US-Wahl - Wird Donald Trump es wieder schaffen?

Warum sollte Donald Trump trotz seines verpatzten Starts in den Wahlkampf vor leeren Rängen und des katastrophalen Umgangs mit der Pandemie noch einmal gewählt werden? Weil er genau das wiederholt, was ihm schon 2016 geholfen hat – und es wird ihm wieder helfen.

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Die USA wählt im Herbst ihren Präsidenten – dann entscheidet sich, ob Trump im Weißen Haus bleiben wird / dpa

Autoreninfo

Prof. Dr. Veit Etzold lehrt Marketing und Vertrieb an der Hochschule Aalen/Baden-Württemberg und berät unter anderem Mittelständler und DAX-Konzerne in strategischer Kommunikation.

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Auch wenn die Schlagzeilen in der vergangenen Zeit gegen den Präsidenten sprechen: Donald Trump wird 2020 erneut die US-Präsidentschaftswahl gewinnen, denn Feindbilder sind erfolgreicher als Lösungen. 

„The Donald“ macht sich fast alle zu Feinden. Wettert gegen ein chinesisches Virus, russisches Gas und deutsche Autos. Droht mit Truppenabzug und schimpft gegen den Obersten Gerichtshof per Twitter. Trumps Zwischenbilanz der Pandemie: desaströs. Corona, auf das der US-Präsident viel zu spät reagierte, hat in Amerika weit über 100.000 Menschenleben gekostet – mehr als Vietnam-, Korea- und Irak-Kriege zusammen. 

„The Donald“

Trump pflegt konsequent seine Marke, bedient die relevanten Stakeholder und bleibt seinem Erfolgsrezept treu: Er gibt den globalisierungsskeptischen weißen Amerikanern das Gefühl, ihre Ängste zu verstehen und beleidigt sie nicht als „deplorables“, wie es Hillary Clinton tat. Damit ist er von Anfang an viel näher an Bill Clintons berühmtem „I can feel your pain“ als die Gattin des Ex-Präsidenten selbst. Neurowissenschaftler aus Harvard würden Trump recht geben: Denn laut einer jüngsten Studie sorgt bereits die Tatsache, dass ein Verkäufer den Schmerz eines Kunden mitfühlt – ohne überhaupt eine Lösung zu bieten – für Vertrauen. 

Problem und Lösung – in einer Story „Held und Schurke“ – spielen seit seiner Wahl 2016 eine zentrale Rolle in Trumps Kommunikation. Da war der Held der Geschichte der durchschnittliche Amerikaner, der vom Establishment, Hillary Clinton, dem Deep State und den Demokraten über’s Ohr gehauen wird. Weil eine Story am besten wirkt, wenn es nur einen Schurken gibt, wählte Trump kurzerhand die Mexikaner aus, gegen die er die Mauer zu bauen gedachte. Die Mauer und ein Amerika, das „great again“ ist, waren Elevator Pitch und Happy End in einem. Dass der Slogan von Ronald Reagan gestohlen war – geschenkt. Auf die Frage nach seiner Absenderkompetenz hatte Trump eine ebenso einfache wie banale Antwort: Weil ich Bauunternehmer bin! Die intellektuelle Elite der USA biss ob solcher argumentatorischer Plumpheit in die Tischplatte, aber „blue collar America“ feierte Trump.

Wer gegen Trump ist, ist ein „Loser“

2020 ist die Lage anders: Ein Präsident, der seinen Erfolg an den Börsenkursen messen wollte, wird mit der größten Rezession und dem größten Börsencrash seit mindestens 2008 konfrontiert. Doch egal was passiert: Wer gegen Trumps Strategie ist, ist ein „Loser“. Wer für ihn ist, ist ein „Winner“. Trump beleidigt also nur die, die ihn ohnehin nicht wählen – er bemüht sich nicht, für die attraktiv zu werden, die ihn ablehnen. So demonstriert er seinen Anhängern Macht und Stärke und handelt dabei ganz anders als Politiker deutscher Volksparteien, die in Wahlkämpfen immer auch diejenigen erreichen wollen, die die Partei normalerweise nicht wählen. Erfolgreiche Marken agieren genau so zielgruppengenau und ausgrenzend wie Trump. Die Zigarettenmarke Prince Denmark hatte z.B. einmal als Motto: „Schmeckt nicht jedem. Gut so!“ 

„This looks like a winner“, sagte Trump einmal, als er mit einem Journalisten der „Financial Times“ ein Interview führte und sich das Steak aussuchte. Auch das ist eine goldene Trump-Regel: Man ist „Winner“ oder „Loser“, selbst als Steak. Und: Entweder er gewinnt – oder die anderen verlieren. 

