Aufstehen - Die Sitzgruppe einer Bewegung

Es sollte der fulminante Startschuss der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ sein. Dass ausgerechnet eine Pressekonferenz Euphorie für diese Idee entfachen sollte, war vermessen. Für einen echten Ruck war das zu wenig

Bundespressekonferenz der Aufstehen-Bewegung von Sahra Wagenknecht
Ludger Volmer, Simone Lange, Bernd Stegemann und Sahra Wagenknecht (v.l.) stellen die Bewegung vor / picture alliance

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Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero und Cicero Online.

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Ausgerechnet der seit Wochen angekündigte Start der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ geriet zu einer außerordentlich statischen Veranstaltung. Das mag zunächst am Setting gelegen haben. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen nahmen die Protagonisten nebeneinander auf dem Podium im Haus der Bundespressekonferenz Platz und blieben dort auch sitzen. Den fünf von ingesamt 80 Initiatoren wiederum saß die versammelte Hauptstadtpresse gegenüber. Und man fühlte sich wie in einem altbekannten Loriot-Sketch:

Ganz so als wollte man nun die Linken-Fraktionschefin Sarah Wagenknecht, den Theatermacher Bernd Stegmann, die Flensburger SPD-Oberbürgermeisterin Simone Lange, den Grünen-Poliker Ludger Volmer und den Kommunikationsstrategen Hans-Michael Albers eindringlich auffordernd fragen: „Was macht ihr da?“ Im Sketch antwortet der genervte Ehemann seiner Frau: „Ich sitze hier“, woraufhin sie ungläubig zurückfragt: „Du sitzt da?“, und weiter: „Es könnte ja nicht schaden, wenn du mal etwas spazieren gingest!“ Nein, er wolle einfach nur da sitzen, entgegnet der Mann.

Auch wenn der Vergleich nicht ganz fair ist, ein Bewegungs-Programm bietet sich aber nunmal zur Steilvorlage, vor allem, wenn sie so konsquent zelebriert wird. Die Journalisten fragten also: Möchtet ihr irgendwann doch eine Partei sein? Nein. Möchtet ihr Aktionen gegen Rechts in Chemnitz machen? Nein. Möchtet ihr nicht mehr konkrete Forderungen zur Flüchtlignspolitik äußern? Nein.

Ein wenig trug die Veranstaltung dann auch Züge einer Talkshow mit den üblichen Verdächtigen. Stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges stellte seine pointierten Fragen vor allem an Sahra Wagenknecht, und die parierte gewohnt, weil sie wissen konnte, in welche Richtung das geht. Und so wirkte es unfreiwillig so, als würde Jörges erst dann aufhören zu fragen, warum Wagenknecht denn nicht in Chemnitz gewesen sei, wenn sie aufstehen und zugeben würde: Sie haben recht, eigentlich wollte ich die rassistischen Ausfälle durch mein Fernbleiben gutheißen.

Schwierige Balance beim Thema Fremdenhass

Auch wenn sich die Bewegung nicht explizit zu Chemnitz geäußert hatte. Im Gründungsaufruf heißt es dennoch unmissverständlich: „Wir lehnen jede Art von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass ab.“ Insofern wirkt die geäußerte Kritik der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock einigermaßen haltlos. Sie hatte gesagt: „Und gerade diejenigen, die jetzt ein „Aufstehen“-Bündnis initiiert haben, die standen dort leider nicht auf der Straße. Und deswegen ist das auch nicht mein Bündnis.“ Ein Geschmäckle bleibt dennoch, denn zwar sollen einige der Initiatoren tatsächlich in Chemnitz gegen Fremdenhass auf die Straße gegangen sein. Aber eben nicht die sonst omnipräsenten Spitzenpersonen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine.

