Eine Pride-Parade in Hollywood, Los Angeles / picture alliances

Identitätspolitik in Hollywood - Woke Filmproduzenten übernehmen die Macht

Auch Branchenriesen wie Amazon und Disney können sich dem woken Diktat der „Diversität“ nicht entziehen – und wollen es auch gar nicht. Allerdings führt das in manchen Fällen zu massiven Protesten von Fans der Originalvorlagen. Wie etwa bei der Neuverfilmung einer Fantasy-Reihe von J.R.R. Tolkien.

Autoreninfo

Eva C. Schweitzer arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen in New York und Berlin. Ihr neuestes Buch ist „Links blinken, Rechts abbiegen“.

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Dunkle Elben, schmutzige Hobbits, schwarze Meerjungfrauen — in Amerika gibt es Streit um Neuverfilmungen, die inklusiver und diverser sein sollen. Anfang September brachte Amazon The Rings of Power heraus, eine Fantasieserie und die Vorgeschichte zu dem Megaerfolg Lord of the Rings, der cineastische Dreiteiler nach den Büchern von J.R.R. Tolkien. Die Handlung spielt in dem fiktionalen Kontinent Mittelerde. Abweichend allerdings von Peter Jacksons Verfilmung, aber auch vom Original des verstorbenen britischen Autors sind die Charaktere nicht so richtig altenglisch. So gibt es dunkelhäutige Elben wie Arondir, der eigens für die Serie erfunden wurde, wenngleich die weibliche Heldin, Galadriel, immer noch so blond ist wie eine nordische Göttin. Hingegen sind bei Jackson nur die bösen Orks schwarz, nicht aber die lichten Elben.

Es folgt Disney, die im kommenden Jahr eine Neuauflage von Arielle, der kleinen Meerjungfrau, in die Kinos bringen. Die Meerjungfrau wird von der afro-amerikanischen Schauspielerin Halle Lynn Bailey gespielt, während die Zeichentricknixe weißhäutig und rothaarig war. Zwar erhielt Disney viele begeisterte Zuschriften von schwarzen Mädchen, ältere Fans aber, die den Cartoon kennen, meckerten. Als Disney den Trailer zum Film auf Youtube hochlud, gab es 1,5 Million Dislikes. Einen noch größeren Aufschrei veranstalteten allerdings Tolkien-Fans, die bereits bei den Jackson-Filmen darauf geachtet hatten, dass keinen Millimeter von der literarischen Vorlage abgewichen wurde. Der unvermeidliche Elon Musk twitterte, Tolkien drehe sich gerade im Grab um.

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Ernst-Günther Konrad | Mo, 19. September 2022 - 17:16

Einfach nicht mitmachen, nicht in die Kinos und Musicals, Theater oder sonstige Einrichtungen gehen, wenn man das nicht will. Wenn der Zuschauer durch Nichterscheinen klar bekennt, dass er das nicht will, damit das Geld nicht fließt, wird der Spuk schnell ein Ende haben.
Am Ende geht es doch nur um Einnahmen, um Anerkennung in der Branche und um das anders sein. Wer sich die Filme gegendert anschauen will und die Figuren divers besetzt und die Originale als Bücher und Filme kennt, wird sich schnell entscheiden was er will. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mehrheit das so nicht will. Deshalb sollten alle Akteure genau darüber nachdenken, wie das Ende dieser Verrücktheit aussehen wird. Jedenfalls können da die Akteure sich nicht herausreden, es nicht besser gewusst zu haben. Und wenn es in den USA schon so weit ist, dann dauert es nicht lang und Steinmeier trägt ein Dirndl. Inzwischen fordern die Jusos softe woke Pornos in der ARD einzuführen. Der Sittenverfall ist in vollem Gange

Wolfgang Tröbner | Mo, 19. September 2022 - 17:20

Was sonst ist es, wenn Hollywood plötzlich Tolkiens Welten mit schwarzen Charakteren bevölkert. Tolkien war ein weißer Nordeuropäer, dessen Geschichten auf keltisch-germanischen Traditionen und Kulturen beruhen. Also der Kultur von Weißen. Das gilt im Übrigen ebenso für die Märchen von Andersen und die darin vorkommenden Figuren. Oder wo genau liegt der Unterschied zu Rasta-Frisuren, die weiße Menschen nicht benutzen dürfen, weil diese Frisuren von Schwarzen "erfunden" wurden? Wenn schon, denn schon, dann bitte die gleiche Elle an alles anlegen. Sonst könnte man noch auf den Gedanken kommen, dass der Wokismus nur erfunden wurde, um die Weißen zu maßregeln und schikanieren.

Hr. Tröbner, wir erleben hier kulturelle Aneignung "weißer Literatur" von den PoC´s. Diese Leute tun genau das, was sie anderen vorwerfen!
Wollen die PoC´s und ihre Promoter es nicht merken oder liegen dort Wahrnehmungsstörungen vor, Schizophrenie, oder sind das einfach nur nackte Geschäftsinteressen?

Romuald Veselic | Mo, 19. September 2022 - 17:51

Man sieht sich die "Filmprodukte" einfach nicht an, so, wie man sich die ÖRR nicht anguckt. Märchen sind Märchen und Straßenrealität beginnt morgens an der Türschwelle, wenn man in die Arbeit fährt. Die ist weder divers, noch gegendert oder LBTQ-Geformt. Sondern existenziell.

