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Zur Bewältigung der Corona-Pandemie greift der Staat tief in die Tasche. Zu tief? / dpa

Interview mit Gesundheitsökonom Zeidler - Sind 400 Milliarden Euro für Corona noch verhältnismäßig?

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie geht es auch um viel Geld. Der Gesundheitsökonom Jan Zeidler erklärt im Interview, wie die hohen Preisforderungen von Biontech zustande gekommen sind und inwieweit die Neuverschuldung noch verhältnismäßig ist.

Autoreninfo

Jakob Arnold hospitierte bei Cicero. Er ist freier Journalist und studiert an der Universität Erfurt Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften. 

So erreichen Sie Jakob Arnold:

Dr. Jan Zeidler ist Forschungsleiter am Center for Health Economics Research der Leibniz Universität Hannover.

Herr Zeidler, Sie sind Gesundheitsökonom. Wie sieht die Arbeit eines Gesundheitsökonomen aus?

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Christa Wallau | Sa, 20. Februar 2021 - 17:16

Aha - das ist ja wirklich interessant:
Dieser Mann behauptet allen Ernstes, daß man nicht s o f o r t rational hätte handeln können?

Will er uns damit weismachen, daß unser Staat mit seinem aufgeplusterten, höchst teuren Regierungs- u. Verwaltungsapparat nicht in der Lage sei, Vorgehensweisen in Pandemien vorauszuplanen, und zwar möglichst rational?

Genau d a s erwarte ich aber von ihm; denn dies ist eine seiner Aufgaben!

In mir verstärkt sich immer mehr das Gefühl, daß Kosten-Nutzen-Rechnungen (wie sie jeden Tag der einzelne Bürger anstellen muß, um mit seinem Geld auszukommen) bei unseren Staatsbeamten, Abgeordneten und Regierungsmitgliedern völlig aus dem Blickfeld geraten sind, ja geradezu unter dem Verdacht stehen, schäbig und inhuman zu sein.

Da braucht man sich allerdings über nichts mehr zu wundern!

Hallo Frau Wallau!

Wissen Sie, als Vulnerabler sollte man sich besser nicht aufregen - cui bono?
Ob Impfstoff, Impfzentren, Impfreihenfolge zu parlieren ist obsolet!

"Mein Impfzentrum" in 20 km Entfernung mag "Coronafrei" sein, jedoch ist es meist auch IMPFSTOFFFREI!
Kaffee oder Tee?
Bitte danke gerne - seit 5 Jahren Nichtraucher; es gibt wahrlich Momente des "Zweifelns".

"WIR" haben seit 2000x einen Pandemieplan!
Ja wo isser denn? Und wer hat das warum, wieso geschrieben? Und in wessen Auftrag? Und vor allem: ob welches Ziels!?

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Pandemieplan_f%C3%BCr_Deutschl…

"Der Nationale Pandemieplan für Deutschland (NPP) ist eine Sammlung von Handlungsanweisungen für das Eintreten einer Pandemie in Deutschland. Er wurde im Jahr 2005 erstmals veröffentlicht und zuletzt im März 2017 aktualisiert."
no comment

Ich bin ein schlichter Jurist, kein MINT-Experte; gar Viro/Epi/sonstwas-loge.

Es läuft wohl einiges "falsch" oder nach neuem Plan?

ALLES GUTE!

Johan Odeson | So, 21. Februar 2021 - 05:57

„Wie die hohen Preisforderungen von BionTech zustand gekommen sind“. Bereits die Einleitung suggeriert, dass es sich um „hohe“ Preise handeln würde. Damit wird das Narrativ der EU eingach übernommen, welches nur dazu dient das eigene zögerliche Handeln irgendwie rational erscheinen zu lassen.
Nur mal so zum Vergleich der Preis von anderen Impfungen:
>Windpocken: 56€
>Gürtelrose: 104€
>HPV: 163€
>Gelbfieber: 52€
>Hepatitis: 60€
>Meningokokken: 108€
>Cholera: 63€
>Tollwut: 75€
>Pneumokokken: 80€

Nein, es handelt sich nicht um hohe Preisforderungen.

