Die Erkenntnis wächst, dass Wohlstand und Klimaneutralität ohne Kernkraft kaum miteinander zu vereinbaren sind. / dpa

Diskussion über Laufzeitverlängerung - Atomkraft ja bitte? Die Lebenslüge der Grünen bröckelt

Vor den Koalitionsverhandlungen kursiert in der FDP ein Papier, das den Weg zur Erhaltung der deutschen Kernkraftwerke skizziert. Und auch bei den Grünen gibt es nachdenkliche Stimmen. Findet die Ökopartei den Mut, sich einzugestehen, dass ihr Anti-Atom-Kurs ein klimaschädlicher Irrweg ist?

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Daniel Gräber leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Daniel Gräber

Viel Zeit bleibt nicht mehr. An Silvester sollen die Reaktoren in Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen endgültig heruntergefahren werden. Die Hälfte der sechs verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland wäre damit stillgelegt. Ein Jahr später die anderen drei. So sieht es der 2011 beschlossene Atomausstieg vor. Doch je näher der Zeitpunkt rückt, umso ernsthaftere Sorgen machen sich Fachleute um die sichere Stromversorgung Deutschlands. Zumal Europa gerade in eine ernsthafte Energiekrise hineinschlittert, bedingt durch Gasknappheit und Windflaute.

In einem bemerkenswerten Aufsatz warnen zwei Ingenieure des Kernkraftwerkbetreibers Preussenelektra vor drohenden Engpässen und wachsender Instabilität der Stromversorgung in Deutschland. Gleichzeitig aus Atomenergie und Kohlverstromung auszusteigen, so die Schlussfolgerung der Autoren, wird nicht funktionieren. Und sie belegen mit nüchternen Zahlen, dass der derzeit von fast allen Parteien in Deutschland geforderte massive Ausbau von Wind- und Solarenergie die grundsätzlichen Probleme der Energiewende nicht löst, sondern verschärft.

Die deutschen Energiekonzerne haben sich mit dem Atomausstieg zwar längst arrangiert. Offiziell würde keiner ihrer Manager eine Laufzeitverlängerung der sechs verbliebenen Kernkraftwerke fordern. Dafür sei es jetzt ohnehin zu spät, heißt es oft. Doch intern ist die Meinungslage anders. Mit dem Fachartikel der beiden Ingenieure der E.on-Tochter Preussenelektra ist dies erstmals nach außen gedrungen.

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Rob Schuberth | Sa, 9. Oktober 2021 - 15:17

Ja, in der Tat wurde das "falsche Schwein" geschlachtet.

Ich frage mich schon seit längerem, ob die grünen ihren Irrtum erst einsehen werden, nachdem wir hier einige sehr unangenehme Blackouts durchgemacht haben, oder ob sie doch noch vorher zur Vernunft (in diesem Fall der Realität) zurückfinden werden.

Wir haben ja nicht nur nicht die benötigte Fläche, um all die zehntausende zusätzliche WKA aufzustellen, sondern die Dinger nützen uns nichts wenn wir mal wieder eine Windflaute haben.

Allein die chemische Industrie hat ihren Bedarf in Höhe der jetzt abzuschaltenden AKWs beziffert.

Und woher soll dann noch der Strom für all die E-Mobilität herkommen?

Das können wohl nur Neubauers u. Greta-Fans erklären.
Physiker können das nicht.

Grüne versuchen es auch gar nicht erst. Die gehen dann lieber gleich in den Angriffsmodus über u. phantasieren ihre dystopischen Märchen.

An der CO² freien Kernkraft-Technologie kommen wir nicht vorbei.

Ellen Wolff | Sa, 9. Oktober 2021 - 15:23

Es wird sich weisen ob Vernunft und Pragmatismus über Ideologie und Feigheit davor, Fehler einzugestehen siegen kann. Ich hab da meine Zweifel. Ideologen und sonstige Machthungrige Politiker werden es nicht riskieren, ihre Macht aufs Spiel zu setzen nur um vernünftige Politik zu betreiben.

Manfred Bühring | Sa, 9. Oktober 2021 - 15:45

Ich lach mich schlapp. Aber so ist das, wenn die Realität Illusionen kassiert. Da darf man gespannt sein, wie die Klimarettungs- und Weltuntergangsfraktionen gerade bei den FfFern mit dem bevorstehenden Schwenk um 180 Grad umgehen werden. Schon Hans-Werner Sinn hat in vielen Vorträgen auf die Unmöglichkeit der ausreichenden Stromversorgung durch Wind und Sonne hingewiesen. Dafür wurde er von den Grünen verächtlich gemacht. Sich mit einer Lebenslüge an die Macht "putschen", und dann mit "sorry, aber stimmt doch nicht" rückwärts aus dem Geschirr, das ist nur noch billig.

