Atomkraft - „Tabuisierungen bringen mich auf die Palme“

In Zeiten des Klimawandels erleben Atomkraftwerke und Kernenergie eine Renaissance. Vor allem für die meisten deutschen Umweltaktivisten bleiben sie aber Teufelszeug. Die Technikhistorikerin Anna Veronika Wendland will gegen Halbwissen und falsche Glaubenssätze vorgehen

Demonstration von Atomkraftgegnern
Atomkraftgegner warnen vor Risiken: berechtige Ängste oder überschätzte Gefahr? / picture alliance

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Lisa Raß ist freie Journalistin und Autorin. Sie lebt in Köln.

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Gekrempelte Jeans, ein dunkler Kapuzenpulli, ein leicht gefranster Kurzhaarschnitt – Anna Veronika Wendland würde in jeder linken Szenekneipe sofort mit dem Inventar verschmelzen. Doch die Technikhistorikerin und selbst ernannte Ökomodernistin sieht in  der deutschen Energiewende quasi-religiöse ebenso wie autoritäre Momente.
 

Frau Wendland, Sie haben in den vorherigen Jahren im Rahmen Ihrer Forschung sehr viel Zeit in Kernkraftwerken verbracht. Ist Atomstrom böse?
Technologien in ein Moralschema einzuordnen, wo es hier gut und dort böse gibt, hat keinerlei Sinn. Es gibt aber für eine Industriegesellschaft verschiedene Möglichkeiten, Strom zu produzieren. Und die haben, jede für sich, bestimmte Vor- und Nachteile. Ich erwarte von politischen Entscheidern, dass sie diese Vor- und Nachteile genau benennen und erst dann ihre Entscheidung treffen.

Wo stünde die Kernenergie, würde man sie rational bewerten?
Betrachtet man ihre Opferbilanz im Verhältnis zur Leistungsfähigkeit, also die Anzahl an Todesfällen pro Megawattstunde, steht die Kernkraft jedenfalls besser da als Kohle oder Wasserkraft. Und das selbst dann, wenn man die großen Unfälle aus der Vergangenheit einbezieht.

Wie kann das sein?
Das ist so, weil der Aufwand, der für die Sicherheit eines Kernkraftwerks betrieben wird, heute unglaublich hoch ist. Im Ergebnis sind die Anlagen konkurrenzlos sicher gegenüber anderen großtechnischen Systemen, ob das nun die fossile Energiewirtschaft ist oder die Chemieindustrie. Egal, ob man nun auf ganz normale Arbeitsunfälle schaut oder auch Unfälle mit ionisierender Strahlung in die Bilanz einbezieht. Schon wegen ihrer niedrigen Opferzahlen sollte man die Kernenergie wählen. Sie ist eigentlich eine Niedrigrisiko-Technologie.

Anna Veronika Wendland
Anna Veronika Wendland / Foto: Raß

Die Angst vor Atomkraftwerken bezieht sich allerdings nicht auf Arbeitsunfälle, sondern auf Unvorhersehbares wie Erdbeben oder Terroranschläge.
Heutige Anlagen sind dafür ausgelegt, solchen Ereignissen – in der Fachsprache EVA, Einwirkung von außen – standzuhalten. Das gilt für Erdbeben, Flugzeugabstürze oder Terroranschläge. Im Fall eines Flugzeugabsturzes kann die Anlage von einem verbunkerten Notstandsgebäude aus kontrolliert abgefahren und nachgekühlt werden. Die Sicherheitsperformance deutscher Kraftwerke hat international einen exzellenten Ruf. Im Ausland treffe ich immer wieder auf vollkommenes Unverständnis darüber, dass wir diese Kraftwerke abschalten.

Was ist mit dem ungelösten Problem der Endlagerung?
Das ist ein rein politisches, kein technisches Problem. Für die anti-Atom-orientierten Parteien war das fehlende Endlager ein Instrument, um die Betriebsgenehmigung von Kernkraftwerken anzufechten. Es gab also – ungeachtet legitimer Kritik in einzelnen Punkten – kein wirkliches Interesse an einer schnellen Endlagerfindung. Insofern ist es absurd, wenn Teile des linken Lagers nun beklagen, dass es kein Endlager gibt.

Also müssen nur Endlager gefunden werden?
Technisch gesehen ist es so: Die Herausforderung, ein Endlager für radioaktive Abfälle zu bauen, ist grundsätzlich nicht größer als die, eines für hochtoxische Chemieabfälle zu bauen. Chemie-Endlager haben wir längst mehrere in Deutschland. Deren Aufgabe ist genau dieselbe: Dort lagern Stoffe, die ausreichen würden, ganz Deutschland zu vergiften, weshalb wir sie auf Dauer von der Biosphäre fernhalten müssen. Stoffe, so giftig wie Plutonium, nur dass sie nicht irgendwann zerfallen. Aber noch nie hat jemand gefordert, die Chemie-Endlager abzuschaffen oder die Chemieindustrie abzuwickeln, weil sie gefährliche Abfälle produziert.

Als Bloggerin und Vorstand des gemeinnützigen Vereins „Nuklearia“ setzen Sie sich für einen angstfreien Umgang mit der Kernenergie ein. Was ist Ihr Ziel?
Sehr viel der Vorstellung der Menschen über Kernenergie beruht auf Mythen und fehlendem Wissen. Die „Nuklearia“ will Wissen zur Verfügung stellen, das die Mythen entzaubert. Das betrifft vor allem die Gefahren durch Strahlung, die Reaktorsicherheit, die Entsorgung. Daneben gibt es viele Fehleinschätzungen über die Möglichkeit, Kernenergie zu ersetzen. Auch die wollen wir korrigieren.

Kürzlich haben Sie die „energetische Re-Alphabetisierung Deutschlands“ gefordert. Was meinen Sie damit?
Ich meine damit: Die Leute schauen aus dem Fenster. Sie sehen, dass sich draußen die Windräder drehen. Drinnen läuft ihr Fernseher. Und dann folgern sie: „Die Energiewende funktioniert.“ Ich kann diese Haltung auch in meinem engsten Umfeld beobachten: Menschen wollen, dass Dinge funktionieren, aber sie wollen nicht damit behelligt werden, wie sie funktionieren. Die allermeisten Menschen sind so. Und deshalb weiß eine Mehrheit nicht, dass hinter jeder Windkraftanlage zwingend ein Backup aus Kohle und Kernkraft stecken muss. Strom muss zu jeder Sekunde bedarfsgenau produziert werden, sonst bricht das Netz zusammen. Daher braucht man für den Fall von wetter- und tageszeitbedingten Einbrüchen der Erneuerbaren einen konventionellen Schatten-Kraftwerkspark. Das sollten die Leute begreifen und wissen.

Kohle und Atom, das unverzichtbare „Backup“ der Alternativen, sind aber nicht mehr gewollt.
Die deutsche Regierung setzt deswegen jetzt ganz massiv auf Gas. Gas ist aber erstens auch fossil, zweitens ist Strom aus Gaskraftwerken relativ teuer und drittens wird günstiges Erdgas hauptsächlich aus Russland kommen. Das wird sicherheitspolitische Kalamitäten mit sich bringen. Zudem hat auch Erdgas keine wirklich gute Klimabilanz, wenn man die gesamte Produktions- und Transportkette beachtet. Es besteht zu einem großen Teil aus Methan, das bei Förderung und Transport freigesetzt werden kann und ein stärkeres Treibhausgas ist als CO2. Durch den Umstieg auf Gas gewinnen wir also kaum etwas.

