Klimaschutz - Es könnte ungemütlich werden

Ingenieur und Innovator Gernot Kloss setzt sich mit den Mythen des Klimawandels und der Energiewende auseinander. Er zeigt auf, was der Gesellschaft nicht deutlich gemacht wurde – und wie ernsthaft unser Planet bereits bedroht ist

In Sachen Energiewende muss das Ruder radikal herumgerissen werden, findet Gernot Kloss / picture alliance

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Ein bedrückendes Szenario bietet der Klimawandel, der von ewig Gestrigen entweder geleugnet oder durch Untätigkeit verstärkt wird. In Amerika sind es der republikanische Präsident und seine Mitstreiter, in Deutschland sind es die großen, konservativen Wirtschaftsteile von CDU/CSU und FDP, die AfD als Ganzes und inzwischen größere Teile der SPD. Den meisten fehlt das Wissen, um den Klimawandel zu verstehen. Den Medien fehlt ein Mehr an Wissen und da viele von ihnen sich politisch gebunden fühlen, der Wille zur sachlichen Aufklärung. Dabei erstaunt es, wie gespalten die Medien, die ja aufklären sollen, im Einzelnen sind. Es gibt eine Anzahl von ihnen, die beim Thema Klimawandel weggucken, und andere, die den Klimawandel leugnen. Als hartnäckigste Leugner haben sich hier der deutsche Journalist Roland Tichy mit seiner erzkonservativen Zeitschrift Tichys Einblick sowie der Journalist Henryk M. Broder mit seinem ähnlich zu bewertenden Blog Die Achse des Guten hervorgetan.

Die Wissenschaft vermag es nicht, einfach zu erklären

Aber auch normal denkende Menschen sind immer noch verunsichert. Dies liegt daran, dass die Klimaforschung aus aller Welt, einschließlich der deutschen, nicht in der Lage ist, den Klimawandel im Ganzen für alle nachvollziehbar zu erklären, besonders nicht dessen genaue Wirkungsweise. Es ist keine sachdienliche und besonders nicht für die Medien verwertbare Aussage, die bei wissenschaftlich-technischen Darstellungen grundsätzlich ihre Probleme haben, wenn gesagt wird, dass 97 Prozent aller Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Klimawandel befassen, von einer durch Menschen gemachten Erderwärmung ausgehen. Besonders das vermeintliche Paradoxon, dass der Klimawandel stärker voranschreitet, obwohl die Welttemperatur zur Zeit nur mäßig ansteigt, ist immer noch nicht geklärt. Den Grund hierfür zu finden und mit Fakten zu untermauern hätte selbst die härtesten Leugner des Klimawandels überzeugt. Hierauf hätten beispielsweise das Geomar-Helmholtz-Zentrum in Kiel sowie das Potsdam-Institut für Klimaforschung längst Antworten geben müssen. Das wäre schon deshalb sinnvoll gewesen, um die besonders uneinsichtigen Skeptiker aus der Politik, der Wirtschaft und den Medien zu überzeugen. Doch wieder einmal vermochte es die Wissenschaft nicht, den Menschen Abläufe in einfacher Form sinnvoll zu erklären.

Klimakrise

Hier geht es zur Cicero-Titelgeschichte „Wie viel Klima macht der Mensch?“

Besonders unsere Politiker-Spitzen hätte man durch intelligente Denkansätze dazu bringen müssen, endlich intensiver über die drohenden Gefahren der Klima-Erwärmung nachzudenken als bisher. Ist hier neben einer gewissen Fachignoranz auch Ängstlichkeit zu erkennen, die ein konsequenteres Handeln verhindert? Und liegt es vielleicht nicht auch daran, da alle Institute am Tropf staatlicher Subventionen hängen, dass man aufgrund der Gefahren durch den Klimawandel sehr massiv Stellung gegen die Umweltpolitik unserer Regierenden hätte nehmen müssen, es sich mit ihnen aber nicht verderben wollte? Dies wäre für eine freie Wissenschaft fatal und für die Politik beschämend, nicht in der Lage zu sein, ihre Wissenschaftler in einem der reichsten Länder der Welt so ausreichend mit Geld zu versehen, dass diese völlig frei und unabhängig arbeiten können.

Die Welttemperatur steigt nicht linear, sondern progressiv

Die letzte fehlende Klarheit über den Klimawandel ist in der Unsicherheit der Klimaforschung begründet, die zur Zeit zwar die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels kennt, nicht aber deren genaue Zusammenhänge und Abläufe und diese deshalb nicht abschließend erklären kann. Vor allen Dingen nicht, weshalb der Klimawandel immer schneller voranschreitet. Dies erstaunt, da die Zusammenhänge aufgrund ihrer einfachen physikalischen Abläufe den Menschen sehr leicht zu erklären wären. Es bringt wenig, stets nur in eine Richtung zu denken. Allein das Sammeln wissenschaftlicher Daten ersetzt keine Analysen und führt nicht zu neuen Erkenntnissen. Sehr viel wichtiger als zu wissen, dass etwas geschieht, ist zu wissen, wie und weshalb etwas geschieht.

Erstaunlicherweise sind Intellektuelle oft „völlig taub“, wenn es um Fakten geht (Zitat: Harvard-Professor Steven Pinker). So geht die Klimaforschung immer noch davon aus, dass der Klimawandel im Gleichklang mit der weiteren Zunahme von CO2 auf der Erde linear zunimmt. Das heißt, man misst den CO2-Gehalt in der Luft, der beispielsweise zu einer Erwärmung der Welttemperatur von einem Grad Celsius geführt hat und nimmt dann an, dass die gleiche Menge CO2 zu einer weiteren Erhöhung der Welttemperatur von einem Grad Celsius führen wird. Hier irren sich die Klimaforscher, denn unsere Welttemperatur steigt nicht linear, sondern progressiv an. Deshalb ist selbst die Aussage von Klimaforschern, die davon ausgehen, dass sich der Klimawandel schon in rund zwölf bis fünfzehn Jahren nicht mehr umkehren lässt, Hoffnungsdenken.

CO2 erst in über tausend Jahren völlig abgebaut?

Durch den CO2-Gehalt in der Luft wird die Sonneneinstrahlung auf die Erde permanent intensiviert. Und dies über sehr lange Zeiträume. Schätzungen gehen davon aus, dass sich das CO2 in der Luft in hundert Jahren, teilweise erst in über tausend Jahren völlig abbauen wird. Erst wenn dies genauer erforscht ist, lässt sich auch die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel sich entwickeln wird, genauer bestimmen. Während der gesamten Zeit wirkt das in der Luft enthaltene CO2 klimaerwärmend. Wobei jede zusätzliche CO2-Anreicherung in der Luft zu einem progressiven Anstieg der Welttemperatur führt. Wenn diese zur Zeit nur mäßig und scheinbar linear ansteigt, hat das einen sehr wichtigen, physikalischen Grund. Ursache hierfür ist das weltweit zunehmende Schmelzen des Gletschereises.

Für das Schmelzen von Gletschereis werden die gleichen Wärmemengen benötigt, die erforderlich sind, um das Wasser im Eis dieser Gletscher auf über 80 Grad Celsius zu erwärmen. Diese gewaltigen Wärmemengen müssen der Umgebungsluft entnommen werden. Entsprechend stark kühlt sich diese ab. Das Eisschmelzen der Gletscher wirkt somit als Regulativ des Weltklimas, in dem es die Atmosphäre abkühlt. Hierzu trägt auch die CO2-Aufnahme der Meere wesentlich bei, deren Aufnahmekapazität aber bald erreicht sein dürfte. Damit entfällt ein wichtiges Regulativ des Klimawandels. Dies sollte auch den Klimaforschern bekannt sein. Leider haben sie der Öffentlichkeit nie klargemacht oder klar machen können, dass damit ein großer Teil der Schutzreserven der Erde gegen den Klimawandel bereits verbraucht ist. Durch den weiteren, weltweiten Schmelzprozess des Eises werden weitere Teile dieser Schutzreserven verbraucht.

Das Versäumnis des Deutlichmachens

Das Abschmelzen der immer weniger werdenden Gletscher und Eisflächen wird zwar weiterhin helfen, das Ansteigen der Welttemperatur zu verlangsamen, es aber immer weniger aufhalten können. Das beweist das Ansteigen der Welttemperatur auf demnächst fast zwei Grad Celsius, trotz massivem Eisschmelzen. Mit jedem Verbrennungsvorgang steigt der CO2-Gehalt in der Luft weiter an und mit ihm die Welttemperatur. Da sich nach jedem Schmelzvorgang die Menge des verbleibenden Eises und damit dessen Potenzial als Temperatur senkendes Regulativ verringert, muss sich die Welttemperatur zwangsläufig immer schneller erhöhen. Bedenkt man, dass es auf der Welt rund fünfzehn Millionen Quadratkilometer an Gletschereis geben soll, das bereits zügig schmilzt, wird erkennbar, dass durch die Wärmeentnahme aus der Umgebungsluft die Welttemperatur zur Zeit nur sehr mäßig steigen kann. Dieser Zustand wird aber von relativ kurzer Dauer sein und er macht überdeutlich, dass wir uns bereits in einem sehr weit vorangeschrittenen Prozess der Klimaveränderung befinden. Dies sollte die Wissenschaft möglichst schnell erkennen und den heutigen Klimaskeptikern, vor allem aber den Regierenden, deutlicher vor Augen führen.

Aber auch bei den Bürgern hätte ein einfacher Vergleich dazu beitragen können, die Sichtweise für den Klimawandel zu schärfen. Selbst das haben die Klimaforscher versäumt. So hätten sie längst deutlich machen müssen, dass eine Erhöhung der Temperatur um beispielsweise drei Grad Celsius sich zwar wenig anhört, bezogen aber auf die durchschnittliche Welt-Temperatur von ca. 14 bis 15 Grad Celsius eine Steigerung von gut 20 Prozent bedeutet. Bei Zahlenangaben denken Menschen meist irrational. Ein Anstieg der Temperatur von drei Grad Celsius wird als sehr gering, ein Anstieg der Temperatur von 20 Prozent und mehr als hoch empfunden. Auch sollte darüber nachgedacht werden, das Wort Klimawandel, das den Menschen einen sanften, natürlichen Temperaturanstieg suggeriert, durch einen Begriff zu ersetzen, der die Gefahren des Klimawandels sehr viel deutlicher macht. Als Ersatz könnte das Wort Klima-Umbruch genutzt werden.

Eine Vielzahl von Katastrophen erwartet die Welt

Nun aber zu der für alle Menschen existentiellen Frage, was passiert, wenn das Schmelzen des Gletschereises zu Ende geht und damit jeder weitere Temperaturaustausch? Dann wird die bereits stark angestiegene Welttemperatur einen weiteren Sprung nach oben machen. Dieser Temperatursprung wird am Ende noch dadurch verstärkt, dass die nach dem Schmelzen eisfreien Erdbereiche nicht mehr in der Lage sein werden, die Wärmestrahlen der Sonne wie bisher zu reflektieren. Dadurch wird die Entwicklung des Klimawandels noch schneller voranschreiten. Wobei die daraus entstehenden katastrophalen Auswirkungen uns Menschen völlig überraschen werden.

Im weiteren Verlauf wird dann auch der große Rest der Permafrostböden auftauen. Hierbei werden riesige Mengen des besonders klimaschädlichen Methangases und das in diesen Böden sehr reichhaltig vorhandene Quecksilber durch Ausspülungen freigesetzt. Dieses Quecksilber tötet zuerst das Leben in den Bächen, Flüssen und Seen, später das in den Meeren. Diese Erkenntnisse, verstärkt durch die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen und die auch zukünftig zu erwartenden Versäumnisse durch uns Menschen, besonders aber durch die Politik, werden dafür sorgen, dass das angestrebte Vermeiden eines Temperaturanstiegs von unter zwei Grad Celsius wie angestrebt, nicht erreichbar sein wird. Ein Plus von drei Grad Celsius und mehr ist sehr viel wahrscheinlicher. Globale Schäden in Billionenhöhe, extreme Hitzewellen mit Millionen Toten, Orkane in nicht gekannten Stärken, Sturzregen, Überschwemmungen, dauerhafte Überflutungen großer Küstenregionen, Bodenerosionen ganzer Landstriche, Wassernot, Ernteausfälle, Hungersnöte, Flächenbrände, Kriege und daraus folgend Flüchtlingsströme in ungeahnten Ausmaßen werden zu erwarten sein und unsere Weltordnung massiv bedrohen. Dann aber lassen sich die Uhren nicht mehr zurückdrehen.