Man will offenbar nicht mit derlei Auftritten verschrecken. Zu groß die Angst vor dem Eindruck, man stelle alle in eine rechte Ecke. Und es mag stimmen, wenn es eines der erklärten Hauptziele von „Aufstehen“ ist, Sympathisanten von Pegida oder Wähler der AfD zurückzugewinnen, dann muss die Bewegung wohl eine Balance schaffen. Das heißt, auch Teilnehmer von Demonstrationen mit problematischer Neonazi-Klientel nicht vorab als ebenso schlimme Mitläufer auszuschließen, sondern sie einzuladen, sich in der Bewegung zu engagieren und für eine andere Sozialpolitik zu kämpfen. Zuerst das eine, sagte Sahra Wagenknecht, und wenn das gelänge, würde auch wieder Bereitschaft entstehen, eine Flüchtlingspolitik zu gestalten. Man kann sich vorstellen, wie es die Initiatoren innerlich zerreißen mag bei diesem Spagat auf schmalem Grat.

Sahra Wagenknecht

Inhalte sollen von unten kommen

Aber eben jene Inhalte einer konsequenteren Umwelt- Friedens- und Sozialpolitik blieben ausgerechnet zum Start von „Aufstehen“ unkonkret und erst recht deren Finanzierung. Das Konkrete – es soll sich erst allmählich durch die bislang rund 100.000 angemeldeten Gründungsmitglieder, wie Wagenknecht die Angemeldeten bezeichnete, manifestieren, unter anderem mithilfe eines Online-Diskussions-Tools namens Polis, das stark an das basisdemokratische System „Liquid Democracy“ von der Piratenpartei erinnert. Eine Art „Parlament, das alle einlade“, soll Polis sein. Und so blieb es vor allem bei Appellen: Schluss mit dem gemütlichen Privatleben, sagte der Grüne Ludger Volmer über seine eigene Motivation. Es müsse wieder mehr Resonnanz geben und mehr Zuhören, weil alle nur noch senden statt auch mal empfangen würden, sagte der Kommunikationsstratege Hans-Michael Albers. Man müsse so viel Druck erzeugen, dass sich die Parteien endlich inhaltlich bewegen, sagte Sahra Wagenknecht.

Am Ende, so wirkt es jedenfalls momentan, könnte die Bewegung schlicht daran scheitern, dass sie zu wenig Radikales fordert, insbesondere hinsichtlich europäischer Lösungen, wie sie Macron ins Zentrum seiner Bewegung stellte. Stattdessen ergeht man sich in altbekannten Plattitüden aus dem Wagenknecht'schen Satzbaukasten, wie etwa der Schuld „der Konzerne“. Dies müssen zwar nicht zwingend falsche Diagnosen sein, aber es braucht eben auch umsetzbare und vermittelbare Lösungen, die zudem von Menschen als glaubwürdig bewertet werden und dann vielleicht massentauglich verfangen. Was Linkspartei, SPD und Grüne nicht mehr schaffen soll also die Bewegung richten? Dieser bleibt vorerst nur das Hoffen auf rege Beteiligung, die über das bloße Anmelden auf der Plattform hinausgeht.

Simone Lange

Bernd Stegemann

 

Der Theatermacher Bernd Stegemann bemerkte schließlich zwar authentisch, aber eben dann doch etwas schlaff , dass er auch noch einen Job und anderes zu tun habe und er nicht wisse, wie lange er das mit der Bewegung mitmache, wenn es nicht funktioniere. Dann lehnte er sich zurück und verdrehte gespielt genervt die Augen. Ein kleiner Höhepunkt war zumindest für die Hauptstadtfotografen jener Moment, als Simone Lange enagiert ins Mikro sprach, wie gut man es in Flensburg hinbekäme, dass die AfD sich nicht einmal traue, dort ein Kreisbüro zu eröffnen. Dabei ballte sie leicht ihre linke Faust. Sofort richteten die Journalisten ihre Kameras auf diese Geste. Klick. Klick Klick. Etwas Bewegung war dann eben doch. Nach gefühlten drei Stunden stand man sogar auf und ging. Wohin, entscheidet die Basis.

ingrid dietz | Mi, 5. September 2018 - 17:29

Und nun ?

