Corona-Hilfen für die Wirtschaft - Zombie-Unternehmen führen in die Inflation

Deutschland beherbergt nach Berechnungen rund zehn Prozent an Zombie-Unternehmen: Gerade noch so zahlungsfähig, jedoch unfähig, in die Zukunft zu investieren. Gerade die Corona-Hilfen für Unternehmen dürften sich als Zombifizierungsprogramm der Extraklasse entpuppen.

Notenbanken wie die EZB werden so lange nachlegen, bis die eigenen Programme wirken / dpa

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group (BCG). Sein neues Buch heißt Coronomics - Nach dem Corona-Schock: Neustart aus der Krise.

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Zombies sind allgegenwärtig. Nein, nicht die Untoten aus Horrorfilmen sind gemeint, sondern die ganz realen Untoten in der Wirtschaft. Gemeint sind Unternehmen, die mit Mühe und Not in der Lage sind, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, aber nicht genug verdienen, um in neue Produkte und Anlagen und die Ausbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Immerhin jedes zehnte Unternehmen in Deutschland soll nach Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ein solcher Zombie sein.

Da tröstet es wenig, dass es in den anderen Teilen Europas noch schlechter aussieht: Gut 15 Prozent der französischen, spanischen und italienischen Unternehmen fielen bereits 2019 in diese Kategorie.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 5. Oktober 2020 - 17:33

die Inflation schon entdeckt?
Ich will die Problematik von Zombieunternehmen gar nicht kleinreden, es bedarf aber wirklich genauen Hinschauens.
Ich denke auch von einer Untenehmenskultur her, vom Einzelnen bis zu den Big Ones hin.
Ich fand den Gedanken von Schröder so schlecht nicht, der wegkommen wollte von Zahlungen an Arbeitslose hin zu Entfalten und Abschöpfen von gesellschaftlicher Produktivität.
Da ist vieles schief gelaufen, vor allem wurde es nicht so recht eine Kultur, dennoch Gerd Schröder, Du fehlst mir in der Politik seit langem.
Ich stehe zu dem, was ich Hernando de Soto auf einer Veranstaltung mit dem verstorbenen Elmar Altvater und dem Jounalisten Matthias Greffrath in Berlin sagte: es darf nicht heissen "Alles für das Kapital", sondern "Kapital für Alle".
Das macht, dass ich den Wunsch nach einem bedingungslosen Grundeinkommen zwar verstehe, aber nicht teile.
Da bin ich wieder sehr gut in meiner Partei der SPD aufgehoben, woanders passt es manchmal nicht so, aber da JA

Gisela Fimiani | Mo, 5. Oktober 2020 - 17:57

Da die EZB inzwischen den Testlauf für einen zukünftigen Cyber Euro begonnen hat, werden sich Ökonomen vielleicht bald über ganz andere Probleme den Kopf zerbrechen.......oder auch nicht......

Hubert Sieweke | Mo, 5. Oktober 2020 - 19:12

kann ermessen was es heißt, eine KMU Firma mit Kurzarbeitergeld von März bis Dezember über Wasser zu halten. Dazu brauchen Mieten der Geschäftsräume nicht gezahlt werden und die USt wird reduziert. Dies führt doch in den Sozialismus, da der Staat Geld, was er gar nicht besitzt, zur Aufrechterhaltung der Produktion und des Arbeitsfriedens bereitstellt. Die totalen Ausfälle an ESt, KSt und GewSt verschlimmern demnächst die Ausfälle des Staates.
Nur komplett dumme Mitbürger sehen diese Spiralen nicht, wobei ich nicht sagen will, das die Regierung dumm ist. Sie hat allen Grund, die Wahrheit hinterm Berg zu halten.
Nur die Medien müssten es eigentlich berichten, weil ja ein gewisser Bodensatz an volks- und betriebswirtschaftlich denkenden Journalisten übrig geblieben ist.
Allein die Beerdigung der Lufthansa und die teilweise sterbende BAHN weisen Defizite aus, die niemals wieder aufgeholt werden können.
Bis zur Wahl wird sich nichts ändern, weil die CDU weiß, ohne sie geht nichts.

Ernst-Günther Konrad | Di, 6. Oktober 2020 - 06:54

Meine Schwiegermutter hat sie, meine Frau und ich haben sie, jeder sollte sie haben. Was? Die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Damit ein jeder zu Zeiten, in denen es einem noch gut geht, bei klarem Verstand entschieden hat, wie es im Fall eines Falles sein soll, wenn einem die Kräfte und der Geist verlassen.
Das fehlt der deutschen Wirtschaft eben. Da wird dem Staat, einem "Dritten" überlassen, wie es mit einem Unternehmen im Fall eines Falles weiter geht. Das ist wirtschaftliche Gerätemedizin. Das Beatmungsgerät heißt Insolvenzverschiebung und das Medikament Corona Hilfen. Wie bei einem sterbenden auch. Unnötige quälende entwürdigende Zustände für Unternehmen und seine Arbeitnehmer bei absehbarem Eintritt des Todes. Wenn ein Unternehmen fertig hat, soll es auch sterben können und müssen. Das ist Teil einer freien Wirtschaft. Dem Arbeitnehmer muss noch ehrlich und offen gesagt werden, das es so ist und wie es danach weiter geht. Auf keinen Fall sollen sie die Kosten tragen.

Ich stimme Ihnen voll zu, Herr Konrad. Um Ihr gelungenes Gleichnis abzurunden: Was wäre die geeignete Sterbehilfe für diese Unternehmen. In der Schweiz werden sie ja keine Hilfe finden. Vielleicht ein Sterberating? Wer ständig mit neuen Krediten alte tilgt, dem sollte man die Kredit- und Überziehungskreditzinsen immer weiter erhöhen? Gesunden durch Sterben!

helmut armbruster | Di, 6. Oktober 2020 - 08:16

in die Inflation und in das Wachstum kommen.
Und das soll die Lösung sein?
Und wann soll es diese Lösung geben? Das lässt Herr Stelter offen, so dass ihn niemand festnageln kann.
Und wie soll der Übergang von der aktuellen Null- und Negativzinspolitik in die Inflation gelingen?
Unter den denkenden und vorausschauenden Elementen unserer Bevölkerung breitet sich immer mehr Besorgnis und Zukunftsangst aus.
Das Vertrauen in die Währung und in die Politiker, die eigentlich die Verantwortung für eine stabile Währung tragen müssten, aber unfähig sind, schwindet immer mehr.
Der Politik zu glauben kann sich als großer Irrtum erweisen. Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen, hat Wilhelm II seinem Volk versprochen...und in einen Weltkrieg hat er es geführt. Und Merkel redete von einem Land, in dem wir gut und gerne leben... und wohin wird uns das führen?
Es habe Vertrauen, wem es gelingt Vertrauen zu haben.