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Olaf Scholz ist Kanzlerkandidat der SPD für die kommende Bundestagswahl / dpa

SPD in der Krise - Überwintert, Sozialdemokraten!

Die Zeit der SPD scheint abgelaufen. Dass das so ist, liegt nicht an einzelnen Fehlentscheidungen, sondern an sozialen und technischen Veränderungen. Die Sprache der neuen Linken wird geprägt von den Annalenas dieser Welt. Doch das könnte sich auch bald wieder ändern.

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Unter einer kognitiven Dissonanz versteht man in der Psychologie einen Gefühlzustand, der durch zwei unvereinbare Wahrnehmungen, Gedanken oder Gefühle verursacht wird. Beispiel: Sie wollen abnehmen, haben aber eine Vorliebe für Sahnetorten. Das Ergebnis ist eine unangenehme emotionale Grundstimmung, eine Dissonanz, die zumeist nach einer Seite hin aufgelöst wird. In unserem Beispiel: Sie gönnen sich ein Stück Sahnetorte. Das nennt man dann Dissonanzauflösung.

Es war einmal ...

Auch Kollektive können unter kognitiven Dissonanzen leiden. Zum Beispiel Parteien. Ein typisches Beispiel hierfür ist die SPD. Einerseits fühlt man sich aus der Geschichte und Tradition heraus als Regierungspartei mit Chance auf das Kanzleramt. Faktisch aber steht man seit Jahren in allen relevanten Umfragen bei deutlich unter 20 Prozent. Selbstbild und Wirklichkeit passen nicht mehr zusammen. Das erzeugt innere Spannungen und eine als unerträglich empfundene Stimmung. Also greift man zur Dissonanzauflösung. In diesem Fall: Man ruft einen Kanzlerkandidaten aus, der tapfer verkündet, seine Chancen auf das Kanzleramt stünden nicht einmal so schlecht.

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Manfred Bühring | Sa, 5. Juni 2021 - 09:27

Die SPD hat inhaltlich und personell abgewirtschaftet. Wenn man sich Spitzenpersonal wie Olaf Scholz meint leisten zu können, der verantwortlich für 90 Mio. Steuererlass für Warburg in HH ist, der politisch für den Wircard-Skandal verantwortlich ist, an dem aber alles abtropft wie an Teflon und sich an nix erinnern kann, dann hat man fertig, basta.

Sven-Uwe Noever | So, 6. Juni 2021 - 00:14

In reply to by Manfred Bühring

Die Spd sagt,der Bundesgesundheitsminister habe eine "menschenverachtende"Sicht auf "Sozial Schwache",da er "minderwertige"Masken U.A.an Hartz vier-Empfänger habe verteilen lassen.
Unverschämter,Heuchlerischer und fieser geht es kaum.Der Scholz hatte vor Jahren einem Kind aus Hartz vier Familie das Taschengeld aus einem Ferienjob wegnehmen wollen.Allein dafür müßte diesem unsäglichen Hansquast Scholz und dieser widerwärtigen SPD-Führung vor Scham das Maul verschlossen bleiben.Diese Leute (Scholz und seine Spießgesellen)gehören allein für ihre "Liebe Kanzlerin,ich lese dir jeden Wunsch von den Lippen ab..."-Buckelei auf das Dringenste abgewählt.Gesundheit!

Yvonne Walden | So, 6. Juni 2021 - 14:43

In reply to by Manfred Bühring

Die SPD hat vor vielen Jahren "die Seiten gewechselt".
Ihr Godesberger Programm aus 1959 ist der Beweis dafür, daß die SPD für eine kapitalistische Politik steht und nicht mehr für einen Sozialismus, wie ihn Karl Marx und Friedrich Engels konzipiert hatten.
Damals tilgte sie deshalb das Ziel eines Demokratischen Sozialismus aus ihren Programmen, anstatt diesen zu einem Sozialprogramm fortzuentwickeln.
Die Parteiprogramme glänzten mit immer neuen Konzepten für eine mittelständische Klientel, verspielten dadurch jedoch ihre politische Glaubwürdigkeit.
Und so steht sie nun da: als wenig glaubwürdige Organisation, in der sogar ein Großkapitalist wie Gerhard Schröder deutscher Bundeskanzler werden konnte.
Ein eher sozial und demokratisch strukturierter Oskar Lafontaine wurde an die Seite gedrängt und suchte schließlich außerhalb der SPD sein Heil.
Die Alte Tante SPD wird weiterhin durchgeschleppt, aber erholen wird sie sich wohl nicht mehr...

