Leere Supermarktregale London
Leere Regale in einem Coop-Supermarkt in Battersea, Südlondon / picture alliance

Inflation, Lieferengpässe, Arbeitskräftemangel - Eine Krise wie keine zuvor

Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen zeigen, dass sich die Auswirkungen der Pandemie derzeit eher verstärken. Dadurch wächst bei vielen Menschen der Eindruck, dass mit unserer Gesellschaft etwas ganz grundsätzlich nicht stimmt. Wirtschaftliche Umstrukturierungen werden unausweichlich sein.

Autoreninfo

Antonia Colibasanu ist Analystin bei Geopolitical Futures und Dozentin an der rumänischen National Defence University mit Sitz in Bukarest.

So erreichen Sie Antonia Colibasanu:

In der vergangenen Woche habe ich auf mehreren Konferenzen persönlich gesprochen und moderiert – eine Seltenheit seit Beginn der Pandemie –, deren Themen von Verteidigung und Sicherheit über regionalen Handel bis hin zu europäischen Angelegenheiten reichten. Der gemeinsame Nenner war die Geopolitik. Was mir aber bei meinen Gesprächen am meisten auffiel: dass sich fast alle Teilnehmer insbesondere über die Inflation und den „grünen Wirtschaftswandel“ in Europa Gedanken machten – nicht über den Abzug aus Afghanistan oder die Wahlen in Deutschland.

In der Tat hatten fast alle Gespräche eines gemeinsam: die wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft angesichts der Pandemie. Bis August wurde die Inflation im Allgemeinen durch den Energiesektor und eine kleine Gruppe von Gütern wie etwa Halbleiter ausgelöst, deren Preisanstieg mit der Krise der Lieferketten zusammenhing. Wie die jüngsten Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen zeigen, scheinen sich die Auswirkungen jedoch zu verstärken. Schlechte Wetterbedingungen, ungewöhnliche Dürren und Überschwemmungen, die die Ernten zerstörten und oft als Kollateralschaden des Klimawandels bezeichnet werden, haben zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise beigetragen.

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Manfred Bühring | Mo, 20. September 2021 - 11:09

"Die Erkenntnis, dass wir in einer fragilen Welt leben, verlangt, dass wir unsere Regierungen dazu auffordern, unsere Existenz zu sichern – und gleichzeitig die Wirtschaft zu stabilisieren. Natürlich ist dies ein radikaler Wandel, der eine sozioökonomische Umstrukturierung erfordert." Man muss es so hart formulieren, aber der Artikel ist eine Aneinanderreihung von Leersätzen - siehe oben - ohne jede Konkretisierung. Soviel "wischi waschi" habe ich lange nicht mehr im Cicero gelesen.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 20. September 2021 - 11:14

Ich stimme Ihnen nur insoweit zu, dass Sie zwar die Konsequenzen richtig beschreiben, aber der Klimawandel ist aus meiner Sicht kein tragendes Argument für die Destruktion der Wirtschaft. Dürren und Einflüsse des Wetters auf Ernten usw. hat es schon immer gegeben. Die Probleme bestehen schon lange und gerade die EU ist genau der Grund, warum in denen von Ihnen häufig erwähnten Nationalstaaten eben fast nichts mehr geht. Hinzu kommt, dass wir gerade in DE kein politisches Personal mehr haben, das zukunftsorientiert Wirtschaft denken kann. Die Kostenexplosionen in fast allen Bereichen merken die gut alimentierten Politiker gar nicht. Die kennen weder Butterpreise noch die für den Sprit. Es sind nicht nur die Kosten im Lebensmittelbereich, die gerne kaschiert werden mit weniger Ware im Karton und der Verpackung, sondern auch die Steuerlast in allen Bereichen, Mieten usw., die das Geld der Bürger auffressen. Ich zahle gerne CO² Steuern, wenn mir einer sagen kann, wie man davon satt wird.

