Unsichere Börsen wegen Trumps Corona-Infektion - „Man muss mit allem rechnen“

Die Nachricht von der Corona-Infektion Donald Trumps bringt die Börsen und damit auch die Weltwirtschaft in Schwierigkeiten. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, spricht im Interview über die derzeit durchgespielten Szenarien und die möglichen dramatischen Folgen.

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Die New Yorker Börse / dpa

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online und bei der Stiftung Warentest. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Carsten Brzeski ist seit 2013 Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der Direktbank ING. Er ist Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen und Geldpolitik.

Herr Brzeski, ist die Bekanntgabe einer Corona-Infektion des US-Präsidenten eine börsenrelevante Nachricht?
In der jetzigen Situation ist das eine börsenrelevante Nachricht, weil die Fantasien der Marktteilnehmer in Bewegung gesetzt werden. Nämlich: Wie stark ist die Erkrankung? Es werden nun Szenarien durchgespielt. Könnte der US-Präsident am Ende sogar sterben? Was passiert dann? Müssen die Wahlen verschoben werden? Vielleicht fällt Trump auch nur für zwei Wochen aus im Wahlkampf? Diese unklare Lage verunsichert die Märkte noch mehr als es der US-Wahlkampf ohnehin schon tut.

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Christa Wallau | Fr, 2. Oktober 2020 - 18:22

von Trump und seiner Frau ein "Fake" sein könnte,
läßt sich nicht völlig von der Hand weisen. Wenn er dann nach Tagen der Quarantäne "gesund" wieder an die Öffentlichkeit träte, hätte Trump persönlich bewiesen, wie man dem Virus ein Schnippchen schlagen kann. Ein Riesen-Gag und ein gewaltiger Trumpf im Wahlkampf!

Nichts Genaues weiß man also bisher:
Ist das Ganze überhaupt wahr? Und wenn ja, wie stark wird es Trump außer Gefecht setzen?

Daß aber die Börse auf die Nachricht von seiner Erkrankung so gereizt reagiert, zeigt an, wie unser gesamtes überdimensioniertes Geldsystem auf nichts anderes gebaut ist als auf Spekulationen.
Der nächste Crash kommt bestimmt!
Niemals würde ich jemand empfehlen, seine Alterssicherheit in Aktien zu suchen - es sei denn, er hätte einen Onkel, der an der Börse arbeitet, an der Hand, dem er vertrauen kann.

werte Frau Wallau. Das Finanzsystem ist überreizt und ohne Vertrauen. Es brauchen nur bestimmte Annahmen über die Zukunft entkräftet werden (hier ein erkrankter Trump) und das große Flattern beginnt. Ganz einfach, das Finanzwesen ist ein mentales Produkt. Bzw. ein Kartenhaus, das ständig neue Karten braucht. Zieht man eine raus, muss man froh sein, wenn nur ein Teilbereich einstürzt. Auch galt vor den ganzen finanziellen Querulen das Motto "business as usual/weiter wie bisher oder alles beim Alten". Die Börse hatte Vertrauen in weiter- wirtschaftlichen Aufschwung. Vertrauen Risiken einzuschätzen, finanzielle Vermögenswerte zu garantieren. Die Pandemie hat Unternehmen und Gesellschaften weltweit gelähmt. Aber auch schon davor wurde durch abenteuerliche Änderungen ( z.B. 0-Zins-Politik) das Finanzsystem geschwächt.

Erscheint ein bisschen weit hergeholt, auch wenn Zweifel immer erlaubt sind, und bei Trump in noch höherem Maße geboten. Wenn die die durchschnittlichen Börsenwerte in Deutschland, und in allen anderen wichtigen Börsenplätzen über ca. 50 Jahre ansehen, dann sehen Sie, dass sich nur dort, und in den Immobilienmärkten, indirekte Sachwerte das eine, und direkte das andere, eine kontinuierliche Wertsteigerung ergeben hat, die ganz besonders seit ca. 1985 deutlich über dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum lag. Indexfonds gab es, für Kleinanleger in den USA, seit 1976.

Hallo Frau Wallau,
Sie empfehlen: „seine Alterssicherheit nicht in Aktien zu versuchen“.
Jedoch was soll der Normal-Bürger, dank Merkels perfider - Eurorettung, Nullzinspolitik, Energiewende, Klimahysterie, Masseneinwanderung – mit seinem mühsam Ersparten machen?
Im Zeitalter des wertlosen Geldes, darf man getrost Geld, das keine Zinsen ( Negativ-Zinsen) abwirft, als wertlos bezeichnen.

