Coronakrise - „Ein Beinahe-Lockdown darf nicht zum Dauerzustand werden“

Wie geht es weiter, wenn die Frist für den Beinahe-Lockdown abläuft? Virologen und Ökonomen sind sich darin einig, dass die Bundesregierung 80 Millionen Bürger nicht weiterhin einsperren kann, um das Virus einzudämmen. Aber wie könnte ein gesunder Mittelweg aussehen? 

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Südkorea hat das Virus eingedämmt, obwohl das öffentliche Leben weiterläuft. Ein Modell für Deutschland? / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Die Warnung kam aus berufenem Mund. „Ich habe große Zweifel, dass wir den Stillstand länger als drei Monate durchhalten“, sagte der neue Vorsitzende des Sachverständigenrats der Wirtschaftsweisen, Lars Feld. Spätestens im Mai, befand Deutschlands führender Ökonom, müsse die medizinische Strategie der Bundesregierung überdacht werden. 

Feld sprach aus, was dieser Tage viele Bürger denken. Auf Deutschland rollt eine beispiellose Pleitewelle zu. Es ist erst zehn Tage her, dass die Bundesregierung die Notbremse zog und das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand brachte. Von Hundert auf Null mit einem Corona-Virus. 

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Michaela 29 Diederichs | Mi, 25. März 2020 - 20:53

sagte die Kanzlerin. Wieder einmal ein ganz wunderbarer Beitrag von Ihnen, liebe Frau Hildebrandt. Ihr Kollege Gabor Steingart hat hier auch etwas beizutragen, das ich Ihnen und den Foristen zur Kenntnis geben möchte. Deutschland ist nicht vorbereitet, verfällt teils in blinden Aktionismus. Der Aufruf an Medizinstudenten zum freiwilligen Dienst hatte eine riesige Resonanz bei den Studenten. Aber organisatorisch war und ist man darauf gar nicht eingestellt. Wir dürfen alle gespannt sein, wie dieser "Shutdown" denn nun zu einem glücklichen Ende führt. Lange lässt sich das nicht durchdrücken.
https://www.focus.de/politik/deutschland/gastbeitrag-von-gabor-steingar…

Wir sollten einfach Atemmasken für alle in geschlossenen Räumen, und bei dichten Ansammlungen die sich nicht vermeiden lassen, vorsehen. Die einfachen Masken aus Papier, Vlies oder Stoff, selbst ein Schal, schützen nicht den Träger, sie reduzieren aber die Verbreitung des Atem, und das Versprühen der Tröpfchen beim Sprechen, durch Niesen oder Husten. Die Atemmaske schützt die Person gegenüber, nicht perfekt, aber substantiell. Wenn alle Atemmasken tragen, dann reduzieren wir das Verbreitungsrisiko.

sind Mangelware in Deutschland. Ein solcher wäre angeblich auch nur bedingt hilfreich, so die Fachleute.
Was einen allerdings erstaunt, macht man die Augen auf. Apotheker, die noch nicht hinter eiligst angebrachten Schutzscheiben arbeiten, tragen...Mundschutz. Polizisten tragen Masken, wenn sie kontrollieren. Menschen in Asien, ja sogar in Venezuela sind, so die Fernsehbilder, nur noch mit Mundschutz in der Öffentlichkeit zu sehen. Und selbstverständlich Mediziner, auch bei uns, während des Einsatzes..
Alles unnötig? Als Laie kann ich das nicht beurteilen. Also trage ich Mundschutz, es kann ja wohl kaum schaden (wenn ich trotzdem auch sonst vorsichtig bin). Denn glücklicherweise habe ich es geschafft, irgendwo einen solchen zu finden. Bei uns werden die ja nicht produziert, sind also knapp. Lohnt wohl nicht. Wird nicht von der Börse belohnt.

