Gerhard Schröder über Angela Merkel und die SPD - „Helmut Schmidt hat den Menschen die Angst genommen“

In einem Interview zum 100. Geburtstag von Altkanzler Helmut Schmidt hat Gerhard Schröder mit der Politik seiner Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) abgerechnet. Seiner eigenen Partei wirft er vor, sie habe das wirtschaftspolitische Erbe Schmidts verspielt und keinen Sinn mehr für das Thema Innere Sicherheit. Das hat auch etwas mit Merkels Migrationspolitik zu tun

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) stellt am 29.09.2016 im Willy-Brandt-Haus in Berlin die Biographie "Helmut Schmidt. Die späten Jahre" von Thomas Karlauf vor.
Der Übervater der SPD und sein Erbe: Gerhard Schröder stellt seiner Partei ein Armutszeugnis aus / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Offiziell zum 100 Geburtstag, aber irgendwie auch zum Ausklang des politischen Jahres hat der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder der Welt am Sonntag ein lesenswertes Interview gegeben. Schröder kommt darin zu dem Urteil über seine Nachfolgerin, Angela Merkel zeichne aus, „dass sie in einer wirtschaftlich guten Zeit das Land achtbar verwaltet hat“. Das ist schon für sich genommen eine elegante kleine Gemeinheit mit wahrem Kern, zumal darin mitschwingt: Sie hat das Land nach meinen Reformen in einem frisch modernisierten Zustand übernommen und davon profitiert. Schröder lässt das noch nachschwingen im Kopf des Lesers und fährt ungerührt fort:  „Man wird sehen, wie sich die Dinge entwickeln, insbesondere in der Frage, mit der sie stark verbunden ist: der Migrationspolitik.“

Da, so sagt er nicht zum ersten Mal, seien ihr „zwei Fehler unterlaufen“. Sie habe bei der Situation an der österreichisch-ungarischen Grenze 2015 „zwar Herz, aber keinen Plan“ gehabt. Und „es wurde zu lange der Eindruck erweckt, dass diese Ausnahmesituation die neue Normalität wäre“. Das sei der erste Fehler gewesen. „Der zweite ist: Wenn man all diese Menschen integrieren will, muss man sich eingestehen, dass nicht alle voll ausgebildete Akademiker sind. Sondern auch viele Analphabeten darunter sind, insbesondere bei den Migranten aus Afghanistan und Afrika. Auch diese Menschen kann man hier durchaus als potenzielle Arbeitskräfte brauchen, aber sie müssen erst einmal qualifiziert werden. Zu sagen „wir schaffen das", das war euphemistisch. Richtig wäre gewesen, zu sagen: „Wir können das schaffen, wenn…". Jedenfalls muss die Union endgültig ihre Lebenslüge beerdigen, wir seien kein Einwanderungsland. Wir sind es längst.“

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Christa Wallau | Mo, 24. Dezember 2018 - 11:50

In dieser Klarheit und dazu "sine ira et studio" hat bisher kein ehemaliger Spitzenpolitiker die angesprochenen Themen beschrieben.
Schröder trifft den Kern - sowohl den der Lage der SPD als auch den der Regierung Merkel.
Es gab derart viele, krasse Fehleinschätzungen und
falsche Weichenstellungen, so daß wir in D aus der "Verlustzone" ohne klare Umsteuerung, Entschlossenheit und große Opfer nie wieder herauskommen können.

Ja, wir Deutschen hatten wahrlich viel zu verlieren und haben auch weiterhin eine Menge zu
verlieren: Wohlstand, innere und soziale Sicherheit,
Rechtsstaatlichkeit sowie - auf lange Sicht - unsere Kultur.
Das hat Schöder klug erkannt und benannt, während Merkel, die Mehrheit der CDU und erst recht die SPD immer noch so tun, als
steckten wir in einer Win-win-Situation.

Man mag Schröder und seine Einstellungen mögen oder nicht: Er war und ist als Politiker und Staatsmann Merkel haushoch überlegen! Allerdings gehört dazu ja leider auch nicht allzu viel ...

