Deutsche Autoindustrie - Das Spaltmaß aller Dinge

Der Niedergang der deutschen Autoindustrie ist ein Lehrstück darüber, dass Marktismus allein zu wenig ist. Die Politik muss mitbestimmen, wohin sich die Industrie hierzulande entwickelt

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Jeden Freitag beenden die Fridays for Future Demos das deutsche Automärchen / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Für die Automobilwirtschaft war er das Maß aller Dinge. Er schuf den größten Fahrzeugkonzern der Welt. An ihm nahm die Konkurrenz Maß. Und er galt als maßlos autoritär. Auf Auslandsreisen soll er Führungskräfte aus dem Begleittross, deren Performance seinen Ansprüchen nicht genügte, durch Zustellung eines Flugtickets nach Hause abkommandiert haben: Martin Winterkorn, bis vor wenigen Jahren unumschränkter Herrscher über den Volkswagenkonzern.

Winterkorns ganz persönliches Maß allerdings war eher eng: Das „Spaltmaß“, der millimeterknappe Abstand zwischen Tür und Türrahmen eines Autos, war zeitweise in aller Munde, nachdem auf Fotos zu sehen war, wie der oberste Boss mit seinem höchstpersönlichen Kugelschreiber an einer VW-Türe Maß nimmt.

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Bert Dufaux | Do, 9. Januar 2020 - 12:59

Wenn so der Niedergang der deutschen Autoindustrie aussieht, dann frage ich mich, wie es ihr geht, wenn sie Erfolg hat: Vgl. FAZ vom 09.01.2020: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/daimler-weiter-vor-… "Mercedes glänzt mit dem höchsten Autoabsatz der Unternehmensgeschichte. Aber auch BMW und Audi haben rekordverdächtig viele Fahrzeuge verkauft". Wer soll den Journalisten denn da noch etwas glauben?

Jürgen Lehmann | Do, 9. Januar 2020 - 14:00

„umweltgerechte Automobile“
„erzwungen haben es die Kinder der total mobilen Autogeneration“
„Durch gesellschaftlichen Druck, politischen Druck, also durch Einsicht und Vernunft“
„Dass die Politik in der Marktwirtschaft mitbestimmen muss, indem sie reglementiert und animiert“

Lieber Herr Meyer, nun sind Sie auch in das Fahrwasser der KRETA geraten.
Der menschengemachte Klimawandel ist eine Farce, wenn auch hieraus – durch EINSICHT und VERNUFT?? - die Massenproduktion der Elektroautos erfolgt.
Diese Autos erzeugen nach wie vor Feinstaub,Straßenschäden und sind von der Herstellung bis zur Verschrottung alles andere als umweltgerechte Automobile

Mein nächster PKW wird wieder ein Benzinmotor sein.

Herr Namensvetter ;-)
Habe dieser Tage eine Whatsapp bekommen, wo eine Aufnahme/ Dokumentation von 1989 im d.Fernsehen gelaufen ist, wo ein Audi-Diesel mit unter 2.5 Liter vorgestellt wurde!!!

Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass es die d. Autoindustrie war, die "Handel & Gewinn" ohne Grenzen wollte (& die Gewerkschaften mitten drin als ein guter "Futterverwerter").

Was sagte das Rumpelstilzchen:
Die endlose menschliche Gier nach immer mehr ist das, was der "Sündenfall" für mich persönlich ist.
Deswegen steht auf meinen "Glückwunschkarten"
...Glück & innere Zufriedenheit

PS: wegen der inneren Zufriedenheit müssen ja nicht gleich die Synapsen ausgeschaltet werden.
Und an die C.-Redaktion:
Würde mich freuen, falls das Video ein Fake ist, dies hier bekannt zu geben. LG & weiterhin viel Erfolg

scheint mir eine neue Wachstums- und Umverteilungsphilosophie des IPCC in der UN zu sein.
Wissenschaftliche Arbeiten/Erkenntnisse die den Zweifel an der CO2-Hypothese erwecken werden in den Mainstream-Medien nicht dargelegt bzw. zum Diskurs gestellt. So etwas nennt man Meinungslenkung durch Auswahl der zur Verfügung gestellten Informationen.

