In eigener Sache - Was können wir in der Coronavirus-Krise für Sie tun?

Die Coronakrise wirkt sich auf unser aller Leben aus. Was lehrt uns diese Zeit, was bedeutet sie für unsere Freiheit, unsere Menschlichkeit? Wir stellen uns dieser Tage viele Fragen und hoffen, unseren Lesern Antworten geben zu können. Daher möchten wir wissen, was Sie beschäftigt.

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Der leere Dresdener Neumarkt und die Frauenkirche in Zeiten der Kontaktsperre: Der Mensch ist, was er hervorbringt / dpa

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“ und „Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss“.

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Alexander Kissler

Die Zeit des erzwungenen Rückzugs ist die Zeit der großen Fragen: Ob Krisen das Beste oder das Schlechteste aus Menschen hervorbringen? Wir werden es erfahren. Ob der Mensch sich an Einschränkungen, wie sie nun uns allen auferlegt sind, gewöhnt, also den Stoiker in sich entdeckt? Oder ob er den inneren Wolf von der Leine lässt? Auch das werden wir sehen. Jetzt schon wandern bei zufälligen Begegnungen auf der Straße, wenn das Trottoir sich verengt, die Blicke zu Boden, als schössen Viren aus Augen. Illusorisch scheint es da, den reihum empfohlenen neuen Gemeinschaftssinn zu üben. Wirklich? Dazu vier Gedanken und ein Vorschlag.

Erstens: Die Verletzlichkeit, die wir beim Blick auf die globale Corona-Statistik empfinden, verbindet tatsächlich. Der Mensch ist nicht nur das gemischte Wesen, das denkende Tier, Krone der Schöpfung, sondern auch so fragil, wie er es sich selbst nicht eingestehen mag. Weit öfter bestimmen die Verhältnisse ihn, als dass er die Verhältnisse zu ändern vermöchte. Seine Abhängigkeiten sind stabiler als seine Gesundheit, seine Bedingtheiten mächtiger als sein Unbedingtes. „Wir sind nicht, was wir sind“, heißt es bei Borchardt. Das aber sind wir bestimmt: verletzlich aus Wissen um unsere Verletzlichkeit. Darin gründet unsere Menschlichkeit.

Rettungsschirm der Seele

Zweitens: Der Mensch ist, was er hervorbringt. Für Rousseau war der Ackerbau die vornehmste aller Menschenkünste, für Novalis die Mathematik, für Goethe die Malerei, für Friedrich Schlegel die Poesie. Und in dieser Hinsicht muss derzeit niemand darben. Fabelhaft sind die Möglichkeiten, sich zu Hause neu einzugemeinden in die Weltgemeinschaft der Kultur. Dank der Schaubühne etwa kommen legendäre Inszenierungen von Luc Bondy und Peter Stein frei Haus, darunter „Schlusschor“ von Botho Strauß (24.3.) und Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ mit Bruno Ganz (29.3.),  die Staatsoper Unter den Linden punktet mit Verdis „Macbeth“ mit Domingo und Netrebko (28.3.), die Bayerische Staatsoper mit Diana Damrau in „Lucia di Lammermoor“ (ab 25.3.), das Frankfurter Städel zeigt seine Bestände online und lädt zur Einführung in die Kunstgeschichte. Die Kultur spannt den Rettungsschirm der Seele weit auf, und vielleicht ist nach bedrückenden Corona-Wochen eine Bildungsnation neu in ihren Fundamenten befestigt.

Drittens: Freiheit und Verantwortung bedingen einander. Freiheit ist Freiheit zur Verantwortung, und Verantwortung gedeiht nur in Freiheit. Dieser Zusammenhang kann verloren gehen, wenn das geschichtlich Außergewöhnliche – Frieden, Sicherheit, Wohlergehen – für selbstverständlich gehalten wird. Oder wenn der falsche Eindruck sich breit macht, die wirklich wichtigen Entscheidungen würden einem abgenommen, sei's vom Staat, sei's vom Arbeitgeber. Nun leuchtet auch die Weisheit des philosophischen Jubilars dieses Jahres 2020 wieder auf: „Hegel formulierte die entscheidende Bedingung, dass ein freiheitliches Leben in Selbstgewissheit nur in Gemeinschaft mit anderen erlangt werden kann. Ich entwickele mich zu mir selbst erst in Zusammenhängen, die mich erkennen lassen, dass ich in den Augen der anderen ein anderer bin.“ (Scruton) Auch die konsequentesten Blickvermeider und Straßenseiten-Wechsler wissen, dass es niemandem gut tut, Monade zu sein, wenn alle unter derselben Drohung stehen.

Ein Aufruf

Viertens: Geschichte besteht aus Geschichten. Und diese erzählen eben nicht nur von den Großen und Mächtigen, sondern auch von den Kleinen. Ein Zeitalter der Krise ist eine Ära vieler kleiner Geschichten, Geschichten von Niederlagen und Siegen, Gleichmut und Verzweiflung, Freude und Zuversicht. Die Lage ist allgemein, der Umgang mit ihr so individuell wie die Charaktere und Temperamente, die sie bewältigen müssen, aber eben beileibe nicht unverbunden. Dieselbe Bewegung, die uns auf uns zurückwirft, wirft uns hinein in die Geschichte der anderen.

Womit wir beim Vorschlag wären, beim Aufruf. Auch die Cicero-Community ist eine Gemeinschaft. Erzählen Sie uns Ihre Geschichte, wir sind hier ja unter uns, gewissermaßen. Teilen Sie uns mit, was Sie bewegt in diesen Tagen, was Sie erleben, woraus Sie Hoffnung schöpfen, was Sie an den Rand der Verzweiflung bringt, was Sie gelernt haben, was Sie nicht begreifen. Wir werden eine Auswahl hier veröffentlichen. Und schreiben Sie uns, was für Geschichten Sie von uns lesen möchten. Hier in den Kommentaren, auf Facebook, Twitter oder per Mail an redaktion(at)cicero.de. Gibt es Themen, zu denen Sie eine Frage haben? Hintergründe, die wir recherchieren sollen? Sicherlich können wir nicht alle Fragen beantworten, aber wir tun, was wir können, erst recht in diesen besonderen Zeiten.