Karl-Heinz Weiß | Sa, 5. Juni 2021 - 09:59

Danke für diese Parteien-medizinische Erklärung. Man wählt eine Parteivorsitzende mit Weidel-Frostfaktor und einen Warburgbank-gesprächserprobten Kanzlerkandidaten. Diagnose der Wählerschaft: siehe oben.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 5. Juni 2021 - 10:00

Sie beschreiben die Probleme der SPD gut, allerdings ist diese unvollständig. Bis heute „fremdelt“ die SPD mit Hartz-IV und klagt sich selbst dafür an. Die Ausbreitung der ehemals konservativen CDU durch eine mit der sozialistischen Staatswirtschaft groß gewordene Kanzlerin in den angestammten Politikbereich der SPD hat ebenso zum Abstieg beigetragen. In den letzten Jahren hat die von Klima-Statistikern vorhergesagte Klimakatastrophe zum kometenhaften Aufstieg grüner Programme geführt. Kaum ein Medium, dass diesen Trend nicht befeuert. Dabei gilt die soziale, kapitalistische Marktwirtschaft bei diesen als überholt, was sich bei vielen Bürgern durch Unternehmerfeindlichkeit auswirkt. Heute ist vielfach von der notw. grünen Revolution die Rede, die nichts anderes als eine Räte-„Demokratie“ meint. Die SPD ist also zw. Linken und Grünen eingeklemmt. Wenn alle sich im gleichen Feld tummeln wird’s eng und die Möglichkeiten des Wählers in der Mitbestimmung der Politik sind eingeschränkt.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 5. Juni 2021 - 10:08

Die SPD überwintern? Manches was die Menschen im Alltag nicht mehr brauchen, wird gerne in die Mottenkiste getan und erstmal gut verstaut im Keller oder Speicher "aufbewahrt". Das meiste wird, weil es stört und man Platz braucht, weggeworfen oder man wartet ab, bis der Aufbewahrer verstorben ist und die Angehörigen/Erben machen tabula rasa und lassen den Mischcontainer kommen und entsorgen es dann. Welches Klientel - außer ihrer Altwähler - wollen die denn noch ansprechen? Sie haben es für mich richtig beschrieben, die Arbeiterklasse gibt es so nicht mehr und die Politik des sog. "kleinen Mannes" braucht es auch nicht mehr. Die Grünen haben denen die gut satuierten Angestellten und Teile der Beamten geklaut und mit ihrem Umwelt Aktivismus von Merkel vertreten, kein einziges Thema mehr übrig gelassen, dass sie besetzen könnten. Selbst Themen der Grundversorgung besetzen Linke und Grüne. Hinzu kommen personelle Sargnägel,wie Scholz, Esken, Borjans, Kühnert, Klingbeil und andere Looser.

Helmut Bachmann | Sa, 5. Juni 2021 - 10:17

Dort hat die Sozialdemokratie sich zum Anwalt der „kleinen Leute“ gemacht, hat staatspolitische Verantwortung für das Ganze gezeigt, statt der Ideologie der Links-„liberalen“ zu folgen. Und in D? Wem die Mehrheit egal ist, der bekommt auch keine und das ist auch gut so.

Da fährt eine sozialdemokratische Partie doch tatsächlich einen relativ restriktiven Kurs in der Einwanderungspolitik, und schon wird sie hier als leuchtendes Beispiel dargestellt.
Mehr braucht es nicht, um aus AfD-Fans Anhänger einer sozialdemokratischen Partei zu machen! So wie ja angeblich (fast) jeder Wähler von Brandt oder Schmidt war.

Natürlich ist auch der Fingerzeig auf Dänemark nicht ganz aufrichtig. Die dänischen Sozialdemokraten haben bei der letzten Wahl verloren, sie sind ein ganzes Stück schwächer als die Parteikollegen in Schweden, von Sozialdemokraten in Ländern wie Portugal oder Spanien ganz zu schweigen - und da steht eher ein Linkskurs an.

Die Skandinavier hängen eben an den Resten ihres Wohlfahrtsstaates - hätten wir den in Deutschland, hieße es "Sozialismus, Sozialismus!".

