Frauke Petry
Frauke Petry / M. Cruz

Frauke Petry im Gespräch mit Ben Krischke - Cicero Podcast Politik: „,Team Freiheit‘ ist Milei auf Deutsch“

Frauke Petry will mit „Team Freiheit“ eine neue politische Bewegung etablieren. Was es mit dieser „Anti-Partei“ auf sich hat und warum sie sich das alles nochmal antun will, erklärt sie im Gespräch mit Ben Krischke.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

So erreichen Sie Ben Krischke:

Frauke Petry präsentiert im Cicero-Podcast mit Ben Krischke ihr neues Projekt „Team Freiheit“ als, nach eigener Aussage, radikale Alternative zum aufgeblähten deutschen Staatswesen. Im Zentrum steht ein klassischer Freiheitsbegriff. Petry beruft sich auf die römische Libertas – die natürliche Freiheit von staatlichem Zwang. Dagegen stehe die Liberalitas, ursprünglich eine private Tugend der Mildtätigkeit, die der Staat über Jahrzehnte an sich gerissen habe.

Das Besondere an „Team Freiheit“ ist die Organisationsstruktur: Es ist eine „Antipartei“, deren Abgeordnete nicht Mitglieder sein werden und andersherum. Die Parteimitglieder fungieren dabei wie eine Personalabteilung, die kompetente Kandidaten auswählen und kontrollieren soll. Damit will „Team Freiheit“ die von Petry kritisierte Negativauslese in Parteien verhindern, wo Machtspiele wichtiger seien als Kompetenz.

Die Zukunft ihrer Kinder

Petry vergleicht ihr Vorhaben mit Argentiniens Präsident Milei und dessen Staatsabbau, sieht ihre Partei im Prinzip als deutsche Überstzung von Mileis „Afuera!“. Auch Petry will Ministerien abschaffen, NGO-Finanzierung beenden und dem Staat Bereiche wie Bildung und Infrastruktur mindestens teilweise entziehen. Ihre persönliche Motivation beschreibt sie so: die Zukunft ihrer Kinder in Deutschland zu sichern, bevor Auswanderung vielleicht doch zur einzigen Option wird.

Frauke Petry und Ben Krischke
Frauke Petry (li.) und Ben Krischke in der Cicero-Redaktion / M. Cruz

 

Das Gespräch wurde am 29. Oktober 2025 als Videopodcast aufgezeichnet. 

Sie können den Podcast jetzt hier – klicken Sie dazu „Inhalte aktivieren“ – hören, oder auch auf allen Podcast-Portalen.


Sie sind interessiert an weiteren Themen und noch kein Abonnent von Cicero Plus? Testen Sie uns hier.

Mehr Podcast-Episoden:

 

Mehr lesen über

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Christa Wallau | Fr., 14. November 2025 - 11:45

kenne und sie sogar einmal persönlich gesprochen, allerdings seit ihrem Weggang aus der AfD mich weniger mit ihr beschäftigt habe, stelle ich überrascht fest, daß sie in den letzten 10 Jahren erstaunlich viel dazugelernt hat.
Chapeau!
Sie ist ein umtriebiger, unruhiger Geist - wohl das "gärigste" Element, das es im AfD-Haufen je gegeben hat. Diesen Eindruck hatte ich immer von ihr.
Persönlich wie politisch scheut sie kein einziges Risiko!
Was sie jetzt im Gespräch mit Herrn Krischke von sich gibt, das nötigt mir Respekt ab; denn es sind sehr kluge Gedanken und Schlußfolgerungen, die sie äußert.
Ja, auch ich bin der Ansicht, daß das Parteien-System dringend einer Reform bedarf, welche
der freiheitlich-demokratischen Ordnung Deutschlands besser entspricht als die bisherigen, total verkrusteten Strukturen.
Daher wünsche ich dem "Team Freiheit" viel Erfolg.
Wie sagt Frau Petry doch so zutreffend:
"Gute Leute kann es nie genug in der Politik geben."
Ihre Worte in Gottes Ohr!

Mag alles sein, was Sie Frau Wallau über Frau Petry schreiben. Und ja, klug und rhetorisch begabt ist sie und sie kann auch durchaus begeistern. Aber zwei Dinge sehe ich etwas anders. Sie verließ die AFD weil sie ihr Ego nicht durchsetzen konnte und hat da einige unschöne Dinge vom Stapel gelassen. Und das andere ist die Tatsache, dass ihr *Tema Freiheit* eher die konservative Bewegung schwächt. Sie wird es sehr schwer haben, über 5 % zu kommen und wenn doch, mit wem würde sie stimmen, gar eine Koalition eingehen? Und vor allem, wäre sie aus der Sicht bei entsprechender Stärkung ihrer Partei, möglicherweise die nächsten, die man verbieten wollte. Frau Petry kann weder eine FDP noch CDU neu erfinden und die AFD nicht kopieren. Wie sagt man, schöner Versuch.
Schönes Wochenende Ihnen und allen anderen.

Sie haben absolut recht mit der Feststellung, daß Frauke Petrys Ego ihr bei allen Unternehmungen im Wege steht.
Daher ist sie eine ungeeignete Person für langfristige und -wierige Projekte.

