Angela Merkel, Donald Trump
Was Angela Merkel ihm nicht liefern wollte, besorgt jetzt die Ampel-Regierung / dpa

Deutsche Handelsbilanz im Minus  - Der späte Sieg von Donald Trump 

Infolge des Ukraine-Krieges ist Deutschland in eine Energiekrise geraten, die - unter anderem wegen steigender Energieimporte aus den USA - die Handelsbilanz insgesamt ins Minus zieht. Außerdem will die Bundesregierung auf Nord Stream 2 verzichten und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erreichen. Gleich drei Wünsche von Ex-Präsident Trump gehen damit in Erfüllung.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

So erreichen Sie Mathias Brodkorb:

Was war die Verwunderung und Aufregung in den deutschen Feuilletons groß, als Donald Trump in seinem ersten Präsidentschaftswahlkampf auf die Botschaft „America first“ setzte. Was in hiesigen Ohren ein wenig nach „Deutschland, Deutschland über alles“ klang, hat dort allerdings eine lange, politisch anschlussfähige Tradition. Schon im Ersten Weltkrieg versuchte Woodrow Wilson mit denselben Worten zu begründen, warum die USA neutral bleiben und sich aus den Kampfhandlungen besser heraushalten sollten. 

Mit Blick auf Deutschland machten Trump vor allem zwei Dinge zu schaffen: hohe Handelsbilanzdefizite und die Weigerung, sich an die Nato-Vereinbarung zu halten, dass zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung für den Verteidigungshaushalt zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Logik Trumps war für einen konservativen Präsidenten, der sich zunächst seinem eigenen Land verpflichtet fühlt, gar nicht so absurd: Er wollte nicht länger zusehen, wie sich Deutschland auf Kosten der USA eine goldene Nase verdient und zugleich seine Sicherheitskosten auch noch auf die Weltmacht abwälzt. 

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Hans Jürgen Wienroth | So, 10. Juli 2022 - 18:46

Will die Ampel mit Parteichef Klingbeil tatsächlich 100 Mrd. € plus 2% in die BW investieren oder bildet das „Sondervermögen die 2%? Ich habe letzteres verstanden und auch da soll noch Geld abgezweigt werden. Wenn sich unsere Handelsbilanz ab April gegenüber den USA verändert hat, kann das nicht auf Import von Fracking-Gas zurückzuführen sein. Wir haben weder entspr. Terminals noch Schiffe für den Transport. Wo also ist das Gas angelandet? In den NL?
Wieso ist unsere Bilanz in 21 mit USA so positiv, gegenüber RUS und China aber negativ? Hat nur der angebl. Gasimport aus den USA das Verhältnis gedreht, wie hier dargestellt oder haben auch Produktionskürzungen durch hohe Energiepreise dazu geführt? Schließlich haben wir seit März preisw. russische Energie durch teure von int. Märkten ersetzt. Da brauchen die Menschen im Land das Sondervermögen dringender als die BW. Da wird wohl. noch umgesteuert.
Nicht nur Trump warnte vor NS2 + der Abhängigkeit von RUS, sondern auch unsere EU-Kollegen.

Christa Wallau | So, 10. Juli 2022 - 19:18

Nein, Herr Brodkorb, n i c h t allein mit Hilfe Putins, sondern mit der jahrelangen, intensiven Arbeit der USA in der Ukraine! Hier wurde vorbereitet, was jetzt eingetreten ist. Putins Krieg kommt den Zielen der USA entgegen - genau das ist der Fall.
Zwar redet nur Trump plump-offen über "America first!", aber bilde sich doch niemand ein, daß es Biden nicht darum gehe, dasselbe erreichen zu wollen wie Trump:
Mehr Aufrüstung in Europa (besonders in Deutschland) u. eine ausgeglichenere Handelsbilanz.
Ziel erreicht!
Uncle Sam kann sich ins Fäustchen lachen.

Und die Europäer, besonders die strunz-dummen, von den USA weiterhin dominierten Deutschen dürfen das Ganze ausbaden. Sie machen das angeblich in ihrer Mehrheit mit Begeisterung, wenn man den Umfragen Glauben schenkt (was ich allerdings nicht tue).

Verantwortungsvolle Politik für Deutschland u. seine Bürger sähe völlig anders aus als das, was wir seit 20 Jahren erleben. Aber die Anzeichen stehen leider nicht auf Änderung ...

Das ist unglaublich. Und Leute mit solcher "Denke" wollen uns regieren?

Die USA haben also die Vorarbeit dafür geleistet, dass Russland jetzt die Ukraine überfallen MUSSTE.

"Die strunzdummen Deutschen - also jene, die nicht AfD wählen, fallen auf Hinterlist und Tücke herein."

"Uncle Sam lacht sich in Fäustchen."

Wie tönte es aus der Partei der Foristin, der rechtsextremen AfD?

