Tag der deutschen Einheit - Ein Fest der Demokratie und ein paar Dutzend Vollidioten

Auch wenn man sich für manches schämt: Gerade am Tag der Deutschen Einheit gehören Gegendemonstranten, Zwischenrufe und Pöbeleien dazu. Sie stehen für Demokratie, Rechtsstaat und Meinungsfreiheit

Plakat von Pegida Demonstranten am Tag der Deutschen Einheit mit dem Schriftzug "Merkel muss weg"
Protest in Dresden: Solche Tage muss Deutschland aushalten können / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Seils war Ressortleiter der „Berliner Republik“ bei Cicero bis Juni 2019. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

So erreichen Sie Christoph Seils:

„Merkel muss weg“, haben die Demonstranten also gerufen oder: „Haut ab.“ Und schon waren ein paar geladene Gäste in Dresden am Montag ein wenig verschnupft. Gepfiffen habe die Demonstranten und lautstark geschimpft. Auch ziemlich widerliche Worte waren dabei und ein Goebbelszitat auf einem Plakat. Und schon stehen ein paar Fragen im Raum: Ja, sind die Ostdeutschen denn undankbar ob der Deutschen Einheit? Wissen die denn nicht mehr, wie es vor drei Jahrzehnten in Dresden ausgesehen hat? Dürfen die einfach die Einheitsfeier stören, am deutschen Nationalfeiertag?

Angemessener als ein steriler Festakt

Um es kurz zu sagen: Sie dürfen. Sofern die DDR-Bürger vor 27 Jahren tatsächlich auf die Straße gegangen sind, weil sie für Demokratie, Rechtsstaat und Meinungsfreiheit eintreten wollten, dann ließe sich sagen, die Deutsche Einheit ist bei ihnen angekommen. Auch in Dresden. Ein Nationalfeiertag mit Festakt und Gegendemonstranten, mit Zwischenrufen und Pöbeleien ist einer selbstbewussten Demokratie allemal angemessener, als ein steriles Fest mit inszenierter Fröhlichkeit, blumigen Ansprachen und Demonstrationsverboten. Das gilt selbst dann, wenn sich Randalierer unter die Demonstranten gemischt haben und die Wut an manchen Stellen in Hass umgeschlagen ist.  Das gilt selbst dann, wenn man sich schämt, angesichts von Menschen, die einen farbigen Kirchenbesucher mit Affengeräuschen demütigen und „abschieben, abschieben“ skandieren.

Natürlich müssen sich Politiker fragen, woher kommt der Hass. Es lohnt sich darüber zu räsonieren, warum eine reiche Gesellschaft wie diese derart auseinanderdriftet. Natürlich kann man zudem ernsthaft daran zweifeln, ob jeder Gegendemonstrant in Dresden anderen gegenüber jene demokratische Größe aufbringen würde, die diese liberale Gesellschaft ihnen zuteil kommen lässt. Natürlich kennt Toleranz auch Grenzen und über diese Grenzen muss sich das Land immer wieder verständigen. Fremdschämen hilft dabei im Übrigen.

Solche Tage muss das Land aushalten

Und natürlich könnte die eine oder andere öffentliche Äußerung vom Montag ein Fall für den Staatsanwalt sein. Über die Frage, wo die Meinungsfreiheit endet und die strafbewährte Beleidigung beziehungsweise der Aufruf zu Straftaten anfängt, darüber hat das Bundesverfassungsgericht ausführlich Recht gesprochen. Aber trotzdem muss dieses Land Tage wie den gestrigen aushalten.

Es hilft allerdings, die Dinge ein wenig zurechtzurücken. 450.000 Menschen haben in Dresden am Montag den Tag der Deutschen Einheit gefeiert, Bundestagspräsident Norbert Lammert hat beim Festakt in der Frauenkirche eine große Rede gehalten. 5.000 Unzufriedene waren dem Aufruf einer rechtsextremen Bürgerbewegung gefolgt. Ein paar Dutzend Vollidioten sind so ausfällig geworden, dass man kotzen möchte. In diesem Sinne waren die Einheitsfeierlichkeiten in Dresden ein gelungenes Fest der Demokratie.

Albert Keller | Di, 4. Oktober 2016 - 15:33

schöne Überschrift. Fragt sich jetzt nur, wer wer war...

Engelbert Dechant | Di, 4. Oktober 2016 - 18:22

In reply to by Gast

Wer so die Demokratie mit Füßen tritt, wie Frau Merkel, darf sich über Widerstand nicht wundern. Dass gerade in der DDR die Wut kocht, wenn nach Jahrzehnten der SED-Diktatur nun die "Landsleute" Merkel und Gauck solchen Verrat an der Demokratie üben, ist nur allzu verständlich und richtig!

Max Hoffmann | Mi, 5. Oktober 2016 - 17:57

In reply to by Gast

Schöne Frage. Meiner Meinung nach saßen die Vollidioten drinnen. Es gibt übrigens eine historische Parallele zu Dresden: am 7. Oktober 1989 verbarrikatierten sich Honecker und seine Getreuen im Palast der Republik, um sich und das Regime zu feiern, während draußen "die Idioten" ihren Unmut freien Lauf ließen.. Wer will, kann das Menetekel an der Wand erkennen.

Günther Dilger | Do, 6. Oktober 2016 - 10:49

In reply to by Gast

War auch mein erster Gedanke. :-)

Arndt Reichstätter | Di, 4. Oktober 2016 - 15:54

Politiker brauchen sich NICHT fragen, "woher der Hass kommt".

Politiker sollen uns dienen. Und nicht erziehen.

Journalisten sollten sich das fragen.

Würden sie das, dann gäbe es - z.B. in diesem Magazin - wenigstens ab und zu Gastbeiträge von oder Hinweise auf Meinungen von Andersdenkenden, angeblichen Rechtsradikalen oder Verschwörungstheoretikern.

Ein Andersdenkender könnte schreiben, dass wir uns mitten in einer großen Spekulationsblase befinden, und wir bei weitem nicht so "reich" sind, wie man uns einredet.

Ein Rechtsradikaler könnte dann anführen, dass er sich radikalisieren muss, wenn man die Flüchtlingshilfe nicht privatisiert, weil er sonst weniger Geld für seine eigenen Nachkommen zur Verfügung hat und niemand das Recht hat, ihm dieses Geld wegzunehmen.

Ein angeblicher Verschwörungstheoretiker könnte anführen, dass der US-Imperialismus ein wesentlicher Verstärker für die Massenmigration ist und westliche Kriegsverbrecher vor Gericht gehören.

Detlev Bargatzky | Di, 4. Oktober 2016 - 16:14

Danke für den Kommentar. Einige Medien scheinen ja mittlerweile jeden Massstab zu verlieren.

Diese "Empörung" von Montag ist m.E. nur eine Medienkampagne, die inszeniert wird, weil die Bundeskanzlerin der Journalisten- und Verlegerherzen, St.Angela mit ihrer Politik viele Menschen in diesem Land einfach nicht mehr überzeugt und sogar (hör- und lesbar) gegen sich aufbringt.

Das haben auch andere Kanzler vor ihr geschafft. Aber: früher haben sich nicht grosse Teile der Presse unisono vor/hinter Kohl, Schmidt, Strauss etc. gestellt und die Kritiker/Demonstranten gemeinsam beschimpft.
Die Diskussionen über ihre Politik mussten diese Kanzler selbst leisten. Wer da nicht überzeugen konnte, musste halt gehen.

Die aktuellen Diskussionen, die eine BK Merkel leisten müsste, aber aus rhetorischen Defiziten heraus verweigert, übernehmen willfährige Journalisten.

Und das ist schlecht für das Amt und für dieses Land.

