Lars Klingbeil und Bärbel Bas
Stets verzagt: Die SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas / picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Koalitionskompromisse - Die SPD stellt sich gern als Opfer dar

Die SPD tut sich sichtlich schwer, einiges mitzutragen, was sie im Koalitionsvertrag vereinbart hat. Die Union kann ebenfalls nicht glücklich sein über all die Zugeständnisse, beklagt sich aber nicht öffentlich. Im Vokabular der Sozialdemokraten scheint das Wort Kompromiss nicht vorzukommen.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Welche Partei würde nicht lieber mit absoluter Mehrheit reagieren statt mit einem Koalitionspartner? Koalition heißt schließlich immer Kompromiss beziehungsweise viele Kompromisse. Die fallen umso schwerer, wenn Parteien zusammen regieren (müssen), die ideologisch vieles trennt. Das ließ sich an der gescheiterten Ampel studieren. Das zeigt sich aktuell bei der seit neun Wochen regierenden schwarz-roten Koalition.

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christoph ernst | Di., 8. Juli 2025 - 11:21

gegen Sinn und Verstand, das wirtschaftliche und kulturelle Überleben des eigenen Landes und die Zukunft des freien Westens. Zugleich die Heimat für kranke Woke und Islamisten.
Eine Partei der Finsternis und des Nihilismus im Geiste von Karl Marx.
Alles nur noch bitter.

dazu noch die Tatsache, daß linke keine "Kompromisse" eingehen können, denn Kompromisse setzen Toleranz und Respekt vor der anderen Meinung voraus, beides geht linken grundsätzlich und vollständig ab. Es zählt nur ihre Meinung und nur ihre Meinung ist richtig, auch Fakten spielen keine Rolle. Wie soll man unter den Bedingungen Kompromisse eingehen können.

Jürgen Goldack | Di., 8. Juli 2025 - 12:26

Schön, dass sich Herr Dr. Vogg auch mal zu Scherzen hinreißen lässt und böse Fakten über die Rot-Schwarze Koalition beim Namen nennt. Besonders markant ist wohl, dass er die absurde Einstellung der SPD zu offensichtlichen Fehlentscheidungen zu Themen wie Migration, Bürgergeld und der AfD, geprägt vorrangig durch einen Antifa-Gefolgsmann Klingbeil, in keiner Weise akzeptiert, thematisiert. Dass die SPD wie auch abgewählte Grüne radikal-links-ideologisierten Narrativen folgen, können diese erkennbar sehr einseitig gebildet bzw. indoktrinierten Pseudopolitiker weder erkennen noch verstehen. Die CDU, von Merz durch Wahllügen und nicht gehaltene Versprechen wie auch durch das Klammern an eine undemokratische Brandmauer und der daraus resultierenden Erpressbarkeit durch den "Partner" in diese desolate Koalition gezerrt ist nur noch ein Zerrbild der einstigen CDU. Und, Herr Vogg, ich glaube nicht, dass die SPD Martin Luther kennt - bei dem nur einseitig links orientierten Bildungsniveau!

Weder die SPD noch die CDU sind Opfer beide sind Täter. Das was die CDU bisher und eigentlich schon seit Merkels Zeiten (vergessen wir nicht die Standig Ovationen der CDU bei Merkel) abgeliefert hat waren zu keinem Zeitpunkt zum "Wohle unseres Landes". Der letzte Kanzler der seinen Eid "zum Wohle unseres Landes" ernst genommen hat war Gerhard Schröder (einschließlich der gesicherten, preiswerten Energieversorgung). Der schneidige Fritz will nach aussen glänzen muss aber dafür viele Milliarden Steuergeld locker machen das dann für die eigenen Bürger und für das eigene Land fehlen.

Wolfgang Borchardt | Di., 8. Juli 2025 - 12:50

eklatanten Fehler für Segnungen hält - Fehler bleiben es doch. Der Bürger zahlt, der Gegner profitiert.