Wenn Sahra, Oskar und die vielen "Aufsteh"-Fans es ehrlich meinen würden, müssten sie eine neue Partei gründen !

Ansonsten bleibt dieses Bewegchen nur ein verspätetes Sommerloch !

Michaela Diederichs | Mi, 5. September 2018 - 18:04

In reply to by ingrid dietz

Ich verstehe auch nicht so recht, was diese Bewegung bewegen will. Das geht ja nur als wählbare Partei. Vielleicht ist das erst mal ein Testlauf, um zu sehen, wie viele Menschen man hinter sich versammeln kann.

wolfgang spremberg | Mi, 5. September 2018 - 20:55

Unabhängig vom "Aufstand" kommen wir gerade an einen kritischen Punkt unserer Demokratie, bzw. der Punkt wird jetzt für jeden (der sehen will.) offenbar.
Seit Tagen hörten wir aus Politik und "Qualitätsmedien über "Mob, Hetzjagden und Pogrome" aus Chemnitz.
Heute erfahren wir vom MP Kretzschmer, dass Staatsanwaltschaft und Polizei erklären das es keinen Mob, keine Hetzjagden und keine Pogrome gab.
Und nun ?
Wir können glauben, dass Staatsanwaltschaft und Polizei lügen. Das wäre verheerend für das Vertrauen in den Rechtsstaat.
Wir können auch glauben das Teile der Medien ( incl. ÖR) und Teile der Politik uns belogen haben.
Das wäre verheerend für das Vertrauen in die Demokratie.
Wir müssten davon ausgehen, dass wir ohne Informationen über die Übergriffe in Köln und im Glauben an Hetzjagden und Pogrome in Chemnitz wählen gehen sollten.
Für mich ist das der gescheiterte Versuch Wahlen zu manipulieren. Gab es auch nicht gescheiterte Versuche ?
Aufstehen ? Ja. Und fragen.

Dimitri Gales | Mi, 5. September 2018 - 20:59

unterschiedliche, oft deutlich divergierende Meinungen und Attitüden unter einen Hut zu bringen. Will diese Bewegung reüssieren, dann muss sie für ein klares, sich von anderen Parteien klar differenzierendes, ja, etwas radikales Profil sorgen. Es müsste nach etwas Neuem klingen, sonst bekommt Wagenknecht ein ähnliches Problem wie die FDP, die ja auch Image- und Produktproblem hat. Viele Menschen wollen eine neue Alternative; wenn sie merken, dass eine Partei oder Bewegung zu viele Kompromisse macht um schliesslich an anfänglichem Schwung zu verlieren - dann droht der Abschwung.

So sehe ich es auch. In der bei uns ja so gewollten multiethnischen "Diversity"-Gesellschaft wird es immer schwieriger, die so vielen verschiedenen Ansichten und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen unter einen Hut zu kriegen, und Menschen hinter sich zu versammeln, die in der überwiegenden Mehrzahl in ihren grundlegenden Meinungen übereinstimmen. Die ja auch nur mittelbeliebte Konsensfindung, und die viele Zeit, die die oft kostet, um am Ende ein für viele wenig befriedigendes Ergebnis zu finden, macht es nicht einfacher. Auch deshalb gibts es meines Erachtens wieder den Trend, "Macher" zu wählen als jahrelang zu labern und noch zehn weitere Komissionen zu bilden, um dann am Ende doch nicht weiterzukommen. Das ist eben auch (ein) Problem der Aufstehenbewegung. Abgesehen davon, daß es ja "Tabuthemen" gibt, bei denen man sich um Meinung dazu aus bekannten Gründen in Deutschland bedeckt halten muß, wenn das Experiment nicht gleich zum Scheitern verurteilt sein soll.

