Ukrainische Militärfahrzeuge bewegen sich auf der Straße in dem befreiten Gebiet in der Region Charkiw / picture alliance

Russischer Angriffskrieg - Wieso ist die ukrainische Armee so erfolgreich?

Die offiziell bestätigten Erfolge der ukrainischen Streitkräfte überraschen nicht nur die russischen Invasoren. Innerhalb nur weniger Wochen ist der Ukraine die Rückeroberung von Gebieten gelungen, für deren Eroberung die russische Armee mehrere Monate benötigte. Moskau reagiert darauf mit politischem Terror und versucht seine Aktionen noch nicht einmal mehr oberflächlich zu verschleiern.

Autoreninfo

Dr. Alexander Dubowy ist Forscher im Bereich Internationaler Beziehungen und Sicherheitspolitik mit Schwerpunkt auf Osteuropa, Russland und GUS-Raum.

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Auch wenn vom strategischen Durchbruch der Frontlinie nicht gesprochen werden kann, fügte Kiew Moskau durch schnelle Gegenoffensiven eine schwere operative Niederlage im Ukraine-Konflikt zu und schaffte es beinahe die gesamte Region Charkiw sowie einzelne Gebiete der Region Donezk von den Besatzungskräften zu befreien; so wie weiter auch mehrere taktisch wichtige Orte am Westufer des Flusses Dnipro in der Region Cherson.

Den ukrainischen Erfolg bezeichnen führende westliche Militäranalysten, so beispielsweise das renommierte US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW), als ein Zusammenspiel aus richtiger Planung und Durchführung der Kampagne sowie dem präzisen Einsatz westlicher Waffensysteme (etwa des US-amerikanischen Mehrfachraketenwerfersystems HIMARS), unter anderem gegen russische Bodenkommunikationslinien.

Begleitet wurden die Gegenoffensiven durch eine erfolgreiche Intelligence- und Medienkampagne. Wesentlich zum Erfolg trugen dabei die über einen längeren Zeitraum öffentlich geführten Debatten und mehrfache Ankündigungen Kiews, eine große Gegenoffensive in der Region Cherson zu planen, welche zu einer Verlegung der russischen Truppen aus der Region Charkiw an die Chersoner Frontabschnitte führten. Auf diese Weise verwirrte die ukrainische Armeeführung Russlands Streitkräfte und täuschte erfolgreich über ihre Operationsabsichten in der Region Charkiw.

Drohendes Scheitern Russlands Pläne im Donbas

Die drohende Gefahr der Einkesselung russischer Truppen bei Isjum gipfelte am Wochenende in den schmachvollen, fluchtartigen Rückzug Russlands. Die Befreiung Isjums nimmt von Verteidigern von Slowjansk enormen Druck und bringt Moskaus Planung zur Eroberung der gesamten Region Donezk gehörig durcheinander.

Ohne Isjum, einen absolut wesentlichen Logistikknotenpunkt, dürfte die russische Offensive mit den aktuell vorhandenen Streitkräften mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit zum Erliegen kommen. Ursprünglich sollte die russische Offensivoperation entlang des Bogens Isjum, Sewerodonezk, Donezk erfolgen und zielte darauf ab, nach Sewerodonezk und Lyssytschansk, die zentralen Städte Bachmut, Kramatorsk und Slowjansk einzunehmen.

Danach wäre ein Vorstoß bis in die westlichen Gebiete der Region Donezk ein Leichtes gewesen. Durch den Rückzug aus Isjum ist diese Planung nicht mehr aufrechtzuerhalten. Selbst die in Zweifel zu ziehende Einnahme der Stadt Bachmut würde den Druck auf die russischen Streitkräfte durch die Gegenwart starker ukrainischer Truppenverbände in Slowjansk und Kramatorsk erhöhen. Die Fortsetzung der Offensivoperationen im Großraum Bachmut und nördlich von Donezk wäre einer Vergeudung der ohnehin stark begrenzten Kampfressourcen Russlands gleichzusetzen. Eine Umgruppierung russischer Truppen in Richtung Cherson würde de facto die gesamte russische Donbas-Front öffnen und selbst mit dem Verlust der Regionshauptstadt Donezk drohen.

