Deutschlands überfüllte Tierheime - „Die Leute kaufen Welpen über Ebay“

Deutschlands Tierheime sind überfüllt und stehen oftmals vor der Insolvenz. Warum Tiere immer mehr zum Konsumprodukt werden und was dagegen getan werden muss, darüber spricht die Leiterin des Tierheims des Hamburger Tierschutzvereins, Susanne David

Labrador Welpen
Labrador-Welpen vom Züchter sind vielen zu teuer / picture alliance

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Jannik Wilk ist freier Journalist und studiert derzeit Journalistik in Hamburg. 

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„Wie es im wirklichen Leben aussieht, davon habt Ihr doch keine Ahnung“ – diesen Vorwurf hören Politiker immer wieder, aber auch Journalisten. Gerade wenn sie – wie wir in der Cicero-Redaktion – in der Hauptstadt Berlin leben und arbeiten, wirkt das auf viele offenbar so, als seien wir auf einem fernen Planeten unterwegs. Es wird kritisiert, dass wir zwar gern über Menschen sprechen und schreiben, aber kaum mit ihnen reden würden. Der Vorwurf trifft uns hart, und wir nehmen ihn sehr ernst.

Deswegen haben wir bei Cicero eine Serie begonnen, in der wir genau das tun: Mit Menschen sprechen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, aber mitten im Leben, und dort täglich mit den Folgen dessen zurechtkommen müssen, was in der fernen Politik entschieden wird.

Heute spricht Cicero mit Susanne David, Leiterin des Tierheims des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V.

Frau David, wie jedes Jahr werden wieder Hunderte Tiere ausgesetzt. Besonders im Sommer wird es eng in deutschen Tierheimen. Wie sieht es momentan bei Ihnen aus?
Es ist jedes Jahr dasselbe. Es wird jedes Jahr zum Sommer voll. Auch jetzt. Das Problem ist, dass die Leute oft zur Weihnachtszeit Tiere anschaffen und derer zum Ferienbeginn überdrüssig werden.

Städtische Tierheime in Flughafennähe haben es am schwersten. Viele Halter wollen die Tiere vor dem Urlaub loswerden und setzen sie einfach aus.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Entweder sie kommen selber und geben das Tier ab, weil sie nicht mehr klarkommen. Oder das Tier landet als 'Fundtier' bei uns. Wenn ein Tier gefunden und nicht wieder abgeholt wird, ist es schon sehr eindeutig, dass es den Haltern nicht entlaufen ist.

Susanne David Hamburger Tierschutzverein
Susanne David leitet das
Hamburger Tierheim

Die Leute scheinen trotzdem ohne schlechtes Gewissen wegzufliegen. Dabei nehmen sie den Tod ihrer Schützlinge ohne Weiteres in Kauf. Warum sind Menschen so gefühlskalt gegenüber Tieren?
Das Tier wird, auch mit dem Internet, immer mehr zum Konsumprodukt. Man kann sich über eBay schnell wieder einen neuen, niedlichen Vierbeiner anschaffen. Unsere Gesellschaft ist zu einer Konsumgesellschaft geworden, sodass man sich auch schneller von einem Tier trennt, wenn es nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Und vielleicht glaubt, wenn man es vor dem Tierheim aussetzt, oder es dort abgibt, ist es ja versorgt.

Es gibt auch härtere Fälle...
Natürlich gibt es auch brutale Fälle, in denen die Tiere so ausgesetzt werden, dass sie nicht gefunden werden. Oder in erbärmlichen Zuständen zurückgelassen werden. Das sind zum Glück Einzelfälle. Meistens ist es ja doch so, dass sie in einem einigermaßen guten Pflege- und Ernährungszustand zu uns kommen.

Was tut ein Tierheim, wenn es überfüllt ist?
Wir versuchen mit anderen Tierheimen zu kooperieren. Wir kennen kleinere, ländlichere Tierheime, die nicht so voll sind. Da sind die Möglichkeiten aber auch begrenzt. Im schlimmsten Fall müssen wir einen Aufnahmestopp verhängen. Der kann dann auch nur für Tiere gelten, die hierhergebracht werden. Dagegen muss ein Tier, dass ohne Halter gefunden wird, von uns versorgt werden. Das ist ein großes Problem. 

Was passiert mit den Tieren, die nicht mehr aufgenommen werden können?
Halter von Abgabgetieren versuchen wir zu vertrösten, auf einen späteren Zeitpunkt. Oder wir geben ihnen die Möglichkeit, bundesweit andere Tierheime zu fragen. Wenn es gar nicht anders geht, nehmen wir die Tiere natürlich.