1 Beispiel: Im Realsoz, bis 1989 war in der CSSR, November der Monat der CS-UdSSR Bruderschaft (nicht Schwesternschaft). Die Kinos sind den ganzen Monat leer geblieben. Deshalb gab's im Dezember US Filme, damit das filmische Plansoll erfüllt wurde.

Im Rest der Welt, lässt sich dies niemand zumuten. Und Rest der Welt, beginnt an der D-Ostgrenze.

Sabine Lehmann | Mo, 19. September 2022 - 17:57

Auf der Suche nach einer Formulierung, wie ich meine Verachtung gegenüber dieser Heerschar Bekloppter zum Ausdruck bringen kann, ohne meine Contenance zu verlieren, muss ich zugegebenermaßen passen.
Dieser K(r)ampf um angebliche Vielfalt und Diversität ist mittlerweile unfreiwillig lächerlich geworden und zur Realsatire mutiert. Ich hoffe, dieser Trend überholt sich selbst mit 300 km/h auf der linken Spur und lässt das, was man früher "normal" nannte zurückkehren. Wäre nicht nur für die Freiheit wieder locker durch die Hose atmen zu dürfen von Vorteil, sondern auch für Niveau, Anspruch, Qualität und Kreativität!

Franz Poschen | Mo, 19. September 2022 - 20:43

Wurde vor kurzem nicht bekannt gegeben, das Filme nur noch für den "Oscar" nominiert werden, wenn gewisse Quoten bei der Besetzung berücksichtigt worden sind. Ich werde diese Filme meiden.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 19. September 2022 - 21:07

Da vergisst man fast, dass es um allerhand geht.
Handelt es sich nicht um eine Zeit, weit vor der "Der Herr der Ringe"?
Ich bin bislang sehr angetan von der Serie.
Meine Güte, wie auch immer Tolkien zugeordnet haben sollte, der oder die Andere kann sehr wohl darunter fallen.
Tolkien wuchs im Britischen Empire auf.
Wir haben das doch heute sehen können, anlässlich des Staatsbegräbnisses von Queen Elizabeth der II.
Man schaue ab und an BBC world und beruhige sich.
Wann auch immer diese Welt der Hobbitse, Elben, Zwergen, Orcs usw. spielt, Tolkien schreibt m.E. über seine Zeit, allerdings mit einem Blick auf die Herkünfte der Konflikte.
Ich habe keine Probleme mit Diversity, wenn ich nicht die Art und Weise der Begründungen mitbekäme.
Zuviel Freiraum sollten sich die USA nicht genehmigen, wenn es auch glaubhaft bleiben soll.
Sie zeigen es aber selbst bei Catwoman und Batman und Superman werden sicher folgen.
Da ich Appropriation nur teilweise nachvollziehen kann, mache ich kein Aufhebens..

Christopher Jahn | Mo, 19. September 2022 - 22:53

Sobald ich merke, dass mich ein Filmerzeugnis woke umerziehen will, schalte ich aus. So einfach ist das.

Helmut Bachmann | Mo, 19. September 2022 - 23:46

„ Bevorzugt werden Kinder mit dunkler Hautfarbe“. So einen Satz muss man auf der Webseite zum Musical „ König der Löwen“ lesen. Man kann unschwer erkennen, dass die neue „Vielfalt“ eigentlich der neue Rassismus ist. Was sollte es sonst sein, wenn man den weißen Menschen und seine Kultur herabwürdigt, nichtet.

Maximilian Müller | Di, 20. September 2022 - 00:46

Irgendjemand hat es ja schon gesagt. Es ist kulturelle Aneignung und Teil der woken Agenda, die westliche Kultur aufzuweichen und letztlich zu zerstören, damit man anschließend ein diverses Utopia basteln kann. Alles natürlich absolut irre, aber die Filmindustrie bläst trotzdem kräftig ins woke Horn. Es gibt noch unendlich mehr Beispiele: She-Hulk mit männerfeindlichen Parolen ; The Woman King mit einer schwarzen Frau und den üblichen Rassismusvorwürfen ; House of the Dragon, in dem Schwarze wasserstoffblonde Perücken tragen ; Witcher mit erfundenen schwarzen Charakteren (basiert ursprünglich auch auf nordischen Märchen). Ich könnte eine Stunde so weiter machen. Der Punkt ist: Hier werden bewusst bekannte Märchen und Geschichten geblackwashed oder feminisiert. Also wird genau das gemacht, worüber man sich, wenn es umgekehrt geschieht, maßlos aufregt. Allerdings steckt dahinter in diesem Fall tatsächlich eine politische Agenda, wie man an den Reaktionen auf die Zuschauekritik sieht.

Achim Koester | Di, 20. September 2022 - 08:41

Wie einige Kommentatoren bereits richtig festgestellt haben, wird sich der ganze Quatsch in Luft auflösen, wenn keiner die woken Film kauft oder ansieht. Da die woke Szene sehr stark vom Kommerz abhängt, erledigt sie sich von selbst, wenn keiner mitmacht.

Franz Poschen | Di, 20. September 2022 - 09:54

Nebenbei ist mir aufgefallen, das auch im Prequel von Game of Thrones - House of the Dragon - die Schwarzenquote extrem aufgestockt worden ist. Weiterhin huschen in anderen Serien/Filme Frauen mit Kopftuch/Burka durch das Bild, die Quote von Schwulen und Lesben wurde aufgestockt und "anderweitig Begabten" zollt man auch Rechnung. Wenn dies für die Handlung des Films/der Serie von Belang wäre, könnte ich dies noch nachvollziehen. Aber es geht hierbei - wie beim Gendern - nur um Erziehung und Beeinflussung.