Markus Michaelis | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:02

Ja, es braucht auch den Grünen Mut über Atomkraft nachzudenken. Der noch größere Mut ist aber sich einzugestehen, dass man über alles nachdenken muss, Vorteile und Nachteile abwägen. Sich im Klaren sein, dass verschiedene Gruppen alles unterschiedlich sehen und andere Prios vergeben.

Es kann dann auch sein, dass man entscheidet, die Finger lieber von der Atomkraft zu lassen und dafür Klima nicht ganz so wichtig zu nehmen (im Moment undenkbar) und dem Wechsel mit Gaskraftwerken noch ein paar Jahre mehr Zeit gibt. Oder viele andere Möglichkeiten.

Wenn man dann etwas entschieden hat, braucht es auch die Festigkeit das zu vertreten - ohne, dass höchste kosmische Prinzipien das rechtfertigen müssen und ohne, dass alle Gruppen in der Welt zum selben Ergebnis kommen müssen.

Eine Gesellschaft braucht Grundwerte, aber wir haben zuviel "religiöses" Getue in der Politik, das so tut als gäbe es bei immer mehr Themen für anständige, gebildete, nicht-egoistische etc. Menschen nur eine Wahl.

helmut armbruster | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:21

dass sie einem Irrweg gefolgt ist?
Niemals, denn das wäre ihr Ende.
Auch der Papst könnte, wenn er zu der Überzeugung gelangt sein sollte, dass es keinen Gott gibt, dies niemals eingestehen, ohne sein Ende und das Ende der Kirche herbei zu rufen.

G.Siegwart | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:27

Wie jeder weiß; Grüne haben sich nie geirrt und werden sich nie irren. Wenn zuhause der Strom fehlt, werden die Grünen die Heimtretdynamos subventionieren. Kerzen als Beleuchtung sind viel heimeliger. Strom für E-Autos gibt es nur für grüne Parteimitglieder. Wenn in der Industrie der Strom fehlt, kommen wir endlich weg vom Wachstumswahn. Fehlende Einkommen werden ersetzt durch Eigenanbau von Kartoffeln und Getreide. Wer kein Grundstück hat, kann auswandern. So lösen wir die Überbevölkerung mit alten weißen Männern. Bei Windflaute versammeln sich alle und pusten kräftig. Grüne Parteimitglieder laden kostenlos ihre Handys und Laptops an staatlichen Ladestation. In den dunklen Städten übernimmt die Schariapolizei die Wahrung von Sicherheit und Ordnung. Alle Parlamente werden zur Stromeinsparung aufgelöst. Notstrom wird aus Russland und China importiert.

Hans Schäfer | So, 10. Oktober 2021 - 10:09

In reply to by G.Siegwart

<<so lösen wir die Überbevölkerung mit alten weißen Männern. >>

Gendern ist bis Ihnen wohl noch nicht durchgedrungen.

Bevor die Grünen einen Fehler eingestehen, fallen Ostern u. Weihnachten auf einem Tag.
Zumal sie nicht wissen, wie sie es Greta Thunberg beibringen sollen.

Als Germanist ist das Gendern für mich hirnrissig. Biologie und Grammatik sind zweierlei. Wie heißt "gendergerecht" "der Mensch"? Die Menschin? Das Mensch?
Angeblich gibt es unzählig viele Geschlechter. Doch in der Grammatik gibt es nur 3 Formen. Das wäre doch ein Forschungsgebiet für Genderprofessorinnen.
Das Problem sind nicht alle Weißen, nur die die alten weißen Männer.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:42

Die Mär von den „erneuerbaren Energien“ geistert auch hier wieder herum. Das ist eine Lüge der Solar- und vor allem der Windkraftlobby. Windkraft hat Einfluss auf unser Wetter und damit auch auf das Klima. Wer etwas anderes behauptet, der lügt! Schließlich ist auch der Wind nicht „erneuerbar“.
Die Atomkraft ist derzeit der einzige Weg, Strom in ausreichender Menge ohne CO2-Emissionen herzustellen. Die grünen „Aktivisten“ von Ende-Gelände, Extinction Rebellion & Co., die Kohletagebaue besetzen, interessiert nicht, woher der Strom kommt, solange es noch zum Laden des Smartphones reicht. Darüber hinaus ist denen jede Art von Industrie zuwider. Am liebsten das Gemüse vom Feld nebenan. Aber auf dem Feld arbeiten passt nicht zur Work-Life-Balance. Das sollen andere machen, am Besten ohne Dünger, den es Dank Energiemangel bald ohnehin nicht mehr gibt.

