Bas Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas, 13.11.2025 / picture alliance / Metodi Popow

Mutlos versäumte Rentenreform - Friedrich Merkel und der realitätsferne Rentenstreit

Friedrich Merz, einst bekannt für wirtschaftlichen Sachverstand, eignet sich in der Rentenpolitik die Methode von Angela Merkel an: Wünsche werden für wichtiger erklärt als die Wirklichkeit. Die SPD leidet ohnehin an kollektivem Realitätsverlust.

Thomas Mayer

Autoreninfo

Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln. Zuvor war er Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe und Leiter von Deutsche Bank Research. Davor bekleidete er verschiedene Funktionen bei Goldman Sachs, Salomon Brothers und – bevor er in die Privatwirtschaft wechselte – beim Internationalen Währungsfonds in Washington und Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Thomas Mayer promovierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und hält (seit 2003) die CFA Charter des CFA Institute. Seit 2015 ist er Honorarprofessor an der Universität Witten-Herdecke. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen sind „Die Vermessung des Unbekannten“ (2021) und „Das Inflationsgespenst“ (2022).

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In seiner ersten Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag im Mai dieses Jahres sprach Bundeskanzler Friedrich Merz die junge Generation direkt an. Er warb für einen neuen Generationenvertrag und sagte, er stehe persönlich dafür ein, dass „die jungen Generationen nicht überfordert werden mit Aufgaben, für die ihre Eltern bisher nicht genügend Vorsorge getroffen haben“. Zu dieser Zeit galt ein Rechtsrahmen für die gesetzliche Rente, nach dem die Beiträge zur Rente bis zum Jahr 2035 von 18,6 Prozent auf 21,2 Prozent steigen und das Rentenniveau auf 45,3 Prozent des Durchschnittslohns sinken sollte. In ihrem Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung jedoch vereinbart, dass das Rentenniveau bis 2031 auf seinem gegenwärtigen Niveau von 48 Prozent stabilisiert werden soll. Im Jahr 2029 soll dann untersucht werden, wie es weitergehen kann. 

Merzens Versprechen und Vergessen

In dem von Bärbel Bas, der Ministerin für Arbeit und Soziales, nun vorgelegten Gesetzentwurf steht auf Seite 3, dass das Rentenniveau auch über 2031 hinaus festgeschrieben wird: „Auch nach 2031 liegt das Rentenniveau um rund einen Prozentpunkt höher als im geltenden Recht.“ Das widerspricht klar dem Wortlaut des Koalitionsvertrags, in dem in den Ziffern 589-593 betont wird: „Am Nachhaltigkeitsfaktor halten wir grundsätzlich fest“, und vereinbart wurde, „…im Jahr 2029 im Hinblick auf diese Faktoren die tatsächliche Entwicklung des Beitrags und des Bundeszuschusses (zu) evaluieren, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen.“

In einer am 17. November veröffentlichten Videobotschaft wandte sich Bas an SPD-Anhänger und sagte: „Darum kämpfen wir als SPD dafür, das Rentenniveau langfristig auch über 2031 hinaus zu stabilisieren, damit du heute und in Zukunft auf eine sichere und gute Rente bauen kannst.“ Ihre Botschaft war auch eine Kampfansage an eine Gruppe von 18 jüngeren Abgeordneten von CDU/CSU, die sich im Einklang mit dem Koalitionsvertrag gegen die Festschreibung für das Rentenniveau nach 2031 stemmt. Nach von dieser Gruppe genannten Berechnungen würden dadurch bis 2039 Mehrkosten von rund 117 Milliarden Euro entstehen. Langfristig sind die Kosten sogar noch deutlich höher. Nach Berechnungen von Prognos dürfte die Aktion den Bundeshaushalt bis 2050 um zusätzliche 479 Milliarden Euro belasten

Schon länger hatte Friedrich Merz auf die ausufernden Kosten des Sozialstaats und die Schieflage der gesetzlichen Rentenversicherung hingewiesen. Dabei war er nicht allein. So gut wie kein Experte bestreitet, dass die Versprechungen eines weiterhin stabilen Rentenniveaus bei gleichzeitig für die Erwerbstätigen tragbaren Versicherungsbeiträgen angesichts der in den nächsten Jahren sprunghaften Zunahme der Zahl der Rentner nicht zu halten sind. Auch die Abwälzung der Finanzierunglücke auf den Bundeshaushalt ist keine Lösung, denn sie würde für andere wichtige Staatsausgaben nur noch wenig übriglassen. Und der Spielraum für zusätzliche Staatsverschuldung ist von der Regierung mit üppigen „Sondervermögen“ für die Verteidigung, Wiederherstellung der öffentlichen Infrastruktur und teurem Klimaschutz ausgereizt. 