Der Retter der Wirtschaft

Ein aktuelles Beispiel: Trump erlaubt den Gouverneuren, den Corona Lockdown eigenständig in ihren Gliedstaaten aufzuheben. Geht es gut, ist Trump der hysteriefreie Bezwinger von Corona und anpackende Retter der Wirtschaft. Geht es schief, sind die Gouverneure schuld. Diese „Blaming-Strategie“ funktioniert nicht nur bei Trump. Auch seine Wähler, die zum großen Teil aus strukturschwachen Gebieten kommen und sich vom Fortschritt abgehängt sehen, freuen sich natürlich, wenn Ihnen jemand die Verantwortung abnimmt und andere als Sündenbock hinstellt. 

Sein Mindset und seine Strategie hat Trump in Büchern wie „Think big and kick ass“, „Art of the deal“ und „How to get rich“ aufgeschrieben oder in TV-Shows wie „The Apprentice“ performt. Auch das ist typisch für erfolgreiche Marken, die weit weniger geheimnisvoll sind als das Coca-Cola-Rezept suggeriert. 

Trump macht es Amerikanern einfach

Kostprobe gefällig? „It doesn’t matter if your employees like you or not. Be damned sure that they respect you“, schreibt er in „Think big and kick ass“, immerhin bereits 2007 erschienen. Das klingt wie die Großraumbüro-Version von Machiavellis: „Es ist besser, gefürchtet als geliebt zu werden.“ Den Amerikanern macht es Trump einfach. Sie müssen weder denken noch handeln, sondern nur den richtigen Präsidenten wählen. 

Was macht Trump noch anders, und besser? Trump hat spätestens seit seiner TV-Erfolge mit „The Apprentice“ verstanden, wie man einen Stamm an Gefolgsleuten – im Online-Marketing: „Tribe of followers“ – aufbaut. Die Strategie dazu basiert auf den berühmten „Five Things“ von Marketing-Profi Blair Warren:

„Five Things“ 

1. Ermögliche die Träume der Menschen. Hat er gemacht mit „Make America great again“.

2. Verteidige ihre Fehler. Macht er ständig. Nicht die Amerikaner oder er selbst sind schuld, sondern die Deutschen, die Europäer, die Chinesen, die Demokraten, die Medien, der Deep State oder Amazon.

3. Nutze ihre Ängste. Wo immer anderswo etwas schief läuft: Trump predigt, dass er immer vor so etwas gewarnt habe und mit ihm so etwas nicht passieren wird. 

4.  Bestätige ihre Zweifel. Sie hatten schon immer ein komisches Gefühl, was das Establishment in Washington angeht? Habe ich, Donald Trump, auch! Trump ist wohl der erste Präsident der USA, der Staatsoberhaupt und außerparlamentarische Opposition gleichzeitig ist.

5. Wirf Steine gegen ihre Feinde. Der Höhepunkt war, als Twitter Trumps Tweets korrigiert hatte und Trump dann Twitter verbieten wollte.

Trumps Geheimwaffe

Trumps Geheimwaffe ist und bleibt der Vertrieb, den er in seinem Sinne perfektioniert hat: Er fühlt den Schmerz der Wähler und bietet erst im zweiten Schritt eine Lösung an. Dann identifiziert Trump gemeinsam mit seinen Anhängern Bösewichte, die die meisten seiner Wähler als Feindbilder teilen. Damit beweist Trump, dass die Inszenierung von Feindbildern politisch erfolgreicher funktioniert als die Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen. Er zielt auf Emotionen und setzt auf das limbische System der Wähler - sein treuester Verbündeter. Dieses limbische System im Gehirn hatte, anders als die neuere Großhirnrinde, sein letztes Update vor 70.000 Jahren und will vor allem eines wissen: Kann mir mein Gegenüber helfen, die Gefahr abzuwenden oder lässt er mich mit dem Säbelzahntiger auf der Lichtung stehen?

