Sharing Economy - Fahrlässige Fahrgeschäfte

Ob Sharing per Auto, Roller, Scooter oder Rad – alternative Fahrdienstleister liefern sich einen ruinösen Hyperwettbewerb. Ihr Versprechen von Klimaschutz, Komfort und Kostenersparnis droht zu scheitern. Dazu steht auch noch der Staat auf der Bremse. Dabei müsste er der wichtigste Geschäftspartner sein

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Mobilität der Zukunft oder nur Gelegenheit für ein Selfie? E-Roller des Sharing-Anbieters Tier / picture alliance

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Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Nils Wischmeyer ist freier Finanz- und Wirtschaftsjournalist beim Journalistenbüro dreimaldrei

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In den Berliner Morgenstunden tut sich die Mobilität der Zukunft meist noch schwer. Seit einiger Zeit schon pachtet hier am Potsdamer Platz das Fahrdienst-Start-up Clever­shuttle einen Teil der großen Stellfläche vor dem Gropius-Bau in der Stresemannstraße. Grün-weiß foliert stehen rund 70 Elektro­autos des Herstellers Nissan bereit zur Abfahrt „in eine lebenswerte Zukunft“, wie es auf der Webseite des 2014 gegründeten Berliner Start-ups heißt.

Doch in der morgendlichen Wintersonne glänzen die Karosserien vor allem durch die Abwesenheit von Aufträgen. „Pay less. Move green“, ist auf ihren Seitentüren zu lesen. Aber Rushhour bedeutet weitgehende Flaute für die Clevershuttle-Fahrzeugflotte. Für eilige Pendler ist das Angebot kaum attraktiv. Denn auch clevere Autos stehen im Stau. Dann doch lieber ÖPNV?

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Dietrich Bomm | Mo, 3. Februar 2020 - 17:57

ungesund. Deshalb Die E-Dinger. Die werden benutzt von kranken, bewegungsunfähigen Menschen, denen nach 100 Metern die Luft wegbleibt. Schauen Sie mal genau hin, wer solche Dinger benutzt. Faulenzer! Schluss mit der Gemeinheit.

Heidemarie Heim | Mo, 3. Februar 2020 - 18:25

Ich wohnte und arbeitete über 20 Jahre u.a. in der schwäbischen Metropole. Ich weiß nicht mehr wie oft ich in überfüllten stickig heißen Bussen fast erstickt, oder im Winter auf zugigen a....kalten S-Bahnsteigen mein Dasein mit Warten auf die passende Verbindung gefristet habe. Dito DB! Wie oft mir die Teile vor der Nase wegfuhren und aus meinem 8-Stundentag locker 9-10 mit verpasstem Umstieg, Fussweg usw.wurden. Bis ich dann endlich auf den Umweltsaumodus umschaltete und die selbe Strecke mit meinem Kleinwagen in ca.15 Min. pro Strecke bewältigte. Wie gesagt in einer Großstadt mit allem was der normale ÖPNV hergibt. Auch E-Roller oder E-Bike wären gänzlich nutzlos gewesen, sei denn man hätte mangels gut ausgebauter Radwege suizidale Absichten gehegt. Was eine Entlastung des städtischen Wohnungsangebotes und die 30 Minuten betrifft, so konnte man dies in Städten wie München und Stuttgarter Umland schon zu meinen Zeiten dort (vor10 Stgt. und nahezu 30 Jahren München) knicken. MfG

RMPetersen | Mo, 3. Februar 2020 - 18:45

Car-Sharing war eine Idee für die Zentren der Großstädte, dafür gab und gibt es ein kleines Segment im Mobilitätsmarkt. "Erfunden" wurde CarSharing in der Schweiz, dort waren zu Hoch-Zeiten schon vor 20 Jahren rd. 10 Prozent der Bevölkerung bei CarSharing registriert. Allerdings waren die Meisten Kartei-Leichen.

Das sieht man auch bei den mehrfach im Jahr "Erfolg" rufenden CarSharing-Fans zB in Berlin (- Prof. Knie u.a.): Es gibt eine ansteigende Interessenten-Zahl, aber eine zu geringe Nutzungs-Quote, damit es sich rentiert.

(Ob CarSharing in der Umwelt-Bilanz positiv ist, zB zur Reduzierung der CO2-Emissionen führt, ist auch umstritten.)

Die meisten Deutschen leben nicht in Großstadt-Zentren, sondern auf dem Land und in kleinen Orten. Nur 30% leben überhaupt in Großstädten (- einschl. Rand), 50% leben in Orten < 35.000 Ew. Die Meisten kommen zu ihren Arbeitsplätzen nur mit dem EIGENEN Auto.

Werden keine neuen Kleinwagen produziert, fährt man eben die alten Pkw weiter.

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