Höhere Preise für Fleisch - Robert Habeck irrt: Wir müssen das Schnitzel neu denken

Grünen-Chef Robert Habeck fordert höhere Fleisch-Preise, vom Staat verordnet. Dabei ist dieser Vorschlag auch nur Herumdoktern am alten System. Tatsächlich aber müssen wir auch angesichts der Zustände in den Schlachthöfen Fleisch neu erfinden.

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Robert Habecks Vorschlag zu teurerem Fleisch ist verkehrt / dpa

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Jörg Heynkes ist Autor, Speaker und Unternehmer. Er gründete unter anderem das Wuppertaler Energienetzwerk VillaMedia, ist Vizepräsident der Bergischen IHK und Immobilienentwickler. Foto: André Bakker

 

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Jörg Heynkes

Er hätte es besser wissen müssen: „Habeck will unser Schnitzel teurer machen“, brachte „Volkes Stimme“ Bild die Fleischeslust der Deutschen in Wallung. Was war geschehen? Grünen-Chef Robert Habeck hatte als Reaktion auf die unhaltbaren Zustände im Umgang mit Mensch und Tier in deutschen Schlachthöfen in einem Konzeptpapier darüber nachgedacht, Dumpingbedingungen wegen Dumpingpreisen einen Riegel vorzuschieben. Sein Plan: ein Mindestpreis für tierische Produkte. Was folgte, war die inszenierte Sorge des Boulevards, dass nun auch noch „wegen Corona unser Grillen teurer gemacht wird“.

Ich kenne und schätze Robert Habeck, doch leider muss ich ihm in diesem Fall zurufen: Du erntest den Zorn, den du selbst gesät hast. Wenn du tatsächlich glauben solltest, staatlich verordnete Fleischpreise würden Tier, Bauer oder Schlachthofmitarbeiter helfen und die offensichtlichen Probleme der Massentierhaltung lösen, irrst du. Dass die Forderung nach höheren Preisen auch aus Teilen der CSU zu hören ist, irritiert noch mehr, denn wir alle sollten wissen, dass in einem kapitalistischen System mit zuweilen marktwirtschaftlichen Ausprägungen der Preis für ein Produkt von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Teurer heißt nicht bessere Produktion

Womit wir schon bei einer der wichtigsten Erkenntnisse sind: Wir haben zuviel Fleisch im Markt. Deshalb ist der Preis so niedrig. Und weil das Angebot zu hoch und der Preis zu niedrig sind, bekommen die Hersteller – auch Bauern genannt – nur wenig Geld für ihre Produkte. Ein Effekt, den wir auch aus anderen Märkten kennen. Zumeist dort, wo der Staat mit Subventionen oder anderweitig regulierend eingegriffen hat. So ist es leider in der gesamten Landwirtschaft.

Staatlich verordnete höhere Preise würden sehr wahrscheinlich nicht dazu führen, dass diejenigen mehr Geld bekommen, die es dringend brauchen: nämlich Bauern, die nachhaltig, biologisch und tierwohlgerecht arbeiten. Die zusätzliche Marge würde zunächst beim Handel verbleiben und in kleineren Teilen die Rendite der großen landwirtschaftlichen Betriebe mit der kritikwürdigen Massentierhaltung erhöhen. Kein Zuchttier würde deshalb automatisch mehr Raum bekommen, besser gefüttert oder besser behandelt. Keine Überdüngung, kein übermäßiger Einsatz von Antibiotika, keine Verletzung von Tierwohlregeln würde deshalb gestoppt werden. Und: Kein rumänischer Schlachthofmitarbeiter würde deshalb bessere Unterkünfte oder eine faire Bezahlung erhalten. Dem will die Bundesregierung nun mit einem Verbot von Werkverträgen einen Riegel vorschieben.

Reform des EU-Subventionssystems

Aber zurück zum unnützen Habeck-Vorschlag. Ja, wir müssen unser Schnitzel neu denken. Aber die Bedingungen in der Fleischproduktion sind ein systemisches Problem und nicht eines des Preises. Wir müssen die Ursachen behandeln statt in unzulänglicher Weise an den Symptomen herumdoktern. Dazu gehört: Die Landwirtschaftssubventionen der EU müssen endlich anders verteilt werden. Nicht die industrielle Massentierhaltung darf weiter belohnt werden, sondern die bäuerliche Landwirtschaft. Öko- und Biolandwirtschaft müssen stärker gefördert werden. Die gezielte Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft mit tierwohlgerechten Bedingungen führt automatisch zu einer besseren Qualität des Fleisches und einer geringeren Produktionsmenge. Gleichzeitig steigt der Preis automatisch, ohne staatlichen Eingriff. Parallel verbessern sich die Umweltbedingungen und der Landschaftsschutz.

Die inakzeptablen Missstände in der heutigen Landwirtschaft und Fleischproduktion sind ein Systemversagen wegen falscher Anreizsysteme. Bewusst geschaffen von Funktionären der großindustriellen Landwirtschaftslobby und deren Verbänden sowie Abgeordneten und Ministern der deutschen und europäischen Politik.

Entgrenztes Systemversagen

Konkret läuft das Systemversagen in der deutschen Landwirtschaft nach folgendem Muster ab:

Wir subventionieren landwirtschaftliche Betriebe mit Milliardenbeträgen, damit sie größere Ställe bauen und mehr Tiere halten, als ihre Felder ernähren können. Damit diese nicht verhungern, subventionieren wir den Kauf von Futtermitteln, wie etwa Soja, aus den südlichen Ländern dieses Planeten. Selbstverständlich bedauern wir, dass die Kleinbauern dort im Süden von ihren Ländern vertrieben werden und versuchen diese mit Millionen an Entwicklungshilfe dafür zu entschädigen. Weil deren Wälder gebrandschatzt werden, damit die Futtermittel für uns dort angebaut werden können, geben wir viel Geld für Klimaschutzkonferenzen aus und kritisieren die dortigen Politiker für ihre untaugliche Umweltpolitik.

