Wirtschaftseinbruch in den USA - Präsidiales Störfeuer

Donald Trump sagt, er wolle sichere Präsidentschaftswahlen und bringt eine Verschiebung ins Gespräch. Die Aufregung ist groß und sie ist gewollt. Denn der eigentliche Aufreger ist die US-Wirtschaft. Das BIP rast mit historischer Geschwindigkeit in den Keller und viele Millionen Arbeitslose fürchten um ihre Existenz.

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Auf in den Wahlkampf: Donald Trump / dpa

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Als Störfeuer wird im Militärjargon gemeinhin das unregelmäßige Abfeuern von Artilleriegeschützen bezeichnet. Mit dieser Technik soll der Gegner verwirrt und damit empfindlich in den eigenen militärischen Vorhaben gestört werden. Der US-Präsident hat es im Wahljahr gleich mit mehreren Gegnern zu tun: Corona, ein historischer Wirtschaftseinbruch, miserable aktuelle Umfragewerte, die ihn deutlich hinter dem demokratischen Kandidaten Joe Biden sehen und mit dem sogenannten Lincoln Project auch noch Gegner aus den eigenen Republikanischen Reihen.

Kein Wunder also, dass Donald Trump mal wieder gar nicht anders konnte, als einen provokanten Tweet abzusetzen, der vermuten lassen könnte, Trump habe einen sehr konkreten Plan, die anstehenden Präsidentschaftswahlen im November zu verschieben. Mit der geplanten Briefwahl würde die 2020-Wahl die "ungenaueste und betrügerischste Wahl in der Geschichte sein", twitterte der Präsident. Um dann etwas kryptisch eine Frage mit drei Fragezeichen abzusondern: "Zögern wir die Wahl hinaus bis die Menschen richtig, sicher und unbesorgt abstimmen können ???"

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Klaus Peitzmeier | Do, 30. Juli 2020 - 18:03

Da wollen wir doch mal sehen, ob die hochgelobten "Checks and Balances" die amerikanische Demokratie sichern oder nicht. Entweder die Republikaner machen aus Machterhalt alles mit, oder sie outen sich so langsam als tatsächliche Demokraten. Ich befürchte, wenn es drauf ankommt, sind es alles keine Demokraten, sondern ganz gewöhnliche, feige Schmierenkommödianten, denen das Land völlig egal ist.

dass Herr Trump von zahlreichen Damen und Herren der Republikaner nur geschätzt wird, weil sie selbst von Trumps Erfolgen profitieren.

Trump selbst ist kein klassischer Republikaner. Gleichwohl hat er es geschafft, die Partei buchstäblich zu kapern und von sich abhängig zu machen. Opposition zu Trump wird nicht geduldet.

Nur ist ein Ende der Trump'schen Tage in Sicht, wenn nicht bei den nächsten Wahlen, so doch in vier Jahren. Vorausgesetzt, Trump schafft es nicht, demokratische Prinzipien mit Füßen zu treten und sich irgendwie an der Macht zu halten. So wie das ein Herr Putin macht. Was wohl niemanden wundern würde.

Verschwindet Trump,kommt zweifellos das große Aufarbeiten: Und dann werden sicher auch Fragen gestellt, wer oder was der Einzelne getan hat, um den immensen Schaden, den Trump bereits angerichtet hat, zu begrenzen.

Viele, die jetzt ihren Präsidenten in höchsten Tönen loben, werden dann politisch nicht mehr vermittelbar sein.

Ernst-Günther Konrad | Do, 30. Juli 2020 - 19:01

Ja, da werden in dem Land über dem Teich alle Register gezogen. Und zwar von allen Seiten. Seit Jahren lese ich jetzt schon unzählige Artikel darüber, wie böse, schlecht, gefährlich, verwirrt usw. Trump sei. Was alles schlimmes passieren wird und wie sich angeblich laut irgendwelchen Umfragen eine Wiederwahl von Trump auswirken könnte.
Wenn alle wissen, dass er Wahlen nicht einfach verschieben kann, verstehe ich die Aufregung nicht. Sollte er das versuchen, werden ihn die obersten Richter schon an die Verfassung erinnern. Warum sollte es in den USA anders sein, wie überall, wo hysterische Regierungen erst den Shutdown und dann den Lockdown heiliggesprochen haben. Ich warte einfach die Wahlen ab und amüsiere mich über die Kommentare bestimmter Trumpbasher hier im Forum. Ich persönlich glaube, das Trump wiedergewählt wird. Ich glaube es, ich weiß es aber nicht. Und wenn nicht, dann ist eben ein andere dort Präsident.
Mir sind die Wahlen hier 2021 wesentlich näher und wichtiger.

Alexander Mazurek | Do, 30. Juli 2020 - 23:45

... ist nackt, splitternackt, ob DNC oder GOP.

Simone Büchl | Fr, 31. Juli 2020 - 11:49

Würden die Medien nicht immer über völlig irrelevant Tweets berichten, würde Mr. Trump vielleicht auch damit aufhören.
Wen interessiert es tatsächlich?
Ist doch lediglich heiße Luft.
Was mich viel mehr stört ist, dass die US-Amerikanische Wirtschaft in ungefähr gleicher Höhe, wie die deutsche Wirtschaft eingebrochen ist.
Um ca. 10%.
Warum ist dies in den USA für D. Trump fatal, für die deutschen Politiker jedoch nicht?
Ich vermisse hier die Objektivität.

Christoph Kuhlmann | So, 2. August 2020 - 12:25

Im zweiten Quartal. Im Quartal zuvor hatte Deutschland allerdings erst 2% des BIP verloren.
Laut statistischem Bundesamt waren es sogar -2,2% und -10,1%. Das Problem ist, dass in den USA sofort gekündigt wird und die 600 Dollar Koronahilfe pro Woche bald nicht mehr gezahlt werden, weil sich Demokraten und Republikaner nicht einigen können. Wer da nicht auf der richtigen Liste stand hatte bereits das Nachsehen. Mit anderen Worten es werden wieder hunderttausende oder Millionen von Existenzen nachhaltig zerstört werden. In Deutschland wird diese Entwicklung mit Zeitverzögerung eintreten. Ich würde mich über einen sachlichen Vergleich über die wirtschaftlichen und sozialen Folgen in den USA und Deutschland/Europa sehr freuen. Trumps Nebelkerzen sind für mich nicht nachvollziehbar, aber seine Umfragewerte steigen wieder. Die Demokraten müssen bei weiten Teilen der Bevölkerung nachhaltig versch ... haben.