Christian Lindner nimmt von einem Greenpeace-Aktivisten ein Flugblatt entgegen.
FDP goes grün: Christian Lindner nimmt von einem Greenpeace-Aktivisten ein Flugblatt entgegen / dpa

FDP und die Ampel - In der Klemme

Angesichts der Machtverhältnisse ist absehbar, wie die Politik der nächsten vier Jahre aussehen wird: sehr rot, sehr grün, wenig gelb. Der FDP wird die Ampel-Koalition viele Wählersympathien kosten, doch Christian Linder scheint entschlossen, das mitzutragen.

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das ist das Dumme an Wahlen. Der Sieg von heute kann schon den Absturz von morgen in sich bergen. Wer gestern als strahlender Sieger vom Platz ging, kann schon bald zum Absteiger der Saison avancieren. „Heute hier, morgen dort“, sang einst Hannes Wader. Politik ist ein unschönes Geschäft.

Auch ein Lied davon singen kann die FDP. Kaum verheilt sind die Wunden von 2009, als die Freidemokraten sensationelle 14.6 Prozent einfuhren und vier Jahre später, bei den Bundestagswahlen 2013, einen bemerkenswerten Bauchklatscher hinlegten und mit 4.8 Prozent aus dem Bundestag flogen.

Kein eigenständiges Profil

Man hatte eine Reihe taktischer Fehler gemacht damals: So schielte Guido Westerwelle allzu sehr auf das vermeintlich Popularität garantierende Amt des Außenministers, statt sich mutig das Finanzministerium zu sichern. Und auch die verbissen durchgefochtene Herabsetzung der Mehrwertsteuer für Hotels erwies sich als Flop – zumal bald herauskam, dass die FDP eine 1.1 Millionenspende der mehrheitlich der Hoteliersfamilie von Finck (Mövenpick) gehörigen Substantia AG erhalten hatte.

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Kai Hügle | Sa, 9. Oktober 2021 - 09:25

Im Moment deutet tatsächlich alles auf eine Ampel-Koalition hin. Meines Erachtens wird sich die FDP ihre Zusage aber gut "bezahlen" lassen; ähnlich wie die Grünen das in einer Jamaika-Konstellation getan hätten.
Es wäre ja nicht das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass der kleine Koalitionspartner großen Einfluss auf die Regierungspolitik nimmt. Gerade die FDP hat das über Jahrzehnte immer wieder erfolgreich praktiziert.
Möglicherweise geht es Ihnen, Herr Grau, aber auch nicht um eine realistische Betrachtung des politischen Spielraums der FDP in einer solchen Koalition, sondern darum, den Ciceronen etwas rohes Fleisch vorzuwerfen, indem Sie von vier "sehr grünen" Jahren fabulieren. Sicher wird der eine oder andere anbeißen. "LOS, PANIK!" :-)

Robert Hans Stein | Sa, 9. Oktober 2021 - 09:39

Alles sehr richtig, aber Mut, auch beim Taktieren, gehört nicht zu den Tugenden unserer Politiker. Und wenn Umfragen ergeben, dass über 60% der Deutschen eine sozialdemokratisch geführte Regierung bevorzugen, dann kann man das sogar verstehen. Auch hier wirkt die "Schuld" nach, mit der sich Deutschland vor mehr als sieben Jahrzehnten behängt hat. Was wäre wenn sich die sogenannten bürgerlichen Parteien ihre Abgrenzung zur AfD NICHT bis zur Ausschließeritis gesteigert hätten; sei es auch nur als taktische Option. Auf das Gekeif und Gebell der "Linken" zu hören ist einfach das Gegenteil von Mut. Und wenn mich jetzt hier jemand als Nazi beschimpft - mir ist es wurscht; bei dem infaltionären Gebrauch dieser Beleidigung muss mich das nicht mehr kümmern.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 9. Oktober 2021 - 09:42