Gas als Scheinlösung, die die Deutschen nicht richtig verstehen?
Ja. Und diese Ignoranz treibt uns geradewegs in neue Abhängigkeiten und Probleme.

Wie könnte man unsere Energiewirtschaft zum Guten wenden?
Wir müssten aus unseren Erfahrungen lernen. Der Hauptanteil der bei uns installierten erneuerbaren Leistung ist Windkraft und Sonnenenergie, mit Betonung auf Wind. Lange Zeitwurde behauptet: Wenn in einem Teil des Landes Flaute ist, dann ist eben woanders gerade Wind und dann kann man den Strom von Nord nach Süd schicken. Das stimmt aber nicht. Die Betriebserfahrungen von zigtausend Windkraftanlagen in ganz Europa belegen, dass bei den hier üblichen Großwetterlagen meistens sehr viele Anlagen gleichzeitig feuern oder gleichzeitig stillstehen. Aber anstatt zuzugeben, dass Windkraft niemals Rückgrat unserer Energieversorgung werden kann, wird weitergewurstelt. Stattdessen sollten wir unsere Ziele überprüfen. Anstatt zu versuchen, Energie vollständig erneuerbar bereitzustellen, könnten wir anstreben, vollständig CO2-frei zu werden. Und dafür sollten wir jede Technologie nutzen, die sich bietet, auch die Kernkraft.

Ihre positive Sicht auf die Kernkraft ist politisch beheimatet in der „Ökomoderne“, einer Bewegung, der Sie sich zugehörig fühlen.Die Grundidee der Ökomoderne ist: Je intensiver wir wirtschaften und je mehr Technologien wir nutzen, desto besser können wir auf weniger Raum mehr Menschen ernähren und mit allen Vorteilen des modernen Lebens ausstatten. Und desto mehr Raum können wir im Endeffekt auch der Natur wiedergeben. Ökomodernisten teilen die Auffassung, dass wir mit dem Klimawandel vor einer globalen Herausforderung stehen. Wir können sie aber nur lösen, indem wir alle uns zur Verfügung stehenden Technologien nutzen, um unsere und kommende Industriegesellschaften zu entkarbonisieren. Und hier spielt übrigens, neben der Kernenergie, auch die grüne Gentechnik eine Rolle. Das Ziel muss sein, möglichst viele Menschen qualitätvoll zu ernähren, ihnen Bildung, Arbeit, Mobilität zu ermöglichen. Und das, ohne in immer weitere Bereiche der Wildnis oder, wie bei uns, in gewachsene Kulturlandschaften auszugreifen.

Allerdings weiß man nicht, wie sich genmanipulierte Organismen langfristig auf die Natur auswirken.
Die Gentechnik ist in Deutschland, was ihren Ruf betrifft, fast so übel dran wie die Kernenergie. Auch hier wurde ein Mythos aufgebaut durch den Vorwurf, die Gentechnik sei ein unzulässiger Eingriff in die Ganzheitlichkeit von Naturzusammenhängen. Wobei vollkommen außer Acht gelassen wird, dass auch frühere Formen von Züchtung oder selbst die Öko-Agrarwirtschaft immer ein Eingriff und eine menschliche Manipulation von natürlichen Dingen gewesen ist. Auch die Kupferverbindungen, die Öko-Bauern auf ihre Felder ausbringen, sind nichts Natürliches. Diese Mythisierung muss man aufbrechen. Wir werden den Leuten Illusionen nehmen müssen über Öko.

Wie wollen Sie das tun?
Ich denke, dass wir im Grunde eine Art neuer Aufklärung brauchen. Gleichzeitig sehe ich aber die Grenzen von Aufklärung. Ich erlebe das tagtäglich bei Facebook oder im richtigen Leben, dass wirklich intelligente Leute an einem bestimmten Punkt aus Diskussionen aussteigen und sagen: „Deine Argumente sind okay, aber ich glaube trotzdem, dass wir die Kernenergie nicht beherrschen können“, oder: „Ich weiß zwar nicht viel über Niedrigstrahlung, glaube aber trotzdem, dass sie gefährlich ist.“ An diesem Punkt zählt nur noch der Glaube. Da kann ich wieder und wieder mit Evidenz kommen – ich laufe gegen eine Wand. Das frustriert mich als Wissenschaftlerin ungeheuer. Aber wenn man jahrzehntelang Angstdiskurse und Angstpolitik zulässt, dann erntet man diese Art von Ergebnis.

Leugnen Sie die Gefährlichkeit von Strahlung?
Nein. Aber es kommt, wie bei sehr vielen Schadwirkungen, auf die Dosis an und auf den Zeitraum, in dem man eine bestimmte Dosis aufnimmt. Die Strahlung, die von einem Kernkraftwerk und seinen Emissionen im Normalbetrieb ausgeht, ist jedenfalls ungefährlich. Der menschliche Organismus ist durch die Evolution mit Niedrigstrahlungs-Toleranz ausgerüstet. Anders verhält es sich mit hohen Dosen. Ihre Gefährlichkeit bestreitet kein seriöser Wissenschaftler.

Sie sprachen eben von Glauben, der stärker sei als Argumente. Wie ordnen Sie diesen Glauben ein?
Wir alle kommen aus religiösen Zusammenhägen und Religion ist schlicht ein Modus unserer Kultur. Das Interessante ist die häufig dreischrittige Zeit- und Denkstruktur, die aus religiösen Prägungen kommt, zum Beispiel bei den Christen Sündenfall, Buße und Erlösung. Um zur Erlösung zu gelangen, muss man durch das Leiden hindurch, das ist eine typisch christliche Vorstellung. Bei deutschen, ökologisch denkenden Menschen sitzt die Vorstellung von einem ökologischen Sündenfall unglaublich fest: Wir Menschen haben uns gegen die Natur versündigt und dafür müssen wir jetzt Buße tun.

Gibt es noch weitere solche Glaubenssätze?
Ein anderes Denkmodell, das unsere Geschichte einbezieht, lautet: Wir Deutschen haben uns im 20. Jahrhundert derart an der Welt versündigt, dass wir jetzt verpflichtet sind, besonders viel Abbitte zu leisten. Die Rechte diffamiert so etwas gern als „Schuldkult“. Ich meine aber etwas anderes: Unsere historische Erfahrung als Tätervolk führt zum Wunsch vieler Deutscher, heute eben zur Avantgarde einer besonders guten Bewegung zu gehören, diesmal auf dem Gebiet des Umweltschutzes oder der Energiewirtschaft.

Welche Rolle spielt das Buße-Denken?
Buße leistet man durch Verzicht. Das ist die Richtung, in die sich die Greta-Jugendbewegung orientiert, im Sinne von: So wie wir leben, kann unser Planet uns nicht ertragen, wir müssen unser Leben von Grund auf ändern. Und da zucke ich als Osteuropa-Historikern, die ich auch bin, sofort zusammen. Am liebsten würde ich sagen: „Halt! Stopp!“ Das wird nicht gutgehen, ihr bekommt das ohne Zwang nicht hin. Schaut euch an, was in unserer Geschichte aus Projekten zur Großtransformation der Gesellschaft geworden ist: Die Schaffung des neuen Menschen, der total anders lebt und sich selbst befreit, das alles hatten wir schon. Diese Experimente endeten allesamt mit vielen Millionen Menschen unter der Erde und weiteren Millionen in Erziehungs- und Straflagern.

Windräder
Reicht Windkraft nicht als Backup? / picture alliance

Wir leben in einem freien Land, die Menschen wollen die Energiewende.
Sicher. Aber die Menschen erliegen Illusionen über eine angeblich „sanfte“ Energie. Die Energiewende wird ihre Landschaften umkrempeln und erhebliche ökologische Folgeschäden erzeugen. Derweil haben wir bereits wieder eine Wissenschaftselite, die sich als Avantgarde sieht und sich anmaßt, für die Gesellschaft vorzudenken.

