Globale Folgen der Corona-Politik - „Die Triage auf globaler Ebene ist um ein Vielfaches gravierender“

Corona stellt uns vor viele ethische Dilemmata. Wir wollen etwa keine Triage in den Krankenhäusern Europas, akzeptieren aber wachsendes Leid in Elendsquartieren auf der Südhalbkugel. Der Philosoph Thomas Kesselring über die blinden Flecken unserer Corona-Politik.

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Epidemiebekämpung in Indien / dpa

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero.

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Thomas Kesselring lehrt Ethik und Philosophie an der Universität Bern. Nach seiner Habilitation an der FU Berlin war er mehrere Jahre Gastprofessor an der Bundesuniversität Rio Grande do Sul, Brasilien. Zu Kesselrings Spezialgebieten zählt die Ethik der Entwicklungspolitik und die Frage nach der internationalen Gerechtigkeit. 

Herr Kesselring, der Philosoph Hans Jonas, einer der Pioniere globalen Denkens, schrieb bereits in den Siebzigerjahren, dass konventionelle Ethiken in der technischen Moderne an ihre Grenzen kommen, da sie immer nur auf das Hier und Jetzt bezogen sind. Macht nicht gerade die Coronakrise abermals deutlich, dass wir heute allesamt „Teilnehmer einer gemeinsamen Gegenwart“ sind, wie Jonas das genannt hat?

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Stefan Bauer | Di, 1. Dezember 2020 - 09:57

Der Ansatz ist - man mag sagen "leider" - fern jeder Realität.
Der Einzelne kann sich kaum um die ganze Welt kümmern.
Es ist ein klassisches Phänomen des Lebens - bedenke ich zu viele zu ferne Ereignisse, die dazu auch nur mit übermäßigem Aufwand zu bewältigen wären, paralysiere ich mich selbst.
Ich kann mich nicht sinnvoll um die Corona-Verhältnisse in einem südafrikanischen Elendsviertel kümmern - und um Bangladesh, und Favelas in Rio.
Schon eines davon ist nicht leistbar, sofern man hier wohnen bleiben will - sich die ganze Welt "zu eigen" zu machen, ist letztlich sogar üble, Deutschen-typische Anmaßung.
Dieses pseudo-schlechte Gewissen rührt von einer überhöhten Warte, die völlig unrealistisch ist.
Sorry, aber die Position ist in Gänze abzulehnen - einzig sinnvoll ist hier, so zu wählen, dass wir eine entsprechende Außenpolitik wählen - mehr ist nicht drin. UND NICHT SINNVOLL, außer man will sich sein Leben vermiesen.

da ist es ja Berufsbedingt, so zu Denken & zu Fordern.
Nur was sie schreiben, Herr Bauer, war auch spontan mein Gedanke. Wie soll ich die Welt retten in den Favelas oder in den Ghettos?
Natürlich ist es traurig solche Bilder zu sehen!
Aber warum werden hier immer die Europäer genannt? Die 2 größten "Dreckschleudern" sind ja wohl die USA & China.
Klar, die Europäer (vor allem die Deutschen)sind von Natur aus Berufen, die Welt auf dem "richtegen Pfad" zu leiten.
Herr Kesselring lebt in einen Wohlfühl-Biotop, nur die Realität ist (leider) eine Andere!
Salute

Solidarität ist ein Vertragsverhältnis innerhalb einer Leistungsgemeinschaft. Es gibt kein globales Vertragsverhältnis, weil es keine organisierte, globale Leistungsgemeinschaft gibt. Caritas ist bedingungslose Nächstenliebe auf freiwilliger Basis.

Es ist heute die Zeit gekommen, sich vom Kapitalismus abzuwenden.

Wir sollten damit aufhören, angesichts der Notwendigkeit eines sozial-ökologischen Gesellschaftssystems, einer ökologischen Kreislaufwirtschaft, die Angst der Bevölkerung vor einem rückwärtigen Sozialismus zu beschwören und demagogisch zu schüren.
Die reale und dauerhafte Vernichtung von Klima, Natur, Mensch und Umwelt, zwingt uns, ob wir es wollen oder nicht, zu einer anderen Gesellschaftsformation und damit zum (bewussten) Ende des Kapitalismus und seiner entarteten Konsumtion in den heutigen Reichtums- und Konsummetropolen!