Ich stimme Ihnen zu Herr Grau. Es ist für die FDP ein Dilemma. Die können wahrscheinlich machen was sie wollen, irgendeiner wird natürlich Argumente finden, warum welche Entscheidung gut oder schlecht sind. Wie bereits von mir an anderer Stelle geschrieben, gehe ich davon aus, das wichtige Themen gar nicht in eine Koalitionsvereinbarung konkret Eingang finden und man den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht und quasi mit Schwachstrom, die Ampel betrieben wird. Es ist für mich der beste Weg, erstmal eine Ampel und dann ggfls. platzen lassen, wegen unüberbrückbarer Differenzen. Die FDP hat schon ein Druckmittel für ihre Themen. Denn ohne Zugeständnisse zu gelben Themen, geht das Ganze eben auch nicht. Es stellt sich nur die Frage, wie die FDP sowohl die Koalition wie vielleicht ein späterer Bruch kommuniziert und begründet wird.
Spätestens wenn nach der Inthronisierung von Scholz, die Linksextremisten der SPD laut werden, wird es passieren, dass der Ampel der Stromstecker gezogen wird.

gabriele bondzio | Sa, 9. Oktober 2021 - 10:26

Sehe ich, wie Sie, Herr Grau. Lindner und seine FDP werden kaum etwas ihrer Politik einbringen können.
Sie sind schlicht Mehrheitsbeschaffer für rot-grün.
Das dem Wähler versprochene Potential (siehe die 3 Wahlprogramme) wird untergehen.
Diese bittere Pille wird Lindner kennen und auch schlucken, wenn seine persönliche Situation durch ein Ministeramt versüsst wird, mit allen nachfolgenden Vergünstigungen.
Wenn wir ehrlich sind, hat doch genau diese Positionierung in der Politik der letzten Jahre die Hauptrolle gespielt. Die CSU genau dahin geführt, wo sie jetzt steht. Gleiches kann auch über die SPD gesagt werden. Einzelwohl über Gemeinwohl ist die zunehmende Eigenschaft in immer höher zentralisierten Regierungsformen.
Desswegen stehen ja einzelne Vertreter auf kommunaler/regionaler Ebene viel positiver da. Unabhängig vom Abschneiden ihrer Partei. Weil sie ihr Ohr näher an den Problemen der Menschen haben.

Gerhard Hellriegel | Sa, 9. Oktober 2021 - 10:54

Hallo, Herr Grau, es war doch die FDP, die vor vier Jahren Jamaika abgelehnt hat. Damals war die FDP praktisch gleich stark, die Grünen viel schwächer.
Jetzt soll - nach Grauens Willen - die FDP auch die Ampelsuppe ablehnen. Wir sind doch nicht im Kindergarten. Herr Grau, "la guerre est finie".

Günter Johannsen | Sa, 9. Oktober 2021 - 11:14

ist ihm nicht zu helfen. Aber Christian Lindner ist intelligent. Ich glaube, dass er die Situation durchschaut und die Finger davon lässt. Ansonsten wäre die FDP für viele Jahre verbrannt. Herr Grau, ich schrieb das schon einmal: Wenn man begriffen hat, dass die ÖR-Medien uns nur das wissen lassen, was sie uns wissen lassen dürfen, kann man den Blick in eine andere Richtung lenken: Es ist noch alles Offen! Wenn keine Koalition zustande kommt, könnte es Neuwahlen geben: Der Politologe Stefan Marschall erklärte in einem Bericht des Nachrichtenmagazins Standard.de: „Neuwahlen werden wie ein Damoklesschwert über den Verhandlungen hängen.“

