Drama um Parteivorsitz - Das Kartenhaus der CDU

In zwei Monaten wählt ein Parteitag den neuen CDU-Chef. Und je näher dieser Termin rückt, desto schwieriger ist die Lage der Union. Denn egal, ob Friedrich Merz oder Armin Laschet gewinnt: Ein Happy End wird es nicht geben.

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Maskenmänner: Röttgen, Merz und Laschet vor einer Befragung durch die Junge Union am 17. Oktober / picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Ob die zweite Corona-Welle bis Anfang nächsten Jahres abgeebbt sein wird, bleibt abzuwarten – der CDU-Parteitag soll in jedem Fall stattfinden. Mitte Januar also werden 1001 Delegierte über digitale Kanäle irgendwie zusammenfinden, um einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Das ist allein schon deswegen dringend nötig, weil eine abermalige Absage am Selbstbild der CDU als einer zukunfts- und technologieorientierten Formation kratzen würde.

Außerdem muss man so langsam wirklich mal in die Pötte kommen: Acht Monate sind es dann noch bis zur Bundestagswahl. Und wer auch immer die Union als Kanzlerkandidat anführen wird: Person und Programm müssen aufeinander abgestimmt werden, das kostet Zeit. Und die wird knapp.

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Bernd Muhlack | Do, 19. November 2020 - 19:08

... dann doch lieber 1001 Nacht.
Wenn Scheherazade erzählt ...

Okay, Herrn Maguier höre ich ebenfalls sehr gerne zu, lese seine Artikel gerne.
Jedoch ist sein aktueller Artikel zum CDU-Parteitag eher obsolet.
Das hat Zeit bis zum D-day in 2021.

Wie sagte AKK?
Vielleicht wird es eine Überraschung geben?

Um es mit dem ollen Klaus Lage zu sagen:
"1000 mal berührt, 1000 mal ist nichts passiert,
1001 Nacht und Merkel hat ZOOM gemacht!"

In diesen harten Zeiten, "der uns viel abverlangende Winter" (O-TON) brauchen wir eine verlässliche, alternativlose Krisenmanagerin!

Folglich hat Claus Kleber, der anchor-man des ZDF heute-journals, seinen Vertrag über das Renteneintrittsalter hinaus verlängert.
Auch er ist unersetzlich!

Mein Tipp: "Laschet mich gewinnen!"
Er verfügt über die Merkel-Seilschaften.
Die Basis ist egal - die Delegierten entscheiden.
Wie in den USA: the presidential-electors.
Also die "Duracell-Klatsch-Hasen".

"Armin, Armin ..."

Christa Wallau | Do, 19. November 2020 - 19:31

... entwickeln könnte, stünde uns Einiges an Veränderung bevor, nämlich die endgültige Abkehr von der elenden Merkel'schen Herum-Eierei. Merz würde Vielem ein Ende bereiten, was dank Merkel vor sich hin köchelt und eitert.
Mir wäre das sehr recht!
Der CDU erginge es dann ähnlich wie den Republikanern in den USA: Ihre alt-eingesessene Garde hätte erst mal ausgedient und müßte sich
zähneknirschend dem Wieder-Einsteiger unterordnen.

Aber ich fürchte, daß es nicht dazu kommt. Die Mehrzahl der CDU-Delegierten wird davor zurückschrecken, von Merz in die Verantwortung genommen zu werden für massive Fehler der Vergangenheit. Also werden sie Laschet wählen,
wenn nicht direkt im ersten Wahlgang, dann im zweiten.
Eine Mitglieder-Befragung ginge zugunsten von Merz aus. Davon bin ich überzeugt. Aber die gibt's ja nicht.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 19. November 2020 - 20:14

sind Sie sicher, dass es bei den 3 Kandidaten bleibt?
Ich fände es schon sinnvoll, dass Bewerbungen bis kurz vor Weihnachten bei Frau AKK eingehen sollten.
Herrn Laschets Bedenken kann ich sehr gut verstehen, er steckt doch bis über beide Ohren in Corona-Landespolitik.
Andererseits finde ich nicht, dass er sich noch profilieren muss.
Er hat gerade als Ministerpräsident eines so gewichtigen Landes wie NRW eine Art Amtsbonus, wie auch Markus Söder.
Ein sehr sinnvolles Argument für den Föderalismus der Bundesrepublik ausser dem, dass sie nun mal so sind, die Deutschen, ist, dass fast jedes Bundesland Dimensionen hat, die es in Europa auch als Nartionalstaat durchgehen lassen würde.
Föderalismus wird vielleicht auch ein Thema der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden (d/w/m).
Programmatisch darf es ruhig werden, das erwarte ich mir auch grundsätzlich von der SPD.
Und eine Geheimsache wird hoffentlich auch ein digitaler Parteitag nicht...
Als Kanzlerkandidat überzeugt mich immer mehr Spahn.

