Wald
Was der Wald durch Photosynthese schafft, lässt sich auch mit Technologie erreichen: der Luft CO2 entnehmen / dpa

Klimaschutz - CO2-Entnahme: Innovation statt Verbote

Ein strittiger Punkt auf der Klimakonferenz in Glasgow war die Frage nach dem internationalen Handel mit Emissionsrechten, also Rechten oder Gutschriften, um Treibhausgase auszustoßen. Die Rechte sind kostbar, weil es in Zukunft immer teurer werden wird, CO2 auszustoßen. Ein neuer Absatzmarkt bietet sich an: Technologien zu entwickeln, die Emissionen senken, vermeiden oder sie sogar zurückholen.

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Anja Paumen ist Journalistin und Biologin.

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Emissionen zu senken, geht je nach Wirtschaftssektor und Lebensbereich unterschiedlich schnell, einfach und zu unterschiedlichen Kosten. Ein Weg, der immer unverzichtbarer wird, einfach weil die Zeit für notwendige Reduktionen knapp ist, sind CO2-Entnahmetechnologien. Mit diesen wird CO2 aus der Luft wieder entnommen. Manche Verfahren sind seit Jahren erprobt, andere noch weit von einer Marktreife entfernt; manche sind naturbasiert und heißen dennoch Technologie, andere technisch oder eine Kombination aus beidem.

Aufforstung oder Wiederaufforstung ist eine ganz wesentliche CO2-Entnahmetechnologie, die naturbasiert ist. Durch die Fotosynthese entnehmen die Pflanzen der Luft mehr CO2, als sie selbst wieder ausstoßen. Diese Technologie ist erprobt, so gut wie ohne Risiken, aber sie ist schlecht langfristig zu steuern. Denn Wald kann abbrennen, absichtlich oder unabsichtlich. Dann ist der schöne CO2-Entnahmeeffekt mit einem Schlag wieder weg. Deswegen muss sichergestellt werden, dass auf der Ebene von Regierungen und Verwaltungen diese Wälder dauerhaft unter Schutz stehen.

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Rob Schuberth | Fr, 12. November 2021 - 19:43

Denn aus das ist ein Rohstoff, den es gilt zu nutzen.

Z. T. sind bereits Forschungen dabei CO² zu nutzen, um z. B. grünen Wasserstoff herzustellen.

D könnte, wenn es klug in seine Forschung investiert, wieder einmal Weltmarktführer einer Technologie werden.

Die darf dann nur nicht wieder China überlassen werden.

Tomas Poth | Fr, 12. November 2021 - 22:13

Verzeihung, aber totaler Unsinn, daß steigert nur unseren Energieverbrauch. Jeder Prozess erfordert energetischen Aufwand, alle Prozesse sind nicht umkehrbar, d.h. es wird nur eine Verschlimmbesserung.
Allein Effizienzsteigerung unserer energetischen Prozesse und Reduzierung des Verbrauches können helfen, wenn man die Co2-Hypothese/Religion glaubt.
Das emittierte Co2 verweilt nur ca. 30 bis 40 Jahre in der Atmosphäre und wird in diesem Zeitraum von den Pflanzen und vom Meer absorbiert.
Durch Satelitenbeobachtung wissen wir das die Grünzonen trotz Waldabholzung weltweit zugenommen haben. Das ist ein gemessener Fakt.

Walter Bühler | Sa, 13. November 2021 - 10:42

... das Jonglieren mit den Buchstabenfolgen CCS, BECCS und DACCS (und ganz anders EU-ETS) scheint mir ohne Präzisierung wenig zu bringen. Vielleicht geschieht dies aber in dem Buch von Frau Paumen, das ich ja nicht kenne.

Am allernatürlichsten und effektivsten erscheint es mir persönlich, bei der CO2-Entnahmetechnologie auf die bewährte Methode der Aufforstung zu setzen. Ich habe den Verdacht, dass sich hier eine große Verbesserung der CCS erreichen ließe, wenn man den Kampf gegen den Borkenkäfer und andere Waldschädlinge auch in Europa wieder ernsthaft aufnehmen würde. Hat sich nicht der größte Waldeigentümer, der Staat, hier ganz faul und bequem unter dem Schutzschirm von NABU usw. aus der Verantwortung geschlichen?

Nicht nur bei Corona, sondern auch sonst lässt sich hierzu vielleicht die Gentechnik sinnvoll und kontrolliert einsetzen.

Aber natürlich: Wie das Spiel mit den Buchstabenfolgen muss auch dieser Gedanke durch ernsthafte Naturwissenschaftler seriös geprüft werden.

René Maçon | Sa, 13. November 2021 - 20:35

CCS ist in Deutschland seit Juni 2012 verboten. Das sollte man wissen, wenn man über das Thema schreibt.

2008 hat Angela Merkel noch mit RWE in Hamm-Uentrop die Grundsteinlegung eines CO2-neutralen Kohlekraftwerks gefeiert. Das aufgefangene CO2 sollte Schleswig-Holstein in unterirdischen Lagerstätten verpresst werden. Eine Technik die mit Erdgas schon lange praktiziert wird. CO2 ist weitaus ungefährlicher als Erdgas.

Dann lief die schleswig-holsteinische CDU zusammen mit den Grünen dagegen Sturm. Auf Antrag im Bundesrat wurde es allen Bundesländern gestattet, die CO2-Verpressung zu verbieten. Das taten dann auch alle Bundesländer, die potentielle Lagerstätten haben.

Die Briten und Niederländer wollen demnächst CO2-Verpressung in der Nordsee anbieten. Wenn es ihnen nicht verboten wird, dürfen deutsche Unternehmen dann dort ihr CO2 verpressen.

Ein Problem in Deutschland ist sicherlich auch, dass es in den öffentlichen Medien zu wenig Sachkenntnis gibt.

Petra Horn | So, 14. November 2021 - 01:25

"beeinflusst wesentlich, wie sich die Unternehmen künftig aufstellen"
Der Preis für die Emissionen Beschreibt den Weg Deutschlands in die Armut!

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