Bereits in 40 Jahren könnte es ungemütlich werden

Einige Wissenschaftler prognostizieren für das Jahr 2100, gerade in gut 80 Jahren, eine Zunahme der Welttemperatur um fünf Grad Celsius, wenn wir so weiter machen wie bisher und beim Klimawandel nicht rechtzeitig und nachhaltig entgegensteuern. Auch diese Annahme basiert auf einem linear steigenden Verlauf des Klimawandels. Da dieser aber progressiv verläuft, können die für das Jahrhundert 2100 von ihnen vorausgesagten apokalyptischen Endkatastrophen bereits schon in 50, 40 oder in noch weniger Jahren eintreffen. Dann aber wird unsere Erde von uns Menschen nicht mehr als solche empfunden werden. Damit es nicht so weit kommt, muss die Energiewende weltweit wesentlich intensiver und aggressiver durchgeführt werden und alle Hemmnisse radikal beseitigt werden. Hierzu gehört zwingend, dass zur Bekämpfung der hohen durch den Klimawandel zu erwartenden Schäden und Folgeschäden, von denen insbesondere die nachfolgenden Generationen betroffen sein werden, die besten Technologien eingesetzt werden müssen.

Nichthandelnde Verantwortliche müssen haften

Um ein weiteres Ausufern von Schäden zu vermeiden, sollte zudem eine gesetzliche Mithaftung aller Personen und Institutionen eingeführt werden, die immer noch Maßnahmen gegen den Klimawandel sabotieren. Eine solche Haftung müsste alle führenden Politiker, Manager, Unternehmen und Verbände einschließen, zudem Medien und Journalisten, deren Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen nicht zu unterschätzen ist. Denn die aufgrund von Umweltschäden entstehenden Kosten sind nicht nur astronomisch hoch, sie betreffen zudem alle Nationen dieser Erde und sie sind für ewig.

Die meisten Menschen können sich die Ausmaße der Klimaveränderungen und deren extrem hohe Kosten nicht vorstellen. Deshalb ein einfaches Beispiel von vielen: Angenommen, der Meeresspiegel würde lediglich um 20 bis 30 Zentimeter ansteigen, obwohl wir wissen, dass er um ein Vielfaches höher ansteigen wird. Dann genügt es nicht, alle Küsten-Dämme der Welt um diese Höhe aufzustocken, da die kinetische Kraft der Wellen, die aus dieser Erhöhung des Meeresspiegels resultiert, eine weit höhere Aufstockung erfordert, nämlich eine in der dritten Potenz zum Meeresspiegelanstieg. Nun könnte man meinen, ein Aufstocken der Deiche in diesen oder ähnlichen Höhen sei kein Problem. Technisch ist es das nicht, kostenmäßig aber würde es bereits bei diesen Höhen zu einem Problem werden. Probleme würden auch die Flußabläufe ins Meer bereiten. Damit die Gewässer der Flüsse, trotz Anstieg des Meeresspiegels, weiterhin in die Meere geleitet werden können ohne für immer das Umland großflächig zu überschwemmen und die Küstenstädte unbewohnbar zu machen, müssten die Flüsse eingedeicht werden. Aufgrund ihres in Küstenbereichen sehr geringen Gefälles würden sich daraus Fluss-Eindeichungen ergeben, die viele, viele Kilometer ins Binnenland führen. Diese müssten bei jedem weiteren Anstieg des Meeresspiegels erhöht und verlängert werden. Allein die Kosten, die hieraus entstehen würden, wären kaum zu überschauen, obwohl dieses Problem eines der kleineren ist.

Konservativen liegt die Heimat nicht am Herzen

Es ist schon ein Paradoxon, was das Wort Klimaerwärmung in unseren Köpfen auslöst. Eigentlich sollten alle Menschen davon überzeugt sein, diese verhindern zu müssen und entsprechend danach zu handeln. Denn zu allen Zeiten hat die Menschheit erfolgreich versucht, sich gegen die Gefahren der Natur zu schützen. Nur die Gefahren, die sich aus der von uns Menschen selbst verursachten Klimaerwärmung ergeben, erscheinen vielen von uns immer noch als wenig real. Dabei ist das Verhindern der Klimaerwärmung für uns alle von elementarster Bedeutung und die einzig verbleibende Möglichkeit, uns und unsere Erde zu schützen. Erde ist Lebensraum und Heimat der Menschen. Um so unverständlicher ist es dann, wenn besonders Menschen mit konservativer Grundhaltung, die dem Begriff Heimat ansonsten eine völlig übergeordnete Bedeutung beimessen, extrem verbissen gegen Maßnahmen zur Vermeidung der Klimaerwärmung ankämpfen. Dass die großen Energiekonzerne dies tun ist wesentlich verständlicher. Diese fürchten um ihren finanziellen Einfluss.

Den rückwärts gerichteten, überwiegend konservativen Politikern unseres Landes, die die Energiewende entgegen ihren öffentlichen Beteuerungen immer wieder klammheimlich bekämpfen, hierzu zählt die Mehrheit der CSU, die Partei mit eigenem Heimatministerium, ein Großteil der CDU mit unserer Bundeskanzlerin und ihre Parteikollegen Peter Altmaier, Michael Fuchs, Georg Nüßlein und weitere Mitstreiter, ein sehr, sehr großer Teil der FDP sowie die gesamte AfD, aber auch konservative SPD-Politiker wie der Kohlelobbyist Sigmar Gabriel sowie die Gewerkschafter Michael Vassiliadis und Reiner Hoffmann. Diesen sei gesagt, ein unwirtlicher Planet kann Menschen keine Heimat sein. Heimat bedeutet ein Stück Erde, auf dem man leben und sich wohlfühlen kann. Sandwüsten mit unwirtlichen Lebensbedingungen eignen sich weniger als Heimat. Und die könnten wir schon sehr bald bekommen, wenn unsere Politiker, unsere Gewerkschafter, Manager und Wissenschaftler nicht schnellstens hinzulernen.

Wir müssen aufhören, oft und überall hinzufliegen

Auffallend ist, dass sich besonders Konservative und Rechte gerne als Bewahrer alter Werte begreifen. Leider waren sie es nie und sie sind es heute nicht. Im Gegenteil, sie bremsen stets die Zukunft aus. Und wenn sie einmal Bewahrer sind, dann nur als Bewahrer von Machtstrukturen und die haben in einer modernen Welt keinen Platz. Diese Art Politiker sind es auch, die es zum Beispiel zulassen, dass der Luftverkehr als einer der größten Schadstoffemittenten in Deutschland immer noch subventioniert wird und, dass unsere Flughäfen stetig ausgeweitet werden, um noch mehr Passagiere möglichst billig befördern zu können. Das zusammen führt dann dazu, dass geistig unbedarfte Reisende für Kurzurlaube von lediglich drei bis vier Tagen, Flugreisen zu den Kanaren oder noch weiter buchen. Der Trend, statt eines erholsamen, längeren Flugurlaubs mehrere Flugkurzurlaube zu machen weitet sich immer mehr aus. Ein völliger Schwachsinn, der keinerlei Erholung bietet, dafür aber die Umwelt und das Klima extrem stark schädigt. Weshalb dieser Unsinn immer noch nicht unterbunden wurde, weiß kein Mensch.

Ministerium bremst Energiewende aus

In jüngster Vergangenheit wurde die Energiewende besonders oft durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgebremst. So fielen unter der Leitung der Minister Gabriel und Altmaier einige Merkwürdigkeiten auf. Oft, nachdem beide Minister wieder einmal werbewirksam verkündet hatten, die Energiewende mit ganzer Kraft unterstützen zu wollen, kamen aus ihrem Wirtschaftsministerium Vorschriften und Erlasse, die das Gegenteil bewirkten. Wenn diese Vorgehensweise mit Zustimmung der beiden Minister der Vernebelung diente, wäre das den Bürgern gegenüber infam. Wurde dies aber von den leitenden Ministerialbeamten in Eigenregie durchgeführt, wären die ihnen vorstehenden Bundesminister überflüssig. Was Aufbau und Struktur anbelangt, hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schon immer einen hohen Veränderungsbedarf. Um in diesem Amt aber etwas verändern zu können, müssten sich zuerst die Sichtweisen seiner Beamten ändern.

Besonders die Sicht, was Wirtschaft eigentlich ist, sollte in diesem Hause überdacht werden. Wirtschaft ist ein Produkt, dass aus der Leistung vieler Menschen besteht. Entsprechend ist das hieraus entstehende Resultat eine Gemeinschaftsleistung aller Bürger unseres Landes. Deshalb darf es nicht sein, dass in diesem Hause traditionell immer noch nur die Interessen der Großunternehmen und ihrer Aktionäre gesehen werden, nicht aber die der Bürger. Diese sind es letztlich doch, die die Wirtschaftsleistung unseres Landes erbringen und nicht die Aktionäre. Aufgrund der zahlreichen Vorfälle sollte sich das Wirtschaftsministerium endlich einmal fragen, ob es für alle Bürger da sein will oder ob es sich zu einem Haus für Begünstigte und Lobbyisten entwickeln möchte.

Wir lassen uns von den Politikern belügen

Dass Politiker die Bürger täuschen ist bekannt. Bezüglich der Energiewende wurden wir über Jahre von den letzten Bundesregierungen belogen. Damit sollten eigene Versäumnisse kaschiert werden. Regierungskonforme Medien unterstützten sie dabei nach Kräften. Immer wurden die Bürger damit beruhigt, dass bei uns alles bestens wäre und wir weltweit immer noch Vorreiter im Bereich der Energiewende seien. Auf diesem hohen Level ließen es sich die Bürger dann gefallen, dass Teile der Politik die Energiewende immer wieder ausbremsten. Nach einer von McKinsey durchgeführten Studie stellt sich jetzt heraus, dass wir auf der Weltliste der besten Energiewendeländer gerade einmal den sechzehnten Platz einnehmen. Einen Platz noch hinter Malaysia. Und im europäischen Vergleich kommt die einst so hochgelobte deutsche Energiewende gerade einmal unter die ersten zehn Besten. Dieser Befund ist beschämend und deshalb besonders bitter. Dabei hätte unser Land alle Möglichkeiten, realer Vorreiter der Energiewende zu werden und deren elementare Vorteile zu nutzen. Wir haben das Geld und das Know-how dazu. Sollte die Energiewende in Deutschland politisch endlich einmal intelligent gesteuert werden, ergäben sich für unser Land mit der Zeit stark abnehmende Kosten und danach mittlere bis hohe Gewinne.

Wenn beispielsweise durch den Einsatz großer Energiespeicher eine hohe Anzahl von Kohlekraftwerken durch Windkraft- und Solarenergie dauerhaft ersetzt werden könnten, ergäben sich hierdurch enorme Einsparungen. Zudem würde dies unserer Wirtschaft weltweite Wettbewerbsvorteile bringen. Inzwischen liefern die Erzeuger regenerativer Energien elektrischen Strom zu sehr geringen Kosten. Ein Kohlekraftwerk dagegen verbraucht ständig Kohle und Wasser. Durch das Verbrennen der Kohle und das Verdampfen des Wassers in den Kühltürmen ergeben sich zudem hohe Belastungen der Umwelt. Der hierbei anfallende Feinstaub-, Schwermetall- und Quecksilber-Ausstoß führt zu hohen Krankenständen, die wiederum die Allgemeinheit durch hohe Produktionsausfälle und Krankenkassenbeiträge belasten. Schlimmer aber noch sind die durch den Schadstoffausstoß verursachten hohen Todesfallraten. 

Schon jetzt könnte man alte Kohlekraftwerke abschalten

Ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von rund 1.000 Megawatt verbraucht pro Tag rund 8.000 Tonnen Steinkohle. Der Verbrauch von Braunkohle liegt sehr viel höher. Bei einem angenommenen Preis von 80 Euro je Tonne sind das pro Tag 640.000 Euro. Rechnet man den Wasserverbrauch zum Kühlen hinzu, gut 650.000 Euro. Somit belaufen sich die reinen Verbrauchskosten auf gut 237 Millionen Euro pro Jahr. Hierzu kommen noch hohe Reparatur- und Wartungskosten. Die Verbrauchskosten von Gaskraftwerken liegen noch höher. So ließen sich allein durch das Abschalten eines Kohlekraftwerks Unterhaltskosten in Höhe von weit über 240 Millionen Euro pro Jahr sparen. Schon jetzt haben wir genügend Strom in den Netzen, um einige alte Kohlekraftwerke abzuschalten. Durch einen schnelleren flächendeckenden Zubau von Solar-und Windkraftanlagen könnten permanent weitere Kohlekraftwerke vom Stromnetz genommen werden. Leider ist es technisch noch nicht möglich, auf alle Kohlekraftwerke zu verzichten. Wohl aber auf die unrentabelsten und schmutzigsten unter ihnen.

Sollte sich der Markt für Elektrofahrzeuge zügiger entwickeln, wird ein noch schnellerer Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen, eventuell auch ein weiterer Ausbau der Stromnetze erforderlich sein. Sehr viel wichtiger als weitere Überlandleitungen, deren Kosten bei einer Verlegung im Boden stark steigen werden, ist der Bau großer Energiespeicher, da Stromnetze überschüssigen Strom zwar örtlich, nicht aber zeitlich verschieben können. Immer wenn Strom in den Netzen zeitlich nicht gebraucht wird, werden für seine Speicherung Speicher benötigt. Allein durch die Stilllegung eines schmutzigen Kohlekraftwerks lassen sich soviel Unterhaltskosten sparen, bezogen auf lediglich vier bis fünf Jahre Kraftwerklaufzeit, dass dafür bereits Energiespeicher mit gleicher Leistung gebaut werden können.