Johan Odeson | Do, 19. November 2020 - 20:26

Je mehr Merz von links-grün und den Merkelianern angefeindet werden wird und je mehr er im ÖRR vorgeführt werden soll, umso mehr Werden diejenigen die eine Politikwende für mehr als überfällig halten, sich hinter ihm aufstellen. Wer Merkel nur wegen ihrer grün-linken Politik gewählt hat, mag gerne zu seiner eigentlichen politischen Heimat zurückkehren. Der ÖRR wird versuchen ihn zu schlachten, aber mittlerweile ist die Wirkung der Dauerempörung weitgehend verschlissen. Woher die Annahme stammt, er würde mehr Wähler an links verlieren, als von der AfD gewinnen weis ich nicht... ZDF Umfrage oder Studie der Bertelsmann Stiftung?

Fritz Elvers | Do, 19. November 2020 - 20:42

weiterhin eine klare Absage an eine Koalition mit der AfD erwarten.

Ohne diese würde ich niemals CDU wählen.

Zitat: „Ich würde von Friedrich Merz weiterhin eine klare Absage an eine Koalition mit der AfD erwarten. Ohne diese würde ich niemals CDU wählen.“
Dann bleiben nur rot oder grün. Wer die nicht will, muss dann AfD wählen. Das ist die logische Konsequenz Ihrer Aussage.

das erhoffe ich von Merz. Wer das nicht will hat im liberalkonservativen Lager nichts zu suchen. Wer Lascher will kann direkt RRG wählen. Und dazu gehört auch schon ein Teil der CDU. Und das brauch ich nicht.

Markus Michaelis | Do, 19. November 2020 - 21:07

Die Bevölkerung ist zunehmend in verschiedene Lager gespalten - da hat es ein Konsenskandidat in einer Konsenspartei so oder so schwer.

Merz' Auftritt bei Anne Will fand ich auch schlecht, aber für mich nicht, weil er als "Unsympath" dastand, sondern weil er auf Baerbocks breite Ausführung nichts zu erwidern hatte. Baerbock vertritt selbsterklärt alle Frauen, Migranten und Divers und damit alle Diskriminierten während Merz für die Unterdrückung aller Frauen stünde. Ja, Baerbock vertritt die Mehrheit der Unis, Medien, Kirche, Bildungsbürger, aber nicht alle Menschen in D, nicht alle Frauen und sicher auch nicht alle Migranten. Es gibt auch noch andere Menschen und berechtigte Meinungen und der Anspruch der Grünen alle zu vertreten, für die man überhaupt berechtigt einstehen darf, ist anmaßend. Wenigstens eine solche Feststellung hätte ich von Merz erwartet.

Christoph Kuhlmann | Do, 19. November 2020 - 21:20

der Klartext spricht. Seitens der CDU muss man da wohl weit in die Geschichte zurückgehen. Unter Merkel hat sich die CDU ja eher als Plattform für die Politik des Koalitionspartners gesehen. Das ganze wurde dann Modernisierung genannt. Irgendwie ist Merkel ja ein trojanisches Pferd. Statt in die SPD einzutreten trimmt sie einfach die CDU zur SPD-light und da ist niemand der Widerspricht. Aber ich denke das wird Laschet, sonst müsste das Partei-Establishment ja irgendeine politische Meinung haben, die möglicherweise vom Medienmainstream abweicht. Das bereitet denen bestimmt schlaflose Nächte.

Dominik Roth | Do, 19. November 2020 - 21:42

Merz ist derzeit der einzige ernstzunehmende Politiker in Deutschland, der neben Intelligenz und Machtwillen ein klares Profil besitzt. Bis Merkel an die Macht kam waren Deutschlands Parteien voll mit solchen Leuten, ob man sie gut fand oder nicht. Heutzutage sind alle austauschbar, bis auf die Rüpel bei AFD und Linken. Wenn Merz nicht Kanzler würde, hieße das nur ein weiteres Abgleiten Deutschlands in die Mittelmäßigkeit, ggf. beschleunigt durch grün-ideologische Phantasien.

aber seine pubertierende Enkelin säße mit am Regierungstisch, womöglich als Vizekanzlerin.