Alles richtig erkannt, alles richtig angesprochen, Chapeau!
Und sollten wir uns jetzt nicht die Frage stellen mit wem wir, welche Politik, für wen machen wollen? Etwa mit den größtenteils feigen Politikern, die eine feige politische deutsche Gesellschaft, in Ihrer Gier aber nicht in Ihrem Wohlstand, doch nur adäquat vertreten?
Wer vertritt den unsere Werte, unsere Kultur, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand, gerne, intelligent und gemeinsam mit unseren Nachbarn in Europa und der Welt?
Wir sollten uns alle schleunigst auf die Suche machen und unsere bequeme Feigheit über Bord werfen, und damit meine ich ausdrücklich auch meine Eigene.

...hat Schröder noch in der Berliner Runde gesagt: "Die kanns nicht." Ich habe mir gedacht: "Gott sei Dank der ist weg." Nie hätte ich je geglaubt eimal zu sagem: "Hätten wir nur den Schröder noch." Ich hatte Merkel aus Überzeugung gewählt, nie hätte ich zu diesem Zeitpunkt geglaubt Merkel mal auf den Mond zu wünschen. Wenn ich jetzt alle Fehlentscheidungen auflisten würde brauchte ich viel mehr Zeichen als hier geboten werden aber eins sei gesagt. "Merkel war bisher das Schlimmste nach 1945 was DE politisch erleiden musste.

Alfred Kastner | Mo, 24. Dezember 2018 - 12:35

Die SPD ist mit sich selbst weitaus mehr beschäftigt als mit dem Regieren und dümpelt unter Andrea Nahles mehr denn je vor sich hin. Sie war einmal die Partei von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Heute hat man eine Vorsitzende mit den Sympathiewerten einer Magenschleimhautentzündung und man fragt sich, wer nach ihr kommt. Der ewige Miesepeter und Dauernörgler Ralf Stegner wäre die logische Fortschreibung. Bei der CDU war Merkels Rücktritt vom Parteivorsitz eine ihrer sehr wenigen klugen Entscheidungen. Die SPD könnte in der Opposition in Ruhe darüber nachdenken, ob sie weiter Merkel respektive den Linken hinterher läuft oder wieder die Interessen des arbeitenden Teils der Bevölkerung in den Mittelpunkt ihrer Politik rückt. Denn diese Regierungskoalition unter Kanzlerin Merkel wirkt so, als habe sie sich gegen all die Bürger verschworen, die täglich dafür sorgen, dass es Deutschland insgesamt noch gut geht.
Wie lange lässt sich dieser Teil der Bürger diese Politik noch gefallen?

Markus Michaelis | Mo, 24. Dezember 2018 - 12:42

Dass nicht alle Migranten qualifiziert sind und lange in Hartz IV leben werden, ist für mich das kleinere Problem. Größer scheinen mir die kulturellen Differenzen. Mein Gefühl ist, dass bisher staatstragend eher von einer universellen Menschheit ausgegangen wird, d.h. jeder Mensch, der nicht rechtsnational oder sonstwie böse ist, gehört genauso dazu. Das ist in D ein fast dogmatischer Grundpfeiler der Gesellschaft. Dass andere Menschen einfach anders sein können, dass Menschen eine starke Identität in ihren Gruppen haben können und dass die verschiedenen Identitäten nicht sehr verträglich sein können, ohne dass eine besser wäre, kommt dabei (scheint mir) etwas unter die Räder. In Deutschland glauben wir sehr fest an unsere gesellschaftlichen Werte und das GG. Mein Blick in die Welt sagt mir aber eher, dass unsere gesellschaftlichen Werte sehr speziell und nicht universell sind. Das GG wird sehr überschätzt, was es ist und was es leisten kann. Wir sollten mehr über reale Probleme reden.

Wir haben diese BEIDEN PROBLEME! Hartz IV plus Kultur. --
Tut mir leid, aber das kann ich absolut nicht nachvollziehen, was Sie da schreiben.
Sie schreiben (statt GG): Wir sollten mehr über reale Probleme reden. --- Ja! Die haben wir doch!!! Und zwar genügend. -- Ich verstehe diesen langatmigen Wischi-Waschi-Beitrag nicht.
Trotzdem: Gutes Fest!