Alternative Großspeichervarianten stehen zur Verfügung

Als Großspeichervarianten stehen Gravitationsspeicher sowie wegen ihrer hohen Effizienz Pumpspeicher zur Verfügung. Eine noch höhere Effizienz bei ähnlich hohem Speichervolumen und weiteren Vorteilen ergibt sich bei Pumpspeichern mit schwimmendem Speicherteil (Wanne). Weil diese kein zweites, höher gelegenes Wasserbecken benötigen, können sie überall im Land eingesetzt werden, zum Beispiel in Küstenbereichen zur Aufnahme großer Strommengen aus Offshore-Windkraftanlagen und Meereswellenkonvertern. Da ihre Wasseroberfläche durch ihr schwimmendes Speicherteil gegen Verdunstung geschützt ist, lassen sich diese Speicher langfristig auch als Wasserreservoire bei Dürren oder zum Löschen von Bränden nutzen. Neben Energiespeichern zur Speicherung elektrischer Energie werden in Zukunft zunehmend auch Wärmespeicher benötigt, insbesondere in Form von Schichtspeichern.

Anstatt den Bau moderner Großspeicher zu fördern, zumindest diese gleich wie andere Technologien zu behandeln, wurden aufgrund mangelnder Logik und fehlender Vorstellungskraft der hierfür zuständigen Politiker und Ministerialbürokraten Energiespeicher doppelt mit Abgaben belastet, weil man sie sowohl als Verbraucher als auch als Energieerzeuger einstufte. Fehlendes, zumindest mangelhaftes Wissen ist diesen Personenkreisen auch in anderen Bereichen der Energiewende zu bescheinigen. So sind ihnen neue Varianten in der Stromerzeugung, beispielsweise in Form von Konvertern zur Nutzung von Meereswellen oder Höhenwind- beziehungsweise Airborne-Windkraftanlagen zur Nutzung starker, gleichmäßig wehender Höhenwinde unbekannt. Aber erst mit diesen lässt sich die Energiewende zügig und kostensparend realisieren. Leider muss festgestellt werden, dass unsere heutigen Politiker, einschließlich Fachminister und Ministerialbeamte, bezüglich ihres technisches Wissen und dem Gespür für zukunftsweisende Innovationen absolute Laien sind. Leider aber werden diese noch für Jahre unsere Energiepolitik bestimmen.

Das Bausystem muss erneuert werden

Auch im Bauwesen könnte Bedeutsames verändert werden. Weit über 30 Prozent unseres gesamten Wärmeverbrauchs entfällt auf den Wohn- und Bürobereich. Doch noch heute bauen wir wie vor zweihundert Jahren. Durch den Einsatz neuartiger Techniken ließe sich im Baubereich, unter Verzicht auf zusätzliche wärmeerzeugende Fremdmittel, die das Bauen und die Folgekosten unnötig verteuern, ein extrem niedriger Energieverbrauch erreichen. Damit verbunden wären zudem eine höhere Langlebigkeit und Wertigkeit der Gebäude, außerdem geringere Bau- und Bewirtschaftungskosten, womit sich neben einer stark verbesserten Energiebilanz auch eine Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes einstellen würde. So könnten Wandaufbauten in Form stabiler Blechstecksysteme eingesetzt werden, deren Füllungen aus nicht brennbaren Dämmmaterialien über 95 Prozent des Wandvolumens ausmachen. Hiermit kann ein bisher nicht realisierbarer Dämm-Wert erreicht werden. Da dieses Blechsystem sehr variabel und einfach im Aufbau ist, kann es selbst von Laien auf- und abgebaut werden. Somit ließen sich die Herstellungskosten von Häusern deutlich senken. Da der Dämmwert dieser Wandsysteme ohne zusätzliche Wärme erzeugende Technik mindestens dem eines Null-Energie-Plus-Hauses entspricht, sind heute übliche Heizanlagen überflüssig. Eventuell für sehr kalte Tage würden kleinste Heizungen in Form von Infrarot-Heizkörpern benötigt. Ansonsten würde zur Erwärmung der Räume die normale Sonneneinstrahlung sowie die Körperwärme ihrer Bewohner ausreichen. Zudem benötigt die Herstellung dieser Wandsysteme weit weniger Wärmeenergie als herkömmliches Mauerwerk.

In hügeligen und bergigen Gebieten sollte man bauen

Aufgrund des extrem geringen Gewichts, der hohen Elastizität und Stabilität ist der Einsatzbereich dieser Wandsysteme sehr groß. So könnten mit ihnen neben Parkhäuser und Supermärkte, die Flachdächer fast aller Gebäude ohne Verstärkung der Gebäudestatik zu sehr geringen Kosten aufgestockt werden. Dies würde dazu beitragen, den Verbrauch an Baugrundflächen gering zu halten. Zudem ließen sich mit dieser neuen Technologie auch große Teile der vorhandenen Wohn- und Gewerbebauten wärmemäßig optimieren. Aufgrund ihrer extremen Stabilität und Elastizität überstehen aus diesen Wandsystemen bestehende Häuser sogar Bodensenkungen und Bodenverwerfungen, so dass sie selbst in Erdbebengebieten eingesetzt werden können. Voraussetzung für den Großeinsatz dieser Wandsysteme ist eine ausreichende Erstförderung durch den Staat. Dies ist aufgrund unserer rückständigen Fördermodalitäten aber nicht zu erwarten.

Eine weitere Möglichkeit, Klimaschutz und Kosteneinsparungen miteinander zu verbinden, besteht bei der Errichtung von Wohngebäuden, insbesondere in hügeligen oder bergigen Gebieten. Hier stellt abfließender Starkregen eine große Überflutungsgefahr dar. Nach Abtragen des Mutterbodens werden die Häuser mit ihren Kellern direkt auf den darunter liegenden, tragenden Grund errichtet und der abgetragene Mutterboden danach hügelförmig um die Kellerwände herum wieder angeschüttet. Somit kann auf die herkömmlichen, tiefen und teuren Ausbaggerungen für die Keller-Aufnahme und die teure Entsorgung des Erdaushubs verzichtet werden. Häuser in dieser Form wären zugleich optimal gegen Hochwasser geschützt. Zudem führen die Schrägen des angeschütteten Erdreichs zu einer Vergrößerung der Bodenoberfläche von bis zu 40 Prozent. Dadurch reduziert sich die Bodenversiegelung auf nur noch rund 60 Prozent.

Das Berufspendeln muss ein Ende haben 

Es gibt noch weitere, ungenutzte Möglichkeiten, den Energieverbrauch unseres Landes und in erweiterter Form den weltweiten Energieverbrauch zu senken und zugleich Kosten zu sparen. Beispiel Berufsverkehr: Warum gibt es in unseren Städten immer noch über 50 Prozent Berufspendler? In einigen Jahren wird die Hälfte aller Menschen weltweit in Großstädten leben. Warum müssen über 50 Prozent der Arbeiter und Angestellten der Städte jeden Morgen von A-Stadt nach B-Stadt und etwa die gleiche Anzahl von B-Stadt nach A-Stadt zu ihren Betriebsstätten und abends wieder zurückfahren? Ließen sich nicht über Koordinierungsstellen viele dieser Arbeitsplätze untereinander austauschen und somit die Zahl der Pendler auf ein mögliches Minimum reduzieren? Die Vorteile wären stark verminderte Umweltbelastungen, hohe Zeit- und Kostenersparnisse, keine nervenzermürbenden Staus und somit ausgeruhte, wenig belastete Menschen. Noch besser wäre es, möglichst vielen Mitarbeitern in ihren privaten Häusern und Wohnungen eine Arbeitsstätte einzurichten. Mit den uns heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln wäre eine Kommunikation zwischen Arbeitsstätte und Unternehmen jederzeit möglich. Dies würde zudem zu kleineren Betriebsstätten mit geringeren Flächenverbräuchen und letztlich zufriedenen, leistungsbereiteren Mitarbeitern führen.

Das Dienstwagenproblem

Auch bei Firmenmitarbeitern mit Dienstwagen könnten bei intelligenterer Einsetzung der Kommunikationsmittel viele Fahrten eingespart werden. Dies würde helfen, die Umweltbelastungen durch Kraftfahrzeuge deutlich zu reduzieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass nicht allen Mitarbeitern Dienstwagen zur Erfüllung ihrer Arbeiten zur Verfügung gestellt werden, sondern oft nur deshalb, um sie zu motivieren oder sie firmenseitig zu binden. Mitarbeitern, die im Auto immer noch ein Statussymbol sehen, ist dies oft mehr wert als ein höheres Gehalt oder ein besseres Arbeitsumfeld. Mit protzigen, besonders PS-starken Autos, deren Verbrauch entsprechend hoch ist, können sie ihre betriebliche Wertschätzung dann auch nach außen hin sichtbar machen. Um auch diesen Menschen den Klimaschutz näher zu bringen, muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Auch die monatliche Besteuerung des Firmenwagens für Privatfahrten von einem Prozent des Fahrzeuglistenpreises verstärkt den Klimawandel. Der sich hieraus ergebende Betrag wird dem Gehalt der Mitarbeiter zugeschlagen und zusammen versteuert. Selbst dann, wenn diese mit ihren Dienstwagen wenig oder gar nicht privat fahren. Durch die Steuerprogression wird dann nicht nur der geldwerte Vorteil für die Eigennutzung, sondern auch das Gehalt höher besteuert. Diese vom Staat diktierte, meist als ungerecht empfundene Steuererhöhung verärgert. So werden viele darauf bedacht sein, privat möglichst so viel mit dem Firmenfahrzeug zu fahren, damit die hierdurch entstehenden Kosten diese Ungerechtigkeit wieder ausgleichen. In vielen Fällen wird auch mehr gefahren, indem die Fahrzeuge durch die Ehepartner oder die erwachsenen Kinder genutzt werden. Für den Schutz des Klimas eine vermeidbare Entwicklung.

Kosteneinsparungen sollten überzeugen

Allein die Kosteneinsparungen durch eine intelligent durchgeführte Energiewende sollten jedermann überzeugen. Leider gibt es auf den politischen Bühnen zu wenige Personen, die kompetent, unabhängig und wertneutral genug sind, diese Möglichkeiten nicht nur zu erkennen, sondern entsprechend auch umzusetzen. Wenn aber die Politik nicht in der Lage ist, die Energiewende voranzutreiben und weiter zu entwickeln, müssen alle Beteiligten es selbst in die Hand nehmen. Die Energiewende ist eine höchst wichtige Gemeinschaftsaufgabe und kann auch nur gemeinsam gelingen. Schon aus diesem Grunde sollten alle Beteiligten bereit sein, auf geringe Teile ihrer Privilegien zu verzichten und den Mut haben, zweckdienliche Lösungen für alle zu entwickeln. Ein kleiner Verzicht kann am Ende zu großen Gewinnen führen. Wäre zum Beispiel die Ökostrombranche bereit, darauf zu verzichten, dass der von ihr erzeugte Strom weiter wie bisher in voller Höhe subventioniert würde und statt dessen von allen Beziehern staatlicher Subventionen ein geringer Sockelbetrag zur Finanzierung großer Energiespeicher abgezogen werden könnte, wäre dies zukünftig für die gesamte Ökostrombranche ein Gewinn. Denn um die Netzspannung auch bei Stromüberschüssen halten zu können, müssen insbesondere bei sonnen- und windreichen Tagen, ihre Anlagen immer häufiger abgeschaltet werden. Dies lässt sich mit großen Energiespeichern vermeiden.

Neue Überlandleitungen allein können das nicht. Mit ihnen lässt sich Strom lediglich in andere Verbrauchsgebiete umleiten. Wird er dort nicht gebraucht, besteht also Stromüberschuss, muss auch dieser zu hohen Kosten entsorgt werden. Bei großen Energiespeichern ist dies anders. Durch sie ergeben sich neben einer hohen Netzstabilität für die Verbraucher hohe Kostenentlastungen durch das Einsparen teurer, zum Teil überdimensionierter Überlandleitungen. Besonders dann, wenn diese unterirdisch verlegt werden. Die größten Kostenentlastungen für die Verbraucher ergeben sich dadurch, dass durch die Speicherung des Stromes Zwangszahlungen für das Entsorgen überschüssigen Stroms ins Ausland entfallen, einschließlich der hierauf fällig werdenden Strafzahlungen.

