Französisches U-Boot durchquert Themse
Das französische U-Boot FNS Amethyste (S605) durchquert die Themse / dpa

Geplatzter U-Boot-Deal mit Australien - China macht den Unterschied

Der geplatzte U-Boot-Deal zwischen Frankreich und Australien sorgt für böses Blut – und das nicht nur in den Beziehungen beider Staaten. Betroffen sind gleichfalls die Nato und das EU-Handelsabkommen mit Australien.

Autoreninfo

Kay Walter arbeitet als freier Journalist in Frankreich

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Kay Walter

Frankreich belässt es nicht allein bei deutlichen Worten, sondern zieht Konsequenzen. Die Botschafter aus Washington und Canberra wurden unmittelbar abgezogen, ein für diese Woche geplantes Treffen von Verteidigungsministerin Florence Parly mit ihrem britischen Gegenüber Ben Wallace wurde abgesagt.

Der Élysée ist mehr als nur verstimmt – und es geht auch um einiges mehr als „nur“ die Milliarden Euro, derer Frankreichs Industrie wie im Übrigen auch deutsche Firmen verlustig gehen. Es geht um prinzipielle Fragen von strategischer Partnerschaft und von Vertrauen und das in Hinblick auf Australien wie vor allem auf die USA. Noch nie in der gemeinsamen Geschichte hat Frankreich seinen Botschafter aus den USA zurückbeordert.

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Martin Falter | Mo, 20. September 2021 - 15:29

das Europa (nicht nur die EU ) sich für seine Belange einsetzt. Flinten Uschi wo sind die Mittel und langfristigen Konzepte? Warum wird alles nur schlechter und schlechter? Wo sind die klar formulierten Ziele die dann abgearbeitet werden?
China, Australien und die USA werden nicht unsere Hausaufgaben machen.

Romuald Veselic | Mo, 20. September 2021 - 15:36

Es wird immer deutlicher, dass D zum einem einzig unberechenbaren Kantonist/Partner auf dem EU-Kontinent geworden ist, der von Idioten gemanagt wird und bleibt. Denn, wenn ich an einem Tag Klima rette und am anderen Tag der 3. Weltkrieg ausbricht, dann war's mit der Alpenluft in Berlin.
Dass Frankreich nichts bewirkt, zeigt der endlose low level war in der Sahel Zone seit den 1970-ern. In einem Krieg schlägt man den Gegner nicht dadurch, dass man die Brunnen bohrt, sondern die Terrorbanden liquidiert und ihnen das Territorium entzieht.
Der Vergleich: Der Falkland Krieg 1982, indem die Briten, Argentinien in wenigen Wochen k.o. geschlagen hatten und die Militärjunta zum Fall brachten.

Ein EU-(West)Teil ist zum China-Vasallen geworden, ist unbestritten. Mit D als Oberlaufburschen.

Was bitte ist ein "EU-Durchgriff"?
Egal.

Ich erinnere sehr gut den britischen Einsatz Falkland/Malvines.
Hätte es damals bereits diese Labertaschen der EU in Brüssel/somewhere else gegeben, hätte dies Prime Minister Thatcher einen ​Dreck interessiert!

"Taste salty, must be british!"
Rule Britannia, Britannia rule the waves; we are Britains never will be slaves!
Dann rollte man los - aus GB u Gibraltar.

Wie sagte Hans Dietrich Genscher oft:
"Man hüte sich vor Thatchers Handtasche; ich halte immer respektvollen Abstand."

Eine EU, welche sich nicht einmal auf die Rückkehr zur "regulären Zeit" einigen kann, soll ein Verteidigungsbündnis implementieren?
Phantasierten Macron et AKK nicht ob eines EU-Carriers/Flugzeugträgers?
Soweit ich weiß, wird er im Trockendock in Überlingen (Bodensee) gebaut.

"Die EU in ihrer zerstrittenen "Gesamtheit" (welch ein Hohn) kann max. Wattebäusche werfen...mehr ist nicht drin."
Genau so ist es Herr Schuberth!