 

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Eine risikofreie Wahl bleibt Russland letztlich nicht. Denn Militäranalysten vom Institute for the Study of War (ISW) gehen angesichts einer erheblichen Truppen- und Waffenkonzentration auf ukrainischer Seite von einer Fortsetzung der Offensivoperation der Ukraine in der Region Cherson aus. Die Lösung dieses Dilemmas aus Mangel an Reservekräften, Zeitdefizit und Notwendigkeit des Aufbaus neuer und der Verstärkung bestehender Verteidigungslinien dürften – auch angesichts der enormen Erwartungshaltung des Kreml  – die russischen Strategen Tag und Nacht beschäftigen.

Eine adäquate Entscheidung dürfte selbst für erfahrene Kampfoffiziere ein Drahtseilakt sein. Die ukrainische Führung ist der – wohl in sehr vielem richtigen – Überzeugung, dass Wladimir Putin auf die Ratschläge des Generalstabes nicht zu hören bereit und – aus offensichtlichem Mangel an militärischer Bildung und Erfahrung – einer solchen Dilemma-Situation intellektuell schlicht nicht gewachsen sei. Auf diese Weise wird Kiew in den kommenden Wochen von so gut wie jeder Entscheidung Moskaus profitieren dürfen.

Der Krieg ist nicht zu Ende

Naheliegenderweise ist aktuell keine der beiden Seiten zu Friedensverhandlungen bereit. Die Ukraine sieht das strategische Momentum auf ihrer Seite. So sicherte Oleksiy Arestovych, externer Berater des ukrainischen Präsidialamtes, am Montag, 12. September 2022 die Fortführung der Militäroperation sowohl im Osten des Landes als auch in der Region Cherson zu.

Im ersten Schritt sollen aber die rückeroberten Gebiete entlang der gesamten Frontlinie abgesichert werden; weitere Offensivoperationen seien in Vorbereitung, so Arestovych. Russland sieht sich dagegen in der strategischen Defensive und hat Angst davor, alle bislang besetzten Gebiete der Ukraine und selbst die im Jahr 2014 annektierte Krim zu verlieren. Am Vormittag des 12. Septembers 2022 bekräftigte der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates und ehemaliger Präsident Russlands Dmitri Medwedew, dass Moskau nach wie vor ausschließlich eine bedingungslose Kapitulation Kiews erwartet.

Angesichts ukrainischer Militärerfolge greift Moskau zusehends zum Instrumentarium des politischen Terrors und versucht seine Aktionen noch nicht einmal mehr auch nur oberflächlich zu verschleiern. Am Sonntag, 11. September 2022 rief Margarita Simonjan, Chefredakteurin des staatlichen TV-Senders Russia Today, in der Sonntagsdiskussionssendung von Wladimir Solowjow unter Berufung auf angebliche NATO- und US-Taktiken dazu auf, gezielt gegen zivile Infrastruktur in der Ukraine vorzugehen.

Noch am selben Abend feuerte das russische Militär Raketen von Schiffen im Schwarzen und Asowschen Meer auf Objekte ukrainischer ziviler kritischer Infrastruktur ab, dadurch fielen in fünf Regionen der Ukraine stundenlang Strom- und Wasserversorgung aus; darunter auch in den aktuell zu knapp 60% von Russland kontrollierten Regionen Donezk und Saporischschja. Michailo Podoljak, Berater des Präsidialamtes der Ukraine, bezeichnete die gezielten russischen Angriffe gegen zivile kritische Infrastruktur als eine „bedingungslose Manifestation des russischen Terrorismus“ sowie als eine „feige Antwort auf die Flucht der Armee vom Schlachtfeld“.

Scheinerweiterung des Meinungsspektrums im Staatsfernsehen

Interessanterweise waren am Sonntag, 11. September 2022 auch deutlich kritischere Stimmen im Staatsfernsehen zu hören. So sprach sich Boris Nadezhdin, ein ehemaliger Staatsdumaabgeordneter der rechtsliberalen „Union der Rechten Kräfte“ und Mitglied einer zur sogenannten „systemischen Opposition“ zählenden, Kreml-nahen Satellitenpartei „Gerechtes Russland“, offen gegen die Fortsetzung des Krieges in der gegenwärtigen Form aus. Bislang kam diese Diskussion im russischen Staatsfernsehen zum Aufruf, den Krieg zu beenden, am nächsten. Nichtsdestoweniger handelt es sich um eine Scheindebatte, die nicht überbewertet werden sollte.