Doch ausgerechnet Friedrich Merz, früher bekannt für wirtschaftlichen Sachverstand und klare Kante, konterte den Widerstand der jungen Unionsabgeordneten auf dem Deutschlandtag der Jungen Union am 15. November in bester Angela-Merkel-Manier: „Glaubt jemand ernsthaft, dass wir einen Unterbietungswettbewerb gewinnen? Wer bietet das niedrigste Rentenniveau?“ Also ernsthaft: Wäre der absurde Wunsch der Mehrheit der Wähler, dass zwei plus zwei gleich fünf ist, für Friedrich Merz politische Weisung? Für SPD-Minister scheint das so zu sein, und für Angela Merkel wäre das wohl auch so gewesen. Aber dass der frühere Anti-Merkel Merz jetzt zu Friedrich Merkel wird – wer hätte das gedacht?

Konkursverwaltung eines gescheiterten Landes

Andererseits kann man verstehen, dass es verdammt schwierig ist, das Erbe der Regierungen Merkel und Scholz anzutreten, die den Niedergang Deutschlands zu verantworten haben. Und dabei auch noch an einen Koalitionspartner gefesselt zu sein, auf den Talleyrands Urteil über die Bourbonen passt: „Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen.“ Die Nachfahren einer Partei, die unter Gerhard Schröder mal für die wirtschaftliche Erneuerung und unter Franz Müntefering für die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre stand. 

Immer deutlicher wird: Dieses Erbe besteht in der Konkursverwaltung eines gescheiterten Landes, das an kollektivem Realitätsverlust leidet. Dann kann es schon sein, dass man, wie Friedrich Merz vorgeschlagen hat, erstmal die Grundrechenarten suspendiert, damit Ruhe im Karton herrscht, und eine Kommission einsetzt, die sie nach ein paar Jahren schonend wieder zurückbringen soll.

Die Wahrheit ist dem Patienten einfach nicht zuzumuten. Denn die Wahrheit ist, dass man die Neuaufstellung der gesetzlichen Rente für den Eintritt der Generation der Babyboomer in das Rentenalter schon vor Jahrzehnten verschlafen hat. 

Wie man es hätte machen sollen, zeigt das Beispiel Schwedens. Dort gibt es eine einkommensunabhängige Basisabsicherung gegen Altersarmut. Dazu kommt eine einkommensabhängige Rente, die teilweise kapitalgedeckt ist. Ein festes Renteneintrittsalter gibt es nicht. Stattdessen kann man sich später mit einer höheren Rente zur Ruhe setzen. Die betriebliche Altersvorsorge ist über Tarifverträge quasi-obligatorisch für jeden abhängig Beschäftigten. Rund neunzig Prozent profitieren davon. Eine steuerlich geförderte private Vorsorge für Selbstständige und Menschen ohne betriebliche Altersvorsorge rundet das System ab.

Dazu existiert in Schweden ein breiter gesellschaftlicher und politischer Konsens zur maximalen Beitragshöhe. Der Beitragssatz beträgt seit den 1990er Jahren 18,5 Prozent des Bruttoeinkommens und wird bis zu einem Einkommen von rund 50.000 Euro fällig. Dadurch fällt der Anteil der öffentlichen Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt mit knapp acht Prozent ungefähr halb so hoch wie in Frankreich und um rund 30 Prozent niedriger aus als in Deutschland. Trotzdem kommen die Schweden auf ein Rentenniveau von über 65 Prozent vom Arbeitslohn (nach Steuern) und haben eine der geringsten Altersarmutsraten in Europa. 

Das schwedische Rentensystem wurde 1999, als in Deutschland Gerhard Schröder regierte, von Grund auf renoviert. Die Schröder-Regierung hat mit der Riester-Rente einen Schritt in Richtung Neuaufstellung versucht. Doch ist dieser Schritt wie alle folgenden gescheitert. Nun lässt sich die Uhr nicht wieder zurückdrehen.

Europas Rentensysteme versinken gemeinsam im selben Boot

Allenfalls können sich die Deutschen damit trösten, dass es in den meisten anderen Euroländern auch nicht besser aussieht. Mit über 7600 Euro pro Jahr und Einwohner stehen die Österreicher an der Spitze der Kostenpyramide der Rentenversicherung. Dem folgen Frankreich (5500 Euro) und Italien (5100 Euro). Erst dann kommt Deutschland, mit 4700 Euro. Wir sitzen alle im selben (Euro-)Boot – und sinken daher gemeinsam. 