Sie aber haben Beziehungen, sogar zur Mundschutzbeschaffung. Gratulation. Ideal wäre natürlich, wenn dieser Schutz auch dazu da wäre, dass Sie sich mal verbal etwas zurücknehmen. Die Linken - und dazu zählen Sie sich ja selbst - haben in diesen Krisenzeiten nichts zu bieten, außer dem üblichen Sozialgelaber. Jetzt sind Macher gefragt und keine Ratschlägeerteiler oder erhobene Zeigefinger. Erfreulich für Sie ist und eine Bestätigung, dass Ihre Lieblingspartei, die AfD, keinerlei Krisenkompetenz zu kennen scheint. Sie erscheinen so blass, dass man Angst haben muss, sie hätten sich angesteckt. Ja, ja, das kleine Virus schafft Klarheit...

Ich habe Ihnen Recht gegeben, verwundert Sie das nicht? Aber, was Recht ist, muss Recht bleiben. Die Afd hat keine Krisenkompetenz. Sie scheint sich für die größte Krise der Nachkriegszeit nicht sonderlich zu interessieren. Und ein Konzept hat sie natürlich erst recht nicht - wie übrigens auch die "regierende" CDU nicht. Von der SPD, den LINKE und den Grünen ganz zu schweigen. Südkorea sollte unser Vorbild sein. Die haben alles richtig gemacht: Testen - testen - testen und dann isolieren. Nur so geht´s. Und dann: Viel Spaß mit Ihrer Maske. Kleidet sie Sie denn? Oder wirkt sie wie eine venezianische Carnevalsmaske...

Ich habe gehört/gelesen, die Uniklinik Essen bastelt aus zerschnittenen Betttüchern provisorischen Mundschutz für das Personal (auch Reinigungskräfte und Security gehören dazu). "Wir sind gut vorbereitet" klingt da für mich wie blanker Hohn. Was ist mit den mobilen Pflegediensten, die dicht am Patienten arbeiten, den Altenheimen? Spenden Sie ihren gehorteten Mundschutz lieber an die, die tatsächlich Schutz benötigen.

Ich halte es für eine verfrühte Diskussion jetzt schon über das Ende des lockdown zu reden. Das kann man in einem Monat machen. Selbst in Italien, wo man früher als wir den lockdown ausgerufen hat, steht man noch ganz am Anfang. Zu ergänzen ist, dass wir zwar deutlich weniger Tote als Südeuropa haben, bei der Zahl der Infektionen liegen wir aber recht ähnlich.

Mittlerweile verdichtet es sich zur Gewissheit, dass dem nicht so ist. Am 22.2. traten wir eine 2-wöchige Reise nach Indien. Da sprach Spahn noch davon, dass bei einer normalen Grippeepidemie mehr Menschen sterben würden als bei Corona. Meine Frau hatte zur Vorbereitung unserer Reise schon Ende Januar versucht, Atemschutzmasken (nicht wegen Corona! Wir haben uns auf die Aussagen von Spahn verlassen) zu kaufen. Da gab es schon erhebliche Probleme, überhaupt welche zu bekommen. Im Internet zu völlig überteuerten Preisen gelang es dann doch. Als wir am 7.3. zurückkamen, gab es keinerlei Gesundheitskontrollen am Flughafen. Im Gegensatz zu Dehli und Bahrain, wo es sehr strenge Kontrollen mit Wärmebildkameras + Arzt gab. Vor wenigen Tagen hat Spahn verkündet, dass unser Gesundheitssystem gut vorbereitet sei und dass es nicht zu Situationen wie in Italien (Triage) komme. Und was lese ich heute in der Welt? Es wurde ein Leitfaden für Ärzte erstellt, welche Patienten intensiv betreut werden

Toller Job? Ich würde das auch nicht sagen, wobei wir nicht wissen ob er ausgebremst wurde. Sagen wir es so: Man hätte es deutlich schlechter machen können. Besser aber auch. Persönlich sehe ich die Verantwortung aber mehr auf kommunaler- und Länderebene. In NRW gibt es da diesen einen Hotspot: Der Ort wo sie sich im Karneval alle bei einer Sitzung angesteckt haben. Man hätte den Ort sofort abriegeln müssen und alle in Quarantäne stecken müssen. Aktuell sind 2 Orte bundesweite abgeriegelt: Es geht also.