Werner Peters | Do, 9. Januar 2020 - 14:07

"Der Niedergang der deutschen Autoindustrie ist ein Lehrstück darüber, dass Marktismus allein zu wenig ist. Die Politik muss mitbestimmen, wohin sich die Industrie hierzulande entwickelt" Sorry, aber ich halte das für ausgemachten Blödsinn. Weder steht die deutsche Autoindustrie vor ihrem "Niedergang" noch solle die Politik mitbestimmen, wer sich welches Auto kauft. Das geht immer schief.

Dr. Roland Mock | Do, 9. Januar 2020 - 15:29

Der Markt hat also versagt und der Staat soll’s richten. War es denn wirklich der Markt, der die Autoindustrie in diese unselige Klemme manövriert hat? Nein, der stellte exakt diejenigen Autos her, welche die Käufer wünschten. Und erst dann kamen EU und US-Behörden und drückten der Autoindustrie absurde Grenzwerte für Emissionen auf, die am Rande des physikalisch Machbaren lagen. Richtig ist: Die Autoindustrie, allen voran VW, hat hierauf kopflos regiert. Erst mit Trickserei. Und heute mit Anschleimerei an ideologisch determinierte Politik. Statt offensiv gegen den Grenzwertwahn und Sittenwächter wie den Abmahnverein „Deutsche Umwelthilfe“ vorzugehen. Und dann: Schulmädchen als Initialzündung und Tesla als Vorbild für eine neue Marktstrategie? Tesla? Ein mit Steuermilliarden gepäppelter Konzern, der noch nie Geld am Markt verdient hat. Die neuen Zulassungszahlen für SUV zeigen, daß Menschen sich nicht vom Staat vorschreiben lassen wie sie sich durch die Welt zu bewegen haben.

Bernd Windisch | Do, 9. Januar 2020 - 17:23

Ich habe selten einen solch blühenden Unsinn im Cicero gelesen.

dieter schimanek | Do, 9. Januar 2020 - 17:32

...verschlafen schon wieder die Zukunft. Elektro ist nicht sauber, sie zerstört Umwelt in den Förderländern u. ohne grünen Strom ist es sinnlos. Man könnte unseren Fridays for Future Fetischisten vor Ort zeigen, wie Kinderarbeit aussieht. Vielleicht wäre es auch hilfreich, statt Freitags Demos besser naturwissenschaftliche Nachhilfe zu unterrichten. Sie würden dann erfahren, das nicht 40 - 60 % CO2 in der Luft ist. Wasserstoff ist Zukunft und da sind Japan, Korea und China vorn. Vielleicht gelingt es ja auch irgendwann einen Fusionsreaktor ans Laufen zu bringen. Alles was heute favorisiert wird ist eine Zwischenlösung.

Jürgen Keil | Do, 9. Januar 2020 - 17:35

Geschätzter Herr Meyer, so sehr Ihre Beiträge zu politischen Themen bei mir gut anklingen, ich teile oft Ihre Meinung, muss ich zu diesen Thema als Ingenieur widersprechen. Die Elektromobilität halte ich, sollte keine andere, ökonomische und umweltschonendere Speichertechnologie für elektrische Energie gefunden werden, für eine Übergangstechnologie. Nur für den städtischen und stadtnahe Raum sehe ich eine Berechtigung. Meine Aussage zur Speicherung gilt fürs Auto selbst, sowie für die Erzeugung elektrischer Energie aus Wind und Sonne. Die Politik ist in diesen Zusammenhang kein guter Ratgeber, da sie sich im Einfluss der, von ihr selbst geförderten, staatliche Mittel abschöpfenden s.g. Klimawissenschaft befindet. Dass die deutschen Automobilherstellermanager Gummibärchen sind, die sich, wenn der politische Druck groß genug ist, jeden Zeitgeist ankleben, sehe ich auch so.

Robert Müller | Fr, 10. Januar 2020 - 12:58

In reply to by Gast

Es war ganz sicher kein politischer Druck aus Berlin. Wenn dann aus Peking und aus der USA kam ökonomischer Druck. Letzteres sieht man daran wie Tesla an der Börse bewertet ist und wie unsere Automobilkonzerne.