Norbert Heyer | Mo, 20. September 2021 - 11:40

Wir waren mal führend in Fernmeldetechnik, Feinmechanik, Chemie, Fahrzeugbau, Elektronik, Atomforschung, Stahlindustrie und Optik. Davon ist bis auf den Fahrzeugbau fast nichts mehr bedeutend. Es wurde ausgegliedert, andere bauten die benötigten Teile -unter unserer Anleitung- viel, viel billiger und irgendwann sogar besser. Der Ausstieg aus Atom- und Kraftwerktechnik bedeutete, dass wir die darauf aufbauenden Technologien erst recht nicht mehr erfolgreich produzieren können. Mit ganz schlichten Worten: Wir wurden -selbstverschuldet- abgehängt. Wenn jetzt noch äußere Einflüsse wie Lieferengpässe, hohe Transportkosten und Verteuerung von Energie und Öl eine angeschlagene Volkswirtschaft zusätzlich schaden, wird es ziemlich eng. Wir sitzen wieder mal -wie so oft in unserer Geschichte- zwischen allen Stühlen und suchen verzweifelt den großen Meister mit der richtigen Zauberformel. der sich anscheinend schon vor einiger Zeit von uns verabschiedet hat und sich in Asien sehr wohl fühlt...

Rob Schuberth | Mo, 20. September 2021 - 11:46

Sorry, aber einen sehr ähnlichen Artikel gab es doch erst vor 3 Tagen hier:
https://www.cicero.de/wirtschaft/versorgungskrise-grossbritannien-lkw-f…

Der einleitende Absatz unter dem Bild passt doch gar nicht zum Brexit und den aktuellen Engpässen in UK.

Ist da etwas verrutscht?

Zum Thema:
Ich würde den Briten einfach mehr Zeit geben um sich neu zu orientieren.
Schätze in 2 - 3 Jahren sind solche Bilder passé.

ursula keuck | Mo, 20. September 2021 - 11:50

In Punkto Klimaschutz sind sich alle „DREI“ einig wie in einer Ökodiktatur – zur moralischen Großmacht, zum weltweiten Vorreiter gegen Klimawandel -.
Jedoch in Deutschlands Nachbarländern und den aufstrebenden Volkswirtschaften baut man Kohle- und Kernkraftwerke um die Wette und macht sich lustig über den selbstzerstörerischen Wahnsinn.
Eine objektive und kritische Überprüfung und Beurteilung der vielfältigen Behauptungen findet nicht statt, ja ist durch die „Grüne Transformation“ unerwünscht.
Doch irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, werden die Menschen begreifen, dass sie erneut mit Unterstützung einer Pseudowissenschaft betrogen und ausschließlich um ihre Freiheit und ihren Wohlstand gebracht werden sollen. Denn nicht das Klima ist bedroht, sondern allein unsere Freiheit.
Das Einzige, was wir mit Sicherheit schaffen können, ist, unseren Wohlstand dank unserer grünen linken Meinungsdiktatur zu ruinieren.

Peter Sommerhalder | Mo, 20. September 2021 - 12:02

Nicht nur mit Deutschland, sondern mit ganz Europa geht es abwärts.

Kein Wunder, wenn man das nicht vorhandene Geld nur für Ideologien einsetzt. (Klima, bunt)
Dazu kommen noch diese übertriebenen Coronamassnahmen und das Auslagern von Arbeitsplätzen.

Sollte ich jemals aus Europa auswandern müssen, dann gehe ich vermutlich nach Südamerika.
(Nicht gerade nach Venezuela oder Kolumbien, eher nach Paraguay, Argentinien oder Uruguay...)

Jochen Rollwagen | Mo, 20. September 2021 - 12:06

Antwort des Kanzler-Kandidaten der "Sozial"-"demokratischen" Partei auf die Frage nach den Preissteigerungen beim Kraftstoff.

hat aber unserem lieben Olaf $cholz für 2 Sekunden die Konzentration verlassen...

Petra Horn | Mo, 20. September 2021 - 12:30

Mainstream und ehrlich gesagt Geschwurbel
Es wird auch gnadenlos Ursache und Wirkung durcheinander gebracht.
Wenn man an den Klimawandel glaubt, der durch von Menschen gemachtes CO2 verursacht wird, dann muß man akzeptieren, daß die Energiepreise nach oben gehen. Daß man sich darüber noch klagend ausläßt, zeigt doch die Realitätsferne.
Und was soll uns das sagen:
"Deshalb muss das instabile Verhältnis zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit als ernstzunehmendes Signal für eine wirtschaftliche Umstrukturierung verstanden werden.
Menschliches Verhalten, das durch menschliches Leid hervorgerufen wird, kann eine Revolution auslösen, die die Regeln des globalen Systems verändern könnte."
Dann soll doch die Politik die Inflation ändern, kann man da nur sagen. Die EZB verdoppelt in immer kürzeren Zeiträumen die Geldmenge und schiebt das Geld Banken, Großinvest. und Pleitestaaten zu. Die Deutschen können sich weder Wohnungen noch Häuser leisten. Die Warnung von einer Revolution verstört.

