Aminata Touré - „Weshalb ich Linnemanns ganzes Interview noch schlimmer finde“

Geht es Carsten Linnemann (CDU) wirklich um bessere Deutschkenntnisse von Kindern? Die künftige Vize-Landtagspräsidentin Schleswig-Holsteins, Aminata Touré (Grüne), ist selbst in einer Flüchtlingsunterkunft groß geworden und hat daran Zweifel. Eine Erwiderung

Aminate Touré antwortet Carsten Linnemann
Was soll es bringen, Kinder aus der Grundschule fernzuhalten? / picture alliance

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Aminata Touré (Grüne) ist seit 2017 im schleswig-holsteinischen Landtag für ihre Fraktion Sprecherin für Flüchtlings-, Frauen- und Gleichstellungs-, Kinder- und Jugend-, sowie Queerpolitik.

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Aminata Touré

Carsten Linnemann bezog im Cicero mit einem Gastbeitrag Stellung zu seinen Äußerungen und den darauf folgenden medialen und politischen Reaktionen. Die Grünen-Landtagsabgeordnete und künftige Vizepräsidentin des Landtages in Schleswig Holstein, Aminata Touré, antwortet ihm:

Als ich den Tweet der Deutschen Presseagentur (dpa) mit dem Titel „CDU-Politiker: Grundschulverbot für Kinder, die kein Deutsch können“ gesehen hatte, merkte ich, wie ich entsetzt über diese Aussage war. Ich las die dpa-Meldung und suchte dann das Originalinterview in der Rheinischen Post. Ich bin nicht erst seit gestern im politischen Betrieb und auch Zeitung lese ich schon länger. Deshalb war ich mir im Klaren darüber, dass die Titelzeile eine mögliche Zuspitzung sein könnte. Aber was ich dann im Interview las, fand ich noch fataler.

Ich traute meinen Augen nicht, als ich erstens las, dass Carsten Linnemann der Meinung ist, dass es immer mehr „Parallelgesellschaften“ gebe und er gleichzeitig vorschlägt, Kinder von der Grundschule fernzuhalten – als letzte Konsequenz, wenn sie der Sprache nicht mächtig sind. Wie passt die Forderung „Kinder aus Schulen fern halten“ mit dem Vorwurf „Parallelgesellschaften“ zusammen? Zum Ende des Interviews wurde ich aber noch entsetzter, als ich las, dass er diesen Vorschlag machte, aufgrund der furchtbaren Morde in Frankfurt und Stuttgart, die uns alle betroffen und fassungslos machen. Die CDU/CSU würde sich dadurch integrationspolitisch profilieren, denn die Menschen erwarteten dies, so seine Meinung.

Eine schräge Herangehensweise

Ich habe mich gefragt: „Was soll diese Vermengung?“ und ich dachte außerdem: „Krasser Bogen, den er da spannt und es ergibt überhaupt keinen Sinn.“ Ich finde es deshalb noch viel schlimmer, dass ein Politiker, der so viel Verantwortung trägt, immerhin ist Carsten Linnemann der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, so fatale Analysen und Lösungsvorschläge an den Tag legt.

Soweit es mir bekannt ist, bringt es nichts, Kinder aus der Schule rauszuhalten, weil ein anderer Mensch eine Straftat begangen hat. Oder andersherum: Wer Straftaten verhindern will, muss Kinder aus dem Bildungssystem fernhalten? Was ist das für eine bildungs- sowie innenpolitische schräge Herangehensweise? Die Frage bleibt also, warum zur Hölle die Vermengung dieser Themen?

Was Carsten Linnemann eigentlich sagen will

Denn es ist im Kern eine hochproblematische Vermengung, denn sie vermuten lässt, dass Linnemann davon ausgeht, dass es die Herkunft ist, die problematisch ist. Er verallgemeinert und schlägt aufgrund von schrecklichen Taten von Personen mit Fluchthintergrund, Maßnahmen vor, die sich aber wiederum auf Menschen mit Migrationshintergrund beziehen.

Die korrekte, aber natürlich deutlich längere Überschrift hätte lauten müssen: „Linnemann fordert nach Straftaten in Frankfurt und Stuttgart, dass Kinder mit Fluchthintergrund in die Vorschule sollen und sonst nichts an Grundschulen zu suchen haben, wenn sie kein Deutsch sprechen, damit sie nicht in einer migrantischen Parallelgesellschaft leben, in der es scheinbar normal ist, dass man Straftaten begeht, weil man kein Deutsch spricht und über diese Vermengung und Forderung kann sich die CDU jetzt politisch profilieren“

So viel Unkenntnis

Soweit ich weiß, handelt es sich bei den beiden Taten in Frankfurt und Stuttgart nicht, so wie bei organisierter beziehungsweise ideologischer Gewalt von Rechts, um Taten von organisierten Asylsuchenden. Bei terroristischen Netzwerken jeglicher Form, kann man politische Maßnahmen ergreifen und versuchen die Keimzellen zu ersticken.

Und deshalb ist es spannend, dass er im selben Interview noch mit dem Wort „Rassismuskeule“ argumentiert. Ich finde es problematisch, ein so ernsthaftes Problem auf diese Weise abzutun. Als wäre das ein Problem in unserer Gesellschaft, das sich einige Spinner ausgedacht hätten. Und als gäbe es keine Zahlen und Fakten zu den Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft, die genau das belegen, dass wir ein Problem mit Rassismus in unserer Gesellschaft haben und es an konkreten Maßnahmen fehlt, etwas dagegen zu tun. Es spricht von so viel Unkenntnis.

Profilierung auf Kosten einer wehrlosen Gruppe

Ich bin es wirklich Leid, dass Politiker*innen immer wieder auf Kosten von Menschen mit Migrations- und Flüchthintergrund versuchen einen Punkt zu machen, politisch wahrgenommen zu werden. Es ist so leicht bei einer Gruppe, die politisch wehrloser ist, weil einige von ihnen nicht wählen können und damit nicht sanktionieren können oder alternativ zwar wählen können, aber in der politischen Sphäre als eine nicht allzu relevante Gruppe eingeschätzt werden.

Aber das ändert sich zunehmend. Immer mehr sind in diesen politischen Räumen und nicht mehr bereit, diese Aussagen so stehen zu lassen. Übrigens ein Grund, weshalb ich in die Politik gegangen bin. Mich hat es tierisch genervt, welches Bild von uns gezeichnet wurde. Ich fühlte mich wehrlos, weil es zu wenig Menschen in der Politik gab, die dem etwas entgegengesetzten. Wir sind auch Teil dieser Gesellschaft. Wir sind ebenso Deutsche. Viele von uns möchten, dass sich diese ewig gleichen Debatten nicht bis ins Unermüdliche wiederholen und uns abgesprochen wird, dass wir an diesem oder jenem Ort nichts zu suchen hätten und in diesem Fall eben an Grundschulen.