Unsere Bauern kippen in Folge viel mehr Gülle auf ihre Felder, als diese aufnehmen können, weil die Anzahl der Tiere in den Ställen nicht mehr zu der Größe der Felder passt. Das Resultat: Wir verseuchen großflächig Bäche, Flüsse, Seen und unser Grundwasser. Dadurch verstoßen wir gegen die EU-Richtlinien, was dazu führt, dass wir von „unserer“ EU verklagt werden und heftige Strafzahlungen leisten müssen, wenn wir die Bauern jetzt nicht endlich maßregeln und sie daran hindern, so zu agieren, wie wir es von ihnen verlangt haben. Und da wir ja kein Gift trinken und krank werden wollen, subventionieren wir in letzter Konsequenz auch die Wasserwirtschaft, damit diese versucht, die Gifte wieder aus dem Wasser zu holen, was technisch längst an seine Grenzen gestoßen ist und dazu führt, dass immer häufiger Trinkwasser in manchen Gemeinden mit dem anderer Wasserwerke verschnitten werden muss, um die gesetzlichen Grenzwerte einhalten zu können.

Ein Innovationsschub ist nötig

Bei diesem ganzen Irrsinn halten wir Millionen von Tieren in verachtenswerter Weise, transportieren diese auf LKWs durch unzählige Länder, um Schlachtsubventionen zu verteilen. Dabei zerstören wir unsere Umwelt und unser Klima und produzieren riesige Fleischüberschüsse, die wir dann in alle möglichen Länder exportieren, was dazu führt, dass regionale Märkte in anderen Ländern kollabieren und wir die Geschädigten dann wieder mit unseren Hilfsgeldern aufpäppeln. Die Folge: Auch bei uns sinken die Preise wegen des Überangebots und am Ende dieser Kette des Systemversagens fordert in der Regel ein grüner Politiker, dass man einen höheren Preis für Fleisch gesetzlich festschreiben sollte.

Robert Habeck war lange genug Landwirtschaftsminister in Schleswig Holstein, um wissen zu können, dass wir keine Mindestpreise, sondern einen Innovations- und Bewusstseinsschub für die Landwirtschaft brauchen und mehr Bewusstsein für die Frage: Was essen wir da eigentlich jeden Tag? Und: Ist das wirklich ein „Lebensmittel“?

Chance In-Vitro-Fleisch

Wir brauchen Förderung, Investitionen und die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen auch für neue Formen der Landwirtschaft und von Nahrungsmitteln. Neue Technologien wie die Herstellung von Fleisch im Labor müssen nun endlich auch in Deutschland vorangetrieben werden. Es ist eine Farce, dass die Datenmilliardäre dieser Welt in Kalifornien, Israel und den Niederlanden Milliarden in die Forschung und Herstellung von In-Vitro Fleisch investieren und wir in Deutschland nur Zuschauer und Konsument sind.

Es braucht endlich eine gemeinsame Initiative aus Politik, Verbänden und der Fleischindustrie, um nicht auch hier den Anschluss zu verpassen. „This is the next big thing“, würde man im Silicon Valley sagen. Was soviel bedeutet wie: Wer diese Technologie als erstes im industriellen Maßstab beherrscht, der versorgt die Welt mit Fleisch - und der regiert die Welt.

In-Vitro Fleisch ist eine riesige Chance zur industriellen Herstellung von Fleisch, die Robert Habeck, die Grünen und die Tiere glücklich machen dürfte: mit einem Bruchteil an Ressourcenverbrauch. Auch die Griller wird es freuen: Denn sie erhalten eine konstant hohe (Fleisch-)Qualität.

Schnitzel neu denken statt teurer machen: So geht Nachhaltigkeit!

Susanne Dorn | Mi, 20. Mai 2020 - 16:40

…tatsächlich keine anderen Probleme, als Preisvorschriften der GRÜNEN an den Fleischmarkt und Lebensmittelhandel???

Von einer Partei würde ich erwarten, dass sich sich einmal Gedanken über den - allein durch die Politik verursachten - Ruin unserer Wirtschaft macht und wie sie gedenkt, diesen Billionenschaden wieder gut zu machen…

eines leistungslosen Grundeinkommens wahrnehmen, Gedanken machen?
Das verwirrt nur und könnte im Extremfall dazu führen das dogmatische Positionen inhaltlich hinterfragt werden. Wollen Sie das wirklich bei diesen antiwissenschaftlich strukturierten Starkdenkern?

...hat AUCH andere Probleme. Aber die immensen Umweltschäden, die Ressurcenveschwendung, die unnützen Milliardenausgaben, nebenbei auch die ethischen Probleme der gegenwärtigen Fleischproduktion sind eben auch ein wesentliches.

Gestatten Sie mir bitte eine diskrete Frage, liebe Frau Dorn.
Welche beiden Parteien stellen seit Jahrzehnten ganz wesentlich unsere Bundesregierung?
Falls meine Erinnerung mich nicht völlig trügt, dann waren es vor allem die Union und die SPD, die ganz entscheidend in dieser schrecklichen sogenannten "Großen Koalition" gewirkt haben und deshalb wäre es natürlich durchaus angemessen, wenn Sie Ihre Frage und Ansprüche an Repräsentanten dieser beiden verantwortlichen Parteien stellen würden. oder?
Wobei, bitte nicht falsch verstehen, ich finde Ihre Frage ausgesprochen berechtigt.
Die ökonomischen Schäden des staatlichen Handelns von Frau Merkel, den Herren Spahn, Söder und Co. wird uns vermutlich noch Jahrzehnte begleiten und es wäre interessant heraus zu finden, ob jemals geklärt wird, wer welche Verantwortung für was übernimmt....