Andere zu Schurken zu machen und sich selbst mit einer klaren Absenderstory – siehe die Mauer und der Bauunternehmer! – als Heilsbringer zu inszenieren, ist ein Fest für das limbische System und seine wichtigste Instanz, die Amygdala, auch genannt „Angstzentrum“. Wer erst Panik schürt und dann eine Lösung bietet, macht das Gegenüber erst wach und dann glücklich. Die Uni Dortmund fand in einer Analyse von Mission-Statements von Unternehmen heraus, dass sperrige und technokratische Aussagen im Gehirn Ekelgefühle erzeugen. Griffige, bildreiche Storys, bei denen sich das Gegenüber sicher fühlt, sorgen hingegen dafür, dass Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet werden. Ebenso das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin, das auch dann aktiviert wird, wenn wir mit James Bond mitfiebern. Auch wenn Trumps Anzüge schlechter sitzen, die Bond-Methode beherrscht er: Je größer die (inszenierte) Gefahr, desto größer die Sympathie für den Helden!          

Wie einst Gerhard Schröder 

In der deutschen Politik arbeitete Gerhard Schröder mit Trumps Vertriebsansatz: ein Menschenfischer und Tabu-Brecher mit Brioni-Anzug und Cohiba-Zigarre, der gern aneckte („Ministerin für Frauen und Gedöns“, „Autos kaufen keine Autos“), bei „Wetten, dass...?“ auftrat und das Fernsehduell mit dem Geständnis rettete, „dass er seine Frau lieben würde“. Schröder war der emotionale Macher, während Angela Merkel, damals noch mit dem „neoliberalen“ Leipziger Programm von 2003 im Gepäck, als seelenlose Technokratin dastand. 

Schröder hatte seine Fans. Genauso wie Trump sie hat. Denn kaum jemand schafft es, seine Zielgruppe trotz widrigster Umstände derart an sich zu binden wie The Donald. Daher gehe ich davon aus und befürchte es zugleich, dass die Komödie Trump weiter geht. Er muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort und für die richtigen Leute glaubwürdig sein. Das hat er bisher immer geschafft. Denn eines weiß The Donald, ebenfalls in „Art of the Deal“ erwähnt: Money is like comedy. It’s all about timing.

Romuald Veselic | Fr, 26. Juni 2020 - 11:55

dass Donald T die Wahlen gewinnen wird. Schon deshalb, dass er in D wie ein Antimensch/Misanthrop/Clown stilisiert wird, wobei neben an, in PL/CZ/A/H/ ganz anders über ihn berichtet wird. Könnte sein, dass dahinter besserwisserische Arroganz steckt?
Wie gesagt, jede Nation/Volk verdient die Regierung, die gewählt wurde. Die Deutschen sind dabei keine Ausnahme.
Forever Nevergreen...
;-D

Na dann freuen Sie sich mal nicht zu früh. Trumps Plan, mit guten Arbeitsmarktdaten in den Wahlkampf zu gehen, wird sich nämlich nicht erfüllen.
Und sonst hat der Narziss im Weissen Haus hauptsächlich folgendes zu bieten:
- eine zunehmende Isolation der USA
- die ihren Anspruch auf die Führungsrolle im Westen verloren hat
- sich mit fast allen Verbündeten zerstritten hat
- dafür besonders gerne mit Typen wie dem nordkoreanischen Diktator zeigt
- Rechtsextremisten als very fine people bezeichnet
- Demonstrationen gegen Rassismus als Antifa-Terrorismus bezeichnet
- beinahe im Wochentakt Leute in seiner Umgebung "feuert"
- Corona überzeugend bekämpft, indem er weniger testet, Desinfektionsmittel als Gegenmittel zur Einnahme (!) vorschlägt,
- damit prahlt, er nehme täglich ein Anti-Malariamittel ein, dessen Nutzen höchstens zweifelhaft ist,
- voller Stolz verkündet, die Pandemie wäre vorbei, obwohl die Krise gerade ihren Höhepunkt hat...
To sum up: Der Mann ist einfach ...incredible

auch ich freue mich sehr über seine Wiederwahl. Ein Stern am Himmel !!!!