Martin Böhm | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:51

Das war doch einem logisch denkendem Menschen vor 40 Jahren schon klar, dass AKK ein gewisses Risiko eines GAUs beinhalten und auch die Endlagerung ein Problem ist , das man hätte aber lösen können ohne die Grünen.
Kohlekraftwerke dagegen langsam aber sicher töten.
So ist es bei jedem Thema der Grünen. Multikulti ist ein anderes Beispiel, die Grünen glauben doch ernsthaft, dass sie mit dem Gendersternchen die in Sachen Frauenrechte Jahrhunetre zurückligenden neuen Zuwandere überzeugen können und dass sie dabei auch gleich ihren Hass auf die Israelis/Juden beiseite legen. Die Grünen können in erster Linie bei den Leuten Punkten, die wenig Lebenserfahrung haben, weswegen sie ja auch so gerne das Wahlrecht auf 16 Jahre runtersetzen wollen.

Gerhard Lenz | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:05

... des Kernkraftwerkbetreibers Preussenelektra...

Als neutrale Stimmen zu Chancen und Risiken der Kernkraft?

Das erinnert an Coca-Cola, das einst Studien veröffentlichte, wonach der massive Zuckergehalt in seinen Getränken völlig unbedenklich wäre.

Oder an die Tabak-Industrie, die die Gefahren des Rauchens leugnete, ja in den kühnsten Studien angeblich gar behauptete, Rauchen wäre gut für die Gesundheit!

Die Atomkraft ist ein Relikt der Vergangenheit. Risiken, ungeklärte Fragen der Wiederaufbereitung und mehr noch der Endlagerung sind nach wie vor stichhaltige Gegenargumente.

Dass in Zeiten steigender Energiepreise und überfälliger Maßnahmen gegen den menschengemachten Klimawandel manche wieder auf eine im Prinzip ausgesonderte Energieform zurückgreifen wollen, und dies damit begründen, das vereinzelt in diesem oder jenen Land der Bau eines neuen AKWs angekündigt wurde, ist weder überzeugend, noch ein stichhaltiges Argument.

Atomkraft? Nein danke!

Herr Lenz, da Sie sicherlich auch Experte auf dem Gebiet der Energieversorgung sind, erklären Sie doch mal einem unterdurchschnittlich gebildeten wie mir, warum dann Atomstrom aus Frankreich und Strom aus polnischen Kohlekraftwerken dazugekauft wird, ganz offensichtlich kommen wir wohl ohne diese Energieträger nicht aus! Zweite Frage,wie wollen sie dem Normalbürger diese weiter rasant steigenden Energiekosten vermitteln, mit der Kugel Eis, das war ja wohl ein Schuss in den Ofen vom Herrn Trettin! Ich kenne Betroffene, zum Beispiel Alleinerziehende, die nicht wissen wie sie die Stromrechnungen bezahlen sollen, als Mensch mit diesem ganz ausgeprägten sozialen Gewissen müsste ihnen das doch Sorgen bereiten? Oder kennen sie solche Leute nicht?

Das, werter Herr Lenz, nur mal so als Info.

Also vereinzelt finde ich das nicht. Zumal es heute ja noch mehr sind.

Wer CO² sparen will, der kommt an dieser nahezu CO² freien Technologie nicht vorbei.

Würden wir diese Technik nicht tabuisieren, sondern hätten intensiv(er) weiter geforscht, dann wäre die Fusionstechnik wohl schon ausgereifter.

Aber nein, wir (also die Grünen) haben ja ein ideologisches Brett vorm Kopf...und wenig dahinter.

Jochen Rollwagen | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:24

In der Opposition ließ es sich trefflich den absurdesten Schwachsinn fordern - völlig folgenlos. Daß die beste Kanzler*In, die die "Grünen" je hatten das alles auch noch umgesetzt hat, und die Deutschen auch noch jeden Irrsinn mitgemacht haben, umso besser.

Aber jetzt sind sie selber dran. Und müssen die Soße, die sie dem Land eingebrockt haben auslöffeln. Jetzt wird der Mist, den sie bauen auf ihrem Hof abgekippt. Und der riecht jetzt schon nicht gut, und kleine Schabentierchen krabbeln auch noch drin rum.