Sie meinen den WBGU, den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen.
Niemand aus dieser Gruppe wurde gewählt, was ich höchst problematisch finde. Der WBGU hat bereits 2011 ein Gutachten für die Bundesregierung erstellt, das sich vielsagend „Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ nennt. In diesem Gutachten wird die Richtung, in die es gehen soll, vorgegeben: Weg von der kapitalistischen, hin zur postmateriellen Gesellschaft, in der Werte wie Selbstentfaltung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit das höchste Gut sind. Als Begründung für diesen erwünschten Prozess wird behauptet, dass der globale Wertewandel sowieso in diese Richtung gehe.

Ist das denn falsch?
Ich habe mir die zitierten Forschungen zum Wertewandel angeschaut. Was dort ausgebreitet wird, sind eigentlich ganz einfache Wahrheiten: Dass für die meisten Menschen Familie und Gesundheit das Allerwichtigste sind. Geld verdienen oder Karriere machen kommt immer erst danach. Ich frage mich schon, ob das ausreicht, um daraus die quasi-organische Entstehung einer Post-Growth-Gesellschaft abzuleiten, für die materielle Werte keine Rolle mehr spielen.

Postmaterielles Denken breitet sich dort aus, wo materielle Bedürfnisse gestillt sind.
Exakt. Das ist auch der Punkt, über den ich immer mit meinen grünen Freunden überkreuz liege. Viele grün denkende Menschen nehmen den Luxus unserer Industriegesellschaft tagtäglich in Anspruch. Gleichzeitig fordern sie im Grunde, dass andere Gesellschaften gar nicht erst an diesen Punkt gelangen dürfen und predigen daher den Verzicht. Ich nenne sie jetzt einmal die „Verzichts-Fraktion“. Unter ihnen gibt es die Hardcore-Reformer. Denen ist vollkommen klar: Hundert Prozent Erneuerbare kann man nur erreichen, wenn man die Gesellschaft von Grund auf umkrempelt, und alle Wertschöpfungsprozesse, alle Mobilität radikal regionalisiert. Und dann ist es aus mit der globalen Wirtschaft. Darauf müssten wir uns dann einlassen. Aber in den Publikationen dieser Verzichts-Anhänger wird uns kein reiner Wein eingeschenkt. Da werden harte Einschnitte blumig umschrieben mit Worten wie Transformation, Energiedemokratie und Dezentralisierung. Was dahintersteckt, ist die Tatsache, dass es für viele Leute weniger Strom geben wird. Und dass dann bestimmt Dinge, die wir heute mit Strom machen, einfach nicht mehr gehen.

Wer ist die andere „Fraktion“?
Das sind die „Green Growth“-Anhänger, die behaupten: Wir schaffen es, unseren Wohlstand allein mit Erneuerbaren zu halten, ohne auf Wachstum zu verzichten. Aber das stößt an die Grenzen der Physik. Die Energiedichte der meisten Erneuerbaren ist sehr niedrig im Vergleich zur Verbrennung von Kohle oder gar zur Kernspaltung. Mit Erneuerbaren allein wird man keinen hochmodernen Industriestaat machen können. So ehrlich muss man sein, wenn man mit den Leuten spricht.

Was ist mit den Speichertechnologien, die es bald geben soll?
Das sind Projekte, die heute allenfalls – wenn überhaupt – im Pilotmaßstab dastehen. Ehrlicherweise müsste man sagen, man verschiebt den Atomausstieg um 40 Jahre, um diesen Projekten eine realistische Chance zu geben.

Für Ihr ehrenamtliches Pro-Atom-Engagement werden Sie im Netz beschimpft, bisweilen sogar rechts einsortiert. Warum tun Sie sich das an?
Ich bin Technikhistorikerin. Reaktorsicherheit ist der Gegenstand meiner Forschung. Ich habe aus meinen langjährigen Studien bestimmte Schlussfolgerungen gezogen, die ich für richtig halte, während mich Tabuisierungen auf die Palme bringen. Ich kann nicht anders, als den Leuten zu sagen: Ihr müsst keine Angst vor Kernkraftwerken haben. Sogar die Folgen der großen kerntechnischen Unfälle werden in der Öffentlichkeit krass überschätzt. Es gibt in den Evakuierungszonen von Tschernobyl und Fukushima inzwischen weite Gebiete, in denen Menschen wieder leben könnten. Die Ortsdosisleistung in der Stadt Tschernobyl unterscheidet sich heute kaum von Werten im Schwarzwald oder in Sachsen. 

Für Aussagen wie diese gelten Sie manchen als „Menschenverächterin“.
Ja, solche Vorwürfe kommen. Dabei will ich nur, dass über Unfälle korrekt berichtet wird, ich will sie ja nicht kleinreden. In Tschernobyl sind rund fünfzig Beschäftigte des Kraftwerks und Angehörige von Rettungsteams qualvoll an der Strahlenkrankheit gestorben. Rund 4000 zusätzliche Krebsfälle hat der Unfall laut WHO zur Folge gehabt. Trotzdem ist Tschernobyl nicht die Millionen-Opfer-Weltkatastrophe, zu der manche Anti-Atom-Aktivisten es machen wollen.

Und Fukushima?
Am Fukushima-Jahrestag hat die baden-württembergische Landeszentrale für Politische Bildung getwittert: „Wir gedenken der vielen Tausend Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima.“ Die haben allen Ernstes die Verschütteten und Ertrunkenen der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe als Atomopfer dargestellt.* Dabei gibt es in Fukushima bis jetzt nur einen einzigen Lungenkrebsfall, der gerichtlich als Folge des Unfalls anerkannt ist. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass es noch einige wenige zusätzliche Krebsfälle geben wird. Es gab in Fukushima, anders als in Tschernobyl, auch keine akuten Opfer durch Strahlenkrankheit. So ein ignoranter Tweet kann mich schon mal zur Verzweiflung bringen. Und dann denke ich wieder: Auch die Grünen haben mal so angefangen, beschimpft und marginalisiert. Und dann mache ich weiter.

* Der Tweet wurde aufgrund von Protesten inzwischen gelöscht, die Landeszentrale entschuldigte sich für den Fehler.

Bernd Muhlack | Do, 4. April 2019 - 18:06

Folglich muss ich schreiben!
Frau Wendland, das ist absolut hervorragend u vielleicht sollten Sie ob Ihrer Statements Polizeischutz beantragen?
1.000 characters sind in diesem Fall sehr wenig!
Ich hatte damals Chemie-LK; wir waren zu elft, also just ein Fußballteam, leider nur ein "Mädchen". In Kleingruppen lernt man besser u schneller u jeder von uns hätte nach dem Abi theoretisch eine Atombombe oder ein AKW bauen können!
Die meisten von uns waren gegen Atomkraft, das war eben trendy! Inzw haben viele ihre Meinung geändert, weil der seitens Merkel praktizierte Ausstieg ein Griff ins Klo ist, q.e.d.!
Frau Wendland, Sie sollten einmal bei einer dieser selbstherrlichen Talkdamen auftreten, am besten zusammen mit dem Hofreiters Toni! Ich denke, dass er nach wenigen Sekunden auf 180 sein wird und ...(besser nicht schreiben!)
Das Akronym EVA war mir unbekannt, ich kannte nur GAU.
War Eva nicht der Ursprung allen Übels, aller Sünde?
Mir fehlen itzo etwa 2.000 Zeichen!
AAA+++!!!