Michaela 29 Diederichs | Di, 24. März 2020 - 16:45

Bezaubernder Aufruf, lieber Herr Kissler. Ich wünsche dem Cicero rege Beteiligung und freue mich auf die vielen Geschichten.

F.Oldenburg | Di, 24. März 2020 - 16:56

Ich würde mich über eine tiefgreifende Recherche freuen zum Thema:" Avigan (Favipiravir), warum gibt es keinen Einsatz dieses Medikaments noch mediale Aufmerksamkeit" bei so vielversprechenden Ergebnissen in Japan?

Ines Schulte | Di, 24. März 2020 - 20:32

In reply to by Gast

... dort verwenden die Menschen eine Nasensalbe namens 'larifan ungo' , wenn sie das Haus verlassen. Es haben zwar viele öffentliche Einrichtungen geschlossen, wie z.B. Theater, wo sich viele ältere Menschen aufhalten. Schulen sind aber offen. Gerade heute haben noch Einschulungen stattgefunden. Es scheint: Jedes europäische Land macht in dieser Sache sein eigenes Ding.

F.Oldenburg | Di, 24. März 2020 - 16:58

Auch würde mich sehr interessieren, warum man statt aller nicht nur die Alten und Vorerkrankten strikt schützt?

sicherlich wird es wieder zu einer Diskussion kommen, von der auch ich profitiere.
Dennoch wage ich anzumerken, dass ich hier zunächst auf Fragen an die und Anregungen für die Redaktion gespannt war.
Also zu meiner Frage, ist für die Cicero-Redaktion ein Support-Aufruf interessant, wie ich ihn bei standard.at-online lese?
Ich spende zunächst mir Naheliegendem und würde es bedauern, wenn Sie sich erst melden, wenn Ihnen das Wasser bis zum Halse steht.
Schliesse mich dem Kommentar an, in dem es heisst, zauberhaft geschrieben.
Ich war auch verzaubert von dem Maus-Cartoon.
Immer wenn ich Angst bei Menschen verspüre, fange ich an zu reden und versuche beruhigend einzuwirken.
Zum Schluss noch eine kleine Erfahrung:
So langsam könnte ich die Wände hochgehen und mit einem Mal fragte ich mich, was ich eigentlich glaube, wie sich Menschen in Lagern fühlen.

SEIT LANGEM DIE RICHTIGE FRAGE - WAS WOLLEN SIE LESEN UND NEUES WISSEN

Was ich eventuell anders machen würde, wenn ich eine Online-Zeitung heraus bringen würde, wäre:

1. Mehr bei den Themen in die Breite gehen, wo sehr differenzierte & sachlich gute Fragen stellt werden können & wo man von wirklichen Fachleuten als Kommentarschreiber mal eine fundamentale Antwort bekommt. ( & nicht nur ein bla - bla), denn ich habe das tiefe Gefühl, dass das wirkliche Potential von intelligenten Menschen leider zu wenig bis gar nicht erreicht wird bzw. diese zu wenig motiviert werden. Ihr Team ist der Dirigent & fasst alles auf wenige Punkte zusammen, so das nicht die Menge, sondern die Qualität die Leser mobilisiert.

Es könnten folgende Themen bei Ihnen z.B.dazu kommen:
- Rubrik Glaubensfragen, Rubrik Medizin, Rubrik Fantasie
Wie könnten bestimmte gesellsch. Entwicklungen aussehen und welche Vor -und Nachteile bzw. Probleme auftreten würden z.B. bei Energie/Verfassung/Justitz

Was ich persönlich Schade finde, ist der schnelle Wechsel zum nächsten Thema
& trotz des schnellen Wechsel eine immer wiederkehrende Wiederholungsschleife
nach dem Motto: Und täglich grüßt das Murmeltier.

Warum bin ich hier im Cicero & schreibe trotz der "Vielen Fallen"?

Trotz einiger "Ungereimtheiten" hier im C. sind Sie eine Seriöses Online-Plattform mit einem Chefredakteur, den man unter "Artenschutz" stellen sollte, da die allermeisten angepasste Relikte aus vergangenen Zeiten stammen & nicht die neue Zeit erkannt haben. Voller Respekt verneige ich mich Ihnen!!!
Mit Themen, die in den anderen 999 Foren nicht oder in nicht so guter Ausführung aufgegriffen werden & wo es ein Labsal ist (trotz mancher Kommentarschreiber, die Anteile hier im C. haben müssen & leider mehr diffamieren oder belehren als zu diskutieren = DIS-KUS-SI-ON = lebhaftes, wissenschaftliches Gespräch über ein bestimmtes Thema).
Teil 3 folgt

Über den Virus & seine Bekämpfung möchte ich mich nicht mehr äußern, da mein Gedankeninhalt höchst wahrscheinlich ....
Meine Frage würde in die Richtung gehen: Was wird unternommen, wenn der Virus
a: nach 2-3 Monaten nicht rückläufig ist?
b: nach dem er kurzweilig rückläufig war, er dann wieder rasant anspricht!
c: Das Personal, was momentan extrem gefordert ist (Lebensmittelverkäuferin, Postboten, Altenpfleger, medizinisches Personal in viele, viele weitere Helfer),
überfordert wird & es dort zu einer Notsituation kommt?
d: Was ist mit den Unternehmen wie z.B. Gaststättengewerbe, die nicht nur Ihre Miete für das Unternehmen(!!!) aufbringen müssen? Null Einnahmen!!! Obwohl ich nicht aus dieser Branche bin, nachdenken darf man da nicht.

Wieso gibt es nicht genügend Schutzmittel & Toilettenpapier? Gibt es keine Katastrophenpläne mehr? Sind unsere Vorräte überhaupt brauchbar oder vorhanden? Wie will man reagieren, wenn mal der Strom für ein paar Tage weg fällt?