Ich konnte zur Schule gehen, obwohl ich als Kind von Eltern, die aus Mali geflohen sind, in einer Flüchtlingsunterkunft groß geworden bin. Obwohl ich in den Neunziger Jahren keinen Zugang zum Kindergarten erhielt. Und obwohl ich kaum Kontakt zu (deutschen) Menschen außerhalb der Flüchtlingsunterkunft hatte. Ich musste einen Sprachtest vor der Einschulung machen und außer dem Wort „Bügeleisen“, das ich nur auf Französisch kannte, „ fer à repasser“, wusste ich alles. Dank meiner Mutter, die mir Deutsch und Französisch beibrachte. Für sie gab es übrigens keine Kurse, sie bemühte sich selbst die Sprache zu lernen.

Zugang zu Kindergärten und Sprachkursen

Was damals geholfen hätte? Politiker*innen, die Debatten darüber führen, wie man Kindern aus Flüchtlingsunterkünften den Zugang zu Kindergärten ermöglicht und den Eltern Sprachkursen. Inzwischen darf man als Kind aus Flüchtlingsunterkünften in den Kindergarten. An Deutschkursen teilnehmen dürfen immer noch nicht alle.

Ich bin seit zwei Jahren Landespolitikerin in Schleswig-Holstein und Teil einer Koalition. Ich bin auch für das Thema Migration zuständig. In meinen ersten Haushaltsverhandlungen für 2018 habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Sprachkurse finanziell um 1,3 Millionen auf 3,4 Millionen Euro aufgestockt werden. Damit mehr Menschen an den Kursen teilnehmen können und ein höheres Sprachniveau erreicht werden kann. Wir finanzieren als Land diese Kurse für Menschen, die nicht an den Integrationskursen des Bundes teilnehmen dürfen, weil man es in Berlin so politisch entschieden hat und für richtig hält.

Weniger polarisieren, mehr konkrete Maßnahmen

Deshalb erwarte ich von Politikern wie Carsten Linnemann, die Teil der Großen Koalition sind, folgendes: Weniger polarisieren und sich dafür einzusetzen, dass konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, anstatt eine Politik zu unterstützen, bei der der Bund derzeit die Integrationsmittel streicht für die Länder und Kommunen und Sprachkurse für alle verhindert! Ich kann leider nicht glauben, dass es ihm wirklich um die Sache geht. Es riecht mir zu stark nach Wahlkampfmanöver.

Was ich für extrem fragwürdig halte, ist, wenn man wie Linnemann in seinem Gastbeitrag bei Cicero sofort die Debattenkultur kritisiert, weil man Kontra bekommt. Er sei polemisiert und moralisiert worden, schrieb er. Ich finde es total merkwürdig, sich als „nüchternen Betrachter“ zu stilisieren, nachdem man eine Debatte losgetreten hat, die nicht zu seinen eigenen Gunsten ausgefallen ist und man der Gegenseite Emotionalität vorwirft. In diesem Fall: Nüchternheit = Fakten = Linnemann und Emotionalität = nicht faktenbasiert = die Anderen, die eine andere Meinung haben.

Wird im Netz nur die eigene Meinung bestätigt?

Interessant finde ich auch, dass Linnemann schreibt, die Leute seien nur noch im Netz unterwegs, wo sie ihre eigene Meinung bestätigen lassen. Diese These wird oft aufgestellt und ich glaube nicht, dass sie stimmt. Denn sie suggeriert, dass wir außerhalb des Netzes in unserer Freizeit ganz bewusst immer dorthin gehen, wo uns widersprochen wird. Ich würde die These aufstellen, dass wir das mehrheitlich nicht tun und uns lieber mit Menschen umgeben, die dasselbe Mindset haben.

Klar, wird man auch im beruflichen Alltag von Menschen umgeben sein, die man vielleicht nicht nur mag oder mit denen man nicht nur die gleiche Meinung teilt. Aber ich würde behaupten, dass man durch das Netz durchaus auch schnell die Möglichkeit hat viel schneller andere Meinungen nachzuvollziehen. Und das ist ihm widerfahren.

Klaus Funke | Sa, 10. August 2019 - 12:42

So wird dem Carsten Linnemann das Wort sozusagen im Munde umgedreht. Ihm wird unterstellt, was er nicht gesagt und auch nicht gemeint hat, denn selbstverständlich ist die Erlernung der deutschen Sprache der erste und wichtigste Schritt zur Integration. Und der muss früh beginnen. Wer kein Deutsch kann oder erlernen will, kann nicht auf eine deutsche Schule gehen. Wie soll das dort gehen ohne deutsche Sprachkenntnisse? Sprache ist nicht alles, aber ohne Sprache ist alles nichts. Also müssen Wege gefunden werden. Leider haben sich tatsächlich inzwischen Parallelgesellschaften entwickelt, wo Deutsch sprechen schon als Sakrileg gilt. Und die fanatischen und intoleranten Gutmenschen finden das gut: Die Kultur der Migranten solle erhalten bleiben. Überall ist es so: Wer sich nicht anpasst oder gar anpassen will in dem Land seiner Wahl, hat die Nachteile in Leben und Beruf hinzunehmen.
Und dann kommt eine Frau Aminata Touré daher und will schön reden, was schlecht ist... Wut kommt auf!

Manfred Gimmler | Mo, 12. August 2019 - 02:23

In reply to by Klaus Funke

Offensichtlich ist Frau Aminata Touré nicht zu einer sachorientierten gesellschaftspolitischen Analyse fähig. Kausale Zusammenhänge in der Realität sind ihr offenbar fremd.

Es ist und bleibt eben keine zufällige Reihung verschiedener Äußerungen aus der grünen Bourgeoisie: Mit den Grünen im Kanzleramt wird Deutschland notwendigerweise auch seine globale Wettbewerbsfähigkeit verlieren; denn es wird ärmer, erfolgloser, bildungsferner und wehrloser werden.

Die schmerzhafte Einsicht in die mangelnde Wahrnehmungsfähigkeit grüner Pharisäer wird der wohlmeinende Bürger der weltweit einzig verbliebenen moralischen Großmacht erst sehr spät gewinnen.

