Kalush Orchestra
Das ukrainische „Kalush Orchestra“ feiert das bestandene Erste Halbfinale des ESC/ dpa

Eurovision Song Contest 2022 - Sängerwettstreit als Politikum

Wegen des Ukraine-Kriegs erwarten viele, dass die Ukraine dieses Jahr den Eurovision Song Contest (ESC) gewinnen wird. Die Musiker der ukrainischen Band „Kalush Orchestra“ überzeugen aber auch musikalisch: Im Ersten Halbfinale des diesjährigen ESC sind sie mit einem vielversprechenden Folk-Hip-Hop-Song aufgetreten. Russland wiederum wurde vom ESC ausgeschlossen.

Autoreninfo

Nathan Giwerzew studierte Literatur- und Politikwissenschaft in Berlin und absolvierte ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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„Stefania, Mama, Mama Stefania / Das Feld blüht, aber sie ergraut / Sing mir ein Wiegenlied, Mama / Ich möchte dein vertrautes Wort hören“ – so der lyrische Refrain des Liedes „Stefania“, das die ukrainischen Musiker des „Kalush Orchestra“ beim Ersten Halbfinale des ESC in Turin gespielt haben. Mit ihrer erfrischenden Mischung aus traditioneller Kleidung, musikalischen Folk-Elementen und Hip-Hop hat die ukrainische Band gute Chancen auf den Titel.

Vor allem auch, weil ihnen der Verteidigungskampf der Ukrainer Sympathiepunkte einbringt: Schon 2016 hatte die ukrainisch-tatarische Sängerin Jamala den ESC gewonnen, als sie zwei Jahre nach der russischen Krim-Annexion das Leid der Krim-Tataren in der Sowjetzeit besang.

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Bernd Windisch | Do, 12. Mai 2022 - 08:41

„Wenn die Atombomben gezündet werden, sind wir tot. Mit den Gegnern der Nachrüstung und der Neutronenbombe aber müssen wir leben.“

Man darf ganz sicher über ein bestimmtes Alter nicht hinausgekommen sein um einen derart kruden Abgesang auf die Entspannungspolitik zu verfassen. Sapere aude. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! “

Übrigens, unter Entspannungspolitik versteht man die Politik der Beilegung von Konflikten zwischen verschiedenen Staaten auf diplomatischer Ebene. So versuchen die beteiligten Staaten, Streitigkeiten mit Hilfe neutraler Vermittler auf dem Wege des Kompromisses zu beheben und in Verträgen zu verankern."

Ganz schön naiv oder?

Jens Böhme | Do, 12. Mai 2022 - 09:34

Ich hoffe, dass beim ESC das beste Lied gewinnt und nicht die beste politische Liedtext-Botschaft

Gerhard Lenz | Do, 12. Mai 2022 - 10:06

schon immer auch ein wenig politisch.

Dem Nachbarland, besonders da, wo man das Brudervolk mit gleicher Sprache oder ethnischer Verbundenheit vermutete, gab man schon mal das eine oder Pünktchen mehr.
Nur absolute Überflieger (wie z.B. vor Jahren der Portugiesische Beitrag) konnten dem entgehen.

Mag sein, dass dieses Mal die Ukraine siegt. So what? Ernstgenommen wird dieser Wettbewerb doch kaum noch, was die "Qualität" angeht.

Und dass die Russen nicht teilnehmen, hat nur gute Seiten. Wer würde denen denn noch Punkte geben, außer vielleicht Belarus?

Was natürlich eine politische Entscheidung wäre. Damit würde man aber auch russische Interpreten bestrafen, die - wollen wir mal optimistisch sein - mit dem Schlächter Adolf Putin vielleicht gar nichts am Hut haben.

Ukraine: Douze points !
Russia: Zero points!

Who cares...

Walter Bühler | Do, 12. Mai 2022 - 12:52

... sind Geschäftsmodelle der Unterhaltungsindustrie, nicht weit entfernt vom Rotlichtmilieu.

Keines davon hat mit Kultur zu tun, da können beim ECS noch so viele Travestie-Künstler, Conchita-Würste oder Mamma-Heimat-Sängerlein auftreten.

Da die deutsche Unterhaltungsindustrie und die Qualitätsmedien wohl geschlossen auf die Seite der Klitschko-Brüder stehen, ist der deutsche Anteil am Sieg des Kalush-Orchesters gesichert. Dazu trägt ja auch bei, dass von deutscher Seite sowieso immer nur halbseidener Müll ins Rennen geschickt wird, der meist immer noch erbärmlicher ist als die Musik aus irgend einem anderen Land.

Also: Die Ukraine wird im ESC 2022 zu Recht siegen!

Joachim Kopic | Do, 12. Mai 2022 - 13:13

... Sport, Song-Contests und und und (... alles, wo Politik eigentlich nichts verloren hat), werden vereinnahmt. Ich schalte den Fernseher sofort aus (auch bei Privaten), wenn Fußballer mit Regenbogen-Binden meinen, den Sport damit bereichern zu müssen. Und bei "Beflaggungen" während Song-Wettbewerben erst recht!

Tomas Poth | Do, 12. Mai 2022 - 16:07

Warum sollen die Peinlichkeiten dieses Wettbewerbs im Vergleich zu früheren nicht steigerungsfähig sein?
Wer verschwendet seine Zeit überhaupt damit?

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