Ihre letzte eher ironische Assoziationsmöglichkeit jedoch beyond all terms.
Ihnen ist schon klar, dass eigentlich fast nur das Christentum der Frau die Augenhöhe belässt.
Sie müssen nicht jeglichen Fortschritt seit Anbeginn der Zeit gefährden.
Dann bekomme ich umgekehrt das Gefühl, dass es doch nicht um eine kritische Auseinandersetzung mit m.E. Fehlentwicklungen z.B. des Islam geht, sondern nur um Ausgrenzung.
Links, Rechts, Konservativ, ich will mich nicht mit Grausen abwenden.

Jürgen Keil | Do, 4. April 2019 - 19:34

Es ist wohltuend, das es noch sachlich denkende und handelnde Menschen gibt. Frau Wendland hat meinen Respekt. Ich würde gern unterstützen! Wenn eine finanzielle Unterstützung des Vereins Nuklearia erwünscht ist, sollten die entsprechenden Daten hier veröffentlicht werden.

Marcel Lenbach | Fr, 12. April 2019 - 14:50

In reply to by Jürgen Keil

Hallo Herr Keil, ich war von dem Interview genauso beeindruckt wie Sie und habe gleich mal recherchiert. Nuklearia kann man unterstützen: https://nuklearia.de/verein/spendenbescheinigung/
Außerdem großen Respekt, Frau Wendland. Ich wünsche mir auch, dass wir uns als Gesellschaft mehr den rationalen Lösungen zuwenden als uns von irrationalen Ängsten treiben zu lassen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 4. April 2019 - 20:06

Auseinandersetzungen und dazu bedarf es nicht, der Gegenseite Halbwissen und in die Wissenschaft verschobene Glaubenssätze vorzuwerfen.
Als Laiin war mir die Endlagerung wichtig und potenzielle Nicht-Sicherheit von Atomkraftwerken.
Als Wissenschaftlerin müßte ich ebenfalls nicht auf derselben Linie liegen wie Frau Wendland.
Unser Protest und unser Pochen auf Innehalten und Umdenken habe ich auch als geschenkte Zeit für die Wissenschaft gesehen, neue Wege zu finden.
Ich dachte ganz naiv in Richtung Parabolschirme? mit denen Sonnenenergie ungehindert aufgenommen und auf die Erde geleitet werden könnte in Form von beherrschbaren Blitzen oder so.
Da gab es doch Hoffnungen der CDU in Bezug auf Frau Merkel, die zerstoben, als sie Fukushima zu einem "Gotteszeichen" ummünzte?
Merkels Moral und Gottessehnsucht haben vor allem die Wissenschaften in D/Europa um Jahrzehnte zurückgeworfen?
Merkels Visionen gipfeln in einem Flugzeugträger?
Frau Wendland "is barking up the wrong tree".

meiner Erinnerung nach Herr Töpfer, ein Mentor von Frau AKK?
Ich erwarte mir mit der Stabübergabe an Annegret Kramp-Karrenbauer in der CDU die Rückkehr zu Wissenschaftlichkeit und fähiger Politik.
Mit Nahles ist dies in der SPD gegeben.
Da ich nun Herrn Habeck bei Anne Will gesehen habe, fällt mir ob einer seiner Fan-Benennungen die Überschrift "Der Pferdeflüsterer" ein mit ... genau.
Ich glaube nicht, dass dies im Sinne grüner Wissenschaftlichkeit und Anspruches ist.
"Ist demnächst ein Papstbesuch von Herrn Habeck geplant?" Oder etwa umgekehrt? Scherz am Rande.
In dem Rahmen verstehe ich Frau Wendlands Anliegen bzw. Kritik, nicht aber im Rahmen grüner Integrität und wissenschaftlicher Fähigkeit.

Sprache?
Da Englisch fast Weltsprache ist und wenn man es genau nimmt, nicht besonders weit weg vom Deutschen, auch weil ich die englische Sprache so liebe, sowie die ganzen tollen Krimis ("Morse","Lewis", mein Favorit, mit der ich mich von der Art her auch sehr identifiziere "Vera - Ein ganz spezieller Fall", muss ich mir noch im Original holen etc.) grüßen Sie schon nach Deutschland und auch nicht, sicher aber zu einer Type wie Vera:)
Wo gibt es uns?
Vielleicht überall:)
Ein Vorschlag zur Güte:
Ich werde meinem englischen Enthusiasmus Einhalt gebieten, werde mich aber freuen, wenn andere Kommentatoren ihre sprachlichen Vorlieben ein bisschen mehr ausleben.
Ich hätte auch nichts gegen Russisch, Chinesisch oder afrikanische Sprachen, in kleinen Dosen versteht sich, obwohl sie eher nicht zur europäischen Verlaufssprache werden können.
im Laufe der Zeit habe ich mitbekommen, wieviele weitgereiste oder weltweit tätige Leute beim Cicero schreiben.
Werde mir Mühe geben.

Sehr geehrte Frau Dorethee Sehrt-Irrek, man will die Atomkraft nicht, weil es keine Endlager gibt? Diesen Unsinn versucht man bereits seit Jahren einem unwissenden
Publikum weiß zu machen. Es sind die KKWs der 4. Generation, die den Atomabfall als Rohstoff nutzen und damit billigsten Strom ( 0,34 cent Kwh) herstellen, ebenso
CO² freien Kraftstoff. Die neuen KKWS , eines davon der DFR (Dual Fluid Reaktor)
eine deutsche Entwicklung, ist im Internet für jeden Interessierten zugänglich.
Diese KKWs der 4. Generation sind inhärent sicher wegen ihrer Doppelkühlung ist
ein GAU ausgeschlossen. Ich habe diese Technologie Frau Dr.Merkel mit einer
E-Mail vorgeschlagen. Es wurde mir ausweichend geantwortet: "Auch diese Technologie käme in der Kommission zur Sprache." Das war es dann. Man wollte
keine echte Lösung des Energieproblems, sondern die linksgrüne Ideologie durchsetzen. Zu viele Leute profitieren von diesem Schildbürgerstreich Frau Merkels.

Theoretisch könnte der neue Reaktor-Typ funktionieren. Aber wer hat eruiert, was dieser kostet und wer wäre bereit, so einen Typ zu bauen?
Warum sind führende AKW-Staaten wie Frankreich, Rußland etc. noch nicht aufgesprungen? Alternativ stelle ich mir immer noch das "Desertec-" Projekt vor. Die Sonne liefert nahezu "kostenlos" riesige Energiemengen und diese Technik ist praxistauglich! Also für mich und die meisten nüchternen Prakmatiker bedarf es nicht einer Technik, die eh niemand bauen will oder kann!

