In eigener Sache: Podiumsdiskussion mit Viktor Orbán - „Hoffnung für den Frieden heißt Donald Trump“

An diesem Dienstag war Auftakt der Gesprächsreihe „Sturm über Europa – der Ukrainekrieg, die Energiekrise und geopolitische Herausforderungen“ im Berliner E-Werk. Viktor Orbán, der Ministerpräsident von Ungarn, stand Cicero-Herausgeber Alexander Marguier und dem Verleger der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, Rede und Antwort. Sie sprachen über den Völkerrechtsbruch in der Ukraine, die EU-Sanktionen gegen Russland – und darüber, wie der Krieg aus Orbáns Sicht beendet werden kann.

Ulrich Thiele

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Ulrich Thiele ist Redaktionsmitglied bei Cicero und lebt in Hamburg. Auf Twitter ist er als @ul_thi zu finden. Threema-ID: 82PEBDW9

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Viktor Orbán steht für seine Ungarn-First-Politik seit Jahren in der Kritik Westeuropas – dass er seine Politik hinter Wortblasen und Dezentraler-Mobilsierungs-Rhetorik versteckt, gehört hingegen nicht zu den Vorwürfen. Das zeigte sich einmal mehr am heutigen Dienstag, als Ungarns Ministerpräsident während seines Deutschlandbesuchs für eine einstündige Podiumsdiskussion mit Alexander Marguier, Cicero-Chefredakteur und -Herausgeber, und Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, im Berliner E-Werk zu Besuch war. „Sturm über Europa – der Ukrainekrieg, die Energiekrise und geopolitische Herausforderungen“ lautet der Titel einer neuen Reihe, deren Auftakt die Diskussion mit Orbán bildete.

Als Jurist stehe für ihn völlig außer Zweifel, dass Russland das internationale Völkerrecht gebrochen habe, deswegen stehe Ungarn klar auf der Seite der Ukraine, so Orbán. Er halte es jedoch für ein „immenses Problem“, dass man es bisher nicht geschafft habe, diesen Konflikt zu isolieren. Woraufhin er zu einer Lobrede auf Ex-Kanzlerin Angela Merkel ansetzte: Er habe migrationspolitisch harte Konflikte mit Merkel ausgefochten, doch wie die damalige Kanzlerin 2014 in der Krim-Krise agiert hat, sei ein „diplomatisches Meisterwerk“ gewesen. Denn Deutschland sei umgehend in Verhandlungen mit Russland getreten und habe so den Konflikt isoliert, sodass er ein russisch-ukrainischer Konflikt geblieben sei. „Deswegen: Danke, Angela!“, so Orbán.

Beim jetzigen Krieg habe aber niemand versucht zu verhandeln, weshalb der Konflikt jetzt ein internationaler sei, im Zuge dessen niemand frage, was das Interesse von Ländern wie Ungarn ist. „Ich bin nicht bereit, den Ukrainern so zu helfen, dass ich Ungarn dabei wirtschaftlich zugrunde richte und dass Ungarn sterben“, so Orbán. Es gebe zwei Lager in Europa: Das Kriegslager und das Friedenslager. „Ich gehöre zum Friedenslager, deswegen bin ich für eine sofortige Feuerpause – egal, was die Ukrainer davon denken. Das unterscheidet mich von denen, die Entscheidungen aus ukrainischen Interessen ableiten wollen.“ Ob es mit Merkel nicht zum Krieg gekommen wäre, wollten die Moderatoren wissen. Orbáns knappe Antwort: „Mit Sicherheit.“

„In der Energiefrage sind wir Zwerge“

Orbáns Programm lässt sich unter dem Motto „Ungarn first“ zusammenfassen. Alles andere, so Ko-Moderator Holger Friedrich, wolle er rechts und links liegen lassen. Aber Ungarn gehört zur EU. Ob Orbán nicht eine Politik zulasten der europäischen Perspektive betreibe, wenn er, wie zu Beginn des Krieges, schon früh in Verhandlungen über Energielieferungen getreten sei, obwohl Brüssel für ein europäisch geschlossenes Auftreten in puncto Sanktionen gegenüber Russland plädiert habe?