Klaus Peitzmeier | Do, 9. Januar 2020 - 17:38

Sg Herr Meyer, Sie sind scheinbar der Einzige der beurteilen kann, welcher Antrieb zukünftig richtig oder falsch ist. Die optimierten Dieselmotoren sind überhaupt nicht "emissionsproblematisch". Emissionsproblematisch sind die E-Antriebe deren Energie aus franz.Kern- u Polnisch/Tschechischen Kohlekraftwerken gespeißt werden. Das ist doch die Realität. Nehmen Sie doch alle Diesel u Benziner von der Strasse u ersetzen Sie diese durch E-Autos. Woher nehmen Sie denn den Strom u die Rohstoffe? Fahren Sie doch mal von Bern nach Hamburg u zurück mit ihrem Tesla. Das mache ich mit meinem Diesel an einem Tag. Dafür brauchen Sie mit ihrem "avantgardistischen Antrieb" 3 Tage. Und wo sehen Sie den unermeßlichen Schaden für DE? Ich sehe einen Musk, der bisher nur riesige Verluste anhäufte u von Gewinnen träumt. Der Markt wird durch Energiesubventionen grüner Fantasten doch völlig verfälscht u die Politik hat schon gar keine Ahnung wo es hingeht. Und Sie u ich wissen heute auch nicht wie es endet.

Sg Herr Gebäudeflüster, Sie stellen eine Frage die ich schon beantwortete. Ich bin Dieselfahrer.
Sie vergaßen zu schreiben, was für Sie ein vernünftiges E-Auto ist. Ist es ein mit meinem Golf oder Audi A 3 vergleichbares Auto für ca. 30.000 €?
Dann freue ich mich auf einen Praxistest mit Ihnen.
Ein Dritter legt die Route über ca. 1.600 - 1800 km fest u gibt diese direkt vor dem Start bekannt.
Den Praxistest veröffentlichen wir dann im CICERO u hinterher unterhalten wir uns wer Unsinn schrieb.
Oder sind Sie auch nur so ein avantgardistischer Maulheld?

Eckart Härter | Do, 9. Januar 2020 - 18:10

Meiner Meinung nach hat sich die Exekutive in die Belange der Industrie nur einzumischen, wenn es um die Einhaltung bestehender Gesetze geht (Mitarbeiterschutz, Umweltschutz, kaufmännische Redlichkeit usw.). Alles andere geht die Regierung nichts an, zumal es der Politik sowieso an der nötigen Kompetenz mangeln dürfte.

Bernd Windisch | Do, 9. Januar 2020 - 18:26

Fest steht: Marxismus ist Gift für die Marktwirtschaft. Klar indes ist aber auch: Das angebliche Gegengift Marktismus wirkt nicht minder verderblich.

Fest steht aber auch, dass der Marktismus Autos hervorgebracht hat die in der ganzen Welt gefragt sind und denen wir einen Großteil unseres Wohlstandes verdanken. Der Marxist hingegen fährt wenn es gut läuft Trabant und steht in der Schlange nach Bananen an. Schon vergessen? Nicht schlimm die DDR 2.0 unter grüner Rigide kommt schneller als manchem von uns lieb sein kann. Dann gibt es auch wieder jede Menge schwarzer Freitage. Die Welt kann manchmal sooo einfach sein.

Jan Kreppel | Do, 9. Januar 2020 - 19:22

Lieber Herr Meyer,
ich freue mich immer über Ihre Beiträge, besonders Ihre Interviews. Diesmal liegen Sie meines Erachtens aber komplett falsch. Sie singen das hohe Lied auf das Elektro-Auto. Dessen tatsächlicher ökologischer Nutzen darf aber getrost angezweifelt werden. Ich brauche die Argumente hier garnicht wiederholen, da können Sie sich leicht selber schlau machen. Der politische Regulierungswille, den Sie anmahnen, ist ja längst da. Die deutsche Auto-Industrie wird derzeit von der Politik regelrecht dazu getrieben, in Elektromobilität zu investieren. Dazu braucht es gar keine "Fridays for Future". Verdient wurde dabei übrigens bisher so gut wie nichts, auch nicht von Herrn Musk. Tatsächlich wären hier eher
die Selbstregulierungskräfte des freien Marktes von Nutzen, anstatt mit aller Macht eine Technologie mit allen Folgekosten zu erzwingen, ohne dass Alternativen geprüft und abgewogen worden wären.
Ihr getreuer Leser
Jan Kreppel

