Volksparteien im Niedergang - Was SPD und CDU von Don Camillo und Peppone lernen können

Das Siechtum der beiden deutschen Volksparteien ist im ablaufenen Jahr weitergegangen. Ist das eine evolutionäre Entwicklung? Oder können CDU und SPD wieder zu alter Stärke finden? Letzteres kann schon 2020 beginnen, setzt aber ein paar grundlegende Erkenntnisse voraus

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Kanzlerin und Vizekanzler haben Freude aneinander / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Don Camillo und Peppone - als kleiner Junge liebte ich ihre Spielfilme. Der aufbrausende und knurrhahnige Kommunist und Bürgermeister eines kleinen italienischen Dorfes namens Boscaccio  auf der einen Seite, und auf der anderen der listige, fröhliche und zur Not auch schlagkräftige Pfarrer, der auf die Belange der Kirche und seiner Gemeinde achtgab. Was haben die beiden sich beharkt und gezofft und getriezt, der Kommunist und der Katholik. Und wie sehr haben sie sich am Ende respektiert – und an einem Strang gezogen, wenn das Gesamtwohl der Gemeinde auf dem Spiel stand.

In inniger Abneigung verbunden

Die SPD und die CDU waren einander einmal das, was Don Camillo und Peppone füreinander waren. In inniger Abneigung verbunden, für zwei Weltanschauungen stehend. Und immer wissend, dass die eine Partei die andere bedingt. Und dass die Welt auch dann nicht untergeht, wenn die andern mal dran sind – auch wenn man genau das im Wahlkampf prophezeit hatte.

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helmut armbruster | Mi, 25. Dezember 2019 - 08:32

wirklichen Probleme herum drückt.
Und wer heikle Themen nicht ausklammert und sie nicht tabuisiert.
Die massive Einwanderung nach D, das immer schneller immer größere werdenden Gefälle zwischen arm und reich, die schrumpfende noch deutsche Bevölkerung und die zunehmende eingewanderte Bevölkerung, und noch einiges mehr, und einiges mehr, das wird der Problem-Mix der nahen Zukunft sein.
Nur eine politische Partei, welche sich dieser Probleme annimmt und glaubhaft vermitteln kann, dass sie die Probleme steuern kann und dass es Lösungen gibt, nur eine solche Partei könnte wieder Volkspartei werden

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 25. Dezember 2019 - 09:17

Weise Worte aus Ihrem klugen Munde, Herr Schwennicke. Beide Volksparteien haben ihren „Charakter“ verloren, das wofür sie einmal standen. Viel gravierender haben beide die soziale Marktwirtschaft verraten, haben den deutschen Markt schutzlos internationalen Mächten ausgeliefert. Die globale freie Marktwirtschaft ist positiv, solange sich alle an die gleichen Spielregeln halten. Wenn es aber keine verlässliche gemeinsame Regel gibt, wird diese freie Marktwirtschaft zur Gefahr. Wenn Don Camillo und Peppone keine Achtung vor dem anderen und keinen gemeinsamen Willen zum Wohle aller hätten, wäre das Gleichgewicht verloren.
Wo sind in CDU, SPD oder anderen Parteien starke Charaktere eines Sebastian Kurz und hätte dieser bei unseren Medien eine Chance? Man schaue sich die Berichterstattung über Kurz bei uns an. Markus Söder ist jedenfalls nicht dieser starke Charakter, dafür ist er zu sehr das Fähnchen im Wind.