Reinhard Oldemeier | Di, 4. Oktober 2016 - 16:15

Die Eliten haben nichts verstanden, als Sie ihren Nationalfeiertag am 3.10 feierten. Man fuhr wie einst Erich Honneker in dicken gepanzerten Limousinen vor, entstieg Ihnen und verschwand in die Sämperoper. Die Reden waren tragend und die Medien berichteten über den Augenblick. Das Volk war nicht geladen und das sollte nachdenklich stimmen. Statt dessen speiste man das Volk mit Würstchen und ein paar Gauklern, die für Stimmung sorgen ab, wie im alten Rom. Aber dieses Jahr ging der Plan nicht auf . Die Wenigen die es wagten den Kopf aus der Tür zu stecken bekamen eine Husche des Volkszorns ab.
Aber ist es nicht so, dass der Osten sich die Demokratie sich erkämpft hat und der Westen sie geschenkt bekommen hat. Denn der Osten hat wesentlich feinere Antennen, wenn etwas faul ist. In Tichys Einblick Deutschland wandert in die BRD ein von Herr Fritz Georgen wird schön beschrieben was der eigentliche Beweggrund für die Unruhe am Nationalfeiertag waren. Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten

Herbert Trundelberg | Di, 4. Oktober 2016 - 16:17

zwar nicht gefeiert und würde auch mit den Herrschaften die sich selbst beweihräuchern nie feiern wollen. Diese die sich da selber Feiern haben aus Deutschland eine Bananenrepublik gemacht die Despoten und Diktatoren in den Hintern kriechen. Man lässt sich von diesen als Pack beschimpfen obwohl ein Jeder weiss wo dieses Pack zu Hause ist. Ich will mich zu Wort melden dürfen, wenn ich schon gezwungen werde mich bezüglich dieser Volksverräter schämen zu müssen gegenüber unseren aller Nachbarn. Die Herrn Asselborn, Junker aus dem Steuerhinterzieherparadies nehme ich vorsorglich heraus.

Gerdi Franke | Di, 4. Oktober 2016 - 16:26

Und was hat diesem Herrn denn so auf den Magen geschlagen? Die Kritik an seiner Kanzlerin? Die Kritik an der Politik allgemein? Seine ziemlich starke Redewendung ist nicht zu begründen mit ein paar ausfällig gewordenen "Vollidioten". Aber vielleicht gehören solche Begriffe inzwischen standardmäßig in politische Berichterstattungen?

Ich weiss Ihre Meinung ist genau so Alternativlos wie die der BK und ihrer Vasallen. Da gibt es nichts zu diskutieren, denn welches alternativlos und systemrelevant lässt andere Meinungen nicht zu. Dies bedeutet Diktatur und dies hat sie nun einmal gelernt und gezeigt mit dem Eliminieren von anders Denkenden in der Partei.

Gudrun Philipp | Di, 4. Oktober 2016 - 16:32

und ein paar Dutzend Vollidioten muß eine Demokratie aushalten, Herr Seils, ich gebe Ihnen Recht. Das Dümmste, was unsere Politiker in oder nach einer solch aufgeheizten Stimmung tun können, ist, diese Demonstranten in eine ultrarechte Ecke zu drängen. Seit den großen Migrantenströmen des vergangenen Jahres nehmen die Ängste in der Bevölkerung deutlich zu, und wenn Politiker sich in der Regel über diese Ängste hinwegsetzen, dann fühlen die Menschen sich in ihren Ängsten nicht verstanden und auch nicht ernstgenommen. Dieses Versagen der Volksvertreter wird dazu führen, daß das Heer der Protestierer zunimmt und nicht nur auf Dresden bzw. den Osten Deutschlands beschränkt bleibt. Hat die Kanzlerin, die Respekt einfordert, ihrerseits die Befindlichkeiten vieler Deutscher und auch vieler Europäer respektiert? Respekt ist auch keine Einbahnstraße. Das wird leider von unseren jetzigen Politikern vergessen.

"Respekt ist keine Einbahnstrasse". Das ist genau der Punkt. Wo bitteschön zeigen unsere lieben Politiker Respekt vor ihrem Volk?
Eine Frau Roth stellt sich vor die Demonstranten und sagt "Oh Herr, lass Hirn regnen", was ja soviel heißt, wie "ihr seid alle Vollidioten" (was nebenbei gesagt offenbar auch der Meinung von Herr Seils entsprecht). Muss man sich da noch wundern? Politiker, die ihr Volk beschimpfen und verleumden. Hallo? Gehts noch?

Sehr geehrte Frau Philipp,
hat die Kanzlerin wirklich Respekt eingefordert?
Wenn ja, ist das ein weiteres Armutszeugnis, das sie sich da selber ausstellt, aber darin ist sie ja ohnehin ungekrönte Meisterin.
Ich habe gelernt, dass man sich Respekt verdienen muss. Und den Respekt hat ein Helmut Schmidt sicherlich für sich in Anspruch nehmen können, weil er stets in der Lage war differenziert über den Tellerand schauend als Lotse dieses Land führend, eine gute anständige Arbeit geleistet hat. Mit Valéry Giscard d´Estaing hat er für ein friedliches Europa viel beigetragen. Das war ein Staatsmann, das war ein Weltstaatsmann. Ich weiss wer vergleicht verliert. Aus meiner Sicht ist ein Vergleich zwischen H.S und der Taktiererin unzulässig. Wer Respekt für seine Leistung einfordert, der muss auch etwas geleistet haben. Ein wünschenswerter respektvoller Umgang miteinander ist nicht mehr möglich, dazu ist es zu spät, längst hat die Verachtung Einzug gehalten.

Eugen Weßler | Di, 4. Oktober 2016 - 16:51

Dem Artikel kann man nur zustimmen, was ich vermißt habe, ist der Hinweis, dass dort auch "linke" Gruppen demonstriert haben. Es ist doch schon merkwürdig, dass offensichtlich extremistische Gruppen ständig egal warum "demonstrieren" und dies teils mit Mitteln, die die Grenze des Erlaubten überschreiten.
Die Gewaltexesse dieser "linken" Gruppen nehmen wir einfach so hin, dort finden keine Gegendemonstrationen statt, warum hat man aber solche Ängst vor der derzeitigen "rechten Bewegung "? Es sind nicht die kleinen Gruppen der Neonazis, nein es sind die größere Menge "normaler Bürger", die sich aus einem Grund dieser Bewegung anschließen. Dieser Grund ist schlicht und einfach "Protest !!!". Seit Jahren hört man von den Parteien : Wir haben verstanden? Nein, man hat nichts verstanden . Also bleibt für Verlierer nur noch der Protest. Die Politiker haben Angst um ihre Posten wegen einer starken AFD, also muß man diese Gruppe als "undemokratisch" ablehnen, auch wenn das Volk so wählt.

Frank Goller | Di, 4. Oktober 2016 - 16:56

Alles in schwarz und in den Kirchen ! Aber zur Sache : Die Ostdeutschen und damit meine ich nicht die Pegidaanhänger, sondern alle Bürger die DDR Erfahrung mitbringen, haben sehr gute Antennen dafür, wenn ihre Lebenswirklichkeit nicht mit der Berichterstattung übereinstimmt und ihnen ein A für ein O vorgemacht wird. Die völlig unkritisch gewordenen Medien, die z.T. auf das Niveau von Hofberichterstattung gesunken sind, haben einen grossen Anteil an der aufgestauten "Wut" und Frustration. Die "Nazi-" und "Looserkeule" greift da zu kurz. Wenn die Medien wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren würden und professionell und ausgewogen berichten würden, so wie kritisch zu hinterfragen, anstatt eine Agenda durchzupeitschen, würde dies helfen die aufgerissenen Gräben in diesem Land wieder zu zu schütten!