Sehr geehrter Herr Heynkes,
sie haben natürlich recht, dass die durchaus berechtigte Kritik von Frau Dorn
hier die falsche Partei trifft.
Nur hat Herr Habeck, als auch seine Mitstreiterin Frau Baerbock, die "seltene"
Faehigkeit mit solchen "Gedankengaengen" punkten zu wollen, wenn das Land
ganz andere und weitreichernde Probleme hat, als ein "Veggie-Day" oder nun
die Forderung nach höheren Fleischpreisen.
Diese "Forderung" mag wohl aus Sicht eines Grünen nachvollziehbar sein, wenn
man sonst keine anderen Probleme sieht, nur sollten sich Herr Habeck und seine
Mitstreiter mal ernsthafte Gedanken über ihr "Timing" machen.
Denn so wie es momentan bei der deutschen Wirtschaft und seinen Mitarbeitern
aussieht, steigende Kurzarbeit und kommende Arbeitslosigkeit, sind wohl "höhere Fleischpreise" das momentan kleinste Problem vieler Arbeitnehmer und Selbststaendige..

Tonicek Schwamberger | Mi, 20. Mai 2020 - 17:04

. . . für Ihre hier dargelegten Gedanken; sie erscheinen mir logisch, auch wenn ich kein Agrar-Veterinär-Fachmann bin.-
ABER: Glauben Sie wirklich, daß Ihre Zeilen einen Menschen wie Habeck erreichen werden? Ich glaube es kaum . . .

Ich denke auch, dass Habeck nicht die komplexen Zusammenhänge der Wirtschaft erkannt hat. Siehe Pendlerpauschale. Man versteht immer mehr, warum er sich von Twitter oder so abgemeldet hat.

Da bin ich ganz optimistisch, liebe Frau Schwamberger. Ich kenne Robert Habeck ja persönlich und weiß, das er nicht zu den Politikern gehört, die mit Scheuklappen durch die Welt laufen. Ideologien bringen uns nicht weiter, sondern nur der offene Blick in die Welt und das morgen sinnvolle und machbare. Ein Parteivorsitzender, egal bei welcher Partei, hat es diesbezüglich gar nicht leicht, die ideologischen Scheuklappen im eigenen Laden zu überwinden. Bei Robert ist mein Eindruck, das er sehr darum kämpft, was nicht bedeuten muss, das er den Kampf gewinnen wird.....

Mit Verlaub, Sie kennen R.H. ja persönlich, und ich nicht. Komischerweise erlebe ich ihn bei öffentlichen Auftritten immer streng ideologisch argumentierend. Das muss dann offensichtlich eine grobe Fehlinterpretation meinerseits sein, und die anderer Menschen, mit denen ich mich unterhalte. Vielleicht liegt es auch daran, dass es am Fußendes Leuchtturmes dunkel ist.

Christa Wallau | Mi, 20. Mai 2020 - 17:09

... der schon vor 60 Jahren die Abhängigkeit der deutschen Landwirtschaft von den EU-Vorgaben bitter beklagte u. deren Folgen kommen sah, kann ich diesen Ausführungen in Bezug auf die total verfehlte EU-Agrarpolitik nur voll zustimmen. DIe jahrzehntelange, zentrale Subventionspolitik hat jeder vernünftigen Landwirtschaft (sowohl Ackerbau als auch Viehzucht) den Garaus gemacht. Das ist ein trauriges Faktum.

Wenn man also irgendwo etwas zum Besseren ändern will, dann muß man das g a n z e System umkrempeln.
Sonst ändert man im Grunde nichts.

Was das In-vitro-Fleisch anbetrifft, so könnte dies ein Weg sein, die Welternährung auf eine neue Basis zu stellen. Allerdings müßten vorher noch weitere Forschungen im Hinblick auf fragwürdige Gewinnung von Stammzellen u. Wachstumshormone erfolgen. Umweltschonender wäre das Laborfleisch in jedem Fall. Wer dann echtes Fleisch von freilebenden Tieren haben wollte, müßte entsprechend tiefer in die Tasche greifen.

Liebe Frau Wallau, Ihre Ausführungen zum In-vitro-Fleisch kann ich leider nicht unterschreiben. Ich persönlich glaube nicht, dass das so produzierte Fleisch umweltfreundlicher ist. Und gesund ist es für den Menschen mit Sicherheit auch nicht. Zur Herstellung benötigt man eine ganze Palette von Substanzen (wie z.B. die von Ihnen erwähnten Wachstumshormone), die ihrerseits auch erst mal produziert und/oder aufgereinigt werden müssen. Ich will nicht ausschließen, dass es eines Tages gelingt, den Preis und Energieaufwand für die Bereitstellung der Ausgangssubstanzen deutlich zu senken. Aber noch ist das nicht der Fall. Ich weiss, dass die In-vitro-Herstellung von Fleisch im Labor relativ problemlos ist. Aber ist das für eine Massenproduktion praktikabel? Ich habe meine Zweifel...

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen, liebe Frau Wallau. Ja, es ist ein absolut krankes System und wir müssen es komplett erneuern.
Ich halte es auch nicht mehr für reformierbar. Abschaffen und ein komplett neues bauen!
Angesichts der Tatsache, das der globale Fleischverzehr täglich steigt, werden wir um In-Vitro Fleisch nicht herum kommen, wenn wir die Klimakrise lösen wollen. Es gibt noch einige technologische Probleme zu lösen, bis es wirklich im industriellen Massstab und zu realistischen Preisen funktioniert. Aber ich bin optimistisch, das wir schon in wenigen Jahren davon kosten werden.