Michaela 29 Diederichs | Mi, 25. März 2020 - 22:53

„Der Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn ist eine Vollkatastrophe. Spahn, der sich in den letzten Tagen als Krisenmanager hat feiern lassen, zeigt hier sein wahres Gesicht und forciert das Krankenhaussterben. Er treibt die Krankenhäuser in den finanziellen Ruin und damit in den sicheren Tod.“ So Dr. Mate Ivancic. Es gibt Meldungen, die lassen mich komplett ratlos zurück. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bertelsmann Stiftung 600 Krankenhäuser als ausreichend für die Versorgung ansieht. Was läuft hier in DE eigentlich ab?
https://www.mopo.de/hamburg/trotz-corona--hamburger-klinik-will-kurzarb…

Das kann ich Ihnen aus meiner Sicht erklären. Es setzt sich das fort, was 2005 mit der Wahl von AM seinen Anfang nahm. Wegsehen, aussitzen, auf Sicht fahren, alternativlos entscheiden, Gesetzesbrüche, Missachtung des GG, mediale Vereinnahmung und Verdummung. AM wollte mit aller finanzieller Gewalt die EU solidarisch machen. Staatenerweiterungen wurden "eingekauft". Der Euro wurde durch Niedrigzins gestützt. Die Griechenlandrettung ließ aufhorchen und führte zur Gründung der AFD. Mit der einsamen Migrationsentscheidung 2015 wurde das eigene Volk und die EU gespalten. Die administrativen Ebenen in D personell und logistisch überfordert. Würden uns die Schweiz überfallen wollen, wir könnten nicht gewinnen. Die BW hat ja nicht mal genügend Ausrüstung und Personal. Corona offenbart nur das, was regierungstreue Medien und Klatschhasen im BT versuchten zu vertuschen. Unfähigkeit und Planlosigkeit. Da hilft auch nicht das Spielgeld der EU, die immer mehr € neu gedruckt. Wir riechen Merkel-THC

Seit jeher sehen sich einige westliche Länder als „Verfechter der Menschenrechte“ und maßen sich die Rolle des „Weltrichters für Menschenrechte“ an. Schon beim geringsten Anlass erlauben sie es sich, Kritik an der Menschenrechtslage in anderen Ländern zu üben, wovon besonders die Volksrepublik China betroffen ist. Doch angesichts der Herausforderung der aktuellen COVID-19-Epidemie fehlte es den westlichen Ländern nicht nur am Mut zur Verantwortung, sondern sie entzogen sich in dieser kritischen Zeit, in der das Leben der Bevölkerung einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt ist, sogar ihren Verpflichtungen. Ihr Handeln war von Untätigkeit und Unterlassungen geprägt, was auf einen Schlag ihre Heuchelei in Sachen Menschenrechte ans Licht bringt. Chinas energische Epidemiebekämpfung bescherte der internationalen Gemeinschaft mehr als einen Monat Zeitgewinn für die Eindämmung des Virus. Doch die westlichen Regierungen versäumten es, ihren Pflichten zum Schutz des Lebens nachzukommen.

...ist gar nicht so kompliziert. Und natürlich hat das überhaupt nichts mit dem angeblichen "grossen Komplott" zu tun, das hier jemand sofort wittert.

Am Beispiel der Schön-Klinik, die Teil einer privat betriebenen Krankenhauskette ist, wird deutlich, wie noch immer bei manchem das Denken in Kategorien wie Umsatz und Gewinn dominiert.

Das wird, so denke ich, auch in der Meldung deutlich. Der entscheidende Satz lautet: "Die Klinik will deshalb offenbar Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, um Geld zu sparen."

Mit Merkel usw hat das alles gar nichts zu tun, auch wenn Ihnen das manche in üblich ideologisch-insuierter Verdrehung der Realität gerne weismachen wollen.

Prof. Kroemer, Leiter Charité und Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie der Berliner Charité, stellten heute eines Neues Forschungsbündnisses der Universitätsmedizin vor. 37 Hochleistungs-Kliniken der Uni-Medizin wollen alle verfügbaren Kräfte bündeln. Ein kollegiales Netzwerk der Universitätskliniken mit der Nähe zum Patienten. Wissenschaft und Praxis.
Bravo, bravo, bravo!