Jürgen Goldack | Di., 8. Juli 2025 - 12:56

Normalerweise wäre die SPD in ihrer Rolle als heute noch etwa 15%-Partei ja auch nur ein "Opfer"! Nur durch böse Ränkespiele, Wählerbetrug und Postengeschacher sowie der "Zementierung" einer absurden undemokratischen merkelschen Brandmauer gegen die rechtsstaatlich legitimierte AfD, die nach der Bundestagswahl 2025 stattgefunden haben, dürfen obskure Gestalten immer noch lauthals den politischen Ton angeben. Und Pinocchio Merz wie auch Wendehals CSU-Söder buckeln, wie man auch jüngst wieder bei der Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf, einer Vertreterin extrem linker und fern ab vom Grundgesetz vorgetragener Ideologien, zur Wahl als Bundesverfassungsrichterin unschwer erkennen kann. Wird diese nur durch Feindbilder (AfD, Russland) zusammengeklebte Regierungskonstellation beibehalten ist das, so denke ich, der sichere Weg in eine zweite dystopische Ära eines faschistisch geprägten Deutschland.

Ernst-Günther Konrad | Di., 8. Juli 2025 - 13:00

Jetzt aber. Die SPD und in der Opferrolle? Echt jetzt. Das sagt man doch immer nur der AFD nach, wenn man sie wieder mal diffamiert, bewusst falsch wiedergibt oder umdeutet und sich die dann wehren. Jetzt also wirklich mal die SPD? Naja, das muss man schon verstehen. 14,5 % nur noch bei der letzten Umfrage, permanent werden "Ideen" der Partei angeprangert und kritisiert. Ständig muckt die UNION auf und läßt die SPD nicht einfach mal regieren, wie sie will. Dann noch die Parteiquerelen, an der die AFD schuld ist. Und überhaupt. Die AFD ist schuld, dass die SPD abschmiert. Also ich kann schon verstehen, dass sich die SPD in der Opferrolle sieht. Kaum einer mag sie mehr, niemand nimmt sie mehr ernst, obgleich sie in der Regierung alles versucht, ihre wahnwitzige Ideologie zu retten. Und jetzt kommen sie daher und beschuldigen diese Partei der unberechtigten "Opferrolle". Also wirklich Herr Dr. Müller-Vogg, das geht gar nicht. Das steht nur der AFD zu. Die SPD sind Täter und keine Opfer.

Karl-Heinz Weiß | Di., 8. Juli 2025 - 13:06

Manchmal fragt man sich, welche Meinungsforscher dem SPD-Vorstand zuarbeiten. 16% bei der Bundestagswahl, und der "Untergangskurs" wird fortgesetzt. Bärbel Bas wollte die Politik des Heils-Bringers korrigieren - und sieht plötzlich minimale Einsparmöglichkeiten. Zwischenzeitlich werden in Gelsenkirchen von einer SPD-Oberbürgermeisterin Wohnblocks abgerissen, die für massenhaften Bürgergeldbetrug genutzt wurden. Und in Berlin ist das Wort "Clankriminalität" diskriminierend und ein Parteienverbot "unausweichlich ". Da ist wirklich zu fragen: welche Partei ?

Ingofrank | Di., 8. Juli 2025 - 13:29

Die CDU/ CSU m u s s nicht mit einer ihr konträr gegenüberstehenden SPD, grüner Sekte oder gar der Linkspartei kooperieren und oder koalieren ! Merkel wollte es so und hat sich von der vereinigten Linken Bewegung ins Boxhorn einer Brandmauer jagen lassen. Der Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die Alt- SED Nachfolgepartei die Linke besteht quasi seit der Tolerierung der CDU gegenüber Rammelow in Thüringen seit Jahren nicht mehr.und gipfelte vor rd. 60 Tagen mit der Zustimmung der Linken zu Kanzlerwahl am gleichen Tag der ersten Merz‘schen Niederlage.
Also was Sie hier darstellen mag aus Ihrer parteipolitischen Sicht der Union so sein, ist aber grundsätzlich falsch ! Die Union könnte auch mit der AfD beispielsweise koalieren und das bei durchaus satten Prozenten (über 50%!) aber Merkel und ihre Erben w o l l e n es nicht. Und das Herr Müller- Vogg, ist ein himmelweiter Unterschied.
Das der europäische & internationale Trend weg von links grünen bewegt, sei am Rande bemerkt.
MfG ad Erf.R.