Man müsse sich gegen die "totalitäre Implementierung des westlich-amerikanische Systems wehren.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article154582778/AfD-Rechter-Ho…

Oder dass "unsere hoch geschätzte Kultur nach einer umfassenden Amerikanisierung nun in einer multikulturellen Beliebigkeit unterzugehen droht".
https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-diese-regie…

"Sowas" darf hier verbreitet werden, täglich.

Kritik daran ist jedoch zunehmend unerwünscht, da wird sofort gelöscht.

Also fassen wir zusammen "Trump" hat es gewünscht. "Putin" ist schuld und wir sind die willenlosen immer gehorchenden Zombis die nicht selber entscheiden dürfen, nicht selber denken, dürfen und schon gar nicht unsere eigenen Interessen vertreten dürfen. Jahrzehnte wurden wir zuverlässig und preiswert mit Energie versorgt worauf auch ein großer Teil unsere Wohlstand beruhte das hat nicht allen gefallen und es wurde stetig daran gearbeit das zu unterbinden. Endlich mit den Grünen 14,8% haben gereicht um unsere zuverlässige Energieversorgung zur Freude unserer "Freunde" in den Sand zu setzen an diesem Ziel wurde schon lange vor dem Krieg gearbeit. Wie praktisch dass man diesen Krieg jetzt für die hausgemachten Desaster verantwortlich machen kann der ist jetzt wie Lebertran mit dem schluckt der Michel alles, hauptsache wir zwingen die Russen in die Knie und machen aus der Ukraine ein Mega-Wunderland koste es was es wolle. Und der Michel staunt mit offenem Mund über die neue Märchenwelt.

Bernd Windisch | So, 10. Juli 2022 - 22:01

"Infolge des Ukraine-Krieges ist Deutschland in eine Energiekrise geraten,"

Falsch! Die deutsche Energikrise ist hausgemacht. Wir sind nicht in eine Krise geraten. Unsere Scheineliten haben alles dafür getan das es so kommt. Deutschland hat diese wie auch schon die so genannte Flüchtlingskrise in 2015 exklusiv.

Aber man kann anschinend nicht früh genug damit beginnen jüngere deutsche Geschichte umzuschreiben.

Dumm nur, ist bereits die Grundannahme falsch führen auch alle Ableitungen daraus in die Irre.

Donald Trump jetzt in der Sache recht zu geben ist Gratismut. Vor 4 Jahren hätte ich den Hut gezogen.

Ronald Lehmann | So, 10. Juli 2022 - 22:19

p. Sichtweise:
Seit über 100 Jahren sah das British Empire, heutzutage hauptsächlich von der USA vertreten, D. mehr als einen Konkurrenten statt Freund.

Bis 1990 benötigte wegen der SU die USA die BRD.
Moral wird aber nur in der Politik eingesetzt, wenn sie Vorteile bringt. Die Ergebnisse von wissenschaftlicher medizinischer Forschung aus Nazi-D. wurde z.B. gerne genommen.
Und wie heißt der Spruch über Moral in der Politik:
"Die kleinen hängt man, die großen lässt man laufen".

Jedenfalls habe ich in meinem bisherigen Leben von keiner irdischer Macht von wirklicher Liebe, aufrechter Demut & wahrer Moral erfahren. Sondern es geht immer um die Gier nach Ressourcen, egal welcher Art (auch Geld ist eine Ressource), oder welche Flagge.

Und darum ist dieser unselige Krieg für die Ukraine, aber auch für Deutschland & Europa ein Dilemma unbeschreiblichen Ausmaßes, wo wir wie so oft in der Geschichte "WAS" verlieren werden, egal welcher Weg genommen wird bzw. wie man sich entscheidet.😱🙏

Kai Hügle | Mo, 11. Juli 2022 - 01:36

Im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen gleich drei "Siege" für jemanden zu reklamieren, in dessen Amtszeit das Handelsbilanzdefizit größer war als während der Obama-Jahre, ist ziemlich ambitioniert.

https://www.politico.com/news/2021/02/05/2020-trade-figures-trump-failu…

Die NATO bezeichnete Trump mehrfach als "obsolet", die transatlantischen Beziehungen hat er u.a durch den Truppenteilabzug aus Mitteleuropa stärker belastet als jeder andere US-Präsident.
Auch Obama hat auf die 2% gedrängt und die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas kritisiert.
Alles, aber wirklich alles, was Sie beschreiben, ist die direkte Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine. Insofern ist es alleine Putins "Verdienst", dass die NATO heute so geschlossen auftritt wie lange nicht mehr und man neue Wege der Energieversorgung sucht.
Ob Trump das Bündnis so entschlossen geführt hätte wie Biden das tut, muss indes bezweifelt werden