Heidemarie Heim | Do, 9. Januar 2020 - 19:31

Einverstanden Herr Meyer! Auch wenn mir die Begriffe allzu interpretierfähig scheinen. Auch sollte sich dieserart Reglement auf alle Wirtschaftssektoren ausbreiten, z.B. Bankenwesen, Börsenhandel, Waffenhandel, Steuerparadiese und alles was sonst so, unterstützt und befördert durch starken Lobbyismus schädliche Blüten treiben konnte. Und ja, ich denke die Zeiten sind vorbei, wo unsere Wirtschaftsbosse bei Kaffee und Kuchen im Kanzleramt freundlich aber bestimmt damit drohen konnten ins Ausland zu verlegen oder mit massiven Arbeitsplatzabbau meinten am längeren Verhandlungshebel zu sitzen. Gemeinsam mit der Politik saß man denn auch die notwendigen Entwicklungen aus und unterschätzte die Innovationsfähigkeit anderer. Und wen schlagen Sie vor Herr Meyer, der seitens der deutschen Politik die Rolle der Freisinnigen besetzen kann? Dieser Punkt lässt mich nämlich mehr als nachdenklich wie ratlos zurück. Was oder wen übersehe ich eventuell? MfG

Dafür hätte eben m.E. Gabriel weitermachen müssen, wenn nicht in der Politik, dann bei der Automobilindustrie.
Das ist ihm vermutlich zu klein geworden, Gabriel schmeisst mal eben den aussenpolitischen Laden oder anderes mit einem einzigen Interview.
Aber was soll man denn machen, wenn "die Politik" nicht zu den Menschen, ihren Tätigkeitsfeldern oder Lebensbereichen kommt?
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein Politiker vor allem (medial) einfach nur gefeiert wurde, evtl. ohne zu liefern.
Vielleicht sind das alles nur Nachwehen zweier getrennter Staaten, die zusammengehörten und zusammengehören.
Die mediale Aussenwirkung der DDR-Politik über die DDR-Medien fand ich jedenfalls teils abstrus, teilweise lächerlich, mich wenig überzeugend.
Formal war sie schon nicht unähnlich den unseren westlichen.
Zu Ihrem Zweifel, es gibt ganz sicher kompetente Politiker und Politikerinnen, der Focus scheint aber medial gerne auf Merkel zu liegen.
Es fehlen Brillen?:)

Heidemarie Heim | Fr, 10. Januar 2020 - 19:54

In reply to by Gast

In der Tat liebe Frau Sehrt-Irrek! Seit Jahren lechze in vielen Dingen des politischen Geschehens nach Antworten, muss jedoch inzwischen konstatieren, das auch da ein zunehmender "Fachkräfte-Mangel" herrscht und infolgedessen meine Hoffnungen nach und nach schwanden. Weshalb auch Sie, die Ciceronen und all meine liebenswerten Mitkommentatoren für meinen Frustabbau;) herhalten müssen! Aber primär finde ich hier im Forum und bei den Autoren oft die Antworten bzw. Anregungen, die mir wie oben beschrieben, die Politik versagt! Alles Gute! MfG