Ein Punkt, der wohl noch nicht ganz erkannt wurde: es geht bei "den Ossis" bzgl. der Aussage "Deutschland geht es so gut wie noch nie" nicht um die Frage, ob die DDR eigentlich absolut besser war, sondern ob sie absolut schlechter war, als die gegenwärtige Lebensrealität. Und da werden die Rechnungen teils irrational, teils sehr komplex, laufen aber doch auf das Schema hinaus: ich hatte damals zwar die Stasi im Nacken, aber ich hatte eine Arbeit, eine Wohnung und keine Angst vor Altersarmut. Heute habe ich zwar keine Stasi, dafür aber auch keine Arbeit, eine miserable Wohnung und im Alter werde ich wohl aus Mülleimern essen. In so eine Gemengelage eine Aussage mit allumfassendem Anspruch zu machen ("Deutschland (also allen Deutschen) geht es gut/ so gut wie noch nie") kommt dementsprechend mindestens als Zynismus an. Bei "den Ossis" vielleicht aber auch als altbekannte Eigenapologie einer zunehmend überforderten Regierung, die aus Betonköpfigkeit dem Motto "jetzt erst recht" folgt.

Absolut zutreffender Kommentar, Herr Manter-Koller!
Nur ein kleiner Schönheitsfehler: Es gibt heute wieder eine Art Stasi. Nur heißt es heute anders. Und auch deswegen schlägt den Leuten die Zornesröte ins Gesicht.
Hochachtungsvoll
F. Soysal

Sehr geehrter Herr Gollner,
wie ist es möglich, dass Sie in einem Kurzstatement die Lage in Deutschland korrekt analysieren können und die Damen und Herren in den Parteizentralen sind nicht imstande dies auch nur ansatzweise hinzubekommen.

Danke, es tut gut wieder einmal eine neutrale, nüchterne politische Einschätzung via dieses (mir) sehr qualifiziert erscheinenden journalistischen Beitrags lesen zu können. ARD/ ZDF dienten schon immer als Staatsfunk,leider ( .."dessen Lied ich sing.."). Für mich erschreckend war aber der massive "Verfall" der deutschen Presselandschaft bezogen auf Eigenständigkeit in Meinung und Qualität. Eine "Frankfurter Allgemeine" im heutigen Zustand wäre noch vor 10 Jahren undenkbar, und in den 80igern als eine extrem böswillige Prognose angesehen worden. Ich war deshalb vermutlich nicht der Einzige, der im Laufe der Jahre aus diesem Grund Abonnements diverser Zeitschriften und Journale (z.B. auch des völlig verloren gegangenen "Spiegels") gekündigt hat. Quasi "vertrieben" lese ich im WEB nun schweizer und österreichische überregionale Blätter und erfreue mich der der dort (noch) wahrzunehmenden Meinungsvielfalt und Diskussion. Da ist etwas verdammt schief gelaufen in Deutschland seit 1989.

Siegfried Stein | Di, 4. Oktober 2016 - 17:08

... von Herrn Lammert, die er sicher mit seinem Montblanc Füllfederhalter geschrieben hat, den der gemeine Steuerzahler ihm zwangsweise bezahlt hat.

Ist schon tough, wie die Bürger diese Selbstbeweihräucherungsgesellschaft noch aushalten. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind ja schon 200.000 weniger zu den Merkel-Spielen gekommen als erwartet.
Diese wollten damit sicher nur ihre Unterstützung kundtun.
Und über das Abfackeln von Polizeiwagen und den Anschlag auf das Büro von Frau Kudla verbreitet man den Mantel der 'Freundlichkeit'.

Vielleicht waren die fehlenden 200.000 Besucher am Tag der offenen Moscheen in eben diesen.
Ich habe die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung miterlebt. Dass die Menschen aus West und Ost nach so langer Zeit aufeinander zugehen mussten und immer noch müssen, war zu erwarten. Es wird eine Frage der Zeit, der Toleranz und des Verstehens sein.
Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass bei dem ganzen Hintergrund des Tages der Deutschen Einheit am gleichen Tag zu einem Tag der Moscheen in ganz Deutschland aufgerufen wird und unsere Politiker dem zustimmen.

Dannenberg | Di, 4. Oktober 2016 - 17:18

Keine Ahnung wen Herr Seils mit Vollidioten meint. Frau Roth und die Grünen, oder die Antifa? Ich weiß es nicht.
Natürlich könnte die eine andere öffentliche Äußerung ein Fall für den Staatsanwalt sein.
Z.B. die des Berliner Grünen -Politiker Matthias Oomen; dieser schrieb auf Twitter, dass man Dresden mal wieder bombardieren solle. "Do! It! Again!"

Hubert Manter-Koller | Di, 4. Oktober 2016 - 17:19

Ich finde es nicht sehr schön zu beobachten, wie sich der Journalismus immer mehr einer eher gossenartigen Sprache bedient (bzw. der Sprache cdu-interner Querelen...).

Ich stimme aber zu, dass eine Demokratie sowas wie in Dresden aushalten muss und möchte erweitern darum, dass die ausgebuhten Politiker wohl nicht behaupten könnten, mit sowas nicht inzwischen zu rechnen. Sonst würden sie ja nicht doch recht abgekapselt von der Masse feiern, sondern wie einst Herr Kohl mit dieser in deren Bad.

Die Frage nach dem "so reichen Land", in dem verwunderlicher Weise Leute unzufrieden sind, ist aber zu egoperspektivisch gestellt. Ich sage es einmal so: wenn man in immer mehr Schulen von NRW Toilettengeld zahlen muss, da sonst die Sauberkeit leiden würde, so wirkt die Aussage über ein vermeintlich reiches Land schlicht sehr schräg. Den vermeintlichen Reichtum ständig zu betonen, wirkt angesichts solcher Zustände, als wollte man Zucker über Unrat streuen und es dann Festtags-Torte nennen.

Christa Wallau | Di, 4. Oktober 2016 - 17:21

"Ein Nationalfeiertag mit Festakt und Gegendemonstranten, mit Zwischenrufen und
Pöbeleien ist einer selbstbewußten Demokratie allemal angemessener als ein steriles Fest mit
inszenierter Fröhlichkeit, blumigen Ansprachen und Demonstrationsverboten."
Vollkommen richtig, Herr Seils!
Jeder wahre Demokrat sollte sich über
die Lebendigkeit der Szene in Dresden freuen.
Ungestörte staatliche Selbstdarstellungen
(Beweihräucherung!) kennt er doch genügend aus diktatorischen Ländern, wie z.B. Nordkorea oder China.
Eine Gesellschaft, die eine Kanzlerin erträgt (und hoffentlich ohne Totalschaden überlebt), die es mit Recht und Gesetz nicht genau nimmt, wird wohl auch "ein paar Dutzend Vollidioten" aushalten können.
Übrigens: Das "Kotzen", von dem Sie sprechen, Herr Seils, kommt einem Menschen wie mir nicht nur beim Anblick von widerlich pöbelnden Proleten, sondern auch von manchem aalglatten Wichtigtuer im Festtagsgewand, der mit wohlgesetzten Worten den Menschen ein X für ein U vormacht.

Andreas Martin | Di, 4. Oktober 2016 - 17:30

Knapp einhundert Demonstranten. Das wäre vor ein paar Jahren nicht mal eine Randbemerkung wert gewesen...aber, is ja Pegida, is ja Sachsen. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Beide, Land und Pegida, brauchen DRINGEND einen PR Berater .

Karin Zeitz | Di, 4. Oktober 2016 - 23:34

In reply to by Gast

haben sich mit ihren Lärmen und Rufen nicht an political correctness gehalten. Deshalb werden sie als rechtsextrem verteufelt und das Land Sachsen von den Massenmedien an den Pranger gestellt. Gut, dass sich Cicero mit diesem Artikel so wohltuend von den anderen Zeitungen unterscheidet. Ob es einem PR-Berater gelingen könnte, einem nazi-braun geredetem Schaf in den Augen der Öffentlichkeit die natürliche Farbe wiederzugeben, weiß ich nicht. Er müssste außergewöhnliche Fähigkeiten haben.