Wir müssen den heiß geliebten Kapitalismus beseitigen! Wir brauchen Gemeineigentum an den Produktions- und Reproduktionsmitteln für die Überlebensnotwendige ökologische Kreislaufwirtschaft.

Für alle Menschen demokratisches Gemeineigentum: Grund und Boden, Wasser und Luft, Rohstoffe und Bodenschätze, Tier – Klima und Natur – Pflanzenwelt, - weltweit!

Einen anderen Weg gibt es nicht!

Sie haben wo nicht in der DDR gelebt & wenn doch, dann in einer Blase mit rosaroter Brille.
Ich habe noch genügende Aufnahmen, wo man 30 Jahre Planwirtschaft auf jeden Bild erkennen kann. Nicht nur die Wirtschaft war marode. Von Umweltschutz ganz zu schweigen. Und Politische Abweichler im Brennpunkt der Gefahrenzonen als Häflinge. Wo ich noch mitgehen würde, wäre kein Eigentum von Grund & Boden, sondern von Geburt an eine Pacht. Aber hier würde man bereits die Kriegswurzel einpflanzen. Ich sage nur Arabien & Afrika. Und die heutige Monoplwirtschaft ist eine Einbahnstraße auf dem Fundament der sozialistischen Ideologien. Ein paar mehr wie mächtige "Drahtzieher" bestimmen/regeln/denken für die Masse der Menschheit.
Haben wir hier in Europa nicht genügend Probleme & Armut & ein jeder mit sich selbst & für andere was tun kann. Die Offenbarung kann & sollte ein jeder im kleinen Kreis verrichten.
Die Großfamilien der Mächtigen & Reichen können sich in der Südhalbkugel nutzbar machen.

Der weltweite Realsozialismus ist an seinen sozioökonomischen und ökologischen Problemen implodiert, so auch im heutigen China, in Vietnam und Kuba.

Der Kapitalismus und das westliche Konsumparadies Deutschlands und der Schweiz ist ebenso wenig wie das private Kapital und persönlich leistungslose Vermögen der Familie Quandt eine Alternative für die Bewältigung der ökologischen und klimatischen Probleme im 21. Jahrhundert.

Der heutige Kapitalismus beruht auf Ausbeutung, Klima- und Umweltvernichtung, so auch im deutschen Konsumparadies. Diese sozialen und ökologischen Probleme lassen sich eben nicht im Kapitalismus und auch nicht von Familie Quandt und Herrn Altmaier lösen.

Wir brauchen eine sozioökonomische und ökologische Kreislaufwirtschaft auf der Grundlage des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln. Gemeineigentum an Grund und Boden, Wasser und Luft, Rohstoffen und Bodenschätzen, Tier und - Klima und Natur - Pflanzenwelt, weltweit.

Herr Schramm, was Sie hier schreiben liest sich wunderbar, ist aber kalter Kaffee. Die gleichen Begründungen zum Wohle des Sozialismus las und hörte ich in der DDR. Keinen Deut anders. Und was hat diese Gesellschaft "auf der Grundlage des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln. Gemeineigentum an Grund und Boden, Wasser und Luft, Rohstoffen und Bodenschätzen, Tier und - Klima und Natur - Pflanzenwelt" an entsetzlichen Terror hervorgebracht: Stalin, Mao, Pol Pot die rote Hilde u.a.m.. Warum sollte es diesmal anders sein? Dazu gibt es ein sehr gutes Gespräch im Philosophie Magazin 01/2021 zwischen L. Neubauer und Prof. Eilenberger. Diese "Fünf vor zwölf" Rhetorik haben schon einige andere Gesellschaftsordnungen mobilisiert, endeten aber allesamt im Fiasko. Jede Veränderung braucht Zeit und muss demokratisch erkämpft werden. Dafür stand früher vor allem die SPD, heute eine sektenähnlich Elitenschmiede.
MfG Manfred Sonntag

Sie, Herr Lehmann, wie auch einige andere Schreiber hier, können nicht ständig das Elend der Welt zu ihren DDR-Erinnerungen in Relation setzen.

