Wirtschaftskompetenzen - Wettbewerb für ein besseres Deutschland

Was beeinflusst die Wahlentscheidungen der Menschen? Es zeigt sich, dass in puncto Wirtschaft, Finanzen, Staatsschulden „Sachthemen“ fast keine Rolle spielen. Wichtiger sind Faktoren, die eine emotionale Bindung der Wähler zu „ihren“ Parteien und den prominenten Repräsentanten zum Ausdruck bringen.

Dax-Kurve
Die Dax-Kurve im Handelssaal der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main / dpa

Autoreninfo

Rainer Hank (Foto dpa) ist Publizist und regelmäßiger Kolumnist im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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Liest jemand Parteiprogramme? Seit dem Internetzeitalter loggen die Bürger sich lieber in einen Wahl-O-Mat ein, kreuzen dort ihre Präferenzen an (oder das, was sie dafür halten) und hoffen, dass am Ende jene Partei oben aufpoppt, die sie vorher schon zu wählen vorhatten. Wähler sind konservative Wesen. Wenn in der Wahlnacht viel von Wählerwanderung die Rede ist, dann verzerrt das diese Beharrungskräfte.

Tatsächlich unterscheiden sich die fiskal- und wirtschaftspolitischen Programme der Parteien in diesem Jahr mehr als sonst. Schließlich geht es darum, wie die Lasten der Pandemie verteilt und die Kosten der Klimakrise geschultert werden. Grob gesagt steht ein liberal-­konservativer Block aus Union und Freien Demokraten einem linken Bündnis von Grünen, SPD und Linken gegenüber. Während die Liberal-Konservativen stärker auf die Wahlfreiheit des Einzelnen und die Kräfte des Marktes setzen, verhält sich das linke Lager paternalistisch und verspricht einen weiteren Ausbau des Sozialstaats durch massive Umverteilung von Steuergeld. 

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Karl-Heinz Weiß | Di, 7. September 2021 - 11:18

Bundestagswahlen sind schon immer Kanzlerentscheidungen. Frau Merkel hat den Stellenwert politischer Grundüberzeugungen nur gegen Null gedrückt. Dass politische Überzeugungen keine Rolle spielen, beweist am eindrucksvollsten die AfD. Eine Spitzenkandidatin in lesbischer Lebensgemeinschaft mit Migrationshintergrund und mit Nebenwohnsitz in der Schweiz-da wird die Suche nach Übereinstimmungen mit dem Parteiprogramm schwierig.

Yvonne Stange | Di, 7. September 2021 - 14:57

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Und wo, Herr Weiß, haben Sie im Programm der AfD gefunden, daß das alles NICHT geht?? Das würde mich aber wirklich mal interessieren? Oder haben Sie es gar nicht gelesen und schreiben nur nach Hörensagen? Denn sonst würden viele nicht so erstaunt sein, wtenn sie den Wahl-o-mat machen. ;-)
Andersherum: es kam von jemanden der Altparteien, daß man die Parteien doch nicht an ihren Wahlversprechen messen dürfe....

Karl-Heinz Weiß | Di, 7. September 2021 - 16:26

In reply to by Yvonne Stange

Doch, Frau Stange, auch die AfD-Aussagen zur Familienpolitik habe ich gelesen. Diese propagieren klar das klassische Familienbild und den Wert der Vater-und Mutterrolle. Frau Weidel steht ihre Lebensplanung frei. Die AfD präferiert aber etwas anderes.

Rob Schuberth | Di, 7. September 2021 - 19:32

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Hallo Herr weiß, da haben Sie wohl etwas verwechselt.

Die AfD propagiert dieses traditionelle Familienbild. Sie schreibt es aber nicht vor, ober bestraft andere Modelle.

Das allein entspringt Ihrer (falschen u. wohl von Vorurteilen geprägten) Interpretation.

Ich stimme also Frau Stange zu u. widerspreche Ihnen.

Ingofrank | Di, 7. September 2021 - 21:19

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Kind(er), Mutter & Vater also das klassische Familienbild was soll daran schlecht sein. Die überwiegende Mehrheit lebt in diesem Land nach dieser Art.
Ich bin einfach nicht dafür, alle anderen Lebensformen mit dieser gleichzustellen.
Das heißt aber nicht andere Lebensformen zu akzeptieren. Dies muß jeder mit sich selbst abmachen.
Und das ist das Problem, wenn Minderheiten gegen Mehrheiten aufbegehren. Das kann so nicht sein. Wenn dieses Prinzip immer weiter abgeschafft wird, wird es zur Staatsdiktatur kommen.
Ein Mitforist spricht gern vom Untergang des Abendlandes. Ja, so könnte man es auch sehen.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Rob Schuberth | Di, 7. September 2021 - 13:03

M. E. haben unsere Haltungs-Medien daran einen, ja den größten Anteil, denn sie sind es doch die die Gewichtung der Themen, des Tagesgeschehens maßgeblich bestimmen.