Cornelius Angermann | Di, 4. Oktober 2016 - 17:45

Ich denke, dass man in voller Absicht diese Feiern nach Dresden verlegt hat. Man konnte sicher sein, dass Pegida auftritt (Montags immer), man konnte des Protestes sicher sein und man vermied damit, solchen Protesten eventuell in einer westdeutschen Stadt zu begegnen. so kann man die Fiktion aufrecht erhalten, dass seien ja "nur" die rechtsradikalen Sachsen, der Rest der Republik sei natürlich FÜR Merkels Politik (da hat ja keiner demonstriert).
Denn es war zu erwarten, dass auch in westdeutschen Städten der Protest gegen Gauck und Merkel signifikant gewesen wäre!

Was den sog. "National"feiertag angeht; der wäre der 9.11. gewesen, der Tag des Mauerfalls! Wurde aber als Feiertag vermieden, weil man nicht den Widerstand gegen die Staatsgewalt verherrlichen wollte! Stattdessen wurde der 3.10.gewählt und für diesen Tag auch der Tag der offenen Moscheen festgelegt, als Verhöhnung Deutschlands und seiner Bürger, denn der Islam hat mit der Wiedervereinigung nun mal gar nichts zu tun!

Ich gebe Ihnen Recht, dass das politisches Kalkül war. Vielleicht haben einige Leute in diesem Land schon seit Jahren den Plan, unser Land schrittweise dem Islam zu übereignen. Vielleicht findet sich nicht nur für den Tag der deutschen Einheit, sondern auch für andere Feiertage, insbesondere die mit christlichem Hintergrund, ein islamisch geprägtes Fest, dass zunächst gemeinsam mit dem christlichen Fest und später ganz allein ohne christliches Fest gefeiert werden kann.

Die Feier zum Tag der Einheit richtet immer das Bundesland aus, von dem der Ministerpräsident auch für ein Jahr der Bundesratsvorsitzende ist.
Das ist z.Z. Tillich aus Sachsen und darum Dresden.

Ich ärgere mich jedes Jahr darüber, dass nicht der 9. November, also der Tag des Mauerfalls, zum Nationalfeiertag gewählt wurde. Selbst der 17. Juni wäre besser gewesen als dieser nichtssagende, sterile 3. Oktober. Da waren mal wieder Feigheit, Duckmäusertum und mangelnder Nationalstolz am Werk.

Günter Schaumburg | Di, 4. Oktober 2016 - 18:35

Nur ein Mosaikstein zur Ferne unserer Politiker zum
steuerzahlenden Bürger: Nach dem schweren Bom-
enanschlag auf eine Dresdener Moschee mit margi-
nalen Schäden besuchte Frau Dr. Merkel den Imam
derselben. Vor wenigen Tagen wurde eine deutsche
Rentnerin in ihrer Wohnung von einem 27-jährigen
Pakistani unter Allahu-akhbar-Rufen ermordert.
Keine Kondolenz der Kanzlerin, keine Lichterkette
der guten Menschen. Wer lenkt denn nun die Ge-
danken des gemeinen Bürgers in ein bestimmte
Richtung?

Nicolas Wolf | Di, 4. Oktober 2016 - 18:49

Politik und Medien haben, insbesondere bei uns Sachsen, schon lange jedes Maß verloren. "Pack", "Dunkeldeutsche", "das sind keine Menschen, das sind Verbrecher" etc. Weiterhin zeigen Politik und Medien (und leider auch sonst weite Teile der Bevölkerung) offene Sympathien für Rechtsbrüche: Hehlerei bei Steuerdaten, abschalten von Atomkraftwerken, Art. 16a GG; aber der Staatsanwalt soll bei "hau ab" oder "Volksverräter" kommen?

Das sind keine Entschuldigungen für andere Entgleisungen, aber mal ganz ehrlich, wenn eins Not tut, dann doch mal das Kehren vor der eigenen Türe.

Und noch was, was soll denn diese Bedingung, ihr dürft Euch beschweren, wenn Ihr vor 27 vor Jahren für das und das demonstriert habt? Ja ich kann es bezeugen: "wir sind das Volk", "wir wollen raus"/"wir bleiben hier" (es gab beides) "Gorbi, Gorbi" und "Freiheit, Freiheit!"; sie wohl nicht, soll ich Ihnen jetzt verbieten, für Ihre Rechte einzutreten, naja noch eine weitere mir jetzt bekannte Form der Logik...

diese Dame im Bundeskanzleramt dient sich ja sogar islamischen Diktatoren an um denen zu gefallen verkauft diese (möchte es nicht aussprechen) sogar Deutsche Staatsbürger. So etwas .... gehört nicht nach Deutschland.

Nicolas Wolf | Di, 11. Oktober 2016 - 18:29

In reply to by Gast

Also ich hab noch kein Preischild an mir bemerkt, von daher keine Ahnung worauf Sie sich beziehen. Merkel muss vielleicht weg, aber mir reicht aus dem Kanzlersamt vollkommen aus...

Christop Kuhlmann | Di, 4. Oktober 2016 - 19:30

Wo stand doch gleich, dass PEGIDA mit Demokratie nichts mehr zu tun hat? Genau in der Zeit. Da fragt man sich natürlich, ob das Verbot von rechten Demonstrationen demokratisch wäre. Wenn man Demonstrationen ausschließlich nach ihrer Gewalttätigkeit beurteilt kommt PEGIDA in der Rangliste ziemlich weit hinten. Wir hatten da schon einen Außenminister, der hat wesentlich rabiater demonstriert. Aber wenn Dresden gestern direkt an die Nazizeit anschließt, wie die Welt behauptet sind natürlich Notstandsmaßnahmen wie die Aussetzung der Demonstrationsfreiheit angebracht. Ehrlich gesagt sehe ich meine bürgerliche Freiheit weniger durch ein paar Rechte bedroht als durch mediale Hetzkampagnen wegen einigen Schreihälsen.

hans jürgen laumann | Di, 4. Oktober 2016 - 19:58

die "Einleitung" ist entlarvend
die Wortwahl steht der, auch von Politikern genutzten Ausdrucksweise nicht nach; es mangelt an Kenntnis von Sprache , Folge - einefehlendeStreitkultur -
(Böhmermann läßt grüssen?)

Dimitri Gales | Di, 4. Oktober 2016 - 21:10

Ich weiss nicht, ob es Hass ist, oder "nur" Wut. Ich meine, die Wut der Leute ist nicht nur das Resultat der Migrantenproblematik, für die Merkel grösstenteils verantwortlich ist, sondern es sind auch die sozialen Spannungen, Zukunftsangst und dergleichen. Zumal die Menschen keine plausible Antwort auf ihre Befürchtungen und Ängste bekommen - bei der Merkelregierung wären sie damit auch an der falschen Adresse. Ausser Kommunikations-Sprech und stereotypen Aussagen gibt es da nichts zu erwarten.

wenn diese Herrschaften dem Bürger sagen würde das mit dem €uro und dessen Rettung, sprich Versorgung der Eliten, der normale Bürger und Arbeitnehmer in die Armut entsorgt wird. Wenn die Blase platzt sind diese Verlogenen Retter in der Versenkung und haben sich mit exorbitanten Pensionen versorgt, welche sicher an die Hyperinflation in Sekundenschnelle angepasst werden.

... oder die sozialen Spannungen, sondern auch, wie sie unsere europäischen Nachbarn behandeln oder wie sie uns ausspähen lassen, wie sie wieder nach Krieg schreien und den Pazifismus der Deutschen umgehen, selbst wie sie "Flüchtlinge" behandeln, bis hin von Türken wirklich auf sie schießen zu lassen ...

Peter Bigalk | Di, 4. Oktober 2016 - 22:26

Sollen die Bürger etwa lachend das Verschleudern der Früchte der Einheit hinnehmen? NEIN!