Aber wegen der Einwanderungspolitik zeigt man auf Dänen, so wie bei Corona auf Schweden - weil da nach Geschmack derer gehandelt wird, die mit Sozialdemokratie gar nichts zu tun haben.

Norbert Heyer | Sa, 5. Juni 2021 - 10:22

Die Wohlstandsgesellschaft will unter allen Umständen grün werden, das ist ihr erklärter Wille. Sie will keine AWM und keine „lauen“ Bestandswahrer, sie will etwas Neues, Frisches mit vorauseilendem Mundwerk. Sie ist - theoretisch- bereit, dafür jedes persönliche Opfer zu bringen, aber wenn die Besitzstandswahrung dann tatsächlich wankt, dann erst könnte ein UMDENKEN erfolgen. Dann ist aber alles mit Windmühlen vollgepflastert, teure Solardächer montiert-aber die verdammte Natur spielt nach ihren Regeln. Die Migration hat dann einen Punkt erreicht, wo Zwangsvermietungen durchgeführt werden und genau festgelegt wird, wieviel qm-Anspruch man hat. Verbrenner sind verboten, Fleischgenuss wird eingeschränkt, Landwirtschaft ohne Kunstdünger produziert weniger Lebensmittel und das beste - das Klimaziel wird verfehlt. Erst dann besteht die berechtigte Hoffnung, das analog zum Pfingstfest der Geist der bitteren Erkenntnis den Deutschen die Augen öffnet. Erst am Ende kommt vielleicht die Wende.

Tonicek Schwamberger | Sa, 5. Juni 2021 - 10:38

. . . Ihre Worte: " Es gab nur zwei Möglichkeiten: entweder ihre Seele verraten oder in Nostalgie untergehen. Die SPD hat sich für beides entschieden. . . " haben ein Lächeln am Samstagmorgen in mein noch leicht müdes Gesicht gezaubert - haben Sie vielen Dank! Noch treffender hätte ich es nicht formulieren können.-
In diesem Zusammenhang bin ich auf das Äußerste gespannt, was sich im Sept. diesen Jahres ergeben wird.- Allen ein tolles Wochenende erst einmal!

Ingo Kampf | Sa, 5. Juni 2021 - 10:40

....dieser Partei besonders gut zu beobachten. Ich durchkreuze diese Industriebrachen immer, wenn ich vom Rheinland an die Nordsee fahre. Nur schnell durch...
Dazu passen die Gesichter an der Spitze. Von einem arbeitslosen Juso-Vorsitzenden an die Spitze gespült. Ein Polit-Rentner und eine Hinterbänklerin, die nicht gerade intellektuellen Charme versprüht. Dann haben die noch in ihrer Verzweiflung den zum Kanzlerkandidaten gemacht, den sie eigentlich abgewählt hatten. Dabei ist Scholz auch noch wegen der CumEx-Affaire der Warburg-Bank und dem Fall WireCard angreifbar. Die Partei wird nicht mehr gebraucht - auch nach dem Winterschlaf nicht mehr. Aus dem wird sie nicht wieder erwachen!

Christa Wallau | Sa, 5. Juni 2021 - 11:03

Ja, es lohnt sich auf jeden Fall für die SPD, dieses Tief zu überstehen u. auf andere Zeiten zu hoffen.
Denn - wie Sie richtig anmerken - die Zeiten in Deutschland dürften sich bald dramatisch ändern. Dann werden die Karten ganz neu gemischt, und keine der Parteien, die heute irgendwo (mit)regiert, hat eine Garrantie dafür, daß sie dann noch als glaubwürdiger Problemlöser dasteht.
Die Idee des Sozialismus lebt fort, auch wenn sie sich praktisch nirgends bewährt hat. Gerade in Deutschland, dem Land der Träumer, könnte man wieder auf die Idee verfallen, das Experiment neu aufzulegen. Es braucht nur die entsprechend miesen Verhältnisse - wachsende Unsicherheit, Arbeitslosigkeit bzw. wenig Geld für harte Arbeit, immer krassere Unterschiede zwischen Arm u. Reich - und schon führen Unzufriedenheit, Neid u. Verzweiflung vieler Menschen zu dem bekannten Ruf nach Sozialisierung.
Es ist nicht aller Tage Abend für die SPD, zumal sie ja längst dazu bereit ist, mit den Linken zu koalieren.