Könnten sie das quantifizieren? 2 Fälle in D pro Tag statt 1 Fall pro Tag ist eine 100 % ige Steigerung und also immer öfter aber noch kein Grund fuer einen Lockdown.
Hier ein paar Zahlen zum Thema (zugegebenermassen ein paar Tage alt): Von den in Italien verstorbenen war der Altersdurchschnitt ca 80 Jahre. 99.2 % hatten wenigstens eine Vorerkrankung (z.B. Diabetes). Von 300 erkrankten Kindern weiss man, alle ohne Symptome oder mit milden Symptomen.
Und, Deutschland 2017/18 Winter verstarben 25100 an der gewöhnlichen Grippe.

Ich will nichts verharmlosen; natuerlich muss die Gesellschaft daran arbeiten auch unsere Alten zu schuetzen, aber man soll nicht Panik bei allen verbreiten und Verhältnismässigkeit muss gewahrt bleiben.
Es muss allen klar sein, dass wir in erster Linie die Alten und Kranken schuetzen muessen.

Renate Steiner | Mi, 25. März 2020 - 14:08

In reply to by Gast

um die 25.000 Verstorbenen. Ist die Zahl noch zu niedrig, um hier endlich verstärkt zu forschen? Die anwesende Prof. bei Anne Will, konnte sich bei der Nennung dieser Zahl ein Lächeln nicht verkneifen...

und ganz alten Menschen gegen die Grippe geimpft seien.
Die wird von den Krankenkassen bezahlt und mich würde im Rückblick sehr interessieren, wie hoch der Anteil von gegen Grippe Geimpften bei den bedauerlicherweise Todesopfern war.
Meiner Überlegung nach können manche Impfungen auch gegen andere Erkrankungen schützen.
Eigentlich eine weitergefasste Überlegung in Bezug auf die Pockenimpfung.
Werden wir nicht mit "Kuhpocken" geimpft?

Genau das habe ich mich schon seit Tagen gefragt. Das würde die Wirtschaft lange nicht so belasten, da die meisten mit Vorerkrankungen doch die älteren Semester sind, die schon in Rente/Pension sind. Die Jüngeren Gesunden stehen diesen Virus durch. Es sind auch die, die Wirtschaft am Laufen gehalten hätten. Was jetzt, nachdem ALLE in QUARANTÄNE sind, volkswirtschaftlich den Bach runter gehen wird, will ich mir gar nicht vorstellen. Der Euro wird inflationär durch die Milliardenhilfen, (die müssen ja noch gedruckt werden), dann die Pleiten von kleinen Unternehmen und Betrieben. Ja ich denke, unsere Regierungen können es einfach nicht. Europaweit!!!!!!!!!!!!

Karla Vetter | Mi, 25. März 2020 - 19:33

In reply to by Gast

das sind auch meine Gedanken. Wie gut ist eigentlich die Faktenlage, wenn so wenig Tests und Messungen stattfinden, wie dies in Deutschland der Fall ist. Gibt es schon eine nennenswerte Durchseuchung der Bevölkerung, wie viele sind wirklich infiziert ?Dies zu wissen ist nicht trivial. So hat der Gesundheitsexperte Lauterbach, für Italien den Verdacht geäußert, dass dort wohl 10x so viele Menschen infiziert seien als bekannt. Dann aber sieht die Statistik im Blick auf die vielen Todesfälle ganz anders aus ,denn eine Mortalitätsrate errechnet sich aus der Zahl der Infizierten. Wenn dies auch für uns hier zuträfe, dann ergäbe sich eine Moralität die eventuell mehr im Grippewellenbereich liegt. Hätte dies bedacht werden müssen b e v o r das starke Geschütz der Kontaktsperre und Quarantäne für Alle aufgefahren wurde? Hätte es genügt die gefährdeten Personengruppen verstärkt zu schützen? Auch bei uns Älteren gibt es gesundheitliche Unterschiede, sehr fragile und eher robuste Personen.

Das versucht man ja krampfhaft in z.B. Altenpflegeheimen und sogar im betreuten Wohnen. Aber weil Sie einem halt nicht aus 2m Entfernung z.B. den Blutzucker messen oder die Kompressionsstrümpfe an-ausziehen können, kommt es immer wieder zu Übertragungen durch das Personal, das weder ausreichend Zeit, Schutzkleidung und vor allem Schnelltests hat, und daher nicht wissen kann, ob sie eine Gefahr für ihre zu Betreuenden darstellen. Wissen Sie wieviel Zeit es braucht in einer Nachtschicht auf Station vor jedem 2. oder 3. Zimmer sich den Richtlinien nach in richtige Schutzkleidung zu modeln, zu desinfizieren, den Patienten alle Stunde nur vielleicht zu lagern usw., vorm Verlassen die Schutzkleidung richtig und sauber zu entsorgen, bevor man in nächste Zimmer geht, dessen Bewohner schon seit einer Stunde Sturm klingelt und weil Sie sich nicht teilen können einfach ins Bett machen musste. Praxis ohne Corona aber mit Norovirus! Nun dürfen die Bewohner nicht mal ihre Nachbarn besuchen! MfG

Andrés Ramos | Di, 24. März 2020 - 16:58

Ich bin von meiner Veranlagung her eher pessimistisch und argwöhnte früher über die Art des von mir erwarteten Untergangs der Menschheit. Nun, da die Krise da ist bin ich erstaunlicherweise sehr ruhig. Korrigiert sie nicht viele Auswüchse unseren modernen Menschseins? Den überbordenden Egoismus, grenzenloses Reisen und Konsum ohne Rücksicht auf Ressourcen, offene Grenzen über die sich Menschenmassen wälzen und seien es auch nur Touristen, Lärm und Unruhe überall, eine Welt die nie schläft, die schaut aber nicht sieht, die hört aber nicht lauscht, die sich betäubt mit dem was die Netzbandbreite hergibt. Ich bin heute durch den Park gegangen. Mir begegneten leise freundliche Menschen und ich hörte das Rauschen von Wasser und den Gesang von Vögeln und sah die Farbe von Blumen. Sie waren vorher schon da aber ich hatte sie nicht wahrgenommen. Tatsächlich entdecke ich das Glück im einfachen wieder. Trotz des Elends ist dieses Virus vielleicht auch ein Korrektiv unserer Lebensweise?