Henning Magirius | Do, 4. April 2019 - 20:54

Danke an Cicero und an Frau Raß. Und selbstverständlich an Frau Wendland für ihren Kampf gegen die „Mythisierung“ in Deutschland. Die breite Masse ist jedoch weiterhin gerne uninformiert und ungebildet und will auch 74 Jahre nach dem schlimmsten anzunehmenden moralischen GAU (als Folge einer rein mythischen Nachfolge der deutschen Bevölkerung seiner politischen Führung) weiterhin dem „Mythischen“ huldigen und weigert sich über den deutschen Tellerrand hinauszublicken. - Eine korrigierende Anmerkung darf ich mir erlauben: Die Lust am Leiden und an der Buße ist nicht eine „typisch christliche Vorstellung“, sondern eine ausschließlich typisch protestantische Vorstellung.

für die meisten völlig unverständlich, ja für wen eigentlich zu verstehen:)
Dass er sich so richtig selbst einschätzte.
Ein Leiden bleibt bei ihm jedoch trotz aller fröhlicher Wissenschaft, das Trauern um den Tod der Eltern, des Vaters und der Mutter.
Ich könnte auch ein Lied davon singen bis zu dem Punkt als mein 6- jähriger Sohn zu mir sagte, Mama, Du hast uns doch.
Nietzsche dürfte wohl vor allem nicht voll der Erfahrung von Zusammenleben mit welchem Geschlecht auch immer gewesen sein, war aber dann doch aufgrund höchster philosophisch-theologischer Anspannung der Worte fähig, "Alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit"
Wenn ich sonst nichts geschafft hätte, hätte ich vlt. ein kleines bisschen Licht von dann Offenbarung bei Nietzsche gezeigt, die sich bei ihm ähnlich wie bei Foucault "ex negativo" entwickelt.
Deshalb Herr Gumbrecht (in NZZ) ist der Satz vom Verschwinden des Menschen so bedeutsam, weil der Mensch oder das Menschliche beweint (Meer) wiedergeboren wird.

aus einem Versuch über Nietzsches Zarathustra entstand wohl Camus´ "Mythos des Sisyphos", das Absurde.
Camus hatte zweieiige Zwillinge, was ihm angesichts der Schwesterseele im Zarathustra Kopfschmerzen bereitet haben dürfte.
Ich fahre es ganz herunter, "Stupid, it is woman".
Damit ist die Welt nicht restlos erklärt, aber und das war mein Anliegen, hoffentlich nicht mehr auseinanderzudividieren.
Der Cicero hat Glück, ich glaube, ich habe früher opaker geschrieben, weil über nicht legitimierte Wissenschaft.
Meine war es aber dann doch irgendwie.
Also bleibt das doch stehen?
Sapere aude

Wolf-Dieter Hohe | So, 7. April 2019 - 10:59

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

.. meinte ich in dieser (Titel)Reihenfolge
Tag Frau Sehrt Irrek,
Eine schnelle Frage an Sie als von mir angenommene Nietzsche Kennerin...
Bin bislang von Nietzsche, von dem ich im Grunde nur aus Zitaten erfahren habe, zurückgeschreckt, da ich ihm eine von mir, aus sehr umfangreichen Erahrungen schöpfend, ohnehin kritische Betrachtung des Homo... in steigernder Wirkung verknüpfe.
Ach ja Frage: Lesen oder nicht ? Ein paar Illusionen sollten doch bleiben.
Ist so ne spontane Frage > hätte natürlich auch "Den Nachbarn" fragen können

Heiner Hummel | So, 7. April 2019 - 21:29

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Camus schrieb "Die Pest". Er hat nie begriffen, dass wir die Nachkommen jener sind, die einst gegen die Pest resistent waren. Analoges:Die Einwohner Hawaiis waren einst den Masern hilflos ausgesetzt. Eine Neu-Auflage der Pest wird es so nicht geben. Die Natur mag brutal sein, aber sie ist nicht absurd. Wir selbst sind die Profiteure dieser Auslese. Camus ist als Philosph total überhöht und taugt auch überhaupt nicht als Moralist – siehe seine Parallel-Liebesbeziehungen

Tomas Poth | Do, 4. April 2019 - 23:46

das ist ein grundsätzlich wunder Punkt.
Wenn eine Richtungs-Entscheidung wie z.B. Energiewende getroffen wurde, darf alles andere nicht mehr in frage kommen. Entsprechend wird die öffentliche Kommunikation gelenkt pro Entscheidung gegen Alternativen, halt alternativlos, alles andere verdammenswert!
Zur Kernenergie, grundsätzlich sehe ich unsere AKW´s als betriebssicher an. Aber in der Gesamtaufrechnung aller Kosten ist eine Schlußrechnung für Kernenergie nicht möglich. Wir kennen nicht die Kosten der Einlagerung über mehrere Jahrzehntausende. Wir überblicken nicht was in so einem langen Zeitraum passieren kann, was wir heute nicht erahnen, im Gegensatz zu den Ewigkeitskosten z.B. bei Steinkohle.
Mit dem geringst möglichem Aufwand das maximale erreichen, aber auch Verzicht darf dabei nicht tabuisiert werden.
Wem genug zu wenig ist dem ist nichts genug (Epikur 342-271 v.Chr.)

Wolfgang Wilms | Sa, 6. April 2019 - 17:31

In reply to by Tomas Poth

Das dürfte in Zukunft undenkbar sein. Der heutige, sogenannte "Atommüll" wird als
"hochwertiger" Kernbrennstoff genutzt. Die "wertvolle" Asche strahlt maximall 300
Jahre, wobei 90% schon nach 100 Jahren wiederverwendet werden können.
Verbuddeln is da nich.
Strahlendes Wochenende

Reinhard Seidel | Do, 11. April 2019 - 18:10

In reply to by Tomas Poth

Thomas Poth, ich habe gerade einen Kommentar geschrieben, er scheint noch in der Prüfung von CICERO. Darin lege ich gerade die Angstmacherei von den tausenden Jahren strahlenden Atommüll offen. Atommüll ist Rohstoff für den DFR
Dual Fluid Reaktor der 4. Generation von KKWs. Sie können sich im Internet über
den DFR umfassend informieren. Der DFR kann auch Thorium zu Strom verarbeiten,
wird aber aus eigensüchtigen ideologischen Gründen (Frau Merkel) totgeschwiegen.

Man sollte schon differenzieren,das nicht jeder Atommüll verwendbar oder gar Futterfür den DFR ist.

Unter Atommüll findet man praktisch alles was strahlt, also auch die Brennstabhüllen oder alte Gebäudeteile von AKW.

Auch Spaltprodukte sind Atommüll, mit dem niemand was anfangen kann.

Was der DFR aber wirklich futtern kann ist der Inhalt von abgebrannten Brennstäben. Und gerade das Zeug sorgt für die langen Lagerzeiten

Hellmut Wilde | Mo, 29. April 2019 - 12:29

In reply to by Tomas Poth

Dazu hatte Altbundespräsident Gauck eine interessante Mwinung. Nach Fukushima entschied die Kanzkerin urplötzlich im Alleingang, die AKWs zu schliessen, deren Laufzeit sie soeben verlängert hatte. Zur Absicherung dieser Wende berief sie ein Ethik Kommittee, das die Begründung dazu liefern sollte, was auch prompt geschah. Das kommentierte damals der damalige Präsidentschaftskandidat Gauck bei seiner Vorstellung vor Wahlmännern in München: Der Ethikrat der Kanzlerin habe gegen die Atomkraft entschieden. Es wäre besser gewesen, der Rat hätte nicht nur aus Pfarrern und Bischöfen bestanden, sondern auch aus Fachleuten, die etwas von der Materie verstünden.. Aber, fuhr er fort, damals rollten ja die Tsunamis die Rheinbene herauf und herunter, weshalb man in unangemessener Eile war. Er hätte hinzufügen können, dass Merkels einsame Entscheidung der CDU bei den kommenden Wahlen in Baden Württemberg helfen sollte. Vergeblich, Kretschmann war die Folge.