Alexander Mazurek | Mi, 5. September 2018 - 23:21

… ist zwangsläufig "Verblödung",Robespierre sei Dank …. Wirklich?!

Brigitte Devantier | Do, 6. September 2018 - 07:39

Ich finde es mutig, neben den Parteien eine kluge Alternative zu gründen, die versucht, die Pro leme der Menschen ohne Halt in einer der etablierten Parteien wenigstens anzusprechen. Es gibt inzwischen zu viele, die überhaupt nicht mehr vorkommen in Politik und Öffentlichkeit. Man erreicht sie nicht mehr. Sie lesen keine Zeitung, gehen nicht zur Wahl, sehen nur noch Privatsender, womit die Banalisierung des Lebens stattfindet. Ein wirklicher Dialog, an dem auch eine Putzfrau oder Müllfahrer oder Arbeitsloser sich wiederfindet, gibt es nicht. Also muss es Menschen geben, die für sie eintreten und deren Interessen ergründen und schliesslich auch verteidigen und zur Politik machen wollen. Es wird Zeit. Die Rechten haben es erkannt und fangen Sie ein!

Liebe Frau Devantier: Linke „klug“? Naja...Dann: Viele würden nur noch Privatsender sehen. Das werden sie auch weiterhin tun. TV ist zielgruppenorientiert, und RTL, SAT 1 usw. sind nun einmal nicht für die Hellsten konzipiert. Die
„ Hitparade der Volksmusik“ in
nichtprivaten Sendern übrigens auch nicht. Und darüber, was mit dem Gehirn passiert wenn man täglich der Rotlichtbestrahlung der
„ Tagesschau“ ausgesetzt ist, schweigen wir lieber. Dann: Man solle „ Dialoge mit Putzfrauen, Müllfahrern und Arbeitslosen organisieren“. Ja wo leben Sie denn, verehrte Mitforistin? Außer der FDP stürzen sich doch so ziemlich a l l e Parteien auf diese Klientel der vermeintlich Entrechteten. Was wäre, mal „ in Dialog“ mit denjenigen zu treten, die all das erwirtschaften, was die Parteien so großzügig verteilen? Die kräftig Steuern zahlen, ihre Familien und Kinder ohne
„ Staatsknete“ durchs Leben bringen?Genau diese Menschen,„Mittelschicht“ genannt, kommen doch gar nicht mehr vor in der Politik.

Werner Schütz | Do, 6. September 2018 - 14:45

In reply to by Dr. Roland Mock

beschenkt:
Unter Kohl musste ich einen Spitzensteuersatz von 56 dann 53% bezahlen. Dazu kam noch die Vermögenssteuer.
Dank dem SPD-Kanzler Schröder zahle ich nunmehr nur 42% Spitzensteuersatz,die Vermögenssteuer wurde schon vorher nicht mehr behoben weil die Politik bis heute noch keine Lust hat, das Urteil des BVG umzusetzen und Immobilienvermögen zum Verkehrswert zu bewerten wie Kapitalvermögen. Als Aktionär profitiere ich von der Senkung der Körperschaftssteur durch höhere Dividenden. Ach ja: Bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung kann ich neben der allgemeinen AFA noch jede Reparatur absetzen. Oh ich leidender Mittelschichtler! Wer hilft mir?

Thorsten Rosché | Do, 6. September 2018 - 08:37

Auch heute hat wieder der Wecker um 6:35 Uhr geklingelt und ich bin aus dem Bett gehüpft! Ich finde diese Bewegung sehr wichtig ! Mit der richtigen Zielgruppe kommst du auf ca. 3-5 Millionen neue Mitglieder( Quelle Arbeitslosen Statistik ), wenn alle mitmachen. Eine Kooperation mit den Job-Centern wäre hilfreich.......ansonsten besteht wenig Interesse.
Ausnahme : Ruheständler können liegen bleiben, müssen aber laut Herrn Spahn ( Bundes- Gesundheits- Stasi ) ) Widerspruch einlegen.