Strom zu Dumpingpreisen

Erklärung: Muss überschüssiger Strom ins Ausland geleitet werden, damit bei uns die Stromnetze nicht kollabieren, kann dieser nur zu Dumpingpreisen verkauft werden. Meist sind hierauf noch zusätzliche Strafzahlungen zu entrichten. Allein in 2017 hat Deutschland Strom ins Ausland exportiert, der ausgereicht hätte, um 15,4 Millionen Haushalte ein Jahr lang zu versorgen (Frank Thelen, CEO Freigeist Capital). Da aber allen Ökostromerzeugern in Deutschland feste Vergütungssätze garantiert sind, werden die ihnen hieraus drohenden Verluste auf die Stromverbraucher abgewälzt. Dies ist ein schwerwiegender Verstoß der hierfür zuständigen Politiker gegen das Verursacherprinzip. Da das Problem allein aus der Überkapazität elektrischen Stroms entsteht, müsste es ausschließlich ein Problem der Stromerzeuger sein. Alle hieraus entstehenden Kosten sollten deshalb von ihnen getragen werden.

Völlig unverständlich ist, dass diese Zusatzkosten auch noch nach Jahren, immer noch den Verbrauchern in Rechnung gestellt werden. Durch diese absolut unsinnige Zusatzbelastung der Verbraucher, die von Jahr zu Jahr weiter zunimmt, wächst deren Unmut und mit ihr die Gefahr, dass hierdurch irgendwann die Energiewende insgesamt scheitern könnte. Das ließe sich vermeiden, in dem die Politik diesen Zustand endlich ändert und zudem auch die Energiepartner zu Konzessionen bereit wären, in dem sie sich an den steigenden Kosten der Energiewende beteiligen. Für die Erzeuger regenerativen Stroms bedeutet das, lediglich auf geringe Beträge der Fördergelder verzichten zu müssen. Bleibt alles wie bisher und scheitert dadurch die Energiewende, dann entfallen für sie alle Fördermittel.

Solidarität in der Energiewende

Sollte alles beim Alten bleiben, dann wird bei den jetzigen Fördermodalitäten der Staat irgendwann gezwungen sein, die Subventionen für Ökostrom drastisch zu kürzen, damit die Kosten der Energiewende für die Verbraucher nicht ins Unermessliche ansteigen. Diese Kürzungen könnten für alle sehr schmerzhaft ausfallen. Wären die Ökostromerzeuger allerdings frühzeitig zu kleineren Konzessionen bereit, beispielsweise durch den Verzicht eines Cents pro erzeugter Kilowattstunde Strom ihrer oft sehr hohen Vergütungen für die Finanzierung von Energiegroßspeichern, könnten sie größeres Unheil vermeiden und zukünftig als Gegenleistung sogar einen offenen Ausbau aller regenerativen Energien einfordern. Damit wäre ihnen, der Weiterentwicklung der Energiewende und somit allen geholfen.

Diese Solidarität sollte auch von den Landwirten gefordert werden, die schon seit Jahrzehnten durch die Steuerzahler subventioniert werden. Insbesondere sollten sie ihre meist überzogenen Pachtgebühren, die sie für das Errichten fremder Windkraftanlagen oder für unterirdisch auf ihren Feldern verlegte Überlandkabel verlangen, auf ein menschlich vernünftiges Maß begrenzen. Unabhängig hiervon könnte zudem überlegt werden, ob die auf diese Pachtgebühren anfallenden Steuern nicht zum Teil oder sogar ganz in die EEG-Umlage zur Entlastung aller Stromkunden einfließen sollten. Für eine zügige Weiterentwicklung der Energiewende wird immer mehr ein tragbarer Konsens zwischen Befürwortern von Windkraftanlagen und ihren Gegnern benötig. Hierfür bedarf es neben gesetzlichen Impulsen dringend neuer technischer Entwicklungen. Diese zu entwickeln ist weniger Aufgabe der Windkraftgegner, sondern vielmehr die der Windkraftindustrie und ihrer Verbände. Denn ein stetig wachsendes Problem heutiger Windkraftanlagen liegt darin, dass diese ständig an Größe zunehmen und mit ihnen ihre Flügel.

Rasche Wende? Mit heutigen Windrädern nicht

Dieser Trend zu immer größeren Flügeln wird zwar nur noch sechs bis acht Jahre anhalten, weil weitere Größenzunahmen dann weder wirtschaftlich, noch technisch sinnvoll sind. Ein rechtzeitiges Umdenken bei den Herstellern von Windkraftanlagen ist aber dennoch fraglich, da sich Änderungen in Deutschland meist erst nach vielen Jahren durchsetzen. Von unseren Politikern ist dieses rechtzeitige Umdenken schon gar nicht zu erwarten. Auch die Wissenschaft muss sich verändern. Auch ihr sollte bekannt sein, dass eine rasche Energiewende mit den heute vorherrschenden, horizontal drehenden Windkraftanlagen (HAWT) nicht möglich sein wird. Es ist immer noch unverständlich, dass die zahlreichen Vorteile vertikal drehender Windkraftannlagen (VAWT) nicht endlich von den Wissenschaftlern erkannt und aufgegriffen werden. Vielleicht sind es gerade die zahlreichen Vorteile, dass diese den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Dies würde auch die jüngste Durchführung eines im Jahr 2018 an die Universität Bochum vergebenen Forschungsauftrags zur Flügel-Optimierung von Windkraftanlagen erklären, bei der es die Wissenschaft selbst war, die einseitig ausgerichtet, das Einbeziehen von Flügeln vertikal drehender Windkraftanlagen in das Forschungsobjekt rigoros ablehnte. Das Volumen der Fördermittel hierfür lag vorab bei immerhin 4,5 Millionen Euro.

Psychische Belastungen durch Windräder

Für von der Windkraft betroffene Anlieger ergeben sich durch die ständigen Größenzuwächse horizontal drehender Windkraftanlagen zunehmend psychische Belastungen. Diese entstehen dadurch, dass bei ihnen die Schattenwürfe der Flügel nicht seitwärts an den Betrachtern vorbei, sondern von oben herab auf diese zueilen. Je größer die Windkraftanlage, umso größer ihre Flügel. Je größer ihre Flügel, umso größer deren Schattenwürfe und Geschwindigkeiten mit der sich diese auf die Betrachter zubewegen. Bei Umlaufgeschwindigkeiten der Flügelspitzen von bis zu dreihundert Kilometer pro Stunde werden diese Schattenwürfe von allen Menschen als sehr beängstigend empfunden. Hinzu kommt, dass eine Größenzunahme der Flügel in der Regel auch mit höheren Geräuschen verbunden ist. Von Tieren weiß man, dass sie von der Seite kommende Gefahren gut einzuschätzen wissen und schnell lernen, damit umzugehen. Bei Gefahren, die von oben aus der Luft drohen, ist dies völlig anders. Da sie solche Gefahren nicht einschätzen können, führt das bei ihnen zu schwerem Stress. Die Psyche des Menschen reagiert ähnlich. Auch für die menschlichen Betrachter macht es einen großen Unterschied, ob sich vor ihren Augen ein Objekt mit großer Geschwindigkeit vorbei- oder von oben direkt auf sie zubewegt.

Dabei gibt es längst bessere Alternativen zu den heute üblichen Windkraftanlagen. Es sind Windkraftanlagen mit vertikal drehenden Rotoren. Hierbei nehmen H-Rotoren eine besondere Stellung ein. Leider wird ihre Weiterentwicklung in Deutschland seit Jahrzehnten vernachlässigt. Dabei bieten sie enorme Vorteile. Wie immer bei neuen Techniken dauert es in Deutschland besonders lange bis sie sich durchsetzen. Sehr gute Techniken brauchen noch länger, weil die Hersteller alter Techniken diese massiv zu verhindern wissen. Die optischen Vorteile von Vertikalläufern sind: Die Flügelschlagschatten kommen von der Seite und die Flügel sind kleiner und bewegen sich erheblich langsamer. Trotz weiterer gravierender Vorteile wie höhere Lebensdauern, geringere Herstellungs- und Unterhalts-Kosten, der Wegfall von Turmlager und Nachführungen, die Skalierbarkeit der Flügel, ein besseres Ansprechverhalten, niedrige Schall-Emissionen, kleinere Schlagschatten sowie geringere Abstände zu Wohngebieten bei gleichen Turmhöhen aufgrund geringerer Gesamthöhen wird man in Deutschland noch lange an horizontal drehenden Windkraft-Anlagen festhalten.

20 bis 30 Jahre brauchen Reformen

Um in die Zukunft gerichtete Innovationen oder Reformen durchsetzen zu können, bedarf es in unserem Lande meist 20 bis 30 Jahre. Warum sollte sich das in diesem Fall ändern? Änderungen wird es wohl erst dann geben, wenn Untersuchungen ergeben sollten, dass der von horizontal drehenden Windkraftanlagen ausgehende Infraschall der Gesundheit von Anliegern schadet. Erst dann werden H-Rotoren wohl zur Standard-Technik erhoben. Dies ist nicht verständlich, da man schon seit Jahren erfolglos versucht, die immer größer werdenden Probleme und Nachteile, die sich aus dem Größenwachstum sowie der systembedingten Bauform horizontal drehender Windkraft-Anlagen ergeben, durch technische Korrekturen zu verbessern. Dabei ist Fachleuten klar, dass diese Technik weitgehend ausgereizt ist und nur noch marginal verbessert werden kann.

Derweil schläft die Politik wieder einmal und unterstützt solche marginalen Entwicklungen bei Horizontalläufern weiterhin mit hohen Fördermitteln. Selbst die bereits im Jahr 2006 von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission „Forschung und Innovation“ (EFI) - fordert regelmäßig für alle Bereiche der Energiewende neuartige Technologien und Innovationen an, da mit den herkömmlichen Technologien der Klimawandel nicht beherrschbar ist. Bisher ohne Erfolg. Der bisherige Nachteil von vertikal drehenden Windkraftanlagen gegenüber horizontal drehenden Windkraftanlagen, eine 20 bis 30 Prozent geringere Leistung, könnte schon heute durch H-Rotoren mit neuartig gestalteten Flügeln und einer verbesserten Flügel-Aufhängung ausgeglichen werden.

Höhere Leistungen durch Vertikaldrehung

Wissenschaftliche Studien sagen inzwischen voraus, dass es mit vertikaldrehenden Windkraftanlagen sogar möglich sein müsste, auch höhere Leistungen als mit horizontaldrehenden Windkraftanlagen zu erzielen. Außerdem haben vertikaldrehende Windkraftanlagen, insbesondere H-Rotoren, wie schon aufgeführt, gegenüber horizontaldrehenden Windkraftanlagen gravierende Vorteile. Sie sind wesentlich robuster, sehr viel kostengünstiger, ausbaufähiger, visuell erträglicher und extrem leise im Vergleich zu horizontal drehenden Windkraft-Anlagen. Aufgrund ihrer visuellen und akustischen Vorteile würden sich zumindest kleine bis mittelgroße Anlagen sogar für einen Einsatz auf Gewerbe- und Wohnbauten eignen. Auch Verwaltungsgebäude und Hochhäuser, ja selbst Schulen und Krankenhäuser würden sich aufgrund ihrer Gebäudehöhen bestens eignen und könnten somit einen großen Teil ihres Strombedarfs decken.

Diese Möglichkeiten wurden von der Politik aus Unwissenheit noch nie in Erwägung gezogen. Im Gegenteil, man fokussiert sich weiterhin auf horizontal drehende Windkraftanlagen mit ihren bekannten Nachteilen. Dieser beschränkten Sichtweise entsprachen dann auch die von der Politik festgelegten Mindestabstände zwischen Wohnbebauungen und Windkraftanlagen. Schon der in Bayern festgelegte Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauungen, der das Zehnfache der Höhe einer Windkraftannlage betragen muss, sorgte bei Fachleuten für Unverständnis. Nordrhein-Westfalen als selbsternannter Vorreiter der Windenergie schaffte es mit Hilfe der FDP danach so gar, den Mindestabstand auf 1.500 Meter zu erhöhen. Begründet wurde diese sinnfreie Entscheidung damit, dass man einer „Verspargelung“ der Landschaft durch Windkraftanlagen entgegenwirken musste, um so die Akzeptanz der Bürger für den weiteren Bau von Windkraftanlagen zu erhalten. Zynischer lässt sich die Abneigung gegen Windkraftanlagen nicht begründen.

Zehntausende Funkmasten für 5G

Für die fünfte Mobilfunk-Generation (5G) dagegen, die in erster Linie von Unternehmen sowie für das autonome Fahren von Fahrzeugen benötigt wird, müssen demnächst zehntausende neuer Funkmasten errichtet werden. Diese dürfen dann auf Wunsch der FDP auch auf Wohngebäuden, Krankenhäusern und Altenheimen errichtet werden. Elektrosmog gleich mitgeliefert. Somit werden dann nicht nur die Landschaften optisch belastet, sondern zusätzlich auch noch die Wohnbereiche. So facettenreich kann liberale Politik sein. Ein zusätzlicher Vorteil von H-Rotoren ergibt sich in Windparks in denen sie aufgrund ihrer geringen Wirbelbildung in sehr komprimierter, platzsparender Form aufgestellt werden können. So konnten einer amerikanischen Studie zufolge im Off-Shore-Bereich auf der Fläche eines mit horizontaldrehenden Windkraftanlagen bestückten Windparks eine vielfach höhere Anzahl von vertikaldrehenden Windkraft-Anlagen eingesetzt werden. Zur Optimierung wurden dabei gegenläufig drehende H-Rotoren verwendet. Erreicht wurde dies dadurch, dass man die Flügel wechselseitig 180 Grad um ihre waagerechte Achse drehte und die Rotoren gegensätzlich laufen ließ.

