Gazprom finanziert Umweltstiftung - Schwesigs Schmierentheater

Mecklenburgs-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gibt den Namen ihres Bundeslandes für eine Stiftung her, die sich formell den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Der große Profiteur ist jedoch nicht die Umwelt, sondern Gazprom mit seinem Nord Stream 2-Projekt.

gazprom-umweltstiftung-mecklenburg-vorpommern-schwesig-schmierentheater
Ausgetrickst: Manuela Schwesig holt Gazprom für eine Stiftung ins Boot, um die Sanktionen gegen Nord Stream 2 zu umschiffen / dpa

Autoreninfo

Thomas Dudek kam 1975 im polnischen Zabrze zur Welt, wuchs jedoch in Duisburg auf. Seit seinem Studium der Geschichts­­wissen­schaft, Politik und Slawistik und einer kurzen Tätigkeit am Deutschen Polen-Institut arbei­tet er als Journalist.

So erreichen Sie Thomas Dudek:

Wie macht man ein PR-Video, mit dem man der Öffentlichkeit eine fragwürdige Entscheidung als einen großen Schritt für den Umweltschutz verkaufen kann? Und dies noch im Zusammenhang mit Nord Stream 2, einem der umstrittensten Projekte, dem nicht nur im Ausland mit großem Misstrauen begegnet wird, sondern das seit dem Giftanschlag auf Alexej Nawalny auch in Deutschland immer mehr in der Kritik steht. Diese Frage dürften sich die Mitarbeiter von Manuela Schwesig gestellt haben, als es um die Begründung für die neue landeseigene „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ ging, für die der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern jetzt mit den Stimmen von SPD, CDU und der Linken in einer Sondersitzung den Weg freigemacht hat. 

Das Ergebnis: Keyboard-Musik zur Untermalung, die man sich auch bei der Eröffnung eines Möbelhauses vorstellen könnte. Sätze mit Superlativen wie „Es geht uns darum, Umwelt- und Klimaschutzprojekte voranzubringen. Große Projekte“. Ein bisschen Zivilgesellschaft à la „die breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beim Klimawandel zu unterstützen“. Dazu ordentlich Greenwashing, indem man das über die Ostsee-Pipeline gelieferte Gas als wichtige „Brückentechnologie“ beim Ausstieg aus der Atom- und Kohlekraft darstellt und als I-Tüpfelchen noch ein bisschen Anti-Amerikanismus. „Die Fertigstellung der Ostsee-Pipeline wird bedroht durch amerikanische Sanktionen. Aus eigenem wirtschaftlichem Interesse der Amerikaner.“ 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Andre Möller | Mo, 11. Januar 2021 - 08:40

muss ich hier so ein russophoben Quatsch lesen? Frau Schwesig hat meine volle Unterstützung für ihr Vorgehen. Von den ilegalen Sanktionen der USA spricht Herr Dudek lieber nur am Rande. Dudeks Schmierentheater...

Marianne Schad | Mo, 11. Januar 2021 - 13:02

In reply to by Andre Möller

Herr Möller, das sehe ich auch so! Ohne Kohle, Atomkraft und Gas gehen in Deutschland die Lichter aus.

Jacqueline Gafner | Mo, 11. Januar 2021 - 14:10

In reply to by Andre Möller

wie Sie sehen, befinden Sie sich mit Ihrer Ansicht ja in zahlenmässig ansehnlicher Gesellschaft, mindestens in diesem Forum. Dass in Deutschland, jenseits der bekannten moralintriefenden Show-Einlagen für die nationale und internationale Tribüne und nicht wesentlich anders als in den USA, am Ende des Tages auch das Prinzip "Deutschland zuerst" gilt, hat sich allerdings auch herumgesprochen, selbst wenn man tunlichst vermeidet, diese Tatsache offen anzusprechen.

Wo wollen Sie nur Anfangen ?

Etwa bei: "Es gibt das Gerücht von kleinen Motivationsprämien für Denunzianten finanziert aus dem Programm "Demokratie leben!" ?