Sie Herr Michaelis, dass in naher Zukunft der Tag kommen könnte, wo die Deutschen froh sein werden, ein Sprachrohr in Russland zu haben? Denken Sie mal weiter übern Tellerrand als bis Hartz IV. Mein Bestreben z.B. ist es nicht, überteuertes Frackinggas aus den USA kaufen zu müssen. Russland ist nahe und der größere Teil europäisch geprägt, was sollen wir in die Ferne schweifen, wenn das "Glück" so nah? Es gibt keine Liebe zwischen Staaten, nicht mal echte Freundschaft sondern Interessen zum gegenseitigen Nutzen! Deshalb wäre es an der Zeit, die schädliche Haltung unserer Politiker gegenüber Russland, zu überdenken! Alles andere ist nicht weitsichtig sondern dämlich!

Horst Weber | Mo, 24. Dezember 2018 - 12:50

Erstaunlich, wie oft man diesen Agenda 2010 und Hartz IV-versessenen Emporkömmling und Lobbyisten zu Wort kommen lässt, oder ihn zitiert.
Er will bei Merkel "2 Fehler" gefunden haben. (In Worten: ZWEI !)
Die übrigen 100xX Fehler Merkels hat er wohl bei Gazprom verschlafen.
Schmidt habe "uns" die Angst genommen ?
Mir nicht. Im Gegenteil: nach der Stationierung von US-Atomraketen auf deutschem Boden und während der angeblichen Ölkrise kam erstmalig seit Brandt politisches Unwohlsein auf.
einzig FJ Strauß lockerte die Stimmung mit seinen verbalen Weißwurschtattacken etwas auf.

Helmut Bachmann | Mo, 24. Dezember 2018 - 12:51

Das ist die Lüge der Neoliberalen. Wir sind de facto zwar ein Land in das eingewandert wird. Doch soll etwas mitgeteilt werden, was wir gefälligst zu schlucken haben: Wir sollen unsere Identität aufgeben und glauben, man könne jeden integrieren. Passt nicht zusammen, aber das merken die meisten nicht. Die Kosten für diesen Migrationswahnsinn wird die Wirtschaft nicht tragen...

Michael Fischer | Mi, 26. Dezember 2018 - 13:27

In reply to by Helmut Bachmann

@Helmut Bachmann
Ich stimme Ihnen zu, wir haben zwar ein Land in das eingewandert wird, aber das sich leider nicht wie ein Einwanderungsland benimmt. In kein echtes(!) Einwanderungsland kann man nach Lust und Laune ohne Papiere, ohne brauchbare Qualifikakation und ohne alle Sprachkenntnisse einwandern und erhält eine Rundumvollversorgung. Das gibt es nur in Deutschland und das wird uns mittel- bis langfristig das Genick brechen.

Der Einschätzung des Cicero-Autors, dass uns das auf Jahrzehnte beschäftigen wird, widerspreche ich, weil das viel zu optimistisch ist. Es wird unser Land auf Jahrhunderte prägen. Welche Sprengkraft religiös-kulturelle Unterschiede entwickeln, das haben wir zuletzt im Dreissigjährigen Krieg erlebt und während des Dritten Reichs mit der Shoa. Es besteht die Gefahr, dass die heutige islamische Zuwanderung den gleichen Effekt hevorbringen wird.

Ursula Horvath | Mo, 24. Dezember 2018 - 13:57

Das ist schon für sich genommen eine elegante kleine Gemeinheit mit wahrem Kern, zumal darin mitschwingt: Sie hat das Land nach meinen Reformen in einem frisch modernisierten Zustand übernommen und davon profitiert. Trifft voll und ganz zu, denn Merkels Leistung besteht ausschließlich aus Aussitzen und Schnellschüssen ohne Nachdenken. Sie hat Nichts geleistet sondern war und ist der Büttel anderer Interessen, die in Bälde unser Land in die Katastrophe führt. Von der alternativlosen Eurorettung, die nie eine war, bis hin zum Migrantenpakt alles keine Deutschen Interessen sondern die von Goldman Sachs und der Rüstungsindustrie sowie die der Clintonfondation. Kein Einsatz für einen Deutschen an der Spitze der EZB sondern ganz bewusst diesen Gauner Draghi. Sie hat kein Gespür für die Bedürfnisse der schon länger hier Lebenden, sondern eine absolut kalte Gleichgültigkeit!