Herr Ramon, so einen wunderschönen Beitrag habe ich lange nicht mehr gelesen. Mir kam sofort die Welt bei Nacht in den Sinn. Wir haben die Nacht verdrängt. Es gibt keine Stille mehr. Unsere Mitbewohner, die Tiere und Pflanzen sind uns wohl egal. Doch wir leben von und mit ihnen. Nehmen wir wieder Rücksicht. Besinnen wir uns auf unsere Jugend (ich bin 70). War waren mit so wenig zufrieden und waren auch glücklich. Ich sehe die Natur noch und bedaure, dass unsere Kinder und Enkel nur noch die Oberfläche ihrer Handys anschauen. Danke nochmals!

Ihr Beitrag, Herr Ramos, hat mir s. gut gefallen.

Zumal er ja die richtigen Punkte benennt.
Die, an denen wir alle Veränderungen,auch an uns selbst, vornehmen sollten.

Leider sind aber die Stimmen derer die fest behaupten man können die Globalisierung nicht zurückdrehen schon sehr laut.
Ich befürchte, die haben auch gemerkt was MIT IHNEN passieren könnte und sind daher jetzt schon mal präjudizierend so laut.

Ich wünsche mir dass diese Pandemie die Bevölkerungen der Welt zu neuem Handeln bewegt.

Denn an der Welt-Bev. kommt auch die stärkste Lobby nicht vorbei.

Ellen wolff | Di, 24. März 2020 - 17:10

Interessant wäre es zu wissen, wie viele der an Corona verstorbenen Patienten aufgrund ihrer Vorerkrankungen auch ohne Corona innerhalb weniger Monate verstorben wären. Ich habe gelesen, dass ein Großteil der Intensivbetten in Deutschland schon ohne Corona von Patienten belegt wäre, die keine Chance auf Genesung hätten. Die Kliniken würden einfach noch mal richtig Kasse mit sterbenden machen. Ich halte es für sehr wünschenswert, wenn möglichst jeder Mensch, der gerettet werden kann auch gerettet wird, sofern er dies möchte. Andererseits sollte jeder Mensch auch das Recht haben, in Würde zu sterben. Was mich am allermeisten an den „Geschichten“ aus Italien berührte, ist, dass dort Menschen ohne Zuwendung und ohne sich von ihren Angehörigen verabschieden zu können einsam sterben müssen. Es darf nicht sein, dass immer wieder das Sterben von Menschen aus finanziellen Interessen qualvoll hinausgezögert wird. Und möglicherweise ist es oft schwer die richtige Entscheidung zu treffen.

Beate Weikmann | Di, 24. März 2020 - 17:29

Einen Teil der wirtschaftlichen Folgen wollte die Regierung in einem ersten Entwurf auf die Vermieter abwälzen, denen man ohne Beweis einer Notlage mit Verweis auf die Folgen der Seuche die Miete erst einmal vorenthalten könnte. Das dafür mit heißer Nadel gestrickte Gesetz sieht einen Zeitraum bis Ende September vor, verlängerbar bis Mitte des nächsten Jahres. Gut möglich, dass das Gesetz mal wieder verfassungswidrig ist, aber es zeigt doch recht schön, wie ehrlich es die Berliner Kaste mit den Behauptungen meint, die aktuellen Maßnahmen würden erst einmal nur für zwei Wochen gelten. Für zwei oder vier Wochen, formaljuristisch bis zu zwei Monaten würde es auch ein netter Aufruf an die Vermieter tun, jetzt zusammenzustehen und Nachsicht zu üben. Man könnte auch unbürokratisch Wohngeld genehmigen. Sechs oder 18 Monate Mietausfälle würden dagegen reihenweise Altersvorsorgen und Investitionen in den Ruin stürzen. Aber öffentlich wird das Volk, nachdem trotz Warnungen Faschingsfeiern

Ellen wolff | Di, 24. März 2020 - 17:29

„Vor allem stört mich die fehlende Menschlichkeit. Es werden »Menschenhüllen« intensivmedizinisch versorgt, die schon lange das Recht hätten, würdevoll zu sterben. “ Diese Aussage einer Pflegekraft, die in einer Reportage der Zeit zu Wort kam.
Ich glaube, dass es dringend erforderlich ist, dass sich unsere Gesellschaft und ganz besonders das Gesundheitssystem mit dem Thema Leben in Würde und Sterben in Würde auseinandersetzt.
Ich kam inns grübeln, als ich gelesen hatte, das England weniger als 7000 Intensivbetten hat, Deutschland hat im Normalbetrieb 28.000 Intensivbetten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das englische Gesundheitssystem tatsächlich so viel schlechter als unseres ist. In unserem Gesundheitssystem wird häufiger eher das gemacht, was Geld bringt und nicht immer das, was notwendig wäre. Die falschen Anreizsysteme gehören dringend überarbeitet und dort wo nötig korrigiert.
Ich wünsche mir, dass der Cicero diesen Themenkomplex mal durchaus kontrovers bearbeitet.

Sie können versichert sein, im Vergleich ist das englische Gesundheitssystem katastrophal - weil, als staatlicher Gesundheitsdienst mit sozialistischem Stallgeruch - es von den konservativen Regierungen förmlich kaputtgespart wurde.

Wer genug Geld hat, geht in GB zu den Privaten...

Michaela 29 Diederichs | Di, 24. März 2020 - 19:41

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Danke Herr Lenz. Wir sind auch beim Thema Gesundheit ziemlich verwöhnt. Auch in DE liegt vieles im Argen bzw. könnte und müsste noch verbessert werden. Aber grundsätzlich sind wir schon gut aufgestellt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 25. März 2020 - 17:00

In reply to by Gast

So wie ich unser öffentlich rechtliches Fernsehen hochhalte, gibt es öffentliche Aufgaben, in denen der Staat anwesend sein muss, Gesundheitsfür/vorsorge etc.
Die Krankenkassen sind doch auch eigenständig organisiert, aber in Wechselbeziehung zum Staat.
Noch mehr gilt das für die Daseinsvorsorge/Rente.
Stimme Ihnen zu, Deutschland ist noch gut aufgestellt.