Ab jetzt gilt die normative Kraft des Faktischen. Irgendwie muß der Laden laufen. Ohne Industrie, Energie und Wirtschaft wird das nix. Und mit Nullzinsen und Schulden bis Unterkante Oberlippe geht da auch nicht mehr viel.

Eigentlich großartig, daß diese Partei von Spinnern, Fantasten und voll-versorgten Beamten jetzt den eigenen Mist auskehren muß. Die haben jetzt schon fertig. Nach den Koalitionsverhandlungen ist da nicht mehr viel "grün".

Klaus Funke | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:53

dann kriegen wir die Meiler wieder. Denn diese sicheren und sauberen Energieerzeuger abzuschalten, war eine der größten Dummheiten der Merkel-Regierung. Mit den Meilern erreichen wir unsere Klima-Ziele locker. Siehe nach Frankreich. Das werden die Grünen noch begreifen. Und die Konzerne wissen es längst. Die reiben sich schon die Hände, denn bald werden sie ans große Verdienen kommen...

Fritz Elvers | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:53

dass sie i.d.R. von Leuten geführt wird, die ganz viel keine Ahnung von der Materie haben.

- für alle in Betrieb befindlichen AKWs, ob Siedewasser- oder Druckwasserreaktoren, gilt, dass eine Kernschmelze nicht ausgeschlossen werden kann (Super GAU).
- man kann ein AKW nicht einfach an- und abschalten, wie eine Stehlampe. Es sind hochkomplexe technische Einrichtungen. Und da bricht auch schon mal eine Paßfeder bei einer Notkühlpumpe (alte Schule).

Jetzt kommt plötzlich der CO2-getriebene Klimawandel, obwohl schon seit 150 Jahren. Mein Vorschlag: Gas- und GuD-Kraftwerke, weil sie schon stöchiometrisch günstiger sind und auch Wärme liefern. CO2-Abscheidung und -lagerung, bis ungefährlichere AKWs marktreif sind.

Man kann die Co2-Hypothese als Grundlage eines menschengemachten Klimawandels glauben, muß man aber nicht.
Haben Sie eine Idee warum man statt Krypton nicht CO2 als Gasfüllung für die Isolierverglasung nimmt.
Damit ließe sich doch die Wärmeabstrahlung der Gebäude im Fensterbereich erheblich reduzieren.
Die kurzwellige Einstrahlung der Sonne zur Raumerwärmung kann passieren, die langwellige Wärmeabstrahlung aus dem Raum wird reduziert.
Höre gern dazu von Ihnen.

Fritz Elvers | Mo, 11. Oktober 2021 - 16:42

In reply to by Tomas Poth

damit habe ich mich noch nie beschäftigt. Ich denke, es geht bei Iso-Fenstern wohl eher um Konvektion und Wärmeleitung, also Wärmedurchgang. Man nimmt wohl auch SF6-Zumischung, das Edelgas Krypton dürfte wohl zu teuer sein. Würde die Abstrahlung dominieren, wäre CO2 evtl. geeignet, würde aber die hochfrequente
Strahlung durchlassen, also keinen Wärmeschutz bieten.

https://www.fensterblick.de/g-wert-gesamtenergiedurchlassgrad.html

Enka Hein | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:58

...oder muß man sagen Idiotie, trifft Wirklichkeit.
Es bestägt letztendlich 2 bisherige Vermutungen.
Die Erste. Das die Grünen und ihre Anhänger samt Kindersoldaten der fff in keinster Weise regieren dürfen. (Kommt anders, ich weiß) Deren wenige Themen wie Anti AKW, Klima und Scheinasylanten Support zeugt von wildfremden Denken, ohne Kenntnisse grundlegender Kenntnisse der Physik.
Und die 2te. Das die restlichen Blockparteien sich von inkompetenten Ideologen haben treiben lassen. Die sind somit keinen Deut besser.
Und das kursierende Papier bei der FDP sagt gar nichts.
Es wäre eine Riesenchance für die Partei. Aber Lindner wollte wegen 2015 auch einen Untersuchungsausschuß.
Also abwarten.
So, ich bestelle jetzt erst mal, wegen drohenden Stromausfall, ein Notstromaggregat.
Natürlich klimagerecht und darum nur elektrisch angetrieben.🥴