Ernst-Günther Konrad | Mo, 24. Dezember 2018 - 14:01

Treffend von Schröder fomuliert: " ... sie habe keinen Plan gehabt." Diese Regierung ist nicht nur planlos bei diesem Problem. Bei allen derzeit aktuellen Problemen fehlen Pläne, offener Diskurs, durchdachte Ideen, der Wille vor allem das Volk mit einzubeziehen. Stattdessen wird durch eine völlig überbordende Hysterie des Kampfes gegen "Rechts" jede Form von Kritik unterdrückt und damit auch die Chance vertan , dass in der politischen Auseinandersetzung Ideengeber generiert werden, die mögliche Lösungen anbieten können. Wer das poltische Gegenüber diffamiert und mundtot machen will spaltet das Volk.
Dies findet gerade statt und wird sich in den nächsten Wahlen weiter vollziehen. Schröders Agenda war zu seiner Zeit richtig und wichtig. Nur haben die dann verantwortlichen Politiker es versäumt, diese Agenda tagesaktuell weiter zu schreiben und den sich veränderten wirtschaftspolitischen Gegebenheiten anzupassen. Warum? Es wurde eben verwaltet und nicht weiter gestaltet.

Christoph Kuhlmann | Mo, 24. Dezember 2018 - 14:44

ob in der Regierung oder der Opposition. Die CDU wird sich auch nicht erholen, solange Merkel regiert und das Eingeständnis gravierende Fehler gemacht zu haben ausbleibt.

Harro Meyer | Mo, 24. Dezember 2018 - 15:20

Merkel ist in ihrer Darstellung eine geniale Sachwalterin des Ungefähren. Groß geworden in einem Land, in dem jede Festlegung ein Makel oder Gefahr sein konnte, war das eine Überlebensstrategie, die sie kunstvoll und erfolgreich einzusetzen wusste. Die wenigen Entscheidungen im Irakkrieg und zu den Flüchtlingen waren allemal falsch, auch wenn sie letztere mit dem Christentum bemäntelte,

Dimtri Gales | Mo, 24. Dezember 2018 - 16:05

Von wegen "Herz". Sie war einer prekären Situation ausgeliefert, weil sie nicht kommen sah oder nicht kommen sehen wollte, was sich bereits viele Jahre vorher ankündigte und mit der Zeit immer näher rückte. Auch habe damals schon Jahre vorher vor dem Kommenden gewarnt, das Echo war aber mehr als dürftig - man wurde nicht ganz ernst genommen. Merkel hat nicht das Profil eines Staatschefs, sie verwaltet nur, kommentiert und moderiert, einen routinierten Regierungsapparat im Rücken. Merkel ist seit langem überfordert. Ich würde sogar sagen: Sie ist gescheitert.

Pausch Johann … | Mo, 24. Dezember 2018 - 16:30

Ja, Gerhard Schröder bringt es auf den Punkt: „Frau Merkel hat das Erbe Schröders Reform einigermaßen verwaltet“, aber ohne Plan für die Zukunft und davon profitiert sie noch heute, die SPD zerfleischt sich an den eigenen Erfolgen.
Wir sind leider das Land beamteter Berufspolitiker geworden mit fehlender Fachkompetenz, siehe die Millionenausgaben für Beraterfirmen, zu einem Neuanfang unfähig, siehe CDU Friedrich Merz-AKK. Loyalität ersetzt nicht Kompetenz.
Frohe Weihnacht!