Rob Schuberth | Mo, 20. September 2021 - 12:49

Warum ging es bei den Gesprächen auf den vielen Treffen primär um die wirtschaftl. Folgen der Pandemie und nicht um AFG, od. die Wahl in D?

Nun, die Pandemie ist global. Die beiden anderen Themen aber nicht.

Sollte die Pandemie einen Wandel, oder gar das Ende der Globalisierung einläuten, so wäre das m. E. eine gute Entwicklung.

Die Art wie die Wirtschaft Menschen weltweit ausbeutet, um daraus pers. Profite u. Dividenden zu generieren, muss beendet werden.
Veränderungen bedürfen immer einer vorhergehenden Krise.
Je stärker umso besser der Wandel.

Ja, es würde teurer werden wieder mehr innerhalb der EU u. zu fairen Löhnen herzustellen.
Aber diese Produkte sollten auch so hergestellt werden, dass sie länger halten.
Und das würde den höheren Preis mehr als wettmachen.

Gisela Fimiani | Mo, 20. September 2021 - 13:44

Der Krug, dessen Inhalt eine grün-ideologische Utopie ist, wird über einem demnächst leergeschöpften Brunnen zerbrechen. Den Menschen wird, von den neuen Helden auf der Bühne der Geschichte, eine wunderbare Zukunft versprochen, ohne ihnen zu sagen, dass die Opfer, welche dafür gebracht werden müssen, grausam sein werden. Utopisten und Ideologen können nur Zukunft voraussagen, denn mit den komplexen Zusammenhängen der ärgerlichen Gegenwart sind sie grundsätzlich überfordert. Man störe ihre Kreise nicht durch profanen Realismus. Ihr „religiöser“ Eifer läßt sie ihre Untertanen auf auf dem Altar ihrer schönen neuen Welt opfern - mitleidlos.

Gerhard Lenz | Mo, 20. September 2021 - 14:41

bis zum Halse steht, wird er verstehen (wollen und können), dass der Klimawandel kein politisches Projekt vermeintlich feindlicher Interessengruppen darstellt.

Erst wenn er oder nächste Angehörige auf der Intensivstation landen, wird der Leugner kapieren, dass Covid nichts "Inszeniertes" ist.
Bis dahin dreht er wie die Fliege im Glas seine Runden, schaut nach draußen, kapiert nicht, dass ein kühler Sommertag eben kein Indiz dafür ist, dass es keinen Klimawandel gibt, und sucht sich Trost bei "Aufklärern", die ihm das "Gerede" von notwendigen Veränderungen als dumpfe Verschwörung übersetzen.
Grundsätzlich lässt ihn eine immer komplexer werdende Welt ratlos zurück. Viele sehr reale Probleme überfordern ihn völlig.
Hört er etwa von "Inflation", gehen bei ihm allerdings die Warnlämpchen an, denn unter "Geldentwertung" kann er sich gerade noch etwas vorstellen.
Wofür er natürlich auch sofort die entsprechenden Schuldigen identifiziert hat. Und so lügt er sich weiterhin in die Tasche.

Was halten Sie dann von dem Fakt, dass selbst 0,0 t CO2 innerhalb/durch die BRD, an dem Klimawandel praktisch n i c h t s ändern würde?

Und wir Deutschen darum
- nicht unsere Industrie kaputt machen sollten
- nicht unsere Energiepreise noch teurer machen sollten (die eh schon die höchsten sind)
- nicht unsere Strom-GRUNDversorgung gefährden sollten uvm.

sondern
stattdessen das Rest-Leben auf diesem Planeten genießen sollten. Sparsam und umweltbewusst, aber eben genießen u. nicht darben.

Genuss geht auch ohne SUV u. Vielfliegerei.

selbstverständlich hat ein verringter C02-Ausstoß Auswirkungen auf das Klima.