Barbara Piele | Mo, 12. August 2019 - 09:11

In reply to by Klaus Funke

Das war - sorry - "medialer Dünnpfiff". Schon wieder so ein Schreiberling, der Linnemann in den völlig falschen Kontext setzt. Wie andere Blätter auch. Die Dame sollte sich mal einen Tag in einen Discounter begeben, wo weder die Eltern noch die Kinder zumindest im Ansatz mal auf Deutsch kommunizieren. Weil sie es nicht können, weil sie es nicht wollen. Funktioniert ja auch so... ist die Denke. - Und da beginnt das Unheil seinen Lauf zu nehmen.

Robert Müller | Mo, 12. August 2019 - 09:50

In reply to by Klaus Funke

Für Erdogan ist Integration ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Warum? Da kann man spekulieren, wobei es mehrere rationale Gründe gibt, warum fremde Regierungen das ablehnen. Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass die Überweisungen nach Hause finanziell für viele Regierungen sehr wichtig sind. Für Islamisten könnte es auch noch andere nachvollziehbare Gründe geben.

Die entscheidende Frage ist allerdings, warum die diversen hiesigen Regierungen auch nichts für die Integration tun, eher Parallelgesellschaften gut und förderwürdig halten. Ich stimme Ihnen bei Ihrer Vermutung zu. Der Schlachtruf der Linken "Deutschland, verrecke!" geht ja auch in diese Richtung.

Übrigens, Erdogan ist zwar gegen Integration, aber er will seine Leute in den hiesigen Parteien haben. Ich vermute, er ist nicht der einzige Staatschef der sieht welche Vorteile das hat. Merkel hat angekündigt mehr Geld nach Afrika zu geben, Erdogan bekommt schon seine Milliarden. Kein schlechtes Geschäftsmodell.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 12. August 2019 - 13:45

In reply to by Klaus Funke

Genauso ist es lieber Herr Funke. So geht es fast täglich, wenn Kritik an Migration nur angedeutet wird, finden sich sofort wortverdrehende Medien und links-grüne Erklärbären, die es angeblich genau wissen.
Nun, Herr Maaßen hat sich heute wieder geäußert und ein wirklich tolles Statement abgegeben. Mals sehen, wann und wer ihn wieder uminterpretiert und welche ör Medium oder schreibendes Zentralorgang ihm wieder AFD-Rhetorik vorwirft.
Obwohl, es stand in Bild und der kleinen Schwester Focus ohne Polemik diesmal, sie haben offenbar kein "böses" Wort gefunden. Noch nicht.

Volkmar du Puits | Di, 13. August 2019 - 12:42

In reply to by Klaus Funke

sie bedient nur ihr Klientel - und das ist offenbar groß genug, um sie als Vizepräsidentin in den Landtag zu bringen. Mit der Wut haben Sie recht.

Tomas Poth | Sa, 10. August 2019 - 13:18

dass Hr. Linnemann Vorschulpflicht für Kinder fordert die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen? Wer die deutsche Sprache nicht beherrscht kann nicht mit unserer Gesellschaft kommunizieren, zieht sich dann zwangsläufig in seine Community zurück (Parallelgesellschaft).
Die Autorin scheint den Beitrag Linnemanns nicht richtig gelesen zu haben oder will ihn nicht verstehen.

Klaus Damert | Sa, 10. August 2019 - 13:43

Danke Cicero, dass dieser Beitrag hier erscheinen kann. M.E. hat sich die Dame wunderbar disqualifiziert. Wenn man das eigentliche Problem weder erkennen, noch lösen möchte, flüchtet man sich in Stilfragen und sogar in Unterstellungen! "Linnemann fordert nach Straftaten in Frankfurt und Stuttgart, dass Kinder mit Fluchthintergrund in die Vorschule sollen und sonst nichts an Grundschulen zu suchen haben, wenn sie kein Deutsch sprechen [...]" Dann braucht Herr Linnemann nicht selbst zu reden, das machen jetzt andere in seinem Namen. Eine Neuinterpretation von Diskussion. Man wird immer wieder überrascht - allerding bleiben die Probleme und nur am Rande: es geht zu einem hohen Prozentsatz nicht um Fluchterfahrung sondern um illegale Migration auf unsere Kosten.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 13. August 2019 - 12:11

In reply to by Klaus Damert

Frankfurt und Stuttgart an den sinnvollen Einsatz von Vorschulunterricht und als je oder je erforderliche Begleitung zum Schulalltag gedacht.
Da es angesprochen wird, glaube ich auch, dass eine gute Integration von Kindesbeinen an, die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft erleichtert.
Nach dem 3. Reich/der Kolonialzeit hätte ich auch immer zuerst bei mir gesucht, dann aber auch den Massnahmen, die wir ja auch zum Wohle einer Gesellschaft uns selbst auferlegen z.B. im Sinne einer gemeinsamen schulischen Ausbildung etc.
Ich schaue jetzt aber auch nach Afrika, spätestens seit dem kollektiven Massenmord, der in Ruanda stattfand.
Innerhalb von wenigen Monaten bis zu 1 Millionen Tote?
Es mag an Medien liegen, aber ich assoziiere Afrika auch schon mal mit Bürgerkrieg/Kindersoldaten.
Ich vertraue nicht auf Afrika, wenn es um die Möglichkeit von Gesellschaft hier in Europa geht et vice versa.
Ich verstünde es auch nicht seitens der Menschen, die von dort et al. zu uns kommen.

gabriele bondzio | Sa, 10. August 2019 - 14:11

Es gibt zwei Wahrheiten in diesem Land.Eine aus Sicht der schon immer hier lebenden Bevölkerung und eine aus Sicht der Einwanderer. Frau Touré, schildert ja ihren Werdegang und daraus ist ersichtlich, dass man auch ohne hinten und vorne gepampert zu werden, einen Weg in die Gesellschaft findet. Der eigene Wille ist das Ziel. Deutsche Mitbürger müssen auch oft die Zähne zusammenbeißen und sich einen Platz erkämpfen. Ihr einziger Vorteil ist die Sprache. Wenn ich aber oft lese, dass bei Sprachkursen die Hälfte der Migranten abbricht, spricht das nicht für ihren Willen deutsch zu lernen. Sie gehen ja auch lieber in die Parallelgesellschaften, weil sie dort in ihrem Wertegerüst (das allzu oft dimetral zu hier vertretenen Werten steht), nicht umdenken müssen. Und diese "Unlust" sich einzubringen, geht auf ihre Kinder über, weil sie so erzogen werden. Parallelgesellschaften sind aus dieser Verweigerungshaltung entstanden und sie werden immer größer. Integration = 0