Georg Konrad | Fr, 5. April 2019 - 01:47

Es erstaunt mich sehr, dass in diesem Magazin einer derart ignoranten Darstellung der Kernenergie ein Podium geboten wird, während sich seit nun mehr über acht Jahren seit dem letzten Supergau ungehindert unbekannte Mengen an höchst toxischen und radioaktiven Stoffen in die Umwelt (Japan/Pazifik) ergießt.
Dieser Unfall ereignete sich nicht in einem Entwicklungs- sondern in einem Hochtechnologieland Japan. Noch sehen sich die japanischen Ingenieure nicht im Stande den unvermindert fortgesetztem Austritt radioaktiver Stoffen Einhalt zu gebieten, weder Mensch noch Maschine ist es möglich, den Reaktorkern zu bergen und zu "entsorgen".
Insofern ist es aberwitzig diese Technologie mit konventioneller Stromerzeugung zu vergleichen. Vielleicht möchte die Autorin selbst die Schaufel in die Hand zunehmen und zeigen, wie sich die Folgen von Tschernobyl und Fukushima beseitigen lassen.
Sonne und Wind wären längst grundlastfähig, bei Umwandlung der elekt. Energie in Wasserstoff!!!sein

Leider hat Herr Konrad Recht mit seinem Erstaunen, dass in diesem Magazin einer solchen Darstellung der Kernenergie ein Podium geboten wird. In den deutschen Medien wird sonst nur eine extrem einseitige Sicht auf die Kernenergie verbreitet, aus der offensichtlich Herr Konrad sich seine Meinung gebildet hat. Deshalb vielen Dank CICERO dass Sie einen echten Diskurs über dieses Thema ermöglichen.

im Gegensatz zu meinem Namensvetter stimme ich Ihnen Herr Große vollends zu. Die absolute Sicherheit gibt es für nichts auf der Welt. Von allem kann Gefahr ausgehen. Die größte Gefahr ist nicht das AKW selbst, sondern die einseitige Meinungsmache und fehlende inhaltliche Aufbereitung des Themas, weil inzwischen die "Experten" der Grünen übernommen haben. Es kommen mehr Menschen im Straßenverkehr um, bei häuslichen Unfällen, als bei Flugzeugabstürzen oder eben durch Unfälle bei AKW's. Das macht die AKW's nicht sicherer, relativiert aber u.a. die Gefahrendarstellung. Deshalb ist es wichtig, das eine Frau Wendland und ihre Unterstützer genauso zu Wort kommen, wie die vermeintlich AKW-Gegner. Das ist aber in allen Themenbereichen inzwischen das Problem und deshalb sehe ich den Verlust der Demokratie kommen, wenn weiterhin keine sachliche und fachliche Informationspolitik und Diskussion stattfindet, sondern ideologische Bevormundung die Menschen lenken soll. Weiter so Frau Raß.

Lieber Herr Konrad
Unsere Regierung plant gerade nach dem Atomausstieg den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Ersetzt werden sollen meines Wissens Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke (wird nur nicht so publik gemacht). Die haben einen geringeren CO2-Ausstoß (kosten allerdings Geld). Dafür musste Nord-Stream 2 kommen. Die CO2-freie Stromversorgung (aus Sonne und Wind) ist bei unserem Bedarf in diesem Land nicht möglich. Erst recht nicht, wenn wir auch unsere Mobilität großzügig elektrisieren.
Wasserstoff lässt sich durch Strom aus Sonne und Wind gewinnen. Allerdings ist die Frage: Wie hoch ist der Wirkungsgrad einschließlich Rückumwandlung in Strom? Wo stehen die Wasserstoffspeicher? Wer gewährleistet die langfristige Sicherheit der riesigen Behälter mit diesem reaktionsfreudigen Gas? Ich möchte so ein Ding genauso wenig in meiner Nähe haben wie ein Atomkraftwerk.

Industrienation Japan: Weltweit gibt es etliche Reaktorbauer, die jeweils eine eigene Sicherheitsphilosophie haben. Die deutsche Sicherheitstechnik ist auf der Erde absolut als führend anerkannt. Wir hatten vor Jahren Techniker und Wissenschaftler eines japanischen Herstellers zu einem längeren Symposium in D mit dem Resultat, dass zwar die Exzellenz deutscher Sicherheitstechnik bejaht, die Kosten dafür jedoch als inakzeptabel hoch betrachtet wurden. Damit kam es nicht zu einer ursprünglich beabsichtigten Kooperation!

Das Lächerliche dabei ist, dass man KKW mit deutscher Sicherheitstechnik in D abschaltet, während Kraftwerke in Nachbarländer mit tw. fahrlässiger Sicherheitstechnik fröhlich weiterlaufen. Ob diese Logik (?) darauf beruht, dass im Falle eines unkontrollierten Nuklearunfalles (an den ich schlichtwegs nicht glaube!) eventuell austretende Radioaktivität an der deutschen Grenze haltmacht?

Dr. Steger. Glauben Sie dass die Ausstösse der dt. Kohlekraftwerke an der D/F Grenze halt machen ? Sie töten jedes Jahr. Aber lautlos.

Lieber Herr Konrad,
der wesentliche Radioaktivitätsbeitrag auf der gesamten Erde kommt aus dem Boden. Das ist sowohl bei uns so als auch auf dem Meeresboden.
Demgegenüber ist ein Eintrag von zusätzlicher Aktivität durch einen Reaktorunfall wie in Fukushima bereits in einem Abstand von ca. 50 m von der Küste entfernt eine nicht mehr messbare Größe.
Ich hätte kein Problem damit, dieses Wasser zu trinken, denn meine radioaktive Belastung durch Medizin, Bergwandern, Skifahren, Fliegen usw. ist um Größenordnungen höher!
Lassen Sie sich einmal Ihre häuslichen Wände vermessen und Sie werden erschrecken, welche Aktivitäten Sie in Ihren Zimmern vorfinden: Radioaktivität aus den Baumaterialien, bspw. von Kalium-40.

Also bitte vergessen Sie doch Ihre von Ideologie geprägten Bedenken, sondern informieren Sie sich objektiv über Radioaktivität und ihre Wirkung in der und auf die Umwelt!

es abzuduschen, wenn es draussen gespielt hatte, keine im Wald gesammelten Pilze zu essen etc.
Herr Prof. Lesch rät, Wissenschaftlern zu glauben.
Also Fukushima lag nicht 50 km entfernt.
In manchen Ländern bedeuten 50 km ein kleines Stückchen Wüste.
Das sieht doch im dicht besiedelten Deutschland etwas anders aus.
Und wenn dann kein Platz ist, auszuweichen?
Auf das Weltmeer gesehen verteilt sich vieles.
Was ist bei einer 1:1 Millarde möglichen Explosion, die bei genau 10 geschieht?
Aber Sie haben recht, unser Augenmerk sollte auch unserer unmittelbaren Umgebung dienen und allen guten Ideen, unnötige Gefahren zu minimieren.
Witzigerweise hat genau die Serie "Die Simpsons", die evtl. sogar erfunden wurde, die Ängste vor Radioaktivität zu senken, er schmeisst doch mal gerne strahlende Stäbe weg, bei mir aber dazu geführt, dass ich mir nun Katastrophen am laufenden Band vorstellen konnte, die Simpsons sind schliesslich eine Familie wie Du und ich oder die Nachbarn.

Sie dürfen davon ausgehen, dass hinter der Verteidigung der Nuklearenergie durchaus egoistische Gründe liegen. Billig soll's sein, und da ist man dann durchaus auch bereit, eine Energieart zu akzeptieren, der nicht einmal glühendste Anhänger ein Restrisiko absprechen - Hauptsache natürlich, der Reaktor steht nicht vor der Haustür. `Überhaupt laufen im benachbarten Ausland ja überall AKWs, die technisch den deutschen "weit unterlegen sind...". Die Debatte erinnert an die Auseinandersetzung um Rüstungsexporte: Wenn bei uns infolge moralischer Bedenken Zurückhaltung gefordert wird und Arbeitsplätze in Gefahr sind, verweist man auf waffenhandelnde Franzosen und Briten, die weniger "realitätsfern" als deutsche Gutmenschen seien.
Hinzu kommt natürlich, dass die Ablehnung der Atomenergie ein Markenzeichen der Grünen ist. Und diese halten viele "Atomkraftfreunde" ja für noch gefährlicher, als radioaktiven Abfall.

