- „Walküre“: Bayreuths Wagner-Sudoku oder Wotans krachender 11.000-Euro-Eames-Chair
Der Musikjournalist Axel Brüggemann dokumentiert für Cicero seine Eindrücke der Wagner-Festspiele. In der „Walküre“ stimmte gesanglich und inszenatorisch alles, es war der bisher poetischste Höhepunkt der „Ring“-Inszenierung. Und doch zündet das Ideen-Feuerwerk allein aus Selbstzweck. Dieser „Ring“ ist ein „Ring“ für Klugscheißer.
Ist Netflix zu klein für Wagners „Ring des Nibelungen“? Gestern schien es in Bayreuth noch so. Auch deshalb habe ich heute vor der „Walküre“ erst einmal meinen „Geldermann“-Gutschein eingelöst. Doch es lag dann weniger am Getränk als an den Stimmen auf der Bühne, dass der erste Aufzug zur ersten kleinen Bayreuth-Offenbarung wurde. Plötzlich war jedes Wort zu verstehen, plötzlich stimmte die Architektur, stimmten die Spannungsbögen. Auf der Bühne verhandelten drei Bayreuth-Haudegen, wie das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde zueinander findet, während Hunding (Sieglindes Mann), den Sicherheitskasten nach Blitzeinschlag und Welteschen-Glasschaden repariert (verblüffend, wie lange man an Sicherungen herumschrauben kann).
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
"Keine einzige dieser Fragen bringt wirklich neue Erkenntnisse. Die Antworten sind oft beliebig und egal. Das Ideen-Feuerwerk zündet allein aus Selbstzweck. Und dann steht es auf der Bühne leider immer wieder handwerklich ziemlich still: unmotivierte Gänge, halbgare Aktionen und sinnloser Aktionismus. " (...)
Es zeichnet sich jetzt schon ab: Der liebe Herr Schwarz sollte doch mal bitte kleinere Brötchen backen. Mit 33 den Ring inszenieren?! Expertise? Musikalische Kenntnisse? Kann der überhaupt eine Partitur lesen? Zumal eine so komplexe?
Es ist eben so, wie es ist: Man muss einfach mal wieder über Hybris reden. Das scheint wohl eine typische Eigenschaft dieser jungen Senkrechtstarter zu sein, die quasi aus dem Nichts nach oben geschossen werden. In der Politik erleben wir ähnliche Phänomene. Jeder kann alles, jeder traut sich alles zu. Demut, Bescheidenheit, Respekt, Erfahrung? Brauchen wir alles nicht mehr! Ich fürchte, dass Schwarz an sich selbst scheitern wird. Und Bayreuth?