helmut armbruster | Sa, 10. August 2019 - 14:12

wären die Millionen Menschen, die in den letzten +/- 20 Jahren Jahren nach D gekommen sind, Menschen mit ordentlicher Schulbildung bzw. mit Berufsausbildung auf Facharbeiterniveau oder mit Hochschulabschluss, dann hätten wir kein Problem.
Denn Menschen, die so verbereitet nach D kommen, finden Arbeit und Anschluss an deutsche Kollegen und integrieren sich rasch.
Die gekommen sind gehören leider nicht in diese Kategorie. Viele haben keine oder nur eine mangelhafte Schulbildung, keine Berufsausbildung und keinen akademischen Abschluss (Ausnahmen ausgenommen)
Daher finden sie keine Arbeit, bleiben unter sich anstatt Anschluss zu suchen und sind nicht integrationsfähig.
Die Kinder dieser Menschen sind in unseren Schulen, wo sie - wegen mangelnder Sprachkenntnisse - das Niveau nach unten ziehen. Sie schädigen damit auch alle anderen, die über Sprachkenntnisse verfügen.
Deshalb hat Herr Linnemann recht. Erst deutsch lernen, dann Schule, dann ist auch ein normaler Lebensweg möglich.

Johannes Rausch | Sa, 10. August 2019 - 14:41

Ja, ja Frau Toure´, so macht man das. Man baut einen Popanz auf ("Ich kann leider nicht glauben, dass es ihm wirklich um die Sache geht; "nüchterner Betrachter" wird in Gänsefüßchen gesetzt; Linnemann= Emotionalität=nicht faktenbasiert;u.s.w.), und auf diesen selbst erfundenen Popanz hat man dann feste drauf, schließlich ist man als Vertreterin der politischen Korrektheit per se im Recht und im alleinigen Besitze der Wahrheit. Drei ehemalige Studienfreundinnen von meiner Frau und mir, sind als Grundschullehrerinnen tätig. Die schildern mir alle drei, eine ganz andere Wahrheit. Aber die kennen die meisten pol. korrekten Menschen ja nicht, denn die schicken ihre Kinder nahezu ausnahmslos in Schulen (meist private) wo die von Herrn Linnemann angesprochenen Probleme gar nicht existieren. Natürlich fehlte auch die Rassismuskeule nicht. George Orwell in 1984: "Je weiter sich eine Regierung von der Wahrheit entfernt hat, desto mehr hasst sie die, die die Wahrheit aussprechen."

Klaus Peitzmeier | Sa, 10. August 2019 - 14:47

Liebe Frau Touré, Sie sind "tierisch genervt", welches Bild von ihnen als Migranten/Flüchtlingen gezeichnet wurde, schreiben Sie und viele sind es auch von Ihnen u den GRÜNEN. Sie sind die Guten, wir sind die Bösen und es wurde nicht genug für ihre Integration getan. Wir sind Rassisten, Parallelgesellschaften gibt es nicht, sie sind die Wehrlosen. Dabei ist die Grundaussage des H.Linnemann ganz einfach zu verstehen. Wer nicht hinlänglich Deutsch spricht hat um die Entwicklung der Deutsch sprechenden Kinder nicht zu bremsen, nichts in der Grundschule zu suchen, sondern wird separat gefördert u später eingegliedert. Solange das nicht einmal Konsens ist würde ich vorschlagen, um weitere politische Verwerfungen zu vermeiden, erst einmal jegliche Zuwanderung zu stoppen u diese nur noch durch ein Einwanderungsgesetz zu erlauben. Grundsätzlich muß jede Bevölkerung mit seinem Staat u jeder Staat mit seiner Bevölkerung klarkommen. Sonst nervt das wirklich.

Tilman Weigel | Sa, 10. August 2019 - 15:05

Lobenswert ist, das Cicero nach wie vor die Debatte schätzt und zu kontroversen Themen unterschiedliche Stimmen versammelt.

Gisela Fimiani | Sa, 10. August 2019 - 15:29

Der Beitrag steht auf den tönernen Füßen von Unterstellungen und zielt einzig auf die Diskreditierung von Personen, die sich Ihren Dogmen widersetzen. Es gilt das Motto: Wann haben Sie aufgehört Ihre Frau zu schlagen? Ob je geschlagen wurde interessiert nicht, es steht fest. Diese Replik disqualifiziert sich selbst. Sie steht beispielhaft die Unfähigkeit zur Dialektik. Sie bestätigt die Verweigerung kritisch rationalen Denkens, aus Furcht vor dem Verlust eigener Deutungshoheit. Es erübrigt sich daher, auf fragwürdige Logik der Argumente einzugehen.

ist einen einzigen Artikel unterzubringen bedarf es unendlicher Ahnungslosigkeit.
Und daher stimme ich mit Ihnen vollkommen überein Frau Fimiani, über diese "fragwürdige Logik der Argumente" sachlich zu argumentieren.#
Fini

Jürgen Keil | Sa, 10. August 2019 - 15:42

Ich habe in dem Text, den Herr Linnemann hier auf Cicero veröffentlichte, nichts von den Entsetzlichkeiten, die Frau Toure empfindet, gefunden. Ich habe auch das Wort Grundschulverbot nicht gelesen. Auch hat er dort keinen Bezug auf Frankfurt genommen. Sie muss dann wohl einen anderen Text meinen. Zitat: >Wie passt die Forderung „Kinder aus Schulen fern halten“ mit dem Vorwurf „Parallelgesellschaften“> zusammen? Frau Toure, das ist kein Contra, was Sie hier schreiben, das ist einfach nur Polemik! "Fernhalten"? Ich verstehe Ihren Text als empörungsschwangeres, unterstellendes Hineininterpretieren von Opferpoesie in eine sachliche Feststellung und Kritik. Herrn Linnemann geht es darum, das Kinder erst dann Schulunterricht erfahren sollen, wenn sie ihn auch verstehen und folgen können. Ihr Beitrag bestätigt mir nur die fehlende Sachlichkeit, an der es in Ihren politischen Umfeld mangelt, wenn Missstände in der Migrationspraxis in Deutschland angesprochen werden.