Dieter Barth | Di, 4. Oktober 2016 - 22:56

Sehr geehrter Herr Seils,

von einem unabhängigem Journalisten erwarte ich vor allen Dingen, dass er sehr kritisch die Leistungen der jeweiligen Regierungen hinterfragt. Wenn im Zusammenhang mit historischen Feiern jedoch die sogenannten politischen Eliten sich selbst feiern und die Wirklichkeit nicht mehr wahrnehmen ist Wut angebracht. Und alles was kritisch ist in die rechte Ecke zu verschieben ist erbärmlich. Können Sie auch nach links sehen?
Kotzen könnte ich übrigens auch, wenn ich sehe was die Merkeljahre mit dem Abnickparlement angerichtet hat.
EURO, Europa, Energie, Atomausstieg, Gender, Willkommenskultur, offene Grenzen, die Öffentlich Rechtlichen, Meinungsfreiheit, Renten usw., usw.
Wenn da nicht Wut angebracht ist, wann denn?

Carola Schmidt | Di, 4. Oktober 2016 - 23:06

wenn auchnur einige Leute ein Spalier bilden und einen "schwarzen" Menschen, der zum Gottesdienst gehen möchte, mit Affenlauten begleiten, wie es berichtet wurde, dann ist das nur noch unsäglich! Bei aller berechtigten Kritik an der gegenwärtigen Politik, das ist nur noch purer Rassismus und Menschenverachtung. Das hat mit lebendiger Demokratie und Steitkultur nichts zu tun, da gibt es nichts zu relativieren. Und ich bin da raus. Mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben, Punkt!

"carola schmidt: nein, es ist ganz schlimm."
ganz so wie sie argumentieren, frau Schmidt, möchte ich das auch tun. als unsäglich empfinde ich es, wenn gäste, die zu einem staatsakt kommen, in einer solch ungezogenen weise bepöpelt werden, wie das in dresden geschehen ist. jeden montag können die unzufriedenen mit unserer politik, mit frau merkel ihren protest rausschreien. wer hat was dagegen? aber am 3. oktober war die grenze des anstands überschritten. und wenn ein pöpler affenlaute hören lässt (sich vor lauter begeisterung für seine abscheuliche tat vielleicht sogar auf seine brust klopft) dann möchte ich auch kotzen. wenn hier alle user sagen, die bekundungen waren richtig, weil frau merkel ja unbelehrbar sei, dann frage ich, was haben die protestierenden erreicht mit ihrem gegröle. darf man das erfahren?

nie erreicht hätten.
Sie haben erreicht, dass sie öffentlich wahr genommen wurden und wir alle jetzt sehen können, wie die Politik darauf reagierte, nämlich konsterniert und beleidigt. Kein bisschen Einsicht seitens dieser emporkömmlichen Politik-Elite, die bisher eine Politik abgeliefert hat, für die sich jeder Fachmann schämen würde. Jede Firma ginge Pleite mit derartigen Mitarbeitern.

Ein Land innerhalb von 10 Jahren so herunter zu wirtschaften wie diese Parteien das gemacht haben, muss man erst mal können. Dahinter muss unendlich viel Hass auf die Bürgerinnen und Bürger stecken und devotes, kriecherisches Verhalten gegenüber den Wirschaftsverbänden und Lobbyisten. Von der Zerschlagung der EU und dem Hass auf speziell die südlichen Länder ganz zu schweigen.
Dass wir alle jetzt sehen, was für eine unfähige, feudalistische Regierung wir haben, haben diese Protestierer fertig gebracht. Dafür kann man ihnen erst einmal nur danken.

wo bitte wird denn oder ist unser land "heruntergewirtschaftet"? ich hätte dazu gerne einen link. seit 1963 lebe ich in stuttgart - noch niemals in all den jahren gab es eine derartig hohe bautätigkeit, straßen- und gehwegeerneuerung wie zurzeit. woher hat denn unser armes, ach so runtergewirtschaftetes stuttgartle die millionen, die diese maßnahmen verschlingen? wo doch alle gelder zu den flüchtlingen fließen? das kindergeld wird erhöht, der hartz-4-satz ebenfalls: hat denn unser runtergewirtschafteter staat das geld dafür? wo doch die flüchtlinge ...
sind sie denn selber am verhungern? weil die flüchtlinge ... oder können sie auch positives posten?

meine antwort lautet: demonstrationen gehören zu einer demokratie, wahlen ebenso. sowohl mit dem einen fakt wie dem anderen kann ich zustimmung zur politik oder einem anderen schwerpunkt (gegen tierversuche) oder meine gegenteilige politische meinung ausdrücken. was in dresden ablief war schlimm! es ergötzte diejenigen, die freude am rumgrölen haben, die meinen, wir werden nicht mehr vertreten, aber flüchtlinge, muslime. doch die gehören nicht in unser land. jeden montag können die brüder und schwestern von drüben (sic) ihre wut auf frau merkel u.a. rausbrüllen. wer hat was dagegen? aber warum gäste beleidigen? ich sage ihnen, was ich dachte beim lesen der machrichten (hab keinen fernseher): ach! ihr ossis! lasst euch doch einmauern, wenn euch das honnecker-system lieber war, vielleicht dürftet ihr heute pöbeln und grölen, wenn ER auferstehen würde? herr klemperer: ich bin auch flüchtling: das schicksal ist mir bekannt, es kann lebenslang ein bitteres sein.

Karl Albrecht | Mi, 5. Oktober 2016 - 00:55

Köln, Würzburg, Paris, Nizza, München, Hintertupfing, Hamburg, Bremen, Berlin, Marxloh, Neukölln, Pforzheim, Bad Godesberg, Nürnberg, Graz, Wien + "Einzelfälle"
Deshalb.

Joost Verveen | Mi, 5. Oktober 2016 - 06:51

Frei nach Brecht ist es jetzt um so notwendiger, daß die Regierung sich ein neues Volk sucht, das dankbarer, unterwürfiger, und bereit ist nach sozialen Wohltaten zu betteln. Am besten wäre ein orientalisches, islamisches Volk, das Merkel-Plakate schwenkt. Insofern sind "wir" auf gutem Wege.

________________________
P.S: für die Presse sieht es allerdings nicht so gut aus. Das neue Volk liest keine Zeitung. Eigentlich kann es nicht mal lesen.

Albert Schabert | Mi, 5. Oktober 2016 - 07:46

Pöbel ist ein Schimpfwort und unterstellt dumm zu sein.Dumm sind bei der Anwendung durch Westdeutsche allerdings die Anwender.Sie haben keine Ahnung wie es den Abgehängten geht.
Albert Schabert

Caro Ronzini | Mi, 5. Oktober 2016 - 08:10

Wo Herr Seils ein Fest ausgemacht haben will ist mir schleierhaft. Ich hatte am Sonntag Freundinnen aus Frankreich zu Besuch. Angesichts der Fernsehbilder dachten sie es wäre jemand gestorben, mit anschließendem Staatsbegräbnis. Im Rhein/Main Gebiet zumindest war nix von großer Freude zu merken. Abschließend, die angeblich großen Reden dieser alten, bräsigen Politiker mit immer den gleichen Worthülsen interessieren junge Menschen nicht. Von diesen Damen und Herren fühle ich mich auch nicht vertreten. Einzig der österreichische Aussenminister ist auf EU Ebene akzeptabel, jung, dynamisch innovativ ! Demokratie in Deutschland ? Fehlanzeige, bisher habe ich noch nichts mit entschieden. Ich wähle eine Partei - die dann macht was sie merkeln will. Schönen Tag noch.......