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 20. Mai 2020 - 17:21

In diesem Artikel sind viele Zusammenhänge gut dargestellt. Wieder einmal will die Politik die Welt auf deutschem Boden retten. Man hat immer noch nicht verstanden, dass alles, was bei uns umweltfreundlich hergestellt werden soll in das (europäische?) Ausland verlagert wird. Von dort kommen dann die Waren unkontrolliert auf den Markt. Wer will dem Schnitzel das Bio ansehen, wo die Labortechnik kaum gravierendste Mängel aufdecken kann? Verstöße werden dann mit Strafen belegt, die das Wort nicht wert sind.
Wollen wir uns wirtschaftlich abschotten? Ist das Fleisch der Bio-Schweine, die sich im (virenbelasteten?) Dreck sudelten, besser als das aus einem (überwachten) Stall (mit viel Platz)? Wird unsere Ernährung sicherer, wenn Fleisch im Ausland (mit ggf. anderen Hygienestandards) zerlegt wird?
Welche Gefahr droht uns mit dem In-Vitro-Fleisch aus der Retorte? Passt das zu einem Land, das zurück zur Natur will und „moderne“ (sicher verbesserungsbedürftige) Ernährungswirtschaft ablehnt?

Ich bin ganz bei Ihnen, lieber Herr Wienroth. Es macht überhaupt keinen Sinn, hier in Deutschland vor den Problemen die Augen zu verschließen und dann den Irrsinn im Ausland zu vollenden. Deshalb ist es so wichtig, das wir an die Ursachen gehen und diese ursächlichen Probleme wirklich hier lösen und gleichzeitig die globalen Herausforderungen betrachten. Wir müssen lernen, schon in wenigen Jahren ca. 10 Milliarden Menschen jeden Tage mit der benötigten Menge an Energie, Mobilität und gesunder Nahrung zu versorgen. Und zwar auf eine Art und Weise die es möglich macht, das der Planet nicht restlos überfordert wird und der Menschheit trotzdem noch eine gute Chance auf ein Überleben verbleibt. Das wird nicht einfach, aber es ist möglich! Bedeutet aber auch, das wir unsere Haltung verändern müssen und eine neue Offenheit gegenüber neuen Technologien entwickeln müssen. Sonst werden wir als Gattung Mensch nicht überleben können.

Einzigige die Möglichkeit, künftig die Weltbevölkerung ausreichend und gesund ernähren zu können ohne die Umwelt weiter zu zerstören sehe ich in der drastischen Reduzierung der Weltbevölkerung. Nicht durch Kriege sondern durch verantwortungsvolle Familienpolitik, ja auch in reichen Ländern. Deutschland mit 40 Mill.wäre ein Segen für die Umwelt hierzulande, anstatt 10 Mrd. .Weltbevölkerung nur 5 ebenfalls. Daran sollten alle Politiker der Welt arbeiten.

Hans Page | Mi, 20. Mai 2020 - 17:30

In dem ganzen Beitrag steht nichts über das Recht auch der nicht so zahlungskräftigen Konsumenten auf preiswertes Fleisch. Wenn ich von Konsumenten rede, dann von denen die sich gerade noch das billigste Fleisch, egal ob Geflügel, Schwein oder Rind, leisten können. Solange es bei der Debatte ob man Fleisch zugunsten des Umweltschutzes verteuern sollte (egal mit welcher Methode) keine Antwort bezüglich der sozial Schwachen gibt, sind derartige Artikel Lobby-Arbeit und nicht wirklich objektiv. Der Autor hat ja dann auch für die Grünen kandidiert.

Lieber Herr Müller
Wenn Sie Robert Habeck persönlich kennen würden, dann hätten Sie das so nicht geschrieben, davon bin ich überzeugt.
Wir sollten uns beide wünschen, das es noch deutlich mehr Politiker in allen Parteien gäbe, die zu so viel Reflektion des eigenen Denkens und Handelns fähig sind, wie Herr Habeck. Blicken Sie in andere Länder und beginnen Sie sich zu freuen, wieviele gute und seriöse Politiker in fast allen politischen Lagern in unserem Land aktiv sind.... es geht deutlich schlimmer..... was nicht heißt, das es nicht auch noch besser ginge... :-)

Ein prima Artikel, Herr Heynkes. Leider muss ich konstatieren, dass Herr Habeck und seine Grünen, Zusammenhänge selten logisch und mit Fachwissen betrachten. Beispielsweise wird die E-Mobilität in höchsten Tönen gepriesen obwohl Kobalt im Kongo und Lithium in Südamerika unter unmenschlichen und ökologisch katastrophalen Bedingungen für die Batterien gefördert werden. Oder die Abschaltung der Kern- und Kohlekraftwerke. Das Gas für die Ersatzkraftwerke hat den gleichen CO2 Ausstoß von der Förderung in Sibirien über das Pumpsystem bis zur Verbrennung bei uns wie moderne Kohlekraftwerke. Nur mit rotgrünem Gendergaga und der Identitätspolitik werden die Menschen in unserem Land nicht satt! Herr Habeck sollte sich lieber über eine Bildungsoffensive, die ALLEN Kindern beste und gleiche Chancen gibt, Gedanken machen. Stattdessen wird das Niveau immer weiter nach unten gedrückt (siehe Berlin oder Bremen)!

Sie haben recht, lieber Herr Page.
Natürlich ist eine der großen Herausforderungen im Bereich der täglichen Versorgung von bald 10 Milliarden Menschen mit der jeweils benötigten an Energie, Mobilität und Nahrung, das dieses nicht nur nachhaltig und umweltfreundlich geschieht, sondern eben auch sozial gerecht. Eine Aufgabe die sich uns ja grundsätzlich stellt, denn unser Wirtschaftssystem welches mittlerweile mehr einem fratzenhaften Raubtierkapitalismus, denn einer sozialen Marktwirtschaft ähnelt, hat uns doch längst an den Abgrund geführt. Wir werden es deshalb jetzt auch erneuern müssen. Im Rahmen der großen Transformation die unsere Gesellschaften in den kommenden 30 Jahren erleben werden, müssen wir dieses große Aufgabe lösen. Sonst wird es für uns alle eng..... Machen Sie mit?