Wenn die verantwortlichen Politiker nicht den Mumm aufbringen, die gesetzliche Rente auf eine Basisabsicherung wie in Schweden zurückzustutzen, muss die Kaufkraft der Renten schlussendlich durch Inflation entwertet werden. Das geht, wenn die Inflation und Löhne schneller steigen als die verzögerte Rentenanpassung, die sich die Rentner in die jeweiligen Rentenformeln gewählt haben. In einem Karussell, in dem sich Lohnsteigerungen zeitlich vor der Inflation und beide vor den Rentenanpassungen immer schneller drehen, wird die gesamtwirtschaftliche Kaufkraft von alt zu jung umverteilt. 

Allerdings erzeugt Umverteilung durch Inflation immer erheblichen Kollateralschaden, für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Inflation würgt die wirtschaftliche Dynamik ab und es kommt zur Stagflation. Sie spaltet die Gesellschaft in Inflationsgewinner und -verlierer. Wut wird zum Treibstoff der Politik. All das ist unvermeidlich, solange auf Friedrich Merkel der Spruch von Karl Valentin zutrifft: „Mögen hätt’ ich schon wollen, aber dürfen hab’ ich mich nicht getraut!“

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IngoFrank | Mi., 19. November 2025 - 13:42

die die Gemütslage des Michels langsam in Wallung bringt ……
Nein, nichts klappt in diesem Land mehr ! Gar nichts ! ! !
Das einzige was halbwegs funktioniert die die Geldausgabe, die auch noch auf Schulden basiert !
Wenn ich so die Meldungen der alternativen Medien außerhalb des ÖRR sowie Spiegel, taz, Süddeutsche, Welt usw. lese, und verfolge die Meldungen wohin die eine nach der anderen Million abfließt, und das ausschließlich in rot oder grüne Hände, wundert mich in diesem Land gar nichts mehr……wir haben eine Geldvernichtungsmaschiene aber keine Regierung die auch nur ansatzweise auf die Bedürfnisse & Wünsche seiner Bürger eingeht.
Hinzu die überborderte Bürakratie aus Brüssel und im eigenen Land …… und das .. ist alles seit mehr als 10 Jahren bekannt.
Hauptsache Merkel wird zum Dank noch behangen und wir kämpfen für „Ihre“ Demokratie. Die meinige Demokratie wie sie noch unter Kohl & Schröder vorhanden war ist längs weg.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Es ist schon erstaunlich, daß zwei linksextreme Minderheitsparteien trotz Abwahl nach wie vor den Lauf der Dinge bestimmen können und dürfen. Das ist eben auch ein Merkmal „unserer Demokratie“, nicht die demokratische Mehrheit bestimmt, sondern die „moralisch Überlegenen“!

Was das „Sondervermögen“ angeht, so war mir von Anfang an klar, daß die erklärten Ziele niemals erreicht werden würden. Denn merke: der Sozialismus ist das Geld anderer Leute ausgeben, um irgendwann festzustellen, es ist nichts mehr da! Aber das muß ich Ihnen als „Ossi“ ja nicht sagen.

Es gab Zeiten, als der Fritze bei ihrer kommunistischen Unfehlbarkeit der heiligen A. Merkel in Ungnade fiel, in denen ich Merz noch mochte, ihm Sachverstand und Integrität zutraute. Ich habe mich gründlich getäuscht wie sich seit seiner Rückkehr auf die politische Bühne zeigt, er ist ein feiger egozentrischer heißluftproduzierender Blender, nichts mehr, Deutschland und die Deutschen sind ihm völlig egal!

