Insekten für die Agrarrevolution - Zwei Klappen mit einer Fliege

Die Schwarze Soldatenfliege könnte den Mist unserer Nutztiere beseitigen – und selbst nachhaltiges Tierfutter sein. Heinrich Katz will die Insekten nun im großen Stil züchten. Er hofft darauf, dass die EU bald die notwendigen Weichenstellungen vornimmt.

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Steht in den Startlöchern für eine Agrarrevolution: Heinrich Katz / Thomas Meyer/Ostkreuz

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Ferdinand Dyck schreibt über Essen und Trinken, zuhause braut er eigenes Bier

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Heinrich Katz öffnet eine der zig Schubladen im Bioreaktor. Einem mit Abwärme beheizten, 6 mal 2,5 mal 3,5 Meter großen Klotz, ganz hinten im Flachbau mit den durchsichtigen Gewächshauswänden. Stockdunkel ist es und 30 Grad warm, bei exakt 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. So haben es seine Bewohnerinnen am liebsten. Jetzt aber drängen die Hunderttausenden Maden in der Schublade ihre prallen, weiß-gelb glänzenden Leiber gegen- und übereinander. Luftzug und Tageslicht haben sie in Aufruhr versetzt. Für einen Wimpernschlag in ihrem kurzen Leben unterbrechen die Larven der Schwarzen Soldatenfliege ihre Lieblingsbeschäftigungen: Fressen und Wachsen.

Kaum ein Tier dieser Erde versteht sich auf beides besser. „Aus einem Kilogramm Fliegeneiern entstehen bei uns in 20 Tagen sechs Tonnen Larven-Frisch­masse“, sagt Katz. „Jeder Schweinebauer wird neidisch, wenn er das hört.“ Die Schwarze Soldatenfliege stammt ursprünglich aus Amerika. Heute lässt sie Menschen wie Heinrich Katz weltweit von einer gesünderen Umwelt träumen – und vom großen unternehmerischen Erfolg.

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Gert Bartmann | Do, 23. Juli 2020 - 21:45

Eine sehr interessante Variante des "Recycling". Es wäre zu wünschen, dass sich dieses Konzept durchsetzt, denn mit der bisherigen Methode werden wohl nicht alle Vierbeiner satt.....