Christa Wallau | Sa, 9. Oktober 2021 - 11:34

lieber Herr Grau.
So steht es um die FDP und um die falschen Erwartungen, die sie bei ihren Wählern geweckt hat.
Da wird nichts draus!
Alle, die aus Angst vor der Courage statt der AfD die FDP gewählt haben, werden bald merken, dass Lindner und seine
wenigen wirklich profilierten Mannen die grün-linke Gesellschaftspolitik mittragen, wenn sie nur wirtschaftspolitisch das Schlimmste verhüten können.
Sie haben recht, lieber Herr Grau: Eine FDP, der Deutschland am Herzen liegt, hätte v o r der
Wahl eindeutig erklären müssen, dass es mit ihr keine „Ampel“ geben wird. Dann stünde jetzt längst die CDU mi Ihr in Verhandlungen und die Grünen müssten sich anpassen.
Kurz: Lindner hat sich zu Deutschlands Schaden und letztlich auch zum Nachteil der FDP verkalkuliert.

Karl-Heinz Weiß | Sa, 9. Oktober 2021 - 11:48

Angesichts der sowohl konturlosen als auch konfusen Union teile ich die Meinung des Autors nicht. Im Gegenteil: für die FDP besteht die einmalige Chance, sich diese von Angela Merkel zu verantwortende Situation zunutze zu machen und sich als Nachfolgepartei der Union zu etablieren. Die Jungwähler waren so helle und haben dies bereits erkannt-23% entschieden sich für diese Option. Vergeigen kann es nur noch Christian Lindner, wenn er seine One-Man-Show fortsetzt.

Johannes Renz | Sa, 9. Oktober 2021 - 11:53

Eigentlich hat Herr Grau sein Hauptargument bereits am Anfang seines Artikels selbst widerlegt, indem ercauf das für die FDP traurige Ende von Schwarz-gelb hingewiesen hat, wo bekanntlich weder rot noch grün dabei waren. Sein Fazit müsste dann im Grunde heissen: Die FDP funktioniert nur in der Opposition. Ähnlich wie auch die AfD. Aber das konnte und wollte er verständlicherweise nicht schreiben.

Klaus Funke | Sa, 9. Oktober 2021 - 12:21

Da riskiert man schon mal was, oder? Herr Lindner wird als neuer Finanzminister "gehandelt". Ansonsten ist er dafür bekannt, mit treffsicherem Instinkt in Entscheidungssituationen das Falsche zu tun. Ich könnte viele Beispiele aufzählen. Es könnte aber auch sein, dass er die Koalitionsgespräche aus Gründen der drohenden Selbstvernichtung der FDP platzen lässt, um (ganz in der Tradition seiner Partei) auf das andere Pferd zu setzen. Dort wäre ihm ein adäquater Posten ja gleichfalls sicher. Dann freilich käme die CDU nochmal einem blauen Auge davon, allerdings, so viel ist klar, ohne Herrn Laschet - vielleicht aber mit Söder!!! Mal sehen. Also, es bleibt spannend. Hoffen wir drauf, dass Herr Lindner diesmal das Richtige tut... allerdings ohne unseren Foristen Lenz zu fragen!!

Martin Falter | Sa, 9. Oktober 2021 - 13:19

koaltionsfähig sein und bleiben. Warum sollte die FDP eine Ampel vor der Wahl ausschließen? Warum sollte die FDP mehr Gewicht haben als 28 Prozent, gemäß ihres Stimmenanteils? Jetzt warten wir doch erstmal ab was kommt. Jammern kann man dann immer noch. Alle Beteiligten müssen sich halt jetzt mehr Mühe geben und Alleinherrscherinnen werden es schwerer haben. Genau das wollte der Wähler.

Heidemarie Heim | Sa, 9. Oktober 2021 - 13:29

und nicht zu vergessen eine geteilte Republik. Denn die Regierungs-Ampel bildet sich aus klassisch etablierten Altparteien, die im Osten bis auf Personen bezogene Wahlen (z.B. Frau Schwesig) ansonsten nicht die Popularität genießen bzw. angesehen werden wie bei uns hier im Westen. Und gerade dort machte man mit der FDP die ungute Erfahrung, wieviel Verlass auf diese ist, wenn es gilt all zu viel Rouge zu verhindern. Wobei auch Rouge sich hierbei nicht ganz so sicher sein kann, denn Make up artists wissen, dass man rote Unregelmäßigkeiten mit Grün abdeckt und so neutralisiert;). Doch genug der Farbenlehre, vielleicht brauchen wir, wie Herr Ingofrank manches Mal sagte;), eine "Rosskur" um zu erkennen was unserer Gesellschaft und unserem Land gut tut und was nicht. Isn`t it? LG