Elisa Laubeth | Mi., 19. November 2025 - 14:17

Mir ist völlig unklar, wieso Journalisten aller Couleur Merz immer wieder wirtschaftlichen Sachverstand zuschreiben. Weil er Aufsichtsrat bei Blackrock war? Er war nie für das operative Geschäft verantwortlich. Selbst wenn er ausreichend Sachverstand hätte- den kann man sich übrigen auch im höheren Alter aneignen-so hat er einfach nicht das politische Geschick etwas umzusetzen. Das ist zugegebenermaßen mit einer extrem linken SPD schwer. Die setzt unverdrossen ihre Agenda durch. So ist es ihr gelungen bei Sanktionen im Bürgergeld soviel Hindernisse einzubauen, dass es gar keine geben wird. Man stelle sich vor: drei versäumte Termine und ein erfolgloser Besuch durch Mitarbeiter vom Jobcenter sind nötig, um Gelder zu streichen! Das Gleiche jetzt wieder: massive Änderungen nachträglich mit einem Nebensatz machen jeden noch so kleinen Reformversuch schon jetzt zur Makulatur. Was soll jetzt noch eine Kommission erarbeiten?Es fehlt an grundlegenden Fähigkeiten, Durchsetzungsvermögen und Mut.

IngoFrank | Mi., 19. November 2025 - 15:32

dass die SpD an kollektivem Realitätsverlust leidet ! Das ist doch in der Union ganz genau so, bei der Grünen Sekte noch schlimmer und bei den SED Erben 1 + 2 …… die träumen ja schon wieder vom Sozialismus und sind eh von je her von allen guten marktwirtschaftlichen Geistern verlassen …….
Die einzige Partei die nun n i c h t zu dieser links grünen Blase, zu der sich die Union nun endlich erfolgreich hingeschlagen hat, gehört, ist ohne wenn und aber, die niemand will sie Partei. .und das begreifen immer mehr Wähler weil eine Umkehr aus grün roten Irrwegen mit den Etablierten schlicht & einfach nicht möglich ist.

Rainer Mrochen | Mi., 19. November 2025 - 16:07

Diese >>Respektlosigkeit<< in der Ansprache macht deutlich um was für einen Saftladen es sich bei der SPD handelt. Immer am gleichen Punkt. Das Geld anderer für Wählerfang zu verprassen; stimmt, denn "sie haben nichts gelernt und nichts vergessen." Die Wahrheit, der Patient und die Zumutung. Klappt immer dann und ist unausweichlich, daß mit der Zumutung, wenn es um zu schulternde Mehrkosten geht (KV, PV). Der zuletzt genannte Kollateralschaden ist überdeutlich am "Bürgergeld" zu sehen. Diese Ungerechtigkeit gegenüber wertschöpfender Arbeit zeugt von sozialistischem Zynismus wie er im Buche steht. Rentenniveau? Hier gehört als erstes die Besteuerung von Renten abgeschafft; war doch dem Bürger auch zumutbar. Wenn es nicht so banal wäre, daß Politik Lüge ist (Dostojewski), dann müsste man spätestens jetzt selbst darauf kommen. Die glauben eine mehr und mehr aufgeklärte Gesellschaft noch nach alten Methoden veräppeln zu können. Im Cicero zu lesen: "F. Merz ein Mann der neunziger Jahre."

Vor allem zeigt es wie unglaublich weit unten das Niveau der uns heute Regierenden und hier insbesondere der „Genossen“ der inzwischen tiefroten SPD liegt! Das sind Menschen die vor 50 Jahren nicht einmal als Verkäufer, Müllmann oder Lagerist einen Job gefunden hätten! Alle adrett gekleidet aber aller unterstes Niveau, tiefer geht nicht, Pack im Maßanzug!

Peter William | Mi., 19. November 2025 - 17:38

das einzige was m.E. im Moment getan werden kann ist der SPD Forderung nicht zuzustimmen. JU, ich zahle da auf euch. Ein paar kleine Änderungen reichen nicht mehr aus! Es muss etwas anderes ausgearbeitet werden was viele verschiedene Aspekte umfasst. Die Pensionskasse(n), Renteneintrittsalter, Anzahl der Kinder und gegebenfalls Rentenrate gestaffelt nach Einkommen. Die SPD wird sich quer stellen, sind die Rentner ja die einzig verbliebene Wählergruppe.

Urban Will | Mi., 19. November 2025 - 18:30

illegale Migranten und Faulenzer im Bürgergeld, von denen ebenfalls viele illegal ins Land kamen. Anderswo wird man für illegalen Grenzübertritt bestraft (steht auch im deutschen STGB, aber das kümmert halt keinen), nur in Deutschland wird man mit Dauer-Alimentierung belohnt.
Weiterhin schmeißen wir Milliarden für blödsinnige Projekte (Boxen gg Klimawandel, Stadtentwicklung in Delhi, die bekannten Radwege...) zum Fenster raus. Man könnte wohl einen dreistelligen Milliardenbetrag sparen und ein Teil davon wäre bei den deutschen Rentnern besser aufgehoben.
Ein Ankurbeln der Wirtschaft mit ordentlicher Politik, einem Ende des Klima-Quatsches, etc. würde für steigende Einnahmen sorgen (mit den Sozen und Fritz nicht machbar).
Alles in allem gibt es nur einen Ausweg: weg mit Fritz, weg mit den Sozen, komplette politisch-geistig-kulturelle Wende. Und dann anpacken.
Ich weiß, das klingt weltfremd. Weil es so logisch ist, wir aber auf einem Narrenschiff sitzen. Wo Narren den Kurs vorgeben.