Vielleicht sollte Merz sich vorher noch in buddhistische Meditation üben. Sein Bllck auf die Dame, wie bei Anne Will, muss er sich dann wohl abgewöhnen.

Herr Roth, auch Sie haben noch nicht bemerkt, dass Deutschland bereits voll in der Mittelmaessigkeit angekommen ist. Weder Merz noch Laschet werden Deutschland da wieder herausholen koennen, schauen Sie sich einfach die Zahlen an wer was an den deutschen Unis studiert, das sagt alles. Der Zug ist abgefahren.

Hubert Sieweke | Fr, 20. November 2020 - 00:10

eine mehr als klare Mehrheit genießt, sondern auch beim Mittelstand in der Fraktion, ist es klar, dass die Medien, einschließlich Herrn Maquier eine Neuauflage, "Subtil gegen Merz" anfährt.
Diese ganzen Trash Gedanken sind überflüssig und offensichtlich ist in den Medien niemand mehr in der Lage, die Probleme der Bürger zu erkennen. Ich meine nicht die, die in den Cafes in Berlin diskutiert werden, sondern die Probleme in NS, MV, BY oder S und SA.
Wir brauchen in D einen rigorosen Wechsel der Politik, weg von Merkels sozialliberaler Eierei, sondern hin zu Sachpolitik mit Verstand.
Dier Wirtschaft ist das A und O unseres Wohlergehens. Merkel hat sie in der SED gelernt, Laschet war seit Abi NUR Wahlpolitiker und Röttgen ebenso. Laschet hat doch sicher nicht das Niveau, Kanzler zu werden. Er wäre aber für die Presse ein leichter Geselle, während Merz, sollte er Kanzler werden, sicher ein völlig, völlig anderes Standing hätte.
EU, Energie, Migration etc. etc. ist doch am Ende.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 20. November 2020 - 07:17

Das was Oppermann sinngemäß sagte. Wer sich in einer Partei deutlich ausdrückt und unbequemes sagt wird öffentlich "geschlachtet" und politisch nicht überleben. Die Verwendung des Wortes "Establishment" löst also bereits eine Eskalationsstufe aus. Er spricht nicht von Merkelianer, von den Merkel-Klatschhasen, von Merkel Jüngern und denen, die ihre Karriere nur "ihr" zu verdanken haben.
Er spricht nicht von devoten und Pöstchen sichernden Emporkömmlingen. Er bezeichnet die "alte" CDU-Elite, zu der ja auch mal gehörte, als Establishment. Das reicht zur Eskalation? Uih. Da bin ich aber mal gespannt, welche Worte demnächst noch zu den "bösen" Worten gezählt werden, die ein Kanzlerkandidat besser nicht nutzt, um nicht mit Trump verglichen zu werden.
Die Merkel Flüsterer werden bis zum Delegiertentag schon etwas finden, um Merz zu diskreditieren, ihm was "böses" anzuhängen, ihm vorzuschreiben, welche Worte er nutzen darf. Merz muss nur sagen, er sei alternativlos und grüne Binder tragen.

Gerhard Lenz | Fr, 20. November 2020 - 09:35

In reply to by Ernst-Günther Konrad

wie der ansonsten linientreue AfD-Anhang sich verbiegt, um sich für einen Kandidaten Merz stark zu machen.
Von "Trump-Light" ist gar die Rede, in verzückter Anspielung auf den abgehalfterten Hoffnungsträger aller Rechtsaussen auf der anderen Atlantikseite- auf den Mann, der das Establishment bekämpft, dabei (noch) den mehrfachen Millionär spielt, auf den der Pleitegeier aber schon zu warten scheint.
Merz scheint da ähnlich gepolt. Poltert gegen das CDU-Establishment, dass ihm die Parteispitze nicht gönnt. Spricht über irgendwelche simplizistischen Steuerkonzepte, die dem Wutbürger die DM-Zeichen in den verkniffenen Blick treibt, bezeichnet sich als Mittelstand, nachdem er bei Blackrock dicke Kasse gemacht hat. Was solls! Der Wutbürger wird es schon schlucken!
Immerhin hat er undeutlich AfDler und Umfeld als "Gesindel" bezeichnet, was er dann doch nicht so gemeint hat - er will ja AfD-Wähler "zurückgewinnen". Letzteren reicht ja bekanntlich schon "Anti-Merkel-Gehabe" als Programm,.