Albert Schabert | Mi, 5. Oktober 2016 - 08:17

Die starken Begriffe,die gegenüber den Demonstranten verwendet werden, sind Publikumsbeschimpfung, wie bei einem schlechten Theaterstück.Auch in der Politik haben die Inzenierenden nicht begriffen,daß sie eine schlechte Leistung abgegeben haben.
Albert Schabert

Johann Kruse | Mi, 5. Oktober 2016 - 08:30

Vielleicht würde zu einer objektiven Berichterstattung auch die Feststellung gehören, dass Politiker wie Frau Roth keine Schwierigkeiten mit Demonstrationen haben, auf denen "Deutschland verrecke" gerufen und Brandsätze auf Polizisten geworfen werden. Linksextremismus wird - gerade auch von den Medien - durchweg ausgeblendet, selbst dann, wenn Gewalt nicht nur gegen Sachen, sondern auch gegen Menschen ausgeübt wird. Offensichtlich wärmt das jedoch unterschwellig das Herz des öffentlichrechtlichen Journalisten. Rückblickend wird man hier völliges Versagen konstatieren müssen.

Gerd Senders | Mi, 5. Oktober 2016 - 08:33

Das ist was die Leute aufregt. Aus den Elfenbeintürmen in Berlin ( + Redaktionen ) und den Fonds von MB S-Klasse sieht die Welt natürlich anders aus. Worum geht es denn wirklich? Vielleicht darum, dass sich viele Leute dort als Deutsche 2ter Klasse sehen. Dass viele im Alter in der Armut landen werden: trotz 40h-Woche. Wieso müssen 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsche Nachteile bei der Rentenberechnung in Kauf nehmen? Bei deutlich geringerem Stundenlohn und geringeren sozialen Standards? Wieso sind die Netze des Sozialstaates soweit gelockert worden, dass nur noch gut verdienende sich die nötige Sicherheit fürs Alter leisten können? Wieso läuft Deutschland jedem Kriegstreiber hinterher, hat aber kein Geld um Schulkinder mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen?

Diese und zahlreiche Ungerechtigkeiten und die Machtlosigkeit der Bürger gegen das politische Establishment haben letztlich zum Entstehen von AfD und Pegida geführt. Ich bin übrigens Wessi !

Thorsten Rosché | Mi, 5. Oktober 2016 - 08:55

Vollidioten ? Sind Demonstranten keine Menschen, hört sich ziemlich rassistisch Herr Seils. Zudem ist Vollidiot ein Straftatbestand, laut Bußgeldkatalog mit 1500 Euro zu ahnden !!! Ich bin Leser der Printausgabe - auf solche Beiträge, Vokabular und Äusserungen kann ich gerne verzichten. Ansonsten könnte ich mich auch wo anders BILDen und wäre billiger.

Wolfgang Tröbner | Mi, 5. Oktober 2016 - 10:35

Ich bin erstaunt und verwundert. Politik und in ihrem Gefolge die Medien empören sich über das Verhalten einiger "Vollidioten" bei der Einheitsfeier. "Ein paar Dutzend Vollidioten sind so ausfällig geworden, dass man kotzen möchte." Claudia Roth ist gar entsetzt über den "brutalen Hass". Und bei nicht wenigen Medienvertretern treten wieder einmal ziemlich offen Ressentiments gegen die dummen und undankbaren Sachsen zutage (gibt es eigentlich auch den Straftatbestand der "Inländer-Feindlichkeit"?).

Wenn der schwarze Block, also Gruppen des linken und linksextremen Spektrums, sich am 1. Mai seit vielen Jahren regelmässig sehr teuere Straßenschlachten mit der Polizei liefert oder wenn Linke in Berlin seit Jahren unzählige Autos abfackeln, noch nie habe ich in den Medien gelesen, dass hier "Vollidioten" am Werke waren. Warum messen Politiker und Journalisten mit zweierlei Maß? Vertragen sie keine Kritik?

Bernhard Jasper | Mi, 5. Oktober 2016 - 10:46

Herr Seils, diese Phänomene sind alle schon einmal untersucht worden. Schon in der Weimarer Republik gab es Schnittmengen zwischen Kommunisten und Faschisten, im Sozialen wie im Nationalen.

Es waren immer Abstiegsängste, die geschürt wurden. Der „Volkskampf“ richtete sich gegen alles Mögliche, es wurde gegen alles Mögliche, was als „fremd“ empfunden wurde, gekämpft.

Was soll der Blick nach hinten?

Vielleicht zur Erinnerung : Die Kommunisten waren die ersten die damals in den KZ's abgeschlachtet wurden.

Und im übrigen , im Bundesland Thüringen regiert ein ausgewiesener Kommunist, und ich kann nicht erkennen das der Ramelow ( MP) jedwede Sympathien für die AfD oder sonstige erkennen lässt.

Aber in einem haben Sie Recht , damals hat das Bürgertum, und heute ( so wie es aussieht ) die sogenannte Mitte versagt , weil sie die Probleme die ja unzweifelhaft da sind, nicht erkennen wollen .

Damals und wie heute übt sich die Politik in eine gefährliche Selbstgefälligkeit.

Also was ist zu tun?

Katja Neppert | Mi, 5. Oktober 2016 - 11:26

Dass da Buhrufe lautwerden am Einheitsfeiertag finde ich auch etwas, das auszuhalten sein muss. Schwer auszuhalten ist für mich der selbstgerechte und selbstmitleidige Ton vieler Kommentare hier. Ich gehöre auch zum 'Volk', und ich finde, dass Deutschland zu recht viele Flüchtlinge aufnimmt. Im Vergleich zu den Bombenlandschaften, aus denen viele kommen, geht es uns wirklich gut. (Gerade Dresdner wissen das). Was ich mir wünschen würde, sind weniger 'Sorgen und Ängste' die zum Vorwand für populistische Politik genommen werden, und mehr sachliche Diskussion. Und übrigens: der 9. November wäre auch ein Jahrestag der Pogrome gegen die Juden in Deutschland 1938 gewesen - und das will ich nicht feiern.

werte Foristin?

Und wenn ja, dann genügt ein Blick über der "sozialistischen" Tellerrand um festzustellen das wir ( die EU nebst Nato ) es immer noch tun und das Elend
( nebst Waffenlieferungen ) verursacht haben, oder es noch immer tun.

Über diese unsere verfehlte Politik , kann ich auch nur noch "kotzen".

wie nimmt man den Leuten die 'Sorgen und Ängste' ?

Mit Wahlversprechen?
Mit salbungsvollen Reden?
Mit dümmlichen Sprüchen in den Talkshow's?

Diese Regierungskoalition treibt doch bis zur Wahl 2017 nur noch "politische Säue durchs Dorf", mehr nicht.

Cornelius Angermann | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:07

Wer das Volk als Problem für die Demokratie
bezeichnet, ist das, was Lanz in seiner letzten Hofberichterstattung sagte: "Es gibt Leute, die nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind." Ja, Lanz, Will, Illner, Maischberger, Plasberg und auch jede Menge "Journalisten" - welche Selbsterkenntnis!

Die Regierung hat in einer Demokratie den Willen des Volkes zu vollstrecken, nicht umgekehrt! Wer das nicht einsehen will, darf gerne nach Nordkorea gehen, da ist es so, wie gewünscht.

Ich war selber in Dresden und habe die Proteste hautnah miterlebt. Ja, da gab es ein paar, die über das Maß hinausgegangen waren, aber für die gibt es das StGB. Die überwiegende Zahl der Demonstranten war friedlich und benahm sich nicht schlechter als eine durchschnittliche Gewerkschaftsdemo, auf denen auch reichlich Trillerpfeifen eingesetzt werden.