zu koalieren, möchte ich hinzufügen, dass die SPD ursprünglich, sehr, sehr links war und unter August Bebel im damaligen Kaiserreich Thesen vertreten hat, die sich von kommunistischen Thesen nur dadurch unterschieden haben, dass die Kommunisten die klassenlose Gesellschaft durch eine gewaltsame Revolution erreichen wollten, während die SPD dasselbe Ziel anstrebte, aber eben durch Evolution und nicht durch Revolution.
Erst das Godesberger Programm hat das geändert.
Ihre These, dass die SPD wieder Aufwind kriegen wird, wenn die Bedingen wieder schlechter werden ist völlig richtig. Und das könnte schneller gehen als viele sich das heute vorstellen können.

Annette Seliger | Sa, 5. Juni 2021 - 11:14

Scholz ist der Typus Sozialdemokrat, der nach Außen den Kämpfer für Gerechtigkeit gibt, aber ansonsten alles mitnimmt. So eine Art Schäuble, der schon mal vergisst wo er einen Geldkoffer mit Schmiergeld abgelegt hat, aber den man ansonsten um 3 Uhr morgens anrufen kann und er genau weiß was er in einem Interview vor 20 Jahren gesagt hat. Kevin Kühnert, 31 Jahre mit Fernstudium und Callcenter Erfahrung, will ab September auch an die Fleischtöpfe und den Menschen vorschreiben wie sie zu leben haben, während er in der Bahn 1. Klasse und bei der Lufthansa Business Class auf Steuerzahler Kosten genießt. So sieht sie aus die Welt der SPD Partei Eliten, die aufrechten Kämpfer im Kampf gegen Rechts. Warum hat die SPD so viele Wähler verloren? Könnte es nicht an den Kühnerts, Eskens und Scholzens liegen? Was macht eigentlich "Bätschi" Nahles? Hat die nicht über ihre "Connections" einen Top Job bei der Post. Die SPD ist ein "totes Pferd" aber Kevin kann es noch schaffen abzukassieren!

ursula keuck | Sa, 5. Juni 2021 - 11:53

Die heutige SPD ist ein Armutszeugnis,
Was ist nur aus der einst stolzen SPD geworden?
Politiker vom Format eines: Helmut Schmidt, Carlo Schmidt, Hans Apel, Karl Schiller, Egon Bahr, Hans Joachim Vogel, Fritz Erler, Georg Leber, Peter Struck, Hans-Jürgen Wischnewski, Wolfgang Clement, Friedhelm Fahrtmann usw. würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, was für ein jämmerliches Führungspersonal derzeit zu Verfügung steht.
Der Gleiche erbärmliche Partei-Zustand äußert sich ebenfalls in der CDU/CSU wieder.

Johannes Rausch | Sa, 5. Juni 2021 - 12:46

Bin 1950 geboren und habe 1972 mit heißem Herzen SPD gewählt. Habe dann ab 1973, nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung und anschließender 5jährigen Tätigkeit in diesem Beruf, den zweiten Bildungsweg beschritten; mittl. Reife und Abitur erworben und, Dank BaföG, studiert. Die SPD war damals die "Heimat" nahezu aller aufstiegsorientierten jungen Menschen. Ebenso die Partei der abhängig Beschäftigten, die ihren Anteil an der Wohlstandsmehrung forderten und meist auch erhielten. Aber, nach und nach wurden immer mehr "Ideologen" Funktionsträger in der SPD. Nicht mehr Kenntnis und Erfahrung im echten Leben waren gefragt, sondern die richtige Haltung. Das "Milieu" der Arbeitnehmer, kleinen Gewerbetreiben und sozial engagierten Unternehmer gibt es immer noch. Deren Vorstellung finden aber bei der "Funktionärsclique" der SPD kein Gehör mehr. Ja, diese Funktionäre verstehen "normale" Menschen nicht nur sprachlich nicht mehr. Die SPD ist für mich nur noch die Partei urbaner Schickimickis.