Ganz und gar bedeutungslos sind die politischen Diskussionssendungen im russischen Staatsfernsehen aber nicht. Auch wenn sich die Positionierungen der Fernsehexperten stets in einem vom Kreml vorgegebenen Diskursrahmen bewegen müssen, kann sich dem aufmerksamen Zuschauer durchaus der Abglanz hinter den Machtkulissen laufender Diskussionen öffnen und einen Ausblick auf das möglicherweise Kommende gewähren. Die innerelitären Debatten werden seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in den politischen Diskussionssendungen des Staatsfernsehens abgebildet. Keineswegs handelt es sich bei der in den Debatten getätigten Kritik um ein Zeichen für eine drohende Palastrevolte oder auch nur eine noch so leise Gefahrandrohung für das gegenwärtige Machtsystem.

Vielmehr bieten die Staatsfernsehdebatten einen Blick auf den undurchsichtigen Machtkampf zwischen den Befürwortern einer Verhandlungslösung und den Anhängern noch brutalerer Kriegshandlungen. Denn sowohl die sogenannte „Partei des Krieges“ als auch die sogenannte „Partei des Friedens“ (besser: „Anhänger einer Kompromisslösung“) rufen Wladimir Putin zu ihrem Zeugen an, versuchen dadurch den eigenen hart umkämpften innerelitären Platz abzusichern und eröffnen Putin damit die Möglichkeit, außerhalb des Diskurses zu bleiben, ja diesen indirekt zu steuern.

Die unterschiedlichen im öffentlichen Raum platzierten Forderungen erweitern den Entscheidungsspielraum für Wladimir Putin ganz erheblich, bereiten die Bevölkerung auf jede – stets durch den Kreml im Handsteuerungsmodus ausgeführte – Option vor und nehmen Putin letztlich jede Notwendigkeit zur Rechtfertigung ab. Das letzte Wort bleibt selbstverständlich ausschließlich bei Putin. Die Bürde der Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung werden andere übernehmen.

In Kooperation mit

Gerhard Fiedler | Mi., 14. September 2022 - 08:59

Weil es ein Krieg der USA gegen Russland ist, der mit der Osterweiterung der Nato seinen Anfang nahm. Die USA liefern die Waffen, leiten und planen das Kriegsgeschehen, ohne sich dabei die Hände schmutzig zu machen. Die Ukrainer dürfen kämpfen und verbluten. Und die europäischen Lakaien der USA sorgen für Solidarität, die vom Volk bezahlt werden muss.

Urban Will | Mi., 14. September 2022 - 09:12

erfreulichen Erfolge diesen Krieg entscheiden. Sie tun sie nur dann, wenn Putins Stern sinkt und dies ist wohl nur möglich, wenn Putin, auf welchem Weg auch immer, aus dem Amt kommt und eine neuer „Gorbatschow“ in Sachen Umgang mit dem Westen ihn ersetzt. Jemand, der die Unsinnigkeit dieses Krieges offen bekennt und sich komplett aus der U zurück zieht.
Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios geht wohl irgendwo gg Null.
Die Täuschung d Russen und überraschenden Siege d Ukrainer, lagen an ihrer Überzahl (ich hörte was von 12 zu 1), weil die Russen dort wenig Militär hatten. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber wenn es so war, sind die Erfolge keine Überraschung, eher im negativen Sinne (warum nicht noch mehr zurückgeholt wurde).
Aber Fakt ist wohl: Die Russen werden sich neu aufstellen und zurück schlagen, jetzt haben d Ukrainer das Problem, die eroberten Gebiete zu verstärken und zu halten, was Kapazitäten bindet, die anderswo fehlen.
Wo soll das enden?

Jens Böhme | Mi., 14. September 2022 - 10:53

Mit solch Erfolgsmeldung steht der deutschen Energiewende mit ukrainischem Atomstrom nichts mehr im Weg und die Befreiung Russlands von sich selbst wird ein Klacks. Dass Putin Alleinherrscher sei, ist allerdings ein gut erzähltes Märchen.

Martin Falter | Mi., 14. September 2022 - 10:55

der Anfang vom Ende des Pudels.

Schon lange nichts mehr von den "keineWaffenliefernweilKrieglängerdauert" gehört.

Kommt wahrscheinlich daher, weil deren Alptraum wahr zu werden scheint, dass das die Ukraine doch gewinnt.