H.Köppl | Sa, 9. Oktober 2021 - 14:33

der FDP sei gesagt, dass die CDU - mit ihren Gemurckse - die FDP in diese Zwickmühle gestoßen hat.

Norbert Heyer | Sa, 9. Oktober 2021 - 14:43

Herr Lindner möchte auch mal den Duft der Macht riechen. Außerdem hat er der Union ihr Verhalten bei den gescheiterten Verhandlungen zur vorherigen Regierung heimgezahlt. Natürlich ist die FDP bei Rot und Grün völlig fehl am Platz. Die einzigen Realisten (hoffe ich zumindest) zu den Idealisten, Weltveränderern und Ideologen, dass kann und wird nicht gutgehen. Einige kleine Maßnahmen werden Lindner zugestanden, aber die große rot-grüne Welle wird die FDP nicht verhindern können. Sie wird Dinge mittragen, die elementare Änderungen unserer Lebensgewohnheiten bedeuten. Klima wird uns in eine Zwangsjacke stecken, die viele Milliarden verschleudert, um am Ende mit leeren Händen ( und Taschen) dazustehen, anlehnend an das Märchen: „Hans im Glück.“ Nur ein großer Gau kann wieder für Rückkehr zur Normalität sorgen. Wenn die Strom- und Warenversorgung zusammenbricht, kann es wieder besser werden. Dann wäre auch die FDP ein Fall für den Insolvenzverwalter. Ich wünschte, ich läge damit
daneben.

Rob Schuberth | Sa, 9. Oktober 2021 - 15:05

M. E. ist das nun wirklich keine neue Erfahrung für FDPler, die doch eh meist nur der Königsmacher, also Mehrheitsbeschaffer waren.

Neu dürfte für die FDP sein, dass sie nun wirklich mal eine Art kleiner Machtoption in ihren Händen hält.

Denn in der Tat, drücken SPD u. Grüne ihr zu sehr die Luft ab dann kann die FDP noch immer mit der Union liebäugeln.

Das wäre zunächst nur ein Patt, aber ob die Grünen dann bereit wären es auf Neuwahlen ankommen zu lassen (was sagt unser Walter dazu?) glaube ich nicht.

Von den Grünen haben sich m. E. schon viel zu viele mit ihren Posten, Dienstfahrzeugen u. der wieder erlangten "Macht" angefreundet.

Das werden die nicht so ohne weiteres aufgeben.

Ergo:
Die Grünen stecken mind. so in der Klemme wie die FDP. Nur kennt die nichts anderes.

Christoph Kuhlmann | Sa, 9. Oktober 2021 - 15:39

Man kann alles konfrontativ be0trachten. Da besteht dann ein Kompromiss auf einem abrücken von der eigenen Position. Man kann jedoch eine intelligente Symbiose versuchen in der alle Seiten gemeinsam neue intelligente Lösungen entwickeln. Das ist jetzt sehr anspruchsvoll aber man wird sehen ob die Bräsigkeit parteiübergreifend ist oder die CDU ein Monopol darauf hat.

"Lieber nicht regieren, als schlecht regieren!"
Diesen sehr guten und not-wendigen Satz würde Christian Lindner ad absurdum führen und die FDP unglaubwürdig machen, wenn er sich auf Rot-Grün einlassen würde. Bei etwas genauerem Nachdenken dürfte auch dem regierungswilligsten FDPler klar werden, dass Beteiligung an einer Ampel die FDP für die nächsten 10 Jahre ins Aus befördern würde: Der Kas ist also noch ned ´gessen. Auch Neuwahlen wären interessant - meine erste Wahl!
Dann kann sich CDU/CSU neu aufstellen und ihre Fehler ausräumen ... "um der Stadt Bestes willen"!