Orbán blieb beim Ungarn-First-Standpunkt: Es gebe keine europäische Perspektive, aus der sich nationale Interessen ableiten ließen. Sondern andersherum bilde sich die europäische Perspektive aus einer Bündelung nationaler Interessen. Die Sanktionen der EU-Kommission seien „katastrophal“. Nicht die Sanktionen an sich, sondern die „primitive Weise“, auf die sie umgesetzt würden. Das Hauptargument für die Sanktionen sei aber durchaus schlüssig, merkte Moderator Alexander Marguier an: Man wolle eben Russlands Krieg nicht finanzieren. Was Orbán sich denn unter einem intelligenten Sanktionsregime vorstelle, das Deutschland und Russland nicht schade? Eine konkrete Antwort blieb der ungarische Ministerpräsident schuldig.

Stattdessen führte er aus, warum die Sanktionen primitiv seien: „Wir wollten die Russen nicht finanzieren, aber tatsächlich finanzieren wir sie.“ Russland habe in einem halben Jahr 158 Milliarden Euro verdient, die Hälfte davon komme aus Europa. Man dürfe eben nicht nur die Menge an Rohstoffen berücksichtigen, sondern auch deren Marktpreise. „Wenn die Preise steigen, verkaufen die Russen zwar weniger Gas, aber sie verdienen trotzdem mehr Geld.“ Sanktionen lohnten sich nur dann, wenn man der Stärkere sei. „In der Energiefrage sind wir Zwerge, die Russen hingegen Riesen. Ein Zwerg sanktioniert den Riesen und wundert sich dann, warum es nicht funktioniert.“

„Wir würden einfach nur das Herrchen wechseln“

Allerdings will Russland nach eigener Aussage den Westen destabilisieren. Ob Russland überhaupt wieder Gas liefern würde, sollten die Sanktionen aufgehoben werden, darf also bezweifelt werden. Was ihn so sicher mache, dass Russland ohne Sanktionen Gas liefern würde, wollte Marguier folglich vom ungarischen Regierungschef wissen. „Ich schlage nicht vor, die Sanktionen aufzuheben, sondern sie neu zu schnitzen“, entgegnete Orbán.


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Zumal es nicht im europäischen Interesse sei, die russische Abhängigkeit gegen amerikanische zu tauschen. Das möge für uns bequemer sein, so Orbán, weil die USA im Gegensatz zu Russland demokratisch sind. „Doch wir würden einfach nur das Herrchen wechseln.“ Europa brauche vier oder fünf verschiedene Anbieter, um unabhängig zu sein.

„Feuerpause, sofort“

In den derzeitigen tektonischen Verschiebungen der Geopolitik sieht Orbán den Westen so schwach dastehen wie noch nie. Ihm selbst werde vorgeworfen, mit seiner Politik ein trojanisches Pferd Putins zu sein. Doch ein großer Teil der Welt – Indien, afrikanische Länder – hätten ebenfalls nicht mitgemacht, als die USA zum Bündnis gegen Russland aufriefen, so Orbán.

Ein solches Ignorieren der USA hätte es in früheren Zeiten nicht gegeben. „So schwach waren wir global noch nie“, sagte Orbán. Deswegen: „Feuerpause, sofort“, wiederholte er, „sonst werden Zigtausende sterben, und der Krieg wird nach Europa getragen.“ Der Papst, Henry Kissinger und Jürgen Habermas seien schließlich auch für eine Feuerpause „statt langfristiger Rechthaberei“.
 

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Aber worüber solle überhaupt verhandelt werden, wollte Marguier wissen. „Es wäre besser, wenn die Öffentlichkeit nicht hört, was ich jetzt sage“, setzte der Ministerpräsident an: „Die Feuerpause muss nicht zwischen Russland und der Ukraine zustande kommen, sondern zwischen Russland und den USA.“ Der Krieg bleibe hinsichtlich des Ausgangs nur offen, weil die Ukraine externe Ressourcen – Waffen, Informationen – aus den USA bekommen. Den Krieg könnten also nur die USA in Verhandlungen mit Russland beenden. „Deswegen ist Joe Biden mit seinen Äußerungen über Putin zu weit gegangen. Die Hoffnung für den Frieden heißt Donald Trump.“

„Macron hat recht: Man muss für strategische Unabhängigkeit einstehen.“

Das klinge ein bisschen nach 19. Jahrhundert, so Marguier: Als stünden zwei Großmächte über einen großen Tisch mit Weltkarte gebeugt und verhandelten über die Aufteilung der Welt. Welche Rolle denn die Ukraine in diesem ganzen geopolitischen Spiel dann einnehmen solle? „Es gibt ein größeres Problem“, entgegnete Orbán. Vorher müssen man nämlich die Frage stellen, welche Rolle Europa denn spielt.