Zu Ihrer Information: Es gab (auch) zu DDR-Zeiten noch eine Welt abseits von Mauer, Stacheldraht und Arbeiter- und Bauernparadies.

Dort haben Menschen andere Erfahrungen gemacht, die eben nicht zwangsläufig zu dem Mißverständnis führen, dass die Erlöser für Volk und Vaterland nur noch am rechten Rand zu finden sind.

Insofern ist das Gerede von "Deutschland den Deutschen" oder "Wir verschenken alles ins Ausland" im Grunde das übliche dumme Zeug. Sichtbar soll einer unaufgeklärten oder/ und dafür anfälligen Bevölkerung vorgegaukelt werden, unsere am Volk vorbei regierenden Politiker verschenkten das von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftete Einkommen ins Ausland, oder an illegal eingereiste, selbstverständlich potentiell kriminelle Migranten.
Und wie zu erwarten, lauern im Hintergrund irgendwelche Drahtzieher...
Lächerlich.

Und immer wieder.
DDR..Sie erinnern sich noch. Auch die mussten beim großen Bruder ihre Hautzu Markte tragen. Dank Gemeineigentum-....Pleite!
Venezuela. Trotz Öl ohne Ende.....Pleite.
Und das Beste, nein das katastrophale dabei ist, das es wieder einer Handvoll Elite sehr gut geht und der Restfür die buckeln kann.
Sozialismus funktioniert nur so lange wie Geld da ist.
Freie Marktwirtschaft ist die Lösung.
Sozialismus ist der Untergang.

nicht überzeugender als sie es in der Wahrnehmung Dritter aus sich heraus sind, Herr Schramm. Analoges gilt für die - beliebte - Kombination von "müssen" und "wir". Was Sie zu "müssen" meinen, ist klar geworden. Was ich "müssen" muss, entscheide ich dagegen gerne selber. Und die Behauptung, es gebe nur den Weg, der Ihnen vorschwebt, ist schlicht Unsinn. Es gibt stets Alternativen - mit einer Ausnahme: dem Tod entrinnt letzten Endes nichts, was lebt -, wenn auch nicht immer gleichwertige, wobei letzteres meist auch zu einem guten Teil im Auge des Betrachters liegt.

Sehe ich ähnlich. Das Streben nach Vorteilen ist Teil jeder Gesellschaft, der menschlichen Natur und evolutionär verankert.
Wer sagt, er denke anders, der tut das immer aus einer privilegierten Position heraus und in der Annahme, andere auf die eigene Position heben zu können, ohne selbst Abstriche zu machen.
Sobald die eigene Lebensqualität leidet, ist es meistens schon vorbei mit der Nächstenliebe - wenn sie denn je da war. Meiner Meinung nach handeln die meisten Menschen eher in der Erwartung sozialer Anerkennung als aus Uneigennützigkeit.

Davon abgesehen ist der Gedanke, allen helfen zu können, utopisch und naiv, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.

lieber Herr Bauer; denn sie ist die einzig realistische Sicht auf die Möglichkeiten, die wir Menschen haben.

Die Auffassung, daß von Deutschland (oder auch von einem anderen Staat der Welt) aus die sozialen 'Probleme gelöst oder das Klima "gerettet" werden könnten bzw. sogar müßten (moralisch verpflichtend!), ist völlig irrational u. überheblich.

Was allerdings helfen kann bei der notwendigen Rettung vor Gefahren, die jeder einzelne Mensch u. jeder Staat zunächst und vordringlich für sich selbst bewerkstelligen muß, das ist der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Es kann niemals schaden, sich anzuschauen, wie a n d e r e auf der Welt mit ihren Problemen fertigwerden bzw. woran sie scheitern, um manche schlimmen Fehler erst gar nicht machen zu müssen.