Dr. Roland Mock | Mi, 25. Dezember 2019 - 13:43

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

CDU und SPD haben nach Ihrer Auffassung „den deutschen Markt schutzlos den internationalen Mächten ausgeliefert“. Internationalen Mächten? Verstehe ich nicht. Ich würde mal meinen, es waren eher nationale (deutsche) Akteure, welche unsere Wirtschaft „ausgeliefert“ haben: Unsere Bundeskanzlerin, ihre diversen Kabinette von Röttgen über von der Leyen bis zu Altmeier. Nicht zu vergessen auch der hartnäckige Verweigerer steuerlicher Entlastungen Wolfgang Schäuble. Und natürlich die gesammelte Sozialistenriege der SPD, der zum Thema Wirtschaft noch nie etwas anderes als Steuererhöhungen und Beschimpfung der Leistungsträger eingefallen ist. Herausgekommen sind „Energiewende“, EU-Südstaaten- „Rettungsprogramme“, die Zerlegung deutscher Schlüsselindustrien wie Auto- und Kraftwerksbau etc. etc. Für solcherlei systematische Zerstörung der Märkte bedarf es also mitnichten „internationaler Mächte“.

Roland Völkel | So, 29. Dezember 2019 - 17:56

In reply to by Dr. Roland Mock

politischen Akteure haben zu dem "Ausverkauf" deutscher Unternehmen beigetragen, Herr Mock!
Wer hat denn Linde praktisch zu einen amerikanischen Unternehmen ("Fusion" mit Praxair) gemacht? Es war der "geniale selbstverliebte" Herr W. Reitzle.
Weitere "Ausverkäufe" waren u.a. Mannesmann, Hoechst u.a.
Es gab mal die berühmte "Deutschland AG" unter Führung der dt. Bank. Lang is her.
Das aber ein Unternehmen wie z.B. Kuka an einen chinesischen Hausgerätehersteller verscherbelt wird, ja da hätte die politische "Führung" eingreifen müssen.
Das hätten die Amis oder die Franzosen so niemals durchgehen lassen.
Die Liste ließe sich endlos weiterführen!

gabriele bondzio | Fr, 27. Dezember 2019 - 08:05

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

und man sich in der ganzen Moralisierungs-Campagne, die mit der Migration einhergeht, selbst gefangen hat! Dazu ein Wahlsystem, das Parteiklüngel und einen Kanzlerwahlverein begünstigt. Wo sollten hier neue Kader in Partein hervorgehen bzw. sich etwas ändern?

Werner Peters | Mi, 25. Dezember 2019 - 10:10

Das Siechtum von Union und SPD wird auch 2020 weitergehen, weil beide Parteien den großen Vertrauensbruch aus 2015 immer noch nicht ehrlich aufgearbeitet haben und sich hauptsächlich nebensächlichen Themen widmen, die die Wähler aber nicht groß interessieren. Die neuen Kenia-Koalitionen im Osten werden die beiden Parteien weiter destabilisieren.

...das Ganze noch unterstützen und damit die Zahl der Andersdenkenden bei der Wahlurne "klein" zu halten scheinen, wird man der Wahrheit nur schwer ins Gesicht schauen wollen ... man kann ja manche der Fehler bzw. deren Kosten nun erstmal mit den Extra-Einnahmen (aus der Schublade "Klima") versuchen, klein zu halten ... die entsprechenden Medien geben dazu tagtäglich mediale Unterstützung, von den Kirchen ganz zu schweigen (gerade Weihnachten laufen die zur Höchstform auf) ...

Klaus Peitzmeier | Mi, 25. Dezember 2019 - 11:22

Alle Parteien können stärker werden, sofern ihre Politik vom Volk verstanden wird. Die Schrödersche Reform war doch überfällig. Aber wurde übertrieben. Man kann doch den Leuten nicht ihr Haus u Angespartes wegnehmen. So wie die SPD jetzt in die andere Richtung übertreibt. Rente mit 63 u bedingungslose Grundrente. Jeder fühlt doch, das kann nicht gutgehen. Diese Gießkannenpolitik fällt uns doch irgendwann auf die Füße. Ebenso die Energiepolitik. Ablehnung fossiler Brennstoffe, der Atomkraft u faktisch der Windenergie. Das ist doch kindisch. Genauso mit dem E-Auto Hype. Jeder spürt, daß kann nicht funktionieren u die Chinesen schwenken schon um. Dann schwenken die Autokonzerne gleich mit. Dann die Migrations- u Islampolitik. Diese ständige Diskussion, wer paßt sich wem an, macht einen wütend. Wer sich nicht anpassen will, soll woanders hingehen. Und dies sich gängeln lassen von Erdogan u Trump ist so unerträglich. Wir wollen es nicht, selbst wenn es wehtut.