Die Motivation zur Denunziation ist im linken Lager besonders groß und die Große Koalition will doch die Verschärfung des sogenannten Hassredegesetzes durch den Bundestag, die vom Bundesverfassungsgericht bereits als verfassungswidrig eingestuft worden ist.

Oder doch eher: "Was gut für Europa ist, ist gut für uns" -ein Angela Merkel Zitat?

seien Sie doch soooooooooo gut... ^^

Antonio Luci | Mo, 11. Januar 2021 - 09:07

Ich denke die Frau macht das gut mit Rußland zusammen zu arbeiten. Viele wirklich Deutsche im Osten, nicht die´ Passdeutschen´ im goldenen Westen kennen die Russen gut.Die Wegelagerer Ukraine und Polen können sich ja ihre Energie bei den ach so demokratischen Amerikanern holen. Mit den USA würde ich überhaupt nicht mehr handeln! Läuft es gut werden deutsche Firmen grundlos unendlich verklagt und der Gewinn wird wegschmarotzt.Machen wir im eigenen Land was was einen Amerikaner nichts aber auch garnichts angeht drohen hirnlos Sanktionen.Dieses völlig undemokratische Regime ist völlig unberechenbar. Rußland hat uns sogar im kalten Krieg immer zuverlässig beliefert, das sollte der Westdeutsche Michel sich mal an die Wand schreiben und mal anfangen im Leben zu denken!Mir jedenfalls ist das russische Volk lieber als jeder arogannte Amerikaner !Es wird Zeit das die Blase des Dollar für immer platzt und die unsäglichen Asozialen Netzwerke abgeschalten werden.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 11. Januar 2021 - 09:37

Ich teile Ihre Kritik grundsätzlich Herr Dudek. Man mag aber folgendes mit in die Überlegungen mit einbeziehen. Nordstream 2 wurde von Schröder und Putin kreiert und geplant. Merkel führte es fort, weil sie ja unbedingt aus dem Atomstrom aussteigen wollte, die Kohleförderung auslaufen lässt und niemandem erklären will, warum DE in der EU die einzigen sind, die einen solchen wahnsinnigen Ausstieg gewählt haben. Ich halte einerseits Nordstream 2 für richtig, wenngleich ich die sich daraus ergebenden Probleme nicht ausblenden will. Es ist die große Klimalüge dem deutschen Volk zu suggerieren, wir könnten weltweit das Klima retten. Da kommen solche Blendwerke heraus, wie diese Stiftung. Sind die 20 Millionen denn nicht schmutziges Geld? Es kommt von Putin und soll das Projekt retten? Und mal ehrlich. SPD, CDU und Linke im MV haben es beschlossen. Also konform mit der Merkel Politik. Dass das die Linken so mitmachen? Was hat man denen versprochen? Ach ja, wir finanzieren Euch die ANTIFA.

Nach meiner Kenntnis wurde Nord-Stream II von der BK Merkel zur Abwendung von Energiemangel aufgrund des Atomausstiegs initiiert. Von Anfang an gab es Bedenken seitens der anderen EU-Mitglieder wegen der großen Abhängigkeit von Russland.
Ich stimme selten mit Herrn Dudek überein, aber hier muss ich in allen Punkten zustimmen. Wir machen uns von unseren angeblichen Konkurrenten / Feinden Russland und China (Huawei) abhängig und verprellen dabei unsere Partner in den USA, vor lauter Neid, sie könnten bei einem Geschäft mit uns etwas verdienen und wären nur aus diesem Grund dagegen. Beim Schutz durch genau diese USA verlangen wir jedoch, dass sie unsere Freiheit ganz selbstlos gegen eben diese Länder verteidigen.
Geht so die wahre Freundschaft der Deutschen? Auf solche Freunde könnte ich gut verzichten.
p. s.: Auch die Umweltaspekte sind nach meiner Kenntnis richtig. Wir investieren viel Geld für den Kraftwerksumbau zu einer „Übergangstechnologie“ und vernichten nutzlos Arbeitsplätze.

