Schild auf einem Supermarkt-Parkplatz
Disziplin und Nächstenliebe: Wer konservativ ist, hält sich an Regeln / dpa

Fragen und Antworten zur Corona-Krise - Anleitung für wahre Konservative in einer Pandemie 

Die Verwirrung ist perfekt. Galt es zu Beginn der Corona-Pandemie als links, das Virus nicht allzu ernst zu nehmen, so war es plötzlich links, sich von niemandem in der Befolgung von Vorschriften übertreffen zu lassen. Was heißt das für Konservative?

Autoreninfo

Jens Peter Paul war Zeitungsredakteur, Politischer Korrespondent für den Hessischen Rundfunk in Bonn und Berlin, und ist seit 2004 TV-Produzent in Berlin. Er promovierte zur Entstehungsgeschichte des Euro: Bilanz einer gescheiterten Kommunikation.

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Es muss um den 14. März 2020 passiert sein, wieder einmal am Wochenende, wie bereits bei ihrer 180-Grad-Wende in Sachen Atomkraft 2011, dass Angela Merkel innerhalb weniger Stunden die Fronten wechselte und von der Verharmloserin zur Obermahnerin der Corona-Pandemie wurde, der es gar nicht streng genug zugehen konnte. Dieser U-Turn brachte allerdings ihre Verehrer weniger aus dem Konzept als ihre Gegner, vorneweg die AfD.  

Der doppelte Merkel-Gauland-Rittberger lud die Seuche politisch auf und vergiftete jede Analyse und jede staatliche Anordnung in den Augen und Ohren großer Teile der Bevölkerung mit einer mehr oder weniger versteckten ideologischen Botschaft, der es sich mittels vermeintlich bürgerlichem Ungehorsam unbedingt zu erwehren gelte. 

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Hans Jürgen Wienroth | So, 21. November 2021 - 17:59

Danke für diesen kurzen, treffenden Artikel. Aber war es nicht unser Außenminister, der Schutzmaterial nach China verschenkte und nicht die EU? Oder waren beide großzügig?

Charlotte Basler | Mo, 22. November 2021 - 11:10

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

Und so schön geschrieben „der doppelte Merkel-Gauland-Rittberger“. Ich lach mich schlapp! Ebenfalls Danke!
Inzwischen gibt es ein neues Versagen. Der Impfstoff, wenigstens der von Biontech ist schon wieder knapp und muß leider rationiert werden. Andererseits wurden wohl erst kürzlich Millionen Dosen davon verschenkt.
Kann man das noch lernresistent nennen oder ist das schon ver blö det?

Benjamin Werner | So, 21. November 2021 - 20:33

Der Konservative lässt sich nicht deshalb nicht impfen, weil Merkel es möchte, sondern weil er Neues nur nach sorgfältiger und vernünftiger Abwägung mitmacht. Bei dieser Abwägung wird er sich fragen, warum er sich ein Gentherapeutikum spritzen lassen soll, welches neben den bekannten Nebenwirkungen auch noch unbekannte Langzeitfolgen nach sich ziehen kann und von den Qualitätsmedien als „Impfung“ hochgejubelt wird. Ich nehme an dem Experiment jedenfalls nicht teil. Sollte es irgendwann einen klassischen Impfstoff geben, also einen, der den klassischen Impfstoffen entspricht, würde ich nochmal neu überlegen.

dass die Medikamente nicht so umfangreich gebraucht werden.

Es kann also leider noch dauern...

Gerhard Lenz | Mo, 22. November 2021 - 09:54

In reply to by Benjamin Werner

zu der Erkenntnis kommt, dass er bei der Impfung ein "Gentherapeutikum"verabreicht bekommt, der zeigt nur, dass er mit dieser Abwägung völlig überfordert ist.

Oder wahrscheinlicher: Sich bei falschen "Experten" informiert hat. Und postwendend zu dem Schluss kommt, dass die Qualitätsmedien ihn wohl belügen müssen, denn die teilen ja nicht den Stuss, den er sich gerade angelesen hat.

Und erwähnen noch nicht mal mögliche Langzeitfolgen (die es bislang nur in den Horrorvisionen der Impfverweigerer gibt).

Mit reflektiertem Denken eines vernunftbegabten Konservativen hat das nichts zu tun.