Der Autor hat die Charakterzüge von Donald Trump gut definiert. Genau das ist es, was die Herzen höher schlagen lässt.
Ein Blick zu unseren trostlosen Politikern und man stellt fest: Keine Vision, kein Programm, eine fürchterliche Dauerkanzlerin...eine Weltuntergangsstimmung (FFF, Haltung, Solidaritätsgelabel etc...)

Wie kommentieren die Journalisten in Ungarn, Polen und Tschechien die Corona-Zahlen in den USA (Stand heute: über 120.000 Tote bei 30.000 Neuinfektionen pro Tag) und 40 Millionen Arbeitslose?
Damit zusammenhängend: Wie kommentieren die Journalisten dort die jüngsten Umfragewerte, denen zufolge Trump (auch bei FOX!) sogar in den "Swing States" z. T. zweistellig zurückliegt? Und das gegen einen so blassen Kandidaten wie Biden!
Und zum Thema "Clown": Wie hat man in den genannten Ländern Trumps Überlegungen kommentiert, Covid-19 durch die Injizierung von Desinfektionsmitteln zu bekämpfen sowie auf seinen Hinweis, dass sein Onkel (einst MIT-Professor für ELEKTROTECHNIK!) ein "Super Genius" war und er selbst womöglich deshalb so viel von Pandemien verstehe? Hat man darüber berichtet? Gibt es dort tatsächlich keine Trump-kritischen Stimmen? Und wäre das nicht ein Indiz für eine "gleichgeschaltete" Medienlandschaft, um mal einen Standardvorwurf des Cicero-Leserforums aufzugreifen?

Wie über Trump in PL/HU oder CZ berichtet wird kann ich nicht beurteilen. Was A also Österreich betrifft gab es bislang in den klassischen Medien seit Amtsantritt keine positive oder zumindest neutrale Zeile über ihn. Hierzulande ist es ebenso üblich medial generell alles zu verurteilen was an wertekonservativer oder auch nationalliberaler Politik wo auch immer passiert.

Romuald Veselic | Fr, 26. Juni 2020 - 12:07

"Trump beleidigt also nur die, die ihn ohnehin nicht wählen – er bemüht sich nicht, für die attraktiv zu werden, die ihn ablehnen."
Wie kommen Sie darauf?
Beleidigung ist auch in Angelsachsischer Rechtsprechung eine Straftat. Wie viele Anzeigen gehen seitdem auf Donald T Konto?
Und: Die Politiker beleidigen andauernd die Wähler/Nichtwähler, indem sie sagen (D-Politiker), falls jemandem ihre Politik nicht gefielt, können sie weiter ziehen...
Gibt's noch mehr blasierter Borniertheit?

Die Meinungsfreiheit wird in den USA ungleich weiter ausgelegt als bei uns in Deutschland, und natürlich kann sich auch ein Präsident darauf berufen. Siehe hierzu:

https://de.usembassy.gov/de/meinungsfreiheit-4/

Die bestehenden Einschränkungen reichen also nur aus,um z. B. Trumps Twitter-Tiraden, die Falschbehauptungen am Fließband produzieren oder zu Gewalt aufrufen, mit einer Art Warnhinweis zu versehen. Juristisch belangen kann man ihn wegen so etwas nicht.
Bitte informieren Sie sich, bevor Sie anderen "blasierte Borniertheit" u.ä. vorwerfen; es sei denn, so etwas ist Ihnen nicht peinlich.
Die unsägliche vergleichende Anspielung auf Herrn Lübcke möchten Sie vielleicht nochmal überdenken? Nicht nur, dass das NULL mit Beleidigung zu tun hatte, diese Aussage hat ihn bekanntlich das Leben gekostet!

der Interessen durchsetzen will, ich frage mich eher, wenn man denn seine Art als Beleidigung für Andersdenkende auffassen könnte, warum er Andersdenkende überzeugen sollte, wenn er seine Haltung für richtig hält?
Das macht dann allerdings im Ergebnis nur knappe Siege und viel Widerstand auch in den eigenen Reihen.
Er ist kein Versöhner, sondern ein Macher.
So gesehen geht das politische Klima in den USA auch auf seine Kappe, aber meines Erachtens nicht nur.
Erklären scheint auch nicht so seine Sache; mal abgesehen von den Inhalten, sehe ich auch eine leichte Ähnlichkeit zu Schröder.
Der strotzte nur so von politischer Energie und Ideen und hatte auch nicht viel Lust zu erklären oder Ratschläge anzunehmen.
Führung von vorne wirkt nicht selten und nicht unberechtigt leicht rigide bzw. arrogant.
Allerdings habe ich mich noch nie bei Trump oder Schröder oder Putin oder Xi Jinping ff gefragt, ob das denn ihre Ideen wären.
Sie können ganz "schön" austeilen und gezielt politisch handeln.