Markus Michaelis | Mi, 25. Dezember 2019 - 11:49

Für mich stecken da unter anderem folgende grundlegenden Punkte dahinter:

Viertens: man spricht nicht für die Welt und nicht für universelle Werte, weil die Welt zu bunt und widersprüchlich ist und man diese Buntheit auch nicht versteht (zu bunt, niemand versteht sie genug, um alle Menschen zu vertreten).

Fünftens: Widersprüche sind Teil der Aufgabe. Es reicht nicht eine Gruppe vorzeigen zu können, der es im Eigenbefinden schlecht geht und die Bauchschmerzen hat, um daraus einen grundlegenden Systemfehler und eine Anpassungsnotwendigkeit für alle anderen ableiten zu können. Es wird immer Leute geben, deren Leben durch eine Gesellschaft ruiniert wird. Die Kunst ist das weder zu ignorieren, noch zu glauben, dass jeder Fall eine klare Änderung vorgeben muss. SPD und CDU standen für Richtungen größere Bauchschmerzgruppen in Bahnen zu lenken.

Armin Latell | Mi, 25. Dezember 2019 - 12:46

Man muss sich schon fragen, warum wir solche „Organisationen“ überhaupt noch brauchen.
Von ihnen vertreten können sich m.E. nur noch die wenigsten fühlen. Mittlerweile erkennen immer mehr Wähler, dass sie in der Welt der Parteien nur noch die Rolle des Macht- und Pfründeerhalters spielen, vor Wahlen bekommen sie das Blaue vom Himmel versprochen, danach wird ausgekungelt, mit wem zusammen man die Regierung stellen kann. Da kann dann auch Feuer und Wasser wegen der „Verantwortung fürs Land“ koalieren. Eine weitere Komponente kommt dazu: der größte Teil der Gesetze wird mittlerweile von einer halb oder dritteldemokratischen EU beschlossen, von Leuten, die von niemandem demokratisch legitimiert wurden. Bestes Beispiel : UvdL und ihre Kommission. Hierzulande geht es den ehemaligen Volksparteien doch nur noch darum, sich selbst an, die Konkurrenz fern von den Fleischtöpfen zu halten. Man sollte der Evolution ihren Lauf lassen.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 25. Dezember 2019 - 14:00

lese ich für mich aus dem Artikel heraus. Alles was die Kommentatoren und auch Sie schreiben Herr Schwennicke stimmt für mich. Nur, solange es in den Parteien eben keine Selbsterkenntnis, Selbstkritik, den gemeinsamen Willen sich für sein eigenes Volk "berufen" zu fühlen, solange wird das nichts. Wer sein eigenes Volk nicht mehr kennt, damit jeder für sich seine eigene Wählerschaft, kann nicht erwarten, das nochmal Vertrauen aufgebaut werden kann. Mit der Eurorettung und der Migrationspolitik völlig am Volkeswillen vorbei haben die Parteien die Grundfesten dieses Volkes, ob mal sozialdemikratisch oder konservativ bis ins Mark erschüttert. Obwohl der Groko bei etlichen Wahlen mehrfach der Spiegel vorgehalten wurde und sich gar eine neue Partei etabliert hat, sind die nicht bereit, sich selbst und ihre Probleme zu erkennen. Wer sich aber selbst nicht erkennt, wie will der das Volk noch erkennen? Neues Personal reicht da nicht. Die Parteien müssten sich neu definieren. Wer macht's?

Der Gedanke, eine Partei namens "Wir Nichtwähler" zu gründen, kam zwar auf, der zweite Gedanke jedoch brachte Betrübnis. Denn wenn die Partei "Wir Nichtwähler" auf 19% käme, wäre das Leben des Parteigründers erheblich gefährdet.

