreisten Methoden es leider trotzdem fertig bringt, seine Wähler, deren Zahl allerdings abnimmt, hinter sich zu scharen.
Es stimmt zwar, was er fordert, aber wie hier treffend geschrieben: solange Idioten (so definiert man nun mal Menschen, die von der Materie keine Ahnung haben) die Politik vorgeben und ein durch und durch linksgrün aktivistischer ÖR, den wir noch zwangsfinanzieren müssen, den Idioten eine Bühne gibt, wird das nichts.
Das Land der Wahlschafe wird in nicht mehr allzu langer Zeit böse erwachen. Wie schon mal. Aber anders können wir es halt nicht.
Allerdings traue ich Söder auch zu, als einer der ersten bei der AfD anzuklopfen, wenn es seinem Machterhalt dient, wenn es quasi keinen anderen Ausweg mehr gibt als mit den Blauen zu regieren.
Und:wenn es ihn zum Kanzler macht. Denn in Bayern hat er ja seinen treudoofen Hubsi

Ferdinand Schulze | Mo., 24. November 2025 - 08:07

Nina Scheer ist die Tochter von Hermann Scheer, dem ehemaligen "Papst der Energiewende". Expertise wird in der Politik nicht mehr gelernt, sondern wie im Adel auf die nächste Generation vererbt.

Wolfgang Brennenstuhl | Mo., 24. November 2025 - 09:51

Herr Gräber,
Frau Scheer ist nicht dumm, sondern hat natürlich handfeste monetäre Eigeninteressen:
Eurosolar wurde 1988 auf Initiative des SPD-Politikers und späteren Trägers des Right Livelihood Award Hermann Scheer ( Vater von Nina Scheer) gegründet. Erste Geschäftsführerin war seine Ehefrau, Irm Pontenagel. Scheer war bis zu seinem Tod am 14. Oktober 2010 Präsident von Eurosolar. 2001 initiierte Eurosolar die Gründung des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy – WCRE) als weltweite Dachorganisation.
Also, Herr Gräber, Recherche ist manchmal hilfreich.

Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass Frau Scheer dumm ist. Der familiäre Hintergrund von Frau Scheer ist mir wohlbekannt. Deshalb hat sie doch keinerlei Ahnung von der Kernenergie ist ist deshalb, Zitat: eine anmassende Halbwissende.