Tomas Poth | Fr, 26. Juni 2020 - 12:11

Er legt sich mit allen an, er scheut da keine Auseinandersetzung. Der Raufbold von der Straße.
Das beschert ihm vielleicht auch Zustimmung, weil demokratische Heilsversprechen nicht einlösbar sind, die Leute merken das.

Diese ganze befindlichkeitsgetriebene Donald-Trump-Exegese, die wir uns seit 4 Jahren anhören müssen, ist im Grunde ein einziger monumentaler Blödsinn. Was die Journalisten glaube ich bis heute nicht richtig begreifen, ist, dass wir alle Internet haben und uns die Dinge selber im Original anschauen und beurteilen können.

Nein, man muss nicht immer alles gut finden, was Trump macht. Aber, deshalb ist Ihr Kommentar so treffend. Inzwischen kann jeder dank des Netzes selber nachlesen, nachhören in Videos sich sein eigenes Bild machen. Und genau das haben die herkömmlichen Medienverdreher noch nicht kapiert. Immer mehr Menschen tun das auch und können prüfen, was stimmt und was nicht. Ob Satzpassagen aus dem Sachzusammenhang gerissen und verdreht wurden. Müssten alle Trump-Basher hier im Forum, ihre permanent unbewiesenen Behauptungen vor einem Richter beeiden, wären die ganz schnell still. Interessant ist, dass es bei allen Themen, wo sich deren hysterische Kiritiker so fürchterlich aufregen und unsachlich Behauptungen aufstellen, das meiste durch eigene Recherche widerlegt werden kann. Deshalb bevorzuge ich auch die BILD und FOCUS. Je skandalöser die Headline und Verbalattacken gegen eine Person oder Partei, desto intensiver recherchiere ich.
Wer sich am Menschen Trump abarbeitet, hat keine Argumente.

Dr. Roland Mock | Fr, 26. Juni 2020 - 13:48

So wird Trump die Wahlen also gewinnen, weil er gutes Marketing macht und „den Amerikanern das Gefühl (!) gibt, ihre Nöte zu verstehen“. Wie wäre es mit Fakten? Eine der ersten Dinge, die Trump anpackte, war, die Einkommenssteuersätze quer durch alle Schichten zu senken. Nahezu alle amerikanischen Familien wurden signifikant entlastet, es entstanden Millionen Jobs. Wer also hat die „Nöte“ der Amerikaner besser verstanden? Die Demokraten mit ihrem neuen Hang zum Sozialismus oder der amtierende Präsident? Zusätzlich wurden unfaire Handelsabkommen ersetzt und massenhaft bürokratische Vorschriften geschreddert. D a s ist es, was Amerikaner honorieren. Und man komme mir nicht damit, daß die USA „unter Trump in ihre schlimmste Rezession“ geschlittert sind. Nur diejenigen Amerikaner, die so tumb sind, wie SPIEGEL&Co. es immer behaupten, lasten die weltweite Rezession ihrem Präsidenten an. Oder glauben, daß ausgerechnet ein Mann wie Joe Bidden sie da wieder besser herausholen könnte.

Christian van der Ploeg | Fr, 26. Juni 2020 - 16:19

Ich finde Trump tendenziell eher unsympathisch, aber ein paar Punkte pro Trump:
1. die Wirtschaft und Börse hat in der Tat vor Corona gebrummt, und die ggf. Zahlen Trump anzulasten, wäre, als wenn man Merkel den Wirtschaftsrückgang von 7% plus anlasten würde.
2. Biden ist komplett Demenz, und Dem. Partei würde sich freuen, in seinem Namen die abstrusesten. Policies durchzudrücken.
3. Die „Intelektuellen“ verstehen nicht, dass die Mehrheit der Menschen nicht, Gender, Klimahysterie, LGBT oder Vielfalt inkl. BLM beschäftigt, sondern ihr Job, Schulen, Sicherheit und Infrastruktur, wo sich viele trotz allem bei Trump besser aufgehoben fühlen.
4. Die lächerliche und einseitige Darstellung linker Medien v. a. aber nicht nur in D. treibt objektive Menschen mit Gerechtigkeitsempfinden tendenziell eher in Trumps Arme.
5. Mit vielem (China intellectual property, Marktzugang oder D.s Beitrag zur Verteidigung u. NATO) wenn auch definitiv nicht mit allem hat er einfach recht.