Einen weiteren "Schuldigen" sehe ich auch in der miserablen Bildungspolitik dieses Landes.

Es scheint pure Absicht zu sein die Masse der Bevölkerung i. S. Finanzen, als Analphabeten zu belassen.

Hat ja für einen über die Int. seiner Bürger hinweg regierenden Staat auch nur Vorteile.

WD Hohe | Di, 7. September 2021 - 14:25

bei mir auch rüber kommt" - für Nachvollzug der Zahlendetails fehlt mir Sachkenntnis - so sehr stört mich, dass eine im Bundestag vertretene Partei - hier die AfD - schon in der Einleitung mit sehr unsachlicher Begründung aus diesem Kommentar, als aus verschiedenen Gründen "Faktisch nicht zu berücksichtigende Interessensvertretung" ausgeschlossen wird.
Dass Sie dies mit inzwischen ideologisch, mit Wortverbotenen um sich greifenden...
"Zensursprache" tun, hat, zumindest bei mir, die "Zuhör-Bereitschaft" auf nahe Null reduziert.
Mit Ihrer, gemäß o.a. Sprachdiktat, denunzierend verwendeten Haudrauf-Vokabel "Des Völkischen" fallen Sie aus meiner Tabelle zuhörenswerter "Vortrager" raus.
Anm. Familie spricht 4 Sprachen,Evolution hat es bzgl. Denkfähigkeit mit uns ganz gut gemeint. In unserer Familie gehen seit jeher "Schwarze" und Andersfarbige ein und aus.
Ach... sehe gerade... die ehemals von uns (Volk)
über Jahzehnte abonnierte FAZ... Na dann...

Gerhard Schwedes | Di, 7. September 2021 - 15:16

Man fühlt sich an Grass´Buchtitel ´Tagebuch einer Schnecke" erinnert. Der Durchschnittswähler ist schwerfällig, kapiert nicht. Er hat keine Ahnung davon, worüber es geht, keine von Steuer-, Wirtschafts- oder Zukunftspolitik. Vermutlich hat er ein Bauchgefühl, dass uns wohl nichts Gutes bevorsteht. Also denkt er zunächst einmal an seinen Geldbeutel. In einer Art "Aktion Eichörnchen" sagt er sich, er sei im Notfall bei den Grünen und der "USPD" (Ähnlichkeit der SPD mit dem abgespaltenen Linksflügel der Weimarer Zeit),besser aufgehoben, weil diese ihm, dem Schlecht- und Mittelschlechtverdiener mehr Scherflein gönnten als die scheinbar bürgerlichen Parteien CDU und FDP. Bei den Reichen gäbe es immer noch genug zu holen. Aber dabei lohnt ein Blick über den Rhein. In ähnlicher Weise hat auch schon Mal Hollande gedacht. Ergebnis: Die Reichen verabschiedeten sich und Wirtschaft und Finanzen litten noch mehr. Auch bei den Linken ist diese Wählerschicht am Ende immer die noch Dümmere.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 8. September 2021 - 07:01

Die AFD ist derzeit die größte Oppositionspartei im BT und Sie blenden deren Meinung Satz aus: "Wegen dieser Vieldeutigkeit und auch weil niemand mit der AfD koalieren wird, soll hier das Programm der Gauland-Weidel-Partei nur am Rande in die Analyse miteinbezogen werden." Ist Ihnen der Inhalt des AFD-Programmes zu diesem Themenkomplex zu schwierig? Haben Sie Angst davor, man könnte ihnen unterstellen, für die AFD zu werben? Oder müssen Sie befürchten, dass zu viel konservativ-liberal-bürgerliche Aspekte genannt werden müssen, die noch nicht lange her, im Parteiprogramm der CDU standen und nur in die Gegenwart transformiert wurden?
In einem gebe ich Ihnen recht. Die meisten Wähler reagieren emotional und nicht durch sachbezogene Erwägung gelenkt. DE wurde durch Merkel entpolitisiert und durch links-grüne Themen emotionalisiert mit der Moral Axt in der Hand. Die Wahl wird bestimmt sein davon, wovon Menschen selbst betroffen sind. AFD-Wähler sind nicht nur einkommensschwache Menschen.