in den USA?
"Auf solche Freunde könnte ich gut verzichten" schreiben Sie, nur:
"So bitter es ist: Für den Moment ist aus dem ehemaligen Verbündeten USA eine Gefahr geworden, die die Spaltung befeuert."-
https://www.dw.com/de/kommentar-die-usa-befeuern-die-spaltung-europas/a…
Da! hätten sie eventuell recht...
"Für den Moment"-
"Denn nur einen Moment in der Geschichte bildet ein einzelnes Leben." so
Leopold von Ranke (1795 - 1886)

Herr Wienroth,
Was die Abhängigkeit von Russland betrifft, gebe ich zu Bedenken, dass wir ja schon viele Jahrzehnte Gas aus Russland beziehen. Es gibt ja auch nicht so viele potentielle Lieferanten. Nun soll eine zweite Leitung gebaut werden und das ist dann eine Abhängigkeit. Die erste nicht?
Wer ist denn dagegen in der EU?
Nur die, die einen eigenen Nutzen damit verbinden. Z.B. Polen möchte lieber weiter Durchleitungsgebühren kassieren. Die USA erpressen uns sogar weil sie ihr Fracking Gas verkaufen wollen. Sie reden von Freundschaft der Länder. Das gibt es doch kaum. Es geht nur um Interessen und Deals.
Wenn die Leitung fertig gebaut wird können wir doch trotzdem von den USA kaufen.
Mehrere Lieferanten ist doch nur von Vorteil.
Und sollte die Ukraine mal wieder für einen Lieferstopp sorgen, dann haben wir die 2.Leitung. Ich kann weder Ihnen noch Herrn Dudek zustimmen.
Womit wollen wir denn die Grundlast sicher stellen?
Womit wollen wir zukünftig heizen?
Das sind die Fragen.

Von Anfang an gab es Bedenken seitens der anderen EU-Mitglieder, aber nicht wegen der großen Abhängigkeit von Russland, sondern weil diese lieben Länder immer schon "We First" gedacht haben. Seit WW II gehen unsere "lieben Freunde" synchron mit den USA bei dem Bemüheen "Keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down". Das ist ihnen nicht so ganz aber ziemlich gut gelungen und mit Merkels Hilfe geht es nun auf diesem Weg um einiges flotter voran.

wird nur dann thematisiert, wenn sich Gegner einer Enstscheidung davon einen Vorteil für ihre e i g e n e n Interessen versprechen.
In diesem Falle sind es die polnischen.
Dabei gibt es kein Gebiet, auf dem nicht beschönigt, einseitig dargestellt und sogar gelogen wird! Das gehört längst zum politischen Alltag.

Statt klipp und klar zu sagen: "Ja, es gibt Gegenargumente, aber wir haben uns dafür entschieden, es s o zu machen, weil uns dies unter den jetzigen Umständen als das Vernünftigste u. Beste im Sinne u n s e r e r Interessen erscheint" , tut man immer so, als sei alles alternativlos und - vor allem moralisch unangreifbar.
In dieser Hinsicht hat A. Merkel verheerend gewirkt - zum Schaden der Diskussions-Kultur u. der Interessen der Menschen in D.
Wenn man endlich von der moralischen Beurteilung Abstand nähme u. Politik als das betriebe u. darstellte, was sie ist, nämlich INTERESSENSVERTRETUNG, dann wäre sehr viel gewonnen-im Falle Nordstream 2 wie auch auf anderen Gebieten.

..es sei denn natürlich, man macht Merkel, demokratische Parteien oder Migration zum Gegenstand einer jeden Brandrede.

Es fällt manchen ganz schön schwierig, hier zu einer Meinung zu kommen. Da setzt sich doch tatsächlich eine Sozialdemokratin ganz augenscheinlich für deutsche Interessen ein....

Wie soll man denn damit umgehen? Wo es doch - aus Prinzip - von den Sozis nichts Gutes zu erwarten gibt?

Soll man ihr etwa ganz vorurteilsfrei Beifall zollen?

Aber nein, so weit muss man die Objektivität ja nun nicht treiben.