Kurt Walther | Sa, 10. August 2019 - 15:48

Ich lese gerne die Artikel in "Cicero", so auch obige Replik von Aminata Touré auf Carsten Linnemanns Einlassungen, der sich angeblich für ein Grundschulverbot für Kinder, die kein oder schlecht Deutsch sprechen, ausgesprochen haben soll.
Von einem "Grundschulverbot" hatte ich vor Tagen bei Linnemann nichts gelesen und nichts gehört. Dass man in der Schule den Deutsch sprechenden Lehrer verstehen sollte, ist doch wohl kaum von der Hand zu weisen. Selbst zu meiner Kindheit gab es da in den ländlichen Gebieten (Dörfern) unter den damals noch ausschließlich bio-deutschen Kindern zumindest in der ersten Klasse öfter Probleme. Zu Hause wurde ja nur Dialekt gesprochen.
Brüsten sich nicht die Schwaben ganz aktuell und stolz: "Wir können alles, außer Hochdeutsch"? Aber zurück zum Artikel, wo mir betreffs Lösung des Problems der fehlenden Deutschkenntnisse der rote Faden fehlt. Es geht vordergründig um Polemik einer Grünen-Politikerin gegen einen CDU-Politiker. Sommerloch.

Jutta Wölk | Sa, 10. August 2019 - 16:02

Offensichtlich fällt es der Autorin schwer, den Sinn eines politischen Beitrages wie ihn Herr C.Linnemann schrieb, auch richtig zu erfassen.In allen Punkten kann ich seit nun 16 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Kindern von Migranten seine Forderung: ohne Deutschkenntnisse keine Grundschule, sondern extra Förderklassen oder Deutsch in den KITAS nachvollziehen.Vermutungen und Unterstellungen, wie sie hier dargestellt werden,können zwar für die mit dem Mainstream Denkenden aufgelistet werden, doch kritische Leser und die Menschen, die der Schulmisere täglich gegenüberstehen, sehen in dem Beitrag des C.L. einen Weg der Hoffnung, die Probleme in den Schulen doch noch in den Griff zu bekommen.Im übrigen halte ich persönliche, nicht zum Thema gehörende Rechtfertigungen und den Hinweis auf populistische Äusserungen-- wenn der eigene Text nur so strotzt davon--nicht für klug.

Markus Michaelis | Sa, 10. August 2019 - 16:17

Ich kann Frau Touré verstehen, soweit ich dazu in der Lage bin. Ich kann aber auch Herrn Linneman verstehen und neige aus meinen Vorlieben eher dieser Sicht zu. Die Grünen stehen (wie vielleicht auch Christen) für eine Weltsicht in der ohne Störungen/Böses alle Menschen gleich, gut und solidarisch zusammenleben. In der Realität gibt es viele Widersprüche und Frustrationen. Geht man von einer gemeinsamen Menschheit aus, müssen Widersprüche, denen etwa Flüchlinge in Deutschland ausgesetzt sind, an falschem Verhalten der anderen liegen, z.B. Rassismus. Es gibt auch genügend Beispiele, mit denen sich Rassismus belegen lässt. Aber beschreiben diese Beispiele wirklich die mit Migration verbundenen Phänomene? Dieser Artikel lässt wenig Blick für die aufnehmende Gesellschaft erkennen, oder Widersprüche zu akzeptieren.

Nicht-Akzeptanz anderer Weltbilder gibt es in alle Richtungen (Parallelgesellschaften). Ich denke alle suchen einseitig ihre Schuldigen.

Markus Michaelis | Sa, 10. August 2019 - 16:40

Im obigen Post habe ich das Wort meiner "Vorlieben" verwendet, die eher bei Linnemann lägen. Das könnte schräg klingen, dass jemand aus "Vorliebe" rassistisch ist (zugespitzt). Daher vielleicht ein Wort zur Klärung: das Wort soll sich bewusst davon abgrenzen, dass aus meiner Sicht zuviel mit "klaren Fakten" argumentiert wird. Niemand redet für seine Vorlieben oder Meinungen, alle reden für die eine Wahrheit.

Das ist aber demokratisch ziemlich heikel und führt denke ich eher in den gesellschaftlichen Abgrund. Wenn meines die Wahrheit ist, kann der andere nur noch Rassist, Terrorist etc. sein.

Die Welt ist voller Widersprüche und dadurch ohnehin schon schwer genug. Man sollte es nicht unnötig dadurch verkomplizieren, dass wir dauernd von "Wahrheit" reden. In den allermeisten Fällen reden wir von Meinungen und Vorlieben.

Christa Wallau | Sa, 10. August 2019 - 16:49

Mir scheint, diese Dame übertreibt maßlos.
Sie selbst ist das Paradebeispiel dafür, wie weit man es in Deutschland als Migrant(in) bringen kann.
Von Wehrlosigkeit kann beim besten Willen angesichts aller Rechte und Klagemöglichkeiten für Migranten in Deutschland überhaupt keine
Rede sein.
Es ist geradezu böswillig, wenn Aminata Touré behauptet, Linnemann wolle die der deutschen Sprache nicht mächtigen Kinder "vom Schulbesuch ausschließen". Lächerlich! Er will vielmehr, daß diese Kinder durch vorschulisches Training überhaupt erst dazu befähigt werden, dem Unterricht erfolgreich zu folgen. In ihrem eigenen Interesse und in dem der anderen Kinder stellt der Besuch einer Vorschule hier die einzig vernünftige Lösung des Problems dar.
Wer das nicht einsieht, ist ideologisch verblendet.
Nun ja, bei einer GRÜNEN darf man eben nichts anderes erwarten...

<< In ihrem eigenen Interesse und in dem der anderen Kinder stellt der Besuch einer Vorschule hier die einzig vernünftige Lösung des Problems dar.>>

Richtig! Aber, Sie erwarten doch nicht von unseren Politikern Vernunft.
Vernunft und der Drang nach Macht schliesen einander aus.
Die erneute Einrichtung von Vorschulen ist ALTERNATIVLOS. Nur das wäre letztentlich zum Wohle der Kinder. Aber das interessiert nicht. Man könnte k.....n, bei so fehlendem Sachverstand.

Ich glaube auch nicht das das kommt. Es soll solche Ansätze in einzelne Bundesländer bereits geben, aber natürlich nur auf dem Papier. In Berlin hat man das sogar vor einigen Jahren abgeschafft.

Markus Werner | Sa, 10. August 2019 - 17:01

Zu Linnemanns Vorschlag:
Niemand dürfte eigentlich auf die Idee kommen Kinder ohne Deutschkenntnisse in die Schule zu schicken.
Das würde die überfordern, den Rest der Klasse nur behindern und wäre für alle äußerst ungerecht.
Was außerdem zu wenig beachtet wird:
Mittelfristig muss es bei sehr vielen um Rückkehrvorbereitung gehen. Daher sollte ein Schulunterricht i.d.R. in der Muttersprache und nicht auf Deutsch erfolgen. Das verbessert die Perspektiven im Heimatland und verfestigt nicht unnötigerweise den Aufenthalt hier.