einen echten Sachverständigen benötigt der als Erstes die Wirtschaft auf Kurs hält, denn die ist, zusammen mit dem Euro, in Kürze der totkranke Patient.
Die Kindereien, die Sie beschreiben, sind doch überhaupt nicht wichtig. Weder Laschet, noch Röttgen haben außer Fraktionszwang irgendwelche Nachweise ihrer Fähigkeiten beigebracht. Die Abstimmung der JU und die Festlegung der vielen anderen CDU Mitglieder hat doch bereits gezeigt, we gewählt wird. Diverse Abstimmungen in der Bevölkerung haben ebenfalls gezeigt, dass die Bürger schlau genug sind, sich keinen Kasper vorsetzen zu lassen.
Ein Laschet bekäme noch weit weniger Stimmen, als die CDU 2017 mit Merkel, die einen Tiefpunkt erreichte.

Walter Müller | Fr, 20. November 2020 - 10:34

Die Schnelllebigkeit unserer Zeit im Verbund mit sozialen Medien sowie dem Hang, seinen Narzissmus voll auszuleben, bis zur persönlichen Identitätspolitik führen zu einem völlig neuen Politiker-Typus: der ultra-wendige Gesichtslose, der für eine vermeintliche Mehrheit des gerade angebrochenen Nachmittags steht. Kann gut sein, dass er bei der Pressekonferenz am frühen Abend schon wieder eine andere Meinung vertritt. Angela Merkel hat diesen Typus nahezu perfektioniert. Das Gegenstück sind die eher konservativen Politiker der etablierten Parteien aus der Nachkriegszeit mit Werten wie Zielorientiertheit, Zentrierung, Zuverlässigkeit, keine Experimente. Plus: „Sie können mich beim Wort nehmen.“ Vermutlich zählt Merz noch am ehesten zu letzteren. Bekommt dieser Typus heute noch eine Mehrheit? Welcher Wähler kann und will sich noch mit lang- oder mittelfristigen Zielen auseinandersetzen? Wer die globale Klimakrise angehen will, sollte Beharrlichkeit und einen langen Atem haben. Eigentlich.

Tomas Poth | Fr, 20. November 2020 - 11:02

Wer hat den Mut und die Gefolgschaft innerhalb der CDU/CSU um Merkel noch vor der Wahl aus dem Amt zu jagen? Wenn es da niemanden gibt bleibt Merkel auch über 2021 im Amt. Sie laviert sich dahin.

Klaus Funke | Fr, 20. November 2020 - 12:02

AKK posaunte es aus. Man muss sich nur den Namen dazu denken. Sie macht es wieder, denn sie ist alternativlos und unersetzlich - bis zum bitteren Ende! Und das kommt ganz gewiss. Aber bis dahin regiert sie weiter und ehe sie die Partei (und das Kanzleramt) dem Merz überlässt, macht sie es lieber wieder selber. Wetten? Diese Frau ist unser Schicksal. Aber der Deutsche ist zu faul und zu bequem, sie abzuschütteln. Wie verdienen Frau Merkel und wir werden mit ihr untergehen...

Andreas Berlin | Fr, 20. November 2020 - 14:02

Nach dem Helden-Epos der ARD gestern kann es nur eine geben!!! Sie geht auch noch im Jahr 2035 am Ende als Siegerin vom Platz - und so auch jetzt vom Parteitag (inklusive Kanzlerschaft gegen unendlich). --- Ihre Analyse der Situation und über die derzeit präsenten Lösungen, Herr Maguier, ist beneidenswert sachlich und präzise. Das war SPIEGEL-Niveau aus den Zeiten Schmidt und Kohl, wo ich dieses Blatt jede Woche geradezu verschlungen hatte. Ich hoffe, sie können dies als Anerkennung akzeptieren. Aber ich bin mir sicher: sollte nicht der Platz an der UNO-Spitze vakant werden, dann wird Frau Merkel als einzig wirkliche Lösung für alle Probleme der CDU übrig bleiben. Eigentlich gibt es dort ja nur ein Problem: kein Juniorpartner der Grünen werden zu müssen! Und 80% Beliebtheitswerte hat nun mal nur Frau Merkel vorzuweisen. Und nur ihr ist auch zuzutrauen, im Jahr 2035 alle anderen Länder wegen unseres CO²-Schlamassels zu entschädigen. Da die ARD das schon weiß, wird es so kommen.