Mit den heutigen, horizontaldrehenden Windkraftanlagen geht das nicht. Diese drehen stets in eine Richtung. Dadurch bremsen sich die Flügelwirbel benachbarter Anlagen gegenseitig ab. Sollten auch diese Windkraftanlagen mit gegensätzlich drehenden Flügeln eingesetzt werden, müssten hierfür völlig neue Flügel, einschließlich aller Formen und Vorrichtungen entwickelt werden. Da dies aus Kostengründen keinen Sinn macht, muss man bei horizontaldrehenden Windkraftanlagen weiterhin mit sehr großen Abständen leben. Somit wird viel Platz für weitere Windkraftanlagen verschenkt. Im Binnenland ließen sich mit H-Rotoren aufgrund der höheren Verdichtung große Teile der Landschaft von Windkraftanlagen freihalten. Wenn hier die doppelte oder gar die dreifache Anzahl an Windkraftanlagen mit H-Rotoren auf der Fläche, die horizontal drehende Windkraftanlagen benötigen, installiert werden könnte, wäre der Platzbedarf für Windkraftanlagen für die nächsten 20 bis 30 Jahre gedeckt.

Wechsel auf Vertikaldrehung

Nimmt man die Energiewende wirklich ernst, wäre allein dies ein Grund auf vertikaldrehende Windkraftanlagen zu wechseln. Eine Energiewende im Strombereich allein mit den heutigen, horizontaldrehenden Windkraftanlagen erreichen zu wollen ist völlig illusionär. Zudem ergeben sich für die Natur- und Vogelfreunde durch den Einsatz von Windkraftanlagen mit H-Rotoren noch weitere Vorteile. Neben ihren wesentlich geringeren visuellen und akustischen Beeinträchtigungen gegenüber horizontal drehenden Windkraftanlagen bewegen sich ihre Flügel bedeutend langsamer. Dies minimiert nicht nur die Geräuschemissionen, sondern verhindert auch sehr wirksam das beklagenswerte Schreddern von Vögeln.

Für Gebiete mit geringem Luftverkehr bieten sich zukünftig Höhenwindkraftanlagen an, auch als Airborne-Windkraftanlagen bezeichnet. Sie benötigen weder Türme noch Fundamente, ihre Herstellungskosten sind deshalb extrem niedrig. Durch das Nutzen der nur in großen Höhen vorkommenden, konstant wehenden Starkwinde ergibt sich eine durchgehende, wesentlich höhere und vor allem gleichmäßigere Stromerzeugung als das bei boden- oder seegebundenen Windkraftanlagen der Fall ist. Eine neuartige, durchgängig arbeitende Entwicklung in diesem Bereich ermöglicht es, ganz auf Kohle- und Gaskraftwerke zu verzichten. Eine weitere, verlässliche Energiequelle mit hohem Potenzial sind Konverter, die die Kraft von Meereswellen in elektrische Energie umwandeln. Bisher wurde das Potenzial einer alle Technologien umfassenden Energiewende, bezogen auf die uns heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, nur in ganz wenigen Bereichen genutzt. Und das nicht immer intelligent.

300 bis 500 Milliarden Euro Kosten für Energiewende 

Eine intelligent und schnell durchgeführte Energiewende kostet uns, da wir uns noch am Anfang der KlimaschädeneEntwicklung befinden, bei Nutzung aller uns zur Verfügung stehender Möglichkeiten und Einsparungen rund 300 bis 500 Milliarden Euro. Dies ist zwar ein recht hoher Betrag, der sich auf längere Sicht aber wieder einsparen lässt und später zu hohen Gewinnen führt. Allein für Amerika wurden die im Jahr 2018 durch den Klimawandel verursachten Schäden auf vierhundert Milliarden Dollar beziffert. Die Höhe dieses Betrags entspricht der Hälfte des jährlichen Gesamtsteueraufkommens unseres Landes. Dabei stehen wir erst am Anfang der Schadenentwicklung. Eine zögerlich durchgeführte Energiewende wie derzeit kann uns langfristig geschätzte zwei oder drei Billionen Euro für die Minderung, beziehungsweise Beseitigung der Schäden kosten. Eine Aufgabe der Energiewende mit der Rückführung schon erreichter Ziele, würde uns und den folgenden Generationen sogar Kosten in Höhe von fünf bis zehn Billionen Euro bescheren sowie eine unbewohnbare Welt.

Wir sind abhängig von anderen Nationen

Natürlich sind wir bei der weltweiten Bekämpfung des Klimawandels auch von anderen Nationen abhängig. Aber je besser und nachhaltiger wir unsere Technologien und Strukturen entwickeln und einsetzen, um so geringer wird unsere Abhängigkeit. Für den anzunehmenden Fall, dass die Temperaturen aufgrund der weltweiten Versäumnisse lebensedrohende Ausmaße erreichen, können wir deren Folgen mit den so entwickelten Technologien voraussichtlich auf ein für uns Menschen erträgliches Maß reduzieren und diese weltweit gewinnbringend verkaufen. Diese Technologien können zudem helfen, auch andere Bereiche unseres Lebens zu verbessern. Mit der Zeit werden auch andere Nationen von unseren Erkenntnissen lernen, so dass sich die Entwicklungsstände untereinander immer mehr angleichen. Es ist nicht die Dummheit, die uns Menschen umbringen wird. Es ist die Ignoranz, Dummheiten nicht sehen zu wollen.

Dennoch besteht die Hoffnung, dass der Klimawandel doch noch rechtzeitig genug bekämpft wird. Nämlich dann, wenn die Reichen und Mächtigen dieser Welt erstmals merken, dass sie durch den Klimawandel materiell und immateriell sehr viel mehr zu verlieren haben als die normalen Bürger. Im schlimmsten Falle, nachdem wir Menschen alle unsere Chancen haben verstreichen lassen, bliebe als einziger Ausweg ein extrem energie- und kostenaufwendiges, aus heutiger Sicht wenig sinnvolles Verfahren, das Herausfiltern von Kohlenstoff aus der Luft. Zu vergleichen mit einem riesigen, durch Chemikalien verseuchtes Trinkwasserreservoir, bei dem versucht wird, durch technisch sehr aufwendige, zigfache Filterungen das Wasser wieder trinkbar zu machen. Für die Rettung der Menschheit wäre dies dennoch eine Chance. Allerdings die letzte.

titelDie Juli-Ausgabe des Cicero beschäftigt sich mit der Frage "Wie viel Klima macht der Mensch". Sie können sie am Kiosk oder direkt bei uns portofrei kaufen.

 

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Berthold Gross | Di, 9. Juli 2019 - 18:08

"So hätten sie längst deutlich machen müssen, dass eine Erhöhung der Temperatur um beispielsweise drei Grad Celsius sich zwar wenig anhört, bezogen aber auf die durchschnittliche Welt-Temperatur von ca. 14 bis 15 Grad Celsius eine Steigerung von gut zwanzig Prozent bedeutet."

Der Autor irrt. Eine Erhöhung der Temperatur um 3° sind nicht 20% Temperaturerhöhung, sondern nur eine Erhöhung von 287K auf 290 K. Das sind etwa 1%.

Wenn er alle Konservativen, Wirtschaftsliberalen bis zur AfD, und alle Gleichgesinnten in allen Ländern, als " Klimaleugner " klassifiziert, dann beweist er schon im ersten Kapitel die Unredlichkeit seiner Argumentation. Der Klimawandel, insbesondere die Erwärmung, findet statt. Strittig ist doch der anthropogene Anteil an der Erwärmung/Klimawandel, und der schieren Möglichkeit dass wir viel, oder überhaupt etwas dagegen tun können. Er und seine grünen Freunde werden uns, und die Zukunft unserer Kinder, nicht wirtschaftlich ruinieren um einer Klima-Religion zu folgen, die keinen Einfluss auf einen Klimawandel haben kann und wird.

Ist laut >>90% aller Wissenschaftler unbestritten und auch für den Laien einfach nachzuvollziehen wenn man sich ein paar Gedanken um das Thema "Systeme im Gleichgewicht" macht.
Wenn auf einer wippe auf jeder Seite ein 100 kg Mann sitzt ist sie im Gleichgewicht und bewegt sich weder auf noch ab.
Wenn ich jetzt sage "100g mehr auf einer seite kann zu keinerlei Bewegung führen, da es nur eine Änderung von 0.1% ist" werden Sie mir glauben? - Ich denke nicht.

Die "Religion" um das Thema herum sehe ich auch und finde sie sehr schlecht. Aber das berechtigt keinen vernünftigen Menschen in Fundamental-Opposition zu gehen und wissenschaftlich belegte Fakten zu leugnen.
Etwas mehr Vernunft und rationales Handeln würden beiden Seiten gut tun.

Am wenigsten wissen sie wie gross der anthropogene Anteil ist, und ob der Klimawandel nicht auch stattfinden würde, wenn ca 700 Millionen Europäer (einschl. RU, UKR usw) buchstäblich, und bis 2050 von der Erdoberfläche verschwinden würden. Die Anmaßung, dass man mit tausenden sündteuren Maßnahmen das Klima wesentlich beeinflussen könnte fordert eine Frontal-Opposition. Die irrationale Emotionalisierung erfordert eine radikale Frontal-Opposition, weil es einfach irre wäre, für e-Autos den e-Auto-Käufern die € 30,000 - 60,000 teuren Schnellladestationen praktisch auf Kosten den Allgemeinheit zu schenken. Wir haben alle unsere Tankstellen mit den Benzinpreisen bezahlt. Dies nur ein Beispiel aus dem Propaganda-TV von gestern.

So scheinbar logisch Ihr Beispiel (neben dem grundsätzlichen "Hinkefuß" aller Beispiele) auch daherkommen mag, wenn man von einer falschen Voraussetzung ausgeht, kann nun mal nichts Vernünftiges herauskommen.
Bei unserem Klima handelt es sich mitnichten um ein "System im Gleichgewicht".
Und übrigens, noch was ganz anderes gefragt, haben Sie schon mal was von Sättigung gehört? Natürlich ist nicht die Ihres 100 kg-Mannes (auch noch sexistisch) gemeint. Lesen Sie mal über die Sättigung im Allgemeinen und speziell bei der angeblichen (weil nur auf hypothetischen Ableitungen begründet und durch keinerlei Experiment nachweisbar) Temperaturerhöhungswirkung des CO2 nach!

ist wohl unbestritten – aber nur die Wenigsten erwähnen hierbei das Bevölkerungswachstum. Selbst in D müssen – sollten wir, wie Claudia Roth forderte – wirklich alle Migranten aufnehmen, die zu uns wollen – immense Flächen bebaut werden, zubetoniert, versiegelt. Dazu kommt der erhöhte Energieverbrauch für mehr Menschen. Dies wird alles kaum von ideologisch geleiteten Politikern mit einbezogen, wenn man z.B. mit den Schülern (FFF) demonstriert. Von der Politik fordern, aber dabei nur die halbe Wahrheit sagen.

Genau!
Wer postuliert, dass man doch "die Wissenschaft" durchaus auch einfach erklären kann und dann einen Satz wie "Durch den CO2-Gehalt in der Luft wird die Sonneneinstrahlung auf die Erde permanent intensiviert." schreibt, hat sich wissenschaftlich schon arg diskreditiert.
Man muss ja nicht gleich soweit gehen, zu behaupten, dass die festgestellte "Rückstrahlung" in einem speziellen Frequenzband durch das CO2 schließlich auch in Richtung der Sonnen-EIN-strahlung wirkt, und damit sogar einen "Kühleffekt" hat, allein die Aussage, dass der CO2-Gehalt die SONNENEINSTRAHLUNG .... permanent intensiviert, ist ein wissenschaftlicher Bullshit ersten Ranges. Nach der gängigen Theorie soll CO2 nämlich nicht die SONNENEINSTRAHLUNG sondern die ABSTRAHLUNG der von Erdboden reflektierten Infrarot- also Wärmestrahlung "zurückstrahlen".