Polen hat im Westen wenig ECHTE Freunde. Polen ist dann interessant, wenn man die geschichtlichen Erfahrungen und das Leid der Polen instrumentalisieren und für eigene Zwecke benutzen kann: (gegen Rußlands Putin, gegen die deutschen Vertriebenen usw.). Die Politik EU-Brüssels gegenüber der freigewählten polnischen Regierung ist eine Politik der unverhohlenen Erpressung eines vglw. kleinen Landes durch ein Imperium!
Echte Freunde hatten die Polen in den DDR-Kirchen und in der DDR-Opposition: (vgl. Wikipedia - Ludwig Mehlhorn, Günter Särchen, Anna Morawska - die beiden Erstgenannten erhielten nach 1990 hohe polnische Orden und sind heute - natürlich - vergessen).
Die Entscheidung von Frau Schwesig ist absolut richtig! Sie vertritt gemäß Ihres Amtseides die Interessen der Bürger ihres Landes. Aufgabe (Quadratur des Kreises) deutscher Politik bleibt ein Ausgleich mit Rußland unter echter Einbeziehung der Interessen von Polen und Balten.
Ost-Europa als EINE Wirtschafts-REGION (neu) denken!

Wolfgang Borchardt | Mo, 11. Januar 2021 - 10:25

Das ist kein Schwindel, sondern ein klar erkennbares Mittel, um die Pipeline doch noch fertigzustellen. Von Gegnern wird behauptet. es sei ein Druckmittel für Russland. Dafür ist es schon deshalb nicht geeignet, weil - wie von den gleichen Gegnern behauptet - unnötig, also jederzeit darauf verzichtbar. Vielleicht doch besser als Fracking-Gas aus den USA? Vielleicht ein Beitrag zur Normalisierung der Beziehungen zu Russland? Was hat das Gas mit der Ukraine zu tun? Was hat Politik mit "Moral" zu tun? Dieser Beitrag ist Propaganda, kein Journalismus. Ungewöhnlich für Cicero.

Wolfgang Borchardt | Mo, 11. Januar 2021 - 10:34

Warum sind Umweltschützer nicht gegen das im umweltzerstörerischen Fracking-Verfahren gewonnene US-Gas? Warum werden die US-Sanktionen nicht als Einmischung in innere Angelegeheiten bewertet, die sich die USA odereiner ihrer Bundesstaaten selbst nicht bieten ließen? Warum ist es "Schmierentheater", nach Möglichkeiten zu suchen, solche Sanktionen zu umgehen, woraus ja nicht einmal ein Geheimnis gemacht werden muss.

gabriele bondzio | Mo, 11. Januar 2021 - 10:56

Ethanemmissionen belasten das Klima jedoch ebenfalls sehr stark."...im Grundgedanken ihrer Kritik(Mißbrauch einer Stiftung), gebe ich ihnen recht, Herr Dudek. Aber hier greift auch viel nationales Interesse.
Denn die Ostsee-Pipeline ist schon gebaut. Ökologische Verwerfungen, längst geschehen.
Und was die amerikanische Sanktionen betreffen, eher nationale Interessen berührt werden. Umweltinteressen dürften hier keine Rolle spielen. Bei der Gewinnung von Erdgas durch Fraking, wird Gestein im Untergrund zerbrochen und viele Chemikalien eingesetzt. Später finden sich diese Chemikalien zusammen mit Gas vermischt im Grundwasser und auch in Flüssen und Seen. Fracking ist demnach vielleicht noch eine schlechtere Lösung, zumal auch mit hohen Kosten verbunden. Umweltschäden sind nun mal Umweltschäden, egal wo auf der Welt sie stattfinden.

"Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt." H.Hesse

Manfred Bühring | Mo, 11. Januar 2021 - 10:56

Was spricht eigentlich konkret gegen NS 2? Insbesondere für die Grünen stellt Putin anscheinend das personifizierte Böse dar, der Macho mit dem nackten Oberkörper, der Wildpferde zureitet. Der blanke Horror für eine Gender*Partei. Sie betätigen sich lieber als Steigbügelhalter für die us-amerikanische Fracking-Industrie, die das dreckig geförderte Fracking-Gas nach Europa verscherbeln will, statt die Energieversorgungssicherheit über NS 2 zu goutieren. Und von einem Polen zugewandten Journalisten ist natürlich Kritik an NS 2 erwartbar, denn mit NS 2 gehen Polen und der Ukraine lukrative Durchleitungseinnahmen und ein politisches Druckmittel gegen Russland verloren. Umweltkritische Aspekte spielen da keine Rolle bzw. werden instrumentalisiert, um die genannten Interessen zu verschleiern.