https://www.bbc.com/news/world-europe-44852812

Wolfgang Tröbner | Mo, 11. Juli 2022 - 08:08

angekommen, wo Donald Trump es immer haben wollte – mit der Hilfe Wladimir Putins". Ist das so? Oder sollte man nicht ehrlicherweise sagen "mit Hilfe der grün-roten Parteien"? Mir scheint, der Beitrag von Grünen und SPD bei der Herbeiführung der Energiekrise und überhaupt der jetzigen von einer Vielzahl von Katastrophen geprägten Situation für DE wird generell verschwiegen. Ebenso wie der Beitrag von Merkel (na gut, neuerdings werden ihr gelegentlich Fehler attestiert). Wie kann es sein, dass uns z.B. in Aussicht gestellt wird, den nächsten Winter hungernd und frierend überstehen zu müssen, während die Ampel beschliesst, die Kernkraftwerke nicht weiterzuführen? Ach so, ich vergaß, wir haben ja (noch) keine Stromkrise. Wie kann es sein, dass unsere ach so kompetenten Politiker fortwährend eine globale Lebensmittelkrise beschwören, gleichzeitig aber verhindern, dass stillgelegte Flächen zur Produktion genutzt werden dürfen? Wie man hört, ist DE hier innerhalb der EU die große Ausnahme

Urban Will | Mo, 11. Juli 2022 - 08:30

durch die eigene, „freie“ Entscheidung sind wir nun genau da, wo uns die Amerikaner haben wollen und Russland ebenfalls bald da, wo Sam sie haben möchte. Zweites kann man selbstverständl. nicht als direkte Folge rein der deutschen Entscheidung sehen.

Die Amerikaner haben Dank des Krieges nun also genau das erreicht, was sie immer haben wollten, bzw. das verhindert, was ihnen Alpträume bereitet:
Eine enge Bindung von Russland an Europa, v.a. Deutschland.

Und so ist es arg naiv, zu glauben, dieser Krieg hätte n u r eine Ursache, nämlich die, dass Putin seit über 20 J nichts anderes wollte als das alte Sowjetreich wiederherstellen. In erster Linie geht es dort nun um Sams Interessen.

Ich war gewiss kein Merkel – Fan, aber sowohl sie als auch Schröder davor waren gewiss nicht so dumm, die Abhängigkeit v russ. Energie zu übersehen. Aber ich denke, sie glaubten an ein besseres Russland, wenn es denn an Europa gebunden ist.
Aber Sam wollte das nicht und schob d NATO gen Osten.

Maria Arenz | Mo, 11. Juli 2022 - 10:19

jahrelang über die dummen bzw. unverantwortlichen Geschäftsmodelle"anderer Staaten lustig gemacht oder empört. Und jetzt ist das deutsche so krachend und umfassend gescheitert wie kein anderes. Die Krux ist nun aber, daß für das scheiternde deutsche Modell kein "Lender of last resort" einspringen kann wie bisher Deutschland für den Club Med. An Warnungen aus berufenerem Mund als Trump, rechtzeitig umszusteuern, hat es nicht gefehlt. Sie wurden von einer völlig beratungs-resitstenten Kanzlerin, ihrer ebenso blinden CDU samt den links-grün verbohrten MSM ignoriert. Die hartnäckigeren Opponenten, mit deren Argumenten sich anständige Leute erst garnicht beschäftigen sollten, wurden in dei rechte Schmuddelecke verwiesen. Wie das jetzt enden soll, mag ich mir garnicht vorstellen. Die Bewältigung der uns jetzt mit brutaler Konsequenz aufgezwungenen Umkehr traue ich weder der aktuell amtierenden Regierung zu noch der so schön bunt un divers gewordneen Gesllschaft insgesamt.

Christoph Wirtz | Mo, 11. Juli 2022 - 11:20

... der in dieser Angelegenheit nur Vertreter von US-Interessen war und ist. Diese Entwicklung ist seinem Nachfolger Biden genau so recht, er war es auch, der in Anwesenheit von Bundeskanzler Scholz das unverhohlene Verbot aussprach, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. Was die Bundesregierung hier aus eigenem Wunsch "will" und was nicht, das ist unklar. Fest steht, dass sie Dinge macht, die im US-Interesse sind, zum Nachteil Deutschlands.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 11. Juli 2022 - 16:49

Trump hat knallhart die US-Interessen vertreten und genau dafür wurde er seinerzeit gewählt. Dass er dies verbunden mit seiner exzentrischen Art tat, die ihn für mich unsympathisch wirken ließ, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls hat er glasklar unseren Politikern den Weg gewiesen, den Biden, wenn auch im persönlichen Auftritt gemäßigt, weiter verfolgt. Deutschland war noch nie frei in seinen Entscheidungen. Warum? Das Nato-Truppenstatut und die Sonderrechte der USA gelten noch immer. Wir sind weiterhin von den USA verteidungspolitisch abhängig und gerade jetzt einmal mehr, hat sich D dem Gasembargo von den USA gefordert ergeben und führt das Land ins Chaos. Nur die als einen Sieg Trumps zu beschreiben, nur weil er uns den Spiegel vorgehalten hat ist übertrieben. Er hat Recht behalten mit seinen Aussagen und Prognosen. Einen Sieg hätte er feiern können, wäre er wiedergewählt worden und hätte im Amt seinen Erfolg feiern können. Jedenfalls sind wir genau da, wo man uns haben will.