20 hochrangige Verfassungsrechtler haben den Gesetzesbruch dieser Regierung sauber herausgearbeitet - und da ist das demonstrierende "Volk" ein Problem?

robert renk | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:31

Die Ossis scheinen undankbar, frech und latent anfällig für rechtes Gedankengut. Die skandierten Kurzbotschaften an die Politiker-Kaste wenig geistreich und oft an der Grenze zur Beleidigung.
Auf der anderen Seite sind die Leute erfrischend unkorrekt. Ihr Demonstrationsrecht nehmen sie gerne und häufig in Anspruch und unseren Volksvertretern lassen sie wenig oder gar nix durchgehen. Hält das die Bundesrepublik aus? Sind das schon Weimaer Anzeichen wie vielfach beschworen?
Die Wessis jedenfalls sind zu devot, der deutsche Michel kommt heutzutage aus Hessen oder Baden-Württemberg.
Unseren Politikern sei angeraten nicht vorschnell die Nazi-Keule auszupacken, ein wenig Selbstkritik ist durchaus angebracht. Ein vorschnelles Urteil reist den Graben nur tiefer. Das wäre schade und gefährlich für unser Land, Einigkeit, Recht,Freiheit, wichtige Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die darf man nicht leichtfertig verspielen. Das sei uns allen gesagt, den Eliten und den Proleten !

Petra Wilhelmi | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:45

Also, Meinungsfreiheit darf jeder Ostdeutsche üben, ob er nun 1989 dabei war oder nicht. Das ist kein Auswahlkriterium ob er darf oder nicht! Wichtig: Festzuhalten ist, dass die Parlamentsabgeordneten, die Regierung, Frau Merkel an der Spitze UNSERE ANGESTELLTEN faktisch sind. Sie werden von uns gewählt, bezahlt und das nicht schlecht. Frage: Welches Unternehmen (also wir) nimmt es hin, wenn gegen seine Interessen gehandelt wird. Beispiel: Frau Roth marschiert OHNE nachträgliche Distanzierung bei Rufen "Deutschland verrecke" und "Deutschland du mießes Stück Scheiße" mit. Welches Unternehmen lässt sich von seinen Angestellten beschimpfen? Eine fristlose Kündigung würde dem auf dem Fuße folgen. Wieso verdrehen unsere Angestellten hier ihre wirklich Stellung? Sie sind schließlich an den Amtseid gebunden. Oder haben sie den vergessen?

Bernd Fischer | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:48

""""Zur Diskussion gehören Argumente""""

Wer sein Argument/e immer als Alternativlos diktiert, bezeugt damit das er mit seinem Gegenüber überhaupt nicht reden möchte.

Eine besondere Art von Verachtung auf höherer Ebene.

Siegfried Stein | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:53

Bloss gut, dass Herr Fischer nicht von Frankfurt aus mit seiner Putztruppe angereist war. Das hätte ja böse ausgehen können.
Ach so, die hatten ja keine Trillerpfeifen - und in Frankfurt sprach schon sein Buddy.

Thomas Radl | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:56

Es mag durchaus sein, dass man ein paar Dutzend Vollidioten zum Fremdschämen findet, so geht es mir zumindest. Aber eines habe ich bei den Pöblern nicht gesehen, obwohl die mit Sicherheit zutiefst unzufrieden mit der Situation in ihrem Land, mit ihrer eigenen Situation und der Politik im Allgemeinen und der Flüchtlingspolitik im Besonderen sind (dabei geht es denen also eigentlich nicht anders als den meisten sog. Flüchtlingen): Kein einziger von denen hatte eine Bombe um den Bauch geschnallt, keiner eine Axt im Gepäck oder eine Machete oder Dönermesser oder sonsteine Waffe! Und der Böller, der geworfen wurde und zum terroristischen Anschlag hochstilisiert wurde, reizt mich höchstens zu der Frage, warum der derart thematisiert wird und über das abgefackelte Auto der Petry redet keine Sau mehr! Ach, die kann ich selber beantworten: Das können ja keine "Rechten" gewesen sein, waren also "gute Aktivisten", Brandstiftung zum Wohle der gesellschaftlichen Entwicklung sozusagen! Tolle Einheit

Hallo.
Was das Abfackeln von Autos angeht - ob es nun linke oder rechte Extremisten waren, kann man nur vermuten.
Ich habe vor Jahren eine CDU-Veranstaltung besucht, die plötzlich von Vermummten massiv gestört wurde. Es hieß, es seien linke Extremisten gewesen.
Dann wurde ich ich wieder zu einer CDU-Veranstaltung eingeladen und ich sagte sie ab - war mir alles zu unsicher, wieder diese Schrecken, diese Unsicherheit - wer weiß, wie weit die gehen würden ?
Darauf erklärte mir der "Einlader" sehr freundlich, dass ich keine Angst zu haben brauche, dass seien damals Leute von "uns" also CDU gewesen, die die Linken mal kräftig aufmischen sollten. Seitdem glaube ich, was so was angeht, nichts mehr.

Werner Kaunzner | Mi, 5. Oktober 2016 - 13:57

Die etablierten Politiker und die Mehrheit der Medien verhalten sich wie der Alkoholiker, der auf seine Leberzirrhose schimpft. Wer vom Volk Respekt erwartet, muss selbst gegenüber dem Respekt erweisen.

Politiker, die das Volk mit dummen und verlogenen Sprüchen zutexten, haben keinen Respekt verdient.

Die wenigen Ausnahmen unter den Politikern werden die verbalen Auswüchse mit Gelassenheit ertragen.

Matthias Noack | Mi, 5. Oktober 2016 - 14:00

öffnete Kohl die Grenzen, dann Merkel. Passt doch.

Volker Häußler | Mi, 5. Oktober 2016 - 14:04

Guten Tag Herr Seils,

wie wäre es denn mal mit neutraler Berichterstattung? Ihre schweizer KollegenInnen bekommen das ja offensichtlich auch hin:

http://www.nzz.ch/feuilleton/linksextreme-gewalt-in-deutschland-immer-b…

Oder zum Beispiel wie 52 to Waffen, getarnt als "Möbel für Flüchtlinge" in Griechenland entdeckt worden sind:

https://semperfinews.com/conex-box-labeled-furniture-muslim-immigrants-…

Da könnten Sie Ihre journalistischen Fähigkeiten mal unter Beweis stellen. Aber vermutlich wird mein Beitrag ja auch wieder nicht gesendet. Cicero scheint sich ebenfalls der "Political Correctness" verschrieben zu haben.

Schönen Tag noch.

Ja Herr Seils, diese Frage stellt sich mir auch. Vielleicht wissen Sie ja gar nicht, was so alles passiert in Deutschland. Sonst wäre Ihnen sicher nicht entgangen, dass es z.B. in Stuttgart allein in den letzten 2 Tagen 3 Angriffe auf AFD-Stadträte bzw. -Landtagsabgeordnete gegeben hat. Ironie aus. Das nenne ich ein Kesseltreiben - und es gibt genügend ähnliche Beispiele. Offensichtlich halten Sie es auch für nicht weiter bemerkenswert, dass Demonstrationen von Pegida gewaltfrei ablaufen, während die Gegendemonstrationen regelmäßig aus dem Ruder laufen. Also warum sind Sie und die meisten Cicero-Autoren (Herrn Kissler nehme ich hier mal aus) auf immer demselben Auge blind??! Spielen sie hier die CSU-Rolle für die Medien? Und auch in einem anderen Punkt bin ich doch sehr irritiert: Die Verbalinjurien gegen Andersdenkende sind einfach schlechter Stil, auch wenn es doch tatsächlich zu teilweise drastischen Beschimpfungen kam. Im Endeffekt stellen Sie sich damit auf dieselbe Stufe!

Halbig Hans | Mi, 5. Oktober 2016 - 14:46

Was die Einheit anbelangt, war klar zu erkennen wer regiert: der Osten: Pfarrer Gauck, Pfarrerstochter Merkel.. Die Vertretung der Volksdarsteller übernahm der Osten. Der Westen war abgehängt. Einheit??

die Sie benannt haben , regieren das Land nicht.

Das tun andere .