Gerhard Lenz | Mi, 8. September 2021 - 09:12

überwiegend emotional. Genau so, wie der angeblich vernunftbegabte Mensch überwiegend emotional handelt.

Das macht den unentschiedenen Wähler natürlich durchaus beeinflussbar.

Das Schüren von Panik ist bekanntlich das bevorzugte Politikmittel der rechtsextremen AfD. Gleichzeitig soll ihre völkisch-nationalistische Ideologie ein gereinigtes, kitschig-harmonisches Bild eines Deutschlands vermitteln, das noch nicht mal im rosigsten Wolkenkuckucksheim Platz finden würde. Oder den Menschen vorgaukeln, ausgerechnet zu Zeiten Bismarcks wäre in diesem Land alles besser gewesen.

Die AfD ist mit solch gefährlicher Emotionalisierung allerdings nicht alleine. Die Union, in Umfragen abgesackt, fürchtet den Machtverlust und zeichnet das Schreckensbild eines sozialistischen Deutschlands, sollte sie nicht wiedergewählt werden.

Fakten können da nur stören.

Bernd Muhlack | Mi, 8. September 2021 - 16:10

Also: Wen soll ich wählen?

Man wählt ja nicht (nur) des Geldes wegen, oder?

Im Übrigen ist das alles nach der Wahl kalter Kaffee.

Und wenn ich schon wieder "Einführung der Vermögenssteuer" lese, fällt mir nichts mehr ein.
Das VermStG ist lediglich ausgesetzt, wird nicht angewendet.
Warum?
Weil man sich seit Jahrzehnten nicht über die Bewertung der Vermögensarten einigen kann.
Ohne ein neues BewertungsG kein VermStG!
Das gilt übrigens auch für das Erbschafts- und
SchenkungsStG!

Jedoch interessiert das unsere "linke Ecke" nicht im Geringsten.
Sie haben die Moral und die Haltung - aber keine Ahnung!

Eines noch:
Morgen ist endlich einmal Prof. Dr. Lauterbach bei der von mir "hoch verehrten" Maybrit Illner zu Gast.
Es gibt keinen Einschaltzwang!

Schöne Woche!

Gunther Freiherr von Künsberg | Mi, 8. September 2021 - 19:13

Obwohl das deutsche Wahlsystem keine Persönlichkeitswahl (z.B. USA) ist, sondern die Wahl von Abgeordneten, die einer Partei angehören, ist das Moment der Persönlichkeitswahl in erheblichem Umfang mitentscheidend“ für die Kreuzchen“. Deshalb ist es unausweichlich auch“ Defizite“ von zur Wahl stehenden Persönlichkeiten zu thematisieren. Allerdings ist hier die auch von Journalisten betriebene Ungleichbehandlung ein Fairnisproblem. Das Lachen von Laschet an falscher Stelle wird intensiver diskutiert als die Millionenprobleme Cum Ex oder Wirecard von Scholz, die im Gegensatz zu dem Gesichtsausdruck von Laschet zu einem Millionenschaden sowohl für den Staat als auch für Anleger geführt haben. Jede Äußerung von Söder mit der man mit Mühen eine Kritik an Laschet“ konstruieren“ kann wird hochgekocht. Die Zugehörigkeit zu kommunistischen Plattformen der Vorsitzenden der Linken wird gelegentlich thematisiert, die Zugehörigkeit von“ Höcke-Rechten“ in der Afd wird ständig erwähnt.

Christoph Kuhlmann | Do, 9. September 2021 - 17:09

Allerdings ist dies eine verkürzte Sichtweise auf Steuern, Abgaben und Subventionen. Die Kosten der unqualifizierten Einwanderung für Haushalte mit geringem und mittleren Einkommen werden nicht aufgeführt. Steigende Nachfrage nach Wohnraum (Sozialwohnungen), steigende städtische Gebühren, weil die Kommunen zusätzliche Kosten zu schultern haben. Normalerweise führt ein steigendes Angebot auf dem Arbeitsmarkt auch zu sinkenden Löhnen. Die Sozialversicherung wird generell um Leistungsempfänger erweitert, die noch nichts eingezahlt haben. Wie hoch sind jetzt die Kosten für 100 000 Migranten ohne Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikation für den Haushalt mit geringem Einkommen in der Großstadt?

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