Warum nicht noch mehr Parteien in den Bundestag , das erschreckt mich nicht ! Man muss nur wieder auf ein System zurück greifen , das wir bis 1959 hatten , da waren nur so viele Abgeordnete im Reichstag , wie die Wahlbeteiligung war . Wenn also nur 50 % der Bevölkerung zur Wahl geht , dann können nur 50 % im Bundestag als Abgeordnete Platz finden . Das verhindert auch den Anstieg auf über 800 Abgeordnete bei der nächsten Wahl ! Alle Versuche der Parteien , eine andere Lösung zu finden , die sind bisher gescheitert . Ein zusätzlicher Vorteil wäre es , dass mehr Alternativen dem Wähler angeboten werden . Nur SPD , CDU und FDP , das war gestern machbar , da waren die Probleme auch überschaubar . Vielleicht stellen die Parteien dann mehr Experten auf . Es tut doch der Lösungsfindung gut , dass in der AfD so viele Professoren sind und noch keine Listen Platz Eroberer . Nur man muss den Experten auch zu hören und darf sie nicht ausgrenzen , wie es jetzt geschieht !

Gerhard Schwedes | Mi, 25. Dezember 2019 - 17:13

1. Beide Parteien sind nur noch eine Laienschauspieltruppe. Entsetzliche Dilettanten ohne Sinn und Verstand.
2. Sie rennen blind und stur ihren Ideologien hinterher, wobei keiner so recht weiß, was die geheime Agenda der Kanzlerin ist. Warum hält sie eigentlich so verbissen an den offenen Grenzen fest? Völlig unverständlich. Später wird man es einmal herausfinden. Psychose, Weltverbrüderungswahn? Und dabei hat sie noch vor Jahren getönt, dass Multi-Kulti gescheitert sei. Weder hilft sie mit ihrem Schwenk der deutschen Gesellschaft, noch wird damit irgendein Problem gelöst, noch tut sie der eigenen Partei noch sich selber einen Gefallen. Was soll das Ganze also? Oder will sie damit Bomber Harris nacheifern? Und diese Frau will Naturwissenschaftlerin sein! Irrational, kopflos, dumm und völlig verrückt. Was noch weniger zu begreifen ist: Die vielen Schafe und blöckenden Wähler, die noch immer zu ihr halten. Ich gebe es endgültig auf, noch dahinterblicken zu wollen. Keine Energie mehr.

frei nach einer Kindergeschichte
... wie sollten Sie erhoffen "Dahinter" etwas zu erblicken können, Herr Schwedes, wenn der Körper keinen Schatten wirft?
Warum keinen Schatten geworfen wird?
Die zwangsläufige Schlussfolgerung entführt in die Realität
Womöglich ist da gar kein Körper?
Denn Körper sinds, die den Schatten machen.
Warum dieser Körper keinen Schatten macht ?
Weil er eine Illusion ist ?
In 3D,HDMI und 99 G
Allen die es nicht ablehnen: Guten Rutsch ins Neue Jahr
Herr, lass es Körper werden :-)
WDH

Gisela Fimiani | Mi, 25. Dezember 2019 - 17:58

Zunächst wünsche ich Ihnen, Herr Schwennicke, sowie dem gesamten Cicero Team eine gesegnete und friedvolle Weihnachtszeit. Mögen Sie im neuen Jahr Ihre Arbeit mit Kraft und Zuversicht fortsetzen. Der Cicero ist mir ein geschätztes Magazin.

Don Camillo und Peppone, zwei Lager, mehr brauchen wir nicht. Ein Mehrheitswahlrecht mit „one man, one vote“ könnte für mehr Klarheit sorgen. Es ist auch unser Wahlrecht, welches unser „fragwürdiges“ Personal nicht nur hervorbringt, sondern auch dessen Ignoranz gegenüber dem Souverän befördert, da dieser es nicht los zu werden vermag. Wer den Bürger verachtet, hat nicht mehr das Gemeinwohl, sondern ausschließlich den Erhalt des eigenen Postens im Blick. Denken wir mutig und schaffen, in Zeiten der wachsenden Zahl von Parteien, endlich die Möglichkeit, nicht mehr Parteien , sondern mehr Gemeinwohl zu wählen. Entweder mehr Don Camillo, oder mehr Peppone.....dazwischen brauchen wir nichts. Vor allem aber sollten wir „abwählen“ können.