Besonders oft werden Katzen ausgesetzt. Die Zahl ausgesetzter Katzen steigt jährlich um zwanzig Prozent, hieß es schon 2012. Ist es einfacher, Katzen loszuwerden?
Eine Katze, die ein Freigänger ist, wird man nicht so einfach los. Wenn sie eine reine Wohnungskatze ist, findet sie natürlich nicht so schnell nach Hause. Wenn ich sie weiter wegbringe und aussetze, sowieso nicht. Außerdem ist sie schnell in eine Kiste gepackt und irgendwo einfach stehengelassen. Einfacher als ein Hund, der einen unter Umständen hinterherbellt und jault. Wenn man ihn laufen lässt, läuft er hinterher. Das würde eine Katze erstmal so nicht machen. Emotional ist das wohl auch einfacher. 

Die Leute gehen lieber zum Züchter, als ihr neues Haustier in einem Tierheim abzuholen. Wieso ist das so? Stimmt etwas mit den Tieren nicht, die bei Ihnen aufgenommen werden?
Ich glaube, dass die Leute eher auf eBay oder von illegalen Welpenhändlern kaufen als von echten Züchtern. Weil die oft sehr teuer sind. Das heißt nicht, dass mit unseren Tieren irgendetwas nicht stimmt. Aber viele wollen unbedingt ein Rassetier haben. Ohne sich klarzumachen, was das bedeutet. Es gibt zum Beispiel Qualzuchten: Viele Rassen sind mit Behinderungen gezüchtet, was gesundheitliche Folgen und Leiden mit sich bringt. Andererseits wollen viele einen Welpen haben, obwohl sie sich nicht im Klaren darüber sind, wie viel Aufwand ein Welpe bedeutet, zum Beispiel dass man viel Zeit haben muss. Im Tierheim ist es so: Wir haben keine Tiere auf Lager. Wenn ich einen bestimmten Hund haben möchte, oder ein bestimmtes Alter oder Geschlecht, kann ich nicht ins Tierheim gehen und sagen, jetzt hol ich mir den da. Dann muss ich öfter hingehen und mir die Mühe machen zu gucken, ob irgendwann ein passender Hund dabei ist. 

Was sind das für Händler auf eBay?
Die sind günstiger. Das sind keine Züchter, das sind Vermehrer. Sie geben die Tiere oft viel zu jung ab, im Alter von fünf bis sechs Wochen. Nach deutschem Tierschutzgesetz müssen sie mindestens acht Wochen bei der Mutter bleiben. Die Tiere sind illegal aus dem Ausland geholt, nicht geimpft und gar nichts – und oft immungeschwächt, meistens auch krank, und sterben dann. Die Leute sind ja so dümmlich, und kaufen dann trotzdem nochmal, wenn das eine Tier verstorben ist und sie schon tausend Euro beim Tierarzt gelassen haben, bei eBay so einen Hund. Weil er auf den ersten Blick günstiger ist als der vom Züchter. 

Wie oft vermitteln sie einem Hund oder einer Katze ein neues Zuhause?
In der Regel fünf bis zehn Hunde pro Woche. Bei den Katzen sind es zehn bis zwanzig, oder auch fünf bis fünfzehn. Es ist schwer zu sagen. In manchen Wochen vermitteln wir nur ein oder zwei Tiere, in anderen mehr. Es gibt auch Wochen, in denen wir gar keine vermitteln. Wenn wir einen Wurf süßer Welpen haben, dann werden wir in dieser Woche mehr Tiere los als zu einem anderen Zeitpunkt.  

Der deutsche Tierschutzbund schlug Anfang des Jahres Alarm, dass die Hälfte aller Tierheime vor der Insolvenz stehen. Woran liegt das?
Wir sind nur ein privater Verein, so wie die meisten Tierheime. Die meisten sind gar nicht staatlich gefördert, leben nur von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Einige Menschen bedenken uns in ihrem Testament. Wir müssen hart kämpfen. Manche Tierheime kriegen von den Gemeinden höchstens über Verträge Geld, wenn sie deren Aufgaben übernehmen. Bei uns ist es auch so. Wir haben einen Vertrag mit der Stadt Hamburg. Das heißt, für die Aufnahme von Fundtieren, was Aufgabe der Stadt ist, zahlt diese für die Unterbringung, wenn wir sie aufnehmen. Weil sie diese Aufgabe oft nicht erfüllen kann, da sie keine staatlichen Tierheime hat. Wir haben einen guten Vertrag, wir kriegen Geld, solange das Tier da ist. Andere Tierheime haben schlechtere Verträge, da gibt es das nur für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel zwei Wochen. Danach ist der Stadt egal, was mit dem Tier passiert. 

