„Willkommen in Taiwan“: Plakat in der Hauptstadt Taipeh / dpa

Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi - Eine schwer zu entschlüsselnde Botschaft

Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, will mit ihrem Besuch in Taiwan ihre Unterstützung für die dortige Demokratie zum Ausdruck bringen - was die Regierung in Peking erwartungsgemäß verärgert, die Taiwan als Teil Chinas betrachtet. Dabei gibt es keine offizielle Beistandsgarantie der USA für Taiwan, und einen weiteren Krieg kann sich das US-Militär derzeit nicht leisten. Warum also dieser Besuch zum jetzigen Zeitpunkt?

Autoreninfo

Gregor Baszak (Foto privat) ist Journalist, Autor und politischer Kommentator. Er arbeitet am English Department der University of Illinois at Chicago und publizierte unter anderem in American Affairs und der Los Angeles Review of Books.

So erreichen Sie Gregor Baszak:

Die USA würden „den Preis zahlen“, drohte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums Hua Chunying in einer Stellungnahme. Sie reagierte damit auf den Besuch von Nancy Pelosi, der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und drittmächtigsten Politikerin der USA, in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Ihr Flugzeug landete dort am Dienstag zu großem Beifall der Einheimischen. Zum ersten Mal seit 25 Jahren besucht eine derart hochrangige US-Politikerin den Inselstaat. Laut Erklärung Pelosis will die amerikanische Kongress-Delegation damit ihre „unerschütterliche Unterstützung der lebendigen Demokratie Taiwans“ ausdrücken. Gleichzeitig wolle sie in keiner Weise den jahrzehntealten Status quo der amerikanischen Haltung gegenüber Chinas Besitzanspruch auf Taiwan in Frage stellen.

Dass die chinesische Regierung den Besuch ganz anders interpretieren würde, muss Pelosi jedoch klar gewesen sein. Worauf wird hier also spekuliert?

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Sabine Jung | Mi, 3. August 2022 - 11:40

auf der Welt? Es müsste langsam reichen. Hoffentlich müssen wir nicht auch für die "lebendige Demokratie" in Taiwan beispringen.

Gabriele Bondzio | Mi, 3. August 2022 - 12:01

Nun diese Ansicht hat die Elite der USA schon in der Ukraine durchgezogen.
Was dabei herauskam...ein Krieg!

Pelosi ist "der ranghöchste US-Besuch in Taiwan seit 25 Jahren, Pelosi ist nach dem US-Präsidenten und dessen Vize Nummer drei im Staat. Der Zeitpunkt gilt unter anderem aufgrund des Ukraine-Krieges als heikel. "

https://orf.at/stories/3279281/

Selbst Röttgen (CDU) ist so einsichtig zu sagen:
"„Durch den russischen Angriffskrieg gibt es zurzeit mehr als genug internationale Spannungen“.

Auch Lambsdorff warnte derweil vor einer Eskalation des Konfliktes mit China.

Was könnte es außer Provokation von China für Gründe geben?
Wenn selbst die "New York Times" schreibt: Why Pelosi’s Visit to Taiwan Is Utterly Reckless (Warum Pelosis Besuch in Taiwan absolut rücksichtslos ist).

"Rücksichtslosigkeit ist die Brutalität der Arroganz."
Gerhard Uhlenbruck

Norbert Heyer | Mi, 3. August 2022 - 12:21

Rau Pelosi sehe ich noch vor mir, wie sie im Parlament einen Gesetzentwurf der Trump-Regierung mit Verachtung zerreißt - der gleiche Blick wie Merkel bei der Fahnen-Aktion. Trump war der „Böse“, der mit Nordkorea Kontakte pflegte, der die US-Botschaft nach Jerusalem verlegte, der die deutsche Energie- und Sicherheitspolitik kritisierte. Jetzt regiert der „gute“ Biden, der aus Afghanistan über Nacht flüchtete und die Deutschen darüber nicht informierte. Er steuert und befeuert den Krieg in der Ukraine, liefert Waffen und viel Geld, um Russland zu „vernichten“ und beobachtet aus sicherer Entfernung alles, zuletzt jetzt die Tötung eines Terroristen. Also - wenn ich jetzt mal die beiden letzten US-Präsidenten vergleiche, ist mir doch der „Verfemte“ tausendmal lieber als der hochgelobte alte Mann, der vielleicht in Wirklichkeit von seiner Stellvertreterin gesteuert wird. Biden wird spätestens bei nächsten Versagen aus gesundheitlichen Gründen „leider“ zurücktreten - dann wird es noch besser

Han Huber | Mi, 3. August 2022 - 12:43

Solange die potentiellen Arbeitnehmer im Westen nicht bereit sind, sich die Hände wieder schmutzig zu machen, die Arbeitgeber nicht bereit sind, durch höhere Löhne auf einen übermässigen Teil des Gewinns zu verzichten, die Konsumenten nicht bereit sind, auf das alljährliche Ersetzen des Smartphones zu verzichten und die von uns gewählte (!) Poltikerkaste ihre Scheinheiligkeit bezüglich Auslagerung CO2 nach China zur Beruhigung des grünen Gewissens entsorgt, können wir darauf verzichten, wohlfeil am chinesischen Riesen herumzukritteln.
Wenn China den Schalter umlegt, ist hier Ende Fahnenstange. In China zwar auch, aber Autokraten leben länger - nicht nur bildlich …

Die CO2-Auslagerung ist nur die eine Seite der Medaille.
Parallel dazu bedeutet die Energiewende auch die Erhöhung der CO2-Emissionen für einen langen Zeitraum, denn all die Windräder und Solaranlagen lassen sich nicht CO2-neutral herstellen und der nötige BackUp für die Dunkelflaute erfolgt mit fossilen Energieträgern!
Der Traum, daß aller Energiebedarf irgendwann einmal nur elektrisch über Umwandlung von Wind- und Sonnenenergie funktioniert, für derzeit 8 bzw. später 10 oder mehr Milliarden Menschen, daran darf gezweifelt werden.