Gerhard Fiedler | Sa, 9. Oktober 2021 - 19:20

Keinesfalls dürfen die verbliebenen 6 AKWs endgültig heruntergefahren werden, soll es bei der Stromversorgung nicht zu dramatischen Engpässen kommen. Schließlich sind Wind und Sonne nur Zufalls-Energielieferanten. An einer schnellen Kurskorrektur geht kein Weg vorbei. Für die Grünen sehe ich durchaus überzeugende Argumente, eine solche glaubwürdig vertreten zu können. Von einer Lebenslüge kann da nicht gesprochen werden. Die Zeiten haben sich geändert. Der Klimawandel war zu Zeiten des grünen Widerstandes gegen AKWs noch kein Thema. CO2-Emissionen können mit AKWs nun eingespart werden. War einst stolz darauf, als frischer Bauingenieur 1962 für das erste deutsche AKW Gundremmingen die Ausführungszeichnungen mit anfertigen zu dürfen und bei Baustellenbesuchen vom Projekt stark beindruckt. Doch später, zu Zeiten von Wiederaufarbeitung und Endlager wurde ich zum Gegner der Kernenergie. Und heute werde ich wieder vom Saulus zum Paulus. Mein Fazit lautet heute: Kohle oder Kernkraft.

Urban Will | Sa, 9. Oktober 2021 - 19:39

verar... vor.
Jedes Schulkind, das rechnen kann, weiß schon seit langem, welch ein Unfug da entschieden wurde und dass mit Windrädchen ein Industrieland energetisch nicht versorgt werden kann.
Jetzt merkt man plötzlich, dass es „an allem“ fehlt?? Sitzen da eigentlich nur noch Blindgänger in den Entscheidungsgremien?
Nicht nur der Atomausstieg ist eine Lebenslüge der Grünen, die ganze Partei ist eine Lebenslüge.

Man hat jetzt halt ein „großes Problem“ auf dem Narrenschiff Deutschland:
Die einzige Partei, die all das, was hier in diesem Artikel steht, von Beginn an angesprochen hat, die all den Irrsinn dieser „Energiewende“ immer kritisiert hat, die immer dafür plädiert hat, die AKW's weiter laufen zu lassen, sind die „Unaussprechbaren“.

Die Altparteien, v.a. die Grünen halte ich aber für so dumm, dass sie lieber Blackouts und einen industriellen Zusammenbruch riskieren als zuzugeben, dass die „Bösen“ da am rechten Rand – mal wieder – völlig Recht hatten.

Gerhard Fiedler | Sa, 9. Oktober 2021 - 19:42

Der Name des AKWs bei Günzburg lautet Gundremmingen, nicht Grundremmingen. Das erste "r" nach dem großen "G" muss weg.

Dieter Schimanek | Sa, 9. Oktober 2021 - 20:17

Wir dürfen nicht vergessen, dass es eine Physikerin war die den Atomausstieg beschlossen und den Kohleausstieg vorangetrieben hat. Wieso soll sich die Jugend und die Grünen mit Details belasten, wo es doch den Glauben gibt. Übrigens, Klimaneutral ist nur das Perpetuum Mobile vielleicht haben die Grünen auch den Stein der Weisen, wer weiß?

Rene Macon | Sa, 9. Oktober 2021 - 21:11

Durch ihr religiös-ideologisches Verhältnis zu Technologien schaden die Grünen der Umwelt mehr als jede andere Partei.

Die bisher größte Ökokatastrophe dieses Jahrhunderts geht auf die Biokraftstoff-Initiative der europäischen Grünen zurück. Die enorme Vernichtung von Regenwald durch Soja- und Palmölplantagen haben mehr zum Artensterben beigetragen als der Klimawandel.

Die ökologische Landwirtschaft verschlingt bei Weizen oder Gerste doppelt so viel Landfläche zur Herstellung einer Tonne Getreide wie die konventionelle. Tendenz steigend, weil es in der ökologischen Landwirtschaft kaum technologischen Fortschritt gibt.

Für die grüne Energiewende gilt das Gleiche: Um Deutschland vollständig auf Erneuerbare umzustellen, brauchen wir seriösen Rechnungen zufolge rund 300000 Windräder. Deutschland hat eine Landfläche von 370000 Qudratkilometer. Nach Abzug nicht bebaubarer Flächen, müsste also ziemlich genau auf jedem Quadratkilometer ein Windrad stehen.

Was ist nur los in diesem Land?