Was mich nur gefreut hat, ist die Tatsache, daß sie sehr zutreffend den "Pferdefuß" bei allen Parteien erkannt und benannt hat, nämlich das Hochkommen der falschen Leute und deren Verstrickung in internen Netzwerken.
Sie sollte wahrscheinlich besser zur FDP gehen und deren Neu-Ausrichtung
mitgestalten, so daß es zu einer Wiedergeburt dieser Partei kommen könnte als eine "Anti-Partei" zu installieren.

Ja, sie ist klug, sie ist hübsch, sie hat Charme, aber sie ist eine gnadenlose Karrieristin, der es immer auch um ihr materielles Fortkommen geht. Wo sie von diesem Staat etwas abzocken kann, da zockt sie. Ich habe zu ihr wenig menschliches Vertrauen, ihr Partner ist zu bedauern oder er ist eben so wie sie gestrickt. Sie wird keinen wirklichen Neustart schaffen. Sie hätte sich in und mit der AfD arrangieren sollen. Freilich Stutenbissigkeit ist ein Problem. Und Weidel ist nun mal die klügere und durchsetzungsstärkere. Aber Petry will sich nicht ein- oder unterordnen, sie will die Nr. 1 sein. Was sie politisch zu sagen hat, ist alles nichts Neues. Und da will der Wähler immer lieber das Original. Schade, ich sehe für Frau Petry keine wirkliche Chance. Pech für sie.

... "Sie verließ die AFD weil sie ihr Ego nicht durchsetzen konnte und hat da einige unschöne Dinge vom Stapel gelassen." Ich habe das nicht akribisch verfolgt damals, aber hat sie nicht an vorderster Stelle mitgeholfen, einen der alten "Fachleute" wie den Prof. Lucke abzusägen, um für Meuthen und Weidel Platz zu schaffen? Oder wie war das damals gleich noch?
Und dass Herr Krischke zu DIESEM Punkt überhaupt nicht nachgefragt hat, finde ich schon verwunderlich - von wegen plötzlich ohne Machtkämpfe Sachkenntnis präferieren zu wollen. Wieso sollte ich denn das glauben?

Wolfgang Borchardt | Fr., 14. November 2025 - 12:48

Bezeichnung, die Aufmerksamkeit generiert. Zuwachs ist auch nicht vorgesehen, denn ein Team ist nicht groß.

Klaus Funke | Fr., 14. November 2025 - 16:52

Das klingt sehr nach österreichischer Denkungsart. Klein, fein, mein. Aber es wird die Leute nicht vom Hocker reißen. Und dann werden die Leute fragen: Wer? Ach, die Petry? Nee, das wird nichts. Die will sich ja bloß über die Parteienfinanzierung den Wahlkampf bezahlen lassen. Und dann ein Landtagsmandat kapern, irgendwo, egal wo, Hauptsache voll finanziert. Richtig arbeiten oder gar wieder als Unternehmerin einsteigen? Nee, das will sie nicht. Ich kenn meine Pferde am Gang. Und die Petry will sich nochmal durchfüttern lassen. Wetten? Idealismus war gestern. Heute ist Materialismus angesagt. So läuft der Hase. Lasst euch nicht für dumm verkaufen. Team Freiheit!? Was für ´ne Freiheit? Das Thema hat doch schon die FDP komplett besetzt. Und noch gibt es die FDP. Noch ist sie nur scheintot, nicht wirklich tot. Und ihr wisst: Totgesagte leben länger.

Thorwald Franke | Fr., 14. November 2025 - 19:28

Bekanntlich paralysieren sich etablierte Parteien und AfD gegenseitig. Wie kommt man aus der Verklemmung raus? Keiner von beiden wird freiwillig nachgeben. Es geht nur dadurch, dass ein dritter Akteur ins Spiel kommt, der nach beiden Seiten offen ist. Team Freiheit.

Im Übrigen hat Frauke Petry eine realistische Sicht, was wirklich getan werden muss. Die AfD hat als Programm nur ein Zurück in die 80er. Das wird es nicht geben. Harte Schnitte werden nötig sein. Und dafür steht nur Team Freiheit.

Generell würde man sich wünschen, Politiker würden auf dem Niveau von Frauke Petry denken. Mit philosophischer Fundierung. Aber außer Intrigenspiel können die Politiker heute nichts mehr. Das muss anders werden. Ganz anders. Auch dafür hat Team Freiheit die Innovationskraft.

Wer eine gute Zukunft will, kommt an Frauke Petry nicht vorbei. Alles andere ist Verklemmung bis zum Abwinken.

C. Schnörr | Sa., 15. November 2025 - 12:52

als Motivation eine Parteikarriere zu unterstellen, ist kein sachlicher Vorwurf, wenn man hört, was sie im Podcast sagt. Nämlich genau das Gegenteil. Als "Beweis" führt sie die Konstruktion ihres Anti(!)-Partei Projektes aus, die hoffentlich auch so umgesetzt wird. Sie führt präzise Gründe an, warum unsere Demokratie zu einer Diktatur des Mittelmaßes und der Parteiapparat-Hofschranzen verkommen ist. Als Mutter von 6 Kindern ist sie - im Gegensatz zum politische Berlin - alles andere als abgekoppelt vom realen Leben.