Was passiert dann?
Von da an zahlen die Tierheime selber für die Unterbringung. Und die Personal- und Energiekosten sind immens hoch für den Betrieb eines Tierheims. Das liegt in der Natur der Sache. Sie können sich vorstellen, dass man viele Menschen braucht, rund um die Uhr, auch am Wochenende oder an Feiertagen müssen die Tiere betreut werden. Das ist der größte Kostenfaktor. 

Was müsste geschehen, damit es keine ausgesetzten Tiere und überfüllte Heime mehr gibt?
Ich glaube nicht, dass das jemals aufhören wird. Aber es wäre für alle schön, wenn man sich als Haustierhalter registrieren müsste. Wenn es eine Art Führerschein dafür gäbe, dass man nur mit einer Bescheinigung ein Tier erwerben kann. Auf jeden Fall müsste der Handel über eBay und Co. verboten werden. Der Handel mit Tieren müsste massiv eingeschränkt und das Züchten mit Auflagen belegt werden. 

Wird die Bevölkerung diesbezüglich aufgeklärt, gibt es Kampagnen?
Einzig und allein von den Tierschutzvereinen. Von staatlicher Seite wird nichts getan. Wir versuchen, viel aufzuklären. Was Welpenhandel angeht, was Zucht angeht. Aber auch das müssen die Organisationen alles selbst finanzieren, auch aus den Spendengeldern. 

Haben solche Kampagnen etwas in der Vergangenheit bewirkt?
Mit passenden Bildern schon. Es war schon immer so, dass man solche Dinge ansprechen muss, damit den Leuten bewusst wird: Das ist nicht okay. Wenn jemand seinen Hund auf der Straße anschreit und ihn schlägt, spreche ich ihn auch an. Der Hund kann nichts sagen. Solange alle nur weggucken und keiner etwas sagt, glaubt derjenige, dass er sich im rechtsfreien Raum bewegt. Natürlich bewirken Öffentlichkeit und Kampagnen etwas, um ein Unrechtsbewusstsein überhaupt erstmal zu wecken. 

Möchten Sie den Menschen, unseren Lesern, noch etwas mit auf den Weg geben?
Alle sollten Freunde und Verwandte, die sich ein Tier anschaffen möchten, bitten, es von einem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation zu übernehmen. Auf gar keinen Fall aus irgendwelchen Kleinanzeigen, weil das in der Regel zu Lasten der Tiere geht. Auch wenn man Mitleid mit einer armen Kreatur hat, macht man nur Platz für das nächste Tier. Man fördert nur die Tiervermehrung. Und dass man, wenn man Tierquälerei sieht oder ein Tier in Not, die Leute auf jeden Fall anspricht. Das Tier kann nichts sagen. Wir sind verpflichtet, unsere Stimme zu erheben. Und das zu melden. An einen Tierschutzverein oder die Polizei.

gabriele bondzio | Di, 6. August 2019 - 09:18

gegenüber Tieren?"... Respekt und Empathie, zwei so wichtige Emotionen, wollen gelernt sein. Um es mit Antoine de Saint-Exupery zu sagen:„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ War sozusagen ein Leitspruch in meinen Leben, ob es Menschen oder Tiere betraf. Und ich kann es nicht nachvollziehen, wenn Menschen Tiere als Spielzeug, kurzzeitigen Zeitvertreib oder zur Hebung des eigenen Egos, anschaffen. Und dann aus fadenscheinigen Gründen im Stich lassen. Meine 11jährige Hündin ist ein Tierheimhund, als Welpe zu mir gekommen. Und wenn sie geht und ich mich noch in der Lage sehe, für ein Tier zu sorgen. Werde ich mich erneut dort umschauen. Aber jetzt gehen wir erst mal Gassi...

Ernst-Günther Konrad | Di, 6. August 2019 - 09:19

der kann auch nicht mit den Tieren, habe ich schon in meiner Kindheit von meinen Altvorderen gehört. Es ist eine Schande, wie diese sehr sinnvollen privaten Einrichtungen sehr allein gelassen werden. Danke für das Interview Herr Wilk. Sprecht weiter mit Menschen, die Politik praktisch umsetzen müssen, die nicht für die Praxis gemacht wird.
Tiere haben wohl nur wenn sie als Schnitzel auf den Tisch kommen oder ihr Eiprodukt in der Lebensmittelbranche benötigt wird inzwischen eine kleine Lobby. Das gemeine Haustier nicht. Ich habe selbst drei Katzen, die in unsere Familie Teil des Verbandes sind.
Sie wurden vom Bauernhof geholt.
Seit 2002 ist der Tierschutz im Artikel 20a aufgenommen, nur wirklich getan wird da im Haustierbereich nichts.
Ein erster Schritt wäre den Onlinehandel verbieten und keine Einfuhr aus dem Ausland. Die Kommunen müssten gesetzlich zur Mitfinanzierung besser herangezogen werden. Fachleute und Praktiker müssten ein Schutzkonzept erarbeiten und gesetzlich verankern.