2022 sitzt die EU da ... wo ist denn Angela?

Wie so oft, auch hier meine Zustimmung 👍
Wir sind eine Gefahr für uns selbst.
Wäre nur nur die Frage zu beantworten:

VORSÄTZLICH ODER FAHRLÄSSIGKEIT?

Und ein Problem in meinen Augen:
Hopp oder Topp, Schwarz oder Weiß, jedoch selten - WACHSAM auf beiden(!) Augen, um einer zukünftigen Gefahr der MACHT-ZENTRALISATION zu entgehen.
Und ich sehe CHN wie den Kommunismus in allen Formen (Zentralismus) als Hauptfeind der Freiheit!

In dieser Richtung sollten mal politische Konstrukteure in Richtung China schauen.
Aber bei den vielen Kollaborateure in der linken Szene kein Wunder, was hier geschieht. Bestes Beispiel ist doch die Aussage von Frau Weidel (& ja, sie hat zwei {!!!}Staatsexamen zu Ende gebracht), das man Russland sich auf gleicher Augenhöhe gesellen sollte, ohne aber unsere Interessen außer acht zu lassen. Meine Devise wäre, Nordstream 2 nur soviel, dass wir auch bei NULL den aufrechten Gang nicht verlieren.
Aber wie ich schon sagte, immer nur Hopp oder Topp, Schwarz oder Weiß!

Rob Schuberth | Mo, 20. September 2021 - 19:11

...US-Politik ab sofort umschwenken wird.

Es geht ihnen, was ich gut nachvollziehen kann, um die Gefahr im südchinesischen Meer, da China dort bereits einige bedrohliche Fakten (Militärbasen auf künstlich geschaffenen Inseln) hat.

France hat z. T. aber auch selbst seinen Deal verbockt.

Denn wer nichts gegen seinen Lieferverzug unternimmt und dann auch noch alte Technik anbietet, der, ja der gerät "plötzlich" ins Hintertreffen.

Christoph Kuhlmann | Mo, 20. September 2021 - 20:49

Genau wie andere Waffen auch. Wir sehen ja an zahlreichen europäischen Gemeinschaftsprojekten im Rüstungssektor, was dabei herauskommt wenn die Nationalität eines Lieferanten wichtiger ist als sein Know How. Ob der Handelsvertrag mit Australien "vom Tisch" sein dürfte warten wir doch erstmal ab. Irgendwo gibt es noch Entscheider mit einem kühlen Kalkül, für welche die ökonomische Vernunft ausschlaggebend ist. Der Westen nimmt China langsam in die Zange. Erst einmal die militärische Eindämmung durch die USA und Verbündete und dann neue Importregeln, welche die Umweltkosten bei der Produktion von Gütern berücksichtigen, damit die Umweltregulierung nicht zur Deindustrialisierung in Europa führt. ( Das könnte dann allerdings auch die USA treffen.) CO2 ist schließlich CO2 und freier Zugang zu den Märkten beruht auf Gegenseitigkeit. Möglich, dass China in Zukunft gesprächsbereiter ist. So sucht jeder seinen Vorteil in zahlreichen langen Verhandlungen.

Robert Hans Stein | Di, 21. September 2021 - 10:27

Ja, das kann man gar nicht anders sehen. 100% Zustimmung. Aber bei der Bewertung, was Priorität haben sollte, neige ich sehr zur angelsächsischen Sichtweise. Vergessen wir nie, NIEMALS, die in kommunistischer Ideologie verwurzelte Überzeugung, dass es die historische Mission der Arbeiterklasse (und Bauern) ist, weltweit eine klassenlose Gesellschaft zu errichten. Mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden. Die EU-Länder opfern ihre längerfristig existenziellen Interessen kurzfristigen ökonomischen Vorteilen. Zieht man dann noch die bereitwillige Vernachlässigung der Wehrfähigkeit mit in Betracht, dann heißt das nicht anderes als: Unsere Indolenz, Saturiertheit, Bequemlichkeit sind uns lieb und teuer - also was interessiert uns, ob in .... Jahren vielleicht eine kommunistische Weltregierung mit eienr ebenso verfressenen wie verblödeten Schafherde sagt, was für sie gut und richtig ist.