Günter Johannsen | Sa, 5. Juni 2021 - 12:57

Wer mit den Kommunisten kuschelt, ist zum Scheitern verurteilt! Sozialdemokraten und Kommunisten reichten sich 1946 in Ostberlin die Hände: zur Gründung der unheiligen Allianz SED! Sozialdemokraten, die sich der Zwangsvereinigung widersetzten, wurden in Internierungs-Lager gesperrt, die sie noch kannten. Nur der Name am Eingangstor hatte sich geändert! Wiederholt sich jetzt Geschichte? Wer in dieser SED/SPD heute eine eigene Meinung hat, wird nicht mehr in Lager gesperrt, sondern mit Rufmord belegt und in der Öffentlichkeit als Nazi an den Pranger gestellt. Wie kann man darauf stolz sein? Die SPD hat nur eine Chance zu überleben, wenn sie sich endlich auf ihre ursprünglichen Werte besinnt und die Warnung ihres großen charismatischen Sozialdemokraten Willy Brand ernst nimmt: „Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“

Gerhard Schwedes | Sa, 5. Juni 2021 - 13:08

Der weiße Elefant ist für die Altparteien die Migration. Es hätte sich ein Blick über die nördliche Grenze gelohnt und mit Sicherheit würden die Wahlergebnisse völlig andere sein. Damit hätte man nicht einmal seinen eigentlichen Markenkern aufgeben müssen. Wer Migration predigt, erntet den Ruin der Sozialsysteme. Diese Wahrheit hat man verdrängt. Die dänischen Sozialdemokraten haben auf die Migration reagiert, und zwar auf robuste Weise. Ergebnis: Sie bilden momentan die Regierung. Sigmar Gabriel hat einst einen zaghaften Schritt in diese Richtung versucht, leider vergeblich. Die Sozis hätten nur die Herausforderungen der Zeit angehen müssen und man hätte sie vom Wähler reichlich dafür belohnt. Stattdessen das gleiche Duckmäusertum wie bei der CDU. Nicht einmal die Alt-Sozis haben sich aus der Deckung gewagt. Wo waren ein Dohnany, ein Engholm, wo die Brüder Hans-Jochen und Bernhard Vogel? Schweigen. Stattdessen hat sich Dohnany als Merkel-Freund ausgegeben. Dummheit wird abgestraft.

Bernd Muhlack | Sa, 5. Juni 2021 - 15:50

Einer Partei mit Saskia Esken als Vorsitzenden sowie Kevin Kühnert als einer der stellvertretenden Vorsitzenden ist nicht mehr zu helfen.

Das scheint wohl auch damals Andrea Nahles erkannt zu haben.

..die SPD vergleiche ich mit einem Rennteam, mit sozial, technischen Veränderungen und Fehlentscheidungen!!
Man hat eine alte Schrottkarre (Wahlprg.)und zwei abgehalfterte Fahrer/in.(Vorsitz) Statt entweder ein besseres Auto oder bessere Fahrer zu holen, stellt man als Teamchef jemanden auf, der als Fahrer abgelehnt wurde. Hinzu holt man sich einen Boxenmechaniker der noch nie gearbeitet hat, keine Ahnung hat wie ein Reifen aussieht, aber alle anderen Rennteams verstaatlichen will. Die Fans sind ideologisch blind oder sehschwach und glauben man hätte das beste Team ever. Nach dem Rennen dreht man die Tabelle um und die Fans glauben an den Sieg. Der Schulzzug hat's nie aus dem Lokschuppen geschafft und unsere Fahrer hat's in der ersten Kurve gerissen.
Nicht nur die Fans sollten mal nach DK schauen. Die Sozen da haben begriffen.
Ach ich vergaß. Die Fans sind sehschwach.
Alles in allem Dissonanzverschärfung. Reif für die Klapse (Auszeit). Team und Fans.

Markus Michaelis | Sa, 5. Juni 2021 - 16:37

aber der wesentliche Punkt scheint mir, dass Europas Dominanz angezählt ist. Wie sich das Weltbild in einer Welt entwickelt, in der man nur noch einer unter vielen ist, kann glaube ich niemand sagen.

Als einen wesentlichen Punkt nehme ich dabei wahr, dass die SPD (wie andere Parteien auch), aus einer alten dominanten Zeit das Grunddenken verinnerlicht hat, dass sie für die Menschheit spricht, für die Welt verantwortlich ist, etc.

Ich denke, dass neue Chancen für die SPD darin liegen sich mit der Vielfalt und Buntheit der Welt auseinanderzusetzen. Im Moment ist die SPD (neben anderen) die Partei der Vielfalt. Was man damit aber meint ist, aus einem alten Denken heraus, dass man offen dafür ist, dass sich die Welt dem eigenen Welt-, Menschen-, Gesellschaftsbild anschließt. Das hat aber wenig mit der Realität zu tun. Darin, sich mit einer wirklich vielfältigen (und damit widersprüchlichen) Welt zu beschäftigen, liegen Chancen. Im Moment fehlt das Personal dafür.