Leider muss ich dazu was schreiben, den ich habe 2 Hunde und 6 Katzen, Haus und 2000qm Garten. Leider habe ich in Tierheim in München kein Tier bekommen, den ich war 50 Jahre alt und das war zu alt um einen älteren Hund zu bekommen, da habe ich auf Internet gegriffen. Es war vor ein paar Monaten ein Berricht in der AZ, wo die Lesebriefe gezeigt haben, das es sehr vielen Menschen so geht, Man wird dort als potentielle Verbrecher behandelt und das nenne ich Kalt, ich habe das Gefühl bekommen, dass es nicht um Tierwohl geht aber um Geld. Ich bin jetzt 69 Jahre, habe mit meinen Hunden viel Freude, ich denke, die auch mit mir. Ich habe mit Tierpflegern aus diesem Tierheim gesprochen und hab erfahren, dass sie ungern Tiere weg geben, weil die tiere dort schon kastrieret und geimpft sin und so machen sie nicht so viele Kosten, als neue Hunde und man kann jammern und geld bekommen. Seit dem spende ich nicht mehr für Tierschutz und zahle lieber das Geld Menschen, die ihre Tiere kastrieren lass

Ernst-Günther Konrad | Di, 6. August 2019 - 12:55

In reply to by Susanne antalic

Ja, es gibt offenbar eine zweite Seite der Medaille. Offenbar finanzieren sich eben einige Tierheim über die Anzahl der Tier und hatten Investitionen. Ich weis aus einem Tierheim im Rhein-Main-Gebiet, dass sie bei Vermittlung auf diese Kosten hinweisen und die Erwerber gerne diese Kosten erstatten, erspart ihnen das selbst, z.B. kastrieren zu lassen.
Alles auch eine Frage der Kommunikation.
Das man mit 50 J. zu "alt" sein könnte ist abenteuerlich. Gerade im Alter ist die Zuwendung und Liebe eines Teires oder zu einem Tier ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Vereinsamung. Gebraucht zu werden und eine Aufgabe zu haben schützt durchaus auch vor Senilität. Mit dem Hund hinaus zu müssen, hält einem in Bewegung. Absurd wird es, wenn um Abnahme der Tiere geworben wird und anderseits bei Abgabe an gute Hände, eine mögliche Reduzierung von staatlichen Hilfen zu erwarten sind. Hier muss ein Konzept her. Immerhin hat Tierschutz Einzug ins GG gefunden.

Karla Vetter | Di, 6. August 2019 - 20:46

In reply to by Susanne antalic

schön hier mal wieder von Ihnen zu lesen. Wir ,über 70 ,haben nach einem langen Hundehalterleben vor 3 Jahren unseren letzten Hund auf die Regenbogenbrücke schicken müssen. Seither unterstützen wir direkt Organisationen wie z.B." Pro Canis", die armen Menschen ,oft Rentnern, die Tierarztkosten begleichen helfen, so können diese ihre Hunde auch im Alter behalten. Außerdem haben wir uns bei unserem früheren Hundeverband als" Ersatzeltern" im Urlaubs- oder Notfall gemeldet. Man muss im Alter nicht unbedingt ein eigenes Haustier haben, es fällt aber sehr, sehr schwer.

Jürgen Keil | Di, 6. August 2019 - 09:31

Ich bin selbst seit 6 Jahren Halter eines, bei einem zugelassenen Züchter gekauften Hundes. Da er leider eine Erbkrankheit hat, musste ich schon viel Geld für ihn ausgeben. Ihn wegzugeben, für mich unvorstellbar. Tiere aussetzen? Was sind das für Menschen. Zum Thema: überfüllte Tierheime. Wir schauen uns hin und wieder Sendungen der Art, "Tiere suchen ein zu Hause" an. In immer größerem Umfang werden dort Hunde aus Süd- bzw. Osteuropa zur Vermittlung vorgestellt. Es gibt also auch in diesen Bereich "Schlepper". Allerdings nicht des Geldes, sondern der moralischen Befriedigung wegen.