Ingo Kampf | Do, 9. Januar 2020 - 19:50

....Meyer schätze, so sehr widerspreche ich seiner Einschätzung hier! Ja - Wolfsburg war, wie Nord-Korea, nur mit Autos. Nicht Winterkorn war der Held, sonder Piëch, der den Laden beschleunigte, nachdem Herr Dr. Hahn nach Tschechien, Spanien und vor allem China gegangen ist. Der Abgasbetrug war ein Führungsproblem. Die Kultur bei den anderen Herstellern ist nicht besser - sie zogen doch über Jahrzehnte die akademischen Streber an.
Und nun zur Kritik: Ob Tesla der technische Disruptor wird, ist weltweit noch nicht ausgemacht. Ob die vielen chinesischen Start-up‘s überstehen, wird man sehen. Ich denke da an den halb-deutschen Byton. VW hat doch mit dem ID3 den Ball aufgenommen und wird mit der ganzen ID-Reihe antreten. Man wird sehen, ob der Kunde will. Freiwillig werden sie es in großer Zahl nicht tun. Da müssen schon Zwang oder Privilegien her.
Nun zum Spaltmaße: Für mich ein Symbol an Karosseriequalität. Nehmen wir den Tesla 3 : Ein sicher gutes E-Auto aber ein schlechtes Auto!

Henning Magirius | Do, 9. Januar 2020 - 20:10

Sehr geehrter Herr Meyer, der einzige Grund, warum die deutschen Autokonzerne derzeit E-Mobile produzieren, ist die o.g. EU-Verordnung. Diese zwingt sie, ab diesem Jahr eine Durchschnittsquote ihrer produzierten PKWs („Flotte“) von 95g/km CO2-Ausstoß zu erreichen. Alle kaufen SUVs mit über 200g/km CO2, da hilft nur die Produktion von zehntausenden von E-Autos - die wiederum keiner kaufen wird. Schau‘n mer mal, Herr Meyer und lassen Sie uns Anfang 2022 nochmal miteinander debattieren. Das wird ein Desaster für Brüssel, für Berlin, für VW, BMW, Daimler .... und für alle, die der E-Mobilität im Moment eine „Zukunft“ in D zugestehen.

Ingo frank | Do, 9. Januar 2020 - 21:27

die Politik muß mitbestimmen ...
Das sehe ich ganz und gar anders. Der Staat soll sich aus der Wirtschaft heraus halten! Ohne wenn und aber. Wohin das führt habe ich nach meinem Hochschulabschluss bis 1989 jeden Tag in der „sozialistischen Produktion“ gesehen. Weitere Ausführungen spare ich mir; nur so viel : MANGEL an allem.
Salopp gesagt ist das wie mit einer Schwangerschaft. Entweder ist eine Frau schwanger oder eben nicht. Ein bisschen schwanger gibt es nicht! Ein besseres System der ( sozialen) Marktwirtschaft gibt es nicht. Sicherlich nicht vollkommen, aber besser als jegliche „Sozialismusfantasien“.

Andreas Baur | Fr, 10. Januar 2020 - 08:11

So, wie die Autokonstrukteure liegen auch die "Wortkonstrukteure" manches Mal falsch: die Kinder von FfF zu hofieren, als hätten diese die Autowende verursacht, ist ein grundfalsches Spaltmaß! Maßgeblicher Auslöser war in erster Linie die Deutsche Umwelthilfe, weil die nicht auf der Straße herumgehüpft ist, sondern höchstrichterliche Urteile herbeigeführt hat. Und das bereits lange bevor Greta ihren Straßenkampf nach Deutschland getragen hat. Der nächste Schritt folgte durch zahlreiche Lokalpolitiker, die mit Fahrverboten die neue Rechtsprechung umsetzten. Das führte zu Reaktionen bei uns Bürgern und kam dann auch bei den Autokonzernen an. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich bin überzeugt, dass es das Vorrecht der Jugend ist, alles in Frage zu stellen und Antworten zu verlangen. Auch auf der Straße und auch laut. Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Kinder oder Jugendliche uns die Antworten auf komplexe gesellschaftliche Entwicklungsprobleme geben können!

helmut armbruster | Fr, 10. Januar 2020 - 09:24

ich kann es ja nicht nachprüfen, aber was man so hört und liest ist nicht nur positiv.
So soll die Umweltbilanz des Tesla negativ sein, was seine Umweltfreundlichkeit doch sehr in Frage stellt.
Das Tesla Unternehmen macht kaum Gewinn und hat eine gigantische Verschuldung.
Die Frage ob das E-Auto wirklich die Zukunft ist, ist noch nicht entschieden. Die Wasserstofftechnik könnte sich als die umweltfreundlichere erweisen und das Rennen machen.
Dass Musk jetzt in D investiert zeigt, dass er nicht viel Ahnung hat von deutschen Steuern, Auflagen und Arbeitnehmerrechten. Da gibt es anderswo günstigere Standorte.

