Rumen Radev
Mit erhobener Faust gegen die „oligarchische Mafia“: Rumen Radev/ dpa

Präsidentschaftswahl in Bulgarien - Ein Starfighter-Pilot räumt auf

Trotz schlechter Wahlbeteiligung bleibt Bulgariens Präsident Rumen Radev im Amt. Durch seine unkonventionelle Amtsführung ist er zwar zu einem gefährlichen Gegenspieler des ehemaligen Regierungschefs Borissov geworden. Doch sein Kampf gegen dessen Korruption fördert die Politikverdrossenheit im Land.

Autoreninfo

Frank Stier ist Korrespondent für Südosteuropa und lebt in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

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Im Sommer 2016 kürten die postkommunistischen Sozialisten den Chef der Luftstreitkräfte Generalmajor Rumen Radev zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen. Dies sorgte in Bulgariens Öffentlichkeit für Verwunderung, denn fast niemand kannte den Starfighter-Piloten. Nach seinen ersten, hölzern wirkenden Äußerungen als Präsidentschaftskandidat konnte man sich ihn kaum im Haifischbecken der bulgarischen Politik vorstellen.

Indem ihn die Partei von Serien-Wahlgewinner Boiko Borissov unterschätzte und mit einer unpopulären Gegenkandidatin konfrontierte, hievte sie Radev ins Amt des bulgarischen Staatsoberhaupts. Am vergangenen Sonntag haben ihm nun bei der notwendig gewordenen Stichwahl zwei von drei Wählern ihre Stimme gegeben und damit klar im Amt bestätigt. Durch seine unkonventionelle, von seinen Gegnern als unpräsidial kritisierte Amtsführung hat er in den vergangenen fünf Jahren eine politische Statur gewonnen, die weit über die repräsentative Rolle eines bulgarischen Präsidenten hinausgeht. 

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Rob Schuberth | Mo, 22. November 2021 - 19:34

..ist noch sehr, sehr lang.

Bulgarien gilt zwar nicht mehr zu dem korruptesten Land der EU (wie bis 2018) ist aber immer noch sehr weit unten angesiedelt.

https://gaz.wiki/wiki/de/Corruption_Perceptions_Index

Es bedarf nur wenig Recherche u. man findet heraus, wo all (meist unsere) EU-Millionen versickern...und zwar heute noch.

Die EU-Osterweiterung war ein sehr, sehr teurer Fehler.
Er kosten uns Milliarden und schafft Dissonanzen mit Putin.

In ein paar Jahren werden wir dann vermutl. über die Skandale dieses Jetpiloten (dumm ist er also nicht) lesen können.

Wurde jemals in einem Land des EU-Osten, oder Südens die Korruption erfolgreich abgeschafft?

Nein, welch Wunder.

Das ist dort ein Teil der DNA.
Und wir Idioten bezahlen das auch noch.
Westl. Werte sind denen auch egal. Hauptsache die Euronen rollen an.
Gerne auch geschenkt, wie jetzt die Corona-Hilfen. Das ist nicht lache...

Andre Möller | Di, 23. November 2021 - 08:36

Das wage ich sehr zu bezweifeln. Er ist ein MiG-Pilot (gewesen). Und an der US-Akademie werden auch keine Starfighter mehr gewesen sein, außer im Museum. Er war Kommandeur auf der Graf-Ignatjewo-Basis. Die Namensgebung des Luftwaffenstützpunkts ist russischer Provinienz - Graf Ignatjew war einer der Helden des gemeinsamen russisch-bulgarischen Kampfes gegen die osmanische Fremdherrschaft 1877-78. Dessen Erbe ist in Bulgarien immer noch spürbar, der moderne bulgarische Staat entsand auf dieser Grundlage. Ein aggressiver Antirussismus ist in Bulgarien nicht vorstellbar - anders als z. B. in Polen. Und Bulgarien muss und musste auch einen hohen Preis zahlen für die Westbindung, fast alle wirtschaftlichen Verbindungen nach Russland sind quasi tot und ohne adäquaten Ersatz geblieben. Ich erinnere an das Schicksal von South Stream: Bulgarien ging auf Druck von außen (EU/USA) leer aus.

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