Als langjähriges NABU-Mitglied und Vater eines Sohnes, der sich 1 Jahr vegetarisch ernährt hat, habe ich eines gelernt: Die ganze Sache ist ziemlich elitär, man muss es sich leisten können. Als allein verdienender Facharbeiter mit solidem Einkommen wäre
ich gar nicht in der Lage gewesen, die 5-köpfige Familie mit Lebensmitteln aus dem nahe gelegenen Biohof zu ernähren. Ein grüner Lebensstil ist ein teurer Lebensstil, den die meisten Bürger sich nicht leisten können und deshalb die Lebensqualität vieler Menschen reduzieren wird. Aber da haben unsere grünvisionären Menschenfreunde ja kein Problem mit.

Simone Büchl | Mi, 20. Mai 2020 - 17:33

Vielen Dank für die gute Zusammenfassung.
Als Vegetarierin kann ich auf Fleisch verzichten, aber für alle, die es nicht können, wäre "alternatives Fleisch" eine großartige Lösung.
Ein Mindestpreis wäre wohl die schlechteste Lösung. Dann doch lieber Aufklärung und Transparenz für den Konsumenten.

Jörg Heynkes | Do, 21. Mai 2020 - 20:06

In reply to by Gast

Lieben Dank, liebe Frau Büchl.
Ja, Aufklärung und Transparenz wären gut.
Zwei Begriffe, die bei der aktuellen Landwirtschaftslobby nicht bekannt sind.
Bleiben Sie gesund und helfen Sie mit, den großen Veränderungsprozess der jetzt ansteht zu bewältigen. Danke!!!

Peter Silie | Mi, 20. Mai 2020 - 18:30

"Robert Habeck irrt" = das ist eine Binse!!!

Bernhard K. Kopp | Fr, 22. Mai 2020 - 07:55

In reply to by Gast

Er irrt nicht. Er denkt planwirtschaftlich vom Konsumentenpreis her. Er zäumt das Pferd von hinten auf, aber das haben sozialistische Ideologen immer gemacht. Er braucht dann eben die Macht, um die ganze Wertschöpfungskette bis zum Stall zu diktieren. Er will die Diktatur, er irrt nicht.

helmut armbruster | Mi, 20. Mai 2020 - 18:32

Verbote nützen gar nichts, wenn die Menschen den Sinn des Verbots nicht einsehen.
Nicht einmal so eine einfache psychologische Grundregel beherrschen die Grünen.
Erinnern wir uns an frühere Zeiten. An Fleisch gab es den Sonntagsbraten und sonst meistens nicht.
Ich denke, dass man viele Menschen überzeugen könnte zum Sonntagsbraten zurück zu kehren.
Aber bitte nicht mit Verboten.

Ja, lieber Herr Armbruster, da gebe ich Ihnen sehr gerne recht!
Eine intrinsische Motivation des einzelnen Bürgers ist immer wirkungsvoller und besser als ein Handeln auf Grund eines Verbotes. Aber nun ist das Leben kein Wunschkonzert und unser Leben voller Ge- und Verbote. Denken Sie nach, wieviele Gesetze und Verordnungen jeden Tag regeln was Sie und ich dürfen und was nicht. Das ist normal und führt dazu, das wir in der Regel relativ konfliktfrei in einer Gesellschaft miteinander auskommen können. Und das, obwohl wir doch Millionen von Individuen mit sehr unterschiedlichen Wünschen, Träumen, Einstellungen und sozialer Herkunft sind. Gerade in den vergangenen 10 Wochen haben wir ja erleben dürfen/müssen, wie schnell neu Verbote kommen können, weil es vermeintlich so sein muss und diese sogar von einer großen Mehrheit begrüßt werden. Wir könnten also daraus lernen, das wir durchaus auch Verbote in bestimmten Bereichen organisieren können, wenn die Bürger die Notwendigkeit akzeptieren.

Bernd Muhlack | Mi, 20. Mai 2020 - 19:11

"Keine Werbung" am Briefkasten ist sinnlos.

Die Hälfte der blauen Tonne ist Werbung, meist sinnfreie Möbelwerbung.
Wer wirklich gute Möbel herstellt, hat keine Werbung nötig.

Aha, soso, da schuften also Polen, Rumänen, Bulgaren etc. bei Schlachthöfen in D unter katastrophalen Zuständen, Verhältnissen.
Leben am Limit.

Ach das wussten sie gar nicht?

Na klar, ob Corona wird das plötzlich publik:
Volk sehet, schauet wie es diesen Mitmenschen geht!
Bei wirklichem Interesse hätte das der geneigte und interessierte Zeitgenosse schon seit Jahren öffentlich dokumentieren können.

Bevor ich "mein Kaufland" betrete, komme ich an "meinem Metzger" vorbei; dort kaufe ich ausfahrend ein!
Ein Rippchen wie es sein soll und ne Blutwurst. 8,12€. Teuer? Nö, angemessen.
Dafür bekomme ich im Kaufland schier ne halbe Sau.
10 Schnitzel für 3,29!
Das ist Mist, da ist nach dem Braten eine seltsame, undefinierbare Masse inner Pfanne!