Europa habe nach dem Zweiten Weltkrieg seine Souveränität verloren. Dass es zu keinem weiteren Krieg gekommen sei, habe nicht an der EU gelegen, wie so gerne gesagt wird. Sondern einzig und allein daran, dass die USA und die Sowjetunion sich geeinigt hätten. Nach dem Mauerfall habe die große Chance bestandenen, die Souveränität zurückzugewinnen. Kanzlerin Merkel habe dieses Souveränitätspotenzial in der Krim-Krise gezeigt. Doch jetzt drohe die Gefahr, dass Europa wieder außen vor bleibt, denn es gebe keine europäische Sicherheitsstruktur, sondern nur die Sicherheitsstruktur der Nato. „Macron hat recht: Man muss für strategische Unabhängigkeit einstehen. Sonst kommt eine neue Sicherheitslage, die von den USA und Russland vereinbart worden ist.“

Allerdings steht Orbán selbst in Osteuropa mit seinen geopolitischen Positionen derzeit recht allein da, weil die Visegrád-Gruppe (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei) in geopolitischen Fragen auseinanderdriftet – Beispiel Polen. „Das war schon immer so: Wir haben ein brüderliches Verhältnis zu Polen, aber in geopolitischen Fragen sind wir historisch bedingt nicht einer Meinung. In Fragen des Nationalstolzes, des Familienkonzepts und der Genderpolitik hingegen geht eine Trennungslinie durch Europa.“ Östlich dieser Linie sehe man Migration eher als Gefahr denn als Bereicherung. „Für Deutsche klingt das sicherlich grauenhaft, aber östlich dieser Linie ist der Nationalstolz eine wichtige Antriebskraft.“ Diese Sicht werde von Progressiv-Liberalen ständig attackiert, deswegen sei es so wichtig, dass die Visegrád-Gruppe geschlossen auftrete und für konservative Werte einstehe.

„Ursprung allen Übels“

Das sei aber schwieriger geworden, und der „Ursprung allen Übels“ diesbezüglich sei der Austritt der Briten aus der EU. Die Briten hätten zusammen mit der Visegrád-Gruppe den EU-Föderalismus nicht hingenommen. Mit dem Brexit sei das Gleichgewicht verloren gegangen, und nunmehr seien die Föderalisten aus Paris, Berlin, Brüssel und anderswo in der Überzahl. „Jetzt gibt es Dinge wie den Schuldenausgleich, die nationale Interessen aushebeln“, so Orbán. „Man wird uns Dinge aufzwingen, die wir nicht wollen.“
 

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Nach 1990 hätte sich eine Politik der Berücksichtigung von Minoritäten ausgeweitet, hielt Holger Friedrich entgegen. Und zwar nicht nur in Fragen der sexuellen Identität, sondern auch bezüglich der Interessen von kleineren Ländern. „Ungarn hat maximal davon profitiert und stellt diese Berücksichtigung von Minoritäten nun maximal in Frage.“ Ob die Ukraine nicht auch davon profitieren solle, wollte Holger Friedrich wissen. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, gute Frage!“, so Orbáns Replik.

Zunächst gehöre aber die ukrainische Position verstanden. Und die Ungarn verstünden sie am besten. „Es wird über Butscha gesprochen, aber 1956 hieß Butscha Budapest“, fügte er mit Blick auf den von der Sowjetunion niedergeschlagenen Ungarn-Aufstand hinzu. „Unser Selensky wurde gehängt nach der Revolution. Uns muss man nicht erklären, wie brutal ein russischer Krieg sein kann. Das meiste, was wir jetzt tun können, ist aber die Feuerpause.“

Gespräch mit Scholz sei „sehr aufregend“ gewesen

Konkrete Vorstellungen, unter welchen Bedingungen der Krieg zu Ende gehen könnte, konnte der ungarische Ministerpräsident nicht geben. „Ich habe keine hochtrabenden intellektuelle Ambitionen. Lieber 100 Stunden erfolglose Verhandlungen als ein Gewehrschuss. Wir werden während Verhandlungen sehen, was passiert. Einen konkreten Plan gibt es noch nicht.“ Sein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Vortag bezeichnete Orbán dagegen als „sehr aufregend“: „Scholz versteht Dinge schnell und umfassend, man kann sich gut mit ihm unterhalten. Dass ich nichts erreicht habe, ist eine andere Frage. Aber die Verhandlung selbst war dennoch gut, und ein Ungar weiß das zu schätzen.“