Die Sanktionen wirken, die Waffen ( von Deutschland leider sehr wenig ) wirken, so hatte sich die Botoxbacke das aber nicht vorgestellt.

Der Krieg ist sicher nicht zu Ende, aber er zeigt jetzt schon allen Aggressoren, dass sie einen Preis für ihre Handlungen zahlen müssen.
Der Preis ist der Untergang.

Bernd Windisch | Mi., 14. September 2022 - 11:01

Wenn man sich die Untertitelung des Bildes zu diesem Artikel näher anschaut, kommt automatisch die Frage auf wo ist hier die erwähnte Straße und falls es sie gibt, wo führt sie hin?

Die ukrainische Führung meldet Erfolge, ihre Unterstützer bestätigen Erfolge. Zu Frontdurchbrüchen kommt es aber nach eigenen Angaben nicht.

Was ist von solchen Meldungen im Stundentakt zu halten?

Soll der bröckelnde Unterstützungswille in den westlichen Ländern neu inspiriert werden? Steht Putin vor dem Zusammenbruch? Wir wissen es nicht.

Ein Blick auf die Homepage des Autors weist denselben nicht unbedingt als bedingungslosen Putinversteher aus. Eher im Gegenteil. Auch der Teaser in seinem Twitter Account “Reality is wrong. Dreams are for real.” gibt zu denken.

Höchste Zeit mal einen abgeklärten und neutralen Beobachter wie Herrn Gathmann vor Ort zu schicken?!?

Bernd Windisch | Mi., 14. September 2022 - 11:17

Falls es sich um ein aktuelles Foto handelt, wäre es interessant zu wissen, was die Wolfsangel auf der Uniform des ukrainischen Soldaten in der heutigen Ukraine bedeutet.

Vielleicht sollte man Melnyk fragen, kennt er sich doch auch mit Bandera und wie man ihn zu interpretieren hat bestens aus.

Es ist schließlich nicht ganz unwichtig, für wessen Geistes Kinder Deutschland im Winter frieren und seine Wirtschaft ruinieren will.

Maximilian Müller | Mi., 14. September 2022 - 11:41

.. hat Russland noch gar nicht mobil gemacht und kämpft mit Söldnern und Hilfstruppen. Der Grund ist die selbst gesteckte Limitierung, hier keinen Krieg zu führen. Der Grund dafür ist wiederum, dass man die Ukraine als Brudervolk verkaufen möchte, dass auch ohne Krieg zu Russland gehören will.
Quasi jeder Russe hat ukrainische Verwandte.

Russland könnte jederzeit mobil machen, dafür muss man nur vorher für die eigene Bevölkerung ein Bedrohungsszenario kreieren, dass dann als Rechtfertigung dient. Was Russland unterschätzt hat, ist die militärische Unterstützung der USA, die die Ukraine mit Waffen und Aufklärung versorgt. Ohne die USA wäre die Ukraine schon gefallen.

Im Westen verkauft man das natürlich als ukrainisches Heldenepos und nicht etwa als Amerikanisches. Das Narrativ der inneren Bedrohung und der schwelenden Revolte gegen Putin halte ich für westliche Propaganda, wie der Westen überhaupt in allen Medien Propaganda streut und die Linie klar vorgibt.

Georg Kammer | Mi., 14. September 2022 - 12:14

liegt darin, das die USA, gleich zu Beginn des Krieges Scharfschützen durch die CIA hat ausbilden lassen.
Gestern Maischberger, der Militärexperte: USA haben Satelliten. die Ukraine nicht.
So wird der Krieg schon von Anfang an durch die USA gesteuert. Also Nato Einsatz gegen Russland.
Oder haben die Ukrainer Hellseher in ihren Reihen, die sehen können wo der Russe steht ?
Die Bilder aus dem All über Truppenbewegungen, werden dann auf CPS und Handy übertragen.
Dann ist das ab ballern von Russen kein Problem mehr.
Er sagte auch, 80 Prozent der Russen stehen hinter Putin.
Auch wenn sich einige Kriegsgegner trauen offen ihre Meinung zu sagen, wird das das Kriegsgeschehen nicht ändern.
Bin auch mal auf das Treffen mit China, u,s,w. gespannt, nur um Handel, wird es sicherlich nicht gehen.
Wie hier schon gesagt, zahlt Deutschland Millionen von schwer erarbeitetem Steuergeld in das unersättliche und fordernde Fass ohne Boden, das in Kiew steht, wie lange noch?
Ausser dem Schauspieler, kenne ich noch solche ewig fordernden, die Muslime.
Erst wenn alle Bundesbürger nicht hungern, frieren, arbeiten und in Frieden in Deutschland leben können, kann man mal überlegen, ein paar Euro in der Welt zu verteilen.
Meine Familie, Kinder und meine Enkel haben mit dem Krieg nichts zu tun, aber auch gar nichts.
Scholzens Gauglertruppe, ist für die Zerstörung der Zukunft meiner Kinder und Enkel verantwortlich.
Da ist der Krieg nur eine vorübergehende Erscheinung, wie alle Kriege, die diese Welt schon gesehen hat.