Ingofrank | Sa, 9. Oktober 2021 - 16:28

sehr Rot, sehr Grün und wenig Gelb.
Aber mit Gewissheit, sehr sehr teuer. Ich habe heute Sprit für meinen kleinen Traktor an der Tanke geholt, mit einem Dieselpreis von 1,599 €
und das ist erst der Anfang!
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Bernd Muhlack | Sa, 9. Oktober 2021 - 17:02

Hannes Wader?
Vor etwa 150 J nannte ich einige seiner LPs mein eigen; diese Sturm-u Drang-Zeit.

Das Recht jeder Jugend/ Generation:
"WIR müssen ALLES ändern, koste es was es wolle!
Sei es noch so kontraproduktiv!
Der Weg ist das alleinige, hehre Ziel!"

Ein Thema für sich, nicht wahr?

Ich erinnere eines der letzten Interviews von Guido Westerwelle. Er saß in einem Lumberjack-Hemd vor der Kamera, war wieder guter Dinge, fühlte sich besser. Dann der Rückfall & AUS!

Ich denke, dass er unterschätzt wurde.
Er war kein FDP-Mann der alten Garde like Genscher, Graf Lambsdorff etc.
Er war anders; selbst die ewige Kanzlerin erkannte das (ehrlich?) lobend an!

Christian Lindner - Hannes Wader?
OK - Lindner!
Das 2017-NO der FDP war mMn richtig!
Die FDP wäre zwischen der Kanzlerin & GRÜN pulverisiert worden.
In 2017 hatte die FDP mit Teuteberg & Suding noch kompetente Frauen!
👍

DAMALS - sinngemäß.
Schulhof & Bilder tauschen!
"Du hast die Teuteberg? Ich geb Dir 100 Eskens und 50 Kevins!"
"Nö!"

Hans-Jürgen Wirtz | Sa, 9. Oktober 2021 - 17:26

Das Orakel nach dem Willen der Wähler. Die Grünen als große Wahlgewinner. Unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung haben gerade mal etwas mehr als 10 % Grün gewählt. Das soll also die Partei sein, die dieses Land mit Berechtigung verändern und in eine mehr als ungewisse Zukunft führen darf? Etwa 90 % der Wahlberechtigten haben das so nicht entschieden!
Kein einziges Mal wurde erwähnt, dass die jetzige Regierung nicht abgewählt worden ist. Mit 402 Stimmen im Parlament hat sie eine deutliche Mehrheit. Wenn es denn diesen wichtigen Wählerwillen gibt, ist es dieser. Zwischen den alten Regierungsparteien hat es lediglich eine Umschichtung von Stimmen von der CDU zur SPD hin gegeben, die dadurch den neuen Kanzler stellen darf. Man könnte sich dieses ganze Geschacher und die daraus folgenden - meist faulen - Kompromisse ersparen und hätte flugs eine neue Regierung. Unter Austausch unfähiger Amtsinhaber. Die FDP sollte Rot-Grün nicht um jeden Preis ermöglichen.

Hanno Witek | Sa, 9. Oktober 2021 - 18:17

dass sie ganz offensichtlich nicht mehr in den albernen verkrusteten Programm-Idiotien verhakelt sind, genau wie so viele Journalisten - siehe hier wieder, sondern wohl sehr stark gemeinschaftlich aus das Gemeinwohl denken. Kompliment an: Lindner,Baerbock, Wissing, Harbeck, Scholz, Esken ja auch Kühnert ! und Ihr Umfeld. Zumindest kann man das zur Zeit begründet hoffen.

Werner Zillig | Sa, 9. Oktober 2021 - 21:24

"Angesichts der Machtverhältnisse ist absehbar, wie die Politik der nächsten vier Jahre aussehen wird: sehr rot, sehr grün, wenig gelb."