Zur Gegenrede hier:
Wenig nachvollziehbare Argumentation, die Herrn L. willkürlich und nicht belegbar (unlautere) Motive unterstellt.
Bei "Politiker*innen" habe ich dann allerdings aufgehört zu lesen.

Hartmut Seinsch | Sa, 10. August 2019 - 17:12

Ich kann Frau Tourés Kritik nicht nachvollziehen.

Dominik Roth | Sa, 10. August 2019 - 17:28

Sehr geehrte Frau Touré,

vielen Dank für Ihren Text. Mal fernab der schrecklichen Verbrechen:

Eine dauerhafte Auswanderung in ein fremdes Land, gleich aus welchen Gründen, bringt das Erfordernis zur Bilingualität mit sich.

In vielen Fällen klappt das wunderbar, leider klappt es in vielen Fällen überhaupt nicht.

Wenn es nicht klappt, liegt die Hauptschuld aber bei den Migranten, nicht bei den Einheimischen! Niemand hindert hier jemanden, die deutsche Sprache zu lernen!

Ob dabei viel oder wenig (kostenlose) Unterstützung geleistet werden sollte ist eine ganz andere Frage.

just my 10 cents...

Herbert Schaar | Sa, 10. August 2019 - 18:06

Die Autorin behauptet:

Was Carsten Linnemann eigentlich sagen will
Denn es ist im Kern eine hochproblematische Vermengung, denn sie vermuten lässt, dass Linnemann davon ausgeht, dass es die Herkunft ist, die problematisch ist. Er verallgemeinert...
__________________

Nein, er vermengt nicht.
Nein, er verallgemeinert nicht
Nein, er findet die Herkunft nicht problematisch.

Er beschreibt, was passiert, wenn die Mehrzahl der Grundschüler. - DIE MEHRZAHL!- nicht der deutschen Sprache mächtig ist.

Er schlägt vor, dass VOR der Einschulung eine Basis geschaffen werden sollte.
So wird es ja auch mit Erfolg schon durchgeführt.

Dass die grüne Partei nun gegen die CDU anschreibt:
Verständlich, aber nicht realitätsbasiert.

BTW.: Ich habe noch NIE CDU gewählt, früher eher grün.

Dirk Weller | Sa, 10. August 2019 - 22:49

Frau Touré sagt, das Herr Linnemann diesen Vorschlag machte, aufgrund der furchtbaren Morde in Frankfurt und Stuttgart.
Herr Linnemann hat aber wörtlich gesagt:
„Die Vorfälle in Freibädern, die Tat auf dem Frankfurt Bahnsteig, die Schwertattacke in Stuttgart - das alles wühlt die Menschen auf und befeuert die Sorge, dass neue Parallelgesellschaften entstehen könnten.“
Also die Straftaten BEFEUERN die Sorge, dass neue Parallelgesellschaften entstehen könnten.
Das heißt die Sorge bestand bei den Menschen bereits VOR den Straftaten, sie sind also NICHT deren Auslöser.

Frau Touré sagt weiter :
„Soweit es mir bekannt ist, bringt es nichts, Kinder aus der Schule rauszuhalten, weil ein anderer Mensch eine Straftat begangen hat“
Das hat aber auch niemand behauptet, Herr Linnemann auch nicht.
Die Kritik von Frau Touré an Herrn Linnemann klingt größtenteils konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Wie leider so einiges , was aus der Ecke der „Grünen“ kommt.

Exakt das Gleiche schrieb ich gestern auch Herr Weller, vermutlich wurde deshalb mein Kommentar nicht freigeschaltet, weil wir uns beide wiederholt hätten.
Frau Toure ist Kind einer Flüchtlingsfamilie, sie selbst hat Flucht nie erlebt. Sie kritisiert die Aussage es Herr L., argumentiert aber an keiner Stelle, warum Herr L. ihrer Meinung etwas falsches sagt. Stattdessen behauptet sie inen Zusammenhang, der so nicht vorhanden ist. Ob sie künftig als LT-Präsidentin auch die Wortbeiträge anderer verdreht und die Vortragenden ermahnt?

Jens Winkelmann | Sa, 10. August 2019 - 23:01

Ich habe den Eindruck Frau Toure möchte Herrn Linnemann gerne falsch verstehen. Es gehört zu einer angemessenen Diskussion, dass man seinem Gegenüber auch vertraut, dass er die Dinge die er sagt auch meint. Frau Toure konstruiert hier nie behauptete Zusammenhänge.
So legt sie Herrn Linnemann die rhetorische Frage in den Mund:
"Wer Straftaten verhindern will, muss Kinder aus dem Bildungssystem fernhalten?"
Die Antwort zur rhetorischen Frage kann sie sich auch selber beantworten:
"Gebildete Menschen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger anfällig für (bestimmte) Straftaten. Eine gute Bildung bekommen Kinder wenn sie das Bildungssystem erfolgreich durchlaufen. Ohne notwendige Sprachkenntnisse kann ein Kind aber viel schlechter ein Bildungssystem erfolgreich durchlaufen. Folglich muss ein Kind frühzeitig sprachlich gefördert werden."

Walter Ranft | So, 11. August 2019 - 01:37

Frau Toure: Sollte ich Ihnen nicht unterstellen dürfen, dass Sie zwar Deutsch sprechen und Zeitung lesen, aber Zusammenhänge nicht verstehen können, bliebe nur, Ihnen absichtliche Verdrehung zu attestieren. Die von Ihnen vorgeschlagene "Überschrift", verglichen mit dem RP-Artikel, zeigt deutlich, dass die von Ihnen monierte 'Themenvermengung' ausschließlich
von Ihnen selbst vorgenommen und Herrn Linnemann untergeschoben wurde. Proportional handelt der Artikel - bis auf einen allerletzten Satz - von Linnemanns Äusserungen zu Fragen der Einschulungsvoraussetzungen. Es gibt doch inzwischen viele, die ihm darin zustimmen. Sie sind ein Plädoyer nicht nur für eine Frühförderung, die angeboten werden sollte, sondern für eine, die auch verpflichtend angenommen werden müsste: Um der Einschulungsvoaussetzngen willen, der alle Kinder in Deutschland unterliegen. Haben Sie damit ein wirkliches Problem? - Erst der Schlusssatz deutet an: Die Migrationsproblematik enthält mehr Stoff und Zündstoff.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 11. August 2019 - 12:24