Angela Merkel habe seine „Toleranzangebote“, also die ungarische Perspektive zu tolerieren, stets abgewiesen. Ihr Amtsnachfolger Scholz habe sich Orbáns Standpunkt angehört, aber weder abgelehnt noch befürwortet. Auch ihn habe Orbán gefragt: „Warum lassen Sie nicht zu, dass Ungarn denkt, was es aufgrund seiner Geschichte denkt? Wir haben keine Multikulti-Gesellschaft, und ich verstehe nicht, warum wir das anders machen sollten. Wir fühlen uns wohl.“ Er könne den kommenden Generationen kein Land übergeben, das Direktiven aus Brüssel entgegennehmen müsse. Ebenso, wie er kein überschuldetes Land hinterlassen wolle.

„Das nationale Gefühl ist so stark in Ungarn. Wenn du nicht frei bist als Nation, bist du nicht frei als Individuum“, lautete Orbáns Fazit, der sich wegen seines umstrittenen Homosexuellen-Gesetzes einem starken Druck aus Westeuropa ausgesetzt fühlt. Er sei aber nicht nach Deutschland gekommen, um sich zu beklagen. Denn: „Von Merkel habe ich gelernt: Wer sich beklagt, ist schwach.“

Kai Hügle | Di., 11. Oktober 2022 - 14:50

"Wäre es mit Merkel nicht zum Krieg gekommen?, wollten die Moderatoren wissen. Orbáns knappe Antwort: 'Mit Sicherheit.'"

"Die Hoffnung für den Frieden heißt Donald Trump."

Beeindruckend, wie sich jemand mit so wenigen Worten so disqualifizieren kann...

Karl-Heinz Weiß | Di., 11. Oktober 2022 - 14:51

Ein sehr vergiftetes Loblied auf Angela Merkel. Ja, sie hat den Krim-Konflikt isoliert-und dann NS2 auf die Schiene gebracht. Putin fühlte sich sicher, dass auch bei seinem zweiten Aufschlag nichts passiert.

Werner Peters | Di., 11. Oktober 2022 - 15:21

Das war nicht Orbans bestes Interview. Viele Widersprüche. Lob an Frau Merkel, wo die ihn am liebsten auf den Mond geschossen hätte.

Christa Wallau | Di., 11. Oktober 2022 - 15:34

zu begegnen, der keine Bedenken hat, seine Position klar zu vertreten, obwohl er genau weiß, daß sie von anderen absolut nicht geteilt wird.
Er ist auch nur deshalb so sicher u. tritt so selbstbewußt auf, weil er andererseits genau weiß, daß sehr viele Europäer, vor allem in seinem eigenen Land, der gleichen Meinung sind wie er. Immerhin ist er erst im April d. Jahres von den Ungarn mit absoluter Mehrheit wiedergewählt worden!
Was Orbans Einstellung zum Ukraine-Krieg anbetrifft, so ist sie m. E. vernünftig u. schlüssig. Europa hätte sich nicht von den USA in deren geopolit. Pläne hineinziehen lassen dürfen.
Und daß eine Lösung n u r zwischen Rußl. u. den USA gefunden werden kann, ist auch richtig; denn ohne die USA wäre die Ukraine, die vorher schon bankrott (weil korrupt) war, längst am Ende.

"Ich bin nicht bereit, den Ukrainern so zu helfen, daß ich Ungarn dabei wirtschaftl. zugrunde richte u. dass Ungarn sterben" - diesen Satz hätte ich mir auch von "meinem" Kanzler gewünscht!!!

Wahrscheinlich Orbans Aussagen zu Ungarn. Er erinnert an die Niederschlagung des Ungarnaufstandes und macht damit deutlich, dass Ungarn mit Russland schlechte Erfahrungen gemacht hat?
Das war aber eine ganz andere Situation. Russland hätte nach dem 2. Weltkrieg keinen nachträglichen Sieg der anderen Alliierten hingenommen.
Ob sie schon damals den USA/Europa nicht trauten?
Nach dem Ende des Kalten Krieges durch den Zusammenbruch der UDSSR war klar, dass Russland keine weitere Schwächung hinnehmen würde.
Was machten die USA in dem Moment, was die EU?
Ich könnte mir denken, dass Russland bei aller Liebe zu Europa, sonst hätte die Besatzung noch ganz anders ausgesehen, zur Verteidigung russischer Bindungen/Interessen übergingen.
Mit dem "Vorrücken" der NATO an die "russische Welt", mit dem PUTSCH in der Ukraine, zuvor Georgien, Unterstützung von "Aktivisten" selbst in Russland, befanden WIR uns "im Krieg"?
Ich stehe nicht auf der Seite der USA/EU, neutral zur Ukraine, traurig zu Russland.