Heinz Maier | Mi, 25. Dezember 2019 - 18:18

wäre das Leben des Parteigründers gefährdet?

Wolfgang Schneider | Mi, 25. Dezember 2019 - 23:20

Solange sich die rudimentären Volksparteien um das absolute Zentralproblem herumdrücken, wird es nichts mit dem Wiedererstarken. Die deutsche Politik besteht doch seit mindestens vier Jahren nur noch aus der Minimierung des, bzw. der Katastrophenfehler unserer Kanzlerin und drei oder vier weiteren Beteiligten. Die Griechenlandkosten und die Abermilliarden, die in die nichtfunktionierende Energiewende aufgebracht werden und wurden, sind Geld. Tut weh, wenn es weg ist. Aber die tiefgreifenden Veränderungen Deutschlands durch die sog. Flüchtlingskrise und die Öffnung der Grenzen werden irreversibel sein. Deshalb kann die Frau Dr. Merkel nicht herkommen und sagen, ätsch, war alles nicht so gemeint, wir machen es jetzt anders. Eine Staatsratsvorsitzende macht keine Fehler, das gibt es nicht. Und die sog. Volksparteien machen mit, bis zu
ihrer Bedeutungslosigkeit.

Wolfgang Sulzer | Do, 26. Dezember 2019 - 14:26

In reply to by Wolfgang Schneider

Bitte die SPD miteinbeziehen.Ohne diesen Club der toten Dichter,hätte sie diesen blutigen Unfug niemals anfangen können.Allerdings hätte wohl auch jede andere Partei(außer einer natürlich),dafür gesorgt,daß Merkel sich an der Sache nicht die Finger verbrannt hätte.Es wird sie aber die Nemesis ereilen.SPD muß ganz weg.

Heidrun Schuppan | Do, 26. Dezember 2019 - 18:52

In reply to by Wolfgang Schneider

machen mit, bis zu ihrer Bedeutungslosigkeit." – Sie müssen nicht selbst nachdenken, sie müssen auch keine Entscheidungen treffen (außer beim Thema "Homoehe" abstimmen). Es ist so bequem, eine Kanzlerin zu haben, die den Bundestag eigentlich überflüssig macht. Und für die finanzielle Sicherheit sorgt das kürzlich ganz auf die Schnelle verabschiedete neue Parteienfinanzierungsgesetz. Das sollte reichen.

Norbert Heyer | Do, 26. Dezember 2019 - 04:28

Es ist wie im Sport: Manchmal ist eine Nation stark im Tennis, manchmal im Fußball, manchmal im Wintersport oder Leichtathletik. Leider haben wir derzeit in der Politik nichts und niemanden, der uns aus der selbstverursachten Krise herausführt. Wir haben eine Kanzlerin, die selbstherrlich am Parlament und Volk vorbei ihre kruden Vorstellungen durchsetzt. In allen Zukunftsfragen - Migration, Energie, Verkehrswende, Finanz-Wirtschafts-und Steuerpolitik - haben wir aufs falsche Pferd gesetzt. Wir gehen mal wieder unsere gefürchteten Sonderwege, haben uns außenpolitisch völlig isoliert und werden nur noch als geldverteilende Aussenseiter akzeptiert. Mit der „Klima-Bepreisung“ haben wir ein weiteres Fass aufgemacht, deren Folgen sogar den trägen Deutschen auf die Barrikaden treiben könnte. Wir brauchen eine Politik mit Augenmaß und Realitätssinn und kritische -nicht kriechende- Medien, damit die unsäglich grottenschlechte Politik endlich beendet wird, einen Neustart mit anderen Akteuren.

