Erhard Reiche
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche neben der Ludwig-Erhard-Büste im Wirtschaftsministerium, 10.11.2025 / picture alliance/dpa | Carsten Koall

Grundsatzrede der Wirtschaftsministerin - Ludwig Erhards Kopf und Katherina Reiches Mut

Mit Katherina Reiche ist nicht nur die Büste Ludwig Erhards ins Wirtschaftsministerium zurückgekehrt. Mit ihrem Ruf nach mehr Freiheit und dem zurückhaltenden Staat ist sie eine der letzten Hoffnungen, dass von Merzens Wahlversprechen etwas bleibt.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Sein Buch „Merkel am Ende. Warum die Methode Angela Merkels nicht mehr in unsere Zeit passt“ ist 2018 im FinanzBuch Verlag erschienen.

 

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Die Bundesregierung ist nicht gerade gesegnet mit Mitgliedern, die die großen Erwartungen der Wähler bedienen, die Friedrich Merz mit seinem zentralen Wahlkampf-Satz erweckte: „Links ist vorbei“. Umso erstaunlicher ist, was Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche tut oder jedenfalls sagt. Der Anlass ihrer gestrigen Grundsatzrede war dabei schon höchst symbolträchtig: Die Büste ihres ersten Amtsvorgängers und des zweiten Bundeskanzlers, Ludwig Erhard, kehrte im Rahmen eines „Wirtschaftspolitischen Symposions“ feierlich ins Ministerium zurück. 

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Karl-Heinz Weiß | Di., 11. November 2025 - 18:20

In welcher Tradition sich Ministerin Reiche im Bezug auf Ludwig Erhard sieht, wird weder aus dem Beitrag noch aus der Rede deutlich. Ist es dessen Konzept der "Formierten Gesellschaft ", das seinerzeit auf breite Kritik stieß ? Der kurzzeitige Bundeswirtschaftsminister (und Partner der Ministerin) Theodor von und zu Guttenberg versuchte es 2009 mit marktwirtschaftlichen Ansätzen, die aber in der Union ebenfalls Kritik auslösten. Ob Frau Reiche diese unverändert bestehenden Beharrungskräfte überwinden kann, bleibt abzuwarten.

IngoFrank | Di., 11. November 2025 - 20:01

So sehr ich die Ansichten der Frau Reiche begrüße, vor allem auch die, die über die Wirtschaftspolitik hinausgehen, a b e r auch sie wird sich unter die rot grüne dunkelrote Knute begeben müssen, um im Amt bleiben zu können. Das Störfeuer aus dieser Richtung wird rapide zunehmen. …… und nicht lange auf sich warten lassen ……
Es sei denn, sie ist dermaßen abgenervt vor der immer weiteren Annäherung der CDU an die „vereinte Linke“, dass sie von selbst geht und Merz die „Brocken“ vor die Füße schmeißt. Zuzutrauen ist ihr das ….. wer von den schwarzen Ministern hat so sehr den „Ministieriumsstall“ ausgemistet wie sie? Damit hat sie sich bei der SPD & den Grünen sich kaum Freunde gemacht !
Dennoch, ich glaube nicht, dass das Wirtschaftsministerium den Zerfall der „GroKo“ wesentlich verzögern oder gar aufhalten kann.
Der große Rums wird kommen, je ehr je besser.
Spätestens dann, wenn bei LT Wahlen 26 o 27 ohne die AfD nix mehr geht……
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Wolf | Di., 11. November 2025 - 21:23

Linnemann, Reiche, Guttenberg....Junge Union...
Ich denke, dass diese Leute das Zeug und den Willen hätten, den Karren aus dem Dreck zu fahren.
Merkelianer müssen alle abserviert werden.
Der gesamte linksgrünwoke Mist muss über Bord gekippt werden. Zurück auf Los.

Thomas Veit | Di., 11. November 2025 - 21:39

... und die stirbt ja bekanntlich zuletzt..., die Hoffnung.

>> Ich glaub's erst, wenn ich's sehe..., den Merz'schen 'Politikwechsel', auch in der Wirtschaftspolitik.

PS: ... und 'ein bisschen davon' ist ja auch besser als garnix..., wird uns aber nicht retten..., global sowieso nicht.

Hans v. Weissensand | Di., 11. November 2025 - 23:24

Mit einem Finanzminister und einem Kanzler die, Trotz anderer Ankündigungen, das Streugeld schamlos zum Fenster raus kippen sehe ich allerdings Schwarz!

Ferdinand Schulze | Mi., 12. November 2025 - 07:19

...nachdem letzte Kernkraftwerke gesprengt und etliche Kohlekraftwerke stillgelegt wurden, darunter nagelneue wie in Hamburg. Eine Neuausrichtung der Politik wird es nur mit völlig neuen Regierungsparteien geben. Schade für Frau Reiche!