Jawoll, wenns eng wird, schnell das Weite suchen. Ich würde klar auch der Familie meines Nachbarn beistehen, deeskalieren helfen.
Ausserdem darf man nicht vergessen, dass Orbans der mal ein Linksliberaler war, in seinem Land seit Jahren die freie Information unterdrückt und abweichende Meinungen beschneidet. Wie vertrauenswürdig spricht denn so ein Autokrat?

Gabriele Bondzio | Di., 11. Oktober 2022 - 15:51

dass ich Ungarn dabei wirtschaftlich zugrunde richte und dass Ungarn sterben.“

Diese Meinung, kann ich voll und ganz akzeptieren.
Daumen hoch...werter Herr Orban!

Einen Krieg militärisch zu gewinnen, kann in einer Katastrophe enden.
Weil "Führungskräfte" auch nur Menschen sind, welche die Kontrolle über ihre Emotionen verlieren können.

Die Frage aller Fragen ist doch eindeutig, wäre ein militärischer Sieg gegen eine Atommacht überhaupt möglich?

Außer Putin hat ja auch der oberste Militärbefehlshaber der Ukraine, General Valery Zaluzhny, davon gesprochen... dass dieser Krieg zum Einsatz taktischer Atomwaffen durch Russland und die USA führen könnte.

“Es ist auch nicht völlig auszuschließen, dass die führenden Länder der Welt direkt in einen ‘begrenzten’ Atomkonflikt verwickelt werden, in dem das Risiko für einen Dritten Weltkrieg bereits direkt sichtbar ist.”

Sichtbar macht es, dass es nicht um die Ukraine , sondern Kontrolle selbiger durch die Rivalen Russland-USA geht.

Enka Hein | Di., 11. Oktober 2022 - 15:58

...und gekontert hat er, der Orban.
Ein Kernpunkt ist das sich aus nationalen Interessen eine europäische Perspektive ableitet. Die Gründerväter sprachen vom Bund der Nationalstaaten.
Was wir haben ist, das ein unfähiger Schwanz (vdL) versucht mit dem Hund (EU) zu wedeln.
Energiesicherheit. Was für jede Firma gilt, sich mehrere Zulieferer zu halten, versteht von unseren linksgrünen keiner. Wie auch. Nix gelernt, abgebrochen....usw.
Wir hängen am Tropf von einem neuen Despoten.
Migration. Die Ungarn und die Ost EU rennen dem Unheil von D nicht hinterher. Frei nach dem Motto mit den Fliegen agiertD: Noch mehr Inkompatible plündern die Sozialkassen, Millionen von linksgrünen Wählern können sich nicht irren.
Und gerade Ungarn prosperiert immer mehr und D erodiert.
Orban hat begriffen.
Insgesamt gutes Interview.
Und was die "Wortblasen und Dezentraler-Mobilsierungs-Rhetorik" angeht, da sind Scholz, Habeck und Grüne Spitzenreiter, neben vdL, in der EU.
Von nix eine Ahnung aber blubbern.

Gisela Fimiani | Di., 11. Oktober 2022 - 16:01

Ich fürchte, dass das westliche Lager (zahlreiche Journalisten eingeschlossen) derart in seiner Überlegenheitsblase eingeschlossen ist, um auch nur einem Gedanken Orbans näher treten zu können. Orban ist Orban und daher im Unrecht. Die Geschichte und eventuelle Erkenntnisse daraus spielen ohnehin keine Rolle. Orbans Forderung nach einem sofortigen Einfrieren des Krieges stimme ich völlig zu. Es geht mitnichten um Recht oder Unrecht. Es geht darum zu Retten: Menschenleben, wirtschaftliches Überleben, aus Hass- und Eskalationsspiralen auszubrechen. Kriege hinterlassen nicht nur materielle Schäden! Wer besitzt die Weitsicht (die Geschichte könnte weiterhelfen), die Weisheit, über Dynamiken nachzudenken, die oft unvorhersehbare Folgen zeitigen? Die Kriege im Irak, in Afghanistan und v.m.? Tut die Biden Regierung das Richtige - weit weg vom Kriegsgeschehen? Denken wir nach und verlassen die Blase der Hypermoral, in der wir uns so wohl fühlen. Schwarz - viele Grauschattierungen!! - Weiß.