Hermann Kolb | Di, 1. Dezember 2020 - 10:51

um deren Diskussion man sich seit April herumdrückt, angesichts der Pandemie einer Krankheit, deren Folgen geradezu winzig im Vergleich zu den Kollateralschäden durch die Eindämmungsmassnahmen sind.
Noch immer warte ich auf eine Risikobewertung, eine Definition, eine Kosten-/Nutzenanalyse, eine Gewichtung potentieller Eindämmungsmassnahmen. Die einzigen, die so etwas gemacht haben, waren (ansatzweise) Prof. Raffelhüschen und Prof. Ioannidis.
Das Bundesinnenministerium indes versucht noch immer, Stefan Kohn, dessen Job das eigentlich wäre, und den er gerne auch machen würde, schlicht rauszuschmeissen. Ein durch und durch rationales Standardvorgehen wird vorsätzlich verhindert. Und die vierte Gewalt hält diesen Skandal meines Wissens nicht einmal für erwähnenswert.

Ernst-Günther Konrad | Di, 1. Dezember 2020 - 11:15

Offenkundig haben viele Grünwähler und linksdenkende Menschen bei Ihnen zugehört. Ich respektiere Ihre Sichtweise, teile sie aber nicht. Die Menschheit ist nicht dazu da, überall und zu jederzeit die Gesamtheit der Menschen zu "beglücken". Ihre Gedankenansätze mögen sich gut anhören und sind aber utopisch, die nur die Weltenbeglücker erfreuen, hat aber mit der Realität wenig bis gar nichts zu tun. Der Einflussbereich des Einzelnen ist auf ihn selbst und sein unmittelbares Umfeld begrenzt. Wie Menschen leben, entscheidet die Örtlichkeit an der sie geboren wurden und die Kultur die dort vorherrscht und das Erziehungsbild der Eltern und der Einfluss der unmittelaren Umgebung. Solange es Menschen mit dem Aufrechten Gang gibt, mussten diese sich schon an klimatische Bedingungen, die sich stetig ändern anpassen. Wer aber die Naturgesetze ausblendet und glaubt, er könne diese mit Politik und Philosophie beeinflussen, der träumt. Die Natur bestimmt unser Handeln.

... nach einer Utopie wird wohl keine politische Bewegung auskommen. Ein solcher Traum ist mir als Motivation für politische Aktivität lieber als das primitive Schielen auf den materiellen Profit.
Jedes Individuum muss allerdings den labilen Gleichgewichtspunkt finden, in dem man die Sehnsucht nach dem Besseren mit der Realität und mit den eigenen Fähigkeiten vereinbaren kann. Ohne die Fähigkeit zu Nüchternheit und Selbstkritik ist dieser Gleichgewichtspunkt nicht zu erreichen.
"Die Natur bestimmt unser Handeln.", sagen Sie. In der Wissenschaft und in der Technik haben wir es immer wieder geschafft, mit der Natur, aber auch gegen die Natur gewisse Utopien zu verwirklichen, z. B. den Traum vom Fliegen.

Aber Sie haben schon Recht: Es wird problematisch, wenn jemand seinen individuellen Traum verwechselt mit der objektiven Wahrheit, und wenn er diese Wunsch-Wahrheit auf Teufel komm raus bei anderen durchsetzen will.

Christoph Kuhlmann | Di, 1. Dezember 2020 - 12:11

Die klassische Wohlfahrt vergrößert das Problem mangels Geburtenkontrolle. Dem kann nur durch erhebliche verbesserte Bildungschancen abgeholfen werden. Viele der Ursachen, wie Krieg, Korruption und ethnische Konflikte sind durch "die Nordhalbkugel" nur indirekt zu beeinflussen. Überweisungen kommen in der Regel nicht bei den Ärmsten an. Es sei denn das Geld geht an erfahrene und kontrollierte Hilfsorganisationen, die bis zu 80% des Geldes zu den Menschen bringen. Auf dem Markt tummeln sich aber auch etliche, die kaum 10% schaffen. Allen gemeinsam ist, sie lindern die Not, die sich ohne Geburtenkontrolle in der nächsten Generation vervielfacht. Ein Entwicklungshilfeprojekt, dass es in einigen Regionen schafft nur 50% der Mittel für Schmiergelder zu verwenden muss als erfolgreich gelten. Nun stellt sich die Frage, wie kann unter solchen Bedingungen geholfen werden? Es gibt Ansätze wie Microbanking, praktische am Bedarf orientierte Ausbildungen und vieles mehr, doch wer sorgt für Recht?