Nein, es wird sich nichts ändern. Frau Klöckner sagte bereits VETO …

Sie haben ja so sehr recht, lieber Herr Muhlack

Es gibt so unendlich viele Missstände in unserer Gesellschaft, die schon Jahrzehnte bekannt sind und die "Politik" hat sich einen Dreck darum gekümmert.
Nehmen Sie das Beispiel der inakzeptablen Arbeitsbedingungen für ausländischen Mitarbeiter in vielen Schlachthöfen. Alles bekannt und nie hat es jemanden wirklich interessiert. Und jetzt?
WOW! Innerhalb weniger Tage, beschließt die Bundesregierung, das die Werkverträge mit all ihren halbkriminellen Randbedingungen, die dieses produziert haben, ab dem 1.1.21 verboten sind. WOW!
Wir sehen, was alles möglich ist, wenn dann doch der politische Wille einmal entfacht ist. Wir als Bürgerinnen und Bürger dürfen die Verantwortlichen nicht mehr so billig davon kommen lassen.
"Geht nicht - Gibt`s nicht!
Alles ist möglich!
Machen und zwar jetzt.
Machen Sie mit?

Jens Böhme | Mi, 20. Mai 2020 - 19:27

Auch die Umverteilung der Subventionen und Förderungen macht das Fleisch nicht besser. Wer gutes Fleisch mag, kauft es weder im Supermarkt noch beim Fleischer. Er kauft es direkt beim Einzel-Anbieter. Da diese Anbieter die Nachfrage nicht abdecken können, werben diese auch nur regional zehn Dörfer im Umkreis. Man kann Qualität nicht von oben verordnen. Mangelwirtschaft hingegen schon.

Jörg Heynkes | Do, 21. Mai 2020 - 20:32

In reply to by Gast

Widerspruch, lieber Herr Böhme!

Das gutes Fleisch heute soviel teurer ist, liegt eben auch daran, dass die Agrasubventionen der EU derart falsch verteilt werden. Würden die Bauern stärker davon profitieren, die nachhaltig und biologische Landwirtschaft praktizieren anstatt der gigantischen Agrarfabriken, dann würde sich das Spiel verändern. Das gutes Fleisch grundsätzlich auch mehr Wert sein sollte, versteht sich von selbst. Und wenn wir alle, die wir meinen unbedingt Fleisch essen zu müssen, eine neue Haltung entwickeln würden und vielleicht nur noch halb soviel und dafür aber doppelt so gutes Fleisch essen würden, dann wäre den Tieren, uns und dem Planeten geholfen. Machen Sie mit?

Andreas Johanning | Mi, 20. Mai 2020 - 23:29

Eine prima Lösung für das sozioökonomische obere Drittel der Gesellschaft. Gehört man nicht dazu, dann sollte man alle aktuellen Tendenzen betrachten. Was also soll alles nicht teurer werden? Heizen, Mobilität, Textilien und Energie (Strom) allgemein soll/muss im Preis steigen. Es geht ja schließlich um unseren neuen Gott dem Klima. Vielleicht sollte man das Existenzminimum neu denken. Meiner Meinung nach wird in den Medien viel zu sehr auf die Bedürfnisse des oberen Drittels unserer Gesellschaft geschaut. Diese frickelt an den oberen Stufen der Maslowschen Pyramide herum. Gerne nimmt man dabei in Kauf, dass frieren, immobil sein, rationierter Stromverbrauch und reduzierte Nahrungsaufnahme via höherer Preise die untere Hälfte der Gesellschaft treffen werden. Der Witz ist, wird Fleisch so richtig teuer so, dass man wohlhabend für einen Grillabend sein muss, dann wird der Fleischgenuss (natürlich bio) zum neuen Distinktionsmerkmal um sich vom Pöbel abzugrenzen.

Ralf Lemeh | Do, 21. Mai 2020 - 01:44

irrt und das schon seit Jahren. Der Artikel umreisst diese Industrie in einer kühlen und umfassenden Art. Hier ein Vorschlag zum Selbstversuch: Kaufen Sie ein beliebiges Stück Fleisch beim Discounter. Kaufen Sie das gleiche beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt. Schneiden Sie die beiden Stücke auf ein vergleichbares Gewicht. Braten Sie beide Stücke in der gleiche Pfanne. . . .

Lieben Dank für den wunderbaren Vorschlag, lieber Herr Lemeh!

Ich würde jedem empfehlen es genauso zu machen.
Sie werden überrascht sein, wie sehr es sich lohnt Qualität zu kaufen.
Oder anders gesagt: Gerade wer wenig Geld hat, darf keinen billigen Mist kaufen.
Lieber nur halb so oft Fleisch essen und dafür dann aber qualitativ hochwertiges. Nutzt dem Tier, uns und dem Planeten!

Ernst-Günther Konrad | Do, 21. Mai 2020 - 08:12

Wenn einem die Themen weg schwimmen, man in Corona Zeiten außer durch Unsinn, wenig bis gar nicht wahrgenommen wird, die Umfragewerte angeblich fallen, da haben Grüne eben wieder Träume. Herr Habeck ist mein politischer Alptraum. Man muss sich aber eben nicht in grüne Betten legen.
Sie plädieren also für "Fleisch" aus den Laboren?
Für Unternehmen, die mit Patenten die Fleischindustrie übernehmen und dann auf diese Weise die Preise diktieren können?
1985 hatten wir in unserer 10000 Einwohner zählende Gemeinde fünf selbst schlachtende und von den Bauern im Ort Tiere beziehende Metzger. Alle konnten gut leben. Die Disounter kamen, Fleisch im Überangebot veränderte unser Essverhalten. Täglich, viel, immer, billig.
Heute haben wir noch "einen" Metzger, der Tierhälften angeliefert noch selbst verarbeitet. Der wird demnächst altersbedingt aufhören, die Kinder wollten nicht Metzger, der Laden wird schließen. Tiere auf der Weide gibt es schon lange nicht mehr. Die "reisen" mit Kühlwagen zerlegt

Ich verstehe sehr gut was Sie meinen, lieber Herr Konrad

Ich würde mir genauso wie Sie, eine Rückkehr zu dieser heimeligen und "natürlichen" Form der Fleischversorgung für alle Menschen wünschen.
Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert.
Wir sind aktuell 7,76 Milliarden Menschen auf diesem Planeten und schon in wenigen Jahren werden wir 10 Milliarden sein. Und sie alle wollen jeden Tag mit Energie, Mobilität und gesunder Nahrung ausreichend versorgt werden.
Und sie haben alle das gleiche Recht darauf!
Das ist aber in einer rein bäuerlichen Landwirtschaft, wie wir sie vor einigen Jahrzehnten kannten, leider nicht möglich. Und deshalb hat sich die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren so stark verändert.
Und weil wir mittlerweile die daraus resultierenden Nachteile und Schäden verstanden haben, muss sie jetzt wieder neu erfunden werden.
Es hilft nichts, wir müssen das machen, wenn wir als Gattung Mensch überleben wollen. Sorry!