Maximilian Müller | Di., 11. Oktober 2022 - 16:27

..es bei diesem Konflikt gar nicht um die Ukraine geht, sondern dass hier ein Kulturkampf zwischen Russland und dem Westen stattfindet. Dieser Konflikt wird schon seit Jahrzehnten ausgetragen und die Ukraine dient dem Westen als Vorwand, um der eigenen Bevölkerung die Eskalation schmackhaft zu machen - es geht nämlich mal wieder vermeintlich um die Gute Sache. In Wahrheit kämpfen hier die Globalisten gegen die Nationalisten.

Man muss sich nur mal anschauen, wer in Deutschland nach Krieg schreit. Es sind die, die vor einem Jahr noch als Pazifisten galten, die Grünen und die Lifestyle-Linken.
Im Konservativen Lager hingegen möchte man an den Verhandlungstisch. Das ist kein Zufall, denn Russland steht für traditionelle Werte, während der woke Teil des Westens Angst vor dem Zusammenbruch seines Systems hat, sollte Russland gewinnen. Auch Biden ist Teil dieses woken Systems und daher ist auch folgerichtig Trump die Lösung.

will man an den Verhandlungstisch? Bei uns, in Deutschland?

Könnte es sein, Herr Müller, dass Sie mit Politik im Allgemeinen und dem Ukraine-Krieg im Besonderen ein wenig überfordert sind?

Die Konservativen - Sie meinen sicher die Union - fordern Verhandlungen? Genauso viel oder wenig wie Sozis, Grüne, Liberale, ja wahrscheinlich sogar Linke.

Sie meinen sicher nicht die Rechtsextremisten: Denn die fordern Unterwürfigkeit. Schliesslich stellt der "Konservative" Björn Hoecke fest: Russland ist unser natürlicher Partner!

Ihnen scheinen traditionelle russische Werte ja mehr zu behagen, als die verweichlichte, multi-kulturell verseuchte, liberale westliche Demokratie.

Putin - ein echter Kerl (der "konservative Tillschneider ganz begeistert...) macht's vor. Da wird nicht lang herumgekaspert: Wer Opposition betreibt, wird erschossen, vergiftet, verschwindet in Sibirien. Demonstranten werden zusammengeknüppelt. Medien verboten. Putin ist eben ein Mann der Tat!

Nach Ihrem Geschmack.

Das konservative Lager ist nicht parteigebunden. Eine Frau Wagenknecht, eine Frau Weidel, die Werteunion, stehen für Werte, Tradition und Verantwortung "Ihrer" Klientel. Die LGBTIQ Gender Fraktion im Parteienkomplex steht für Vernichtung traditioneller Lebensart, Kultur, Lebensgrundlagen in Wirtschaft und Gesellschaft. Politische Errungenschaften die in Bürgerrechten oder dem Grundgesetz fest verankert waren, werden ausgehöhlt und durch wertebasierte Regeln ersetzt, die für die eigene Bevölkerung nur mit Nachteilen verbunden ist. Sich zu einem gesunden zukunftsfähigen Mann oder Frau zu entwickeln, Familie zu gründen wird durch mediales besserwisserisches Dauerfeuer zum Zufallsprodukt werden.
Da Herr Lenz, genau da sind die russischen Werte, den deutschen näher als dieser künstlich woke Schwachsinn aus den USA der die Menschheit am Überleben hindert.
Wenn Sie das nicht verstehen, ist das auch nicht tragisch. Schon die alten Römer waren der Meinung, dass der eigene Furz am besten riecht

Gerhard Lenz | Mi., 12. Oktober 2022 - 09:01

Antwort auf von Martin Höllriegl

mit welcher Offenheit Sie hier ein Menschenbild vertreten, welches fatal an die dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte erinnert!

Der gesunde zukunftsfähige Mann oder sein weibliches Pendant, die Familie sind also in Entwicklung und Bestand gefährdet, werden zum Zufallsprodukt!..

Daraus ergibt sich, dass Mitglieder der LGBTIQ eben nicht zu den "Gesunden" zählen - man ist wohl krank, in früheren Zeiten sagte man auch "nicht lebenswert".