Sehr geehrter Herr Konrad, dass man aus überschüssigem, von WKAs erzeugtem
Strom, Wasserstoff herstellen kann wird schon länger diskutiert. Dass man das
noch nicht getan hat liegt an den enormen Kosten dieser Herstellungsart, die
nicht wettbewerbsfähig zur üblichen Herstellung von Wasserstoff ist. Genau so
ist es mit der Entsalzung von Meerwasser zu Trinkwasser. Das dazu nötige Osmose-
Verfahren ist zu teuer und daher unwirtschaftlich.

Landschaften nachhaltiger klimatisch verändern?
Dazu muss man in der Sahara nicht gleich Kastanien pflanzen.
Hatte ich es nicht bei Lesch gesehen, es gibt Pflanz-experimente?
Das Wasser dazu kann man doch in Europa gegen Öl tauschen?
Ich bin es bestimmt nicht, aber wenn sich einmal Intelligenz mit diesen Problemen befasst...
Ich schaue es mir dann gerne an.
Der Mensch verändert eben nicht nur wie der Biber Landschaften, er kann es auch abseits seiner unmittelbaren Bedürfnisse.
Der Süden Europas braucht doch auch Wasser?
Gestern wurde auf Phoenix die Schönheit der schottischen Highlands angepriesen, die früher einmal bewaldet, dann abgeholzt wurden.
Da blieb mir doch der Mund offen stehen.
Ich hatte es immer ein bisschen kahl gefunden...

Norbert Heyer | Fr, 5. April 2019 - 03:30

Ohne Energie aus Kohle, Braunkohle, Öl, Gas oder Atom kann unsere Lebensweise nicht erhalten bleiben. Strom aus Wind, Sonne und Wasser ist - naturbedingt - nicht im erforderlichen Umfang und zu jeder Zeit verfügbar. Das sind die Fakten. Diese Tatsache ist in Deutschland leider nicht diskutierbar. Ein Atomunfall aufgrund eines Erdbebens in Japan führt hier zu einer Energiewende mit horrenden Strompreisen für Privathaushalte. Wir zahlen im Schnitt mehr als doppelt soviel wie in anderen Ländern. Eine instabile Energiesicherheit führt automatisch zur Abwanderung der auf Kontinuität angewiesenen Industrie. Gleichzeitig wird das Auto verstromt und wird damit in stark ansteigendem Maße auf Stromleistung gerade nachts angewiesen sein. Hier offenbart sich, wie stark die vorherrschende Ideologie eine realistische Einschätzung verhindert. Energiesicherheit kann nur erreicht werden durch sichere Energieträger im eigenen Land. Nur ein großer Störfall kann hier noch ein Umdenken bewirken, leider ...

Dieter Erkelenz | Fr, 5. April 2019 - 07:26

Endlich scheint in all der Hektik wieder so etwas wie Vernunft einzukehren. Frau Wendland ficht einen heldenhaften Kampf gegen den Gesinnungsterrorismus. Ob das gut geht? Ich jedenfalls drücke ihr die Daumen!

Ernst-Günther Konrad | Fr, 5. April 2019 - 09:57

der Grünen. Jedes Kind lernt in Physik das Strahlung natürlich in bestimmten Umfang, Dauer und Größe gefährlich ist. Das bestreitet doch kein normal denkender Mensch. Das niemand in Kühlwasser badet ist u.a. zwingende Logik. Nur ist Geschäftsmodell der Grünen, die sonst nichts anderes hat außer Umwelt - solange es ihnen nützlich erscheint - nach allen Facetten der Kunst apokalyptisch böse zu reden. Das Frau Wendland in der eigenen Partei Spießruten läuft ist doch klar. Das rüttelt jemand mit Wissen und Erfahrung am Umweltzaun, der aus Papier besteht und droht einzureißen. Also ist es besser niemand an den Zaun zu lassen, soll heißen, bloß nicht inhaltlich wissenschaftlich auseinandersetzen. Wenn Grüne etwas als umweltgefährlich einstufen, dann hat das so zu sein, sie sind ja die Umweltaktivisten.
Sie arbeiten mit Unwissen und Angst, rekrutieren so Angstwähler, die es nicht interessiert, wie dies technisch dauerhaft erwirtschaftet werden kann und ob die Szenarien überhaupt stimmen.

helmut armbruster | Fr, 5. April 2019 - 11:14

und es wird überall benutzt und eingesetzt. Dabei vergessen die Mächtigen, dass die Gedanken frei sind, siehe das gleichnamige deutsche Volkslied, auch aufgegriffen von Schiller in seinem Don Carlos mit, "Sire, gebt uns Gedankenfreiheit".

Jürgen Lehmann | Fr, 5. April 2019 - 14:40

Das Thema ATOMSTROM müsste eigentlich heißen KERNKRAFTSTROM. Das Wort ATOM hat einen negativen Anstrich bekommen.
Wir benötigen einen angstfreien Umgang mit der Kernenergie – wie auch Frau Wendland erwähnt.

Fotovoltaikanlagen sind letztendlich nur einsatzfähig durch die Umsetzung von KERNFUSIONEN unserer Sonne, wenn auch Teile der Kirche von einer göttlichen Gabe sprechen.
Wirtschaftlich betrachtet ist diese Technik in unseren Breitengraten kaum als alternative Lösung zu betrachten.

Die Strahlung aus Kernkraftwerken ist z.B. geringer als in manchen Gebirgsgegenden aus der Natur.
Der Ausstieg aus der Kernkraft war auf alle Fälle zu früh und entstand nur aus dem Kalkül des politischen Stimmenfanges.
Fukushima als Grund für einen Ausstieg zu nennen ist Unsinn, hat jedoch zu einer gewaltigen Verunsicherung der Bevölkerung geführt.

Unsere Nachkommen werden es noch bedauern, dass wir die Kernkraftforschung vernachlässigt haben.

Dr. Georg Steger | Fr, 5. April 2019 - 17:59

Fukushima liegt nicht in Deutschland!
Ein Naturereignis wie in Japan ist in D nicht möglich: Japan liegt in einem erdbebengefährdeten Gebiet, wir auf einer relativ stabilen Scholle: weder ein Tsunami noch ein Erdbeben würde daher die deutschen Kraftwerke gefährden können.
Nichtsdestotrotz: Sollten Ideologen die Sicherheit hinterfragen wollen, dann bitte auch die Tatsache, dass wir im erdbebenaktivsten Gebiet Deutschlands (oberrheinischer Graben) die größten Chemieanlagen und etliche Biochemieanlagen stehen haben, deren Zerstörung D und weite Teile Europas vermutlich unbewohnbar machen würde.
Die Kernkraft-Hysterie der Deutschen ist eine der Hysterien, die nur hier möglich sind (“German Angst”)
Ich kann das nur so sehen, dass ein potentiell möglicher Unfall (und sei die Statistik noch so gering dafür) von den deutschen KKW-Gegnern “privatisiert” wird ("bitte nicht bei uns!"), während
die unabwendbare Folge des CO2-Ausstoßes über die gesamte Erdbevölkerung "sozialisiert" wird.