Prof. Kroemer, Leiter Charité und Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie der Berliner Charité, stellten heute eines Neues Forschungsbündnisses der Universitätsmedizin vor. 37 Hochleistungs-Kliniken der Uni-Medizin wollen alle verfügbaren Kräfte bündeln. Ein kollegiales Netzwerk der Universitätskliniken mit der Nähe zum Patienten. Wissenschaft und Praxis.
Bravo, bravo, bravo!

Auch soziologische Fragen muss man stellen.

Beate Weikmann | Di, 24. März 2020 - 17:33

Aber öffentlich wird das Volk, nachdem trotz Warnungen Faschingsfeiern erlaubt und Fußballspiele und Berliner Klubkultur bis zuletzt verteidigt wurden, seitens der Politik mit den freundlichen Worten eingelullt, es wären halt mal zwei Wochen: Vertraut uns. Bleibt daheim, setzt euch auf die Couch, wir kümmern uns drum. Mehr oder weniger.
Zitat Ende. Das sind unter anderem Sorgen. Es wird sich auf die Schulter geklopft und überlässt die Last zu tragen den anderen! So wird umverteilt und die Milliarden Rettungspakete bekommen die großen Unternehmen", die nach 10 Tagen schon nach Hilfe rufen! Der kleine Vermieter soll bis zu einem Jahr aushalten!

Ellen wolff | Di, 24. März 2020 - 17:34

Ich hab noch eine Frage. Angeblich könnten alle, die das Virus in sich tragen, durch einen einfachen Mundschutz (Schal um den Mund genügt) andere vor einer Ansteckung schützen. Warum werden nicht alle, die sich in der Öffentlichkeit, besonders in Supermärkten bewegen, dazu aufgerufen, einen solchen Mundschutz zu tragen? Wenn dann noch alle, die einen Supermarkt betreten am Eingang ihre Hände desinfizieren oder waschen müssten, sollte die Gefahr, dass sich dort das Virus weiter verbreitet, gebannt sein. Ließe sich sicher alles organisieren.

Heidemarie Heim | Di, 24. März 2020 - 17:44

und wunderbare Idee liebe Redaktion! Im Moment habe ich meinen Lagerkoller;) auch Dank unserer Gemeinschaft hier und den bisweilen hitzigen Diskussionen mit meinen Mitforisten*Innen noch ganz gut im Griff. Stoße aber wie schon vor der Krise bisweilen auf das Unverständnis meiner zumindest politisch nicht interessierten Mitmenschen und Bekannten, die mein Engagement diesbezüglich nicht oder schwer nachvollziehen können. Vielleicht auch deshalb, weil ich mich dadurch zunehmend in Gefilde begebe, die in Zeiten von Facebook accounts und Twitter so viel mehr Zeitaufwand und intensiverer Überlegungen bedürfen. Nicht frei von sozusagen auch "selbst darstellerischer Eitelkeit" behaupte ich darauf angesprochen, das ich ohne den Cicero und insbesondere den gedanklichen bzw. geistigen Austausch im hiesigen Forum als Rentnerin ganz einfach nach und nach verblöden und der Konzentration verlustig gehen würde;).
Wie wäre es mit einem Cicero-Tagebuch mit wechselnden Autoren zu querbeet-Themen? MfG

helmut armbruster | Di, 24. März 2020 - 17:51

am 19. März beschloss die EZB ein Corona Nothilfepaket in Höhe von 750 Milliarden Euro (in Zahlen = 750.000.000.000 €)
1. Woher kommt das Geld?
2. Wer hat die Macht diese Summe zu verteilen?Und wie viel an wen geht?
3. Gibt es Zahler und Zahlungsempfänger? Wer sind sie?
4. Welche Auswirkungen wird diese ungeheure Summe auf die Wirtschaft und die Geldwertstabilität haben?

Klaus Funke | Di, 24. März 2020 - 18:01

Ich möchte dem Ganzen einen positiven Aspekt abgewinnen. Wir brauchen dringend Optimismus und Hoffnung. Das würde ich mir auch von den Medien wünschen: Weniger Katstrophenmeldungen und dramatiscne Zahlen, dafür Hoffnung und Ablenkung im guten Sinne. Würde gern mal wieder einen guten Film sehen, sozusagen zur Erbauung und zum Aufbauen, eine Literaturverfilmung zum Beispiel. Ich selbst nutze die Zeit, um viel mit meinen Freunden und Verwandten zu telefonieren. Habe eine Schreibpause überwunden (bin Autor) und schreibe nun an einem alten Projekt, das ich lange vor mir herschob und das sehr rechercheaufwändig ist. Man bleibt in Spannung, schöpft positive Energie. Das sollten andere auch machen: Alte, aufgeschobene Projekte in Angriff nehmen, irgendetwas schreiben oder basteln oder Bücher lesen, die man schon immer mal lesen wollte. Energien sammeln, Liebe den Nächsten geben, selbst wenn sie jetzt nicht unmittelbar da sind. Auch gut essen ist wichtig. Dem Leib Gutes tun. Carpe diem.

Michaela 29 Diederichs | Mi, 25. März 2020 - 17:24

In reply to by Gast

Herr Kissler hat ein Bündel Kulturtipps in den Artikel eingestellt. Das finde ich besonders charmant. Da sollten Sie eigentlich fündig werden.