Bernhard Marquardt | So, 10. Oktober 2021 - 01:38

Liebe Grün*innen,
Umweltbewusstsein ist gut und wichtig.
Aber am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen.
Selbst wenn wir alle Kraftwerke abschalten, Autos und Flugzeuge meiden, nicht heizen, den Kühen das Furzen verbieten und selbst nicht mehr ausatmen, wird die Zunahme der Erderwärmung (und der Weltbevölkerung!) damit nicht zu stoppen sein. Lediglich das eigene Land ruinieren.
Weil das nur funktionieren kann, wenn der kleine Rest der Welt mitmachen würde. Tut er aber nicht. Leider.
Die "Klimaziele" erreichen in Europa dummerweise vorwiegend Länder mit CO2-freien Atomkraftwerken.
Die Deutschen in ihrer höchst eigenen Klimakatastrophen-Hysterie wirken wie jemand, der sich aus lauter Angst vor dem Tod lieber vorher selbst das Leben nimmt.
Das kann man machen, es geht aber meistens nicht gut aus.

Jochen Rollwagen | So, 10. Oktober 2021 - 16:03

In reply to by Bernhard Marquardt

Beim letzten großen Vulkanausbruch, ich glaube auf La Palma, wurde soviel CO2 im die Atmosphäre geblasen wie Deutschland nach den Plänen der "Grünen" in drei Jahren Einsparen würde.

Also braucht es jetzt Forschungsgelder für die Entwicklung von Vulkanpfropfen und eine entsprechende Unterabteilung im Umweltministerium.

Anders wird das nix.

Kai Hügle | So, 10. Oktober 2021 - 06:37

So ganz verstehe ich die Aufregung hier nicht. Tatsache ist, dass die Stabilität der Stromversorgung zu- und nicht abnimmt: "2020 bekam jeder Haushalt und jedes Unternehmen im Schnitt rund 10,73 Minuten lang keinen Strom, wie die [Bundesnetz-] Agentur in Bonn mitteilte.
Bundesweit war die Dauer der sogenannten Versorgungsunterbrechungen damit um 1,47 Minuten kürzer als im Vorjahr. Das sei der niedrigste Wert seit der ersten Veröffentlichung der Zahlen durch die Bundesnetzagentur im Jahr 2006."

https://www.zeit.de/news/2021-08/23/zahl-der-stromausfaelle-in-deutschl…

Für RWE und Eon ist eine AKW-Laufzeitverlängerung übrigens kein Thema. "'Wir sollten uns im Sinne des Klimaschutzes darauf konzentrieren, die Energiewende konsequent und in allen Bereichen erfolgreich umzusetzen', sagte ein Sprecher."

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/renaissance-kernkraft-101.h…

Da bezweifle ich irgendwie, dass die Grünen das anders sehen werden.

Rene Macon | So, 10. Oktober 2021 - 14:29

In reply to by Kai Hügle

Die Versorgungsunterbrechungen nach dem SAIDI-Index berücksichtigen nur die Ausfälle im Nieder- und Mittelspannungsnetz (Endverbraucher). Der Stress im Hochspannungsnetz (die Verrenkungen die notwenig sind um das Endverbrauchernetz stabil zu halten), der seit Jahren zunimmt, wird dadurch verdeckt.

Man sollte folglich auf beide Werte schauen und sich nicht den gerade "günstigsten" Wert aussuchen. Unsere "Leit-Medien" machen dies aber schon seit Jahren nicht mehr.

Warum? Weil wir mal wieder die Welt retten müssen?

Urban Will | Mo, 11. Oktober 2021 - 09:22

In reply to by Kai Hügle

n o c h haben wir Kraftwerke, die in Betrieb sind und der Anteil der Regenerativen ist ebenso überschaubar wie es allgemein bekannt ist, dass deren Ausfall bei längerer Flaute, bzw. geschlossener Wolkendecke durch Atom- oder Kohlestrom aus dem Ausland ersetzt wird.
Im Artikel hier wird aber davon geredet, was denn ist, wenn bald die AKW's und in nicht allzu langer Zeit auch die Kohle – KW's vom Netz gehen.
Und es wird eben auch ganz klar gesagt (und da hätte ich gerne mal einen link von Ihnen, dass dies nicht stimmt...), dass es „an allem“ fehlt, um regenerativ eine Komplett – Versorgung sicherzustellen.
Niemand ist scharf darauf, Kohle zu verheizen oder Kernkraft zu betreiben, wenn es wirklich angemessene Alternativen gibt.
Aber bevor es diese nicht gibt, ist das, was die dem Wahn verfallenen Klima – Jünger da vorhaben, der reinste Irrsinn.
Forschung, Forschung, Forschung. Das braucht viel Geld und noch viel mehr Zeit und die sollten wir uns nehmen. Das Klima fragt eh nicht nach D.