Kurt Walther | Fr, 26. Juni 2020 - 16:32

Eine sehr interessante Analyse von Prof. Etzold, die sich deutlich vom Anti-Trump-Geschreibsel der Masse von Journalisten abhebt. Solche Analysen hätte ich schon gerne früher gelesen. Mir fiel bereits unmittelbar nach der Wahl von D. Trump zum Präsidenten der Widerspruch zwischen den Negativ-Darstellungen Trumps in den deutschen Medien und den steigenden Aktienkursen in den USA auf. Irgend jemand musste da doch wohl falsch liegen - oder? Nun, wir werden es im November sehen. Wer US-Aktien in seinem Depot hat, lag bis heute jedenfalls nicht verkehrt, trotz Corona. Man schaue sich die Kurse doch mal an ... Und wie es in den USA weitergeht, sollen allein die Wähler dort entscheiden.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 26. Juni 2020 - 17:03

weil sie keinen besseren derzeit haben. Es mag sein, das Mr. Trump so denkt, wie Sie argumentieren. Vielleicht auch nur teilweise, vielleicht ist er einfach nur er selbst, mit all seinen Vorteilen und Fehlern. Da wird mir zu viel in ihn hinein interpretiert.
Was völlig neu eben in der amerikanischen Politik ist, das ein Präsident in seiner Amtszeit alles das versucht umzusetzen, was er vorher versprochen hat. Das nicht alles klappen wird, wussten seine Wähler. Aber, er spricht vielen aus dem Herzen dort. Der Weg in die Wiederwahl wird noch steiniger, wie zuvor schon. Man wird alle Register ziehen, den Mann persönlich zu diskreditieren. Dabei ist es doch ganz einfach, sie müssten ihn nur sachpolitisch widerlegen und die Wähler entsprechend überzeugen.
Genau aber das, tut man eben nicht.
Jeder skandalisierte Vorwurf/Verdachtsaussage/Prognose/angebliche Verfehlung, die sich alle bislang nicht beweisen ließen, stärken ihn bei seinen Anhängern. Das sind nicht alles nur Weiße.

Dieter Erkelenz | Sa, 27. Juni 2020 - 07:46

Herr Dr. Mog, ich stimme mit Ihnen überein, was die
von Ihnen aufgezählten positiven Dinge durch Trump anbelangt. Das sind Fakten, die nicht - wie im hiesigen Mainstream so oft unterschlagen - negiert werden dürfen.
Ich trenne sie aber von meiner Antipathie gegen Trump. Der für mich das Sinnbild des 'ugly american ' ist und mit ihm seine teilweise tumben Wähler u.a. aus dem Mittleren Westen.
Übrigens: Bidden ist auch nicht 'das Gelbe vom Ei'.

Heinz Strohmann | So, 28. Juni 2020 - 07:21

"verpatzten Starts in den Wahlkampf vor leeren Rängen". Für Coronazeiten könnte man das auch als ganz ordentlich bezeichnen. Insbesondere wenn man die massiven Gegenaktionen der politischen Gegner mit einbezieht.
"katastrophalen Umgangs mit der Pandemie". Wie etwa, daß er bereits Ende Januar Einreisen aus China gestoppt hat, als Vertreter der Demokraten noch zu Besuchen in Chinatown ermutigten und die EU noch nichts von Grenzschließungen wissen wollte und mit offenen Armen (und Grenzen) die Ischgl Rückkehrer empfangen hat?
"Wettert gegen ein chinesisches Virus". Kommt es denn nicht aus China?
"Trumps Zwischenbilanz der Pandemie: desaströs". Nicht so desaströs wie in prominenten Vertretern Europas. Siehe https://coronavirus.jhu.edu/data/mortality

Es sind genau Berichte wie dieser, die ich weder mehr hören bzw. lesen kann noch will. Beim Thema Trump wechseln die Medien in ihre eigene Realität.