Christa Wallau | So, 4. Oktober 2020 - 00:49

In reply to by ursula keuck

Immobilien werden niemals wertlos, Gold auch nicht.

Wer nicht s e l b s t aktiv an der Börse tätig ist, das heißt: sich täglich um sein
dort angelegtes Geld kümmert, zahlt schon einen Teil seiner Anlagen an die Manager der Fonds u. ä. und wird im Falle eines plötzlichen Fallens der Kurse immer
kalt davon erwischt. Natürlich läßt sich viel Geld an der Börse verdienen. Aber nicht von allen Leuten! Jedenfalls ist dies meine Erfahrung.
Wenn die geschätzten Mit-Kommentatoren andere Erfahrungen gemacht haben,
so will ich dies glauben und beglückwünsche sie dazu.

Sehr geehrte Frau Wallgau,
Ihre Einschätzung, dass es sich um ein wahltaktisches Manöver handeln könnte, teile ich. Ihre Einschätzung zur Börse allerdings nicht. Aktien liefern langfristig deutlich bessere Renditen als Anleihen, Gold oder Immobilien. Auch ohne Onkel an der Börse.

und befinden sich daher in einer privilegierten Situation. Da ist es einfach die Empfehlung zu geben "seine Alterssicherheit nicht in Aktien zu suchen".
Was soll ein Selbstständiger, ein kleiner Unternehmer oder ein schlecht bezahlter Arbeitnehmer tun um seine Altersicherheit abzusichern?
Dieser Kategorie, die keine Beamtensicherheit hat, und die sich ausrechnen kann, dass die gesetzliche Rente niemals ausreichend sein wird, bleibt nur der Weg ins Aktienrisiko. Denn, wenn diese Leute nichts unternehmen so lange sie aktiv sind, ist ihnen die spätere Altersarmut gewiß.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 3. Oktober 2020 - 14:34

Da dreht inzwischen jeder am Rad. Neben dem Kommentar von Frau Wallau möchte ich noch auf folgendes erneut hinweisen. Trump soll/könnte/ist mit einem PCR-Test oder einem Test in abgewandelter Form angeblich "positiv" getestet worden. Und weiter? Täglich überschlagen sich unsere Medien über "Infizierten Zahlen", kaum einer ernsthaft erkrankt oder hat überhaupt Symptome. Wer sagt uns überhaupt, ob der Test nicht "falsch" angezeigt hat? Was hat er denn überhaupt angezeigt? Ist Trump vorerkrankt oder nur aufgrund seines Alters „verdächtig" gefährdet zu sein. War es am Ende eine Finte von ihm oder den Demokraten?
Ja, ja die Medien haben wieder Schlagzeilen für ihre hysterischen und überzogenen Fantasien und eigentlich nüchtern denkende und ausgewogen handelnde Finanzfachleute verlieren jetzt die Nerven.
Würde Trump morgen tot umfallen, müsste der Vize antreten. Soweit ist es aber gar nicht. War Merkel und viele andere nicht auch mal in Quarantäne? Fragen über Fragen und viel Spekulation.

Brigitte Simon | Sa, 3. Oktober 2020 - 14:41

Die steigenden Infektionszahlen in Amerika zwingen Trump zu einem Offenbarungseid. Er gestand ein, daß das Virus nicht unter Kontrolle sei und die Corona-Krise auch in der USA zu einer wirtschaftlichen Rezession führen könnte. Eine Woche später spielte Trump die Folgerisiken einer Corona-Pandemie herab.
Was erwartet die USA für die Zukunft, die auch
Deutschland spüren wird? Was offenbarte das
Rededuell Biden/Trump? Millionen Amerikaner erlebten den Niedergang der amerikanischen Demokratie.

Allzulange markierte Trump den starken Mann.
Seine Erkrankung schafft das reale Risiko, deren
Folgen politisch kaum abzusehen sind. Für Trump hätte es kaum schlimmer werden können.
Erhält dadurch Amerika eine Chance für seine noch kränkere Demokratie!
Die Washington Post vom 02.10.2020 schreibt: Trumps Rüpeleien holen keine Wählerinnen aus den Vorstädten zurück, die nunmehr in Scharen zu Biden überlaufen.

Amerika muß wieder erstarken. In das zuver-lässige "Land der unbegrenzten Möglichkeiten".