Andreas Oltmann | Di, 24. März 2020 - 19:22

Ich bin sehr gelassen, noch nicht infiziert, 66 J.alt und lebe auf dem Lande. Ich habe Strom, Heizung, Wasser und kann alles einkaufen was ich brauche zum Leben. Es ist dies keine Katastrophe wie ein Krieg oder ein explodierendes Kernkraftwerk oder ähnliches.
Eine vorübergehende Epidemie, die wenige Prozent der Bevölkerung treffen wird, die allermeisten werden nicht gefährlich krank, die Welt steht nicht vor dem Untergang.
Die täglichen Einschränkungen sind gut auszuhalten, wen man mit sich selbst etwas anfangen kann. Der Artikel, den Sie von Ihrer Italienrückkehrerin veröffentlicht haben, hat mich erschreckt. Für die Autorin brach zunächst ihre Welt zusammen, weil sie liebgewordenen Gewohnheiten nicht mehr nachgehen konnte:sich mit >Freunden treffen in der Bar, Umarmung und Küsschen da, keine Zusammensein mit Anderen...
Das alles ist wichtig, aber kein Lebensinhalt. Wir werden vielleicht lernen, was wirklich zählt und wichtig ist - darüber nachdenken, wie sinnvoll wir handeln.

Rob Schuberth | Di, 24. März 2020 - 19:52

Danke Herr Kissler für Ihre Initiative.

Ich nutze das gerne u. bitte darum, nicht nur, oder fast nur, über Corona-Themen zu schreiben.

Wenn ich jetzt z. B. erlebe wie, quasi im Windschatten dieser Pandemie, die EU (primär die Brüsseler Eurokraten) in Brüssel versucht weitere Länder Ost-Europas aufzunehmen und auch die Euro-Bonds (nat. unter anderem Namen) zu realisieren, dann wird m. Hals sehr dick.

Da würden mich kritische Artikel des Cicero sehr freuen.

(Balkanstaaten sowie die Türkei) wird angestrebt, nach allem, was wir mit der Türkei erleben mussten? Andererseits, Frau v.d. Leyen, haben Sie doch sicher auch von den katastrophalen Zuständen z.B. in Spanien gehört. Es gibt doch offensichtlich Defizite in den EU-Ländern, die wohl als gegeben hingenommen werden, mehr nicht? Führungsschwäche nenne ich das, und haben wir erst einmal die türkischen Abgeordneten im EU-Parlament (mit direktem Draht zum Despoten in Ankara), wie wollen Sie mit denen diskutieren? Ich meine, auf Augenhöhe?

Ich würde gern mehr erfahren über Menschen in der ehem. DDR, die sich mit ihren geplatzten Lebensplänen über Wasser halten mussten, weil ihnen ihr Gewissen wichtiger als Mitläufertum war. Private Schicksale z.B. nach Fluchtversuch und was daraus wurde, Enteignung und Besitz-Verlust, heimliche Liebe und Freundschaften über die Grenze hinweg. Ebenso Verbindungen zu den zeitweise dort arbeitenden Menschen aus den Bruderländern Kuba, Vietnam, Mosambique etc. Also Erfahrungsberichte Betroffener.

Tomas Poth | Di, 24. März 2020 - 22:21

Laut RKI war die Saison 2017/2018 bezüglich Influenza mit insgesamt ca. 9 Mio. Infizierten und ca. 25000 Toten die schlimmste seit Berichterstattung (Ärzteblatt.de)in Deutschland.
Zwei Fragen:
1. Warum wurde damals kein "Bohei" darum gemacht, so wie wir es heute erleben?
2. Werden jetzt wir also zukünftig jede Wintersaison mit diesen Reaktionen/Maßnahmen rechnen müssen?

Ich weiß dass ich den Cicero mit dieser Fragestellung überfordere, aber wir alle sollten uns Gedanken dazu machen.

Ronald Lehmann | Mi, 25. März 2020 - 21:45

In reply to by Gast

Lassen mir mal das Szenario durch den Kopf gehen & last uns ausrechnen, wenn diese Coronavirus-Pandemie ein 3/4 Jahr geht & dies zu gleichen Konditionen wie bisher.
Dann hält das ........ wieder Einzug.
Und egal was wird denken, .... lieber nicht.
Und das bei unseren Fachkräften "in den Regierungskreisen".
Jetzt weiß ich, warum man "dort" nicht mal ein Abschluss braucht!
Da hatte selbst der "Dachdecker" zu DDR-Zeiten ein "Müh" mit seinen Katastrophenplänen vorgesorgt. Anderseits: Nicht auf dieser irdischen Welt & selbst das Universum ist nicht für die Ewigkeit geschaffen. Prost

Alice Friedrich | Di, 24. März 2020 - 22:52

Wie gedenkt man denn die Herdenimmunität zu erreichen, wenn man auch alle die, die mit einem milden Verlauf rechnen können, lahmlegt und voneinander fernhält?
Das wird man ja nicht bis zum Einsatz eines Impfmittels durchhalten können.

Heidemarie Heim | Mi, 25. März 2020 - 17:51

In reply to by Gast

Also wie ich das bisher verstanden habe, möchte man gar nicht die sogenannte Herdenimmunität verhindern, sondern die Kurve der Infektionen und Erkrankungen so abflachen, das man die akute Patientenanzahl für die Behandler in einem zu bewältigenden Rahmen hält. Wenn sich die Patientenzahl täglich verdoppeln würde, wären wir schnell am Ende unseres klinischen Lateins. Und es käme wie in Italien aufgrund dieser unbeherrschbaren Anzahl zur Anwendung von dem aus Katastrophen und Kriegen bekannten Triage-Standardverfahren, wo so inhuman das klingen mag, selektiert wird nach Alter und Überlebenschancen. Der Unterschied zu den uns bekannten impfpräventiven Erregern z.B. Influenza liegt in der bisher nicht bekannten Übertragungsparameter. Sie können ob jung oder alt tagelang symptomfrei rumlaufen und haben von allen unbemerkt den Virus in sich und sind hochinfektiös. Nach Ihrer "unbekannten" Inkubationszeit bekommen Sie leichten Husten, der Andere braucht Intensivmedizin. MfG

Thomas | Mi, 25. März 2020 - 00:05

Ich suche schon seit lange vor der Berliner Libyenkonferenz einen Bericht über die Entwicklung in Libyen nach dem Sturz von Präsident Gaddafi. Hat leider gar nichts mit Corona zu tun.

