Ilias Tsimpoulis wollte eigentlich als Radiologe arbeiten / Nils Stelte

Software-Unternehmer - Per Klick zum Arzt

Der Radiologe Ilias Tsimpoulis will die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben – als Deutschland-Chef des Softwareanbieters Doctolib. Das französische Unternehmen bezeichnet sich als Marktführer bei Online-Terminbuchungssystemen für Arztpraxen in Deutschland.

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Susanne Donner ist freie Journalistin und schreibt zu Themen aus Medizin, Gesellschaft und Ökonomie.

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In seiner Vorstellung würde er jetzt in einem Raum sitzen mit einem Kaffee in der Hand und die Aufnahmen von Knien und Bandscheiben auswerten, sagt Ilias Tsimpoulis. „Das war der Plan. Ich bin kein Tekkie, ich bin Arzt.“ Aber es kam anders. Der Radiologe wurde 2018 Deutschland-Chef des E-Health-Dienstleisters Doctolib. Das französische Unternehmen bezeichnet sich als Marktführer bei Online-Terminbuchungssystemen für Arztpraxen in Deutschland. Ein Markt, der hierzulande noch am Entstehen ist. In Frankreich sind die Doctolib-Dienste für Patienten und Praxen schon deutlich weiter verbreitet.

Für Tsimpoulis kam der Wandel vom Arzt zum E-Health-Manager nicht über Nacht. Als Radiologe fiel ihm vor Jahren auf, dass Gesundheitskräfte viel Aufwand in Verwaltungsarbeiten stecken müssen. Wäre dies schlank organisiert, bliebe mehr Zeit für die Patienten. Die Abläufe effizient zu gestalten, reizte ihn. Zunächst arbeitete er für die Unternehmungsberatungen Roland Berger und Boston Consulting. Schließlich klopfte Doctolib bei ihm an.

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Rob Schuberth | Di, 16. November 2021 - 13:28

Die Visionen dieses modernen Radiologen kann ich sehr gut nachvollziehen.

Nur leider wird er wohl auswandern müssen, den in OLD Germany blockiert unsere Überempfindlichkeit i. S. Datenschutz derlei Ideen nahezu völlig.

Mio. geben - weit persönlichere - Daten freiwillig der Welt u. deren Global Playern umsonst.

Aber auch der "gute" Fortschritt geht nicht anders.

Ich wäre auch für eine elektronische GKV-Karte mit allen m. medizinisch relevanten Informationen.
Im Notfall könnte dann selbst ein Notarzt sofort die individuellen Besonderheiten auslesen UND entspr. berücksichtigen.

Oliver Werner | Mi, 17. November 2021 - 09:35

Habe es als (ehemaliger) Kunde selbst ausprobiert: Es musste für ALLE PC Arbeitsplätze in der Praxis seehr viele Ports geöffnet werden (unser Administrator meinte nur "Scheunentor", hatte fast Herzinfarkt). Ich bin beileibe kein Datenschutz Freak, aber das war mir sehr suspekt, als Arzt u Betreiber ist das meine zvil- und strafrechtliche (Arztgeheimnis!) Verantwortung.. Server stehen in Frankreich!. Schnittstelle zur eigenen Praxis EDV sehr holprig. Mehrwert für den Betriebsablauf intern sehr überschaubar. Für die überwiegend doch älteren Patienten/innen /* schwer bedienbar, zudem monatliche Kosten nicht gering. Haben es storniert und deinstalliert.

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