Frau Touré kam nach dem Putsch 1991 in Mali nach Deutschland.
Was glaubt sie eigentlich, von was sie dann ihre gute Ausbildung in Deutschland und ihr Auskommen sichern konnte, von den ""bösen Absichten"" massgeblicher CDU-Politiker?
Linnemann ist massgeblich für die CDU und wenn solche `Unterstellungen´ wie im Intro als Zweifel Grundlage von ernsthafter grüner Politik sein sollen, bin ich einfach nur entsetzt.
Es mag sein, dass Herr Linnemann mit seinem Vorschlag von ihm SICHER unbeabsichtigte Entwicklungen in deren Tragweite unterschätzt und ich bin andererseits SICHER, dass Frau Toré, die selbst in einer Flüchtlingsunterkunft lebte - das ist keine Schande Frau Touré, bitte vergleichen Sie das doch bitte mit dem Auffanglager Friedland für Aussiedler aus dem Osten - Herrn Linnemann andere Sichtweisen darlegen und damit andere Perspektiven aufzeigen kann, aber das Intro Frau Touré ist für mich politisch inakzeptabel!
RESPEKT

Stefan Forbrig | So, 11. August 2019 - 14:17

… Stellungnahme, die mir den Kamm schwellen läßt.
Nein Frau Touré, Herr Linnemann will niemanden von der Grundschule fernhalten, er will nur, daß Kinder, die kein, oder kaum Deutsch können, vorher zwingend die Vorschule besuchen sollen, und dort erst einmal deutsch lernen. Und notfalls so lange zurück gestellt werden, bis sie gut deutsch können.
Und wieder wird, und wieder von den Grünen, dem Linnemann die Worte verdreht, nur damit man sich wieder profilieren kann. Ich finde nichts Verwerfliches an Linnemanns Aussage. Und auch wenn Sie, Frau Touré das Glück hatten, sich aus eigener Kraft gut integrieren zu können, wird die Aussage von Linnemann dadurch nicht falsch. Und Ihr ewiger Rassismus-Vorwurf ist in diesem Kontext erstens Unfug und zweitens wieder einmal inflationär dahergeredet.

Michael Haß | So, 11. August 2019 - 14:40

Unfassbar, was Frau Touré Herrn Linnemann alles unterstellt, offenbar um ihr realitätsfernes Weltbild koste es was wolle aufrechterhalten zu können. Die "Parallelgesellschaften", vor denen er warnt (besser wäre der Ausdruck "Gegengesellschaften") sind längst Realität. Schauen Sie sich an, welch überwältigende Zustimmung der Antidemokrat Erdogan 2017 bei der Abstimmung über sein Verfassungsreferendum in der türkischen Community hierzulande erhalten hat. Ich selber erlebe als Deutschlehrer in einer Schule mit hohem Migrantenantel seit Jahren ein rapide sinkendes Bildungsniveau - das betrifft natürlich nicht nur Schüler mit nichtdeutschen Wurzeln, aber vielfach eben doch! Seit Jahren wächst hier zudem der Einfluss erzkonservativer Islamverbände, die vielfach immer noch von der Politik hofiert werden. Im Gegensatz dazu engagiert sich Herr Linnemann gegen diese demokratiefeindlichen Entwicklungen, z.B. als Mitherausgeber des Buches "Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland".

Bernd Muhlack | So, 11. August 2019 - 16:10

Bisher kannte ich Sie nicht, habe mich natürlich kundig gemacht. "Wo kommen Sie her?"
Nein, das ist kein Rassismus, sondern Interesse.
Ich will doch mein Gegenüber, meinen Gesprächspartner kennen.
Zitat: "Und als gäbe es keine Zahlen und Fakten zu den Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft, die genau das belegen, dass wir ein Problem mit Rassismus in unserer Gesellschaft haben und es an konkreten Maßnahmen fehlt, etwas dagegen zu tun. Es spricht von so viel Unkenntnis." Zitat Ende.
Sehen Sie Frau Touré: genau das ist der Punkt!

Zurzeit nimmt jedweder halbwegs bekannte Zeitgenosse ungefragt zum Thema Rassismus Stellung. Etwa der Ex-Fußballer Sarpei: Rassismus sei noch immer tief in der Gesellschaft verwurzelt, alltäglich, auch im Kleinen, Verborgenen: "Sie können aber gut Deutsch!" OHA, was ist daran rassistisch?
Rassistisch ist inzwischen alles, was nicht der Meinung unserer Weltretter, Berufsbetroffenen entspricht!
Frau Touré: Ihre Meinung ist kein Gesetz, Dogma!
MfG BM

Bernd Muhlack | So, 11. August 2019 - 16:45

Ich nochmal!
Ich habe Linnemanns Interview zum x-ten mal gelesen. Ich kann keinerlei Rassismus, Abwertung erkennen!
Vielleicht würden Sie jetzt sagen: "Weil Sie das nicht finden wollen!" - "OK; aber vielleicht wollen SIE ja unbedingt darin etwas finden?" - Nennen wir es Patt, Remis?

Frau Touré, ihre Familie stammt aus Mali, floh wegen des Krieges nach D. Sie waren u sind natürlich willkommen, haben sich integriert.

Unsere Truppe ist in Mali, trotz prekärer Lage der BW. Laut Wiki spricht man in Mali 35 Sprachen aus 3 Sprachfamilien. Ich gehe davon aus, dass kein einziger Soldat auch nur einen Satz "Mali" sprechen kann. Das wäre sicherlich hilfreich, oder?
In Afghanistan spricht man Pashtun, Darsi und Farsi; ob das die "Soldaten verstehen, können?"

Wenn ich in einem Land leben will, "sollte" ich die Sprache hinreichend beherrschen. Soldaten haben dazu keinerlei Anlass!

Frau Touré: wahrhaftig ist nicht jedwede Kritik als Rassismus, Diskriminierung zu verorten!
MfG BM

Urban Will | So, 11. August 2019 - 22:24

wirkt auf mich, als wollte jemand halt auch mal irgend was sagen.

Etwas haarsträubend ihre Querschlüsse zu Herrn Linnemanns angeblicher Motivation.

Es gibt Parallelgesellschaften. Punkt.
Es gibt massenhafte Integrationsverweigerung. Punkt.
Die Ursachen kann sich jeder denken.

Da hilft es auch nicht, auf die eigene, erfolgreiche Vita zu verweisen.
In den 90ern sahen die Migrationszahlen anders aus. Trotzdem großes Lob an die Elten.