Juliana Keppelen | Mo, 11. Januar 2021 - 11:10

wäre nicht notwendig, wenn die "Schmierenkommödianten/in" in Berlin von Anfang an ganz klar und laut in alle Richtungen verkündet hätten "Wir stehen zu diesem Projekt egal was passiert" aber man ist lieber abgetaucht. Ohne dieses windelweiche Abducken hätte es den Fall Nawalny gar nicht gegeben das ist meine persönliche Meinung, denn wie sehr diese zwei Dinge immer wieder auch hier bei Herrn Dudek miteinander in Verbindung gebracht werden läßt den Schluß zu, dass der Fall Nawalny eher von diversen interessierten Kreisen zu einem bestimmten Zweck inszeniert wurde. Und den Umweltschutz gerade an dem dem Bau dieser Pipeline aufzuhängen halte ich für ein Scheinargument wenn man gleichzeitig in der EU und besonders in Polen und den Baltischen Staaten große Anlagen baut um Frackinggas anlanden zu können.

Werner Peters | Mo, 11. Januar 2021 - 11:23

Ich kann die MP hierfür nicht kritisieren. Das Projekt ist für ihr Land von eminenter Bedeutung. Die USA wollen es verhindern ganz im Stil einer Besatzungsmacht. Was bleibt ihr denn anderes übrig ? Fazit: Richtig gemacht, Respekt, Frau Schwesig. Die Polen mögen das anders sehen, ist deren gutes Recht.

Tomas Poth | Mo, 11. Januar 2021 - 12:09

Einige versuchen den Boykott zu organisieren, allen voran die USA und natürlich auch Polen.
Polen daß als größter Nettoempfänger der EU nahezu den gesamten Nettobeitrag Deutschlands erhält.
Polen beißt hier in die größte Geberhand der EU.
Auch an diesem Beispiel zeigt sich wunderbar die Einigkeit, Großartigkeit des "Friedensprojektes" EU.
Auch hinsichtlich der CO2-Politik. Polen mit seinen Kohlekraftwerken (77% der Stromerzeugung) imitiert mehr CO2 als deutsche Kohlekraftwerke und das bei einer Bevölkerung von nur ca. 38Mio., Spitzenreiter pro Kopf in der EU und blockiert dabei gleichzeitig das Projekt der CO2 neutralen EU.

Klaus Funke | Mo, 11. Januar 2021 - 12:23

Herr Dudek ist Pole. Die Polen sind von Geburt an russophob. Insofern hat sein Text ein Geschmäckle. Dass die Polen russophob sind, verwundert nicht. Es gibt historische Gründe. Heutzutage aber sind die Polen amerikophil, US-hörig und regelrecht hassverzerrt. Dafür gibt es US-Hilfe. Vor allem militärische - damit die Amerikaner noch was verdienen. Frau Schwesig, eine der wenigen MP´s mit Rückgrat, macht bisher alles richtig und im Interesse ihres Bundeslandes. Die halbherzige und schwankende Haltung der Bundesregierung macht ihren Job nicht leichter. Den USA geht es ausschließlich um Marktanteile am europäischen Energiemarkt vermittels ihres schmutzigen Fracking-Gases. Unsere Grünen sagen dazu kein Wort. Umweltschutz ist Haltungssache, also ist dieselbe Sache entweder gut oder abzulehnen. Nordstream2 ist gut für Deutschland und schlecht für die USA. Daher das Verhalten der amerikanischen "Freunde". Ich halte Frau Schwesig alle Daumen. Sie hat bewiesen, sie ist eine starke Frau.

Herr Funke, ich muss Ihre Argumentation zerstören. Ich bin zwar in Zabrze geboren, doch bis 1945 war es eine deutsche Stadt. Meine oberschlesische Familie fühlte sich immer deutsch, hatte nach 1945 dementsprechende Probleme mit der Staatsmacht und so kam auch ich laut dem Bundesvertriebenengesetz als ein in Polen geborener Deutscher nach Polen. Ich habe auch keine polnische Staatsbürgerschaft.