Markus Michaelis | Mi, 25. März 2020 - 02:13

Was ich interessant fände:

Wir, in D als Teil des "Westens", sind es gewohnt an der Spitze zu stehen - wirtschaftlich, kulturell, gesellschaftlich. Dieses Bild bekommt Risse, von innen und außen und Corona ist ein Riss mehr, glaube ich. Selbstverständlichkeiten wanken, weswegen in D auch über grundlegende politische Fragen und gesellschaftliche Implikationen nachgedacht wird.

Wie ist das in China, der Türkei, Russland und anderen Ländern? Ist es da ein rein praktisches Problem? Ist es eingebettet in deren Geschichte, wie bei uns die Einschränkung von Grundfreiheiten eine besondere Problematik hat?

Ernst-Günther Konrad | Mi, 25. März 2020 - 09:30

Habe erstmal eine Nacht geschlafen und in Ruhe darüber nachgedacht, wie ich mit dem außergewöhnlichen Angebot des Cicero umgehen soll. Erstmal meine Wünsche.
Ich wünsche den Mitarbeitern und Angehörigen, allen Lesern und Kommentatoren des Cicero Gesundheit und viel Kraft und Freigeist zum Bestehen dieser Ausnahmesituation und der zwingend notwendigen Debatte danach.
Ich wünsche uns allen weiterhin die Fähigkeit des freien Denkens und des respektvollen Umgangs miteinander.
Denen es fehlt die Erkenntnis, dass Demokratie das Einhegen von Macht bedeutet durch Debatte, nicht durch ausgrenzen oder umdeuten von Meinung.
Für den Cicero selbst wünsche ich, dass Ihr auch weiterhin allen und jedem hier Gehör verschafft. Egal, ob uns Artikel oder Kommentare gefallen oder nicht.
Hoffentlich könnt Ihr weiterhin auch finanziell und gesellschaftlich so unabhängig bleiben, dass ihr eben nicht von der Mainstreammedien oder Politideologen "gefressen" werdet.
Eigene Geschichten? Ich überlege mir das.

Als Anfang wäre die Befreiung der Print-Abonnenten von den Zusatzkosten für die Digitalausgabe wünschenswert. Anderenfall kündigen diese womöglich bald...

Ernst-Günther Konrad | Mi, 25. März 2020 - 11:47

Wie geht die Redaktion mit dem Virus um?
Sitzt ihr bei Konferenzen weit auseinander oder schickt Ihr Euch nur noch Mails?
Hat das die Arbeitszeit verändert?
Habt Ihr politische Einflussnahme auf Eure Artikel erlebt?
Hat die Pandemie konkret wirtschaftlichen Einfluss auch auf den Cicero?
Wie ist der Austausch mit freien Journalisten?
Finden Interviews nur noch telefonisch statt? Bekommt ihr auch Hassmails, weil ihr dieses Magazin betreibt und Artikel und Kommentare zulasst, die andere so nicht lesen wollen?
Hat jemand von Euch auch schon persönlich ausgrenzende Erfahrungen gemacht wegen seiner/ihrer Meinung?
Wie geht Ihr selbst mit Kritik zu Euren Artikeln um? Gibt es jemand bei Euch, der nach Veröffentlichung eines Artikels Tage später zu der Überlegung kam, dass er das nicht nochmal so schreiben würde?
Seit ihr bei der Informationsgewinnung selbst schon auf Fake News hereingefallen?
Manchmal wird auch Kritik an anderen Medien oder Politikern geübt. Erfahrt ihr da Rückmeldungen?

S Bauer | Mi, 25. März 2020 - 12:23

Hier eine kleine Geschichte (aus Schweden): Ich war heute morgen im Cafe und kam ins Gespräch mit dem Besitzer. Er war dabei seine 4 Tische umzugruppieren, weil sie jetzt 1 m Abstand haben muessen. Er hat mich und meine Frau (Ärztin) dazu befragt und wir haben ihm gesagt, dass er natuerlich den behördlichen Anordnungen Folge leisten muss aber noch wichtiger wäre es einen Zettel aufzuhängen:" Gäste ueber 65 und andere Risikogruppen werden gebeten das Cafe nicht mehr zu betreten, bis sich die Coronasituation verbessert hat" oder so ähnlich. Mal schauen was daraus wird. Alternativ kann man ja alles dichtmachen, da muss man dann keine Alten "diskriminieren" oder andere Menschen als "Risikomenschen" stigmatisieren, nur verhältnismässig ist das nicht.

Hans-Jürgen Schulze | Mi, 25. März 2020 - 12:36

Völlig losgelöst von den bisher geschilderten Sachthemen schlage ich vor, diesen Leer - Raum den uns Corona zur Zeit geschaffen hat, in einen Lehr – Raum zu verwandeln.
Wie, na so: „verlorene Dicht und Denkkunst deutscher Geschichte hinein in unsere einsamen Corona Hirne“. Warum reden grün- rote Politiker wir haben kein deutsches Kulturgut. Wir haben, nur diese Klientel hat vermutlich deutsche Literatur abgewählt. Und deshalb sollte diese Lücke der Cicero für Alle ausfüllen, indem in jedem Newsletter mindestens ein, Gedicht oder Ballade oder Sinnspruch… in Schriftform und als unterlegtem Video von einem prädestinierten arbeitslosen Schauspieler zitiert, abrufbar ist. (wegen der ansprechenden Betonung)
- Goethe Schiller – Heine – Mann + Mann – Lessing sind bei Weitem nicht alle Korifehen deutscher Literatur.
Bald ist Ostern, wie wäre es mit dem geliebten „Osterspaziergang“ als anfängliches Paradestück?
Viel Spaß beim Lücke füllen wünscht H.- Jürgen Schulze

Dr. Friedrich Gerken | Mi, 25. März 2020 - 14:15

Die aktuell verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Infektionen, wie die weitgehende Kontaktsperre und die wirtschaftliche Lähmung lassen sich sicher nur eine relative kurze Zeit aufrechterhalten. Mich würde interessierten, wie "Exit Szenarien" aussehen. Ich gehe mal davon aus (bzw. hoffe es doch), dass sich sowohl Politiker als auch Wissenschaftler aus ganz verschiedenen Fachrichtungen dazu Gedanken machen. Es wäre schön und hilfreich, wenn diese Leute hier einmal zu Wort kämen und Alternativen vorgestellt und diskutiert werden.