Stefan Jarzombek | So, 21. Februar 2021 - 06:28

375 Mio. € bekam allein Biontec aus Mainz vom Bund...
Gerade deshalb ist der Preis für den Impfstoff unverhältnismäßig, denn ohne Steuergeld wäre es wohl nicht möglich gewesen die Forschung dermaßen schnell und gezielt voranzutreiben.
Patente auf den Impfstoff in Zeiten weltweiter Bedrohung nicht weiterzugeben, sondern auch mit der Pandemie noch Geschäfte zu machen finde ich ebenfalls nicht in Ordnung.
Nun da künftig wohl weniger Steuern aufgrund von finanziellen Schäden durch Arbeitslosigkeit und den Niedergang der Industrie eingenommen werden sehe ich schwarz für Deutschland.

Meiner geht so:
375 Mio. Euro Forschungsförderung. Ergebnis: Impfstoff innerhalb von 8 Monaten statt wie bisher üblich 5-10 Jahre
Volkswirtschaftliche Kosten pro Lockdown-Woche: 10 Mrd. Euro https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/beitrag/hubertus-bardt-har…
Kosten für 120 Mio. Dosen (= Impfung von 60 Mio. Bürgern) à 50 Euro: 6 Mrd. Euro, was 4 Tagen Lockdown entspricht.
E

Mag alles für sie stimmen was sie da gerechnet haben Herr Kolb, was kostet die Impfverzögerung durch den Besteller also nach Adam Riese den Steuerzahler? Und bedenken Sie bitte das solange nicht genügend Bürger geimpft sind der Lockdown andauert.
Faktisch hantieren Sie mit fiktiven Zahlen herum.
Bedenken Sie weiterhin, daß der Impfstoff in lebensbedrohlichen Zeiten jedem Bürger zugänglich sein sollte, ferner bekommt der eine Impfwillige ein gutes Produkt und ein anderer das billige Serum.

Hermann Kolb | Mo, 22. Februar 2021 - 11:01

In reply to by Stefan Jarzombek

DAS sind die verfügbaren Zahlen.
Ebenso wenig kann Biotech auch nur das Geringste für die Impfverzögerung.
Sie sollten bedenken, dass es völlig ausreichend wäre, wenn die 20% der Ü65-Jährigen geimpft wären, um den Lockdown sofort zu beenden (eine Zielmarke, die GB bereits geschafft hat). Für die restlichen. 80% besteht statistisch weder Gefahr für das Leben noch für einen kritischen Krankheitsverlauf, zumal sich jeder immer noch selbst schützen kann, wenn er dies denn will.
In Zeiten knapper Ressourcen müssen Sie sich nun mal gedulden, den besten aller verfügbaren Wege nehmen und vor allem Prioritäten setzen. Der Zirkus names Lockdown hat alleine Deutschland bisher 1,2 Billionen Euro gekostet. Das steht schon lange in keinerlei Behältnis mehr zum erhofften Nutzen, und schon gar nicht zu den damit angerichteten Kollateralschäden.

Ernst-Günther Konrad | So, 21. Februar 2021 - 10:07

Will man als Mensch gegen alles und jedes geimpft werden? Wann ist dies sinnvoll und wann nicht? Darf man Menschen zur Impfung direkt oder indirekt (gesellschaftlicher Zwang) zum Impfen verpflichten? Wer kann und darf darüber entscheiden? Nur die Politik, nur die Virologen oder auch der Mensch selbst? Auch als Impfgegner gönne ich jedem seinen Impfstoff und die Möglichkeit, frei bestimmt zu entscheiden, ob und wie oft er sich aktuell impfen oder künftig, wie bei Influenza auch, sich jährlich impfen lässt. Ich danke Herrn Odeson für die Übersicht zu den Impfstoffpreisen. Nein, das Impfstoffdesaster ist und war nie ein Kostenproblem, sondern eines der Organisation und des politischen Willens. Das mögen die vielen Impfwilligen und bislang nicht nichtbedachten Impfgläubigen für sich entscheiden. Das Pandemieversagen jetzt den Herstellern auf diese Weise unterzuschieben zeigt mir wieder einmal, wie wenig man der Politik glauben kann. Nett Herr Zeidler, wie regierungsunkritisch Sie sind.

Sie stellen die m.E. richtigen und wichtigen Fragen, Herr Konrad, und gehören damit (wie ich selbst) zu einer Minderheit.
Doch regierungskritisches von einem Herrn PD Dr. Zeidler zu erwarten, der u.a. für das "Zentrum für gesundheitsökonomische Forschung" in Hannover arbeitet, also für eine dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstehende Einrichtung, wäre wohl zu viel erwartet ...