Noch schöner: Sie klagen über Aushöhlung der Bürgerrechte und deren Ersatz durch irgendwelche Werte, die Sie ablehnen. Andererseits zögern Sie nicht, der LGB-Community, die nichts anderes tut, als für ihre Rechte einzutreten, einen "ungesunden" Charakter anzudichten.

Und gleichzeitig Ihre eigenen Werte in den Vordergrund zu stellen.

Widersprüchlicher geht es nicht. Dass Sie diese "gesunden" Werte bei einem Putin sehen, der gerade die Ukraine überfallen hat, passt da nur.

Und diese Werte sind uns also näher?

Da pfeiff' ich drauf.

Inana | Di., 11. Oktober 2022 - 16:37

Orban hat zumindest in einer Sache recht. Man hat sehr den Eindruck, dass die Falken die Probleme davon, den Krieg nicht zu isolieren nicht sehen. Sie sehen nach meinem Eindruck weder, dass es immer schwieriger sein wird noch rauszukommen - noch scheinen sie sich ernsthaft die Frage zu stellen welche Belastungen überhaupt konsensfähig ist. Sie können auch so nicht denken, weil sie den Krieg eben nicht mehr isoliert, sondern als eine Art religiös-absolute Auseinandersetzung sehen. Und das mag aufgehen, wenn der Sieg schnell kommt. Wenn nicht, werden daraus erhebliche innenpolitische Spannungen entstehen.

Tomas Poth | Di., 11. Oktober 2022 - 16:58

Den Schlüssel für Waffenruhe und danach für Frieden in der Ukraine haben nur Russland und die USA in der Hand.
Die Ukrainer vielleicht wenn sie sich ihrer Führung entledigen.

Russlands Krieg finanzieren:
Tun wir doch nach wie vor, und sei es auf nur Umwegen aus dritter Hand.

Ungarn first:
Solch eine klare Aussage, Deutschlands Interessen zuerst, nur wünschenswert. Wird aber mit den Regierungskoalitionen bei uns nicht vorkommen.
Im Gegenteil die Ampel will ja, gemäß ihrer Regierungserklärung, ausschließlich Europa und der Klimarettung dienen, wir kommen da nicht vor, außer als Arbeits-, Steuer- und Abgabenknechte für diese windigen Projekte.

Nationales Gefühle:
Die sind bei uns nur noch rudimentär vorhanden. Mit Deutschland du mieses Stück Dreck oder Scheiße (RotGrüner OT) wird man sie nicht wecken können. Will diese Politik ja auch nicht, wir sollen nur noch Europäer sein. Wir müßten also außer unserer auch alle anderen EU-Nationalhymnen singen. Wer will das hören?

Gerhard Lenz | Di., 11. Oktober 2022 - 17:10

Lasst Orban mal machen. Angeblich hat doch der Gulasch-König ganz gute Kontakte nach Moskau. Sicherlich kann er den "lieben Vladimir" überreden, sofort sämtliche Kriegshandlungen einzustellen und seine Truppen abzuziehen.

Im Gegenzug, als Kompensation, kann Ungarn ja aus EU und NATO aus-, der russischen Föderation ja vielleicht sogar beitreten.

Seine Landsleute würden sich "bedanken".

Herr Orban ist also nicht bereit, wegen der Ukraine Einbußen hinzunehmen? Na hoffentlich erwartet er nicht irgendwann mal von anderen Solidarität. Die könnten ja dann auch tönen "Ungarn Last!".

Immerhin: Er hat gute Worte für Frau Merkel übrig. Das wird ihm so mancher Cicero-Forist aber übelnehmen.

Schade, dass die Herren Journalisten Orban nicht auf die "illiberale Demokratie" angesprochen haben, die er anstrebt. Und so stößt er nur irgendwelches nationalistisches Kauderwelsch aus.

Aber vor allem hat er Humor: Die Hoffnung auf Frieden heisst Trump!

Hat man beim Sturm auf das Capitol gesehen.