Georg Kammer | Mi, 3. August 2022 - 13:09

Diese Provokation, war völlig überflüssig!
Putin, Zitat: stehen fest an der Seite Chinas! Zitat Ende.
Und Hey Joe glaubt tatsächlich, er wäre der Herrscher der Welt.
Es wird bald wieder übelste Anschläge von Al - Khaida geben.
Wohl auch rund um den Globus.
Aber hauptsächlich in den USA.
Hey Joe , hat doch jetzt schon die Hose voll. Pearl Haber sollte doch die größte Warnung sein, für die Rentnerband.
China und Russland, und noch ein paar muslimische Staaten, machen zusammen aus der USA, einen verkohlten Cheesburger.
Welche Staaten hassen Deutschland und die USA?
Googelst du dich schwindelig, wegen der Quellen, für die super Schlaumeier.
Baerbock reist auch durch alle Welt, um so viel wie mögliche Putinhasser - Staaten zu finden.
Leider rausgeschmissenes Steuergeld und erfolglos.
Ich freue mich schon auf die nächste Wahl in den USA !
Ich würde mal die Anmeldung für Beide, dringend im Altenheim empfehlen.

Christoph Kuhlmann | Mi, 3. August 2022 - 13:18

durch die Straße von Taiwan. Eine schmale Seestraße, die an vielen Stellen zu blockieren ist. Die US sind dazu in der Lage.. Die USA brauchen sich also nicht mit 2 Millionen chinesischen Soldaten anzulegen um China in die Knie zu zwingen. Dafür reicht die Marine, die sie gegen Russland sowieso nicht benötigen. Entscheidender da wohl das Lieferkettenproblem. Andererseits würden wegen der globalen Rezession die Energiepreise sinken. Insbesondere in den USA. Im Handelskrieg befindet man sich ja bereits seit Trump und Biden hat da auch nichts dran geändert. Angesichts der chinesischen Wirtschaftskrise steht Xi Jinping enorm unter Druck. Diktatoren neigen dazu diesem Druck durch militärische Konflikte zu entgehen. Der "ralley around the flag" Effekt führt in der Regel zu großem Patriotismus und Zustimmung zur Führung des Landes. Ich gehe im Falle einer Okkupation Taiwans von einer Seeblockade und damit zu einem erzwungenem globalen Boykott Chinas aus. Die USA haben da wenig zu verlieren.

Annette Seliger | Mi, 3. August 2022 - 14:28

...anders ist es offensichtlich nicht erklären. Dass unsere infantile Aussenministerin bei der UN, den Chinesen gezeigt hat wo "der Hammer hängt" werden uns die Chinesen bei Gelegenheit wissen lassen. Es kann mir doch niemand erzählen dass es der amerikanischen oder deutschen Politik daran gelegen ist das Leben der Chinesen zu verbessern. Wenn ich mir die Entwicklung in dem Land anschaue, dann kann ich nur sagen: Vieles richtig gemacht!
Der "Westen" begreift langsam, dass man sich mit den Sanktionen vergaloppiert hat. Ein Niedergang Russlands ist weit und breit nicht zu erkennen und wenn ab Oktober die neuen Gaspreise an die Verbraucher durchgereicht werden, dann steht unsere Regierung vor ganz neuen Herausforderungen. Die deutsche Aussenpolitik war mal bekannt für ihre Mittlerrolle und immer sehr gefragt, aber so viel Porzellan wie Bärbock schon zerschlagen hat passt auf keinen Polterabend.

Wir sollten endlich aufhören woanders Feuer zu legen, wenn die eigene Hütte brannt.

Gunther Freiherr von Künsberg | Mi, 3. August 2022 - 17:45

Die Geschichte hat gezeigt, dass alle Diktatoren Imperialisten sind, die nicht nur ihr eigenes Land unterdrücken, sondern darüber hinaus ihr Einflussgebiet ständig erweitern mit der Folge, dass auch die Menschen im neuen Einflussgebiet entsprechend unterdrückt werden. Insbesondere Xi bzw. China betreibt darüber hinaus noch ökonomischen Imperialismus.
Man muss gar nicht auf Hitler zurückgreifen; Putin und Xi sind aktuell die Protagonisten, die die Richtigkeit dieser Behauptung beweisen.
Wenn sich nicht demokratische Staaten dem entgegenstellen laufen sie Gefahr auch entsprechend vereinnahmt zu werden. Wenn der Westen nicht NATO-gestützt dem Moskauimperialismus entgegentritt werden eine ganze Reihe demokratisch organisierter Staaten wie z.B. das Baltikum vom “ Sowjetimperialismus“, in dem Putin großgeworden ist, geschluckt.
Was mit Taiwan geschehen würde wenn Peking die Insel schluckt lässt sich am Beispiel Hongkongs deutlich absehen.
Auch Westeuropa ist insoweitgefährdet.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Ebenfalls gelöscht werden ad-hominem-Kommentare, die lediglich zum Ziel haben, andere Foristen zu diskreditieren. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Generell gilt: Pro Artikel ist pro Nutzer ein Kommentar und eine Replik auf einen anderen Leserkommentar erlaubt. Kommentare, die Links zu zweifelhaften Webseiten enthalten, werden nicht veröffentlicht. Um die Freischaltung kümmert sich die Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.