Mathias Trostdorf | Do, 6. September 2018 - 10:06

"Ein kleiner Höhepunkt war zumindest für die Hauptstadtfotografen jener Moment, als Simone Lange enagiert ins Mikro sprach, wie gut man es in Flensburg hinbekäme, dass die AfD sich nicht einmal traue, dort ein Kreisbüro zu eröffnen."

Würde es eigentlich ähnlich bejubelt, wenn eine Tante von der AfD berichtet hätte, wie gut es der AfD gelänge, daß die Grünen in Eisenhüttenstadt oder Suhl kein Büro aufmachen könnten?
Oder würde unsere demokratische Einheitsfront dann wieder im Quadrat springen?

Man "darf" auch Demonstrationen behindern / verhindern. Wenn es denn gegen die "Richtigen" geht. Wer entscheidet in einer Demokratie, in einem Rechtsstaat, wer demonstrieren, ein Büro eröffnen darf ? Eigentlich Gerichte auf Basis der von Volksvertretern erlassenen Gesetze. Man arbeitet gerade intensiv daran das zu ändern.
Und die Medien ? Die Journalisten ? Die 4te Gewalt ? Mau. Ganz Mau.

Kostas Aslanidis | Do, 6. September 2018 - 20:37

In reply to by wolfgang spremberg

Ein Paradoxon. Unrechtsstaat ist treffender. Meinungsfreiheit: Wo?
Die Presse und die Einheitspartei, agieren wie ein Mob.

marcus neuert | Do, 6. September 2018 - 10:46

"aber es braucht eben auch umsetzbare und vermittelbare lösungen [...]"
da wären vorzuschlagen eine (super-)reichensteuer, eine reform der erbschaftssteuer, die erben von ommas klein häuschen entlastet und die kohle holt wo sie tatsächlich ist, eine finanztransaktionssteuer, eine wesentlich bessere ausstattung der steuerfahndung, eine konsequente konzernbesteuerung, eine rückführung von einrichtungen der lebensvorsorge in gemeingut, ein ende aller öpp-projekte, ein ende der waffenexporte und der kriegseinsätze der bundeswehr. dafür hat sich keine partei so wirklich stark gemacht, auch die linke nur teilweise - aber bei spd und grünen hapert es besonders, vor allem in den oberen rängen. die unteren etagen wären eher dafür, die o.g. positionen fänden m.e. bis weit in die mitte der gesellschaft befürworter. der diskurs muss sich wieder mehr um gerechtigkeit drehen statt ausschließlich um migration.

Ralf Melzer | Do, 6. September 2018 - 11:41

Was immer die Ergebnisse dieser Initiative sein mögen: Jetzt zu fragen was das soll, bedeutet, nicht erkannt zu haben, was schief läuft! Da bohren sich ein Jörges und Co. in plakative Gefechtsfelder wie Chemnitz. "Wer war denn schon dort? ... und wer nicht da war, meint es nicht ernst!" Sind es nicht die Journalisten, die sich gern an Reizthemen festhalten, um Quoten einzufahren und dabei der normalen Bevölkerung die wichtigen Themen vorenthalten. Was Wagenknecht nun versucht, ist das Heraustreten aus dem Sumpf verlogener Politiker, die uns unter Merkels Führung an der Nase herumführen. Dass es der Normalverbraucher nicht wahrnimmt, ist dem geschuldet, dass nur wenige noch tiefgründig lesen und dass die wichtigen Themen erst gesendet werden, wenn nach mehreren Bieren nur noch Inkontinenz-Werbung das Hirn erreicht. Wo sind die "Wahrheitsfinder" der Nation, die Frau Merkel zu wichtigen Themen nicht vom Haken lassen, bis sie uns die Hintergründe erzählt?! Ist das Angst, Herr Brauns?