Heidemarie Heim | Mi, 25. März 2020 - 17:28

In reply to by Gast

Genau das würde mich auch sehr interessieren. Selbst habe ich nicht sehr viel Wissen im Bereich Wirtschaft und die Zusammenhänge oder Abhängigkeiten global gesehen.
Ich kann mir lediglich denken, das wir nicht wie in China per Anordnung von oben, die besagt, ab nächste Woche ist die Krise vorbei und wir nehmen wieder die Produktion auf wie nach etwas längeren Betriebsferien erfolgen kann. Das wir den Scherbenhaufen der entstandenen Schäden einfach frohgemut als weiteren mittig platzierten rosa Elefanten übersehen, worauf sich nicht wenige Verantwortliche bisher aufs Beste verstanden und weitgehend einig waren. Am schlimmsten habe ich dahingehend damit zu kämpfen, das u.a. dieses Gebaren mich sehr viel Vertrauen in den Willen und die Handlungsfähigkeit unserer Politik gekostet hat. Wem soll man, kann man noch trauen? Alles Gute! Bleiben wir hoffentlich alle gesund! MfG

Klaus-Peter Götze | Mi, 25. März 2020 - 15:37

vielen Dank für die Anregung, nachzudenken über das, was einen selbst bewegt. Ich Frage mich seit geraumer Zeit, was geschehen würde, wenn es zu einem Totalausfall der Stromversorgung über einen längeren Zeitraum käme. Den Besitzern von Kurbelradios sollte unsere Regierung einmal sagen,welchen Sender sie dann hören sollen. Unsere -noch- bestehenden analogen UKW-Sender mit vergleichsweise geringer Reichweite werden es wohl nicht sein, sie werden kaum eine Notstromversorgung besitzen. Nun hat man bei vollem Bewusstsein die beiden Langwellensender des DLF schon lange abgeschaltet und verschrottet. Dass eine Abdeckung in einem Radius von ca. 2000km Tags und nachts mit nur 50kW Leistung möglich ist, zeigt uns der Langwellen-Zeitzeichensender DCF77 bei Frankfurt/Main. Wie lange wären wir im Unklaren über das Geschehen und welche Panik würde sich breit machen? Sollen wir wieder BBC hören müssen? Warum hat man die LW-Sender dem Energiesparwahn geopfert?

Marko Northe | Mi, 25. März 2020 - 16:12

Liebe Leser,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre zahlreichen Rückmeldungen. Wir sind noch dabei, Ihre Anregungen und Fragen zu sortieren und bitten dafür um etwas Zeit.

Auch die Recherchen zu bestimmten Themen werden Zeit in Anspruch nehmen, wir bitten dafür um Verständnis.

Freundliche Grüße

Marko Northe

Leiter der Online-Redaktion 

Reinhard Benditte | Mi, 25. März 2020 - 16:59

Ich wundere mich über fast alle deutschen Medien und deren Journalisten, die sich immer wieder über D. Trump ereifern, aber die deutsche Sorglosigkeit und Naivität ohne Murren hinnehmen!
Ich wundere mich darüber, daß es seit 2012 einen Bericht mit Maßnahmen über so eine Krise gibt und keiner nachfragt, was die Regierung unter AM seit 2012 vorbereitet hat!
Ich wundere mich über die geringe Zahl der Toten in Deutschland und frage mich, wie gemessen wird (Hinweis: die Zahl der Toten bei der letzten großen Grippewelle wurde vom RKI geschätzt)!
Ich wundere mich, ob die verschiedenen Ärzte, die die Viruspanik kritisch sehen, alle falsch liegen.
Ich wundere mich, warum niemand den Bericht des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin zum Anlaß nimmt, um weitere Fragen zu stellen!
Ich wundere mich welche Rolle Bill Gates spielt, der in einer 2019 Netflix Dokumentation eine Corona Pandemie vorhersagte!
Ich frage mich, ob diese Pandemie dazu dient, die Rechte der Bürger weiter auszuhöhlen!

Carola Schommer | Mi, 25. März 2020 - 22:07

in Deutschland sterben über 900.000 Menschen in Jahr. Das sind rund 2.500 Menschenleben täglich. Warum werden die Corona-Todesfälle nicht in diesen Kontext gestellt ?
Wenn die Meschen alle in Quarantäne sind, wie kann dann überhaupt eine Durchseuchung vonstatten gehen ? Wird der Virus dann nicht eher wie die Spanische Grippe in mehreren Wellen auftreten ? Angesichts der Todeszahlen, müssten wir nicht lernen, den Virus hinzunehmen wie die Influenza, die regelmäßig auftritt ?
Sind die jetzigen Maßnahmen zur Eindämmung nicht der Dolchstoß für unseren Wohlstand, von dem sich keiner ein Bild zu machen traut ?

Schulz, Irmgard | Do, 26. März 2020 - 09:19

... und insbesondere meinem Favoriten Alexander Kissler, der zu den wenigen Autoren gehört, die zwischen Religion und Spiritualität zu unterscheiden wissen.
Sehr herzlich, Irmgard Schulz

Meiner ist schon Herr Schwennicke und Herr Meyer.
Ersterer, weil er just studierte, was ich auch...
Letzterer, weil er in seinem Herzen Sozialdemokrat geblieben ist.
Überm Tor zum Cicero scheint zu stehen "Sprich Freund und tritt ein".
Ich komme nur drauf, weil letztens Tolkien gedacht wurde und eine schöne Hobbit-Kulturreisegeschichte in mehreren Folgen auf Amazon Prime? zu sehen ist.
Ach so zu meinem Vorschlag, da sich hier ein Herr beschwerte, der die Printausgabe und Cicero-online-abo bezahlen muss.
Man könnte für etwas weniger Geld sagen wir 3 Autoren abonnieren dürfen, dann aber nur unter denen kommentieren?
Ich empfinde die Community hier zwar nicht immer als meine intellektuelle Heimat, aber als Heimat, in der ich mich aufgehoben fühle.
Dafür Danke an Alle