Wiewohl Ihr Name sehr polnisch klingt, aber das ist nicht von Belang. Ein deutscher Komiker sagte einmal: "Wenn eine Katze im Fischgeschäft Junge kriegt, sind das noch lange keine Heringe!" Sie sind kein Pole. Gut. Ich bin mit vielen Polen bekannt und befreundet. Polen waren nicht immer russophob, es gab auch Zeiten, da waren sie das ganze Gegenteil, und nicht bloß in der kommunistischen Propaganda, sondern im richtigen Leben. Leider haben die Polen in ihrer Geschichte häufig auf der falschen Seite gestanden. Bismarck hat sie ganz gut charakterisiert. Das NS2 Projekt ist sinnvoll und nur für die USA und ihre Energiepolitik umstritten. Wer amerikanisches Frackinggas haben will, soll es kaufen, aber bitte dann nicht von Klimarettung faseln...
Die USA haben keine Freunde, hat der alte Kissinger mal gesagt, die USA haben Interessen. Daran sollte man denken, wenn man die US-Politik, besonders in Europa, beurteilen will. Alles andere ist nebulöses Gerede...

Paul Schrader | Mo, 11. Januar 2021 - 12:28

Ich kann ja normalerweise Frau Schwesig überhaupt nicht leiden, aber hier muss ich sie ausdrücklich loben. Wenn ein übermächtiger Gegner USA seine Macht rücksichtslos ausnutzt und unfair arbeitet, dann ist jeder clevere Schachzug legitim.

Fritz Elvers | Mo, 11. Januar 2021 - 12:31

neben Kohle und Kernenergie, auch noch aus der Erdgasverbrennung auszusteigen. Außerdem der Autoindustrie noch mehr Geld für die Entwicklung von Batterien zu schenken und nur noch alternative Physik zu lehren.

Erst dann wird Deutschland wirklich innovativ.

Norbert Schmelzer | Mo, 11. Januar 2021 - 13:01

Zu Fracking und den amerikanischen Sanktion wurde von meinen Vorpostern schon alles gesagt.

Nachdem ich mich von WELT und ZEIT abgemeldet und seit 1 Woche bei Cicero bin, muss ich hier von Herrn Dudek einen äußerst unsachlichen, tendenziösen Artikel lesen. Hoffentlich bleiben Beiträge dieser Qualität selten, welche Medien blieben mir noch als Alternative ?

NZZ. Und bis vor einiger Zeit die FAZ. Und natürlich viele Blogs.

Ja das stimmt, die deutschen Medien werden immer weniger ,gefühlt. Bei Welt werden nur noch Welt Plus Leser angenommen zum Kommentieren.Bei anderen gibt es Zeiten von 8 bis 18 zum Beispiel.Der nachrichtliche Einheitsbrei bündelt sich eh schon in unsäglichen Gruppen die dann auch mal erfolgreich gehackt werden.Peinlich jedenfalls für diese Einheitspresse ist oft das die Leser mehr wissen als verbreitet wird. Neue Leser gibt es zu Recht kaum noch.

Walter Bühler | Mo, 11. Januar 2021 - 13:33

Herr Dudek beschwert sich über die Finanzierung der neuen Stiftung.

Was weiß und denkt Herr Dudek denn über die Finanzierung von NABU und WWF? Ich vermute, dass unser Staat bei diesen Organisationen wesentlich stärker finanziell engagiert ist als bei der neuen Stiftung.

Was den Stiftungszweck angeht: Auch hier ist die Frage, wie eng halten sich überwiegend privat finanzierte Stiftungen (VW-Stiftung, Bertselmann-Stiftung, usw.) an ihren Stiftungszweck? Daran muss die neue Stiftung gemessen werden, wenn sie denn jemals ihre Arbeit aufnehmen darf und kann.

Nawalny lebt und ist gut versorgt. Wenn er wieder - wie einst Ayatollah Chomeni von Paris nach Teheran - nach Moskau zurückkehren sollte und irgendwie als Präsident gewählt werden sollte, dann darf er sich wohl weiterhin der Unterstützung seiner jetzigen westlichen Gönner sicher sein. Also wozu die Aufregung?