Urban Will | Mi., 12. November 2025 - 07:32

Recht. Doch was nützt es, wenn Fritzchen am Nasenring tanzt?
Die „grundlegende Neuausrichtung“ der deutschen Wirtschaftspolitik wird es nicht geben, solange die Sozen die Richtlinien bestimmen.
Warum um alles in der Welt kapiert dies niemand? Bzw., da es ja alle kapieren: warum spricht niemand mal Klartext?
Zur Wirtschaftspolitik gehört auch die Klima- und Energiepolitik. Wenn diese beiden die Wirtschaft ruinieren, was sie derzeit tun, kann Reiche machen, was sie möchte, es hilft nichts.
Reiche sollte ihren Rücktritt ankündigen, Merz und Konsorten signalisieren: mit mir nicht mehr.
Sie sollte das umsetzen, was Spahn nur so daher schwätzte: „Wir sterben nicht mit denen.“
Aber hat sie diesen Mut? Bisher habe ich sie nur reden hören.
Ich stelle mir eine Reiche gerade vor in einem Kabinett Weidel. Ich glaube, da würde sie sich wohler fühlen.

Achim Koester | Mi., 12. November 2025 - 08:05

ist in Deutschland nicht mehr möglich, denn, wie Merz sagen würde: "ist mit der SPD nicht zu machen". Und noch etwas: bei aller Wertschätzung für Frau Reiche, das Format Ludwig Erhards hat sie nicht.

Jochen Burghardt | Mi., 12. November 2025 - 09:00

wird Frau Reiche keinen Erfolg haben. Denn dazu bräuchte sie die Unterstützung des Kanzlers.
Um diese Unterstützung zu geben, müsste der Kanzler Mut haben.
Damit endet die Geschichte.

S. Kaiser | Mi., 12. November 2025 - 09:13

Merz mag Reiche an Körpergröße überragen, aber an innerlicher Größe und Standfestigkeit scheint sie ihn in den Schatten zu stellen.
Allein der Groll, den die links-grüne Blase gegen sie auslebt und der sie sich nicht unterordnet, ist ein Indiz dafür, wie sehr sie sich von dem dort angebeteten Habeck unterscheidet.
Bemerkenswert auch die symbolische Geste der Stiftung bzgl der LH-Büste (tatsächlich dachte ich, Habeck selbst hätte sie abräumen lassen, was zum grünen Abrisswahn gepasst hätte).
Wenn sie es geschafft hat, zügig den Graichen-Clan aus dem BMW auszuschaffen, verdient das Anerkennung (etwas, was Wadephul anscheinend versäumt hat, zeigt doch sein irrlichterndes Auftreten, dass im Hintergrund immer noch Baerbock-Leute am Ruder sitzen).
Der Wermutstropfen aber bleibt, denn so wenig eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, macht eine Reiche allein noch keine Wirtschaftswende. Zu stark ist die links-grüne Verfilzung auf vielen Ebenen inzwischen fortgeschritten.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 12. November 2025 - 09:47

So sehr ich Frau Reiche schätze, ob ihrer Haltung gegen den *Mainstream* ihrer Partei bzw. Regierung. Das allein wird nicht reichen. Dieser Kanzler hat fertig und er weiß das. Er muss sich dieser SPD unterwerfen, sonst ist er weg. Fällt die Koalition, fällt auch er. Zum einen würde ihn die eigene Partei fallen lassen bzw. würde die AFD im Falle einer Koalition nicht akzeptieren. Und in einer Minderheitsregierung hätte er nur ein politisches Überleben im Sauerstoffzelt. Nein, Merz wird alles und jeden verraten, um so lange wie möglich Kanzler zu bleiben. Und da wird er ggfls. auch Frau Reiche dafür opfern. Und die vermeintlichen Kampfansagen, die immer mal wieder in der medialen Welt herbeigeschrieben werden, sind alle nur Scheingefechte, sollen den Anschein wahren, die letzten Wähler der UNION beruhigen. Merz macht doch was er will und schon gar nicht, was er immer groß und prätentiös darstellt. Dieser Lügenkanzler denkt nur an eines. So lange Kanzler wie möglich. Uffbasse Frau Reiche.

Peter William | Mi., 12. November 2025 - 10:07

dann schau ich es mir vielleicht an.

Thomas Veit | Mi., 12. November 2025 - 11:32

macht vielleicht Hoffnung..., mehr aber auch nicht.

Immerhin kann man ja auch noch hoffen, dass meine eher pessimistische Einordnung oben falsch ist..., hoffentlich!

Erfolg könnte sie haben, wenn ihr Parteiumfeld und ihr Koalitionspartner sie praktisch bedingungslos unterstützen würden... ... - hat da jemand Hoffnung?