H. Stellbruch | So, 21. November 2021 - 21:02

Das Konservative ist im Augenblick weniger gefragt als das Liberale. In einer Zeit, in der ernsthaft Impfverweigerer eine Körperverletzung auf staatliche Anordnung hinnehmen sollen, die vor allem sie selbst schützt und nur in deutlich geringerem Maße Andere, ist die Besinnung auf den Freiheitsaspekt gefragt. Konservative wie Linke tendieren zur kollektivistischen Denkweise. Freiheit muss dabei hinter der Gleichheit zurückstehen. Freiheit bedeutet aber Entscheidungen hinzunehmen, auch wenn sie nicht rational begründbar, also "dumm" sind.
Wenn nun auch die Notlage auf den Intensivstationen im Status der angekündigten Katastrophe verbleibt, finden sich für eine Zwangsimpfung nur noch schwache Begründungen. Wahrscheinlich ist wichtig, dass sie eine Art Rachegefühl der Geimpften gegenüber den Beschimpften befriedigen würde, die nicht einer schlechten Politik, sondern ihren Mitmenschen die Verantwortung für ihr weiter eingeschränktes Leben zuschreiben wollen.

Brigitte Simon | Mo, 22. November 2021 - 03:19

In reply to by H. Stellbruch

Politische Maßnahmen werden immer häufiger mit naturwissenschaftlicher Logik begründet. Doch diese schadet der Politik. Das zeigt sich an Merkels Corona-Politik.

Ihren Eid,..."zum Wohle des deutschen Volkes" mißachtet sie. Auf dem Höhepunkt der Seuche muß ihr Eid endlich Eid werden. Ihre zusätzliche Richtlinienkom-petenz muß Zeichen setzen.. Ihre Aussage "keine Impflicht in Impfpflicht. zum Wohle des deutschen Volkes muß korrigiert werden. Die iimmer vom Ende her denkende K. muß in die Pflicht genommen werden.

Der Mißbrauch dieser Pandemie treibt Blüten. Es entstand eine Marktlücke. Sie bietet in Talkshows die Plattform für sogenannte hochdotierte Experten*innen.

Ein Beispiel hierzu. Die zweimal geimpfte Philosophin Flaßpöhler outete sich bei Plasberg dennoch als Impfgegnerin. Sie tingelt von Talks zu Talks. Als Philosophin besitzt sie den Bonus der Glaubwürdigkeit für die Impfgegner. Eine philosophische Querdenkerin. Ihr Ziel der Verunsicherung erreichte sie.

Eine besondere Glaubwürdigkeit?

Ach ja? Wäre mir neu.

Auch hier, bei Cicero, schreibt jedes Wochenende ein Philosoph. Oder besser: Tut seine Meinung kund.

In der AfD scheut der Philosoph Jongen nicht davor zurück, den dort üblichen, völkisch-nationalistischen Quatsch zu teilen.

Der Philosoph Precht ist gerade dabei, ins Querdenker-Lager abzustürzen. Und Sloterdijk klingt manchmal dermaßen zweideutig, da weiss man nicht so recht, was man von ihm halten soll.

Der "große" Philosoph Heidegger war ein Anhänger der Nazis, Nietzsche ein Anti-Demokrat, und Kant ein Rassist.

Der berufsmässige "Denker" hat keineswegs die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Im Gegenteil. Auch er/sie verliert zuweilen die Orientierung.

Urban Will | Mo, 22. November 2021 - 10:06

Entschluss gefasst haben, sich nicht impfen zu lassen, eine „Anleitung“ brauchen, so schön sie auch zu lesen ist.
Aber trotzdem: Gut getroffen, Herr Paul. Also Ihre Schilderung der Fehler unserer „Qualitäts – Obrigkeit“.

Die politische Bewältigung dieser Pandemie ist kolossal gescheitert und zwar hauptsächlich auf der kommunikativen Ebene.
Fehler bei der Beschaffung von Gegenmitteln (Masken, später Impfstoff, etc.) - so unfassbar dumm sie auch waren – sind in Teilen verzeihbar, überwindbar, aber nur dann, wenn die Kommunikation stimmt, wenn Menschen an den Steuerhebeln sitzen, die befähigt sind, andere zu führen, zu überzeugen.
Und da steckt des Pudels Kern.

Man könnte bereits Bücher schreiben über all denn Unsinn, die Lügen, Falschbehauptungen, etc., die von Seiten der Obrigkeit und ihrer Lakaien der Corona – Bekämpfungs – Abteilung heraus gesabbelt wurden.
Talkshows hierzu meide ich mittlerweile wie die Pest.
Da kommen wir nicht mehr raus, da muss zurück aus LOS...