Wir sind das Volk, dass es einer Kanzlerin 15 Jahre lang erlaubt hat ihre kruden Vorstellungen zum Schaden des Volkes durchzusetzen.
Wir sind das Volk, von dem angeblich alle Macht ausgeht, dass sich diese Regierung vor die Nase hat setzten lassen, weil man den Parteien und den Mainstream-Medien nach der Wahl die Deutungshoheit über das Wahlergebnis überlassen hat.
Wir sind das Volk, dass es einer Kanzlerin erlaubt hat, eine weitere Marionette ins Schloss Bellevue einziehen zu lassen, der in seiner Weihnachtsansprache die staatstragenden Worte: „Sie alle sind Teil dieser Demokratie“ von sich gegeben hat und an uns, das Volk appelliert hat: „Verantwortung für die Demokratie wahrzunehmen“! Diese Verantwortung steht u. a. im Art. 20 GG. Nach Wahrnehmung dieser Verantwortung durch den Souverän hat dieser Präsident von Merkels Gnaden seine Schuld bei Merkel beglichen und die SDP demokratiewidrig in die GroKo getrieben, was weiter zum Niedergang dieser ehemaligen Volkspartei geführt hat.

Manuel Negwer | Do, 26. Dezember 2019 - 13:37

Dass SPD und CDU wieder zu Volksparteien werden, ist in etwa so wahrscheinlich, wie aus einem Omelett wieder Frischeier zu zaubern. Beide Parteien stehen mit dem Begriff "Volk" auf Kriegsfuß: für die SPD zählen allein gesellschaftliche Minderheiten, während die biodeutsche Mehrheit für sie eine verachtenswerte, leider immer noch existierende Realität darstellt. Die CDU umschreibt den Begriff "Volk" voller Ekel als "diejenigen, die schon länger hier leben".

Beide Parteien verstehen sich als gut geölte Apparate des supranationalen EU-Bürokratismus, was per definitionem eine Rückkehr zur "Volkspartei" ausschließt. Ideologische Dogmen und Tabus sind inzwischen Teil ihrer politischen DNA, in der ein rigides s/w-System herrscht:

Gut, also 'links': Migration, Islam, Umverteilung, Staatsmedien, Zentralisierung - Schlecht, also 'räächz': freie Presse, Leistungsbereitschaft, Bildung, Israel & USA, säkulare Werte, direkte Demokratie, Nation.

Oder, kurz gesagt: It’s All Over Now, Baby Blue...

Ingo frank | Do, 26. Dezember 2019 - 21:04

Die beiden (Volks) Parteien sind doch nichts anderes als marode Großkonzerne die auf Grund falscher Strategien ihre Produkte kaum oder gar nicht mehr verkaufen können. (An das Wahlvolk)
Das Ergebnis daraus: Entlassung der Führungsriege. Das funktioniert aber nur bedingt da die 2. und 3. Reihe, die man ja nicht auch noch auswechseln kann , ebenso schuldig an der wirtschaftlichen Misere ist. D. h. weiter so! Es reicht eben nicht das Groko belastete Personal der erste Leitungsebene zu ersetzen. Wenn der Laden nicht in den Griff zu bekommen ist, bleibt eben nur der Gang vor das Insolvenzgericht.
Entweder gelingt ein Neustart oder die Firma (Partei(en) wird zerschlagen. Bestenfalls eine Neugründung mit neuer strategischer Ausrichtung und neuen Personal.
Leider fehlt mir der Glauben an eine substantielle strategische Neuausrichtung beider Parteien.
Wenn schon laut über eine SED,Zwangs-
Enteignung usw. nachgedacht wird, ist die Pleite nicht weit. Die CDU geht leider den gleichen Weg.

Hans-Jürgen Salza | Fr, 27. Dezember 2019 - 07:48

... auch jch habe diese Filme geliebt. Und dabei viel gelacht und gelernt. Das es unterschiedliche Typen und Sichtweisen gibt, aber auch eine gemeinsame Basis und Zielrichtung gibt. Es stimmt, genau DAS wäre heute der Anfang einer neuen Lösung.