Yvonne Walden | Di, 25. Dezember 2018 - 09:58

Fraglich erscheint bis heute, ob Helmut Schmidt als SPD-Mitglied und am Ende als SPD-Vorsitzender die Grundwerte dieser Partei überhaupt akzeptiert und verinnerlicht hat.
Nach allem, was wir heute von ihm wissen und was der an Lesenswertem hinterlassen hat, sind Zweifel berechtigt. Allein seine enge Verbindung etwa mit Henry Kissinger läßt vermuten, daß er den politischen Vorstellungen der US-Regierungen eher folgte als europäischen Sozialisten wie etwa Olof Palme, die eine strikte Eindämmung des weltweiten Militarismus und gleichzeitig auch des US-Kapitalismuns im Blick hatten.
Deshalb konnte er eine gewisse Distanz zu seiner eigenen Partei niemals überwinden.
Und bei der angeblichen NATO-Nachrüstung (NATO-Doppelbeschluss) ist er - wie inzwischen offenkundig - der US-Propaganda auf den Leim gegangen.
Als Weltökonom hätte er im übrigen eine Wirtschaftsordnung der sozialen Gerechtigkeit anstreben müssen. Dann würde die Nachwelt heute mit noch mehr Respekt von ihm sprechen.

Dazu habe ich mir nochmals im Netz "Loki frag mich mal was" aus den "Mitternachtsspitzen" des WDR angesehen. Köstlich!
Was mich aber sehr unangenehm berührt hat, ist, dass er in seinen Erinnerungen schreibt, dass die Hartz4 -Sätze solange nicht angehoben werden dürften, bis die Leute bereit seien auch zu noch so geringen Löhnen zu arbeiten.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 25. Dezember 2018 - 12:15

wenn Schröder glaubt, Merkel habe Fehler gemacht.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 27. Dezember 2018 - 13:18

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

zu haben und von vornherein "sie" zu machen beabsichtigte.
Deshalb bewerte ich die inhaltliche Auseinandersetzung der Menschen mit der Person Merkels nicht über, lege die Worte nicht auf die Goldwaage, dabei jedoch beachtend, dass und wie sie gesagt werden und gegenzureden.
Ich denke, dass niemand, der Merkel guten Glaubens gewählt hat, wie viele hier im Forum, auch nur im Traum daran gedacht haben, dass sie evtl. einen Plan hat und dass sie ihn "ohne Rücksicht" auf unsere politischen Gepflogenheiten(Öffentlichkeit/Gegenrede) umzusetzen gedenkt.
Mein Weg war daher immer der, sie zu "zwingen", ihre Pläne offenzulegen.
Was für ein entsetzlicher Vorgang für eine bewährte parlamentarische Demokratie.
Helmut Kohl könnte ein "Waisenknabe" gegen Merkels "Selbstgerechtigkeit" gewesen sein.
Öffentlichkeit, Debatte und freie Wahlen, dieses zu gewährleisten muss dann reichen.
Ich kann mich nicht mit "Merkel muss weg" Plakaten identifizieren.
Demokratie kann man gut, muss man aushalten

Franz Gailer | Di, 25. Dezember 2018 - 13:06

Wo er recht hat er recht, unser Altkanzler, seinerzeit mit 41 Prozent Wählerstimmen Kanzler geworden. Er hat eine mutige Politik betrieben und kein Blatt vor den Mund genommen. Das ist es, was der heutigen SPD fehlt. Vielmehr laviert sie in Fragen innere Sicherheit und Migration wie ein verschämtes Fähnchen im Wind, das sich noch dazu von linken Ideologen treiben lässt. Dass diese linke Ideologie längst in der Partei Die Linke eine bessere Heimat gefunden hat, wird ignoriert