Benno Pluder | Do, 21. Mai 2020 - 08:48

Fleisch zählt meines Wissens zu den Grundnahrungsmitteln.
Das bedeutet nicht, dass massenhafter, zu oft übermäßiger Fleischkonsum ein Grundrecht ist.
Wird Fleisch unter Wahrung der Menschenwürde, in angemessener Menge und dem Tierwohl verpflichtet produziert, wird es zwar deutlich teurer, jedoch nicht unbezahlbar.
Der neue Preis als veränderte Rahmenbedingung sollte Möglichkeit und Anregung zugleich sein, den privaten Fleischkonsum neu zu regulieren.
Dazu muss Fleisch nicht "neu erfunden" werden.

Vielen Dank lieber Herr Pluder

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde.
Hätten Sie einen konkreten Vorschlag, wer, wie definiert, welcher Verbraucher wann und welches Fleisch in welcher Menge konsumieren darf?
Und, nicht ganz unwichtig, wie das gesteuert und kontrolliert würde?

Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin ganz bei Ihnen. Wir sollten alle, soweit wir noch tote Tiere essen wollen, weniger Fleisch essen und dafür besseres!! Das würde uns allen helfen. Den Tieren, den Menschen und dem Planeten.

Da habe ich mich wohl nicht ganz klar ausgedrückt. Es geht mir keineswegs darum, Konsum an eine Erlaubnis zu knüpfen. (Dann wäre ich ein Grüner ;-))
Nein, Tierwohl z. B. kann über Gesetze definiert und deren Einhaltung durch konsequente Kontrollen garantiert werden. Genauso ist es möglich, auch gegen den Widerstand der Fleischlobby, tierische Verzehrprodukte menschenwürdig zu produzieren. Corona macht´s ja zur Zeit zumindest zukünftig für die Akkordsklaven in den Fleischfabriken möglich. Und den eigentlichen Konsum kann jeder persönlich steuern. Wie gesagt, Fleisch zählt zu den Grundnahrungsmitteln (noch). Den Konsum möchte ich weder per Gesetz regulieren noch verpönen. Realistische Erzeugerpreise auf der Basis oben genannter Erzeugerkriterien würden vieles richten. Champus gibt´s auch nicht jeden Tag, selbst wenn er allenthalben verfügbar ist. Aus Anlass und mit Genuss konsumieren. Wir sollten und können es lernen.

Brigitte Miller | Do, 21. Mai 2020 - 09:05

diese Analyse der Misere in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung.

Albert Schultheis | Do, 21. Mai 2020 - 10:16

Das in-vitro-Fleisch können Sie selber essen, Herr Heynckes! Aber Sie waren durchaus auf der richtigen Spur: Es sind die Agrarsubventionen nach großindustriellem Ausmaß der EU, die diese Industriagglomerate geschaffen haben, die heute Land, Leute und die Gesundheit der Verbraucher ausbeuten. Erst der große, tiefe Reset der EU bzw der Dexit wird dieses Krebsgeschwür der Lobbyisten in Brüssel heilen können. Es ist die EU die völlig abgewirtschaftet hat, die degenerierte Fleischwirtschaft ist nur das Symptom.

Manfred Sonntag | Do, 21. Mai 2020 - 18:41

Ein prima Artikel von Herrn Heynkes. Leider muss ich konstatieren, dass Habeck und seine Grünen Zusammenhänge niemals logisch und mit Fachwissen betrachten. Beispielsweise wird die E-Mobilität in höchsten Tönen gepriesen obwohl die "Kobolde" der Grünen im Kongo und Südamerika unter unmenschlichen und ökologisch katastrophalen Bedigungen für die Batterien gefördert werden. Und das beim Wissen, E-Autos sind erst ab 200TKm dem NormalPKW CO2-überlegen. Oder die Abschaltung der Kern- und Kohlekraftwerke. Das geförderte Gas für die Ersatzkraftwerke hat den gleichen CO2 Ausstoß wie moderne Kohlekraftwerke, nur dass es auf dem Weg von der Förderung in Sibirien bis zu uns freigesetzt wird. Es ist in eine im höchstem Maße infantile Wichtigtuerei dieser Politiker. Nur mit Gender.... und der Identitätspolitik werden die Menschen in unserem Land nicht satt! Wo bleiben die Bildungsoffensiven, die ALLEN Kindern eine Chance geben? Stattdessen wird das Niveau immer weiter nach unten gedrückt!

Stefan Bauer | Do, 21. Mai 2020 - 19:25

... und ggf. mal über Subventionen nachdenken.

Immer dieser billige Ausweg über "Verbote", anstatt die Ursachen zu richten.
Arbeit so gestalten, dass wir keine Europäer (!) brauchen, die hier billig arbeiten.
Fleisch so züchten und verarbeiten, dass das Tierwohl (in Maßen) eingehalten wird.
Arbeitende Menschen im Geringverdienst ggf. unterstützen, dass sie sich das dann auch leisten können.
So vieles könnte sich von alleine einpendeln, wenn nur die Regeln eingehalten würden.