Marianne Bernstein | Fr, 10. Januar 2020 - 10:02

weil der Markt immer die Tendenz hat sich selbst abzuschaffen. Das größte Problem in Deutschland ist aber, dass es viel zu wenig Wagniskapital gibt und damit auch keine Visionen umgesetzt werden können. Ein Elon Musk ist in Deutschland nicht vorstellbar. Der Staat ist hier aber auch der letzte, der es richten könnte.

Der muss erst mal eine glatte Bilanz mit seinem Unternehmen hinkriegen. Vielleicht kommt er deshalb nach Deutschland um hier Fördergelder abzugrasen.
Eine Subventionsheuschrecke wie Nokia (OT J. Rüttgers CDU Ministerpräsident 2008 NRW)?!

Michael Sachs | Fr, 10. Januar 2020 - 12:27

Ich denke schon dass der Staat eingreifen muss nur er darf nicht falsch eingreifen sondern richtig, das VW in Amerika die Prozesslawine am Hals hatte lag doch hauptsächlich daran das der deutsche Staat und die Behörden vollkommen versagt haben, der Prozess in Amerika war ja auch ein Eingriff des Staates es hat ja keine private Firma gegen VW geklagt sondern der Staat Amerika, also hätte es auch eine deutsche Behörde tun können was sie ja jetzt auch tun nur etwas zu spät.

Der Erfolg ist ja auch sichtbar innerhalb relativ kurzer Zeit hat die Automobilindustrie den Diesel so sauber gemacht dass er viel sauberer als die E-Autos ist also hat das ganze doch etwas gebracht. Der Staat kann natürlich sagen die Dieselmotoren sind zu schmutzig für die Innenstädte und wenn ihr nichts besseres auf die Reihe kriegt dann müssen wir den Diesel verbieten und dann hätten sie schauen können was draus geworden wäre, aber sie könne nicht sagen ihr müsst das oder das entwickeln das können nur Ingenieure.

Hermann Geisbusch | Fr, 10. Januar 2020 - 14:37

Ich erinnere mich noch als wir, mein Vater und ich, von Arnsberg nach Gelsenkirchen in einem Laster mit Holzvergasdser fuhren. Ein Sack mit Holzhäcksel reichte für ca. 100 km. Ich wundere mich, dass das nicht diskutiert wird.
Ein U-Boot der Dolphin-Klasse fährt mit Wasserstoff getaucht von D bis in die Karibik. Die
Technik funktioniert also.
Moderne Dieselmotoren haben eine sogen. Kennfeldsteurung, bei der die Einspritzung je nach Lufttemperatur, Feuchte, Luftdruck, Motortemperatur, abgenommene Last und einiges mehr geregelt wird. Es wurden eine Unmenge von Versuchen gefahren um die Abgase zu optimieren. z.B. mit einem 190er eine vollbesetzte S-Klasse die Großglockner Hochalpenstraße mit Vollgas hochgeschleppt während die Abgasmessgerät im Kofferraum alle Daten registrierte. Und das nicht nur einmal. Dead Valley in Amerika rauf und runter, Im Norden Finnlands bei eisiger Kälte. Wie weit komme ich mit einem Liter Diesel heute? Die Entwickler pennen nicht, reißen sich den A auf.

Daniel W. | Mo, 13. Januar 2020 - 15:58

Meines Wissens werden E-Autos nur in homöophatischen Dosen gekauft. Tesla ist um Größenordnungen von den Absatzzahlen seiner Konkurrenten entfernt. Die meistverkauften Autos sind SUVs. E-Autos lassen sich nur mit Hilfe massiver Subventionen verkaufen. Der Autor fordert staatliche Eingriffe ? Die haben wir schon ! Allein dienTatsache, daß wir über E-Autos sprechen ist einem medialen Hype und staatlichen Eingriffen zu verdanken.