Bernhard Jasper | Do, 6. September 2018 - 12:32

Das mag eine gerechtfertigte „Bewegung“ sein. Wir beklagen jedoch, dass in der Politik nichts so richtig zu gelingen scheint. Ebenso beobachten wir eine Absage an die Verantwortung im Großen und Ganzen. Aufgabe und Zweck der Politik ist jedoch die Sicherung des Lebens im weitesten Sinne (Daseinsvorsorge). Sie ermöglicht dem Einzelnen, in Ruhe und Frieden seinen Zwecken nachzugehen, das heißt unbehelligt von Politik zu sein.

Es sollte also nicht um Inszenierungen gehen, oder eine Abfolge von Inszenierungen, oder um Selbstdarstellung, auch nicht um symbolische Gesten, sondern um nüchternes manifestieren und funktionieren.

Ein bestimmter Kulturbegriff ist auch nicht mehr geeignet, Fragen zu stellen und Antworten zu finden, damit kommt man den Zwängen nicht näher. Wenn man bestimmte Ergebnisse nicht will, muss man auch mit bestimmten Theorien brechen. Schreibt man gesellschaftliche Utopien (Konzeptionen) ab, treten die Unterschiede deutlich zutage.

Bernhard Jasper | Do, 6. September 2018 - 12:35

Das Leben ist ja bekanntlich immer konkret. Es herrscht z.B. Wohnungsnot vor allem in den Ballungszentren. Andere Erhebungen belegen die unzureichenden, teilweise katastrophalen Lebensbedingungen. Errechnen sie einmal eine Art Mindesthaushaltsbudget einer Familie mit zwei Kindern. Es geht nicht um die überversorgten „Staatsdiener“ mit Hochschulabschluss, sondern um diejenigen die existentiell ausgeliefert sind und schwere Arbeit verrichten- und diejenigen werden jetzt aus den Städten vertrieben.

Solange sie diese Alltagsrealitäten großer Bevölkerungsteile nicht angehen (lebensweltlich), werden viele sich gegen das ungeliebte „System“ der Republik stellen, die dann die freiheitlich demokratische Grundordnung abschaffen wollen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 6. September 2018 - 13:37

der Titel ist schon gut.
Widerlegen führt aber jetzt zu weit.
Schauen wir mal.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 7. September 2018 - 09:30

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Frau Wagenknecht ist nicht Roman Herzog.
Gut Ding will Weile haben.

Matthias Noack | Do, 6. September 2018 - 15:13

Einfach mal die Politik und Meinungen weglassen und Menschen begegnen und mit ihnen reden, sich austauschen. Dann würde der Spalt in der Gesellschaft kleiner werden wenn man merkt dass man mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede hat. Das muss aber jeder für sich machen, keiner braucht noch mehr Leute die von oben auf das Leben der anderen schauen.

Kostas Aslanidis | Do, 6. September 2018 - 20:32

ein abgesprochenes Spielchen mit Merkel. Es geht nur gegen die AfD. Wagenknecht ist auch eine Enttäuschung. Obwohl sie vieles richtig erkennt und benennt, kann sie die ideologische Beschränktheit der Linken nicht durchbrechen. Es geht Bus zu einem Punkt und dann ist Schluss. Die AfD wird überall Wählerstimmen dazugewinnen.

Rudi Freundlich | Fr, 7. September 2018 - 06:52

ist in Flensburg persönlich dafür verantwortlich, dass es keine freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Redefreiheit gibt.

Erfolg ?

Rainer Franke | Fr, 7. September 2018 - 09:09

Das ist ganz einfach heutzutage, mit der Farbeutel - und Entglasungstechnologie. Oft praktiziert und unterstützt durch fast alle Medien. Mit so einer Bewegung möchte ich dann doch nichts zu tun haben. Offene Diskussionsabende mit allen Interessengruppen wären mir lieber.