Ernst-Günther Konrad | So, 10. Oktober 2021 - 07:24

Ich bin da sehr optimistisch, dass auch die real denkenden GRÜNEN in dieser Frage einen "eleganten" Weg finden, sich aus ihrem selbst geschaffenen Desaster herauszufinden. Dann wird eben einfach die grüne Parteigeschichte umgeschrieben. Mit Schnatterinchen haben sie ja eine Meisterin des Blendwerks. Aber mal im Ernst. Denen wird nichts anderes übrig bleiben, als die AKW-Laufzeiten zu verlängern. Wenn ein Volk anfängt zu frieren, via Notstrom und rationierter Stromzuteilung der Unmut im ganzen Land herbeigeführt wird, die stromintensivsten Industrie rationiert wird, wäre die Stunde dieser Partei gezählt. Der Aufsatz der beiden Stromexperten hat nichts neues zum Inhalt. Das wusste man schon länger, nur wurde es verschwiegen.
https://www.tichyseinblick.de/video/tichys-ausblick/energiewende-ausget…
Warum wollen die Unterstützer und Führungskräfte nicht genannt werden? Waren es doch diejenigen, die auf den Klima Zug aufgesprungen sind. Und jetzt?

John Berger | So, 10. Oktober 2021 - 08:35

Einst war Deutschland ein führendes Land in der Nukleartechnik. Seit Frau Merkels unausgereiften Ausstieg aus der Kerntechnik ist das vorbei. Die offene Wunde wird Deutschland nicht mehr schließen können, da u.a. die Ausbildung von Nuklearfachleuten langwierig ist. In Deutschland gibt es mittlerweile keine Studienrichtungen für Kernenergetiker mehr, keine Lehrstühle und Professoren. Die einstigen Fachleute verlassen das Land. Viele deutsche Fachleute arbeiten heute in der Schweiz. Selbst in schwedischen Kernkraftwerken trifft man auf Fachleute aus Deutschland, mit der Folge, dass sich Deutschland schon in wenigen Jahren auf dem kerntechnischen Niveau der Vereinigten Emirate oder Ägyptens wiederfinden wird. "Dagegen wurde laut einer chinesischen Veröffentlichung im Juni 2019 an 72 Universitäten Kerntechnik als Fachrichtung angeboten, die jährlich über 3.000 Studienplätze für Studienanfänger bereitstellen", schreibt R. Bergmeier in seinem Buch "Die CO2-Falle".

Dominik Roth | So, 10. Oktober 2021 - 09:00

"Dass Wind- und Sonnenstrom die dadurch entstehenden Lücken verlässlich füllen könnten, ist illusorisch."

Das ist seit 2 Dekaden klar! Ich selbst bin ein großer Freund von Technik und Fortschritt, hab aber nie verstanden wie Solar- und Windenergie in kurzer Zeit um ein Vielfaches effizienter gewonnen werden sollen.

Aber das Beste ist, das nicht die grünen Ideologen, sondern eine der CDU nahestehende Kanzlerin diese verheerende Entscheidung traf und dafür auch noch mehrfach wiedergewählt wurde.

Robert Friedrich | So, 10. Oktober 2021 - 09:03

Ohne mich in fremden wissenschaftlichTerrain abzuarbeiten, die Entscheidung nach Japan Hals über Kopf aus der Atomkraft auszusteigen beruhte auf falschen Annahmen. Es waren doch wohl furchtbare Planungsfehler in der Errichtungsphase und der Tsunami als primäre Ursachen. Und trotzdem mußten Schlüsse für die Atomkraftwerke folgen. Erhöhung der Sicherheit aller bestehenden Werke, Klärung der Endlagerung. Stattdessen ließ man sich von vielen vorschnellen Vorschlägen bedrängen. So wird man kaum das Klimaproblem für immer lösen können. Maschinenstürmerei war nicht mal in der Übergangszeit zur Industrieallisierung die Lösung, im Wissenschaftszeitalter schon gar nicht. Ich gestatte mir mal Zweifel an Windrädern und Sonnenkollektoren als Modell ferner Zukunft anzumelden.