vorschriften, unserem Know How etc, kann vieles abgefangen werden.
Ich war zufrieden mit dem Kompromiss von Rot-Grün.
Gab es dann nicht einen gloriosen Ausstieg aus dem vereinbarten Ausstieg, vorangetrieben von Frau Dr. Merkel, weshalb die CDU wahrscheinlich auch nicht wenige Stimmen bekam, was wiederum intellektuelle Frauen nicht hinderte, Merkel zu wählen, weil sie eine Frau war?
Diese Art von Gehirn-Akrobatik scheint mir eine ohne Netz.
Als dann Fukushima geschah, hörte man von dieser Kanzlerin, ich hoffe, ich sage nichts Falsches, in etwa, sie habe noch einmal neu nachgedacht.
Fertig war der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg.
Ich gebe zu, dass ich mich vor Frau Dr. Merkel "fürchte", dem was sich legitimiert Wissenschaft nennen darf.
Rechnen Sie doch einmal hoch, was in ganz kleinem Massstab in Staufen im Breisgau geschieht. Der Boden bläht sich auf, weil man an eine kleine Sache nicht gedacht hat.
Dies möglich im alternativen Milieu.
Genies sind nicht Alltag

Dr. Georg Steger | Fr, 5. April 2019 - 19:01

Liebe Frau Wendland, ich kann Ihre Erfahrungen gut nachvollziehen. Diskussionen über die Kernkraft laufen eigentlich immer über vorgefertigte "Sprachhülsen" ab. Fundierte Antworten will man vielfach gar nicht hören!

Irgendwann war ich es leid über Kernkraft zu reden und habe deshalb eine Broschüre für meinen Bekanntenkreis verfasst, in der ich wesentliche Grundlagen zur Kernkraft beschrieben habe (z.B. Nutzen und Gefahren von Radioaktivität in unserer Gesellschaft, Endlagerung, Vorkommen von Radioaktivität etc.).

Interessant ist das Resultat: viele Adressaten hatten aha-Erlebnisse über Dinge, die ihnen bisher nicht vermittelt und die bewusst verschwiegen wurden, etliche Adressaten (meist direkt bei den Grünen engagiert), wollten die Aussagen aus ideologischen Gründen nicht verstehen um ihr Weltbild nicht zu zerstören!
Dass dabei auch langjährige “Freundschaften” auf der Strecke blieben, konnte ich bei solcher ideologiebedingten Ignoranz leicht verkraften!

Wolfram Fischer | Sa, 6. April 2019 - 09:21

Frau Wendland hat meine höchste Anerkennung. In all den infantilen Wirrnissen endlich eine vernunftgeleitete Analyse unserer Energieerzeugung.
Ich werde nämlich wahninnig ob der sonst auf mich hereinprasselnden Ignoranz auf nicht überbietbarem Niveau!
Grundlage unseres Wohlstandes sind unsere Köpfe, genau: technischen Köpfe und die Industrieprodukte, die daraus entstehen. Das braucht Energie. Was tun wir: Kernenergie = böse => abschalten. Fossile Energieerzeugung = CO2 => abschalten. Richten sollen es die "Erneuerbaren" Wind Wasser Sonne... ungeachtet der Probleme: Unsichere Versorgung, immer mehr Backups im Hintergrund, Flächenfraß, massenhaft Vogel- und Insektemord (Wind-, Biomasse- (=Mais!), ...)
Und das in Kombination mit massenhafter Elektrifizierung des Verkehrs, also massiv steigendem Strombedarf mit Akkutechnologie, die für sich allein nach heutigem Stand ein Ökodesaster sind. Aber alles wird gut, wenn man in die Medien schaut... Das bereitet mit körperliche Schmerzen...

Lisa Werle | Sa, 6. April 2019 - 12:47

, dass darüber die gesamte Presse bisher kein einziges Mal berichtet hat - oder ich habe all das übersehen. Vielen Dank, Frau Wendland!! Ich werde alles tun, um Sie und Ihre Anliegen zu unterstützen.

Christoph Kuhlmann | Sa, 6. April 2019 - 14:34

Kernenergie ist einfach ahistorisch. Auf einem Kontinent, der auch in den letzten Jahrtausenden zahlreiche Kriege erlebte ein Kernkraftwerk zu bauen ist bestenfalls der Beleg für den Begrenzten Horizont gesellschaftlicher Entscheidungsträger. Niemand kann die Sicherheit einer technischen Anlage für mehr als ein par Jahrzehnte garantieren, weil niemand den Frieden über diesen Zeitraum hinaus garantieren kann. Die einzigen, die sich professionell mit Risikoabschätzung beschäftigen sind die Versicherungen. Die ach so günstige Kernenergie. wäre nämlich unbezahlbar, wenn man den Betreibern nicht einfach Haftungsobergrenzen in Höhe von ein par Milliarden Euro zugestehen würde. Müssten die Versicherungen den potentiellen Gesamtschaden abdecken würde vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Schadensseintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe auf der ganzen Welt kein einziges Atomkraftwerk arbeiten, da die Versicherungsbeiträge einfach nicht zu finanzieren wären.

Hermann Geisbusch | Sa, 6. April 2019 - 14:46

Immer wieder taucht in Zeitungsbeiträgen die Wörter "Deutsche Schuld" auf. Begibt man sich aber mal auf die Suche danach und liest Bücher renommierter englischer und australischer Autoren, sieht das alles ganz anders aus. Bücher von Christopher Clark, Jim Macgregor / Gerry Docherty und Gerd Schulze-Rhönhof oder James Bacque und Andreas von Bülow geben in ihren Büchern die Quellen ihrer Aussagen an die jedermann studieren kann wenn er will. Uns Deutschen einen Schuldkomplex einzureden um uns zu melken, das steckt dahinter. Betrachtet man das Verhalten der d. Politiker der Vergangenheit hat man den Eindruck dass sie sich treudoof verhalten haben und über den Tisch gezogen wurden. Aber lesen sie selber und recherchieren Sie die in den Büchern angegebenen Quellen.

Helmut Bachmann | Sa, 6. April 2019 - 21:15

Tolles Interview. Nur mal ganz am Rande: das was Frau Wendland beschreibt, ist eben doch mit "Schuldkult" sehr gut beschrieben. Auch wenn der Begriff von Rechts kommen mag. Das schlechte Gewissen ist (seit der Einführung der christlichen Religion?) ein super Machtinstrument über die Massen. Gerade das obrigkeitshörige D ist hier wohl Spitzenreiter. Nicht erst seit dem 2.WK.

Franz Kiessler | Di, 9. April 2019 - 14:12

Bewunderung für Frau Wendland zu ihrem Mut. Was sie schreibt deckt sich mit meinen Erfahrungen: für die meisten Leute ist das Thema Kernenergie ein Tabu, und deshalb kennt man sich nicht aus. Die Grünen haben ganze Arbeit geleistet. Kernkraft wird als Teufelszeug angesehen. Ich bin Ingenieur und habe fast 40 Jahre in diesem Metier gearbeitet. Sachlich liegt Frau Wendland absolut richtig: Kernkraft ist eine der ungefährlichsten Enegieformen überhaupt, wenn man sich die letzten 50 Jahre anschaut. Und CO-2-frei ausserdem. Kraftwerke (KKW) haben eine lange Lebensdauer (40 bis 60 Jahre) und alle Anlagen die bis jetzt zu Bruch gegangen sind (TMI, Tschernobyl, Fukushima), waren 1. Generation. Die neuesten deutschen KKW wurden unter Berücksichtigung extremer äußerer Einflüsse (EVA = Einwirkung Von Aussen) gebaut. Und die schalten wir ab! Das ist ein echter GAU (= Grösster Anzunehmender Unsinn). Ausserdem: Energie ist nicht regenerierbar. Verbraucht ist verbraucht! Regenerative Energie = GAU

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