Sie wollen doch wohl vielmehr behaupten Deutschland alleine könne das Klima nicht retten.

Das ist allerdings nicht mehr als die letzte olle Kammelle der Klimaleugner....wenn sie einsehen müssen, dass der Mensch sehr wohl für das veränderte Klima verantwortlich ist.

Dann versteigen sich manche in wirre Sprüche über Deutschlands Sonderweg und implizieren gar irgendwelche absurden Vergleiche zu unserer dunklen Vergangenheit.

Fakt ist, dass zahlreiche Länder - von üblich unrühmlichen Kandidaten wie Russland etc. mal abgesehen - klimaschützende Massnahmen vereinbart haben.

Infantiles "mein Nachbar macht das auch nicht" bedient vielleicht nationalistischen Autismus, hilft aber nicht weiter.

Jedes Land muss sich dem Klimawandel entgegenstellen. Auch Deutschland.

Ja, das ist nicht zum Nullpreis zu haben. Aber sonst müssen unsere Nachkommen für unsere Ignoranz leiden.

Autismus, das ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich unter andern durch eingeschränkte Interessen und stereotyp ablaufenden Verhaltensweisen bemerkbar machen (Wiki).
So ließe sich auch die derzeitige RotGrüne Politik der Energiewende in Deutschland verstehen, einordnen.
Ein weiteres Merkmal des Autismus sind Probleme beim wechselseitigen sozialen Umgang und Austausch. Auch hier lassen sich bei RotGrüner Politik mit seinem Moralismus und Einzelgängertum in Fragen Migration, Klima, Energiewende Parallelen ziehen.
Die Rotgrüne Politik-Performance ist stark autistisch geprägt und und wird den jetzigen und nachfolgenden Generationen harte Entbehrungen auferlegen.

Bernd Muhlack | Mo, 20. September 2021 - 16:59

Just sind Tochtern und ihr Freund Luke zu Besuch in diesem unseren Lande.
Nun ja, die Lage in UK ist stellenweise prekär, aber nicht hoffnungslos. Das Stadium von "Blood, Sweat ´n Tears" ist noch nicht erreicht.
Luke arbeitet in der Logistikbranche, "Projektleiter".
In der Tat mangelt es an Truckern und neuen Verteilungskonzepten; learning by doing, isn´t it?
Nicht jeder ist wie WIR in der Lage einen Großflughaften in 14 Tagen zu bauen, gell?

Inflation? Arbeitslosigkeit?
Arbeitslose versteckt man statistisch perfekt und Inflation gleicht man durch weniger Inhalt in der Verpackung aus - das merkt nicht jeder, gell?
Beim Tanken klappt das irgendwie nicht so recht...
Kauft doch E-Cars!
Bekanntlich ist Strom ja spottbillig!

Mir ist nicht ganz klar, was die Autorin mit ihrem Artikel ausdrücken will.
Die beiden letzten Absätze sind mMn ziemlich kafkaesk, oder?

Eines noch:
Leere Regale in Battersea?
Dann doch lieber das Schlaraffenland Rumänien, oder?

Sorry Frau Colibasanu & Alles Gute!

Ingbert Jüdt | So, 26. September 2021 - 21:52

Die »Auswirkungen der Pandemie« ...
... sind tatsächlich nichts anderes als die Auswirkungen der Maßnahmen »gegen die Pandemie«. Wer über diese Maßnahmen entscheidet, entscheidet folglich über die Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung, versteckt seine politische Verantwortung jedoch hinter einer vermeintlichen Naturgesetzlichkeit. Die »Pandemie« wird damit zur Lizenz für das Regieren im nationalen und globalen Ausnahmezustand gleichermaßen - ein Ausnahmezustand, in dem wöchentlich neue vollendete Tatsachen geschaffen werden, ohne auch nur ansatzweise noch unter demokratischer Kontrolle zu stehen.

»Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.« In der »Pandemie« sind dies die Strukturen einer Global Governance, mit der Global Health Governance im Zentrum. Der »Great Reset« ist weder eine Verschwörungstheorie noch eine Verschwörung, sondern der natürliche Weg, auf dem die autoritären Fluten landeinwärts fließen, wenn man keine demokratischen Deiche baut.