Die Frage zuerst: Wofür stehen denn die Farben, wenn es um konkrete Veränderungen geht? Mindestlohn / SPD? So? Wie wird es der Wirtschaft ergehen? Grün? Alle Kraftwerke abschalten und in den vielen "Spitzen" den Atomstrom im Ausland kaufen? Und Gelb? Wie, wenn die FDP es schafft, die jungen Leute tatsächlich in einem gewissen Prozentsatz an sich zu binden? Die Jungwähler waren für die FDP selbst doch eine Überraschung.

Schließlich: Alle, alle werden sie auf das Jahr 2025 schauen. Wie werden da die Ergebnisse sein?

Bleiben wir bei der alten Weisheit: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

Jörg Stetter | Sa, 9. Oktober 2021 - 21:35

Wegen des Eintretens für Freiheit und Selbstbestimmung stand und steht mir die FDP sehr nahe.Leider muss ich feststellen, dass die Menschen sich zunehmend einen Staat wünschen, der berät, erzieht und in speziellen Fällen auch bevormundet. Auch die starke Führerpersönlichkeit mit populistischer Attitude ist wohl wieder gefragt.
Ich kann nur hoffen, dass die junge Generation aufwacht und ihre Chancen sieht, die nur durch persönliche Freiheit und Selbstbestimmung realisiert werden können.
Ich sehe natürlich auch das Dilemma, in dem die FDP steckt.Wenn die rotgrüne Politik wirklich einen sozialistischen, antikapitalistischen Kurs verfolgen will, muss die FDP natürlich die Reissleine ziehen.Ihre Wähler würden ihr ein Mitmachen mit Recht nicht verzeihen.
Aber vielleicht entwickeln SPD und Grüne doch noch genügend Realitätssinn und verabschieden sich von Wunschvorstellungen und Träumereien.
Dann könnte die FDP in der Ampel Konstellation durchaus wichtige Akzente setzen. Schön wärs.

Petra Horn | So, 10. Oktober 2021 - 04:59

und Stimmen mithilfe von Kubicki abgeräumt.
Als Dank bekommen die ängstlichen Wähler eine grünlinksrote Politik inkl. mindestens 1 Million "Geflüchtete". 500000 stehen im FDP Wahlprogramm die anderen steuern die Roten und Grünen bei, gerne auch mehr.
2013 hatte die FDP den Denkzettel bekommen, weil sie sich Merkel nicht entgegengesetzt hatte, nun macht man es wieder.
Die Vermieter freut es, Aldi, Lidt und Co. auch. So viele Wohnungssuchende und soviele neue Kunden!

Urban Will | So, 10. Oktober 2021 - 09:27

Die Gelben springen als Teil der Ampel mit auf den links – grünen Mainstream – Zug und können da evtl. eine Zeitlang „gefahrlos“ mitfahren.
D vor allen anderen, aber auch die EU unter Uschi („Klimapolitik ist jetzt die Aufgabe der Zeit“) sind dem Klima – Wahn verfallen.
Und das Volk scheint sich in großen Teilen dem zu fügen. Es wird an allen Ecken zu Kostenexplosionen im Bereich Energie kommen.
Man kann diese „Steuererhöhungen“ gut verpacken in Form anderer Abgaben und „Steuersenkungen“, die gar keine sind, weil sie an anderer Stelle um ein Vielfaches wieder aufgefressen werden, als solche verkaufen.
Allerdings gehört hierzu ein Wähler, der dumm genug ist, das zu glauben. Bei den Links - Grünen gibt es diese Wähler, nur stellt sich die Frage, ob die Gelb – Wähler dies ebenfalls tun.

Ich wünsche den Gelben den Absturz, wenn sie sich da mitreisen lassen, anstatt endlich auf Vernunft zu setzen. Mit Ideologie wird sich d Klima nicht beeinflussen lassen.