Dass L die Verbrechen von Frankfurt und Stuttgart zum Anlass genommen haben soll, Kinder von der Schule fern zu halten, halte ich für eine boshafte Unterstellung.

Die Migranten als politisch wehrlos zu bezeichnen ist ein Witz.
Kaum jemand hat – auch ohne Wahlrecht – eine solch starke politische Lobby in Deutschland.

Und es geht nicht um Deutsche mit Migrationshintergrund, sondern um ungesteuerte Massenmigration. Da wirft sie die Dinge völlig durcheinander.

Mal gespannt, ob Frau T als LT – Präsidentin für eine faire Debattenkultur sorgt.

Frank Domnick | So, 11. August 2019 - 23:25

Nachdem Frau Wilms der Mutter indirekt die Schuld für den Mord an ihrem Kind gegeben hat, und Herr Lengemann findet, dass dieser Mord bei 3.000 Verkehrstoten irgendwie irrelevant ist, zeigt uns die dritte Grüne Politikerin, wo der Hammer hängt. Denn es ist schlimm, wenn Migrantenkinder Deutsch sprechen können sollen, wenn sie in die Schule kommen. Und dass es keine Parallelgesellschaften gibt.

Nein, vielmehr gibt es nur ein Problem bei der Migration, und dass sind Deutsche, die irgendwelche Ansprüche an Migranten haben. Denn bei denen ist alles krass in Ordnung, da ja die eigene Mutter bildungsorientiert war.

Beizupflichten ist den in einfachem Meinen gehaltenen Artikel bei dem folgenden Satz: "Mich hat es tierisch genervt, welches Bild von uns gezeichnet wurde."

Kann ihr bitte jemand erklären, dass es einen Unterschied zwischen Meinen und Argumentieren gibt?

Einen Satz bzgl. Mitgefühl für die Eltern des toten Kindes sucht man im Übrigen vergeblich. Dies spricht für sich.

Hans Krüger | Mo, 12. August 2019 - 07:05

Die junge grüne Politikerin mit Mirgrationshintergrund macht es es doch allzu einfach. Was da für eine Aufregung aufkommt wenn darüber diskutiert wird ob Kinder ohne Deutschkenntnisse in die Grundschule dürfen.Die deutsche Sprache gehört nun mal zu uns und wer hier leben will sollte sie können und erlernen.Ich habe mein Erwerbstätigkeit abgeschlossen und ich kenne viele Migranten und Russland-Deutsche aus dieser Zeit die bestens integriert sind .Der Schlüssel war die Deutsche Sprache und wer die nicht lernen möchte darf gerne dahin woher gekommen ist und in seiner Kultur glücklich werden!

Brigitte Miller | Mo, 12. August 2019 - 08:32

zum Text von Frau Touré.
Aber dieses Missverstehen von Aussagen ist weit verbreitet, aus welchen Gründen auch immer.
Dann in grosser Selbstgerechtigkeit aus allen Rohren schiessen gegen die vermeintlich Bösen, das fördert die Spaltung der Gesellschaft vielleicht mehr als vieles andere.
Und dieser Satz "Wie passt die Forderung „Kinder aus Schulen fern halten“ mit dem Vorwurf „Parallelgesellschaften“ zusammen?" impliziert doch beinahe, wer Kinder von Schulen fernhält, hat schuld, wenn sich Parallelgesellschaft bilden.
Unglaublich.

Petra Führmann | Mo, 12. August 2019 - 10:40

dass jemand dieser "Denkungsart", die eher aus gewolltem Falschverstehen und Unterstellungen, absoluter Einseitigkeit besteht, Vizepräsidentin des Landtages werden soll... Ich glaube, wenn die Menschen - leider zu recht - nicht so viel Angst um unsere Erde hätten, haben müssen, wären die Grünen mit ihren Verheißungen durch die Übertragungen, die viele in sie haben, nicht so weit vorne. Aber wir, die wir auch Angst haben, vielleicht nicht nur vor der Erderwärmung, wir werden nicht ernst genommen.

ich stimme Ihnen in vollem Umfang zu, abgesehen von der apokalyptischen thermalen Bedrohung dieser unserer Erde.

Beim Lesen Ihres Postings fiel mir aus dem Nichts eine Berliner Politikerin ein, welche ebenfalls einen Migrationshintergrund hat. Ich denke, dass Frau Touré um einiges qualifizierter als diese Dauer-Strafanzeigen-Stellerin ist, jedoch gibt es auch ein hohes Maß an "Opfer-Kongruenz".
Wie viele Foristen schreiben: wenn die Integration nicht funktioniert, kann das nur an den Deutschen, unserem Schutz, Sicherheit und rundum-Versorgung bietenden Staat liegen.
Das ist quasi die einzig mögliche Ursache … ALTERNATIVLOS!

Josef Olbrich | Mo, 12. August 2019 - 11:01

Mit ihrer Aussage fördert sie nur die Wählerschaft der AfD. Vielleicht ist das gewollt, hat man doch dann eine Partei, auf die eingedroschen werden kann. Eine seltsame Auffassung unseres demokratischen Zusammenlebens zelebriert hier Frau Toure. Wir leben in Deutschland und da spricht man deutsch, das muss sich doch bei allen Migranten herumgesprochen haben. Seltsam, haben manche Parteigänger der Grünen diesen Zustand noch nicht erfasst?

Mia Ostermann | Mo, 12. August 2019 - 16:22

Jessas! Mein erster - ich gebe zu, bajuwarischer - Gedanke. Bayern hat - und hatte als Baiern - einen großen Schoß und Sprösslinge vielerlei Herkunft. Deren Eingliederung funktionierte in frühere Zeiten mit der üblichen Reibungshitze und der nötigen sprachlichen Assimilation.
Nicht erst, aber vor allem seit 2015 ist zu bemerken, dass die nötige ANSTRENGUNG zum Erlernen der deutschen Sprache bei vielen "Zugewanderten" (ist das hinreichend politisch korrekt?) nicht gegeben ist.
Herr Linnemann hat nichts anderes gedanklich ins Spiel gebracht, als dass so früh wie möglich bei Kindern sprachliche FÖRDERUNG einsetzen sollte. Kinder, die der Sprache nicht genug mächtig sind, hindern, hemmen die anderen Kinder am Lernen. Der Langsamste bestimmt das Tempo. Das bewirkt eine starke Spaltung der Gesellschaft: Diejenigen, die es sich leisten können, werden ihre Kinder auf Privatschulen schicken, die Kinder der "Durchschnittsbürger" werden mit den Migrantenkindern den b edauernswerten Rest bilden