Gerhard Lenz | Di, 21. September 2021 - 10:36

zuallererst ihre eigenen Interessen durch. Sie unterscheiden sich darin nicht von Russland oder China.

Wobei uns die demokratischen USA natürlich näher stehen, als die beiden dikatorischen Großmächte.

Die USA investieren im Moment in ihre militärische Abwehr gegen die Chinesen, die sie als Hauptgegner sehen. Dass die Briten den USA hinterherlaufen - so wie im Irak - ist nicht wirklich wichtig.

Die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs dagegen dürften den USA relativ gleichgültig sein. So wie sie aus strategischen Gründen versuchten, auf Deutschland wegen Nordstream-2 Druck auszuüben.

Noch sind die USA für uns Europäer als Verbündete unverzichtbar. Gleichwohl müssen wir endlich daran arbeiten, dass wir als geeintes Europa unabhängiger von allen Großmächten werden.

Sonst könnte uns eines Tages ein gewählter US-Präsident vom Schlage eines Trumps verheizen. Und Deutschland alleine? Hat politisch das Gewicht eines "Vogelschisses".

Ernst-Günther Konrad | Di, 21. September 2021 - 10:42

Ja so gehts, wenn eine EU keine eigenständige, unabhängige Sicherheitspolitik hat und auf Sicht fahrend glaubt, überall mitmischen zu können, ohne zu wissen, mit wem man spielt und welches Spiel gerade läuft. Jedenfalls scheint Biden auch in diesem Punkt "American First" strikt weiter zu verfolgen. GB hat einmal mehr durchblicken lassen, dass sie wieder komplett eigenständig nur eigene Interessen verfolgt und auch Australien hat eigene Ziele. Mich freut das. Warum? Es wird den Europäern einmal mehr öffentlich vorgeführt, wie uneinig und innovationslos, wie unfähig die EU-Politiker letztlich ist. Mal sehen, ob Uschi zur Vertragszeichnung eingeladen wird und am Katzentisch zu sehen darf. Vielleicht dürfen die Europäer ja die Tarnfarbe für die U-Boote liefern.
So langsam finde ich an Biden gefallen, auch wenn der selbst sicher vieles gar nicht mehr rafft. Es wird der Tag kommen, da wird es bedauert werden, das Trump nicht mehr da ist. Warum? Der hat wenigsten alles laut angekündigt.

Heidemarie Heim | Di, 21. September 2021 - 15:45

Schmeißen die uns samt La Grande Nation aus dem Sandkasten! Diese Ökofaschisten, bestimmt wegen dem Diesel! Für unsere gemeinsam entwickelten und friedensstiftend unbewaffneten Drohnen Made in Germany sind sie sich im Pazifik wohl auch zu fein? Und erst die nervigen Amis mit ihren penetranten 2%-Wehretatforderungen, die ohne uns groß zu fragen die Biege nach 20 Jahren Einsatz gemacht haben! Und nun zusammen mit ihren alten und neuen Kumpeln unserem französischen Nachbarn das Geschäft versauen. Von was sollen die so Geschädigten denn ihre EU-Beiträge zahlen? "Herr Scholz packen wir, nach dem wir die von den treulosen Briten sowieso mittragen nicht auch noch die von Frankreich?"😆🥴 Ok, man wird ja noch mal fragen dürfen. Also ab sofort keine fish & chips, Peanut- Butter, Straußenfleisch und nix mehr aus der Samsung-Republik SK kommen bei uns rein! Im Zoo Pandas statt Kängurus! BMW statt Harley Davidson. Den zeigen wir`s! MfG

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