Der Stuß dieses Artikels, man kann es nicht anders sagen,
korreliert positiv mit seinem Umfang. Daß sich Cicero für
sowas hergibt. Oder war es etwa die Absicht der Redaktion,
dieser Art von "Fanatismus" die Chance einzuräumen, sich
selbst zu desavouieren? Das wäre dann gründlich gelungen.
Als wenn irgendwer jemals ernsthaft den Klimawandel
"geleugnet" hätte. Selbst die "hartgesotteten und ach so
populistischen Rechten" bei TICHY und der ACHSE nehmen
sich mit "Leugner" allenfalls selbst auf die Schippe. Wie Sie
richtig anmerken, lieber Herr Kopp, allein der menschen-
gemachte, der anthropogene Anteil steht im Fokus der
Diskussion. Aber Interessenvertreter tun das, was sie am
bestenkönnen: dampfwalzen.

vor wenigen Wochen habe ich mein Abo gekündigt und fühle mich in der Richtigkeit bestätigt. Es ist nicht der erste Artikel in Cicero, der auf Konservative meint, draufhauen zu müssen.Kein Ruhmesblatt für eine Zeitschrift, die sich der politischen Kultur mal verpflichtet fühlte. Dr.Hansjörg Schmitt

l e u g n e n habe ich aufgehört den Artikel ernst zu nehmen. Leugnen kann man nur was bewiesen ist. Bewusst sollen Menschen die sehr wohl Klimaveränderungen einräumen , aber an einem nennenswerten menschlichen Beitrag dazu nicht glauben mögen, in die Nähe von Holocaust l e u g n er n gebracht werden.

@KarlaVetter
Ihr Hinweis ist vollkommen richtig! In einem Morgeninterview im Deutschlandradio am 1. April (!) 2019 wurde der Grünen EU-Parlamentarier Michael Cramer zur Grenzwertdiskussion befragt. Dabei hat Cramer - unwidersprochen vom Redakteur - die Zweifler an Grenzwerten auf eine Stufe gestellt mit Holocaust-Lügnern. Eine Nachfrage meinerseits bei Michael Cramer zu dieser Ungeheuerlichkeit blieb natürlich unbeantwortet. Man kann das als unbedachte pubertäre Äußerung eines Spätgeborenen abtun. Man kann aber auch vermuten, dass das Weltbild des Herrn Cramer und seiner Partei sich damit unbewusst geoutet hat. Klima- und Feinstaubleugner stehen eben auf einer Stufe mit selbigen. Diese Äußerung zeigt eigentlich die ganze Dramatik des momentanen Diskussionsklimas auf.

Michael Krabbe | Do, 11. Juli 2019 - 04:15

In reply to by Manfred Bühring

Maß und Wirkung eines anthropogenen Einflusses auf das uralte Naturphänomen Klimawandel sind vollkommen unklar. Daher sind es auch alle angeblich notwendigen Maßnahmen. Sie sind Schießen im non-linear chaotischen Nebel. Unzählige Parameter von größter Bedeutung finden gar keinen Einfluss in Modellierungen. Die vorhandenen Parameter reichen beileibe aus, um mit geringsten Ungenauigkeiten jedwedes Katastrophenszenario zu erzeugen. So geschehen. Im Ergebnis ist der Diskurs von wissenschaftlich haltlosen Glaubensfragen extrem polarisiert und erlangt hierdurch verfassungsschädlichen Charakter. Wer, von welcher Seite und durch welchen Antrieb auch immer, Öl in dieses Feuer gießt, kann eine ethische Erhabenheit nicht geltend machen. Wissenschaft findet nicht durch Mehrheitsbeschlüsse statt, sondern durch Verifikation und Falsifikation. Mit Fakten kann dann gearbeitet werden und das ist nicht zu spät, denn Kontraproduktivität wäre damit überwiegend unwahrscheinlich.

Ich habe schon vor gut 20 Jahren im Umfeld deutscher IPCC-forscher gefors HT, Vorträge dazu angehört und mit deren Mitarbeitern über das Thema diskutiert und denke, dass Panikmache noch angebracht ist. Die Politik hat an den gegenteiligen Empfehlungen dieser Wissenschaftler um Prof. Klaus Heinloth vorbei den Express-ausstieg aus der Kernenergie beschlossen - übrigens mit Zustimmung der Grünen.
Ich bin noch nie privat geflogen und habe Jahrzentelange Einkommenseinbussen durch prekäre Beschäftigung an Universitäten erleiden müssen. Jetzt die Politik zu Schnellschüssen zu animieren finde ich als Physiker und Chemiker sozial unberantwortlich, da eine politische Lösung über Produktionsverbote bis zu 80% der Arbeitsplätze in Deutschland und seinen enoem gestiegenen Grundsteuern kosten könnte! Das wäre sozial inakzeptabel und würde von Trump und Chinesen trotzdem sofort durch Mehr-Ausstoss kompensiert werden, zumal Grosskonzerne die Produktion einfach verlagern würden.

Völlig richtig! Ein peinlicher Fehler des Autors. Ihm ist nicht klar, dass in der Celsius-Skala der Nullpunkt willkürlich gesetzt ist. 40 Grad Celsius etwa ist nicht das Doppelte von 20 Grad Celsius. Verhältnisse kann man auf einer Skala nur bilden, wenn man von einem absoluten Nullpunkt ausgeht.

Sophie Kerger | Di, 9. Juli 2019 - 18:28

Wer ist Herr Kloss? Ich habe kurz gegoogelt: Kloss Innovationsbüro: Innovative Produktentwicklungen: Windkraft-Anlagen, Meereswellen-Anlagen, Energie-Massenspeicher, Energie-Sparsysteme..
Seine Meinung bleibt ihm als Diskussionsbeitrag zu diesem Thema unbenommen. Aber er ist ganz klar auch ein Lobbyist in eigener Sache. Und dass ausgerechnet Cicero diesen Beitrag eines Autors mit diesem Hintergrund veröffentlicht, hinterlässt in mir mehr als ein unangenehmes Gefühl.

Christa Wallau | Di, 9. Juli 2019 - 19:47

In reply to by Sophie Kerger

Ihre Auskunft reicht mir, um zu wissen, was ich von diesem Beitrag zu halten habe.

Maja Schneider | Di, 9. Juli 2019 - 20:28

In reply to by Sophie Kerger

Es ist wohl der Meinungsvielfalt geschuldet, dass ein Lobbyist in eigener Sache hier bei Cicero sich in aller Breite äußern kann und so ganz nebenbei andere Medien herabwürdigt.

Karsten Paulsen | Di, 9. Juli 2019 - 20:48

In reply to by Sophie Kerger

Ich begrüße es ausdrücklich, wenn Cicero ein breites Meinungsspektrum abbildet, denn genau dieses fehlt in vielen Debatten. Ich muss auch nicht mit jedem Artikel einverstanden sein. Danke!

Ines Schulte | Mi, 10. Juli 2019 - 00:54

In reply to by Sophie Kerger

Ganz sicher schlummern noch etliche gangbare Ideen und Patente unter Verschluss. Schaut man sich heute um, werden in den Haushalten die Kühlschränke immer größer, rotieren drinnen Wäschetrockner, wo es doch draußen immer trockener wird , auf den Rasenflächen 'grasen' die Mähroboter und röhren die Laubsauger etc. In den Städten beleuchtete Reklametafeln, im Winter gut geheizte Läden bei offenen Türen, Außengastronomie bei Minustemperaturen unter elektrischen Heizpilzen. Die Liste würde unendlich lang,würde man alle entbehrlichen Bequemlichkeiten aufzählen, an die wir uns gewöhnt haben. Hehre Ziele, wie in der unter Schröder verabschiedeten Agenda 21, den Flächenverbrauch auf täglich 30 ha zu begrenzen, wurden krachend verfehlt. Stattdessen heißt die Parole "bauen, bauen, bauen", statt aufforsten und pflanzen. Jeder kann seinen Beitrag leisten, um der Verschwendung zu begegnen. Zu pauschal ist mir aber die Etikettierung bestimmter Parteien seitens des Autors als sog. Klimaleugner.

Andreas Schmidt | Mi, 10. Juli 2019 - 01:03

In reply to by Sophie Kerger

Das ist leider typisch. Ich selbst würde ggf. von hysterischen Klimaschutzmassnahmen zwar evtl. auch profitieren, halte aber unsoziale Lösungen über Produktions- und Arbeitsplatzverbote für unverantwortlich.
Was überhaupt nicht erörtert wird, ist ausserdem der Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum und Industrialisierung in China, Indien usw., was das Problem erst massiv verschärft.

Ulrike Neumann | Mi, 10. Juli 2019 - 08:08

In reply to by Sophie Kerger

Lieber ein Herr Klose, der sinnbringend und fundiert den Klimawandel aufzeigt als ein rechter Kohlelobbyist z. B. oder andere Wirtschaftsunternehmen, die schädlich sind. Was er u.U. vertreibt zeigt doch, dass er sich schon lange mit diesem brisanten Thema auseinandersetzt und nach Alternativen sucht, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Die, die ihn immer noch verleugnen,gehören nämlich zu denen, die die schlimmsten Folgen nicht mehr mitkriegen. Danke an Cicero für diesen Autor.

Kai Hügle | Mi, 10. Juli 2019 - 10:42

In reply to by Sophie Kerger

Warum? Weil der Cicero mal einen Beitrag veröffentlicht, der NICHT Ihre und die Wahrnehmung der meisten der Foristen hier bestätigt?
Wenn ich mir die Kommentare ansehe, so habe ich den Eindruck, dass einige den Text nicht vollständig gelesen haben, denn der Autor setzt sich nicht nur mit den sog. "Klimaleugnern" sondern auch mit führenden Klimaforschungsinstituten kritisch auseinander, u.a. indem er auf mögliche Abhängigkeiten von öffentlichen Geldern hinweist! Auch die negativen Auswirkungen von Windkraftenergie werden diskutiert. Schade, und irgendwie bezeichnend, dass jemand wie Frau Wallau, die sonst immer für eine ausgewogene Debatte plädiert, Ihre Einschätzung über den Autor offenbar zum Anlass genommen hat, diesen Text gar nicht erst anzufangen.
Man muss nicht überall mit Herrn Kloss übereinstimmen, aber seine Ausführungen sind wohl kaum weniger qualifiziert als die von Herrn Grau, seines Zeichens Philosoph und Experte für Biberburgen.

Erich Schulze | Di, 9. Juli 2019 - 18:54

Ja ja, das Ende ist nah, weil der Mensch verderbt ist, zu gierig und maßlos, und weil er die Schöpfung nicht bewahrt. Und die, die nicht auf diese Bußprediger hören, wie zB Tichy, den muss man das Mikro abdrehen. Darum gehts den Bußpredigern vorrangig. Etwas als Fakt darstellen, was nichts anderes als Meinung ist. Ich empfehle jedem die Geschichte von Savonarola und seiner Kinderarmee. Geschichte wiederholt sich eben doch. Sehr schade, dass Cicero so einem durchschnittlichen Klimahysteriker eine Bühne bietet. Da war die Hand von Storch Titelstory aber um einiges substantieller.

herbert binder | Mi, 10. Juli 2019 - 12:54

In reply to by Erich Schulze

In genau diesem Sinne habe ich diesen Artikel auch
kommentiert, lieber Herr Schulze. Allenthalben nur
noch Kopfschütteln. Und ich dachte, der Kirchentag
sei bereits beendet. Aber diese Art von Veranstaltung
läuft ja hier als Endlosschleife. Vielleicht kennen Sie
den sehr lesenswerten Beitrag von Manfred Haferburg:
"Wer kollabiert zuerst: Der Planet oder der Euro?"
auf der ACHSE (8.7.). Dort heißt es an einer Stelle:
"Der deutsche Beitrag zum weltweiten CO2 ist so
viel, wie ein Blatt Papier im Vergleich zum Eiffelturm."
Aber Weltenretter scheuen bekanntermaßen keinerlei
Anstrengung. Und mit James Bond wissen wir: "Die Welt
[zu retten?] ist nicht genug". Ob Sarkasmus hilft?

Hanfried Maier | Di, 9. Juli 2019 - 19:14

Auch bei der Klimapolitik, stellt sich die Frage: Wessen Interessen vertreten unsere Politiker?

Das manche den Klimawandel oder die Rolle es Menschen leugnen, ist doch nur eine Ausrede.

dieter schimanek | Di, 9. Juli 2019 - 19:28

Was ich diesem Roman entnehme, keiner weiß was ist, niemand kennt die Zusammenhänge einzelner Faktoren, bis auf den Verfasser natürlich. Ich hätte da etwas mehr anzubieten. Das Max Blank Institut weiß zumindest, daß während der letzten Eiszeit vor 30000J. der CO2 Gehalt der Luft 10 mal so hoch war wie heute. Es war aber nicht knalle heiß, die letzten Neandertaler sind damals erfroren. Übrigens waren die Pole schon mehrfach eisfrei. Selbst wenn es so wäre, wie der Verfasser behauptet, so könnte man in Deutschland mit seinen 2% Beteiligung am Schadstoffausstoß mit Sicherheit nicht die Welt und das Klima retten. Vielleicht können ja die Grünen nicht nur Strom, sondern auch schädliche Klimagase im Netz speichern. Für Propheten ist nichts unmöglich.