Hans Schäfer | So, 10. Oktober 2021 - 10:16

<<Die Grünen können in erster Linie bei den Leuten Punkten, die wenig Lebenserfahrung haben>>

Die sind aber gerade dabei, den BT zu besetzen und zukünftig, natürlich zum Wohle des Volkes, an Entscheidungen maßgeblich mitzuwirken.

ursula keuck | So, 10. Oktober 2021 - 10:48

In den Gottesdienst-Gebete müsste jeden Sonntag folgende Fürbitte mit ein bezogen werden: “Gütiger Vater, gewähre unseren grünen, abtrünnigen, fanatischen, dummstolzen, aufsässigen Brüder und Schwester die Erleuchtung pro Atomkraft, für einer sauberen Schöpfung und Umwelt zu liebe“
Wir bitten Dich, erhöre uns - Amen.

Lisa Werle | So, 10. Oktober 2021 - 11:12

Zumindest die Medien sollten die Lebenslügen im grün-linken Wahn nicht auch noch decken. Bitte mehr solcher Berichte. Und wenn die FDP das Thema der nachhaltigen Kernenergie und auch deren technologische Weiterentwicklung nicht anspricht in den Koalitionsverhandlungen und damit nicht bezahlbare Energiepreise und evtl einen Blackout zu verantworten hat, wird sie bei der nächsten Wahl abschmieren.

Michael Bahr | So, 10. Oktober 2021 - 13:47

Dies ist der Moment, an dem die GRÜNEN beweisen müssen, dass ihnen die Zukunft dieses Landes, seine Energiesicherheit, seine wirtschaftliche Stabilität und dass ihnen die Bewahrung aller Bürger dieses Landes vor ausbeuterischen Energiekosten wichtiger sind als ihre Parteigeschichte. Es geht nun um so ernsthafte Dinge wie die Staatsräson. Sind die GRÜNEN erwachsen oder bleiben sie infantile Bullerbü-Fantasten? Diese Partei hat schon einmal, unter dem Einfluss Joschka Fischers in außenpolitischen Fragen gezeigt, dass sie erwachsen sein kann. Doch die Zeiten Fischers liegen lange zurück. Zu viele GRÜNE fühlten sich mit so viel Realismus und Pragmatismus erkennbar unwohl. Die langen Merkel-Jahre ermöglichten ihnen einen Eskapismus, der sich nun, da die GRÜNEN wieder bundespolitisch mitregieren werden, als fatal erweisen könnte. Und wenn ihnen das Land schon egal ist, sollten die GRÜNEN bedenken, dass die Folgen einer Energiekrise auch ihre Klientel erreichen werden.
Es geht um Ganze!

Brigitte Simon | So, 10. Oktober 2021 - 15:14

In reply to by Michael Bahr

Bereits 1982 war Helmut Schmidt ein entschiedener Befürworter der Stromerzeugung aus Kernkraft. Er nannte die Debatte um die globale Erderwärmung für hysterisch überhitzt. Von den Grünen politisch mißbraucht. Deren entstandener geistiger Wahn-sinn bestimmt die deutsche Regierungsbildung. Wir erleben eine wirtschaftsvernich-tende Politik,die sich den Grünen "respektvoll" unterwirft.

Die weltweit bestens vernetzte FFF verstand es, die Grünen-Mitglieder und deren mit-marschierende Mitläufer aufzuhetzen. Sie leben ausschließlich in ihrem Radikalismus.
Bestimmen sie bereits unsere Parteienlandschaft?

Eine Neuorientierung der Energiepolitik ist erforderlich, da die fossilen Reserven be-grenzt sind und der Klimaveränderung entgegen wirkt. Was für eine Vision Schmidts.
Er war Befürworter der Kernenergie und Gegner des Atomausstiegs, der unter der
rot-grün geführten Bundesregierung beschlossen wurde.
Doch dann kamen die Grünen schreibt Schmidt resignierend. Sie zerstören die Men-schenwürde.

Ferdinand Schulze | Mo, 11. Oktober 2021 - 09:12

Ich fürchte, dass das Problem bei den Grünen tiefer sitzt. Große Teile dieser Partei und ihrer Anhänger halte ich für technik- und wissenschaftsfeindlich. Nicht nur beim Thema Kernenergie und Endlagerung der Abfälle, sondern auch bei Gentechnik, beim Ausbau der Mobilfunknetze, bei Problemen der Landwirtschaft habe ich in den vergangenen Jahren von dieser Seite realitätsfremde, moral überhebliche und sentimental-romantische Vorstellungen erlebt nach dem Motto: alle neue Technik ist gefährlich, wenn nicht sogar tödlich oder krebserregend. Ich glaube nicht, dass diese Klientel irgendetwas begreift, bevor sie nicht wirkliche hausgemachte Katastrophen wie einen massiven Blackout erlebt hat.