Jens Rotmann | Di, 6. August 2019 - 11:25

Nach den Osterfeiertagen tummelten sich plötzlich 3 Angora-Hasen in unserem Garten. Unser Mann vom Ordnungsamt meinte, die wären zu Ostern an Kinder verschenkt worden, die wollen sie nicht mehr und haben sie ausgesetzt. So geht's sicher vielen Tieren.

Bettina Jung | Di, 6. August 2019 - 11:46

Als ich vor 10 Jahren, nachdem unser geliebter Tierheim Kater Garfield starb, wieder einem Tierheim Tier ein zuhause schenken wollte, hat man mich im Tierheim Riem behandelt, als wolle ich es zu Mittag essen. Nein, man habe keine Katze für mich. Ich ging dann in die "Krankenstation" und fragte nach einer Katze. Mir war egal, ob alt oder gebrechlich. Ich wurde weggeschickt. Ich bin dann zum Züchter und habe ein Katzenpärchen (Geschwister) geholt. Einer Hündin und ihrem Adoptivkater aus Bulgarien habe ich ebenfalls ein schönes Zuhause gegeben. Das Verhalten der Tierheime sind manchmal sehr seltsam. Übrigens haben mir Nachbarn von ähnlichen Erlebnissen mit dem Tierheim Riem berichtet.

Merle Wunsch | Mi, 7. August 2019 - 12:23

In reply to by Bettina Jung

JA, auch ich habe eine schlechte Erfahrung mit dem Tierheim Düsseldorf gemacht. Im Rahmen der Vermittlung gab es keine Probleme. Wir wollten ein Katzenpärchen mit Freigang, da wir doch ländlich wohnen und ein großes Grundstück zur Verfügung haben. Zwei Jungkater wurden uns duch eine vor Ort tätige Tierheiminspektorin vermittelt. Erst bei der Nachkontorolle viel einer anderen ehrenamtlich tätigen Inspektorin auf, dass die Katzen nur für eine Wohnungshaltung vorgesehen waren. Diese brachte zum Gespräch direkt die Transportbox mit. Wir mussten beide Katerchen dem Tierheim zurückgeben. Wir hatten sogar den Vorschlag gemacht bis zu einer endgültigen Vermittlung die Kater in eine Art Pflege zu nehmen, damit diese nicht mehr ins Tierheim müssen. Dies lehnte die "Inspektorin" jedoch ab, da die Vermittlung so zu lange dauern würde. Sorry, aber ich kann jeden ebay käufer verstehen.

Schulz, Irmgard | Di, 6. August 2019 - 20:21

In der Parkanlage von Newstead Abbey/Nottinghamshire befindet sich ein Denkmal, das Lord Byron im Jahr 1808 zum Gedenken an seinen verstorbenen Hund Boatswain errichten ließ:
"Nahe diesem Ort ruhen die Gebeine eines Wesens, das Schönheit ohne Eitelkeit besaß, Kraft ohne Übermut, Mut ohne Grausamkeit und alle Tugenden des Menschen ohne seine Laster. Dieses Loblied wäre nichts als sinnlose Schmeichelei, stände es über der Asche eines Menschen. Es ist jedoch nichts weiter als ein gerechter Tribut zum Gedächtnis an Boatswain, einen Hund, geboren in Neufundland im Mai 1803 und gestorben in Newstead Abbey am 18.November 1808".

helmut armbruster | Mi, 7. August 2019 - 09:30

Jeder darf sich Haustiere kaufen und sie halten. Niemand fragt, ob der Halter überhaupt eine Ahnung hat, wie mit Tieren umzugehen ist.
Einmal im Haus ist das Haustier seinem "Herrn/Herrchen" vollständig ausgeliefert.
Ob mit guter Absicht oder mit böser Absicht oder aus purer Unwissenheit oder Gefühllosigkeit einem anderen Lebewesen gegenüber, geschehen tagtäglich die unglaublichsten Dinge. Das Tier muss alles erleiden und erdulden ohne sich wehren zu können.
Eine Art moderne Sklavenhalterei.
Es sollte daher so etwas wie eine Nachweispflicht geben, dass der Tierbesitzer wenigstens eine minimale Vorstellung hat was das Tier braucht und was nicht, was man vom Tier erwarten kann und was nicht.
Für den Neigungswinkel von Hausdächern und anderem leblosen Krimskram gibt es Vorschriften und Genehmigungen, aber für ein Lebewesen in unserem Haus und in unserer Gewalt gibt es nichts.
Nur das Tierschutzgesetz, was aber nicht ausreicht.

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