Stephanie Georgakakis | Do, 21. Mai 2020 - 19:36

Es müsste doch jedem Fleischkonsument das Herz brechen, wenn er in den vielen Dokumentationen sieht, wie grausam die Tiere in der Massentierhaltung gehalten werden und dann noch durch die halbe Welt zum Schlachten gekarrt werden. Mir vergeht dabei der Appetit auf jegliches Fleisch. Tiere gut halten und stressfrei schlachten ist das Mindeste was wir zum Tierwohl beitragen müssen. Und wenn man statt 7 mal die Woche nur zwei oder dreimal Fleisch konsumiert, kann man sich auch mit niedrigerem Einkommen Fleischkonsum leisten.

Wolfgang Tröbner | Fr, 22. Mai 2020 - 09:57

Also dann noch mal auf diesem Wege - beim ersten Mal hat es leider nicht geklappt mit der Veröffentlichung meines Kommentars. Meiner Meinung nach klingt die Idee von Fleisch, das im Labor hergestellt wird, bestechend schön. Man produziert Fleisch, ohne dafür Tiere schlachten zu müssen, ohne all die unschönen Szenen, die mit der Aufzucht und Schlachtung verbunden sind. Und haben Fleisch, das allen ethisch-moralischen Grundsätzen entspricht. Im Labor klappt das schon seit Jahren wunderbar. Die alles entscheidende Frage ist allerdings, ob es damit auch gelingt, ausreichend Fleisch für den Massenverbrauch und dazu noch zu einem erschwinglichen Preis herzustellen. Die Erfinder dieses Verfahrens bejahen das. Ich bin da eher etwas skeptisch. Derzeit erfordert das In-vitro-Verfahren neben den erforderlichen Muskelzellen viele Substanzen (u.a. mehrere Wachstumshormone), die in ausreichender Reinheit eingesetzt werden müssen. Die sind recht teuer - und das macht das Fleisch insgesamt teuer

Christoph Kuhlmann | Fr, 22. Mai 2020 - 10:13

Ist es möglich die Produktion und den Import von entsprechenden Produkten von einer nachgewiesene Verbesserung der Lebensbedingungen von Tieren abhängig zu machen. Also ein par Quadratmeter mehr pro Schwein, was sich angeblich positiv auf die Festigkeit des Fleisches auswirkt und die Anzahl benötigter Medikamente reduziert. Ich gebe nicht viel auf Zertifikate, die lassen sich fälschen. Aber der Muskelanteil im Fleisch und die Verabreichung von Medikamenten müsste sich im Labor nachweisen lassen. Auch hier gilt, Kontrolle ist besser als Vertrauen.

Manfred Sonntag | Sa, 23. Mai 2020 - 17:42

Leider muss ich konstatieren, dass Herr Habeck Zusammenhänge selten mit Fachwissen betrachtet. Beispielsweise wird die E-Mobilität in höchsten Tönen gepriesen obwohl Kobalt im Kongo und Lithium in Südamerika unter unmenschlichen und ökologisch katastrophalen Bedingungen für die Batterien gefördert werden. Oder die Abschaltung der Kern- und Kohlekraftwerke. Das Gas für die Ersatzkraftwerke hat den gleichen CO2 Ausstoß von der Förderung in Sibirien über das Pumpsystem bis zur Verbrennung bei uns wie moderne Kohlekraftwerke. Herr Habeck sollte sich lieber über eine Bildungsoffensive die ALLEN Kindern beste und gleiche Chancen gibt, Gedanken machen. Nur mit großem WISSEN werden unsere Kinder ihre Welt besser gestalten können!

Tomas Poth | Sa, 23. Mai 2020 - 18:23

Nur ein erneuter Beweis wie die Grünen ticken, nämlich sozialistisch mit Staatsdiktat.

Manfred Sonntag | Mo, 25. Mai 2020 - 15:49

Schade, sonst löscht Cicero Online selten Kommentare. Aber hier, wo ein grüner Politiker auf Fakten eine passende Antwort formulieren könnte, wird gekniffen: "Leider muss ich konstatieren, dass Herr Habeck Zusammenhänge selten mit Fachwissen betrachtet. Beispielsweise wird die E-Mobilität in höchsten Tönen gepriesen obwohl Kobalt im Kongo und Lithium in Südamerika unter unmenschlichen und ökologisch katastrophalen Bedingungen für die Batterien gefördert werden. Oder die Abschaltung der Kern- und Kohlekraftwerke. Das Gas für die Ersatzkraftwerke hat den gleichen CO2 Ausstoß von der Förderung in Sibirien über das Pumpsystem bis zur Verbrennung bei uns wie moderne Kohlekraftwerke. Herr Habeck sollte sich lieber über eine Bildungsoffensive die ALLEN Kindern beste und gleiche Chancen gibt, Gedanken machen. Nur mit großem WISSEN werden unsere Kinder ihre Welt besser gestalten können!".

Tomas Poth | Mo, 25. Mai 2020 - 16:42

Was mir in diesem Beitrag fehlt ist die Erwähnung des massiven Fleischexportes Deutschlands und der gesamten EU in andere Welt-Regionen.
Wenn wir nur für den Eigenbedarf produzierten wären schon viele Probleme in Verbindung mit der Landwirtschaft gelöst oder in ihrer Auswirkung erheblich reduziert.
In-Vitro Fleisch als neues Heilsversprechen kommt mir so vor wie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.
Solange wir nicht die Grenzen der Erde und ihrer Besiedelung akzeptieren wollen gerät alles nur zur Flucht nach vorne in die Mentalität des "Nach uns die Sintflut".
Wir müssten akzeptieren das weniger mehr sein wird. Das ist natürlich für Wachstumsadepten vom Teufel ausgedacht.