Josef Olbrich | Mo, 11. Januar 2021 - 13:38

Hier zu diesem Thema will ich keinen Kommentar, den ich gelesen habe, bewerten. Strategisch gesehen werden wir durch das Gas von Nord Stream 2 mit unserem Geld die Rüstung von Putins Macht unterstützen. Und zu dem flüssig Gas aus USA, wir brauchen es nicht, denn es gibt ein weltweites Angebot von flüssigem Gas, das nicht durch Fracking erzeugt wurde, sollten wir zusätzlich diese Energie benötigen, können wir dieses Gas kaufen. Mir drängt sich eher der Verdacht auf, dass diese Politik von langer Hand vorbereitet wurde. In solchen Fällen sind Emotionen schlechte Ratgeber.

Juliana Keppelen | Mo, 11. Januar 2021 - 15:58

In reply to by Josef Olbrich

so ist es.
Zunächst ist das Projekt ein wirtschaftliches und kaufmännisches Unterfangen. Da gilt was brauchen wir und wer hat das was wir brauchen und zu welchen Konditionen, also wieweit können wir unsere Firmen einbinden, Liefermenge, Lieferzuverlässigkeit und zu welchem Preis und da schneiden halt die Russen am besten ab. Die Moral und Emotionen kommen eher von den Gegnern des Projektes ins Spiel, die aus wirtschaftlicher Sicht nicht dagegen argumentieren können. Auch der Hinweis, dass wir Putins Militär unterstützen läuft auf dieser Schiene, denn egal wo wir unsere Rohstoffe und Ernergie einkaufen z. Bsp. in den Golfstaaten die einen fürchterliche Krieg im Jemen führen auch mit unseren Waffen und unserem Geld oder USA die fast weltweit Drohnenkriege führen wären dann als Handelspartner obsolet. Ich finde es fast schon belustigend wenn der Erpresser (in dem Fall die USA und ihre Koalition der Willigen) uns vor Erpressung (durch die Russen) warnt und schützen will.

Berthold Gross | Mo, 11. Januar 2021 - 13:58

Wir sollten uns eigentlich doch alle im Klaren darüber sein, dass Deutschland das Gas über Nordstream2 benötigt.
Das Gas der Niederländer geht zu Ende und unsere Stromerzeugung im eigenen Land auch mit der Abschaltung aller Kohle- und Kernkraftwerke.

Bernd Muhlack | Mo, 11. Januar 2021 - 16:49

Soweit mir bekannt, soll Nord-Stream 2 als Ersatz für die Pipeline durch die Ukraine und Polen dienen; deren Betrieb wird dann eingestellt.
Conclusio: Wegfall der Transitzahlungen und keine Möglichkeit mehr, etwas "abzuzapfen" oder zu blockieren.
Folglich ist das böse und muss gestoppt werden.

Das Argument, man werde qua NS-2 von Russland abhängig ist etwas seltsam, denn das Gas aus der noch in Betrieb befindlichen Festlandpipeline kommt doch ebenfalls aus Russland! Was soll das?

Übrigens wird ein Präsident Biden hier keine 180-Grad-Kehre like Kanzlerin Dr. Merkel vollziehen.
Im Gegenteil, er wird wohl an der Bekämpfung von NS-2 festhalten; dafür sorgt schon die einschlägige Lobby.

Ob es zur Realisierung einer Stiftung Bedarf, kann ich mangels genauer Kenntnis des Sachverhalts nicht beurteilen.
Es gäbe natürlich auch andere Möglichkeiten, etwa eine ARGE oder ein Konsortium.

Man sollte mMn NS-2 fertig stellen und in Betrieb nehmen.
Das ist keine Entscheidung der EU!

Hans Giger | Mo, 11. Januar 2021 - 17:20

Ich mag die gute und liebe Frau Ministerpräsidentin gar nicht kritisieren, leben wir doch in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Diktum von Bertold Brecht: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral".
Es fehlen nur noch die so oft und gern bemühten Worte wie Demokratie und Sozale Gerechtigkeit.

Hans.Giger