Ich sehe das ganz ähnlich wie Sie: auch ich habe Kinder und Enkel. Seit Gorbatschow plädiere ich dafür, in die offenen Hände der Russen einzuschlagen. Das wäre möglich gewesen, wenn man die Beziehungen zu den USA und der NATO entsprechend moderiert hätte. Aber Merkel und die Grünen Khmer wollten die Zerstörung des verhassten Deutschland, des verhassten weißen Kapitalisten-Faschisten. Jetzt ist es zu spät, zu viele destruktive Faktenwurden geschaffen, die destruktivste ist die muslimische Übervölkerung, danach kommt gleich die Wiederbelebung des Kalten Krieges! Alles andere, die fehlgeleitete Europapolitik, die falsche EZB-Politik, der Klima- und Corona-Bullshit, ..., alles das wäre handhabbar gewesen. Der Kreml wird sich diesen Angriff der NATO auf seine vitalsten Interessen nicht bieten lassen und er hat Optionen diese mit einem Schlag zu unterbinden. Das wird alles nicht gut enden. Daher habe ich meinen Kinder schon vor Jahren ans Herz gelegt, dieses unglückselige Land zu verlassen.

Bernhard Kaiser | Do., 15. September 2022 - 05:14

... die Russen haben noch gar nicht mobil gemacht, in der Region kämpfen nur Söldner und Hilfstruppen, Russland hat ungefähr 120 000 qkm der Ukraine unter Kontrolle, wovon die Ukraine jetzt ca. 3000 qkm "zurückerobert" hat, ein grandioser Erfolg, der auch nur deswegen zustande kam, da die Russen aus strategischen Gründen ihre Truppen abgezogen haben! Fast die gesamte Ukrainische Artillerie steht jetzt auf freiem Feld, quasi auf dem Silbertablett und wenn die Russen wollen, werden die alle verfrühstückt, das war wohl auch Teil des Plans! Ein anderer Nebeneffekt ist, dass die durch die westliche Siegespropaganda aufgestachelte innnerrussische Opposition nun aus ihren Schlupflöchern kriecht und der FSB nur noch abräumen muss, möglicherweise auch Teil des Plans! Und im Übrigen ist das Ganze für die Russen nach wie vor eine Spezialoperation zur Befreiung und Entnazifizierung des Donbass und kein Krieg, deswegen bisher auch noch keine General Mobilmachung!

Christoph Kuhlmann | Do., 15. September 2022 - 18:10

jetzt so etwas wie eine Debatte zwischen den Befürwortern von Verhandlungen und den Bellizisten gibt, spricht für die harte Haltung von USA und Ukraine. Der Dissens muss irgendwann kommuniziert werden, soll Russland nicht im Bürgerkrieg enden. Putin will Weltmacht spielen, ohne über die notwendigen Mittel zu verfügen. Seine atomare Bewaffnung ist vermutlich ebenso effektiv wie seine Artillerie. Zerstörerisch aber ungenau. Eine politische Waffe, die sich nur um den Preis der eigenen Vernichtung einsetzen lässt. Jedenfalls, solange Alice Schwarzer nicht die USA regiert. Russland hat alles, was Deutschland braucht und umgekehrt. Es wäre wirklich schön, wenn wir wieder in einem konstruktiven Austausch miteinander leben können. Diese Zeit wird wieder kommen. Das gebietet die Vernunft. Doch die Gewalt einer Diktatur im Inneren führt zwangsläufig irgendwann zur Gewalt nach außen. Der Weg zum Ausgleich mit der Ukraine führt über den Kompromiss zwischen Regierung und Opposition in Russland.