Auch soziologische Fragen muss man stellen.

In welchen Textbausteinen denken Sie? Hier wird kein Komplett gewittert. Es werden Tatsachen festgestellt. Und es bleibt der Eindruck der völligen Konfusion und Überforderung von Seiten der Regierung. Wer zwingt denn die Kliniken nur auf die Kosten zu schauen? Die Patienten bestimmt nicht! Ärzte bestimmt nicht! Pflegepersonal auch nicht! Also wer? Vertrauen wird so nicht hergestellt oder wieder gewonnen.

Gerhard Lenz | Do, 26. März 2020 - 14:35

In reply to by Michaela 29 Di…

.. verfolgen Sie die Kommentare in diesem Forum nur selektiv. Davon abgesehen: Was ist an Begriffen wie "Gesetzesbrüche, Missachtung des GGs, mediale Vereinnahmung" - alles Originalzitate - unverständlich? Was ist angesichts eines Satzes wie "Corona offenbart nur das, was regierungstreue Medien und Klatschhasen im BT versuchten zu vertuschen" nicht zu verstehen?
Sämtliche Anschuldigen, versteht sich, wie immer ohne jeden Beweis.

Passt Ihnen der Begriff "Komplott" nicht? Ihre Sache.
Man könnte es, sehr zurückhaltend, auch anders ausdrücken. Hier versucht jemand, die Corona-Krise zu instrumentalisieren um ordentlich gegen die Regierung und die demokratischen Parteien zu hetzen.

Die politische Einstellung des Kommentators ist ja zur Genüge bekannt.

erst mal ist ihr Kommentar wenigtens "lesbar" was ja sonst zu wünschen übrig läßt!
Puh, es wird sogar keine AfD oder sonstiges (kl. Ausnahme: letzter Satz) hier angebracht.
Aber "Mit Merkel usw hat das alles gar nichts zu tun..." kann ja so auch nicht stimmen.
Seit nunmehr 15 Jahren sitzt sie am Schalthebel und bestimmt eigentlich die Richtung (Richtlinienkompetenz). Hat sie signifikante Verbesserungen im Gesundheitswesen eingebracht?
Nein, mitnichten! Es wurde überall (KH, Reha,Ärzte, Apotheken usw.) gekürzt & Kosten reduziert. Hat sie da irgendwo gegengesteuert? Warnungen gab es zuhauf!
Wie bei Hartz 4. Hat sie da irgendwelche merklichen Verbesserungen o. Fehler ausgemerzt?
15 Jahre gab es für die mittleren Einkommen (u.a.) keine Steuererleichterungen. Die letzte gab es 2005, noch unter Rot-Grün.
Und sie behaupten, AM hat damit nix zu tun. Aber einsame, nicht legitimierte und nicht (EU) abgestimmte Entscheidungen treffen.
AM ist eine absolute Fehlbesetzung!
Tutto andra bene

W.D. Hohe | Do, 26. März 2020 - 11:26

@ Beinahe Lock-Down-Getöns (richtet sich nicht gegen Ihren Beitrag Frau Hildebrandt)
Welch Sach und Sprachkompetenz doch dieses medial verortetes wie verordnendes Anti-Sprach-Getöns vermittelt.
Tatsächlich oft das Gegenteil.
Ich kenne Engländer, die
- der deutschen Sprache auf höchstem Niveau mächtig sind
- die Ausdrucksfähigkeit der deutschen Sprache bewundern und
- die, zudem oft sinnverstellende, Einmischung - englischer Halb-, Vollvokabeln in Sätze, bis Silben in einzelne Worte, nicht nachvollziehen, schon gar nicht verstehen können.
Jede Sprache ist nur eine Sprache.
Niemand wird intelligenter weil er/sie eine Femdsprahe spricht... manchmal sogar versteht
Es ist eben nur Getöns.
In diesem Beispiel sogar im Lautmalerischen.
Sonst würde auf das >e< von Beinahe verzichtet werden.
Drum spiele, wem Gehör gegeben
- inhaltliches wie phonetisches -
Von Ausnahmefällen wie Beethoven abgesehen.

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