"Serge Menga, DJ und Aktivist, Abstammung Kongo
„Afrika kann sich selbst helfen, es braucht keine Almosen.Afrika braucht Leute, die faire Politik mit ihm machen wollen .
Die beste Hilfe ist vor Ort. Fairer Handel ist das Wichtigste. Die Milliarden für die Flüchtlingspolitik sind die grösste Fehlinvestition“
oder:

""Der ehemalige Präsident Nigerias, Olusegun Obasanjo, sagt im „New African“ von August/September 2017: „Die Leute reden über die Armut in Afrika. Gott hat Afrika nicht arm erschaffen. Die Armut in Afrika ist nicht von Gott geschaffen, sie ist menschengemacht. Wir haben Afrika durch unsere Politik arm gemacht und dadurch, wie wir sie durchgeführt haben, und dadurch wie wir mit dem Markt und der Verarbeitung und Lagerung von Nahrungsmitteln umgehen.“ – Die Armut in Afrika ist menschengemacht."

Markus Michaelis | Di, 1. Dezember 2020 - 12:17

Es ist sehr gut, auf die vielen Verflechtungen hinzuweisen.

Weniger hilfreich ist das moralische Setting dahinter. Das alleine verbessert die Welt offensichtlich nicht, es ist ja schon Mainstream - man riskiert eher die negativen Folgen der Fokusierung auf "Empathie, Solidarität, eine Welt".

Die Welt ist nicht von Natur aus gut und wird durch Egos gestört, die man einfangen muss. Wir alle experimentieren ins Unbekannte hinein, wie das biologische Wesen Mensch mit seiner komplexen Psyche in einer sich dauernd ändernden Milliarden-Massengesellschaft funktionieren kann.

Man riskiert im Moment eher, dass eine moralische Elite sich nur darauf fokusiert welche Menschen schlecht sind, statt an den schwierigen Widersprüchen zu arbeiten.

Afrika ist mit oder ohne europäische Egos in einem schwierigen Umbruchprozess. Der wird nicht leichter, wenn wir aus Europa immer nur unsere Schuld anbieten - aber noch nicht mal ein Vorbild durch den Umgang mit den eigenen Umbrüchen anbieten können.

Jens Böhme | Di, 1. Dezember 2020 - 18:15

Wie sah das Triage-Thema bei der Grippe-Pandemie 2017/18 mit ca. 25000 Toten in Deutschland aus? Zudem werden nicht korrekte Zahlen 2020 verbreitet. Bei Virenerkrankungen der Atemwege wird das Halbjahr Oktober bis März als Grundlage genommen, da im Sommer aus natürlichen Gründen in unseren Breitengraden keine epidemischen Vireninfizierungen geschweige pandemische Verstorbenenzahlen auftreten (siehe Covid-19-Sterbefälle Spätfrühling/Sommer 2020). Die Todesfall-Rechnungen von März bis Dezember sind Unsinn - natürlich nur dann, wenn man Covid-19 nicht apokalyptisch sondern nüchtern betrachtet. Warum das RKI bei Corona nicht mehr so zählt, weiß nur das RKI.

Herrn Kessselrings weltfremdes Interview beende ich mit Amen. Sein ethisches philosophisches Denken entbehrt jeglicher Realität. Wir sind allesamt Teilnehmer einer gemeinsamen Gegenwart? Hier muß er differenzieren. Denn die politische Machtgier macht sich die Menschen zur Beute. Welche Rolle spielt die Kirche? Einer ihrer wichtigsten Prioritäten ist, die Verringerung der Weltbevölkerung. Aufklärung der Empfängnisverhütung. Ihre Passivität wird der Ökonomie untergeordnet.

K. verweist auf die sehr kritisierte WHO. Ich verweise auf den sehr kritisierten Präsident Tedo. Bereits im Februar 2020 wurde er von Südkorea auf die Gefährlichkeit einer bevorstehenden CO 2-Epidemie hingewiesen. Südkorea besaß Erfahrungen und Kenntnisse. Das Wissen der hochintelligenten Ärzte und Virologen
hätten die Pandemie verhindern können. Doch China verbot Präsident Tedo, dieses zu veröffentlichen.

Die WHO will das Ende der Krise abwarten, ehe man den Ursprung des Virus nach-
spürt. Auf Geheiß Chinas.