Klaus Funke | Di., 8. Juli 2025 - 13:40

Ein Mann ohne Berufserfahrungen, aus der Antifaszene kommend, hat das anspruchsvollste und wichtigste Staatsamt inne. Das sagt alles. Für mich ist die SPD, nachzublättern in ihrer Geschichte der letzten zwanzig Jahre, einer der Hauptschuldigen an unserer Staatskrise. Die SPD ist die am weitesten zerrüttete Partei, ohne echte Ziele, nur am Machterhalt interessiert. Sie brachte es immer wieder in Regierungsverantwortung, weil die anderen Partner schwächer, verlogener und noch erbärmlicher sind. Die SPD ist wie kaum eine andere Partei schuldig und direkt verantwortlich am Zustand unseres Vaterlandes. Wer diese Partei trotzdem immer noch wählt, handelt verantwortungslos, diese Partei gehört komplett abgewickelt, ihre Funktionäre zum größten Teil vor Gericht. Wenn ich die grinsende Visage des Politrentners Müntefehring sehe, könnte ich... nein, ich sage es nicht. Aber letztlich verdienen wir solche Typen. Kein Volk ist schuldiger als das deutsche, denn es lässt zu, so regiert zu werden.

Brigitte Miller | Di., 8. Juli 2025 - 14:11

"Zuversicht wecken" könnten die Politiker mit sinnvollen Handlungen, schöne Worte gab und gibt es zur Genüge.

Keppelen Juliana | Mi., 9. Juli 2025 - 10:23

Antwort auf von Brigitte Miller

schöne Worte vernommen nur hohles Volksverdummungsgeschwätz. Es gibt auf beiden Seiten noch nicht mal begnadete Redner geschweige denn begnadete Macher. Wir werden regiert von der EU den NGO`s von den Gerichten und den diversen Zentralräten.

Ingofrank | Di., 8. Juli 2025 - 14:49

Aus verschiedenen Puzzles kann kein neues sinnvolles Bild entstehen, genau so kann eine Koalition nichts bewegen, wenn die Koalitionäre nicht zusammenpassen und nur im kleinsten gemeinsamen Nenner einen Kompromiss sehen.
Machen wir Deutsche uns doch ehrlich ! Die Groko‘s unter Merkel funktionierte doch nur, weil die von Haus aus linke SPD mit ihrem Ex- Kanzler Schröder wegen der Agenda 2010 haderten und sich Merkel samt „ihrer“ Partei(en) sich vergrünte und vor allem gegenüber der SPD als Konservative Partei sich „sozialdemokratiesierte“ schlimmer noch, links die Sozen in manchen Politikfeldern noch überholte, wie beispielsweise in der Einwanderungs- & Migrationspolitik wo es anfänglich auch warnende Stimmen aus der SPD gab.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Christoph Kuhlmann | Di., 8. Juli 2025 - 16:52

Moralismus in seiner lernunfähigen, fanatischen Art wird immer scheitern, weil die Antworten von gestern nicht zu den Fragen von Morgen passen. Ich schätze, das weiß auch die SPD. Die CDU hat vielmehr das gegenteilige Problem. Die Hemmungslose Opportunität des Machterhaltes glaubwürdig auszufüllen, nachdem man sich seit 20 Jahren rot, grün und blau bedient ist auch nicht einfach. Die überzeugten Antiideologen handeln nach dem Motto, die Praxis bricht jede Theorie und was kümmern mich meine dummen Versprechen von gestern? Übermorgen nenne ich es Orthodoxie.

Peter Gadesmann | Di., 8. Juli 2025 - 19:26

Eine Brandmauer schützt nur den, bei dem es NICHT brennt. CDU und SPD stehen in Flammen.
Gesunder Menschen Verstand.