Ernst-Günther Konrad | Mo, 22. November 2021 - 10:15

Sehen Sie Herr Paul, ich habe Ihnen bei vielen Ihrer Artikel zugesprochen und bei diesem habe ich Probleme. Nein, nicht mit Ihnen persönlich und ihre Sicht auf das Impfen. Das ist für mich völlig in Ordnung. Mir fehlt eine schlüssige überzeugende Begründung dafür, warum Sie davon ausgehen, dass Konservative nach Ihrer Analyse sich impfen lassen müssten. Hier im Forum gibt es viele Übereinstimmungen zu anderen Sachthemen und dennoch lese ich auch, dass der ein oder andere konservativ denkende Mensch aus unterschiedlich Gründen nicht oder doch impfen läßt. Ich sehe im Impfen keine grundsätzliche politische Einstellung, wenngleich das ein oder andere von Ihnen ins Feld geführte Argument durchaus zutreffen dürfte. Ich bin grundlegend gegen Impfungen und gegen diese Versuchsimpfungen besonders. Aber, um es mit Ihren Worten wieder zu geben: " "Sie kommen zu anderen Ergebnissen. Das bedaure ich in diesem Fall sehr, aber deswegen verachte und beschimpfe ich sie nicht." Nein, ich habe Respekt.

gabriele bondzio | Mo, 22. November 2021 - 10:20

Über Fähigkeiten rational zu handeln, hat jeder Mensch, gemäß seinem Ego einen Eigenblick. Vernunftgeleitet, zweckgerichtet denkt und handelt auch der, welcher für seine (bewusste) Entscheidung gute Gründe hat und diese benennen kann.
Max Weber und Karl-Otto Apel, sprechen von verschiedenen Rationalitäten, der einen Vernunft.
Objektiv wird sie wenn sie sich in der Naturwissenschaft in einer Messung/Formel ausdrückt.
Auch intuitives Handeln kann rational sein, wenn es auf ganzeinheitliches Erfahrungswissen zurückgreift.
Also...Herr Paul, so einfach läßt sich rational nicht ausschließlich bei ihrer Sicht auf "konservativ" ablegen
Disziplin...unbedingt! Auch wenn ihr steif, altbacken anhängt. Ist sie doch die halbe Miete im Leben. Ein besonders wichtiger Erfolgsfaktor.
Nächstenliebe= in der Regel andere Menschen so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.
"Wenn er an die Impf-Frage genauso rational und kühl rechnend herangeht..."...ist das eine Erwartungshaltung von Ihnen!

Robert Hans Stein | Mo, 22. November 2021 - 11:22

so die Lektüre Ihres Beitrags, lieber Herr Paul.
Hoffen wir, dass auch Tango bald wieder geht. Und mit Ihrer Definition von "konservativ" bin ich sehr einverstanden.

Rob Schuberth | Mo, 22. November 2021 - 11:57

Kann es nicht einfach so sein, dass die Vernunft am Ende siegt?

D. h. dass die Menschen die zunächst ihrer politisch motivierten Ideologie (blind) folgten, angesichts der Entwicklung der Pandemie zur Einsicht u. damit Vernunft gelangen.

Gerade das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das der Forist Poth hier stets als Quelle z. b. für die angeblichen 1800 Impftoten angibt, hat heute auf der BPK die hohe Wirksamkeit (ca. 90 %) der mRNA-Vakzine, auch quer geimpft, bestätigt.

Armin Latell | Mo, 22. November 2021 - 12:48

wie man meine eigenen Gedanken und die Schlüsse daraus bezeichnet. Entscheidend ist, es sind meine, nur ich lebe in mir! Andere mögen anders entscheiden und denken. Das akzeptiere ich. Nicht akzeptieren werde ich, dass ich mich ohne stichhaltige Gründe nach genau diesen Anderen richten soll. Jeder kann sich vielfältig informieren, theoretisch, praktisch verhindern all die msm genau dieses, weil sie glauben, der Weisheit letzter Schluss zu sein und nur ihre "Wahrheit" ist die richtige. Das gilt bei all den Themen, Herr Paul, die Sie angesprochen haben. Leider wird genau deswegen gerade unsere Demokratie abgeschafft, vergangen behauptete Charaktere kommen wieder ans Licht und an das "Sagen".

Nils Birkmann | Mo, 22. November 2021 - 17:41

… und auch noch mit Humor. Ich hatte schon gedacht, so etwas gäbe es nicht mehr. Oder die Regierung hätte es verboten, ohne dass ich es mitbekommen hätte. Kann man ja nicht ausschließen.

Brigitte Simon | Di, 23. November 2021 - 16:02

Spahn rationiert Biontech, während Deutschland Millionen Dosen an Drittländer spendet, schreibt die Welt vom 22.11.2021.

Praxen sollen vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können,, Impfzentren und mo-bile Impfteams 1020 Dosen. Doch bestellen heißt bei Spahn noch lange nicht erhalten.
Salomonisch zieht er sich vorab die Schlinge vom Hals " und freut sich. Er weiß "mich kann doch keiner". Wenn doch, seine Pharmazie-Lobby wartet auf ihn. Was heißt warten, sie ver-ließ ihn nie.

Er zeigt sich human sich gegenüber und in Ge-berlaune. Er bzw. Deutschland, spendet vor-aussichtlich fast 8,8 Millionen Dosen Biontech in diesem Monat an Drittstaaten.