Günter Johannsen | Di., 11. Oktober 2022 - 19:34

Wer schwarz und weiß denke, kommt dem Frieden keinen Schritt näher, Ich glaube nicht, dass ein Polterer Trump Hoffnung auf Frieden machen kann. Wäre Trump weiter US-Präsident gewesen, hätte Putin wohl seinen Krieg nicht angefangen, weil Trump für Putin nicht berechenbar ist. Es könnte aber auch andersherum gedacht werden: mit Trump als Präsidenten wäre die Welt nur noch eine Atomkriegsruine ... ohne Menschen, ohne Tiere, ohne jegliches Leben ... und auf viele tausend Jahre nicht mehr bewohnbar!
Und ja: es muss Verhandlungen geben. Aber mit wem, wenn Putin - der lupenreine Kommunist und KGB-Mann - nicht gesprächsbereit ist?
Den USA Schuld in die Schuhe zu schieben , ist blöd und lässt auf Spuren von linXer Amerikafeindlichkeit schließen.
Doch was wären wir, wenn es die Atommacht USA für uns als Schutzmacht nicht gäbe?
Da wäre Berlin, Budapest, Paris, Warschau, Prag und ... und ... und längst von einem Sowjetrussisch-Chinesischen Regime versklavt. Wer will das?!

Ernst-Günther Konrad | Mi., 12. Oktober 2022 - 09:11

Ich stimme nicht immer und in allem mit Herrn Orban überein, aber eine Aussagen haben Substanz und zeigen deutlich, dass er eben vor allem zuerst an sein Volk denkt, dass ihn ja auch mehrheitlich gewählt hat. Ob alle seine Wege die richtigen sind, kann und darf man unterschiedlich bewerten. So habe ich bezüglich seiner Merkel Aussagen eine andere Sicht der Dinge. Sie mag zwar 2014 den Konflikt isoliert haben, hat danach aber nichts weiter gemacht als ihn einzufrieren. Keiner wollte eine Lösung durchsetzen, obwohl es die damals gab.
Dass er sich den beiden Journalisten stellt und so gut es geht, seine Sicht erklärt, die nicht immer richtig sein muss, aber konsequent seine politische Haltung wiederspiegelt, zeugt von Größe. Jedenfalls bin ich beim Thema Ukraine völlig bei Herrn Orban. Nur werden inzwischen alle diejenigen, die Frieden fordern, die Gespräche für besser halten als schießen, als Bösewichte dargestellt. Verkehrte Welt. Und ja, ohne die USA gibt es keine Lösung.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 12. Oktober 2022 - 10:32

umgegangen, nicht nur weil ich sie für unsere "Weltjüngsten" halte - nur mal gethest - sondern auch, weil sie uns von der politischen Katastrophe namens Adolf Hitler mitbefreit haben.
Er hätte weiter Kunstpostkarten malen sollen oder die Dramaturgie und Bühnenbild für Wagneropern erstellen.
Ich war jedoch von Anfang an der Meinung, dass die USA weder im Verhältnis EU zu Asien, noch zu Turk/Araber, noch zu Afrika bestimmend etwas verloren hätten.
Leider haben sich die USA "genau" in diese Richtung entwickelt, sie stören mich.
Mein Motto lautet nicht, Demokratie ist, was ich bestimme.
Aber im Verhältnis EU/Amerika dürfen die Amis laut werden.
Ich stehe auch auf ihrer Seite, wenn jemand von aussen meint, ihnen sagen zu können, was sie bei sich tun und lassen sollen.
Biden meint mit dem "Kuba-Vergleich" vlt., dass da die Sowjetunion vor die Grenzen der USA bestimmend vordrangen.
Das denke ich bei allem Recht auf Selbstbestimmung der einzelnen Völker auch.
Die USA verteidigen sich zu sehr?

Brigitte Simon | Mi., 12. Oktober 2022 - 22:48

Das Gepräch mit dem derzeitigen Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnet Viktor Orban als sehr aufregend. Wie aufregend war wohl sein Gespräch mit der Exbundeskanzlerin Angela Merkel einen Tag vor seinem Treffen mit ihrem Nachfolger Scholz?

Auf Einladung seiner Freundin Angela zu einem
privaten Treffen und herzlichem Beisammensein
wurde vieles unaufgeregt erörtert. Auf Anfrage der dpa in Merkels Büro wurde das bestätigt.
Nähere Ergebnisse zu erfahren war nicht möglich.
Vom Kanzleramt gab es keine Mitteilung zu dem Gespräch. Eine bei solchen Treffen übliche gemeinsame Pressekonferenz war ohne Be-gründung nicht angesagt.

Die intrigante Gefährlichkeit Merkels in Puncto Ukraine und Deutschlands Deinstrualisierung und damit verbundener Niedergang ist ein Ge-schenk für Merkel. Was weiß sie was wir nicht wissen und erfahren dürfen?

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