Eben wollte ich dasselbe schreiben wie Sie, lieber Herr Schimanek. Das erübrigt sich nun. Danke! Indes, der Autor des o.e. Artikels scheint in erster Linie ein Lobbyist in eigener Sache zu sein. Er kritisiert die angeblichen Klima-Leugner, dabei tut das gar keiner. Er selber aber leugnet oder ignoriert die ständigen Klimaveränderungen, darunter auch ziemlich rapide und kurzfristige, die es auf der Erde in Jahrmillionen immer wieder gegeben hat und die im Grunde nur beweisen, das unser Planet ein flexibles, "lebendes" Objekt ist, welches mit Einflüssen aus dem All und der Sonne ebenso wie mit eigenen Achsverschiebungen etc. zurechtkommen muss, vorwiegend übrigens ohne uns Menschen, die wir in einer erdgeschichtlich winzigen Zeitspanne erst unser "Unwesen" auf ihr treiben. Und, wer annimmt, dass wir kleinen Menschlein durch bloße Verhaltensänderungen und Konsumverzicht etwas bewirken könnten oder dass da etwa die Politik schuld sei, der ist tatsächlich ein ziemlicher Narr...

Hallo Herr Schimanek, einfach genial Ihr Artikel, spar mir jetzt meinen Senf, Sie bringen alle Fakten auf den Nenner. Übrigens, der IPCC besteht nicht mehr aus Klimawissenschaftlern , sondern Vermarktern der Klimalügen, die wissenschaftliche Auswertungen von Klimawissenschaftlern
außerhalb des PPCC einfach ignorieren ´, bzw überhaupt nicht reagieren darauf. Die Grünen retten doch die ganze Welt, wenn die Deutschen Ihre 2 % Emission runterfahren, obwohl die Natur fast 97 % ausstoßt, Vulkane, Meere, Verbrennungen der 'Wälder und Verrotungen und Faulprozesse und der anthropogene Teil nur 0,04 % ausmacht, daran kann man schon erkennen, dass es nicht um die Klimarettung geht, sondern darum, weltweit der Menschheit mit dieser Idee das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Tomas Poth | Di, 9. Juli 2019 - 19:29

mit seinem Produkt-Bauchladen an die Tür und will uns etwas verkaufen, sozusagen den Markt über Nachfragevorbereitung ankurbeln?
Von den hier erwähnten Darrieus-Rotoren habe ich drei ständig vor Augen, die stehen bei Greenpeace auf dem Dach und drehen sich meistens nicht, im Gegensatz zu den andern Windrädern!
Lokale Energieerzeugung und -verbrauch sind allerdings ein wichtiges Thema und können zur Entflechtung und Risikominderung durch Großstrukturen einen Beitrag leisten.
Die alltägliche Autoblechlawine in die Ballungsräume, hin und zurück von der Arbeit, ist keine Freude für Mensch und Umwelt. Wie organisieren wir das anders ohne eine Verschlimbesserung zu erwirken?
Die angestellten Temperaturbetrachtungen, überbieten das IPCC und die Gegner der CO2-Hypothese. Die frühe Apokalypse wird ausgerufen, bleibt aber noch unter dem Wert der verbleibenden Restzeit von max. 9 Jahren, die auch schon gehandelt werden.

Thorsten Kiefer | Di, 9. Juli 2019 - 19:36

Nach "Aber auch normal denkende Menschen sind immer noch verunsichert." muss ein normal denkender Mensch allerdings nicht mehr weiter lesen.

Klaus Damert | Di, 9. Juli 2019 - 20:10

"Wenn beispielsweise durch den Einsatz großer Energiespeicher eine hohe Anzahl von Kohlekraftwerken durch Windkraft- und Solarenergie dauerhaft ersetzt werden könnten, ergäben sich hierdurch enorme Einsparungen." - könnte, könnte, müßte, müßte! wo sind denn diese Speicher? Zu welchen Kosten? Alles egal? Utopia!

Zbig Wittmann | Mi, 10. Juli 2019 - 12:43

In reply to by Klaus Damert

Einfach Traumtänzer 😊

Dr. Michael Bauer | Di, 9. Juli 2019 - 20:22

Er hätte Twittern sollen. Dann wäre früher Schluss gewesen. Allein schon dieser selbstgefällige apodiktische Duktus. Und dann das fast schon komische Ignorieren der Faktenlage: die Prognosen der Temperaturerhöhungen werden inzwischen immer mehr nach unten korrigiert... Mehr lohnt sich zu diesem Elaborat nicht zu sagen. Nur dass es mich wundert, Derartiges hier zu finden.

gabriele bondzio | Di, 9. Juli 2019 - 21:51

Bekämpfung des Klimawandels auch von anderen Nationen abhängig."...das will ich wohl meinen!
"Der Wald!"- speichert Kohlendioxid.Besonders die Tropische Wälder sind schnellwachsend, somit ideal-natürl. Speicher. Mit der dramatischen Abholzung des (Amazonas)Regenwaldes (Schluckt 2 Miliarden CO2 im Jahr) werden darüber hinaus große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen, die vorher gebunden waren. Ein einzelner Baum gibt bis zu 1000l Wasser proTag an den Kreislauf der Atmosphäre ab. Ureinwohner vertrieben, Tierarten sterben aus, fruchtbarer Boden wird schnell weggespült, weniger Feuchtigkeit in der Atmosphäre = Trockenheit. Hier wird ein enormes natürl. Ansatzgebiet für CO2-Bindung u.a.vernichtet, sind gefährliche menschliche Eingriffe zu beklagen. Auch in DE müssen Bäume Windrädern weichen.Und wohl in Zukunft auch Wohnungen.
Zudem dürfte die CO2-Belastung bzw. Klima von kriegerischer Auseinandersetzungen z.B. Afghanistan/Syrien, afrik. Kontinent, verheerend sein...

Matthias Baer | Mi, 10. Juli 2019 - 00:03

... und wenn dann mal "Fakten" kommen, zeigt sich die eklatante wissenschaftliche Unbildung des Autors, der tatsächlich eine Erwärmung in Prozenten der Celsius-Skala festmacht, wie auch schon andere hier festgestellt haben.
Schade, Zeit an einen polemischen Aktivisten verschwendet.

Markus Michaelis | Mi, 10. Juli 2019 - 00:23

Eigentlich halte ich den Klimawandel für ein wichtiges Problem und zumindest zum großen Teil auch für menschengemacht.

Wenn ich solche Artikel lese, kann ich allerdings wieder zweifeln, ob nicht einiges doch aus einem Übereifer kommt. Der Autor hat sicher interessante technische Ideen. Aber wenn er schon selber die breite Wissenschaft für "hinter dem Mond" hält, weil sie den Schmelzeffekt nicht kapieren, fördert das nicht das Vertrauen (als Physiker denke ich, dass so ein simpler Effekt auf jeden Fall eingepreist sein muss, sonst wäre es lächerlich). Seine 20% Temperaturerhöhung sind erstmal bezogen auf einen willkürlichen Nullpunkt bei 0 Grad, warum uns das Schmelzeis ausgehen soll, ist unklar. Grönland schmilzt noch ein paar Tausend Jahre - die Antarktis sowieso.

Die Ansätze des Autors mögen stimmen oder nicht, aber mit dieser Art überzeugt man gläubige Jünger. Orientierungslose oder skeptische Menschen schlägt man eher in die Flucht.

Albert Schultheis | Mi, 10. Juli 2019 - 02:17

Herr Kloss sollte einfach einmal den physikalischen Zusammenhang zwischen CO2-Anstieg und Temperaturanstieg auf der Erde erklären - das kann er nicht. Wir messen Wetterkennwerte seit ca 150 Jahren. Das ist erdgeschichtlich ein verschwindend geringes Zeitfenster. Es gab mehrmals Zeiten, da waren die CO2-Werte viel höher als heute. Und die Pflanzen wuchsen üppig dabei. Die Polkappen waren viel weniger vereist als heute. Das Klima hat sich in der Erdgeschichte immer gewandelt und das tut es heute auch. Ähnlich verschwindend gering ist der Anteil des Menschen an den Ursachen des heutigen Klimawandels, dh wenn wir unsere Lebensweise noch so sehr ändern, haben wir damit einen lächerlich kleinen Hebel, um das Klima am Sichwandeln zu hindern. Was wir heute erleben ist lediglich eine Erwärmung nach der mittelalterlichen Kleinen Eiszeit, in der sich in Europa der Hunger ausbreitete. Das sollte uns eigentlich gelegen kommen.

Hartmut Seinsch | Mi, 10. Juli 2019 - 05:16

Ein Artikel über menschengemachten Klimawandel ohne Einbeziehung von Kernkraft ist m. E. unvollständig. Hätte die Bundesregierung im Zuge der Energiewende die Kernkraft ausgebaut, wäre die CO2-Bilanz der Bundesrepublik wesentlich besser ausgefallen. Windkraftanlagen und Solaranlagen können nur mit erheblichem Aufwand die Energieversorgung sichern. Außerdem hat der Autor keine Antwort auf die Frage der weltweiten Emissionen geliefert. Es wird der Menschheit kaum gelingen, globale CO2-Zielvorgaben einzuhalten. In diesem Fall wird genau das eintreten, wovor der Autor warnt. Da frage ich mich, was die Lösung dieser apokalyptischen Projektion sein kann. Sicher wird die globale Migration zu massiven kriegerischen Ereignissen führen und jeder wird sich selbst der Nächste sein. Die Karten für Deutschland sind da wohl eher schlecht!

Norbert Heyer | Mi, 10. Juli 2019 - 06:21

Hier ist sie wieder: Die Befeuerung der Angst der Deutschen vor einem Klima-Gau. Wenn die Aussagen so zutreffen würden, wären auch alle - wirklich alle - Gegenmaßnahmen nutzlos, da sich die angeblich erforderlichen Anstrengungen weltweit niemals durchsetzen lassen. Ozonloch, saurer Regen, BSE und Waldsterben, alles „Pillepalle“ zu diesem historischen Weltuntergangs-Szenario. Mich überraschen ja immer die Voraussagen über einen Zeitfaktor von 40 Jahren bis zum Gau, wo wir noch nicht einmal das Wetter von übermorgen genau voraussagen können. Mit diesem umfangreichen Artikel werden wir eingestimmt darauf, dass wir unser Leben komplett einer Klima-Diktatur unterwerfen sollen, die alle Bereiche beeinflusst. Kein Individualverkehr mehr, weniger fliegen, neue Bauvorschriften - aber die größte Gefahr für die Menschheit übersehen: Die ungehemmte Migration und Vermehrung - denn jeder Mensch ist ja nach Aussage der Klimafanatiker ein weiterer Baustein auf dem Weg ins Untergangs-
Szenario.

Dieter Erkelenz | Mi, 10. Juli 2019 - 06:21

Ich bin der Redaktion des Cicero dankbar, dass sie diesen Artikel eines 'Ingenieurs' veröffentlicht. Zeigt er doch recht klar, welche Propheten es in der Klimaforschung gibt!

Claus Bänsch | Mi, 10. Juli 2019 - 08:41

Und wieder ein falscher Ansatz.
1. Kein normaler Mensch leugnet den Klimawandel. Was in Frage gestellt wird, ist der Anteil des Menschen. Riesenunterschied. In einer Diskussion, die um Sachlichkeit bemüht sein sollte, ist es wichtig, den anderen Diskutanten zuzuhören und sie nicht zu verunglimpfen.
2. Selbst wenn der Mensch maßgeblichen Anteil am Klimawandel hat, was kann er dagegen tun? Der Hauptgrund für den CO2 Ausstoß ist der Energiebedarf der Menschheit, da zur Zeit nur fossile Brennstoffe diesen decken können. Bei weiter wachsender Bevölkerungszahl wird also auch automatisch die CO2 Emission weiter ansteigen. Stichwort Wirtschaftswachstum in so kleinen Ländern wie Indien und China.

