Advertorial - Kulturerbe 2021 - Erlesene Facetten in Thüringen

Ein vielfältiges Dialogprogramm rund um neun Jahrhunderte jüdischen Lebens in Thüringen: Zu entdecken sind eine lange und wechselvolle Geschichte und eine lebendige und bunte Gegenwart.

Autoreninfo

Thüringer Tourismus GmbH
Willy-Brandt-Platz 1 
99084 Erfurt
thueringen-entdecken.de

So erreichen Sie Thüringer Tourismus GmbH:

Es gibt Momente, in denen ist die Geschichte zum Greifen nah. So war das an jenem Tag im Jahr 1998, als ein Bauarbeiter in der Erfurter Michaelisstraße ein Stück Metall aus dem Boden zog. Es entpuppte sich als Teil eines über 600 Jahre alten Schatzes, der höchstwahrscheinlich dem jüdischen Bankier Kalman von Wiehe gehört hatte. Mitte des 14. Jahrhunderts hatte die Pest die Handelsstadt Erfurt erfasst, die Schuld wurde der jüdischen Bevölkerung gegeben – aus Angst vor dem Pogrom wurden Silbermünzen, Schmuckstücke und andere wertvolle Gegenstände vergraben. Heute ist dieser Erfurter Schatz eine eindrucksvolle Erinnerung an das blühende jüdische Leben in Thüringen im Mittelalter. Wertvollstes Stück dieses Fundes ist der Hochzeitsring aus Gold mit dem eingravierten Glückwunsch „Masel tov“. Weltweit sind nur drei mittelalterliche Hochzeitsringe wie dieser bekannt.

Die Alte Synagoge Erfurt

Neben vielen anderen Exponaten aus der Geschichte der Juden in Thüringen kann man diesen Hochzeitsring in einem Museum besichtigen, das selbst ein Ausstellungsstück ist. Die Alte Synagoge Erfurt ist der am besten erhaltene Synagogenbau mit Bauspuren aus dem 11. Jahrhundert in Mitteleuropa. Sie überlebte die Jahrhunderte und die Zerstörungen des Nationalsozialismus, weil sie erst als Lagerhaus und im 20. Jahrhundert als Tanzsaal und Gaststätte diente – die ursprüngliche Funktion des Gebäudes wurde erst in den 1990er-Jahren wiederentdeckt. Heute beherbergt die Alte Synagoge Erfurt neben dem Erfurter Schatz ausgewählte Handschriften der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde und eine Dokumentation ihrer eigenen wechselvollen Baugeschichte. Ein weiteres Zeugnis mittelalterlichen jüdischen Lebens ist mittlerweile bei touristischen Führungen in Erfurt zu erleben: die Reste einer Mikwe, eines Ritualbades, das 2007 ganz zentral am Ufer der Gera im mittelalterlichen jüdischen Quartier gefunden wurden. 

Kulturerbe entdecken 

Gemeinsam erinnern, gemeinsam feiern – der Freistaat stellt dies in den Fokus des Jubiläumsjahres 2021. Ganz Deutschland begeht 2021 ein Jahr des Zusammenlebens: Vor 1700 Jahren wurde in einem kaiserlichen Edikt in Köln erstmals jüdisches Leben in Deutschland urkundlich belegt. Und in Thüringen blickt man auf etwa neun Jahrhunderte gemeinsame Geschichte zurück. Die lebendige Gegenwart jüdischen Lebens unterstreicht in diesem Jahr ein Programm herausragender Musikevents und Ausstellungen, im Austausch mit einer Gemeinde, die den Dialog pflegt. 

Einer der Höhepunkte: die ACHAVA Festspiele, die ab Mitte September mit Gesprächsreihen, Konzerten und der Verleihung des renommierten ACHAVA Jazz Awards in verschiedenen Städten Thüringens stattfinden, dicht gefolgt von den Thüringer Tagen der jüdisch-israelischen Kultur, die ab Ende Oktober zahlreiche Vorträge, Events und Ausstellungen bieten. Wer noch tiefer in die jüdische Kultur einsteigen will, kann dies im Juli und August beim Yiddish Summer Weimar bei Musikworkshops oder Jiddischkursen tun. 

Diese etablierten Festivals werden 2021 Teil eines größeren Programms in ganz Thüringen. Zu erleben sind Konzerte jüdischer Musik in christlichen Kirchen im Weimarer Land oder auch eine Präsentation wertvoller hebräischer Drucke und Schriften aus dem Mittelalter in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena. Eine Ausstellung im Lutherhaus Eisenach setzt sich mit dem Antisemitismus in der Geschichte der evangelischen Kirche auseinander, und im Archiv der Lippmann+Rau-Stiftung in Eisenach kann man in die Welt der jüdischen Jazz- und Popmusik eintauchen, von Bob Dylan bis Amy Winehouse. 

Christa Wallau | Mi, 2. Juni 2021 - 19:34

Wie beruhigend, daß dieses reichhaltige jüdische Erbe in Erfurt zu finden ist und nicht etwa in Dortmund oder Gelsenkirchen. Denn sonst läge die Gefahr der Beschmutzung und Verwüstung durch Antisemiten m. E. sehr nahe. Ohne massive polizeiliche Bewachung sähe es dann schlimm dort aus.

Wenn immer wieder behaupt wird, daß in der AfD Judenfeindlichkeit herrsche, muß es doch jeden verwundern, daß in Thüringen, wo ausgerechnet der vielgeschmähte Björn Höcke seine Anhänger hat, die Synagoge nicht geschändet, kein Gebrüll
"Juden raus!" erschallt und keine Israel-Fahnen verbrannt werden.

Seltsam, nicht wahr?
Irgendwas stimmt da nicht.

- ich fiel aus allen Wolken - und entsetzt war ich, von Herrn Funke zu lesen, dass er als Kind drangsaliert wurde.
Mein Eindruck ist auch eher, dass Judentum oder wie auch immer man diese religiöse Gestimmtheit nennen will, öffentlich kaum stattfindet im Osten.
Tragen hier Menschen in der Öffentlichkeit eine Kippa?
Ich habe noch niemanden gesehen.
Nun war das Religöse überhaupt in der DDR evtl. auch ein "Stiefkind".
Es dauert, bis sich so etwas erholt und bis abebbt, was ich für das Gebiet der ehemaligen DDR "diagnostiziere", eine Gereiztheit ob jedes "von aussen".
Da spielen Jahrzehnte Gefangensein unter immensem Druck, dann zwar Öffnung, aber auch für den Westen in den Osten hinein und nicht zuletzt die "drastische Flüchtlingspolitik Merkels" verstärkend zusammen.
Es "trifft" dann sogar jetzt weniger "Juden", eher "Muslime", aber auch Wessis?
Ich sehe aber keine Probleme, wenn es einem auch ein Anliegen ist, sich hier einzufügen.
Geduld, Respekt, Verstehen, Liebe sichtbar möglich:)

Weil Hoecke nicht öffentlich "Juden raus" grölt, und seine Anhänger keine Synagogen schänden, herrscht in der AfD kein Antisemitismus.

So blöd ist selbst ein Hoecke nicht. Dem macht schon die Erkenntnis zu schaffen, als Rechtsextremist entlarvt zu sein. Da wird er sich wohl kaum noch mehr Blöße geben.

Und das soll ein Beweis sein? Lächerlich.

Das ist so, als ob Linksextremisten keine Linksextremisten wären, weil sie ja keine Banken stürmen.

Absurd. Was für eine Logik...

Realisiert durch Kontrollfeld