Oskar Edler vo… | Mi, 26. Dezember 2018 - 11:42

Jahrzehtne haben Vater, Mutter und ich den Spiegel gelesen. "Seit ich denken kann" wie es so heißt, da war ich 16 Jahre jung. Heute mit 55 Jahren habe ich den Spiegel zum Jahresende gekündigt. Meine Mutter schon früher. Wir lesen jetzt den Cicero. Mag die Ausrichtung auch etwas anderes sein, aber ich kann diese hinsichtlich der inzwischen fast merkelhörige Auslegung von Politik und ständige Hetze gegen die AFD nicht mehr ertragen. Man muss ja die AFD nicht mögen und viele Punkte kritisieren. Aber diese widerwärtigen Lügen oder Falschdarstellungen, rechtlich immer so am Rande zu einer "rechtlichen Rüge" die Verdrehung von Sachverhalten auch durch das Weglassen von Fakten - grauenvoll.
Das war früher anders - da wurden alle Parteien fast gleichmäßig berücksichtigt. Sehr schade um die Berichte der Redakteuere, die sich mit anderen Themen beschäftigen und dort weiterhin gute Arbeit leisten. Auch im Cicero gibt es Artikel die ich anders sehe,aber hier wird ausgewogener berichtet.

Michael Sachs | Do, 27. Dezember 2018 - 08:39

Dieses hochjubeln von dem Arbeiterführer Schröder ist unerträglich, die Wahrheit ist, durch den Niedriglohn, durch Hartz4, durch die Reduzierung der Arbeitslosen auf den niedrigsten Sozialsatz hat er die Arbeitslosen entwürdigt, natürlich war das wunderbar für die Firmen, sie haben dadurch Profite erreicht wie nie vorher aber auf Kosten der Armen. Die Österreicher sagen zu Recht, daß das alles ein Mythos ist was Schröder angeblich geschaffen hat. Österreich hatte die gleichen Hochs u. Tiefs in der Wirtschaft wie Deutschland ohne Hartz4. Untersuchungen haben außerdem ergeben das damals keine Arbeitsstunde mehr durch Hartz4 entstanden ist u. das ist ein klarer Beweis für einen Mythos. Österreich lacht heute über uns mit 600-800€ mehr Rente pro Monat im Vergleich zu Deutschland, das hätte er als SPD Mann anstreben müßen u. nicht den Aderlass. Wir steuern in 10-20 Jahren durch Schröder in eine extreme Armutsfalle hinein, u. das ist für ein reiches Land wie Deutschland eine Schande.

Ernst-Günther Konrad | Do, 27. Dezember 2018 - 13:53

Wie jeder Politker damals, wie auch heute, kann man nicht immer und alles jedem recht machen. Schmidt hatte Botschaften und eine klare Haltung. Seine Politik war so gut oder so schlecht, wie seine Beratung es damals war. Niemand ist auf allen Gebieten der Beste. Vor allem aber hat er Deutschland nach außen hin auch staatsmännisch vertreten und konnte innenpolitisch auch bissig sein, aber wie viele seiner Kontrahenten damals auch, nicht unter der Gürtellinie. Er war ein glänzender Redner und Analyst, auch wenn er vielleicht nicht alles richtig entschieden. Was ihm seinerzeit aber von ganz vielen Deutschen angerechnet wurde war sein Krisenmanagment beim Hochwasser 1962 in Hamburg als er Innensenator war und seine nicht von allen getragene Entscheidungen, sich von der kriminellen Vereinigung RAF nicht erpressen zu lassen. Bei ihm hatte immer das deutsche Volk und nicht nur die länger hier lebenden im Vordergrund
gestanden. Die SPD hat keine Charaktere mehr, sondern Parteikarrieristen.

Karin Zeitz | Do, 27. Dezember 2018 - 14:35

wurde nicht umsonst "Genosse der Bosse" genannt, und das nicht nur wegen der Brioni-Anzüge und der Coshiba-Zigarren. Unter seiner Regierung wurden das Bankwesen liberalisiert, Hartz 4 eingeführt, das System der Leiharbeit und die Niedriglohnpolitik ausgebaut sowie zur Freude der Versicherungsunternehmen die staatlich geförderten privaten Renten (Riester und Rürup) erfunden. Dumm nur, dass diese Reformen nicht der eigentlichen Klientel der SPD, sondern dem Geldadel gedient haben.

Dimtri Gales | Do, 27. Dezember 2018 - 19:39

In reply to by Karin Zeitz

hat sich mit dem "Geldadel" voll identifiziert. Schröder war offensichtlich in der falschen Partei, sass im falschen Zug.