Claus Bänsch | Mi, 10. Juli 2019 - 08:42

Daraus resultieren folgende Ansätze:
Wir müssen die Erdbevölkerung nachhaltig dezimieren oder wir sollten unsere Zeit und unser Geld nicht mit der Reduktion der CO2 Emissionen verschwenden, sondern unsere Energie dafür aufbringen, die Folgen einegermaßen zu kontrollieren.
Am Rande bemerkt ist der Versuch, das Weltklima zu bewahren ein zutiefst konservativer Denkansatz. Also nicht immer die Konservativen schlecht machen bitte.

helmut armbruster | Mi, 10. Juli 2019 - 09:10

denn die Gretchenfrage lautet: Ist der derzeitige Klimawandel vom Menschen gemacht oder nicht?
Die Frage ist sehr berechtigt, weil es - auch ohne Mensch - im Laufe der Erdgeschichte immer wieder Klimawandel gegeben hat. So z.B. am Ende der letzten Eiszeit - vor 10 bis 12000 Jahren - als der Meeresspiegel um +/- 70m angestiegen ist. Und niemand kann behaupten, dass der Mensch dies verursacht habe.
Leider erwähnt der Autor mit keinem Wort, dass der derzeitige Klimawandel in der Erdgeschichte kein Novum ist, sondern eher eine Konstante. Wohl um kein Argument zu liefern gegen die Behauptung der Mensch habe den jetzigen Klimawandel verschuldet.
Dieses Manko nimmt dem Artikel viel von seiner Qualität, weil man vermuten muss, dass Absicht dahinter steckt. Denn wenn, dem von den Klimaschützern behaupteten Prädikat "von uns Menschen gemacht", entgegen gehalten werden kann, dass es auch anders sein könnte (siehe Erdgeschichte), dann relativiert sich diese Behauptung beträchtlich.

carsten fischer | Mi, 10. Juli 2019 - 09:13

Ich finde es gut, dass "cicero" diesen Artikel gebracht hat. Ob der Mann nun Lobbyist in eigener Sache oder ein "glühender grüner Klimaaktivist" ist, spielt für mich weniger die Hauptrolle. Wichtig sind die Aussagen und Folgerungen, die schon längst Handlungen nach sich ziehen hätten müssen. Da haben die Politiker durch die Bank versagt. Anstatt die Ökonomie mit dem Klimawandel zu versöhnen und Chancen für eine CO2 freie Zukunft zu schaffen, werden immer noch die alten Feindbilder aufgebaut, dass die innovativen technischen Herausforderungen und die daraus entstehenden Kosten die deutschen Unternehmer und die Wirtschaft abwürgen würden. Mehr Dialektik bitte! Es klingt paradox, aber der Klimawandel ist DER Impulsgeber und die „Billionenchance“ für die gesamte Wirtschaft neue innovative Geschäftsfelder zu vermarkten. das gilt natürlich nur für die großen Akteure, die flexibel genug aufgestellt sind und eine Vision haben. Hierzu zähle ich u.a. die deutschen Konzerne Bayer und BASF.

In der Moderne kam die Auseinandersetzung mit der Um-Welt in den 60er/70er Jahren durch den „Club of Rome“ auf (Stichwort nachhaltige Entwicklung). Kenntnisse über die Welt zu gewinnen, die für ein überlebensförderndes Handeln dient, gehört zur Natur des Menschen- zu seiner Zukunftsfähigkeit.

Seitdem hat es immer wieder praktische Lösungen zum Anfassen gegeben. Ideen wurden Wirklichkeit. Neue technische Lösungen haben ältere Technologien abgelöst, die auch wirtschaftlich leistungsfähiger waren. Natürlich sind wir noch weit davon entfernt auf alle Fragen fertige Antworten zu geben. Jedoch ohne Lösungsmuster, die anregen, die auf Ideen bringen und die zur Weiterentwicklung auffordern geht es nicht.

Das Abenteuer Zukunft, verbunden mit sozialer Verantwortung und ressourcenschonendem Verhalten wird die Welt unserer Kinder und Enkel noch stärker prägen und bestimmen als wir es uns heute vorstellen können.

Bernd Schiebener | Mi, 10. Juli 2019 - 09:17

Bereits auf der ersten Seite sollen Barny Geröllheimer und Fred Feuerstein vor einer Eiszeit gewarnt haben, die dann auch 80 Jahre später eingetreten ist. Auch das sie von Ihrem Dino- Mobil Rex ( vergleichbar mit Porsche Cayenne ) auf ein kleineres Model umgestiegen sind und nur im Notfall ein Lagerfeuer ( nur abgestorbenes Holz- keine Braunkohle ) entzündet haben konnte den Klimawandel nicht verhindern.

Jürgen Keil | Mi, 10. Juli 2019 - 09:55

"Sehr viel wichtiger als zu wissen, dass etwas geschieht, ist zu wissen, wie und weshalb etwas geschieht." Herr Kloss, ... oder geschah! Wie bitte, erklären Sie die in der Erdgeschichte bereits mehrfach aufgetretenen Warm- und Kaltzeiten. Am Menschen kann es ja wohl nicht gelegen haben. Ich erlaube mir, weiterhin skeptisch zu sein. Wissenschaft sollte sich von Hysterie und Lobbyismus freihalten.

Albert Schultheis | Mi, 10. Juli 2019 - 10:08

Was keiner der Klima-Zeloten mW je beachtete ist, dass der Exportanteil Deutschlands am BIP bei ca 50% liegt. Dh ein wesentlicher Anteil unseres deutschen CO2-Fußabdrucks besteht aus kleineren Fußabdrücken all der Länder, die uns die sehr begehrten Waren abkaufen. Wenn wir das nicht produzieren unter fortschrittlichen deutschen Produktionsbedingungen, dann wird das im Ausland produziert unter ganz anderen Bedingungen. Ich lebe im Ausland und weiß, wovon ich rede.

Philip Schiwek | Mi, 10. Juli 2019 - 10:40

"Wenn diese zur Zeit nur mäßig und scheinbar linear ansteigt, hat das einen sehr wichtigen, physikalischen Grund. Ursache hierfür ist das weltweit zunehmende Schmelzen des Gletschereises."

Möchte mal eine Kurze Überschlagrechnung wagen. Annahme 2.6% des globalen Wassers liegen als Eis vor. Schätzungen zum Schmelzen von Grönland und Arktis gehen von einigen tausend Jahren aus. Also übertriebene Annahme, in 1000 Jahren ist alles geschmolzen bedeutet 0.0026% des globalen Wassers müßten jährlich geschmolzen werden. Die Energie die für das Schmelzen pro Jahr notwendig wäre, entspricht der Energie die notwendig ist um die Temperatur des Rests des globalen Wassers um 0.002° Kelvin zu erhöhen. Das Schmelzen spielt also im globalen Energiehaushalt praktisch keine Rolle. Nach meiner Meinung lehnt sich der Autor hier sehr weit aus dem Fenster, wenn man ihm auf den Zahn fühlt hat er aber keine Ahnung.

Gerhard Hecht | Mi, 10. Juli 2019 - 12:12

Hier wird eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit "die Beherrschung des Feuers" (in all
seinen Facetten) verteufelt.
Wenn das keine gefährliche Ideologie ist.....

Allein das Einführungsbild Gegenlichtaufnahme mit Rauchschwaden die nur aus Wasserdampf bestehen...düsterer geht's nicht. (So wird das grundsätzlich immer dargestellt).
Hier werden die Ängste der Menschen manipuliert ohne Rücksicht auf Verluste

Linda Martin | Mi, 10. Juli 2019 - 12:21

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn die fachliche Kompetenz mancher Kommentatoren (nicht nur hier beim Cicero) augenscheinlich die des Autors übersteigt.

Wilfried Nauck | Mi, 10. Juli 2019 - 15:51

Als Dr.Ing. im Fach Elektrotechnik verfolge ich die Energiediskussion mit großem Interesse. Folglich habe ich gleich bez. des "Wannenspeichers" gegoogelt. Das Hauptproblem ist die Abdichtung. Herr Kloss sollte mit Prototypen die Funktionsfähigkeit sowohl des Wannenspeichers als auch der alternativen Windräder praktisch nachweisen. Wenn das alles so gut geht, müßten sich auch andere Länder (z.B. China) dafür interessieren. Dass die deutsche Regierung vornehm ausgedrückt begriffsstutzig ist, hat sie mit dem Abschalten von KKW und der Besteuerung von Pumpspeicheranlagen hinreichend bewiesen. Aber die ganze Welt ist nicht geschlossen begriffsstutzig.

Bernd Muhlack | Mi, 10. Juli 2019 - 17:17

Masse und Macht von Elias Canetti!
Ein zwar etwas älteres Buch, gleichwohl sehr zu empfehlen. Ich glaube die Thora, die Bibel sowie der Koran sind sogar noch älter, nicht wahr?

Okay, ich habe diesen "Masse-Artikel" in der Tat gelesen und wie so oft fiel mir etwas von Loriot ein; Loriot war schlicht genial!
"Also was ist Trumpf?"
Ich bin kein ausgewiesener Klimaexperte, Meteorologe oder sonstwie einschlägig vorbestraft. Diese Diskussion ist ja noch viel schlimmer als zwei oder gar drei debattierenden Juristen zuzuhören!
(Philosophen, Soziologen brauchen ja nicht einmal einen Mitdiskutanten, sie sind sich selbst genug!)

Nein, dieser Artikel ist keine Erweiterung der Erkenntnis, er besticht lediglich ob seiner Masse.

Nordbaden: aktuell etwa 26 Grad C, windstill, sonnenlos. Es ist Sommer, oder?

Wie gesagt, ich bin kein einschlägiger Fachmann, jedoch kann ich zwischen "Panzern" und "Ersatzteilen" sehr wohl unterscheiden!
Klimawandel? Ich schwitze und andere zittern eben!

Ingo Kampf | Mi, 10. Juli 2019 - 18:11

Hier wird erst über lange Absätze ein .Katastrophen-Szenario aufgebaut, um danach auch eigene favorisierte technische Lösungen zu kommen. Das ist für den Cicero ein peinlicher Ausrutscher. Allein das Negieren des Nullpunktes bei der Betrachtung der prozentualen Erhöhung der Erdtemperatur disqualifiziert den Autor. Ich bin noch ein Dipl.-Ing. der alten Schule. Bei solcher Minderleistung hätte man mir die Zulassung zum Examen verweigert!

Lieber Herr Kampf,
das mit dem Nullpunkt sehe ich anders als Sie (s. mein Kommentar), da ich glaube, dass der Autor in dieser Hinsicht Recht hat.
Man möge nur die willkürlich gewählten linearen Koordinatensysteme C/K entsprechend verschieben um A mit B vergleichen zu können.
Wenn Sie vom absoluten Nullpunkt ausgehen (ist ja auch nur eine physikalisch “willkürlich” gewählte Messgröße), dann liegen Sie genauso falsch wie wenn Sie den Nullpunkt irgendwohin verschieben und das dann mit dem Celsius-KS korrelieren, das wieder irgendwo beginnt (auch physikalische Messgröße). Je weiter weg der Nullpunkt des einen KS vom Nullpunkt des Celsius-Systems liegt, desto kleiner wird dann der prozentuale Zuwachs im Celsius-System und das ist falsch!
Um es mit Ihren Worten zu sagen: ich bin noch ein Naturwissenschaftler alter Schule und vielleicht hätte man mir doch die akademischen Weihen versagen sollen......oder ich habe doch recht.

wolfgang dubbel | Do, 11. Juli 2019 - 07:56

"Schätzungen gehen davon aus, dass sich das CO2 in der Luft in hundert Jahren, teilweise erst in über tausend Jahren völlig abbauen wird. "
Das ist so ziemlich das dümmste, was ich bislang zu diesem Thema gehört habe.

Dr. Georg Steger | Do, 11. Juli 2019 - 09:34

Wenn ich auch viele Überlegungen und Aussagen von Kommentatoren richtig und hilfreich finde und absolut unterstütze, muss ich doch der Aussage von Herrn Gross über den %ualen Temperaturzuwachs widersprechen.

Sowohl für die Celsius- als auch für die Kelvin-Skala ist der Nullpunkt nach physikalischen Überlegungen willkürlich definiert (Gleichgewicht Eis/Wasser: O grd C = 273 K bzw. absoluter Nullpunkt = 0 K), d.h. wir haben zwei Koordinatensysteme, die willlkürlich gegeneinander verschoben sind.
Um diese vergleichbar zu machen, muss ein gemeinsamer Nullpunkt gewählt werden. Im vorliegenden Fall könnte das bspw. der Nullpunkt der Kelvin-Skala sein. Damit entspricht 20 K = 20 C (linear!). Eine Erhöhung der Temperatur um 10 grd bedeutet damit sowohl für Kelvin als auch für Celsius eine Zunahme um 50% relativ zur Bezugstemperatur!

Der Autor hat zumindest in dieser Hinsicht recht, wenn auch viele sonstige Aussagen fragwürdig, ideologisch gefärbt und absurd sind!

Dr. Georg Steger | Do, 11. Juli 2019 - 10:29

... warum sich eigentlich etliche Kommentatoren darüber aufregen, dass so ein Artikel im CICERO erscheint und dass sie den CICERO abbestellen wollen.
Wollen sich diese Schreiber nur in ihrer eigenen Wohlfühl-Blase bewegen und sind sie für andere Aspekte nicht zugänglich? Das wäre schade und disqualifizierend!
Erst durch die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen kann man doch Gegenargumente bringen oder seine eigenen Argumente hinterfragen!
Darum ist es sowohl für Autor als auch für Kommentatoren gut, eine solche Plattform zu haben.
Viele der Kommentatoren haben durch ihre fundierten Beiträge gezeigt, wo der Autor schief liegt und wo seine Hysterie nur einer gedankenlosen Ideologie geschuldet ist.

Ähnlich würde es vielleicht den Grünen ergehen, wenn sie endlich liefern müssten und sich nicht mehr nur mit Forderungen begnügen könnten: genauso wie all den Klimaaktivisten, die eigentlich nur heiße Luft erzeugen!