Heinrich Dompfaff | Mi., 19. November 2025 - 22:10

…. erzeugt den Eindruck, dass man es mit einer Sitcom zu tun hat. Unfähige, Beziehungsgestörte Typen ohne Plan versuchen, sich durch zu wurschteln, es könnte auch eine Szene aus last One Laughing sein. Man wartet tagtäglich auf den Buzzer, Der das schaurige Spiel abbricht und als Farce entlarvt, so dass man am Ende doch lachen kann. Lächerlich ist das Spiel ohnehin.

Bernd Windisch | Mi., 19. November 2025 - 23:15

Es ist schon erstaunlich wie faktenfrei die aktuelle Rentendiskussion geführt wir. Blüm hatte 1986 Recht als er sagte die Rente ist sicher. Sie hat sogar die Einheit mitfinanziert indem sie lückenlose Erwerbsbiografien von Leuten die nie ins System eingezahlt haben bedient hat. Eine 40 jährige Erfolgsgeschichte.

Herr Mayer sollte ehrlich sein und erklären, dass wir über unsere Verhältnisse gelebt haben und jetzt Verteilungskämpfe anstehen bei denen er ganz gern als erstes die Rentner über die Klinge springen lassen möchte.

Kranken- und Pflegeversicherung stehen vor dem Kollaps. Wir hatten in den letzten Jahren viel Armutseinwanderung in die sozialen Sicherungssysteme. Im Verlauf des Jahres 2024 waren 1.029.000 Menschen in Deutschland wohnungslos. 86 % der untergebrachten wohnungslosen Personen sind Ausländer. Hier steht ein riesiger Elefant im Raum.

Wir aber können uns nicht leisten unseren Rentnern ihr zinslos vorgelegtes Geld zurückzuzahlen. Das Ausland lacht uns aus.

Bernd Windisch | Mi., 19. November 2025 - 23:31

Mayer weiß ganz genau, der Bundeszuschuss dient der Finanzierung von Leistungen im Rentenrecht, denen keine Beiträge
gegenüberstehen (z. B. vorgezogene abschlagsfreie Altersrenten,
„Mütterrenten“) (nicht beitragsgedeckte Leistungen)
Abfederung struktureller Veränderungen (Arbeitsmarkt - darunter Bergbau, Bundeszuschüsse
Demographie)
Allgemeine Sicherungsfunktion für die Funktions- und Leistungsfähigkeit
der gesetzlichen Rentenversicherung
Übernahme der Beitragszahlung in bestimmten Lebenslagen (z. B.
Kindererziehung für Kinder mit Geburt ab 1992)
Beiträge des Bundes für
Kindererziehungszeiten
Insbesondere Finanzierung einigungsbedingter Leistungen im weitesten
Sinne (Transfers, die von der Rentenversicherung nur abgewickelt werden,
z. B. AAÜG) etc. etc.

Während er selbst sich bei der Finanzierung dieser gesamtstaatlichen Aufgaben einen schlanken Fuß macht sollen die Rentner alleine bluten. Ich finde das schäbig!

Bernd Windisch | Mi., 19. November 2025 - 23:38

Die schlecht gelaunten Pseudobefunde helfen niemanden. Herr Meyer weiß ganz offensichtlich nicht wie es in gescheiterten Ländern aussieht. DDR 1989 lässt grüßen.

Die Rentner, ohne Haltelinie, unter das Existenzminimum drücken zu wollen zeugt von großer wirtschaftliche Expertise. Hätte die SPD früher auf diese Themen gesetzt wäre ihr viel erspart geblieben. Ein Rudolf Dreßler hätte den Autor zum Frühstück genommen.

Ferdinand Schulze | Do., 20. November 2025 - 08:12

...alle Probleme auf nachfolgende Regierungen zu verschieben, um selbst noch halbwegs gut auszusehen. Für mich ist das ein Auswanderungsförderprogramm für gut ausgebildete junge Leute.