Um es mit Brecht zu begründen:

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

:-))

Karl Steinacker | Mi, 5. Oktober 2016 - 16:55

Jeder feiert wie er kann. Allerdings erstaunt es mich, daß Cicero, Beletage des feuilletonistischen Ressentiments und reaktionären Kampagnenjournalismus, pikiert von Vollidioten spricht. Was am 3. Oktober in Dresden geschah ist doch nur die Plebs-Version dessen, was in Ihren Spalten von den Kisslers, Schwennickes, Graus usw. propagiert wird. Auch war das Geschrei am Montag eher harmlos, vergleicht man es mit den Menschenjagden von Clausnitz und Bautzen oder den Brand- und Bombenanschlägen auf Flüchtlingsheime und Moscheen.
Wir durchleben keine Flüchtlingskrise, sondern den Aufbruch des reaktionären Stammtischs ins Internet (diese Leserbriefseiten sind dafür ein gutes Beispiel) und in die Parteienlandschaft. Deutschlands Problem heisst nicht Islam sondern Ostdeutschland. Auch hat in Dresden nicht "das Volk" krakeelt.
Wenn es denn noch eines Beweises bedurfte: der 3. Oktober hat mit seinen TV-Bildern gezeigt,daß es mit der völkischen Rechten keine Kompromisse geben darf und wird.

Völlig richtig Herr Steinacker! Mit der darf es keine Kompromisse geben!! Darf es nicht und wird es nicht... Endlich mal einer, der die Unfähigkeit unserer Politiker ganz toll findet. Da wird sich Herr Seils aber freuen. Oder meinen Sie vielleicht das Recht des Volkes?

haben Sie verehrter Leser vergessen das wir uns in einer Demokratie bewegen und es ein Recht auf gegensätzliche Meinungen gibt. Stegner, Gabriel oder auch andere Berufspolitiker rdiffamieren auf ähnlichen Niveau wie manch einer der es in Dresden getan hat.Haben Sie da auch protestiert..Wohl sicher nicht.Demokratie braucht Dikussionsebenen wo wir alle wieder hin müssen. Diktatorische Ansagen"Wir schaffen das " lösen da keine Probleme sondern schaffen welche.

Manfred Buchmann | Mi, 5. Oktober 2016 - 18:00

Herr Seils hat vollkommen Recht, wer Menschen wegen Ihrer Hautfarbe auf diese Art beleidigt, wie in Dresden geschehen, ist in der Tat ein Vollidiot. Rassismus ist mit einer demokratischen Gesinnung unvereinbar. Wer das nicht begreift, dessen Argumentation ist unglaubwürdig.

ich stimme zu und erweitere: auch wer andere wegen deren religionszugehörigkeit ausgrenzt, gar verfolgt, ist ihmo ein vollidiot. ich habe seit eineinhalb jahren muslimische nachbarn (fünf personen): sind die liebsten, die ich jemals seit 1982 hatte. dagegen nicht wenige der anderen mieter im vierstöckigen haus, evangelische, katholische: unfriedlich ohne ende - aber sehr stolz darauf!

ich stimme zu und erweitere: auch wer andere wegen deren religionszugehörigkeit ausgrenzt, gar verfolgt, ist ihmo ein vollidiot. ich habe seit eineinhalb jahren muslimische nachbarn (fünf personen): sind die liebsten, die ich jemals seit 1982 hatte. dagegen nicht wenige der anderen mieter im vierstöckigen haus, evangelische, katholische: unfriedlich ohne ende - aber sehr stolz darauf!

Renate Aldag | Mi, 5. Oktober 2016 - 19:06

Danke, Herr Reichstätter, für Ihren wunderbaren Kommentar. Da kann sogar Herr Seils noch was draus lernen.

Bernd Fischer | Mi, 5. Oktober 2016 - 22:11

sind aber irgendwie bei der "Hatz" auf die Ostdeutschen so richtig auf die schiefe ( dumme überhebliche westdeutsche ideologische ) Bahn gekommen.
Aber:
Die Anschläge vom Brandanschlag von Solingen und von Mölln sind ja wohl nicht aus Ostdeutschland geplant worden?

Kommen Sie bitte von Ihrer überheblichen Sichtweise herunter.

Es ist kein..Ostdeutsches...Westdeutsches...Problem...sondern ein Deutsches Problem.

Wenn Sie das endlich begriffen haben ( als westdeutscher Übermensch ) wäre vielleicht ein Dialog möglich.

Sie sollten ihren "Popanz" den Sie im 26enten Jahr der Einheit noch haben, mal so langsam abbauen.

Jede moralische Belehrung gegenüber den "Ostdeutschen" , von vermeintlichen guten "Westdeutschen" im Jahr 2016 spaltet noch mehr dieses Land.

Eigentlich sind Sie es ( und ihre Freunde ) der die die AfD zu den Höhenflügen verhilft.

Weiter so.

Otto Maier | Mi, 5. Oktober 2016 - 23:09

Fremdschämen hilft dabei im Übrigen Nie!
Das ist, als wollte ein Katholik die Welt und sein Seelenheil (im Jenseits) retten. Dabei geht es doch nur um ein gutes Gewissen im Diesseits, das man neben mein Haus, mein Auto, meine Yacht stellen kann.
Es ist ein Etikettenschwindel, der vor allem davon abhält, selbst nachzudenken. Denn das tut den meisten Menschen sehr weh, weshalb sie es meiden wie Luzifer das Weihwasser und es besser der Politik, den Öffentlich Rechtlichen und Journalisten jeder coleur überlassen.
Theoretisch ist das eigene Urteilsvermögen der Grundpfeiler der Demokratie. - Mein armes Grundgesetz...

Karola Schramm | Mi, 5. Oktober 2016 - 23:12

Das war kein Hass. Das war die Quittung für 10 jähriges Predigen der Alternativlosigkeit. Sonst nichts. Wenn Menschen behandelt werden wie Pflastersteine über die die politisch Handelnden denken darüber fahren zu können wie mit Panzern, kommt sowas dabei heraus. Zu nichts wurde die Bevölkerung jemals gefragt.
Ich habe mir die Randale auf youtube angesehen. Was denken diese Volksvertreter wer sie sind ? Sie verhalten sich wie Könige und Hofstaat, ein Rückfall in den tiefsten Feudalismus. Die Bevölkerung verarmt und sie feiern das Fest der Wiedervereinigung und haben es gleichzeitig gespalten in arm und reich.
Im Jahr 2015 ist die Zahl der Millionäre in DE um 5,1 % gestiegen. In 2013 lebten 15 % in Armut oder a.d.Armutgsgrenze, in 2002 12,7 %. Seit 2005 rutschen die Menschen immer schneller i.d.Armut. Soll das Freude u.Dankbarkeit bei der Bevölkerung für diese Politiker auslösen, die sich feiern lassen wollten wie Filmstars ? Nein. Der Protest war berechtigt.

Petra Schaefer | Do, 6. Oktober 2016 - 09:12

Werter Herr Steinacker,

den Stammtisch zu zitieren ist eine Seite - ggf. auch mal ausländische Zeitungen (Meinungen) zu lesen die andere.

Silas Loy | Do, 6. Oktober 2016 - 10:23

Was genau waren denn nun die "Pöbeleien"? "Merkel muss weg", "Volksverräter", "Haut ab"? Wohl kaum. Und selbst wenn irgendwer wirklich gepöbelt haben sollte, so ist in diesen Zeiten leider auch durchaus ein Provokateur denkbar.

Politiker und Medien hingegen, die tausende Menschen pauschal als Pöbler verunglimpfen, weil sie eine andere Meinung haben und friedlich von einem wesentlichen Grundgrecht Gebrauch machen, sind einfach nur Hetzer. Zusammen mit ihrer pseudomoralischen Arroganz ist das nur noch unerträglich.

Das Goebbelszitat war übrigens interessant in seiner Aussage. Goebbels selbst hielt die Nazis offenbar für Linke und nicht für Bürgerliche. Es ist völlig legitim darauf hinzuweisen.

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