Das ist eines der großen Probleme der SPD. Diese Partei war einmal ein Paradepferd, heute gleicht sie einem müden Ackergaul, weil: In der Vergangenheit brauchte die Industrie sozialen Frieden, um ungestört produzieren zu können, es gab damals noch mehr zu verteilen. Heute ist das weitgehend überflüssig; die Firmen gehen dorthin, wo die Arbeitskräfte billiger und "anpassungsfähiger" sind. Gewerkschaften und Parteien, die überdies noch einen Großteil ihrer Anhängerschaft durch neoliberale Tendenzen verprellt haben, sind daher fatal geschächt - und werden es bleiben.

Christoph Kuhlmann | Sa, 5. Juni 2021 - 17:15

Funktionärsgeneration in den Ruhestand gehen, bevor die SPD versteht, dass die Moderne vorüber ist und wir in der Postmoderne leben. Beispiele für erfolgreiche sozialdemokratische Mehrheitsparteien gibt es. Irgendwer fährt irgendwann diesen Kurs auch in Deutschland.

Und dies nicht nur bei der SPD. Eigentlich dürften nur die Einlass in die Politik haben, die wirklich mal für eine Zeit X in der privaten Wirtschaft gearbeitet haben. Aber selbst dort gibt es viele Wohlfühlnischen. Ich ich schätze mal, so mancher Mitarbeiter von Cicero wird mir Recht geben, denn ihre Arbeit ist nicht mit den Orwellschen Gesundungsbrunnen vergleichbar. Aber wie ich schon schieb:
Solange ohne Konsequenzen für Politiker vor der Wahl nicht das gleiche ist wie nach der Wahl, weil dann 365 Tage der 1.April ist, solange wird sich in den Haltungsnoten nichts ändern. Beim Geld dagegen würden die meisten die reinsten Lämmer werden. Mich würde es mal interessieren, wieviel % der AFD-Mitglieder sich darauf einlassen würden, ab 3000€ Netto dies in einen Sonderfonds einzubringen.

Rob Schuberth | Sa, 5. Juni 2021 - 19:46

Was sich z. B. Olaf Scholz als 1. HHer Bürgmstr. mit den - verschenkten - 47 Mio. an die Warburg-Bank geleistet hat (übrigens hat der aktuelle OB Tschentscher das alles mitgemacht), ist doch ein Skandal.

Und eine sich offen zur gewalttätigen Antifa bekennde Co-Vors. Esken soll wählbar sein?! Nein, jedenfalls nicht von mir.

Von diesen Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal-Typen (wie den Kevin Kühnert) haben wir jedenfalls genug im B-Tag sitzen (leider).

Der SPD mangelt es an guten Leuten.
Leute die etwas geleistet haben.
Und ohne Dreck am Stecken.

Heute leider so gut wie ausgestorben unter den Politikern.

Reinhard Oldemeier | So, 6. Juni 2021 - 07:05

Seit den 80er meinte das SPD-Personal nur die Grünen kopieren zu müssen, und der Erfolg stellt sich ein. Das war ein Fehler. Das Potential liegt bei den Nichtwählern.
Die SPD war immer dann stark, wenn es ein Problem gab. Friedrich Ebert, Willi Brandt oder Helmut Schmidt. Aber auch Gerhard Schröder waren solche Typen, die das Land wieder auf Erfolgskurs brachten.
Herr Grau hat Recht, wenn er schreibt das die SPD zur Zeit einem Winter entgegen schreitet. Politik wird nicht nur im Bund gemacht. Sie wird in Städten, Kreisen und in Bundesländern gemacht. Dort liegt das Potential der SPD. Dort sind die Praktiker zu finden. Deswegen, der Winter wird schneller vorbei sein als Manche meinen "Glück Auf"

Tomas Poth | So, 6. Juni 2021 - 19:18

SPD hat fertig, wie Flasche leer.
Wer sich von seiner Wählerklientel entfernt, sich an eine Fr. Merkel verkauft, nur um mitregieren zu dürfen, Grünen Flausen hinterherläuft, der darf sich nicht wundern.